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All doors in Flight @NWX19, Lisa Nölting?

Am 7. März geht in Hamburgs wieder die New Work Experience (NWX) an den Start. Wir Netzpiloten sind als Medienpartner mit dabei, wenn sich einen Tag lang alles um den Wandel unserer Arbeitswelt drehen wird. Mitten in der heißen Vorbereitungsphase erwischen wir Xings Partner Relationship Managerin Lisa Nölting noch schnell für drei Fragen:

Ihr setzt ein gigantisches New Work Event in die spektakuläre Hamburger Elbphilharmonie. Wie laufen die Vorbereitungen?

Genau, die NWX findet jetzt zum dritten Mal statt. 2017 das erste Mal im Westhafen in Berlin mit 700 Gästen. Zur NWX19 freuen wir uns auf knapp 2.000 Gäste in der Elphi, die bereits zum zweiten Mal Veranstaltungsort ist. Hier hat sich also in den vergangenen Jahren viel getan – auch was die Organisation angeht. Die Vorbereitungen laufen sehr gut. Jetzt ist Endspurt angesagt, aber wir sind ein super Team, das auf zack ist. Die Vorfreude auf das Event treibt einen zu Höchstleitungen an.

Unter dem Begriff New Work sammeln sich neue Organisationsmodelle und Arbeitsformen. Welche Rolle spielt die Nutzung der Digitalisierung und KI?

Die Digitalisierung ist einer der zentralen Treiber, neben dem demografischen- und dem Wertewandel, der die Veränderungen in der Arbeitswelt beeinflusst. Durch Digitalisierung ist ortunabhängiges Arbeiten überhaupt erst möglich geworden, was völlig neue Formen der Zusammenarbeit eröffnet. Insofern haben diese Punkte eine zentrale Bedeutung.

Was sind deine persönlichen Highlights am 7.März?

Besonders freue ich mich auf Ricardo Semler und Frédéric Laloux. Und natürlich auf die Aftershowparty, die wir jedes Jahr zusammen mit Business Punk veranstalten.

Wir wünschen euch eine super Veranstaltung!

 

Weitere Informationen zum Event

Auf dieses Event freuen wir uns schon seit einiger Zeit: Am 7. März findet zum dritten Mal die New Work Experience (NWX) statt. Das Event rund um das Thema Arbeit (veranstaltet von xing) tagt in Hamburgs neuestem Wahrzeichen, der Elbphilharmonie. Passend: Dort wo sich sonst zahlreiche Musiker aufs Feinste konzertieren, soll es einen ganzen Tag lang um das ideal abgestimmte Zusammenarbeiten im modernen Berufsalltag gehen. Wir Netzpiloten sind zum ersten Mal als Medienpartner mit dabei.

Welche Speaker werden erwartet?

Zu den vielen namenhaften Vortragenden gehört Frédéric Laloux. Er ist Autor von „Reinventing Organizations“ und liefert mit seinem Framework ein wichtiges Besteck, um im eigenen Unternehmen die Hierarchie abzubauen. Kathrin Menges, Personalvorstand der Henkel AG spricht darüber, dass die nächste Generation in Berufen arbeiten wird, die es heute noch gar nicht gibt. Besonders freuen wir uns auf den Blogger-Posterboy Sascha Lobo, der als Vordenker zu einem neuen Arbeitsbegriff (bereits 2006 mit seinem Buch „Wir nennen es Arbeit„) uns sicherlich einige starke Impulse geben wird.

Um welche Themen geht es?

  • Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft
  • Hierarchien in der Arbeitswelt
  • Transformation in Unternehmen
  • Diversität, Dialog, Wertschätzung und die Entwicklung individueller Antworten

Und sonst noch?

Nette Kleinigkeit: Mit dem Kauf eines NWX19 Tickets könnt ihr am Veranstaltungstag den lokalen Nahverkehr HVV kostenlos nutzen. Zudem erhaltet ihr vergünstigte Konditionen, wenn ihr euch für eine Übernachtung in einem der Partnerhotels entscheidet. Dafür müsst ihr euch ganz einfach unter dem Kennwort „New Work Experience“ anmelden. Außerdem gibt es den New Work Award. Hier werden innovative Ideen, die die Arbeitswelt von morgen bereichern, ausgezeichnet. Tickets erhältst du hier. Wir sehen uns lässig-arbeitend in der Philharmonie!

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Netzpiloten @hallo.digital

Die Wirtschaft 4.0 fordert großes Umdenken von allen Unternehmern und Mitarbeitern. Digitale Transformation heißt die Herausforderung, mit der sich Unternehmen heutzutage beschäftigen müssen. Die hallo.digital macht Karlsruhe am 9. und 10. April zwei Tage lang zum Zentrum dieser Umwälzung. Wir freuen uns, erstmals als Partner mit dabei zu sein und sind gespannt, was die netzstrategen GmbH dieses Jahr auf die Beine gestellt hat.

Am ersten Tag erwarten euch auf drei Bühnen Vorträge zahlreicher Online-Experten zum Thema Digitale Transformation. Am zweiten Tag werden die Impulsvorträge schließlich fundiert um praxisnahe Workshops ergänzt. Außerdem bietet die hallo.digital den idealen Rahmen um bei einem guten Drink zu netzwerken. 

Welche Speaker werden da sein?

Zu den Referenten der hallo.digital gehören unter anderem unser Hamburger Freund Nico Lumma vom next media accelerator, sowie Luisa Dziki von der Seokratie GmbH. Mit Michael Döhler und Stephan Sperling sind außerdem auch Experten aus dem eCommerce auf der hallo.digital vertreten. Wir freuen uns auf Manuel Dietrich als Experte im Bereich KI und Machine Learning sowie auf die Woman.Digital-Gründerin Halide Ebcinoglu und Dr. Jürgen Rink, den Chefredakteur vom c’t Magazin.

Welche Themen erwarten euch?

  • SEO: Damit Produkte und Websites gefunden werden, müssen sie für die Suchmaschinen optimiert aufgebaut werden.
  • Social Media & Content-Marketing: Soziale Medien sind wichtiger Bestandteil der Marketings. Umso wichtiger ist der Kampf um mehr Reichweite.
  • KI / Machine Learning: Künstliche Intelligenz ist eine der wichtigsten Zukunftstechnologien, die unsere Arbeitsprozesse weitreichend verändern wird. 
  • eCommerce: Der stationäre Handel nimmt immer mehr ab. Es ist wichtiger denn je, sich online möglichst stark zu positionieren
  • Design / UX: Design und Bedienbarkeit kann den Unterschied machen, ob ein Kunde auf der Seite bleibt oder gleich wieder geht.
  • Data & Tracking: Nicht nur für KI, sondern auch für das Unternehmen selbst ist es wichtig, das Nutzerverhalten zu kennen.

