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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

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  • FACEBOOK PC-Welt: Aloha und Fiona: Facebook bringt smarte Lautsprecher mit 15-Zoll-Touchscreen: Facebook möchte das Feld von hinten aufräumen. Mit seinen smarten Lautsprechern will das soziale Netzwerk gegen Amazon Echo und Google Home antreten. Im kommenden Juli möchte Facebook dann seine ersten smarten Lautsprecher vorstellen. Anders als bei Amazon mit dem Codenamen “Alexa” werden diese Lautsprecher auf “Aloha” und “Fiona” hören. Die beiden Lautsprecher sollen dazu über einen 15 Zoll großen Touchscreen und über eine eingebaute Webcam mit einer Gesichtserkennung verfügen. Ein weiterer Unterschied zu seinen Konkurrenten ist der “soziale Aspekt”, der mit den Lautsprechern einhergehen soll. Facebook-Nutzer sollen daher – ganz wie auf der Plattform – untereinander in Kontakt treten können. Das kann mit der Videochat-Funktionen oder anderen “sozialen Funktionen” geschehen. Von beiden Lautsprechern soll “Aloha” das leistungsfähigere Gerät sein, was zudem auch mehr soziale Funktionen als “Fiona” vorweisen soll.

  • GMAIL t3n: Designerin erfindet neues Gmail-Konzept: Ein neues Design für Gmail soll es sein. Sowohl Privatnutzer als auch Unternehmen sind eifrige Nutzer des E-Mail-Clients und somit ist nach der iPhone-Mail-App Gmail der meistgenutzte Anbieter. Aber es gibt noch Optimierungsbedarf. Das findet zumindest die UX-Designerin Indhuja Pillai und hat daher ein Konzept entworfen, was nicht nur visuelle Änderungen, sondern auch neue Funktionen aufzeigt. Wer sich diese Änderungen einmal ausführlich anschauen möchte, der kann sich hier dieses Konzept einmal ganz genau anschauen.

  • GOOGLE Heise: Nach Kritik: Google entfernt „Bild ansehen“-Button aus seiner Bildersuche: Die Nutzer der Google-Bildersuche müssen sich auf den Verlust einer praktischen Funktion einstellen. Bisher konnte man die Bilder nicht nur in einer Vorschau öffnen, sondern bekam den direkten Link zur Bild-Datei geboten. Somit war es allerdings nicht mehr nötig, die entsprechende Seite aufzurufen, um sich das Bild genauer anzusehen. Gerade für Bildagenturen und Fotografen war das ärgerlich, denn so entgingen ihnen nicht nur Besucher und Klicks, sondern auch Aufträge und Geld. Daher wird die Funktion “Bild ansehen” aus der Bildersuche verschwinden, die Schaltfläche “Besuchen” wird bleiben. Googles vorgenommene Änderung soll jetzt die Nutzer und Webseiten besser miteinander verbinden.

  • WHATSAPP Focus Online: Einmaliger Vorgang: WhatsApp wird zu Update gezwungen: WhatsApp-Nutzer werden demnächst mit einer neuen Funktion rechnen können. Schon bald soll es möglich sein, alle Daten, die während der gesamten Nutzung im Messenger gespeichert wurden, gebündelt herunterzuladen. Hierfür wird der Nutzer allerdings ordentlich Zeit einplanen müssen. Die Sammlung der Daten kann bis zu 20 Tage dauern. Diese Daten können dann als Backup gespeichert oder in andere Dienste importiert werden. Es ist noch nicht klar, welche Daten zum Download von WhatsApp bereitgestellt werden. Jedoch kann ein lokales Backup aller Chatverläufe, unabhängig vom Smartphone, auch sehr praktisch sein. Der Grund für die Einführung dieses Features ist die Datenschutz-Grundverordnung der Europäischen Union, die bereits seit Mai 2016 in Kraft getreten ist. Ab dem 25. Mai muss sie dann von allen Unternehmen berücksichtigt werden.

  • APPLE HOMEPOD T-Online: Apples „HomePod“ hinterlässt Flecken: Wo wir schon mal bei smarten Lautsprechern sind: Schon ab Frühjahr soll Apples erster smarter Lautsprecher der “HomePod” in Deutschland verfügbar sein. Auch wenn sich Apple nach Amazon und Google reichlich spät mit seinem Lautsprecher zu Wort meldet, so können Nutzer trotzdem gespannt sein, was dieser zu bieten hat. Neben unangenehmen Spuren, die das Gerät auf Holzmöbeln hinterlässt, hat ein Test aber auch schon andere spannende Fakten herausfinden können, die für Apple-Fans durchaus interessant sein könnten.

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StumbleUpon – was steckt hinter der Plattform?

Logo-of-StumbleUpon-adapted-Image-by-Bernard-Goldbach-CC-BY-20-via-Flickr

Vor Kurzem habe ich mich mit einmal mit der Plattform StumbleUpon auseinandergesetzt, weil ich mich gefragt habe, was sich wohl hinter dieser Seite verbirgt. Hinter der Webseite versteckt sich eine Art Suchmaschine, die benutzerdefinierte Inhalte anzeigt. Das Ganze geschieht, indem sie die Interessen, die die Nutzer angeben, auswertet und die passenden Inhalte dazu heraussucht. Das kann in verschiedenen Formaten passieren. Nur ohne, dass man dort angemeldet ist, kann man leider nicht hinter die Kulissen der Webseite blicken. Doch jetzt bin ich offiziell bei StumbleUpon angemeldet.

Super easy!

Die Anmeldung verlief ganz einfach. Nachdem ich meinen Namen und meine Email-Adresse eingegeben habe, war ich schon mittendrin. StumbleUpon hat mich erst einmal nach meinen Interessen gefragt. Hier habe ich unter verschiedenen Kategorien und Rubriken ausgewählt, was ich mag und vor allem welche Inhalte mir angezeigt werden sollen.

StumbleUpon Interessenauswahl (Screenshot)
StumbleUpon Interessenauswahl (Screenshot)

So, StumbleUpon weiß nun, was ich wirklich mag und zeigt mir jetzt, dass ich meine persönlichen Daten optimieren kann. Meinen Namen, mein Profilbild und so weiter. Zudem kann ich hier noch meine Sprache angeben, auf denen ich die Inhalte angezeigt bekommen möchte. Auch wenn ich mich nur auf deutschsprachige Inhalte eingeschossen habe, so zeigt mir StumbleUpon dennoch die Inhalte zu größten Teilen auf Englisch an. Die Interessen kann ich im Nachhinein immer noch einmal ändern oder auch welche hinzufügen.

Genau mein Geschmack

StumbleUpon Bier (Screenshot)
StumbleUpon Bier (Screenshot)

Was ich angezeigt bekomme, gefällt mir ziemlich gut. Bereits der erste Inhalt war ein super-niedliches Katzenbild. Anschließend wurde mir ein Spiel angeboten, bei dem ich irgendwelche Punkte auf dem Bildschirm jagen musste. Gleich danach habe ich eine Liste bekommen, welcher Wein am besten zu welchen Lebensmitteln passt, oder die verschiedensten Bierarten auf der ganzen Welt. StumbleUpon kennt mich innerhalb von wenigen Minuten sehr gut.

Die Plattform weiß scheinbar auch, dass ich unter anderem als Autorin unterwegs bin. Sie hat mir daher freundlicherweise einmal eine Liste mit Synonymen zu den verschiedensten Emotionen und zudem ein paar Grammatikregeln gezeigt. Vielleicht gibt mir das ein bisschen zu denken.

Ich bin total vernarrt in Bücher, und das weiß natürlich auch die Plattform, weil ich angegeben habe, dass ich mich für Literatur interessiere. Hierfür hat mir StumbleUpon eine durchaus hilfreiche Seite vorgeschlagen, bei der ich einfach den Titel des Buches eingebe, welches ich derzeit lese, und den dazugehörigen Autor. Nachdem ich auf „please“ geklickt habe, zeigt mir die Plattform direkt ein paar Amazon-Links passend zu dem Buch was ich derzeit lese, um mich direkt nahtlos in den nächsten Roman stürzen zu können. Diesen Vorschlag fand ich natürlich schon sehr gut.

StumbleUpon Lesevorschlag (Screenshot)
StumbleUpon Lesevorschlag (Screenshot)

Gefällt mir – Gefällt mir nicht

Bei all diesen Inhalten kann ich natürlich direkt auswählen, ob mir das Angezeigte auch wirklich gefällt oder ob ich so etwas lieber nicht mehr angezeigt bekommen möchte. Ganz einfach mit Daumen hoch und Daumen runter. Alles in einem kann man sich ziemlich schnell auf dieser Seite verlieren und die Inhalte sind wirklich gut gewählt. Neben richtig informativen Inhalten gibt es allerdings auch ein bisschen Spaß für nebenbei, wie unter anderem der „Blabla-Meter“, der mir anzeigt, wie viel „Bullshit“ sich in meinen Texten befindet. Diesen stelle ich aber gerne noch einmal gesondert vor. Aber auch verschiedene Formate wie Bilder, Videos, Webseiten – alles was ich möchte, wird mir von StumbleUpon angezeigt.

Wenn mich jemand fragt, wofür die Seite gut ist, dann würde ich sagen: Perfekt für den Zeitvertreib und vor allem für diejenigen, die sich gerne mal überraschen lassen und sich nicht lange auf die Suche begeben möchten, um sich Inhalte, für die sie sich interessieren, aus dem Netz zu suchen. Vor allem finde ich hier coole neue Dinge, die ich vermutlich im Internet gar nicht so einfach finden würde.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Klicktipps.


Image (adapted) „Logo of StumbleUpon“ by Bernard Goldbach (CC BY 2.0)

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Schluss mit Kinkerlitzchen: Die einzige sichere E-Mail besteht aus reinem Text

Kontrolle, Tastatur, E-Mail (adapted) (Image by antonynjoro [CC0 Public Domain] via pixabay)

Es ist ein beunruhigender Gedanke: Man könnte jederzeit eine E-Mail öffnen, die aussieht, als käme sie vom Arbeitgeber, einem Verwandten oder der Bank. In Wirklichkeit könnte es sich jedoch um PhishingScams handeln. Jede der vielen unschuldigen E-Mails, die wir den ganzen Tag über erhalten, könnte uns dazu kriegen, unsere Zugangsdaten herauszurücken und Verbrechern die Kontrolle über unsere vertraulichen Daten oder Identität zu geben.

Die meisten Leute gehen davon aus, dass es die Schuld der Benutzer selbst ist, wenn sie auf Phishing-Betrügereien hereinfallen. Jemand könnte einfach auf das falsche Feld geklickt haben. Um das Problem zu beheben, sollten Benutzer einfach damit aufhören. Als Sicherheitsexperten, die sich mit Malware-Techniken beschäftigen, glauben wir jedoch, dass hier der Falsche beschuldigt wird.

Das wirkliche Problem besteht darin, dass die heutigen webbasierten E-Mail-Systeme elektronische Minenfelder ähneln, die mit Anforderungen und Verlockungen angefüllt sind, um zu klicken und sich in einer zunehmend reaktionsschnellen und interaktiven Online-Erfahrung zu engagieren. Es sind nicht nur Google Mail, Yahoo-Mail und ähnliche Dienste. Desktop-basierte E-Mail-Programme wie Outlook zeigen Nachrichten auf die gleiche unsichere Art und Weise an.

Einfach ausgedrückt, ist die einzig sichere E-Mail eine reine Text-Mail. Sie zeigt nur den nackten Text an, ohne eingebettete Links oder Bilder. Webmail ist für Werbetreibende praktisch – und erlaubt gutaussehende E-Mails mit Bildern und netten Schriften zu schreiben, birgt aber unnötige und ernsthafte Gefahren in sich. Denn eine Webseite – oder eine E-Mail – kann leicht das Eine zeigen, aber auch das Andere tun.

Die Rückkehr von E-Mails zu ihrem Ursprung mag radikal erscheinen, bietet aber eine deutlich höhere Sicherheit. Sogar die besten Experten für Cybersecurity der US-Regierung kommen zu dem erschreckenden, aber wichtigen Schluss, dass jede Person, die ernsthaft mit Web-Sicherheit zu tun hat, egal, ob es sich hierbei um Organisationen oder Regierungsmitglieder handelt – zu Text-E-Mails zurückkehren sollte:

„Organisationen sollten sicherstellen, dass sie HTML in E-Mails nicht mehr verwenden können und Links deaktivieren. Alles sollte zu Klartext gezwungen werden. Dies verringert die Wahrscheinlichkeit, dass potenziell gefährliche Skripte oder Links im Text der E-Mail versendet werden. Außerdem wird die Gefahr gebannt, dass ein Benutzer einfach nur auf etwas klickt, ohne darüber nachzudenken. Mit Text-Mails müsste der Benutzer den Link selbst eingeben oder die Kopierfunktion nutzen. Dieser zusätzliche Schritt ermöglicht dem Benutzer eine weitere Gelegenheit zum Nachdenken und zur Analyse, bevor er auf den Link klickt.“

Das Problem falsch verstehen

In den letzten Jahren wurden Webmail-Nutzer strengstens angewiesen, auf jeden verdächtigen Hinweis in E-Mails zu achten. Sie durften keine E-Mails von Leuten öffnen, die sie nicht kannten. Sie sollten keine Anhänge öffnen, ohne den Absender vorher sorgfältig zu prüfen. Viele Unternehmen bezahlen Sicherheitsfirmen mehr als fürstlich, um zu prüfen, ob ihre Angestellten auf diesen Versprechungen gut machen. Aber das Phishing geht weiter – und kommt immer häufiger vor.

Die Berichterstattung zu dem Thema kann hier noch verwirrender erscheinen. Die New York Times bezeichnete den Verstoß gegen die E-Mail-Sicherheitsvorschriften des Democratic National Committee als „dreist“ und „schamlos“. Man wies auf eine Vielzahl möglicher Probleme hin – alte Netzwerksicherheitsausrüstung, hoch entwickelte Angreifer, gleichgültige Ermittler und unaufmerksame Mitarbeiter des Supports – bevor es eine weitere Schwäche aufdeckte. Des Pudels Kern ist allzu oft ein eifriger Benutzer, der „ohne viel nachzudenken“ handelt.

Aber das eigentliche Problem mit Webmail – der Sicherheitsfehler, der schon viele Millionen Dollar gekostet hat – war die Idee, dass, wenn E-Mails über eine Website versendet oder empfangen werden könnten, sie mehr als nur reiner Text sein könnten, selbst wenn die Webseiten von einem Webbrowser-Programm angezeigt werden. Dieser Fehler hat erst die Möglichkeit für eine kriminelle Phishing-Branche geschaffen.

Entwickelt für Gefahren

Ein Webbrowser ist das perfekte Werkzeug für Unsicherheit. Browser sind so konzipiert, dass sie Inhalte aus mehreren Quellen nahtlos zusammenfügen: Text von einem Server, Anzeigen von einem anderen, Bilder und Videos von einem dritten Server, Buttons, die dem Benutzer nachverfolgen, und so weiter. Eine moderne Webseite ist ein Flickenteppich von dutzenden Drittanbieter-Seiten. Damit diese Zusammenstellung von Bildern, Links und Buttons einheitlich und integriert dargestellt wird, zeigt Ihnen der Browser nicht an, woher die einzelnen Teile einer Webseite stammen – oder wohin sie führen, wenn sie angeklickt werden.

Schlimmer noch, sie erlaubt es Webseiten – und damit E-Mails – ihre Herkunft zu verschleiern. Wenn man „www.google.com“ in die Browserzeile eingibt, kann man ziemlich sicher sein, dass man auf die Google-Hauptseite gelangt. Klickt man jedoch auf einen Link oder Button mit der Bezeichnung – wird man dann tatsächlich zum echten Google geleitet? Man müsste bei jedem Link sorgfältig den zugrunde liegenden HTML-Quellcode der E-Mail lesen. Es gibt darüberhinaus noch dutzende weitere Möglichkeiten, wie Browser manipuliert werden können, um uns zu täuschen.

Das ist das Gegenteil von Sicherheit. Die Nutzer können die Folgen ihres Handelns nicht vorhersagen und auch nicht im Voraus entscheiden, ob die möglichen Ergebnisse akzeptabel sind. Ein absolut sicherer Link wird möglicherweise direkt neben einem bösartigen Link angezeigt, ohne, dass ein Unterschied zwischen diesen erkennbar ist. Wenn ein Benutzer mit einer Webseite konfrontiert ist, muss er sich entscheiden, ob er auf etwas klicken will.

Hier gibt es keine gangbare Möglichkeit, vorher zu erfahren, was nach dem Klick passieren könnte oder mit welcher Firma oder anderen Teilnehmern der Nutzer zu tun haben wird. Der Browser verbirgt diese Informationen. Immerhin können wir uns, wenn wir selbst aktiv im Internet surfen, entscheiden, auf welche Website unseres Vertrauens wir uns begeben wollen. Kommt ein Link per Webmail, liefert er uns jedoch eine von einem Angreifer erstellte Webseite direkt in unsere Mailbox!

Der einzige Weg, um die Sicherheit im heutigen Webmail-Umfeld zu gewährleisten ist, sich die Fähigkeiten eines professionellen Web-Entwicklers anzueignen. Erst dann werden die Ebenen von HTML, Javascript und anderem Code klar; erst dann werden die Konsequenzen eines Klicks im Voraus bekannt. Natürlich ist dies ein unangemessen hoher Grad an Raffinesse, den die Benutzer zum Schutz ihrer selbst an den Tag legen müssen.

Solange Softwaredesigner und Entwickler keine Browser-Software und Webmail-Systeme reparieren und die Benutzer nicht in Kenntnis der Sachlage entscheiden lassen, wohin sie ihre Klicks führen können, sollten wir den Ratschlägen von C. A. R. Hoare folgen, einem der ersten Pioniere der Computersicherheit: Der Preis für Zuverlässigkeit ist das Streben nach höchster Einfachheit.“

Die sicherste E-Mail ist die reine Text-E-Mail

Unternehmen und andere Organisationen sind noch anfälliger als Einzelpersonen. Eine einzelne Person braucht sich nur um ihre eigenen Klicks zu kümmern – viele Mitarbeiter in einer Organisation sind ein viel größeres Risiko. Es ist eine einfache Gleichung: Wenn jeder Mitarbeiter die gleiche Chance hat, auf einen Phishing-Betrug hereinzufallen, ist das Risiko für das Unternehmen insgesamt viel höher, dass auch etwas passiert. Tatsächlich besteht bei Unternehmen mit 70 oder mehr Angestellten eine um 50 Prozent erhöhte Chance, dass jemand mit einer Phishing-Mail getäuscht wird. Die Unternehmen sollten Webmail-Anbieter, um deren Sicherheitsaspekt es theoretisch schlechter bestellt ist als die Chance, bei einem Münzwurf zu gewinnen, sehr kritisch betrachten.

Als Technologen haben wir uns längst damit abgefunden, dass manche technischen Entwicklungen einfach eine schlechte Idee sind, auch wenn sie zunächst spannend aussehen. Die Gesellschaft muss dasselbe tun. Sicherheitsbewusste Nutzer müssen von ihren E-Mail-Providern eine Klartext-Option verlangen. Leider sind solche Optionen noch nicht sehr verbreitet und mühsam durchzusetzen, aber sie sind ein Schlüssel zur Eindämmung der Gefahrenwelle.

Mail-Anbieter, die sich weigern, dies zu tun, sollte man schlichtweg meiden – genauso wie man dunkle Gassen für ein florierendes Ladengeschäft meiden sollte. Diese Hintergassen des Internets können mit ihren bunten Anzeigen, Bildern und Animationen attraktiv aussehen – sicher sind sie allerdings nicht.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „Kontrolle, Tastatur, E-Mail“ by antonynjoro (CC0 Public Domain)


The Conversation

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  • SOUNDCLOUD golem: Soundcloud geht wohl das Geld aus: Das Berliner Unternehmen Soundcloud soll seit vergangenem Sommer erfolglos versuchen, eine Finanzierung von 100 Millionen US-Dollar zu bekommen. Das berichtet das Onlinemagazin Recode unter Berufung auf Unternehmenskreise. Nun prüfe die Unternehmensführung einen Verkauf zu einem günstigeren Preis. Zuvor wurde ein Preis von 700 Millionen US-Dollar für Soundcloud verlangt. Mit dieser Summe hatten die Investoren die Firma bisher bewertet. In das Unternehmen wurden rund 250 Millionen US-Dollar investiert. Ein Kaufpreis, der diese Summe nicht unterschreitet, sei nun denkbar. Hinter Soundcloud stehen die Investoren Union Square Ventures, Index Ventures und Kleiner Perkins.

  • USA heise: Einreise in die USA: Kontrolle der Social-Media-Accounts wird getestet: US-Behörden haben in mehreren Testläufen untersucht, wie effektiv eine Kontrolle der Social-Media-Profile von Einreisenden wäre, um mögliche Gefahren abzuwehren. Das geht aus einem teilweise stark geschwärzten Bericht des US-Heimatschutzministeriums hervor, der nun veröffentlicht wurde. Demnach hat das Department of Homeland Security Ende 2015 und Anfang 2016 zwei solcher Tests durchgeführt, die US-Grenzpolizei ICE im August 2016 einen eigenen. Wie viele Personen insgesamt davon betroffen waren und welche Software zur Analyse der Profile eingesetzt wurde, bleibt aber geheim. Die automatische Analyse musste teilweise von Hand nachgeprüft werden.

  • SELFPUBLISHING selfpublisherbibel: E-Book-Markt: Wie sich das Selfpublishing weltweit entwickelt: Der etwa alle sechs Monate erscheinende Authorearnings-Report hat sich diesmal den englischsprachigen E-Book-Markt vorgenommen – und den Anteil von Amazon, Apple, Kobo und Barnes & Noble daran. Diese neue Perspektive ist interessant, weil sie zwei Dinge aufzeigt: die Dominanz von Amazon ist weit davon entfernt, weltumspannend zu sein, und der Anteil von Selfpublishern unterscheidet sich weltweit signifikant.

  • TYPOGRAPHIE sueddeutsche: Schluss mit dem Hass auf Comic Sans: Das Internet verstärkt große Emotionen. Selbst Schriftarten können zum Ziel einer digitalen Hasskampagne werden: Wer es wagt, Comic Sans zu benutzen, kann sich auf Spott und Häme einstellen. Im Netz kursieren zahlreiche Anti-Comic-Sans-Petitionen: „Ban Comic Sans“, „Ban Comic Sans from Gmail“ oder „Pour l’abolition du Comic Sans“, die Abneigung ist international. Die Betreiber der Website bancomicsans.com sind überzeugt, gegen die „Pest unserer Zeit“ vorzugehen. „Eine Schriftart hat genauso viel Ausdruck wie eine Stimme – und Comic Sans ist eine Stimme, die Doofheit und Naivität transportiert“, schreiben sie in ihrem Manifest. „Comic Sans zu benutzen ist, als würde man zu einem formalen Empfang in einem Clownskostüm erscheinen“. Dabei kann Comic Sans vielen Menschen mit Leseschwäche helfen, Texte zu erkennen. „Für manche Betroffene spielen Schriftart und Farbe eine große Rolle“, sagt Michaela Mayer, diplomierte Legasthenietrainerin und Vorstandsmitglied des Dachverbands Legasthenie Deutschland (DVL).

  • MARKT handelsblatt: „Niemand muss in seiner Freizeit dauernd berufliche Mails checken“: Ingrid Schmidt, Präsidentin des Bundesarbeitsgericht (BAG), ruft Arbeitnehmer dazu auf, in ihrer Freizeit keine beruflichen Mails zu lesen. Außerdem forderte sie deutsche Unternehmen auf, über ihre Arbeitszeitkultur nachdenken. „Das jetzige Arbeitszeitrecht kommt an seine Grenzen“, sagte die Gerichtspräsidentin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Niemand müsse in seiner Freizeit andauernd berufliche Mails checken.

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Die Netzpiloten sind Partner des Berlin Email Summit 2017

Partnergrafik_BES

Vom 6. bis 7. April findet wieder der Berlin Email Summit statt. Mehr als 400 Teilnehmer versammeln sich in den BOLLE Festsälen für die 6. Ausgabe des Top-Events im Bereich Email- und Omnichannel-Marketing.

„Design“, „Content“ und „Recht“ sind die drei Schlagworte, zu denen am 1. Summit-Tag, dem Praxis-Tag, von Experten referiert wird. Jeder Bereich wird thematisch durch einen Impulsvortrag, einen Consulting-Fachvortrag sowie einen Workshop aus ganz unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Am anschließenden abendlichen „Pre-Opening“ wird dann zum Get-together und networking eingeladen.

In alter Frische geht es an Tag 2, dem offiziellen Summit-Tag, dann bereits um 8 Uhr und mit einem prall gefüllten Programm weiter. Zu den Top-Speakern zählen Vertreter von Unternehmen wie Optivo, Ulla Popken, Payback oder Foodspring, die sich unter dem Motto unter dem Motto „Expert Insights for Smarter Campaigns“ präsentieren. Den Höhepunkt der Veranstaltung bildet die Verleihung des Email Xcellence Award am Summit-Tag. Prämiert werden von einer hochkarätig besetzten Fachjury gelungene Maßnahmen in den Kategorien E-Mail-Marketing-Performance, Design und Kampagnen-Strategie.

Mittels der Event-App können sich die Besucher über alles rund um die Veranstaltung informieren, sei es Programm, Locations, Speaker oder der Event-Feed selbst. Hier könnt ihr euch für den Summit anmelden! Auf Twitter könnt ihr euch dann mit dem #BES17 auf dem Laufenden halten.

So hat der Summit im vergangenen Jahr ausgesehen:

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Acht (oder mehr) Geschäftsmodelle für E-Mail Newsletter

mail-newsletter-home-mailbox (adapted) (Image by Anne-Onyme [CC0 Public Domain], via pixabay

Als ich vor einigen Jahren begann, die redaktionellen E-Mail-Newsletter der Financial Times zu überarbeiten, wurde ich schnell mit positiver Bestätigung, technischer Frustration und Quellen tiefer Zufriedenheit konfrontiert.

Die gute Nachricht war, dass wir am Höhepunkt eines wiedererstarkten Interesses für E-Mails von Medienfirmen waren, das gerade wieder angestiegen ist. Dies legte nahe, dass wir auf dem richtigen Weg waren. Von legendären Printunternehmen wie der New York Times bis hin zu digitalen Unternehmen wie BuzzFeed – fast jeder erkennt den Wert des Mediums.

Das Frustrierende war, dass E-Mails und das kommerzielle System, in das sie eingebunden waren, nur wenig an die Bedürfnisse von Journalisten und Lesern angepasst waren. Das Senden von E-Mails bedarf einer Navigation durch ein komplexes Labyrinth aus technischen Systemen und vermehrten regulatorischen Anforderungen. Es bedeutet, Systeme anzupassen, die hauptsächlich auf die Bedürfnisse von Spezialisten abgestimmt sind, die in Marketingabteilungen mit Programmierfähigkeiten für verschiedene Anwendungsfälle von Journalisten mit engen Deadlines sitzen.