Und sonst noch?

Tickets zur hallo.digital erhaltet ihr direkt über die Webseite der Veranstaltung. Solange der Vorrat reicht, gibt es noch das stark reduzierte Blind Bird Kombi-Ticket für 219 Euro, das unter anderem auch die After-Show-Party und einen 10 Prozent-Gutschein für den Workshop Day beinhaltet. Workshops sind entsprechend noch nicht in den Tickets enthalten. Für Studierende, Rentner und Menschen mit Behinderung, bietet die hallo.digital zudem ein preislich nochmal reduziertes Kombi-Ticket für 149 Euro an.

Wir freuen uns auf die hallo.digital und wünschen allen Teilnehmenden zwei bereichernde Tage. Vergesst nicht den Hashtag #HalloDigital, um die digitale Transformation auch ins Social Media zu tragen.

 

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Schumpeter lesen und danach die Plattform-Giganten zerschlagen

„Die Informationstechnologie ist möglicherweise nicht mit einer Marktwirtschaft vereinbar, zumindest nicht mit einer Wirtschaft, die in erster Linie von Marktkräften reguliert wird.“ Diese These von Paul Mason elektrisiert nicht nur den Autor Professor Lutz Becker, sondern ist sinnbildlich für den Forscherdrang aller Wirtschaftswissenschaftler, die am Band „Schöpferische Zerstörung und der Wandel des Unternehmertums – Zur Aktualität von Joseph A. Schumpeter“ (Provisionslink) mitgewirkt haben – der Autor dieser Kolumne zählt dazu (Disclaimer).

Schumpeter eignet sich in besonderer Weise, auch die aktuellen netzökonomischen Tendenzen unserer Volkswirtschaften zu diskutieren, ohne profan beim Begriff der „schöpferischen Zerstörung“ stehen zu bleiben, wie es fast alle sogenannten Keynote Speaker für die digitale Transformation betreiben. Sie zitieren Schumpeter, sie lesen ihn aber nicht. Das ist schade. Denn Schumpeter sieht die Ökonomie nicht als Glasperlenspiel, sondern als sozialwissenschaftliches Phänomen. Darauf macht Lambert T. Koch im Vorwort des Schumpeter-Buches aufmerksam. Mit ihm gelingt es, die dogmatische Verkrustung der Ökonomik zu durchbrechen und sie wieder als entwicklungsoffene Wissenschaft zu formieren.

Befreiung aus der ökonomischen Statik

Heinz D. Kurz fragt in der Einleitung zurecht: „Wie nur konnte die Profession Schumpeters Verdienste bei der Befreiung der ökonomischen Analyse aus der ökonomischen Statik und seine Pionierleitung bei der Durchdringung der Welt der Dynamik die gebührende Achtung versagen?“ Teilweise gilt das heute noch, wenn man beispielsweise sieht, wie Apologeten der Makroökonomie den Faktor der unternehmerischen Innovationen vernachlässigen. Selbst der Präsident der Europäischen Zentralbank könnte da noch etwas lernen. Lars Hochmann bringt es auf die Formel „Wer über Wirtschaft spricht, darf über Unternehmen nicht schweigen“ – vor allem von jenen Wirtschaftseinheiten nicht, die ihr Geld nicht mit finanzkapitalistischen Hütchenspielen „verdienen“. Letztere sollte man endlich mit einer satten Transaktionssteuer zur Kasse bitten, denn sie wirken kontraproduktiv für die Realwirtschaft.

Wichtig sei es zu verstehen, so Hochmann, dass Unternehmen nicht einfach nur neue Dinge den bestehenden Dingen hinzufügen. „Sie verändern absichtsvoll oder beiläufig, just durch ihr Tätigwerden, die gesellschaftlichen Verhältnisse und damit ihre eigenen erwerbswirtschaftlichen Bedingungen im Sinne strategischer Wettbewerbsvorteile.“ Es geht dabei nicht nur um Technologien, sondern um eine Veränderung der kulturellen Praxis. Innovationen können sich nicht nur zu ökonomischen Erdbeben entwickeln, sie können auch komplett das Staatengefüge verändern und als gesellschaftliche Interventionen wirken.

Vulgärkapitalist Thiel sollte Schumpeter studieren

Oder wenn man den vulgärkapitalistischen Vordenkern des Silicon Valley, wie dem Donald Trump-Adepten Peter Thiel, die kritischen Passagen von Schumpeter über den Laissez-faire-Liberalismus unter die Nase reibt. Schumpeter, so schreibt es Hans Frambach, übt harsche Kritik am Utilitarismus – also am reinen Nützlichkeitsdenken. Man dürfe die Gesamtheit menschlicher Werte nicht auf ein einziges Schema reduzieren und dabei das, was wirklich zähle, außen vor lassen. Es herrsche eine Philosophie, die an Flachheit nicht zu überbieten ist. Etwa wenn man vordergründige Korrelationen zwischen Intelligenz und hohem Einkommen konstruiert für ressentimentgeladene Ausfälle gegen Bundestagsabgeordnete. 

Alles andere als flach sind Schumpeters Thesen vom Untergang des Kapitalismus, mit denen sich Lutz Becker auseinandersetzt, ganz und gar nicht. Sie können sogar dazu beitragen, mögliche Fehlentwicklungen und Risiken von Digitalisierung und der Plattformökonomie deutlich zu machen. „Bereits in den 1980er Jahren stellten meine akademischen Lehrer Reinhard Rock und Klaus Rosenthal fest: ‚Die Informationswirtschaft ist der pointierteste Ausdruck der ökonomischen Entwicklungsgeschichte, die sich jetzt allerdings in ihrem Fortschreiten zu radikalisieren scheint.‘ Ohne Zweifel ist die Digitalisierung, die Informationswirtschaft, inzwischen in unserem Leben angekommen“, schreibt Becker in seinem Beitrag für den Schumpeter-Band.

Die Moloch-Systeme des Silicon Valley

Inzwischen seien die digitalen Artefakte in unserer gesellschaftlichen und ökonomischen Lebenswelt allgegenwärtig. „Dafür stehen Google, ein Unternehmen, das uns das Bedürfnis nach allgegenwärtigem Informiertsein und ubiquitärem Wissen erfüllt und uns durch die Straßen dieser Welt navigiert, Facebook, eine Plattform, die unsere sozialen Kontakte managen will, oder Amazon, schon lange nicht mehr nur der digitale Buchhändler, sondern ein global agierender Moloch, der dabei ist, den gesamten Warenverkehr in den Unternehmen und um die Unternehmen herum unter seine Fittiche zu nehmen“, so Becker.