Trotz dessen waren wir mit den Antworten, die wir erhielten, zufrieden: Viele gaben an, sich durchgängig für E-Mail-Newsletter einzutragen, diese dann auch zu öffnen und auf Artikel zu klicken. Viele gaben sogar ein regelmäßiges, positives Feedback. Das, was wir taten, hatte Ähnlichkeit mit einer „Heilung“: Wir durften die besten Stücke aus den Nachrichten und Analysen auswählen. Entwickelt werden sollte ein Narrativ für Leser, die unter Zeitdruck standen und geradezu in Informationen ertranken. Wir konnten so außerdem eine direkte Beziehung zu unseren Lesern herstellen.

Dan Oshinsky, Leiter der Newsletter-Abeilung bei BuzzFeed, berichtete mir: „Uns geht es darum, Geschichte zu erzählen, die die Leute teilen möchten. Deshalb ist die E-Mail so ein natürlicher Startpunkt. Es ist sicherlich nicht die schillerndste oder neueste Plattform. Aber sie hat eine gewisse Reichweite, bringt Leute zurück auf die Seite und verteilt unsere Inhalte.“

Wie bei so vielem in den Redaktionen sind auch die Ressourcen stark begrenzt und Medienunternehmen suchen immer noch den besten Weg, um E-Mails als Teil eines größeren Engagements zu monetarisieren. Dies brachte mich dazu, mit Kollegen von anderen Medienorganisationen zu sprechen – in Nachrichtenabteilungen und kommerziellen Abteilungen – um die Trends zu verstehen, die ich in einem neuen Bericht für das Reuters Institute for the Study of Journalism an der Universität Oxford hervorhob.

Es werden zurzeit mindestens acht verschiedene Geschäftsmodelle getestet:

  1. Internetraffic generieren oder konvertieren. Die Klicks, die durch die E-Mail-Newletter hereinkommen, können die Gesamtzahl der Pageviews erhöhen. Dies unterstützt das breitere Geschäftsmodell und erhöht Anmeldungen und Werbeumsätze. Die Washington Post, die mehr als 70 redaktionelle E-Mails betreut, nennt dies eine „Zugbrücke“. Sie erhöht die Reichweite und zieht eine größere Zahl potentieller Leser an. Der New Yorker sagt, dass die Antwortquote höher ist als in den sozialen Medien. Für kleinere und jüngere Organisationen ist es eine wertvolle Möglichkeit, um Aufmerksamkeit zu bekommen und Lesegewohnheiten bei den Nutzern aufzubauen. Blendle generiert so ein Drittel des Traffics. Die Firma hat ein Mikrozahlungsmodell adaptiert, das nach dem Prinzip „Pay as you go“ funktioniert. Man zahlt, wenn ein Link von einer teilnehmenden Mediengruppe angeklickt wird.
  2. Einzelabonnement: Der Espresso (und die App) von The Economist, The Browser und Brief.me in Frankreich rechnen alle für die E-Mail selbst ab und bieten einen einzigartigen Inhalt oder die Entdeckung von anderen Artikeln auf Grundlage eines starken Urteilsvermögens und einer besonderen Schreibqualität. Laurent Mauriac, Gründer von Brief.me sagt: „Der beste Weg, eine starke Beziehung mit dem Leser aufzubauen, ist, sie dszu zu bringen, zu zahlen.“ In Großbritannien überlegt die „Red Box“ der Times, die die aktuelle Politik behandelt, ein solches Modell einzuführen.“
  3. Spenden oder verschiedene Beiträge: Eine bestimmte Anzahl Newsletter wird umsonst gesendet, aber verlangt regelmäßig Beiträge, wie beispielsweise Johnson’s Russia List. Diese aggregiert Medien und akademische Artikel über Russland und die ehemalige Sowjetunion. Genauso ProMed, die Krankheitsausbrüche mit ansteckendem Charakter abbildet. Manche werden umsonst an Privatpersonen und Akademiker ausgegeben, aber an Geschäftskunden und gewerbliche Abonnenten verkauft.
  4. Zusatz zu Abonnement: Free Lunch, Brexit Briefing und andere spezielle Newsletter werden gratis an Standard oder Premium-Abonnenten versandt. Sie stellen einen alternativen Weg für Leser dar, um Inhalte zu konsumieren. Sie helfen auch dabei, Artikel von der Financial Times im Netz zu verbreiten und das Engagement zu erhöhen, indem mehr Artikel gelesen werden. Auf diese Weise bindet man seine Leser oder kann sie zu Upgrades bewegen.
  5. Werbung: Viele Newsletter enthalten Werbung oder Banner wie Red Box. Immer mehr beinhalten auch native Werbung oder gesponserten Inhalt, wie beispielsweise Quartz’s Daily Brief, The Monocle Minute und TTSO (Time to Sign Off) in Frankreich.
  6. Querverkauf: E-Mails enthalten oft eine Leseprobe, um die Reichweite durch neue Leser zu erhöhen. Man bekommt ungewohnte Inhalte präsentiert und generiert Loyalität und Klicks zu einem Abonnement oder einer Abo-Paywall. Manche tun dies mit ihren eigenen Seiten in Kopperation mit kommerziellen Seiten. Beispielsweise haben die Washington Post und BuzzFeed sich mit Amazon zusammengeschlossen. Andere bewerben Bezahl-Events oder bauen Adresslisten auf, mit denen man verschiedene Zielgruppen adressieren kann.
  7. Markenwahrnehmung: Kostenlose Newsletter sollen größeres Interesse an einer Nachrichtenorganisation oder einem Produkt auslösen. Auch kann das Wissen über die Organisation oder ihren Inhalt vergrößert werden, genau wie die Wahrnehmung von neuen Inhalten oder Services.
  8. Gemeinschaftsbildung: Newsletter, die bestimmte Interessen, Themen oder Leute in bestimmten Regionen ansprechen, bieten eine Möglichkeit, um eine tiefergehende Vernetzung zu speziellen Gruppen herzustellen und eine direkte Beziehung aufzubauen. Auch die Loyalität wird vergrößert und Mitgliedschaften und Eventteilnahmen werden angeboten.

Nicht jedes dieser Modelle funktioniert für jeden – und diejenigen ohne starkes, redaktionelles Urteilsvermögen, eigenen Inhalt oder andere Arten der Abgrenzung werden an dem zunehmend umkämpften Newslettermarkt sehr zu leiden haben. Der Newsletter closure of This, bei dem Leseempfehlungen erteilt werden, ist eines dieser Beispiele.

Neben größerer Experimentierfreude mit diesen Modellen müssen auch andere Zukunftsthemen für redaktionelle E-Mails berücksichtigt werden, wenn es um die Entwicklung von journalistenfreundlicheren Plattformen geht: die Veränderung der Regulierung (vor allem in Europa) und die Rolle der Algorithmen, die bei der Entdeckung von Inhalten eine Rolle spielt.

E-Mails sind ein Hybridmedium, das weit davon entfernt ist, perfekt zu sein. Zur Zeit füllen sie aber eine Lücke für Nachrichtenabteilungen. Ihre Einschränkungen bieten eine wichtige Plattform für Experimente, deren Eigenschaften auch in anderen Medienformen tragen können, die sie vielleicht eines Tages ersetzen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „NiemanLab” unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image “mail-newsletter-home-mailbox” (adapted) by Anne-Onyme (CC0 Public Domain)


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  • APPLE Computer Bild: Apple iPhone 8: News, Gerüchte, neue Funktionen: 2017 feiert das Apple-Smartphone Zehnjähriges-Jubiläum. Ist das iPhone 7 also nur ein Testlauf, um zu sehen, welche Änderungen die Kundschaft akzeptiert? 2017 soll das iPhone 8 kommen. Vielleicht plant Apple eine einmalige Sonderausgabe vom iPhone 8, quasi eine Art Jubiläums-Smartphone herauszubringen. Einem Bericht von Nikkei zufolge, soll Apples Zulieferer Foxconn an Plänen für ein Gehäuse aus Glas arbeiten.
  • UBER heise online: Uber entdeckt den Luftraum: Senkrechtstarter in Planung: Uber will Kunden künftig über den Luftraum transportieren, um Staus auf den Straßen von Großstädten zu vermeiden. Der Fahrdienstvermittler arbeitet, einem Recode-Bericht zufolge, an Luftraum-Taxis, mit denen Kunden gerade in Großstädte bequem von A nach B gelangen können – und zwar deutlich schneller als über die viel befahrenen Straßen.
  • FACEBOOK Süddeutsche Zeitung: Facebook-Nutzer können jetzt verschlüsselt chatten: Am 25. September endete die Frist, um WhatsApps neuen AGBs zu widersprechen. Am selben Tag schaltete Facebook eine neue Funktion für seinen Messenger frei. Wer dort eine neue Unterhaltung beginnt, kann diese als „geheim“ markieren, denn Facebook hat die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für den Messenger aktiviert. Damit kann man die geheime Unterhaltung aktivieren und Nachrichten verschicken, die für Geheimdienste und Kriminelle unlesbar sind.
  • AIR BERLIN Handelsblatt: Wird die Krisen-Airline jetzt zerschlagen?: Der Fluggesellschaft Air Berlin droht der radikale Umbau. Bekannt ist, dass Etihad mit Lufthansa über die Übernahme der dezentralen Strecken von Air Berlin, jenseits der Drehkreuze Berlin und Düsseldorf, verhandelt. Die Airline-Tochter von Tui hat rund ein Dutzend Flugzeuge mit Personal an Air Berlin vermietet – zu angeblich hervorragenden Konditionen für den Reisekonzern. Der Vertrag belastet die ohnehin seit Jahren schwer angespannte Bilanz von Air Berlin zusätzlich.
  • IRAN politik-digital: Nationales-Internet-Projekt des Iran: Zensur oder Schutz?: Iranische Browser, Suchmaschinen und E-Mail-Services gibt es schon seit ein paar Jahren. Dennoch bleiben die beliebtesten Online-Dienste in der iranischen Bevölkerung weiterhin zensierte, wie z.B. Facebook, YouTube und Twitter. Das unberechenbare World Wide Web soll an die digitale Leine genommen werden. Ein sauberes und reines Internet heißt die Maxime, kurz: Internet Halal. Das arabische Wort „Halal“ bedeutet so viel wie „zulässig“ und gestattet nur Online-Inhalte, die nach islamischem Recht erlaubt sind.
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Messaging-Apps wollen die E-Mail ablösen

Social Media Pillows (adapted) (Image by Nan Palmero [CC BY 2.0] via Flickr)

WhatsApp, Slack und Co bringen immer mehr Funktionen, die die gute alte E-Mail in Bedrängnis bringen. Doch in einem wichtigen Punkt können sie nicht mit dem Standard mithalten. Über das Ende der E-Mail wird schon seit Jahren spekuliert. Als Google 2009 den Online-Dienst Wave vorstellte, gab es so einen Moment – doch aus den Visionen wurde nichts. 2016, also sieben Jahre später, sind wir wieder bei so einem Moment angelangt. Denn jetzt schicken sich Messaging-Apps, allen voran Facebooks Messenger, die Facebook-Tochter WhatsApp und das aufstrebende Start-up Slack an, der guten (schlechten?) alten E-Mail den Garaus zu machen. „Nutzer können heute schon PDF-Dateien per WhatsApp verschicken. Künftig fügen wir weitere Dateiformate hinzu, auch für Mitarbeiter in Firmen, um Geschäftsdateien auszutauschen“, sagte WhatsApp-Gründer Jan Koum kürzlich im Interview mit Focus Online. Solche Aussagen stellen das Bild, das man von Messaging-Apps hat, auf den Kopf. In der Wahrnehmung der breiten Öffentlichkeit sind sie eine Erweiterung der SMS auf Smartphones, doch tatsächlich werden sie immer intensiver am Desktop-Computer zu beruflichen Zwecken genutzt. Denn User sind schließlich nicht nur mit Freunden und Familie via WhatsApp in Kontakt, sondern eben auch mit Kollegen oder Geschäftspartnern. Auch Dropbox spielt in dem Spielchen mit: Seit kurzem kann man Dateien direkt über Facebooks Messenger teilen, was das Versenden der Download-Links via E-Mail nicht mehr notwendig macht.

Firmen zahlen Geld dafür

Bestes Beispiel für den Trend ist das mit 3,8 Milliarden US-Dollar bewertete San-Francisco-Start-up Slack. Die ursprüngliche Idee war, Team-Mitglieder in Unternehmen miteinander chatten zu lassen, doch mittlerweile nutzen 2,3 Millionen Menschen monatlich die Apps und Web-Dienste von Slack, um firmenintern zu kommunizieren. Mit Slack lassen sich nicht nur Dokumente aller Art an Kontakte senden, sondern diese können direkt in der App kommentiert werden – das erspart das oft mühsame Hin und Her von E-Mails an einen Verteiler, wo die Kommunikation schnell unübersichtlich wird. Auch Facebook, WhatsApp oder Telegram haben das Potenzial erkannt: Nicht umsonst gibt es von ihnen Web-Versionen bzw. Desktop-Clients, die man somit auch am Arbeits-PC nutzen kann. Das beste Beispiel für die enorme Nachfrage ist die App Franz aus Wien, die Messaging-Apps in einer Desktop-Software bündelt und damit schon fast wie ein E-Mail-Client mit unterschiedlichen Kanälen fungiert. Die Kontaktaufnahme ist simpler: Man braucht nur mehr den Namen des Adressaten zu wissen und muss nicht mehr die E-Mail-Adresse aus dem Stapel der Visitenkarten heraussuchen. Das Geschäftsmodell von Slack wiederum nährt die Hoffnung, dass gerade Unternehmen (anders als Privatnutzer) für den E-Mail-Ersatz gewillt sind zu zahlen. Slack-Gründer Stewart Butterfield (Ex-Flickr) kann auf mehr als 675.000 Nutzer bauen, die für die kostenpflichtige Premium-Version monatlich Geld abdrücken (zwischen 6 und 12 US-Dollar).