Wettbewerb sei etwas für Loser, propagiert US-Investor Peter Thiel (PayPal) – Wert schafft man in seiner Logik nur durch Monopole. Und dieser ideologische Überbau ist tatsächlich das ökonomische Schmiermittel im Silicon Valley. Die Plattformen der Internet-Giganten sind in der Lage, durch Internalisierung bestimmter ökonomischer und gesellschaftlicher Übereinkünfte, Regeln und Prozeduren, sowie deren Unterwerfung unter die eigenen Geschäftsmodelle (nennen wir es „take-over“), die Spielregeln von Angebot und Nachfrage, von Märkten und Branchen, von Kultur und Gesellschaft, von Arbeit und Kapital, substanziell und radikal zu verändern und damit den Markt und in der Folge Gesellschaften digital zu kolonialisieren, nämlich spätestens dann, wenn die Plattformen faktische Voraussetzung zur Teilnahme an Markt oder Gesellschaft werden, erläutert Becker. „Netzöffentlichkeit“ würde ich noch ergänzen.

Plattformen vernichten Märkte

Professor Becker spricht gar trefflich von der Marktfiktion, die die digitalen Plattformen erzeugen. Der Markt als sozio-kulturelle Veranstaltung verschwindet in den Untiefen der Plattform-Algorithmen. „Man mag nun angesichts des gerne beschworenen Begriffes vom ‚Digital Marketplace‘ meinen, dass Plattformen, wie Amazon, Facebook und Uber, die Funktionen des Marktes reproduziert und dazu noch zu einem größeren Angebot (durch Vergrößern des Marktes und Senken von Marktschranken), Effizienz (durch Senkung von Transaktionskosten und mehr Transparenz) geführt hätten“, so Becker. Das ist Mimikry.

Auf Chatbot- und KI- basierten Plattformen, insbesondere unter den Bedingungen von (Big-) Nudging sieht das anders aus. Es dominieren mehr oder weniger fest verdrahtete Sequenzen von Regeln, die sozio-technische Abläufe präzise strukturieren, automatisieren und/oder bewerten, um bestimmte ökonomische Ziele zu erreichen.

„Der Nutzer reagiert einseitig auf die Plattform, während auf der Plattform nur ein algorithmisches System, also in einem einseitig kontrollierten Prozess, eine Illusion wechselseitiger Kontingenz erzeugt wird, die mit einem ‚Verlust von Partitäten‘ einhergeht“, führt Becker aus.

Entscheidend ist also das Geschäftsmodell und nicht mehr, dass sich die Preise über Angebot und Nachfrage bilden, sondern von einem Algorithmus die Profitraten der Plattform durch Werbeeinnahmen oder Vertriebsprovisionen und am Ende den Shareholder-Value maximiert. Man könnte auch sagen, dass die Plattformen wie ein Schwarzes Loch den Markt ansaugen und verschlucken. Es bleibt einfach nichts mehr übrig. Also schnell den Schumpeter-Band besorgen und nach der Lektüre Pläne entwicklen, wie man Amazon und Co. zerschlagen kann. Das Notiz-Amt verweist auf die Telekommunikation und den Energiesektor in den USA. Möglich ist das.

 

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Guilty Pleasure: Wirtschaftswandel-Bücher schmökern!

Ich gehöre zur Generation der Digital-Unternehmer, die um die Jahrtausendwende angefangen haben ihre Firmen zu starten. Mein guilty pleasure ist es von jeher, dass ich Artikel, Dokumentationen und Bücher verschlinge, die den großen Wandel der Arbeitswelt zum Thema haben.

Vermutlich auch deshalb, weil ich ganz unbescheiden hoffe, dass wir als Pioniere der sogenannten New Economy viele Akzente gesetzt hatten, die heute schließlich die Transformationsprozesse großer Firmen mitbestimmen. Wir wollten uns Mitte der 90er Jahre in absolut allem absetzen von der Old Economy. Wir kamen angezogen wie coole Fahrradkuriere in unsere Büros und spazierten in genau demselben Outfit in die holzgetäfelten Notarräume zur Millionen-Unterschrift.

Nichts konnte uns lässig genug sein, alles musste unkonventionell und total unverstellt daherkommen. Hohen EU-Beamten wurden beim Bürobesuch Sitzbälle angeboten. Meetings fanden im Stehen statt, im Treppenhaus, im Cafe, auf der Parkwiese. Sehr schnell ging uns die Selbstinszenierung in Fleisch und Blut über. Die begeisterte Ungläubigkeit der Old-Economy erfüllte uns mit Genugtuung. – Ich bin ganz froh, dass diese naive Zeit vorbei ist ;)

Selbstvergewisserung für die eigene Arbeitsbiographie

Wie gesagt: Wenn mir heute ein Buch in die Hände kommt, wo vorne draufsteht „12 überraschende Lösungen für Menschen, Wirtschaft und Gesellschaft“, bin ich sofort neugierig. Als wollte ich insgeheim nachschauen, ob aus dem gefeierten Work- und Lifestyle unserer Anfangsjahre etwas Sinnvolles geblieben ist.

Stefanie Kuhnhen und Markus von der Lühe, zwei sympathische Media-Macher (sie ist Geschäftsführerin einer Hamburger Kreativagentur und er macht ein Digitalisierungsfestival in München) spielten mir ihren neuesten Meta-Trend-Reader in die Hände. Sie haben in großer Fleißarbeit „Das Ende der unvereinbaren Gegensätze“ nachgewiesen. Ich fand das Buch inhaltlich sehr anregend, als Publikation aber etwas schwerfällig und recht altmodisch ediert. Empfehlen will ich es mit ein paar O-Tönen der beiden Autoren zu ihrem Wurf:

Markus von der Lühe und Stefanie Kuhnhen; Fotografie von Engels Uli Schneider
Hallo Stefanie, hallo Markus! Vorab eine Frage zur Form eures Buches: Was genau habe hier gelesen? – Ihr hantiert mit vielen wissenschaftlichen Erklärmodellen, ihr führt akribische Quellennachweise. Liest sich streckenweise wie eine Doktorarbeit.

Gute Frage! Was wir geschrieben haben, ist ein Ratgeber mit zwölf Handlungsanweisungen. Wir haben bewusst eine Mischung aus Theorie und Praxis gewählt. Denn der Metatrend, den wir beschreiben, basiert auf harten Fakten, Sekundärstudien und bekannten Theorien. Und um in die konkrete Beweisführung zu gehen, haben wir diese bewusst mit lebendigen und persönlichen Stories aus unserer Lebenswelt kombiniert. So hoffen wir, die beiden Pole Lesespaß und Seriosität auf neue Art und Weise zusammen zu führen.

Eure Beobachtung ist, dass große Spannungsfelder sich derzeit auflösen (z.B. Arbeit – Privatleben, Mensch – Technologie). Eure Schlussfolgerung daraus ist, dass wir alle uns ganzheitlicher wahrnehmen und integrativer agieren müssen. Richtig verstanden?

Richtig verstanden. Wir glauben daran, dass die digitale Transformation nicht damit getan ist, sich einfach systematisch zu digitalisieren. Sie wird die Verflechtung von „allem mit allem“ nach sich ziehen. Das heißt, man muss auch sich selbst ganzheitlicher wahrnehmen, um der Ganzheitlichkeit überhaupt Raum geben zu können. Das Leben besteht aus Ying und Yang, aus Entspannung und Dynamik, aus Hartem und Weichem, aus Natur und Technologie. Es gilt, dem allen viel mehr, viel multioptionaler gerecht zu werden. Das geht nur über Wahrnehmung, Werte und sich immer wieder neu fragen, was jetzt Sache ist. Also, was im Moment das Wichtigste ist. Wir plädieren für eine multioptionale, integrierte Denkweise, die unserem Leben in der ganzheitlichen Welt gerechter wird.

Jetzt meine geltungssuchende Frage: Würdet ihr den Startups der Jahrtausendwende zuschreiben, dass sie die Auflösung vieler der von euch beschriebenen Gegensätze eingeleitet haben?

Wir glauben nicht, dass die Startup-Bewegung sie alleine eingeleitet hat. Startups sind vielmehr das Symptom einer komplexer werdenden Welt, bei denen die Veränderungen besonders stark und frühzeitig zum Ausdruck kommen. Das ist auch ein Phänomen der neuen Gesellschaftsordnung, die gerade entsteht: Ursache und Effekt stehen in keinem klaren Zusammenhang mehr. Wir glauben aber, dass Startups ein wichtiger Teilbereich dieser Bewegung sind, die sich durch unsere Gesellschaft wie ein roter Faden zieht.

So gerne ich eurem harmonischen Leitbild folgen würde, kann ich die Auflösung der Gegensätze auf der großen Weltbühne nicht sehen. Die Trumps und Putins und die ganze Weltmacht Chinas stehen mit genau dem gegenteiligen Verhalten in vollem Saft. Macht mir eher bange. Euch nicht?
Image by Springer Verlag

Im Gegenteil: Trump, Brexit, Erdogan, AfD, Putin und die Datenschutzdebatte sind für uns eher Symptome einer sich radikal verändernden Gesellschaft und somit Übergangsphänomene. Wir spüren alle, dass die Welt, so wie wir sie kennen, für immer der Vergangenheit angehören wird. Das ist es, was den Menschen Angst macht.

Für uns sind die aktuell negativen, nationalistischen, despotischen Symptome jedoch auch Hoffnungsboten für eine neue Zeit. Denn wir sehen sie als Zwischenschritt auf dem Weg in das neue Integrierte, mit dem wir die großen Probleme der Zeit dann auch lösen können. Ganz bestimmt ist das eine Betrachtungsweise in einem 50-Jahre-Zeitraum – so, wie es bei Metatrends der Fall ist. Wir wollen bestimmt nicht sagen, dass alles gut und harmonisch ist. Wir wollen uns alle aber dazu aufrufen, uns für diese integrierte Sicht.

Das Buch „Das Ende der unvereinbaren Gegensätze“ ist erschienen im Springer Verlag und z.B. per Amazon zu bestellen (Provisionslink)

 

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Die Netzpiloten sind Partner des CEDO-Summit 2018 in Stuttgart

Partnergrafik_2018_Cedo

Es ist wieder soweit – der CEDO-Summit kommt 2018 wieder nach Stuttgart. Der Kongress für Entscheider zum Thema Digitale Transformation wird vom 23.-24. Oktober im Stuttgarter Goldbergwerk stattfinden. Die Veranstaltung ist auch in diesem Jahr das absolute Highlight der Chef- und Entscheider-Branche und lockt Geschäftsführer großer Unternehmen aus ganz Deutschland an.

Was der CEDO-Summit zu bieten hat

Auf dem diesjährigen Kongress dreht sich alles um das Überthema Digitale Transformation. Dabei erwartet die Teilnehmer nicht nur die Theorie, sondern auch Möglichkeiten für die Umsetzung in der Praxis. Die Besucher dürfen sich auf exklusive Vorträge, Seminare und interaktive Workshops von und mit anerkannten Referenten freuen, bei welchen inhaltliche Ausrichtung, Lösungserarbeitung, schnelle Umsetzung, sowie Innovation im eigenen Unternehmen im Mittelpunkt stehen. Den Geschäftsführern, CEOs, CIOs, CTOs, COOs, Chief Digital Officers und anderen Topentscheidern, wird damit wertvolles Know-how sowie tiefe Einblicke und Eindrücke übermittelt.

Programm und Teilnehmer des CEDO-Summit

Das von CEDO und der Frankfurt Business Media GmbH (FAZ-Verlag) veranstaltete Event wird auch 2018 erneut ein hochwertiges Programm mit tollen Teilnehmern mit sich ziehen. Mit ins Programm gehören dabei neben Gastvorträgen und Workshops, Themen wie:

  • Nachrichten – national: Allianz und ein Daten-Treuhänder, neue CDOs bei Stihl und Karstadt, IoT-Offensive bei Bosch, Kritik an GroKo-Plänen
  • Digital Leadership: Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser
  • Digital Recruiting: Digitale Talente kommen nicht von selbst

Außerdem dürfen Gäste des CEDO-Summit unter anderem auf folgende Referenten gespannt sein:

Nutzt als Topentscheider unbendingt die exklusive Chance auf wertvollen Content zum Thema Digitale Transformation und lasst euch die CEDO-Summit 2018 auf keinen Fall entgehen. Die Registrierung ist nach wie vor bei der Online-Anmeldung möglich. Für weitere Infos oder fachlichen Input abonniert ihr den Newsletter oder schaut im CEDO-Archiv vorbei.

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Die Deutsche Bank präsentiert #EconomyStories

Deutsche-Bank

Mit der Kampagne #EconomyStories präsentiert die Deutsche Bank momentan das Thema Artificial Intelligence in Business. Im Vordergrund steht dabei der Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Bezüglich dessen berichtet Christian Thurau vom Startup Twenty Billion Neurons, einer der Vorreiter in Europa, über eines der größten Themen des Zeitalters.