Anbindung nach außen fehlt

Was die Messaging-Apps im Unterschied zur E-Mail allerdings nicht können: Sie sind nicht standardisiert. WhatsApp, Slack und Co sind geschlossene Systeme, für die jeder Nutzer einen Account braucht, um mit den anderen kommunizieren zu können – eine Draht nach draußen gibt es nicht. Das ist im Sinne der Geschäftsmodelle, weil so Netzwerkeffekte tragend werden und immer mehr neue Nutzer Konten anlegen. Je mehr Nutzer und Daten aus Unternehmen in die Messaging-Apps strömen, umso wichtiger wird das Thema Datensicherheit. Der österreichische Slack-Konkurrent Grape etwa setzt auf Rechenzentren des deutschen Spezialisten Hetzner und will es Firmen außerdem ermöglichen, die Chat-Software lokal auf eigenen Servern zu installieren. Auch die neue Ende-zu-Ende-Verschlüsselung von WhatsApp spricht eine deutliche Sprache: Die Facebook-Tochter will nicht nur Privatnutzern ein Gefühl von digitaler Privatsphäre geben, sondern auch bei beruflichen Zwecken. Einen Zweck werden E-Mail-Adressen aber weiter haben: Man braucht sie, um sich bei den vielen Diensten anzumelden.


Image (adapted) „Social Media Pillows“ by Nan Palmero (CC BY 2.0)


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Zurückgeklickt: Deutschlands erster Blogger

Netzine_Logo_Walter_Laufenberg_via_Netzine.de

Walter Laufenberg ist Schriftsteller und betreibt nebenbei seit 20 Jahren netzine.de, das erste Blog Deutschlands. Ein Interview. // von Hendrik Geisler

Noch vor dem Zweiten Weltkrieg wurde Deutschlands erster Blogger geboren. Walter Laufenberg kommt 1935 in Opladen zur Welt und ist Zeit seines Lebens ein Freigeist, der unter anderem als Fernsehreporter, Werbedirektor und freier Autor arbeitet. Am 3. Januar 1996 stellte er die erste Ausgabe seines Laufenberg Netzines auf netzine.de online. Das erste deutsche Blog war geboren. Ein Gespräch mit dem deutschen Urblogger über die Rolle des Internets, die Arbeit als digitaler Nomade und E-Mail-Newsletter. Weiterlesen »

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GlobalPost hofft durch E-Mail-Newsletter auf mehr Freiheit

Globe (adapted) (Image by Luke Price [CC BY 2.0] via Flickr)

Als Philip Balboni letztes Jahr seine internationale Nachrichten-Website GlobalPost an WGBHs Public Radio International verkaufte, könnte er auch die Welt des Journalismus verlassen haben. Immerhin ist er nun seit 49 Jahren in diesem Geschäft tätig. Dazu meinte aber Balboni “Mir wurde unerwartet klar, dass ich nicht dazu bereit war, meinen Beruf zu verlassen.” Stattdessen begann er über E-Mail-Newsletter nachzudenken. “Ich wurde von der Möglichkeit begeistert mit etwas zu arbeiten, das nachhaltig und tragend ist, das nicht von all den Dingen abhängt, die außerhalb der Kontrolle des Journalismus liegen, wie die Werbe-Technologie und Social Media”, sagte Balboni. “Bei GlobalPost sah ich all den Verlust der Kontrolle über so viele Dinge, die wichtig für deinen Erfolg sind.”

Balboni ist der Ansicht, dass “die Veröffentlichung, Monetisierung und das Wachstum des Publikums von anderen kontrolliert wird”, nämlich von Plattformen wie Facebook und Google, die die größte Macht besitzen. Als er den Verkauf von GlobalPost am 30 September 2015 an WGBH für eine ungenannte Summe durchführte und die Muttergesellschaft abwickelte, behielt er sich die Rechte des GlobalPost E-Mail-Newsletters Chatter und entschloss sich, ihn als unabhängigen E-Mail-Newsletter, nun Daily Chatter genannt, wieder einzuführen.

Die erste Ausgabe des Daily Chatter kam am Montag raus. Der Slogan lautet “Die Welt in zwei Minuten”, was “in etwa die Zeit ist, die ein einigermaßen schneller Leser am Morgen braucht, um durch den Chatter zu gehen und mit einem tieferen Verständnis über die Welt wieder rauszukommen”, so Balboni. Der Newsletter wird jeden Morgen um 06.30 Uhr an seine Abonnenten geschickt. Sie können hier die erste Ausgabe lesen.

Balbonis Partner im Unternehmen ist Alex Jones, der von 2000 bis 2015 der Direktor des Harvard Shorenstein Zentrums für Medien, Politik und öffentliche Ordnung war. Er hat auch den Pulitzer Preis für seine Berichterstattung in den New York Times erhalten (und ist ein ehemaliger Nieman Kamerad). Es gibt zwei Mitarbeiter: Jabeen Bhatti, Chefredakteurin und leitende Schriftstellerin, ist eine US-amerikanische Auslandskorrespondentin in Berlin, und Jasen Oversdorf, Asien-Editor, ein US-amerikanischer Auslandskorrespondent mit Sitz Neu-Delhi.

“Die Anzeige, die ich für die Journalisten-Jobs ausschrieb sagte deutlich, dass sie in einer Zeitzone leben müssen, die es ihnen erlaubt, Chatter zwischen 6.00 und 7.00 Uhr östlicher Zeit liefern zu können. Mit Sitz in Europa und Asien, sind Bhatti und Overdorf in der Lage, innerhalb des Nachrichtenzyklus zu leben und aus Sicht der Zeit der Ostküste sogar diesem voraus zu sein.”

Das jetzige Ziel des Teams ist es, die Stimme und Richtung des Daily Chatter zu verfeinern. Irgendwann, in nicht allzu entfernter Zukunft, möchte Jones einen Wochenend-Podcast aufnehmen.

Daily Chatter wird nach drei gratis Probemonaten bescheidene zwölf US-Dollar im Jahr kosten und jeden Wochentag ausgesendet, sowie auch auf der Daily Chatter Website veröffentlicht. Es beinhaltet keine Werbung. Am vergangenen Donnerstag gab es 900 neue Abonnenten (nochmals, diese zahlen für die ersten 90 Tage nichts). Balboni selbst stellt die Mittel um Daily Chatter zu unterstützen, ebenso trägt auch Jones dazu bei.

“Wir nehmen möglicherweise noch ein paar Investoren dazu, aber wirklich brauchen tun wir sie nicht,” sagte Balboni. “Unsere Gewinnschwelle ist nicht heroisch. Daily Chatter wird sehr effizient laufen, ich tue viele Dinge selbst, und wir werden in der Lage sein, ein hochqualitatives Produkt zu einem Gesamtpreis anzubieten, welches uns die Chance gibt erfolgreich zu sein.”

Etwas ungewöhnlich für einen E-Mail-Newsletter ist es, dass sich die Artikel nicht stark auf Links stützen, auch wenn ein paar darin verstreut sind. “Es ist fast – es ist nicht eine Kolumne, es ist eine Art von neuem Tier,” meint Balboni. “Ich weiß nicht, ob es eine Kategorie hat ohne in eine andere zu fallen, aber es ist alles außer ein E-Mail-Newsletter.” Balboni verbrachte Monate damit, die Kategorie zu studieren, indem er tägliche Angebote von Webseiten wie Quartz und Vox gelesen hat und “allgemein gesprochen sind dies Markenerweiterungen, die darauf fokussiert sind, die Förderung ihrer eigenen Inhalte auf verschiedenen Wegen zu optimieren.”

Ein besserer Vergleich zu Daily Chatter mag möglicherweise The Skimm sein, der auf 18- bis 34-jährige Frauen ausgerichtet und auf 1,5 Millionen Abonnenten heran gewachsen ist. “Die Gründer hatten eine sehr klare Mission über was sie erreichen wollten” und eine definierte Zielgruppe, meinte Balboni. Dasselbe erhofft er sich auch über Daily Chatter, obwohl dessen demografische Gruppe etwas anders ist:

“Das sehr gut ausgebildete Segment der Bevölkerung, in allen Altersgruppen und Einkommensniveaus… Ich denke, dass ein wesentlicher Anteil der jungen Menschen und ich glaube, viele dieser Leute, sowohl junge als auch andere, eine geringe Nachrichtenmarke-Loyalität auf nationaler und weltweiter Ebene haben. Dies gibt uns die Möglichkeit, ihnen zu dienen.”

Die Montagsausgabe des Daily Chatter beinhaltet fünf Storys. Die Titelgeschichte ist über Gewalt in politischen Kampagnen – ein immer wichtigeres Thema in den USA dank Donald Trump, aber auch ein Problem in Europa. Die Story behandelt Trumps gewalttätige Kundgebungen als Stück eines breiteren weltweiten Trends der “Politik der Angst.” Andere Storys berichten über Kundgebungen in Brasilien, Attacken in Westafrika und der Türkei und einen japanischen Bauer, der sich um verlassene Tiere nach der Kernschmelze in 2011 kümmert. Das Ziel des Newsletters ist es “progressiv, aber nicht ideologisch,” zu sein und die meisten Inhalte fokussieren sich auf Bereiche außerhalb der USA.

“Wenn eine US-amerikanische Story deutlich von globalem Interesse ist, dann sollte es Teil davon sein, über was wir schreiben,” sagt Balboni. “Aber es wird so viel über US-Nachrichten berichtet und so relativ wenig über Weltgeschichten getan und das ist meine Leidenschaft. Die US-Präsidentschaftswahl ist eindeutig von Interesse auf der ganzen Welt, aber wir müssen darüber nicht jeden Tag berichten.”

Erkenntnisse dank GlobalPost

Balboni hat öffentlich nicht viel über den Verkauf von GlobalPost, das im Jahr 2008 als “der erste reine Online-Nachrichtendienst der Welt” ins Leben gerufen wurde, gesagt. Balboni und Co-Gründer Charles Sennot erstellten die Seite teilweise als Antwort auf den Trend der amerikanischen Zeitungen, deren Auslandsbüros herunterzufahren. Die Website startete mit 65 Auslandskorrespondenten in 48 Ländern, die auf einem sogenannten “Freiberuf-Gehaltsmodell” von 1.000 US-Dollar pro Monat, sowie einer Beteiligung an dem Unternehmen, arbeiteten. Der Plan war es, Einnahmen über Werbungen, Syndikationen in Zeitschriften und einem bezahlten Premiumprodukt, genannt Passport, zu erlangen.

Passport sollte anfänglich 199 US-Dollar pro Jahr kosten, aber es hatte nicht viel Anklang bei den Abnehmern gefunden. Der Preis für ein Abonnement viel im Laufe der Jahre auf 49,95 US-Dollar pro Jahr und dann auf 29,95 US-Dollar pro Jahr oder 1,99 US-Dollar pro Monat. “Dies ist eine fünf- bis 15-jährige Bemühung um das Verbraucherverhalten verändert zu bekommen,” erklärte zu dieser Zeit Balboni Ken Doctor. Balboni hatte gehofft, dass die Mitgliedschaft bis 50 Prozent der Einnahmen von GlobalPost ausmachen würden, aber dies kam nicht mal Ansatzweise an die Erwartung heran. Bis 2014 hatte GlobalPost acht Vollzeit-Mitarbeiter und sieben Vertrags-Mitarbeiter. Die Seite kämpfte, war aber nie außer Betrieb.

“Jeder CEO muss die ganze Zeit denken und jeder weiß, dass der Journalismus ein hartes Geschäft ist,” hat Balboni mir gesagt. Er überdachte die Optionen für GlobalPost: “Wir könnten unabhängig bleiben, oder wir könnten an jemand anderen verkauft werden oder wir könnten mit einer anderen Partei eine Art Projekt eingehen.” Er verbrachte 18 Monate damit, verschiedene Verkaufsstellen zu suchen, aber “es blieb dabei, einen Ort zu finden, an dem unsere Werte respektiert würden und die Mission von Menschen fortgeführt würde, die wir respektierten. Es war klar, dass WGBH dieser Ort sein würde,” sagte Balboni. Obwohl er nicht den Preis, den WGBH für GlobalPost bezahlt hat, offenlegte, “war es nie wegen dem Geld.”

Aber die Erfahrung veränderte die Art, wie er über die Finanzierung des Journalismus gedacht hat. “Als wir GlobalPost ins Leben gerufen haben, waren CPMs ziemlich hoch, aber in 2011, 2012, sind sie stark gefallen und blieben nach wie vor sehr unerträglich,” sagt er. Mit DailyChatter

“gehen wir zu dem Modell zurück, das in der Vergangenheit funktioniert hat, nämlich wo man für Journalismus gezahlt hat. Es schafft eine stärkere Zwei-Wege-Beziehung, denkt an die Leser als Kunden… Es ist sehr befreiend, nicht auf Werbung fokussiert sein zu müssen, sondern sich nur auf das Produkt konzentrieren zu können und damit den Kunden glücklich machen.”