Die Deutsche Bank

Die Deutsche Bank AG gilt als größtes Kreditinstitut in Deutschland und seit der Aktienmehrheit an der Deutschen Postbank auch international als eine der systemrelevantesten Großbanken. Gegründet wurde die als Universalbank tätige DB im Jahr 1870 in Berlin. Seit den Jahr 1945 hat die Bank ihren Hauptsitz in Frankfurt am Main, mit wichtigen Niederlassungen in unter anderem Hongkong, London und New York.

Das Unternehmen Twenty Billion Neurons

Twenty Billion Neurons wurde 2015 als Startup in Berlin gegründet. Gemeinsam mit drei Studienfreunden entschied sich CEO Christian Thurau, die Zeichen der Zeit zu nutzen und das Unternehmen aufzuziehen. Durch den riesigen Bedarf in der Wirtschaft und das eigene, notwendige Know-how versucht Twenty Billion Neurons, Künstliche Intelligenz marktfähig zu machen.

Die #EconomyStories-Kampagne

In der aktuellen Kampagne legt das Unternehmen den Fokus auf Zeit in der digitalen Gesellschaft, Transformation und der Industrie sowie digitale Revolution. Ein wichtiger Aspekt des Projekts ist dabei unter anderem künstliche Intelligenz. Die Deutsche Bank hält es dabei für wichtig, die Kompetenzen in der Welt der KI zu erkennen und zu fördern. Zu diesem Zweck investiert das Unternehmen bereits jetzt viel Geld und Zeit in die Forschung. Das Ziel ist dabei, Maschinen die Umwelt genauso wahrnehmen zu lassen wie es die Menschen tun, sowie ihnen das Lernen beizubringen.

Durch Automatisierung in die Zukunft

Man hat die derzeit noch schwer vorstellbaren Vermutungen über eine Zukunft, in der Roboter und Maschinen den Großteil der wichtigen Aufgaben und Arbeiten erledigen. Diesbezüglich teilt die Deutsche Bank die Auffassung, neuartige Technologien zu fördern, zumal diese die Menschen von Arbeit befreien können.

Dieser Überzeugung ist auch Christian Thurau mit Twenty Billion Neurons. Das Wissen über die Welt soll Maschinen beigebracht werden, damit diese komplexe kognitive Aufgaben erfüllen können. Künstliche Intelligenz ist schon unter uns, dennoch ist man im Bereich der industriellen Automatisierung noch ganz am Anfang.

Artificial Intelligence würde ein Bewusstsein für die Automatisierung weiter stärken und zu einer Transformation, vor allem in der Industrie, führen. Damit kann die Zeit der digitalen Gesellschaft gestartet und der Mensch nach und nach von Arbeit befreit werden. Die Kampagne #EconomyStories hilft derweil, dieses Bestreben weiter zu unterstützen und eine künftige Welt zu schaffen, die die digitale Revolution aktiv vorantreibt.


Dieser Artikel erschien in Kooperation mit der Deutschen Bank

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Blockchain-Startup Bitwala hält an Plänen für Krypto-Bank fest

Bitcoin

Krypto-Währungen wie Bitcoin oder Ethereum sorgen derzeit mit steilen Kursgängen und dem möglichen Aufbau einer Blase für Schlagzeilen. In den Hintergrund rückt, dass die zugrunde liegende Blockchain-Technologie nicht als Spekulationsvehikel geschaffen wurde, sondern als Ansatz, den elektronischen Zahlungsverkehr zu revolutionieren. So erlaubt die dezentrale Datenorganisation der Blockchain-Technologie, Geld grundsätzlich schneller, günstiger und sicherer zu überweisen. Das Fintech-Startup Bitwala hat ein solches Konto der neuen Generation im Angebot und strebt sogar den Bankstatus an.

Gegenwind aus dem traditionellen Bankensektor durchkreuzte dieses Vorhaben bisher. Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Im Gespräch mit den Netzpiloten auf der High-Tech Partnering Conference in Bonn bekräftigte Bitwala-CEO Jörg von Minckwitz die Ambitionen des Startups.

Investor HTGF stärkt Bitwala den Rücken

Anfang dieses Jahres musste das junge Startup am eigenen Leib erfahren, wie hart umkämpft der Finanzmarkt ist. Der Traum von der eigenen Krypto-Bank scheiterte im ersten Anlauf, aufgrund plötzlicher Unstimmigkeiten mit Partnern, wie die Bitwala-Führung in diesem Blog-Beitrag erklärt. Laut von Minckwitz sei das vor allem auf die Angst einiger Unternehmen zurückzuführen, die gegen nicht regulierte Märkte wie Kryptowährungen vorgehen. Im Laufe dieses Jahres will Jörg von Minckwitz mit dem Bitwala-Team jedoch weitermachen und die Idee der ersten Krypto-Bank doch noch umsetzen.

Unterstützt wird das junge Start-up-Team ungeachtet des Rückschlags vom High-Tech-Gründerfonds (HTGF), dem größten Seedinvestor Deutschlands. Der HTGF fördert junge Technologie-Unternehmen wie Bitwala und stellte auf der 9. High-Tech-Partnering Conference in Bonn den Kontakt zwischen gestandenen Unternehmen und Start-Up-Gründern her.

Dass vor allem bei jungen Gründern nicht immer alles nach Plan laufen kann, ist Alexander von Frankenberg, Geschäftsführer des HTGF, dabei bewusst. Im Gespräch erzählt er, dass es immer wieder Planabweichungen, Krisen und Rückschläge geben könne. „Was wir in solchen Fällen signalisieren, sind keine Zweifel am Team oder dem Projekt, sondern Ruhe und Gelassenheit. Wir unterstützen unsere Gründer, indem wir ihnen zur Seite stehen und in solchen Fällen gemeinsam einen Restart planen.“

Bitwala-CEO Jörg von Minckwitz
Mit den Netzpiloten sprach Jörg von Minckwitz, Mitgründer und CEO des Fintech-Startups Bitwala über die Blockchain als Zukunftstechnologie. Image by High-Tech Gründerfonds

Wie Überweisungen einfacher und sicherer werden sollen

Das Vertrauen in das große Marktpotenzial der Blockchain-Technologie ist bei Bitwala und dem HTGF ungebrochen. Bei der Blockchain-Technologie handelt es sich um eine stark verschlüsselte Datenbank, die auf tausende Server verteilt, also dezentral, ist. Das bietet zum einen den Vorteil, dass Fintech-Unternehmen wie Bitwala für die Durchführung der Transaktionen nicht auf die Infrastruktur einiger weniger marktbeherrschender Zahlungsanbieter angewiesen ist.

Dadurch können Transaktionen grundsätzlich günstiger abgewickelt werden, was sich auch in geringeren Gebühren für Endkunden niederschlagen kann. Außerdem ist diese Art des Zahlungsverkehrs besser vor Transaktionsbetrug und Datendiebstahl bei Hackerangriffen gefeit. Fallen Server aus, sind die Daten immer noch vorhanden, weil sie sich auf immer noch tausenden anderen Servern befinden und in Echtzeit synchronisiert werden.