Dieser Artikel erschien zuerst auf “Nieman Journalism Lab” unter CC BY-NC-SA 3.0 US. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) “Globe” by Luke Price (CC BY 2.0)


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Ist die Email am Ende? Zur Fragmentierung der Online-Kommunikation

Rusted Mailboxes (adapted) (Image by aaron nunez [CC BY 2.0] via Flickr)

Nicht nur das Internet an sich leidet unter zunehmender Fragmentierung. Nach dem Boom zueinander nicht mehr kompatibler Messenger geht nun auch die Ära der guten alten Email zu Ende. Anbieter, Empfänger und Formate sind teilweise schon nicht mehr zueinander kompatibel. Bedanken können wir uns bei der Politik.

Das Ende der Utopie

Der Traum eines globalen Cyberspace, ein utopischer libertärer Raum universellen Wissensaustausches, hält sich seit John Perry Barlow relativ hartnäckig unter den Verfechtern des offenen und freien Internets. Das Internet in seiner dezentralen, nach Zittraingenerativen”, Eigenschaft als neutrales Netzwerk für die Informationsgesellschaft des 21. Jahrhunderts versprach unglaubliche Innovationen und eine neue Ära unserer Gesellschaft. Doch diese neue Ära geht dem Ende zu, während sie bei vielen noch nicht einmal angekommen ist.

Während manche noch daran arbeiten, noch mehr Menschen in das Internet zu bringen, singen andere schon die Totenmesse. Ganze Länder haben begonnen, sich vom globalen Internet abzukapseln, schaffen mit Regulierung über Datenlokalisierung, Zensur, Überwachung und Handelsabkommen voneinander isolierte Inseln von Netzwerken.

Ein lesenswertes Papier von Bill Drake, Vint Cerf und Wolfgang Kleinwächter illustriert diese vielfältigen Trends zur Fragmentierung im Internet auf eindringliche Art und Weise. Ganze 28 verschiedene Typen von Fragmentierung im Bereich Technik, Politik und Wirtschaft machen die Autoren aus. Diese Entwicklungen lähmen zum einen das Innovationspotential des offenen Netzes (oder machen es teilweise gar rückgängig), zum anderen führen sie zu Abschottung und Kontrolle – genau das Gegenteil dessen, was die Gründerväter des Internet (zu denen Cerf gehört) im Sinn hatten.

Doch neben dieser Metaperspektive auf die zunehmende “Zersplitterung” des Internets sind Symptome der Fragmentierung vor allem auch auf verschiedenen kleineren Ebenen zu beobachten, die für die Nutzer und die Art und Weise, wie wir miteinander kommunizieren, kurzfristig viel fataler sind.

Täglich grüßt der Flickenteppich

Wer sich noch daran erinnert, wie wir vor etwa 10 Jahren damit begannen, die diversen konkurrierenden Instant Messenger wie AIM, YIM, ICQ und Co. in eigenen Programmen wie Miranda, Pidgin und Co. zusammenzufassen, weiß, wie hartnäckig sich der Traum gehalten hat, Onlinekommunikation mittelfristig so universell kompatibel zu machen wie nur möglich. Anfangs funktionierten sogar die Facebook-Nachrichten und das Google Talk (nun Hangouts) -System noch auf Basis des offenen Jabber/XMMP-Protokolls und konnte somit im Ansatz noch miteinander sprechen oder integriert werden.

Diese Zeiten sind längst vorbei. Ob Apple iMessage, Google Hangout oder Facebook Messenger (bzw. WhatsApp), es sind zueinander nicht kompatible Silos. Auch die Reaktion auf diese großen Monopole durch neue Messenger – zumeist auf Grund der wahr gewordenen Überwachungsdystopien verschlüsselte – hat nicht zu deren Aufweichung geführt.

Im Gegenteil, die Fragmentierung nimmt sogar weiter zu: Auf meinem Device gibt es beispielsweise neben dem doch eigentlich gut funktionierenden Google Hangouts noch Signal (der von Edward Snowden bevorzugten App), das schon länger bekannte Threema, das momentan stark wachsende Telegram des ehemaligen VKontakte-Gründers, und für Papa noch die gute alte SMS (wobei das auch die Signal-App abwickelt). Ständig tauchen neue Messenger auf und buhlen um Nutzer, ob Wire, Snapchat oder sonstwas. Kompatibel untereinander sind sie nicht.

Mit einer gewissen Abneigung haben die Web-Oldies daher lange Zeit auf dieses neue App-Universum geschielt. Das wahre Internet sei doch immerhin das aus dem Browser, mit HTML, Emails und Hyperlinks. Email ist noch heute ein Symbol für die universelle, dezentrale Technologie des Netzes und dessen Genialität: Wie auch beim Telefonieren war es völlig egal, welchen Anbieter oder welches Gerät die Person am anderen Ende hat. Der Erfinder der Email, Ray Tomlinson, war am 5. März diesen Jahres verstorben. Ihm ist es zu verdanken, dass heute noch Studien zu Folge etwa 205 Milliarden Emails am Tag verschickt werden. Tendenz steigend.

Diffie und Hellmann to the rescue

Email und Telefonieren, sind das also die letzten Bastionen der Kompatibilität? Leider nicht mehr. Dank der grundrechtsinvasiven Politik unserer und anderer Regierungen haben wir nicht nur bei Messengern begonnen, zu verschlüsseln was das Zeug hält, sondern langsam zieht unsere digitale Selbstverteidigung gegen die hässliche Fratze des Überwachungsstaates auch in unsere Email-Postfächer ein. Die Zersplitterung setzt auch hier ein.

Die prima Usability aus der Welt der Apps, die uns seit Jahren einfache Ende-zu-Ende-Verschlüsselungen bei Threema und Co. beschert, hat hier lange Zeit auf sich warten lassen. Die Email gilt als Flickenteppich alter Technologien, zudem als zu unreguliert und durch unzählige Client-Konfigurationen als viel zu schwer verschlüsselbarer Kommunikationskanal. Klar, mit PGP und S/Mime verschlüsseln echte Geeks ihre Emails schon seit Jahrzehnten, doch mal ehrlich: In Web-Oberflächen ist das eine Qual, nicht völlig sicher, und auch für fortgeschrittene Nutzer (mich eingeschlossen) noch keine bequeme Alltagslösung.

Langsam bieten nun auch die Großen wie GMX und Co. Verschlüsselung an. Teilweise geschieht dies “over the top”, mit Mailvelope und anderen Behelfslösungen. Bei Mailbox.org kann man sein Postfach auch komplettverschlüsseln, inklusive angekommener unverschlüsselter Mails. Möglich macht all dies leider nur ein Flickenteppich an stark verschiedenen Ansätzen zur Verschlüsselung, von einem gemeinsamen Standard ist die Branche weit entfernt.

Mein erster Versuch, eine verschlüsselte Email von meinem mit Mailvelope verschlüsselten GMX-Postfach an mein verschlüsseltes Mailbox Postfach zu schicken, schlug fehl. Beide Lösungen setzen eine Form von PGP ein, und die Schlüssel sind korrekt in den Keyservern hinterlegt. Muss ich mich als Endnutzer wirklich damit herum schlagen, dass dieses Gefrickel an Konzepten größtenteils Blödsinn ist? Eigentlich nicht. Es ist auch wirklich keine nachhaltige Lösung, Emails an Personen zu schicken, die diese Emails dann erst lesen können wenn man sie im Browser öffnet und hinterher mit Passwörtern frei schaltet (wie bei Protonmail).

Ich will auch bei meinem eigenen Postfach nicht alle 10 Minuten irgendwelche Passwörter eingeben (wie bei Mailbox.org). Genau in diese Kerben schlägt seit letzter Woche das heiß erwartete schweizer Protonmail. Pop und Imap gibt es dort schon gar nicht mehr, und was nicht von Protonmail zu Protonmail geschickt wird, ist ebenfalls verschlüsselt, nur logischerweise nicht ohne entsprechendes Passwort zu öffnen. Dieses muss man dem Empfänger dann gesondert mitteilen (vielleicht via Signal), um die dann im Browser dargestellte Email lesen zu können.

In Island versucht Mailpile ebenfalls, eine einfache Lösung zum Verschlüsseln zu entwickeln. Das Projekt ist unter anderem eine Reaktion auf den Zusammenbruch des US-Anbieters Lavabit, der sich, wie man heute weiß, weigerte, Snowdens Emails heraus zu rücken und dann lieber die Pforten schloss, als sich zum Komplizen des paranoiden Deep State zu machen.

Doch nun haben wir eine Situation, in der genauso wie bei den Messengern eine ganze Reihe zueinander weitgehend inkompatibler sicherer Emaildienste um die Gunst der grundrechtsliebenden Internetnutzer buhlen. Wir befinden uns am Anfang einer neuen Ära: Einer, in der wir wieder 20 Emailkonten haben und vorher überlegen müssen, ob der Empfänger denn Dienst A, B oder C nutzt – und wir dann entsprechende Mails schreiben. Kontaktiere ich Tim nun via Telegram, Signal oder Whatsapp? Wer weiß, welches davon er schon wieder deinstalliert hat. Kann ich Sandra nun eine Protonmail, eine PGP verschlüsselte Posteo-Email oder eine schnöde Gmail schreiben? Ich gehe auf Nummer “sicher” und mache alles drei, denn wirklich geheim muss es eh nicht sein, was ich ihr schicke.

Das Internet ist kaputt

Ein Ergebnis dieser Entwicklungen ist nicht vorherzusehen, aber ich habe schon jetzt große Bauchschmerzen bei diesen Entwicklungen und bin (wie eigentlich selten) schwer verwirrt. Mir ist nicht klar, wohin wir uns bewegen. Sicher ist nur, dass ich nun schon mindestens je vier Apps für Emails und für Messaging auf dem Smartphone habe. Am liebsten würde ich aber wieder in einer Welt leben, in der ich für beide Anwendungsfälle nur eine App brauchte und ich will mich um Himmels willen nicht damit beschäftigen müssen, welche Technologie der Empfänger hat, bevor ich eine Nachricht sende.

Ja, auch mspro hatte vor kurzem eine Art pessimistischen Abgesang auf das naive, freie Netz gesungen, aber was bleibt einem auch übrig, als sich das offene Netz von 1999 zurück zu wünschen. Gleichzeitig soll natürlich auch alles schön verschlüsselt bleiben. Anderorts überlegt man gar, das Internet (zum Beispiel mittels Blockchain) nochmal komplett neu zu bauen.

Hat die Fragmentierung die wir unter anderem aus der Messenger-Welt kennen also auch die Email erreicht? Mit “beliebig und ohne nachzudenken Post von A nach B schicken” könnte es dann bald vorbei sein. Alles halb so wild, könnte man sagen. Wir befinden uns in einer Übergangsphase, an dessen Ende sich Technologien etablieren werden, die wieder zu mehr Kompatibiliät untereinander führen werden. Oder aber wir finden uns mit der Zersplitterung ab, weil wiederum neue Apps gebaut werden (wie damals Miranda und Co.), die diverse Dienste zusammen fassen. Der Wettbewerb um die besten Kommunikationskanäle ist in vollem Gang, auch das hat Vorteile.

Meine Sorge gilt aber dem allgemeinen Trend, der bei immer mehr Internet-Technologien dazu führt, Insellösungen hervorzubringen. Große Konzerne bauen sich gerne eigene Ökosysteme, aber der wahre Marktdruck geht von der völligen Verunsicherung der Nutzer aus. Privatsphäre und Briefgeheimnis sind de facto ausgehebelt und die gute alte Email ist die nächste Technologie des alten Internets, deren beste Eigenschaft dem Überwachungsstaat zum Opfer fällt. Vielleicht sehe ich das alles viel zu negativ, und das Revival des guten alten Newsletters ist gar ein Zeichen dafür, dass die Email nicht kleinzukriegen ist. Ich freue mich auf Kommentare – und Lösungen.


Image “Rusted Mailboxes” (adapted) by Aaron Nunez (CC BY 2.0)


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Warum wir nicht ständig unsere Emails checken sollten

Morning Coffee and Laptop (adapted) (Image by nosha [CC BY-SA 2.0] via flickr)

Das permanente Checken unserer Emails kostet uns nicht nur wertvolle Zeit, sondern schadet auch unserem Gehirn. Wir alle sind es mittlerweile gewohnt, dass jeder permanent erreichbar ist. Das führt auch zu einem gewissen Zwang, selbst jederzeit erreichbar sein zu müssen oder zu wollen. Wir prüfen permanent unsere Emails und Handy-Nachrichten und unterbrechen dafür ständig, was wir gerade tun. Studien zeigen aber, dass dieses Verhalten uns nicht nur wertvolle Zeit und Mühe kostet, sondern auch schädlich für unsere Gehirnleistung sein kann.

Was wäre, wenn wir jedes Mal, wenn wir einen Krümel auf dem Esstisch sehen, alles stehen und liegen lassen würden, um die Küche zu putzen? Oder wenn wir einen Fleck auf einem T-Shirt entdecken und daraufhin alles aufschieben, um dieses eine T-Shirt sofort zu waschen? Allein die Zeit, die Mühe und auch die Ressourcen, die wir dafür aufbringen müssten scheinen so aufwändig, dass wohl keiner von uns so irrational handelt. Wir sammeln Wäsche, um sie dann auf einmal zu waschen. Genau so wie wir gewisse Tage haben, an denen wir unsere Wohnung putzen.

Doch was uns im Alltag so logisch erscheint, ignorieren wir komplett, wenn es darum geht unsere Emails zu checken. Studien zeigen, dass wir im Schnitt eine Email spätestens 60 Minuten nachdem wir sie bekommen haben, beantworten. Die meisten von uns lassen alles stehen und liegen, um zu gucken was die neue rote Eins bei Facebook uns gebracht hat, die letzte Mitteilung bei Twitter, der neue Whatsapp-Chat – oder eben welche Emails in den letzten 10 Minuten angekommen sind. Dieses permanente, beinahe schon obsessive Nachschauen von Nachrichten hat fatale Folgen.

Multitasking ist ein Mythos

Das ständige Wechseln von einer Aufgabe zur anderen, das berühmte Multitasking, führt dazu, dass wir unseren Fokus und unsere Konzentration verlieren. Denn unser Gehirn ist so aufgebaut, dass es für jede neue Aufgabe eine Art Warmlaufzeit benötigt, um uns mit der neuen Situation vertraut zu machen. Eine Studie der University of California hat herausgefunden, dass wir im Schnitt 25 Minuten brauchen, um nach einer Ablenkung unseren vorigen Arbeitsprozess wieder aufzunehmen. Diese Zeit variiert, je nach Komplexität der Aufgabe. Wenn wir “nur mal kurz” auf unser Handy schauen oder “mal eben” die Emails checken, sind das vielleicht nur wenige Sekunden oder Minuten, die wir im Anschluss brauchen, um uns wieder auf unsere Arbeit zu konzentrieren. Doch Fakt ist: Diese Minuten häufen sich – und am Ende des Tages hat man so wertvolle Zeit vergeudet. Sicherlich, ab und zu kann eine Pause oder eine Abwechslung auch erfrischend sein oder uns neue Ideen geben. Wenn das Multitasking aber überhandnimmt, schadet es mehr als das es nutzt.

Denn es geht nicht nur um wertvolle Zeit, die uns dabei verloren geht, unser Gehirn leidet massiv unter Multitasking. Die Amerikanische Gesellschaft für Psychologie sagt sogar, dass unser Gehirn nicht für Multitasking geeignet ist. Die Tatsache, dass wir unsere Aufmerksamkeit auf etwas Neues richten, beansprucht unser Gehirn sehr stark. Es muss sich umstellen, anpassen, neu fokussieren. Je mehr und je schneller wir von einer Aufgabe zur nächsten wechseln, also umso fragmentierter wir arbeiten, desto mehr beansprucht das unsere Gehirnleistung – und umso schlechter ist auch das Ergebnis der abgelieferten Arbeit. Einer britischen Studie zufolge, kostet uns das ständige Schielen auf unsere Emails bis zu 10 Punkte unseres IQs. Das entspricht in etwa einer durchgezechten Nacht.

Es ist anstrengender, seine Emails NICHT zu prüfen

Warum sind wir dennoch so versessen darauf, immer gleich unsere Emails zu checken, wenn eine neue Nachricht ankommt? Warum können wir es trotz allem nicht lassen, auf die neue Facebook-Benachrichtigung zu klicken?

Weil es einfach mehr Spaß macht, seine Nachrichten sofort anzugucken. Sobald wir das Piepen unseres Handys hören oder sehen, dass eine neue Email in unseren Posteingang geflattert kommt, macht uns das auch neugierig. Wir wollen sofort wissen, was es ist und wenn wir es direkt nachschauen, erleben wir ein Gefühl der sofortigen Befriedigung. Das Anschauen der neuen Nachrichten zu verschieben ist dagegen viel schwieriger. Es erfordert mehr Disziplin, einen stärkeren Willen und ist deshalb anstrengender.

Wir müssen uns vor unseren eigenen Emails schützen

Deshalb greifen viele Menschen zu Hilfsmitteln, um sich selbst davor zu schützen, ständig ihre Inbox zu prüfen. Einige schlagen vor, die Emails und Nachrichten erst nach dem Beenden einer Aufgabe anzuschauen oder sich Clusterzeiten im Tag einzuteilen, in denen man seine Emails prüft. Andere wiederum greifen zu trickreicher Technik, um sich selbst vor dem ständigen Blick auf ihren Posteingang zu schützen.

Eine ganz andere Methode schlägt wiederum Universitätsprofessor und Autor Frank Partnoy vor: alles erst mal aufschieben, solange es geht. In seinen Studien hat er herausgefunden, dass wir tatsächlich besser informierter Entscheidungen treffen und letztendlich erfolgreicher sind, wenn wir nicht immer alles im Moment entscheiden. Das gilt auch für das sofortige Beantworten von Emails und Nachrichten. Er schlägt vor, Emails, die nicht sofort beantwortet werden müssen, erst mal liegen zu lassen und erst dann zu beantworten, wenn es wirklich sein muss (und sich beispielsweise mit einer Kalenderfunktion daran erinnern zu lassen). Nach seiner Einschätzung kann man sich so selbst viel mehr freie Zeit schaffen und arbeitet letzten Endes effektiver.

Es ist also tatsächlich viel komplizierter, als man glaubt, sich selbst vor dem ständigen Email-Check zu bewahren. Das bewusste eigene Disziplinieren ist aber sinnvoll: Schließlich bewahre ich auch nicht zehn Packungen Schokolade im Schrank auf, wenn ich auf Diät bin.

Der Selbstversuch

Diese Studien haben mich neugierig gemacht. Sind wir tatsächlich produktiver, wenn wir unsere Emails nicht ständig angucken? Ist das überhaupt machbar, wenn man zum Beispiel, wie ich, über verschiedene Zeitzonen hinweg erreichbar sein muss? Ich war zunächst relativ skeptisch, dass wir so angeblich produktiver sind und wollte es genauer wissen. Also habe ich das Abstellen meiner Emails im Selbstversuch ausprobiert.

Mein erstes Ziel war, meine Emails nur alle drei Stunden zu checken. Ich habe aber schnell gemerkt, dass mir das unglaublich schwer fällt, wenn das Browserfenster zu meinen Emails geöffnet ist und ich direkt sehen kann, dass eine neue Email eintrudelt. Also habe ich alle Emailfenster, Facebook sowie Twitter geschlossen und mein Smartphone stumm geschaltet. Das Ergebnis: Anstatt ständig zwischen meiner Arbeit und meinen Nachrichten hin und her zu wechseln, habe ich tatsächlich meine Arbeit in einer Stunde ohne Unterbrechungen erledigt – etwas, wofür ich normalerweise bis zu drei Stunden brauche.

Der nächste Schritt war es, nicht nur nach Beenden einer Aufgabe die Emails zu checken, sondern dies tatsächlich auf drei Mal pro Tag zu reduzieren. Ich prüfe mittlerweile meine Emails einmal morgens, gegen 09:00 Uhr und beantworte hier alles Wichtige, was sich über Nacht angesammelt hat. Der zweite Check ist nachmittags gegen 14:00 Uhr. Hier schaue ich, was es tagsüber Neues gibt und widme dann auch Plattformen wie Facebook und Twitter mehr Zeit. Abends gegen 19:00 Uhr checke ich dann ein letztes Mal mein Postfach, also nach meinem Arbeitstag. Hier lese ich aber ganz bewusst nur Newsletter und Artikel und beantworte persönliche Emails.

Ich gestehe, ich habe das bisher nicht ganz konsequent durchhalten können. Hin und wieder ist die Versuchung, doch mal zu schauen, was es Neues gibt, einfach zu groß. Doch jedes Mal, wenn ich wieder in alte Verhaltensmuster zurückfalle, merke ich, wie sich mein Arbeitstag massiv in die Länge zieht. Das rare Prüfen meiner Emails hat mir auch bisher keine beruflichen Probleme beschert. Noch hat sich niemand beschwert, ich würde nicht schnell genug antworten oder reagieren und ich vermute auch, dass das bewusste Fokussieren auf Emails auch meine Antworten und das Abarbeiten der Emails selbst effizienter und produktiver macht.

Mein Fazit

Wir scheinen tatsächlich wertvolle Zeit und Gehirnleistung durch die ständige Ablenkung mit unseren Nachrichten zu verlieren. Welche Taktik letztendlich für den individuellen Arbeitstag am besten ist, muss man selbst ausprobieren. Wer beispielsweise permanent erreichbar sein muss, kann seine Emails sicherlich nicht nur ein Mal pro Tag checken. Aber auch 30-minütige Prüf-Pausen sind schon sehr effektiv. Meine Erfahrung zeigt, dass wir viel gezielter und zielstrebiger arbeiten, wenn wir einer Aufgabe unsere volle Aufmerksamkeit widmen.


Image (adapted) “Morning Coffee and Laptop” by nosha (CC BY-SA 2.0)


 

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Lesetipps für den 19. August

In unseren Lesetipps geht es heute um die EU-Kommission, Sicherheitslücken bei E-Mail-Anbietern, Vodafone, Facebook und seine Notizfunktion und Google. Ergänzungen erwünscht.

  • EU-KOMMISSION heise online: EU-Kommission gewährt Informationszugang nach Gutsherrenart: Um Korruptionsprozesse in der Verwaltung vorzubeugen oder Lobby-Aktivitäten nachvollziehen zu können, wäre es wichtig administrative Unterlagen der Kommission und des Rats öffentlich zugänglich zu machen. Trotz des Drängens des EU-Parlaments, hat sich in der Hinsicht noch nichts getan. Die EU-Kommission übernimmt nicht die nötigen Schritte, um eine öffentliche Abfrage-Schnittstelle für das ARES-Register zu implementieren. Obwohl das technisch möglich wäre, da die Kommission ein Register in der ARES-Datenbank führt, die alle relevanten Dokumente enthält. Anfragen werden so etwa gar nicht oder bloß unvollständig beantwortet.

  • SICHERHEITSLÜCKEN Süddeutsche.de: Sicherheitslücke bei Web.de, Gmx und 1&1 geschlossen: Bis zum 14. August bestand eine Sicherheitslücke bei den E-Mail-Anbietern Web.de, 1&1 und GMX. Hier hatten Dritte die Möglichkeit fremde Accounts unter bestimmten Voraussetzungen zu öffnen und zu übernehmen. Es sollen rund 1,7 Millionen Postfächer von den Angriffen betroffen sein. Mittlerweile ist die Sicherheitslücke wieder geschlossen. Gefährdet waren angeblich die Nutzer, die in ihren Mail-Portalen Cookies im Browser des Smartphones oder Tablets ausgeschaltet und einen Https-Link zugeschickt bekommen haben, den sie öffnen mussten, damit Dritte die Daten auslesen konnten.

  • VODAFONE SPIEGEL ONLINE: Vodafone berechnete Kunden unberechtigte Kosten für Daten: Ein Fehler, der lange unentdeckt blieb, hat sich bei Vodafone eingeschlichen. Der Mobilfunkanbieter hat seinen Kunden unberechtigterweise zu viel abgerechnet. Da es sich um relativ kleine Summen handelte, hat man diesen Fehler nicht eher bemerkt. Den Fall aufgedeckt hatte das Mobilfunkportal „Areamobile“. Sie hatten beobachtet, wie regelmäßig kleine Cent-Beträge von ihren Testhandys abgebucht wurden, obwohl die mobilen Datenfunktionen ausgeschaltet waren. Laut Vodafone soll der Fehler schon seit drei Monaten bestehen. Die fälschlicherweise abgebuchten Beträge sollen den betroffenen Kunden jedoch gutgeschrieben werden. Betroffen waren mindestens 47.000 Vodafone-Kunden.

  • FACEBOOK faz.net: Bloggen mit Facebook – Notizen als WordPress-Konkurrent?: Facebook möchte nicht länger als „Linkschleuder“ gelten und sich nun von diesem Image verabschieden. Um eine neue Funktion ins Programm aufzunehmen, wagt Facebook sich jetzt an Blogsysteme wie beispielsweise WordPress heran. Eine uralte und längst vergessene Unterfunktion namens „Notizen“ wird deshalb wieder ans Tageslicht treten. Also hat das soziale Netzwerk die Medium.com-Designer beauftragt und die Notizfunktion so umändern lassen, dass es jetzt eine Ähnlichkeit mit WordPress und anderen Blogsystemen aufweist. Noch ist diese Funktion offiziell nicht angekündigt und auch den Starttermin will Facebook noch nicht verraten.

  • GOOGLE Golem.de: Onhub: Google veröffentlicht WLAN-Router mit 13 Antennen: Google hat einen WLAN-Router namens Onhub vorgestellt, der nicht nur Smartphone-Funkprotokolle und Bluetooth beherrscht, sondern zudem auch sehr hübsch aussieht. Denn das Unternehmen glaubt, dass wenn ein Router neben seinen Leistungen auch noch gut aussieht, würde man ihn nicht verstecken müssen und könne somit noch besseren Empfang erzielen. Im Gerät sollen sich, laut einem Bericht der Financial Times, 13 Antennen befinden. So wird kontinuierlich gemessen, welche freien Funkbereiche verwendet werden können. Diese Informationen werden dann auch an Google gesendet, im Gegensatz zu anderen Daten, die der Nutzer überträgt. Diese werden nämlich nicht weitergeleitet. Das sagte zumindest der Hersteller.

CHIEF-EDITOR’S NOTE: Wenn Ihnen unsere Arbeit etwas wert ist, zeigen Sie es uns bitte auf Flattr oder indem Sie unsere Reichweite auf Twitter, Facebook, Google+, Soundcloud, Slideshare, YouTube und/oder Instagram erhöhen. Vielen Dank. – Tobias Schwarz

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5 Lesetipps für den 25. Juni

In unseren Lesetipps geht es heute um den Facebook-Messenger, die Auswirkung der Digitalisierung auf Unternehmen, GMail, eine neue Funktion von Instagram und Googles neuen Streaming-Dienst. Ergänzungen erwünscht.