Blockchain kann alle Lebensbereiche revolutionieren

Nicht nur Kryptowährungen und deren Transaktionshistorie lässt sich innerhalb der dezentralen Datenbank verschlüsselt sichern. Die Blockchain könnte das Leben aller Menschen verändern und vereinfachen. Im Gesundheitswesen ließen sich beispielsweise Patientenakten und Untersuchungsergebnisse sicher ablegen und nur von denjenigen Personen aufrufen, die dazu berechtigt sind.

Auch im Bereich Identitätsmanagement kann die Blockchain für mehr Sicherheit und weniger Papierkram sorgen. Da die Blockchain manipulationssicher ist, können Behörden beispielsweise Geburtsurkunden und Melderegister innerhalb der Blockchain ablegen. Universitäten und Hochschulen könnten über die Blockchain Abschlüsse und Zeugnisse sichern, sodass Absolventen und Arbeitgeber auf fälschungssichere Dokumente zugreifen.

Die meisten Anwendungsbeispiele für Blockchain sind jedoch Zukunftsmusik. Aktuell und deutlich realer sind hingegen Peer-to-Peer-Möglichkeiten, die die Blockchain schon jetzt bereithält. Gemeint sind damit direkte Transaktionen zwischen zwei Personen, also etwa das Überweisen von Geld. Das ist auch das Geschäftsmodell von Bitwala.

Blockchain ist keine Bubble, sagt Bitwala

Bevor die Blockchain allerdings zur Lösung aller Menschheitsprobleme werden kann, wird wohl noch viel Zeit vergehen. Jörg von Minckwitz hat in den vergangenen Wochen vor allem die aufkommende Regulierungsdiskussion zur Blockchain verfolgt. Hier stünden immer wieder Fragen nach Haftbarkeit im Raum. Laut von Minckwitz sei dafür eine gewisse Form von Zentralität notwendig. Hinzu käme die Problematik, dass Menschen ein gewisses Vertrauen in Systeme aufbauen müssten. Das sei deutlich schwieriger, als interpersonelles Vertrauen herzustellen. Bei einem ist sich der junge Gründer allerdings ganz sicher: „Blockchain ist nicht die nächste Bubble. Das System wird sich eigenständig weiterentwickeln und optimieren. Ob wir das wollen oder nicht.“

Dieser Text entstand in Zusammenarbeit mit dem High-Tech Gründerfonds.


Teaser Image by zapp2photo / stock.adobe.com; Image by High-Tech Gründerfonds


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Wenn Cortana Behördengänge macht: Künstliche Intelligenz in der öffentlichen Verwaltung

Thomas Langkabel bei Microsoft Explained über Künstliche Intelligenz in der öffentlichen Verwaltung

Auto ummelden, Pass verlängern oder Kindergeld beantragen: Behördengänge mag niemand. Denn persönliche Besuche beim Amt und Warteschlangen nerven genauso wie manche Angelegenheiten nur per Brief oder Fax erledigen zu können. Die Verwaltung zu digitalisieren, kommt hierzulande nur schleppend voran. Dabei ließe sich E-Government schneller umsetzen als viele glauben, davon ist Thomas Langkabel überzeugt. Der Technologie-Experte von Microsoft hat eine Vision: Bürger müssen sich nicht mit Ämtern rumärgern, sondern lassen dies Chatbots erledigen. Was Künstliche Intelligenz in der öffentlichen Verwaltung bewirken kann und warum ein Mentalitätswandel noch wichtiger ist als neue Technik, erklärte Thomas Langkabel im Netzpiloten-Interview am Rande der Digitalkonferenz Microsoft Explained in Berlin.

Netzpiloten: Was kann Künstliche Intelligenz in der öffentlichen Verwaltung mir persönlich als Bürger bringen?

Thomas Langkabel: Derzeit sind Behördengänge oft mühselig, weil Bürger sich viele Fragen stellen müssen: Welche Behörde ist zuständig? Auf welchem Weg muss ich sie kontaktieren? Welche Angaben und Dokumente muss ich bereithalten? Das ließe sich drastisch vereinfachen, wenn Cortana oder ein anderer intelligenter digitaler Assistent alles Nötige automatisch mit den zuständigen Behörden-Chatbot klärt.

Das klingt nach Science-Fiction. Wie soll sich das in naher Zukunft umsetzen lassen?

Die Idee ist nicht so weit hergeholt. Bund und Länder stellen derzeit die Weichen für einen Portalverbund im Internet. Damit wird es möglich sein, dass Bürger auf nur einer Webseite alle Behördenangelegenheiten erledigen, egal welche Anlaufstelle in welchem Ort zuständig ist. Zur Idee gehört auch, dass jeder Bürger einen Datensafe hat und entscheiden kann, ob und welcher Behörde er Zugriff darauf gibt. Denkt man das weiter, ist der Schritt nicht weit zu meinem persönlichen digitalen Assistenten, der Zugang zu meinem Datensafe und meinen Outlook-Kalender hat und für mich beim Behördenportal die Verlängerung meines Reisepasses erledigt.

Wie würde so ein Vorgang in der Praxis konkret ablaufen?

Denkbar ist, dass der intelligente Assistent weiß, dass ich bald ins Ausland verreise, dafür einen Reisepass benötige und dieser vorher abläuft. Der Assistent weißt mich darauf hin und fragt um Erlaubnis, ob er alles für die Verlängerung in die Wege leiten soll. Dann ermittelt er das zuständige Amt und „bespricht“ sich dort mit dem Chatbot. Der Bot „beschreibt“ Cortana den Prozess und teilt mit, dass ich einen persönlichen Termin und ein aktuelles Passbild brauche. Cortana wiederum weiß, wann ich Zeit habe und verhandelt mit dem Bot online eine Terminabsprache aus. Das alles könnte ich als Bürger erledigen, in dem ich mit nur einem Wort meiner Künstlichen Intelligenz erlaube, alles vorzubereiten. Wie schön und einfach wäre das bitte?!

Warum braucht es für solche Modernisierungsmaßnahmen eigentlich Künstliche Intelligenz, also selbstlernende Algorithmen, warum reicht nicht „normale“ Software?

Weil es das Ziel sein muss, dass ich die Wünsche mit natürlicher Sprache äußere und nicht formelhafte Kommandos auswendig lernen muss. Ich möchte sagen können: „Ich brauche eine Baumfällgenehmigung“ oder „Ich möchte einen Baum fällen“. Dann soll der intelligente Assistent wissen was zu tun ist, selbst wenn diese Erlaubnis einen ganz anderen amtlichen Namen hat.