  • FACEBOOK Golem: Entbündelung: Facebook-Messenger ohne Mitgliedschaft nutzbar: Bisher musste der Anwender, der den Facebook-Messenger benutzt, auch Mitglied in dem sozialen Netzwerk sein. Diesen Zwang hat Facebook jetzt in einigen Ländern, der USA, Venezuela, Peru und Kanada, aufgehoben. Dadurch möchte das Unternehmen eine größere Nutzerschaft erlangen. Auch in weiteren Ländern soll die Regelung nach und nach eingeführt werden, wann es in Deutschland soweit ist, ist noch nicht bekannt.

  • DIGITALISIERUNG Horizont: Cisco-Studie: Digitale Transformation bedroht fast jedes zweite Unternehmen: Viele Führungskräfte sehen zwar die Vorteile, die die digitale Transformation mit sich bringt, die meisten haben jedoch noch keinen konkreten Plan. In 13 Ländern wurde eine Studie zum “digitalen Wirbelsturm” durchgeführt. Es wurden 1.000 Entscheider aus insgesamt 12 Branchen befragt, wie ihre Branche durch die digitale Transformation verändert werden wird und wie sie sich dafür aufgestellt sehen. Vor allem die Technologie- und Entertainment-Branche werde Profit daraus schlagen, aber es gibt auch Branchen, für die die Digitalisierung sogar tödlich sein kann.

  • GMAIL Heise: Google: Gmail bietet E-Mail-Rückholfunktion: Für hastige Tipper, die E-Mails versenden und sich kurz darauf wünschten, genau das nicht getan zu haben, biete GMail ab sofort auch in der Browserversion die Möglichkeit, der Versand rückgängig zu machen. In einem Zeitfenster von 30 Sekunden können Nutzer auf “Versand rückgängig machen” klicken und dadurch den Sendevorgang abbrechen. Mit dieser Funktion möchte Google Nutzern entgegenkommen, die sich vertippt, etwas vergessen oder gar einen falschen Empfänger eingetragen haben.

  • INSTAGRAM t3n: Instagram Search & Explore: Ein neues Feature sorgt für geniale Use-Cases: Instagram ist eigentlich nur als soziales Netzwerk zum Teilen von Bildern bekannt. Mit einer neuen Suchfunktion ist es ab sofort möglich, die App auch als Reiseführer oder Newslieferant zu nutzen. Die Search- & Explore-Funktion erlaubt es parallel nach Personen, Orten und Markierungen, sowie nach Fotos und Videos zu suchen, wodurch zum Beispiel Events, an denen man nicht teilnehmen kann, begleitet, oder Orte, die man besuchen will, erkundet werden können. Das funktioniert zwar bisher erst in den USA, soll aber mit der Zeit auch in andere Länder ausgeweitet werden.

  • GOOGLE Horizont: Reaktion auf Apple Music: Google baut Musik-Service mit Gratis-Variante aus: Auf den Start von Apple Music bereitet sich jetzt auch Rivale Google vor: US-Nutzer bekommen kostenlosen Zugriff auf Playlisten für verschiedene Lebenslagen. Der Funktionsumfang kann jedoch nicht einmal mit dem von der Gratis-Version von Spotify, dem momentan führenden Streaming-Dienst, mithalten. Ob die Mischung aus Streaming und Internet-Radio eine Konkurrenz für Apple Music wird, ist abzuwarten.

CHIEF-EDITOR’S NOTE: Wenn Ihnen unsere Arbeit etwas wert ist, zeigen Sie es uns bitte auf Flattr oder indem Sie unsere Reichweite auf Twitter, Facebook, Google+, Soundcloud, Slideshare, YouTube und/oder Instagram erhöhen. Vielen Dank. – Tobias Schwarz

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Werden E-Mails durch eine Persönlichkeitsanalyse besser?

Privacy (adapted) (Image by Rob Pongsajapan [CC BY 2.0] via Flickr)

Das Startup Crystal behauptet, es kann einem helfen bessere E-Mails zu schreiben, indem aus offenen Daten die Empfänger-Persönlichkeit analysiert wird. E-Mail wird als Kommunikationsmedium immer wieder totgesagt, oder zumindest einige Probleme attestiert. Alle möglichen Unternehmen haben dies erkannt und wollen dies ändern. Das Startup Crystal gehört auch dazu – ihr Ansatz? E-Mails werden besser, wenn man die Persönlichkeit des Empfängers kennt. Daher werden die offen verfügbaren Informationen aus Social Networks und Blogs über eine Person zusammengetragen, um so mit gezielten Formulierungsvorschlägen E-Mails optimal auf den jeweiligen Empfänger zuschneiden zu können. Doch wann ist persönlich zu persönlich?

Ich weiß was, was du nicht weißt

Es ist nicht immer ganz einfach, in einer E-Mail den passenden Ton zu treffen, besonders wenn man sein Gegenüber nicht persönlich kennt – und selbst dann kann man bei der Wortwahl oder Formulierung gerne mal daneben liegen. Crystal, ein Startup, dessen Service im März als offene Beta gelauncht wurde, will den Nutzern nun unter die Arme greifen, indem es ihnen die schlechteste und beste Möglichkeit der Konversation aufzeigt. Dafür bedient sich Crystal einer Strategie, die bereits im Marketing Gang und Gebe ist, um uns mit gezielten Werbeanzeigen zu versorgen. Das Startup sammelt zunächst allerhand Daten über den Empfänger – angefangen bei LinkedIn, über Twitter, Yelp bis hin zu Blogs und weiteren, frei im Netz verfügbaren Informationen – um daraus ein Persönlichkeitsprofil zu erstellen. Je mehr Daten Crystal vorliegen, desto größer ist das Selbstvertrauen in das erstellte Profil. Die Empfänger werden dann in eines von 54 Persönlichkeitsprofilen eingeordnet und dem Nutzer als generelle Informationen, sowie gezielte Tipps für die persönliche oder schriftliche Konversation präsentiert.

Crystal-App-Profil-Daniel-Kuhn

Mein erster Eindruck bei einem Selbsttest war, dass die Profile sehr vage sind und recht allgemeine Charakterzüge nennen. Das führt zu einer Trefferquote, die gefühlt auf Augenhöhe mit Sternzeichen-basierten Charakterbeschreibungen liegt, mit Eigenschaften, die auf sehr viele Menschen zutreffen. Jennifer Goldbeck, Professorin an der University of Maryland, die erforscht, wie man Persönlichkeitsmerkmale und Beziehungen aus Social Media ableiten kann, sagt gegenüber MIT Technology Review allerdings, dass Technologien wie von Crystal, die Schlussfolgerungen über die Persönlichkeit anstellen, zu 75 Prozent richtig liegen. Aber auch die gegebenen Kommunikations-Tipps von Crystal scheinen mir teilweise eher fragwürdig – so wird mir zum Beispiel empfohlen, ich solle in einer E-Mail an Angela Merkel ein Emoticon verwenden ;-). Fände ich persönlich im Schriftwechsel mit der Kanzlerin eher unangebracht, aber vielleicht weiß Crystal, mit immerhin 94 Prozent Vertrauen in die eigene Persönlichkeitseinschätzung, ja auch mehr über die Bundeskanzlerin als ich? Mit Sicherheit sogar, aber genau das ist auch der Punkt, an dem mir Crystal etwas zu viel wird. Was bei Facebook, Google und den tausenden andere Marketing-Unternehmen bereits nervt und ein ungutes Gefühl in der Magengegend erzeugt, wird bei Crystal dann geradezu unheimlich und verstörend.

Persönlich oder unheimlich?

Nach Angabe von Crystal kann der Dienst für alle Bereiche von Marketing über Rekrutierung bis zu Online-Dating hilfreich sein. Zugegeben, wenn ich eine E-Mail von einem Headhunter bekomme, die auf mich maßgeschneidert ist, könnte ich mir noch vorstellen, mich zu freuen. Beim Dating sieht das aber schon anders aus, denn schließlich erzeugt gerade in diesem Bereich das Unbekannte ja einen großen Reiz. Einen E-Mail-Wechsel mit einem Gegenüber, das ganz genau weiß, was und wie es schreiben muss um einen rumzubekommen, geht an dem eigentlichen Ziel des gegenseitigen Kennenlernens doch ziemlich vorbei und erinnert im schlimmsten Fall eher unheimlichen Stalkern, die bereits genauestens über einen Bescheid wissen. Außerdem stellt sich die Frage, wie persönlich eine E-Mail denn eigentlich noch ist, wenn der Sender den Text auf die Persönlichkeit des Empfängers zuschneidet.

Ein nicht minder furchteinflößendes Szenario ist aber das Marketing. Hier werden bereits massenhaft Daten über die eigene Person gesammelt, aus denen sich recht genaue Persönlichkeitsprofile erstellen lassen. Damit lassen sich dann sehr zielgenaue Werbeanzeigen schalten. Wenn man nun allerdings diese Herangehensweise mit der dunklen Seite der E-Mail paart, erhält man eine Art super Spam. Betrüger könnten auf diese Weise Phishing-E-Mails verfassen, auf die noch viel mehr Leute hereinfallen, als es ohnehin schon der Fall ist. Natürlich kann ein Dienst wie Crystal durchaus auch hilfreich sein, doch in meinen Augen überwiegt in diesem Fall das Gruselige, da die Sache im Gegensatz zu Werbeanzeigen dann doch etwas zu persönlich wird. Allerdings wird das wohl kaum etwas daran ändern, dass sich derartige Dienste weiter verbreiten und noch mehr Anbieter auf die Idee kommen, offene Personendaten zusammenzutragen und für das eigene Angebot zu nutzen. Dafür sind bereits zu viele Daten über uns im Umlauf (und es werden immer mehr), und die daraus entstehenden Möglichkeiten werden für Unternehmen einfach immer verlockender.


Image (adapted) „Privacy“ by Rob Pongsajapan (CC BY 2.0)

Screenshot by Daniel Kuhn


 

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Können Sie E-Mails schreiben?

You have a mail (adapted) (Image by Pierre (Rennes) [CC BY 2.0] via Flickr)

Digitale Tools gehören in der Berufswelt längst zum Alltag. Branchen-Experten auf der re:publica in Berlin erklären unserem Kolumnisten, was die meisten von uns falsch machen. Totgesagte leben länger. Seit der E-Mail-Geburtsstunde hat sich die Art und Weise, wie wir mit Nachrichten umgehen, nicht wesentlich geändert. Nur die Flut der E-Mails steigt rasant an. Im Berufsleben erhält man durchschnittlich 122 elektronische Mitteilungen. Parallel dazu werden immer neue Kommunikationsplattformen eröffnet – soziale Netzwerke, Kurznachrichten, Instand Messaging und mehr. Die Zahl der Botschaften, die ständigen Unterbrechungen und die unterschiedlichen Präferenzen für Kommunikation sind generationsübergreifend eine große Herausforderung. Die E-Mail wird immer noch für Zwecke genutzt, für die sie nicht konzipiert wurde. Stefan Pfeiffer von IBM im Interview mit The European auf der re:publica in Berlin moniert:

„Nehmen wir das simple Beispiel Datei-Anhänge. Da werden Anhänge mit 20 oder 30 Mbit an 50 Kollegen geschickt, obwohl es schon lange Alternativen wie die Dropbox gibt. Das ist lächerlich.“

Kollaborationswerkzeuge statt elektronische Post

„Es sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, solche Dokumente mit Kollaborationswerkzeugen im Netz zu teilen. Das liegt an Gewohnheiten, die man seit Jahrzehnten praktiziert. Es werden sogar Projekte über E-Mails abgewickelt. Auch hier haben sich sinnvollere Tools etabliert“, weiß der Social Media-Experte Pfeiffer. Man dürfe dabei nicht unterschätzen, dass sich sehr viele Mitarbeiter in den Unternehmen nicht sehr stark in sozialen Netzwerken bewegen und ihre Arbeit digital organisieren – etwa durch den Einsatz von Online-Meeting-Anwendungen.

Beharrungskräfte in Organisationen

Die Anbieter von entsprechenden Systemen unterschätzen das Beharrungsvermögen und die nicht vorhandenen digitalen Erfahrungen in Organisationen. Ein weiteres Hemmnis kommt von den IT-Abteilungen, die sich gegen den Einsatz von Diensten sperren, die über das Internet abgerufen werden.

Da werden Besitzstände verteidigt. Dazu zählen die eigenen Rechenzentren und Server. Die Verantwortung liegt aber auch bei den Software-Firmen, die bei der Benutzerfreundlichkeit ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben, so der IBM-Manager. Es mussten erst smarte Eco-Syteme wie das iPhone oder Lösungen wie die Dropbox auf den Markt kommen, bis sich auch die liebwertesten Gichtlinge der Software-Industrie in Richtung Anwenderfreundlichkeit bewegte. Dennoch gibt es eine Menge zu überdenken, um nicht mehr ein Dasein als digitaler Aktenknecht zu fristen.

Namen für 10.000 Schafe

Ein Schreibtisch ist passiv, der Computer ist aktiv – er kann Dokumente selber beschriften, suchen und ordnen. Die Idee, dass wir jedem Dokument einen Namen geben sollen, ist schlicht lachhaft. Wenn Sie drei Hunde haben, ist das sinnvoll. Besitzen Sie aber 10.000 Schafe, ist es Irrsinn, bemängelt der IT-Kenner David Gelernter. Informationen sollten zeitlich strukturiert werden und nicht mehr räumlich in Ordnern. So korrespondiert die Anordnung der Information mit den Ereignissen des Lebens. Unser erstes Dokument ist die elektronische Geburtsurkunde, und jedes Dokument, das hinzukommt, wird chronologisch bis zur Gegenwart eingeordnet. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um E-Mails, Fotos, MP3s oder den Entwurf eines Buchkapitels handelt, erläutert Gelernter. Dateien müsse man dann nicht mehr mit Namen bezeichnen, da sie sich selbstständig nach Inhalten, Stichworten, Ort und Zeit vernetzen. Ordner werden überflüssig.

Digitale Werkzeuge und alter Geist

Nur der Einsatz von digitalen Werkzeugen bringt keine Änderung: „Viele der heutigen digitalen Systeme und Köpfe sind aus dem alten Geist sowie den alten Strukturen geboren. Die kann man morgen in die digitale Tonne treten“, kritisiert Netzökonomie-Campus-Kollege Winfried Felser.

Um vom E-Mail-Sortier-Management wegzukommen, muss also mehr passieren. Einen Ansatzpunkt sieht Stefan Pfeiffer beim Watson-System seines Unternehmens. Cognitive Computing kann man lernende elektronische Assistenten etablieren, die das Verhalten des Nutzers antizipieren und Dinge automatisch organisieren. Wichtig ist es vor allem, mir Informationen dann zur Verfügung zu stellen, wenn ich sie benötige. Nicht vorher, nicht nachher. „Wenn wir hier ein Interview führen, warum soll Watson nicht in der Lage sein, die letzten fünf E-Mails oder Nachrichten, die wir ausgetauscht haben und Deine wichtigsten Artikel zu unserem Thema einzublenden. Das ist kein Hexenwerk“, resümiert Pfeiffer.


Dieser Artikel erschien zuerst auf TheEuropean.de


Image (adapted) „You have a mail“  by Pierre (Rennes) (CC BY 2.0)


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Newsletter: Zwischen Archiv und seriellem Storytelling

HTC Wildfire Mail Icon (adapted) (Image by DigitPedia Website [CC BY 2.0] via Flickr)

Sind Newsletter eine Geheimwaffe gegen die Informationsflut? Zwei journalistische Influencer und ihre Direct-Mailings im Vergleich. Vor dem Hintergrund des Siegeszugs sozialer Medien und Messenger-Dienste wird seit einiger Zeit der Tod der E-Mail diskutiert. Zumindest bemühen sich die Nutzer eifrig darum, ihre Inbox mit diversen Strategien und Tools schneller zu leeren, als der digitale Postbote neue Briefe bringt. Ungeachtet dessen bleibt das Format des Newsletters beliebt. Nun ist auch der Journalist Dirk von Gehlen mit einer regelmäßigen Aussendung am Start. Und zum Vergleich wird hier ein Blick auf das ganz anders gestrickte Angebot seines amerikanischen Kollegen Alexis Madrigal geworfen.

Zum Jahreswechsel diagnostizierte die britische Wired „The return of the newsletter“ und auch im Jahresrückblick auf 2014 von Tobias Schwarz spielte das Thema eine Rolle. Nun erschienen erstmals die „digitalen Notizen“ des Leiters „Social Media/Innovation“ bei der Süddeutschen Zeitung. „Digitale Notizen“, so lautet auch der Titel des privaten Blogs von Dirk von Gehlen, in dem er seit 2007 „interessante Merkwürdigkeiten aus der Medienwelt“ behandelt. Ende 2014 hatte der Autor des durch eine Crowdfunding-Kampagne finanzierten Buchs „Eine neue Version ist verfügbar“ folgende Vorgabe formuliert: „Monatlich gibt es einen Einblick in die aktuelle Debatte um Digitalisierung und Medienwandel„. Erkenntnisziel sei der distanzierte Blick abseits des Tagesgeschäfts: „Was bleibt von all den Neuigkeiten und Veränderungen? Welche Schlüsse kann man daraus ziehen? Welche Muster kann man erkennen?

Inhalt auf Einladung

Allerdings lässt sich der kostenlose Newsletter nur auf Einladung lesen. Diese gab es für die Interessenten am abgeschlossenen Buch-Crowdfunding ebenso wie in begrenzter Anzahl für Leser des Blogs. Für weitere Verbreitung sorgt das Schneeballprinzip mit dem registrierte Empfänger Einladungen erhalten und weitergeben können. Der Verteiler umfasste bei der ersten Lieferung so über 700 Empfänger. Diese erwartet in den Januar-Notizen nach einer Einleitung eine Auseinandersetzung mit unterschiedlichen journalistischen (Geschäfts-)Modellen digitaler Medien entlang einiger aktueller Aussagen von Beteiligten aus der Branche (u.a. Andy Carvin, dessen Kritik auch bei den Netzpiloten schon Thema war). Von Gehlens Fazit: „Datengetriebene Medien haben keine Probleme damit, auch Werbekunden Zugang zu ihren Daten zu geben – und diese so nicht für die reine Reichweite, sondern für das Wissen über die Nutzerinteraktion zahlen zu lassen.“ Der letzte Teil des Newsletters erfüllt dann eine klassische Informationsfunktion, denn es werden überwiegend eigene Artikel verlinkt. Insofern liegt der Inhalt des Brief(ing)s irgendwo zwischen Blogpost und Archiv digitaler Lebensaspekte des Autors.

Täglich fünf faszinierende Sachen

Alexis Madrigal dürfte einem größeren Publikum durch seine Tätigkeit beim US-Magazin „The Atlantic“ bekannt sein, wo er vor allem (digitale) Technologie-Themen bearbeitete. Seit Ende 2014 fungiert er für den TV-Kanal „Fusion“ als Verbindung zum Silicon Valley. Madrigal versendet seinen Newsletter schon länger und begründete sein Interesse an diesem Format mit einer Kritik des in den sozialen Medien dominierenden Modus der Produktion und Rezeption von Inhalten: „The Stream is fun and fast, but don’t you miss the sense of an ending?“ Demgegenüber akzentuierte er: „My newsletter is finite (always less than 600 words) and it comes once a day. It has edges. You can finish it.“ Obgleich hier ebenso wie bei von Gehlen das Motiv des Innehaltens anklingt, wird es ganz anders umgesetzt: Werktäglich liefert Madrigal „five intriguing things“ (5IT ist deshalb der Titel seines Newsletters). Dabei handelt es sich in der Regel um Zitate aus (nicht immer aktuellen) Texten, die online verfügbar sind. Im Gegensatz zur Praxis von Presseschauen werden die Quellen erst ganz am Ende genannt und auch die Autoren nicht immer erwähnt. Inhaltlich erwartet die Abonnenten dann eine Wunderkammer der modernen Welt, die von Geek Dads, Makers, Robotern, Drohnen usw. usf. bevölkert ist.

Serielles Storytelling

Technisch wird die Aussendung mittels des Anbieters Tiny Letter realisiert. Dabei handelt es sich um die simple sowie komplett kostenfreie Variante des Dienstes von Marktführer MailChimp (dieser hat Tiny Letter bereits vor einiger Zeit aufgekauft). Interessant ist, dass sich Tiny Letter als „Email for people with something to say“ positioniert und unter anderem mit Madrigal auf der Startseite bewirbt. Hier rücken Newsletter in die Nähe eines eigenständigen Content-Kanals, der auf serielles Storytelling abzielt. Ähnlich liest sich auch die Ankündigung einer „Mini-Serie“ bei der Plattform „Medium.com“: Die Leser sollen den Newsletter abonnieren, um vor anderen Interessenten die nächste Episode zu Gesicht zu bekommen. In der Kombination von exklusivem Inhalt und Marketing fungieren Newsletter so als relevante journalistische Kommunikationsangebote für die digitale Gesellschaft.


Image (adapted) „HTC Wildfire Mail Icon“ by DigitPedia Website (CC BY 2.0)


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30 Jahre Email in Deutschland – und immer noch nichts gelernt

Email (adapted) (Image by Bruno Girin [CC BY-SA 2.0] via Flickr)

In seiner Kolumne beschäftigt sich Nico Lumma mit dem Medienwandel und Kompetenzen die damit einhergehen. Nicht nur im Beruf, sondern auch in der Schule und Familie. Diesmal geht es um den 30. Geburtstag der Email.

Michael Rotert, der Vorstandsvorsitzende des Branchenverbandes eco, ist derzeit ein gefragter Mann. War er es doch, der vor 30 Jahren die erste Email aus den USA empfing. Seitdem ist in Sachen Email eigentlich nicht viel passiert. Der grundsätzliche Aufbau der Emails ist gleich geblieben, ebenso wie die Grundannahme, dass der Empfänger am Empfang einer Email grundsätzliches Interesse hat, egal wer der Absender ist.

Das tägliche Mail-Aufkommen ist in den 30 Jahren stetig gestiegen, mittlerweile werden weltweit pro Tag 182 Milliarden Emails versendet und natürlich muss man unweigerlich daran denken, dass davon wahrscheinlich die meisten Emails im Spam-Filter landen oder sinnlose Emails sind, die man von Kollegen im cc: bekommt. Spam ist ein Grundproblem der Emails, ebenso wie die umständliche Verschlüsselung, aber obwohl Emails so sicher sind wie ein Gespräch im Bus, werden sie tagtäglich genutzt, auch für sensible Inhalte.

Jahr für Jahr wird die Email auch wieder für tot erklärt, weil eine neue Messaging Plattform frenetisch genutzt wird oder Unternehmen mehr und mehr auf Collaboration Tools umsteigen. Aber dennoch ist die Email weiterhin das Rückgrat der Kommunikation im Internet. Es ist quasi der kleinste gemeinsame Nenner, der nahezu überall nutzbar ist.

Auch 30 Jahre nach dem Empfang der ersten Email auf deutschem Boden ist es für mich immer noch erstaunlich, dass sich viele Menschen mit der Nutzung immer noch schwer tun, ohne dass sie es jemals zugeben würden. Das zeigt sich an vielen Beispielen, die ich hier einmal ohne Rangfolge oder Versuch der Vollständigkeit aufführen möchte:

  • Ein Briefkopf mit Postanschrift, Ort und Datum am Beginn der Email.

  • Emails an alle, die man im Unternehmen kennt, damit man auch ja dokumentiert, dass man gerade mal arbeitet.

  • Die Verwendung von Zeichensätzen wie Comic Sans, gerne auch in Kombination mit Hintergrundmustern.

  • 30 Adressaten im cc:, anstatt eine Mailingliste anzulegen, der Klassiker eines jeden Schulverteilers.

  • Disclaimer in der Signatur, die eigentlich Disclosure heissen sollten, aber 50 Zeilen lang sind und bei jedem Reply wieder mitgeschickt werden.

  • Ellenlange Newsletter ohne klares Signal, ob eine, und wenn ja welche, Erwartungshaltung gegenüber dem Leser besteht. Man weiss als Leser nicht, wo man clicken sollte und warum.

  • Attachments in grüner Schrift, die darauf hinweisen, dass man diese Mail lieber nicht ausdrucken sollte, um die Umwelt zu schonen, die aber für zusätzlichen Datenverbrauch sorgen.

  • AW: im Betreffzeile einer Email-Antwort, was grundsätzlich die Zuordnung des Mailverkehrs durcheinander bringt, danke Outlook!

  • Mehrfarbige Kenntlichmachungen von Zitaten in Emails, die dann auf einem Smartphone nicht dargestellt werden und den Leser maximal verwirren.

  • Abmelde-Emails, die an große Verteiler gehen und dafür sorgen, dass wiederum Mails rausgeschickt werden, die sich über die Abmelde-Emails beschweren, bzw. über die Beschwerde-Emails zu diesen Abmelde-Emails beschweren.

  • Email mit dem Inhalt „ok“ am Ende einer langen Diskussion mit mehreren Teilnehmern zu mehreren Themen und mehreren diskutierten Optionen.

und natürlich der Klassiker: „Bitte rufen Sie mich an!

Ich freue mich auf die nächsten 30 Jahre Email!


Image (adapted) „Email“ by Bruno Girin (CC BY-SA 2.0)


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Die digitalen Langfinger beim Datenklau

Die Cyber-Kriminalität ist unaufhaltsam auf dem Vormarsch. Doch machen wir den Langfingern den Datenklau nicht viel zu einfach? // von Oliver Bernt.

Binär (Bild: geralt  [CC BY-SA 2.0], via pixabay.com)

Die Vorstellung, dass die persönlichen Daten durchs Internet schwirren und jedem frei zur Verfügung stehen ist erschreckend. Aber leider auch nicht unüblich. Das Risiko, dass Kriminelle unsere Daten für dunkle Machenschaften missbrauchen, ist hoch wie nie zuvor. Um Herauszufinden, wie es um die eigenen Daten steht, hat das Hasso-Plattner-Instituts der Uni Potsdam ein Programm namens Identity Leak Checker kostenlos online zur Verfügung gestellt. Weiterlesen »

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Immersion: Analyse-Tool für das eigene Gmail-Konto

Eine kleine PRISM-Affäre für das eigene Gmail-Postfach: Mit dem Projekt Immersion vom MIT lässt sich das eigene Gmail-Konto grafisch ansprechend analysieren.

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Wie stehen eigentlich die Empfänger meiner E-Mails zueinander in Kontakt und wie viele Mails habe ich mit wem bereits gewechselt? Um diese Fragen zu beantworten muss man sich nicht erst an die NSA wenden, im Media-Lab des MIT wurde für diesen Zweck Immersion entwickelt. Dabei handelt es sich um eine Web-App, mit der sich das eigene Gmail-Postfach analysieren und in einem schicken Netzwerk darstellen lässt.

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