Und Sie wollen darauf hinaus, dass Künstliche Intelligenz eben sehr gut beim Erkennen von Zusammenhängen sein kann?

Genau, die Software muss komplexe semantische Zusammenhänge entschlüsseln und wissen, was ich meine, auch wenn ich etwas Anderes sage. Das geht mit Künstlicher Intelligenz viel besser als mit herkömmlicher Software.

KI Verwaltung Cortana Microsoft Explained

Das Beispiel, das Sie schildern, beinhaltet noch viele Detailprobleme. Zum Beispiel müsste ich wirklich alles im Outlook-Kalender eintragen, sonst legt mir Cortana den Behördentermin vielleicht auf ein Zeitfenster, an dem ich mich mit meinem Freund Peter treffen möchte, ohne dass dies im Kalender steht.

Natürlich gibt es noch Herausforderungen. Ich skizziere letztlich eine Vision, keinen Plan, der fertig in der Schublade liegt. Aber in einer idealen Welt ist der intelligente Assistent so auf mich bzw. meine Lebensrealität trainiert, dass er auch dann meine Verhaltensweisen mit hoher Wahrscheinlichkeit vorausplant, ohne dass ich sie schriftlich festhalte. So eine enge Verzahnung von Alltag und Technologie mag zwar für manche erschreckend klingen. Aber wenn es mir persönlich hilft, halte ich so eine Entwicklung für legitim.

Dass Privatnutzer technologisch gewappnet sind, ist das eine. Damit ihre Vision real werden kann, müsste man auf der anderen Seite Künstliche Intelligenz in der öffentlichen Verwaltung flächendeckend einführen. Das geht doch nicht von heute auf morgen.

Ja, so eine Entwicklung geht nicht schlagartig. Aber sie ist auch keine Zukunftsmusik mehr. Es geht schon los! So testet die Stadt Bonn bereits den ‚Botty Bonn‘ als Chatbot, über den Bürger per Smartphone Auskünfte von der Verwaltung erhalten, andere Beispiele entstehen bereits in Krefeld oder dem Landkreis Lüneburg. Das sind alles bereits gute Ansätze, aber noch wichtiger als einfach nur Künstliche Intelligenz in der öffentlichen Verwaltung einzuführen, ist, dass sich auch strukturell etwas in der Verwaltung ändert.

Was meinen Sie damit?

Es geht mir um drei Aspekte. Erstens muss die Verwaltungsausbildung generell reformiert werden. Statt ausschließlich Verwaltungsjuristen, die sich im Paragraphendschungel perfekt auskennen, bräuchten wir auch Personal, das sich mit der Entwicklung von Verwaltungsstrukturen beschäftigt und Prozesse eigeninitiativ hinterfragt.

Zweitens muss die Innovationsfreude gestärkt werden. So wie in der der Wirtschaft der Wettbewerb die Entwicklung antreibt, könnte man in der öffentlichen Verwaltung die Zufriedenheit von Bürgern erheben, vergleichen und hinterfragen, warum sie hier besser ist als dort.

Und drittens müssen Verwaltungen dazu übergehen, Anreize für Verhaltungsänderungen von Bürgern zu setzen. Es reicht nicht einfach, digitale Angebote einzuführen, sie müssen auch beworben werden. Das Maß der Digitalisierung wird häufig nur am Vorhandensein einzelner Angebote gemessen, aber nicht an ihrer tatsächlichen Nutzung. Wir brauchen nicht nur Open Government Data, sondern Open Government Performance Data.

Das setzt einen Mentalitätswandel in der öffentlichen Verwaltung voraus, der häufig noch viel länger dauert als technologische Innovation. Wie lässt sich das erreichen?

Das ist eine Frage des politischen Willens. Sowas passiert nicht von selbst. Zwar glauben manche, dass man bloß warten muss, bis die Generation der Digital Natives im Verwaltungspersonal ausreichend vertreten ist. Aber das halte ich für zu kurz gedacht. Es gibt nämlich auch viele Skeptiker in dieser Alterskohorte. Daher ist es kein generationskulturelles Problem, sondern ein strukturelles Problem, dass nur durch neue Ausbildungsinhalte angegangen werden kann. Aber das System wird sich nicht von selbst reformieren. Daher muss die Politik ran.

Wie lange würde so eine Reform benötigen, bis sie greift?

Angenommen, wir fangen jetzt an, würde es mindestens drei bis vier Jahre dauern, bevor überhaupt eine Modernisierung jenseits von vereinzelnden und daher insgesamt wenig wirksamen Projekten zu spüren ist, weil solange eben die Verwaltungsausbildung dauert. Ein flächendeckender Impact durch einen Mentalitätswandel kann sogar zehn bis 15 Jahre erfolgt sein – sofern wir jetzt anfangen.

Und wann könnte Cortana für mich Termine vereinbaren?

Wenn alle Beteiligten das wollten, ließe sich Künstliche Intelligenz in der öffentlichen Verwaltung innerhalb von drei bis vier Monaten einführen. Die technische Infrastruktur ist nämlich gar nicht das Problem, weil die meiste Rechenleistung in der Cloud liegt. Man bräuchte also keine neue Hardware, sondern nur harten Willen dafür.

Vielen Dank für das Gespräch. 

Über Thomas Langkabel, National Technology Officer bei Microsoft Deutschland

Thomas Langkabel verantwortet seit 2011 die Technologie-Entwicklung und -Strategie bei Microsoft Deutschland. Cloud Computing, Digitale Transformation und E-Government gehören zu seinen Schwerpunktthemen. In diesem Zusammenhang spricht er auch über Künstliche Intelligenz in der öffentlichen Verwaltung. Thomas Langkabel arbeitet in seiner Rolle auch in verschiedenen Gremien in Verbänden und Institutionen, wie etwa dem Arbeitskreis „Digitale Verwaltung“ des BITKOM oder den Arbeitsgruppen „Innovativer Staat“ und „Ethik“ der Initiative D21. Der diplomierte Ingenieur der Luft- und Raumfahrttechnik diente vor seinem Wechsel in die IT-Beratung als technischer Offizier der Luftwaffe.

Dieses Interview entstand in Zusammenarbeit mit Microsoft.


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„Einfach mal Mensch sein“: Julian A. Kramer von Adobe über Kundenorientierung im Digital Marketing

Julian A. Kramer im Interview zum Thema Kundenorientierung

Was soll man wie und wann ins Web oder in die App packen, damit der Nutzer klickt, liest, guckt, teilt oder gar kauft? In Zeiten, in denen keine Güter, Dienste oder Infos im engeren Sinn knapp sind, gewinnt das „Erlebnis“ an Bedeutung. Doch vielen Marken gelingt es noch nicht, im Digitalzeitalter ihren Kunden ein unwiderstehliches Markenerlebnis zu bieten. Meist liegt es daran, dass hinter den Kulissen Kreative, BWLer und die IT nicht an einem Strang ziehen, weiß Julian A. Kramer. Als neuer „Chief Experience Ambassador“ bei Adobe vermittelt er Unternehmen, wie ihr Knoten im „Digital Marketing“ platzen kann, wenn sich alle Abteilungen endlich mal zusammenraufen. Kundenorientierung ist das Schlüsselwort.

Julian A. Kramer, warum tun sich manche Firmen mit Digital Marketing leicht und andere so schwer?

Wirklich leicht fällt es ja keinem. Für „klassische Unternehmen“, also die, deren Geschäftsmodell nicht von Anfang an digital war, dürfte es beruhigend sein, dass alle erst Schritt für Schritt herausfinden, was im Bereich Digital Marketing geht. Manche sind schon ziemlich weit, aber Fragen und Hürden sind immer gleich. Wie gehen wir mit der Digitalisierung um? Was bringt uns eigentlich Kanal XY? Wie kriegen wir es hin, dass sich unsere Agenturen besser miteinander absprechen? Meist liegt es aber daran, dass die einzelnen Abteilungen innerhalb der eigenen Firma nicht an einem Strang ziehen. Auch die Welten von Kreation und Media scheinen häufig entkoppelt.

Wo ist das Problem? Denken Marketer nicht kreativ genug oder Kreative nicht datengetrieben bzw. performancebasiert genug?

Das ist gar nicht der Punkt. Man kann den meisten Kreativen ein Verständnis für wirtschaftliche Notwendigkeiten vermitteln und die meisten Marketingverantwortlichen sind im Anspruch auch kreativ, sonst wären sie ja im Controlling oder der Logistik gelandet. Es geht nicht um die Optimierung der ein oder anderen Funktionsabteilung. Das Silo-Denken ist das Problem. Viele reden einfach nicht miteinander und lassen zudem oft die IT außen vor – und dabei kommt dann nach allen Grabenkämpfen zu guter Letzt die Empathie für den Kunden als gemeinsamer Nenner verloren.

Du brauchst am Ende des Tages Leute, die Empathie haben und verstehen, wie man Erlebnisse kreiert. Dazu muss jeder verstehen, welchen Beitrag er dazu leistet. Ich möchte eine Analogie zum Filmset ziehen: Dort gibt es viele begnadete Spezialisten und manchmal auch Diven. Aber in der Regel wissen alle, wo sie verantwortlich sind, Mehrwert liefern und wann es sich zu arrangieren gilt. Denn ein guter Film ist niemals eine One-Man-Show. Und das gilt auch für das Markenerlebnis von Produkten und Dienstleistungen. Dort gibt es ebenfalls viele Spezialisten mit unterschiedlichen Interessen. Aber am Schluss geht es darum, ein gemeinsames Erlebnis zu liefern.

Kreation, Marketing und IT müssten sich also einfach mal offen an einen Tisch setzen? Warum tun sie das nicht?

Das ist in der Regel eine Leadership-Frage. Im Rahmen der fortschreitenden Digitalisierung müssten dafür Hoheitsgebiete neu gezogen werden, also Teams zusammengebracht werden, die vorher nie wirklich miteinander geredet haben. Weil niemand von allein seine Privilegien aufgibt, muss das die Führung von oben vorantreiben. Entscheidend ist auch die Art der Incentivierung. Nur in zig Meetings mehr Zusammenarbeit zu proklamieren, verpufft. Stattdessen führen Unternehmen idealerweise alle Silos zusammen und schaffen eine zentrale Technologie-Plattform, sodass alle eine gemeinsame Basis haben. In der Zeit von Big Data und Customer Centricity hilft es keinem, wenn die linke Hand nicht weiß, was die Rechte tut – dabei hilft eine gemeinsame Infrastruktur. Getreu dem Motto „Culture Follows Structure“.  Nur wenn die Nebenschauplätze mit ihren strukturellen Reibungsverlusten beseitigt sind, kann die Kundenorientierung im Vordergrund stehen. Und genau dieser unbedingte Fokus auf das Kundenerlebnis ist das A und O im Digital Marketing.

Was zeichnet eigentlich Kundenorientierung im Digital Marketing aus?

Was am Ende beim Kunden als Eindruck ankommt, ist zwar immer subjektiv, aber es gibt ein paar Prinzipien, wie Unternehmen die Kundenorientierung forcieren können. Das wichtigste Prinzip ist „Context Awareness“. Damit meine ich eine mehrwertstiftende Personalisierung. Das heißt nicht, dass ich den Kunden detailliert kennen muss, sondern, dass das Erlebnis für mich als Endkunden in genau diesem Moment eine Bedeutung hat. Im Marketing spricht man gerne von „right person, right time, right message“. Dazu müssen Anbieter einfach mal aufhören zu senden und stattdessen Mensch sein und sich in den Kunden reinversetzen, verstehen wo er sich in seinem Entscheidungsprozess und Kommunikationsbedürfnis befindet und wie ich ihn da am besten abhole.

„Speed at Scale“ ist ein weiteres Prinzip. Damit ist ein Organisationsproblem gemeint. Wenn Unternehmen verschiedene Zielgruppen bedienen möchten, müssen sie in Millisekunden handlungsfähig sein. Der Kunde ist jetzt auf der Webseite und will eine Antwort oder eine Lösung. Dafür brauchen Firmen eine agile technische Infrastruktur, die eine Personalisierung im großen Stil automatisiert ermöglicht.

Das Prinzip der Integration dreht sich um das Zusammenführen von Informationssilos. Diesen Aspekt habe ich schon angerissen. Es ist kontraproduktiv, wenn jede Funktionsabteilung eine geschlossene Kommunikation betreibt und einen abgegrenzten Datenpool verwaltet. Nur wenn alle Puzzleteile auf einer technologischen Plattform gebündelt sind, und alle wissen, wie ihre jeweiligen KPIs auf ein Gesamtziel einzahlen, können alle Beteiligten an einem Strang ziehen.

„Focused Innovation“ ist schließlich das letzte Prinzip. Nicht jeder Anbieter braucht eine App oder ein Augmented-Reality-Feature, um Kunden ein besseres Erlebnis zu bieten. Manchmal ist es zielführender, hinter den Kulissen die Lieferkette umzubauen, um innovativ zu sein. Es geht um den Kundenmehrwert der Maßnahmen, nicht um Symbolpolitik und kurzfristige technologische Strohfeuer. Und natürlich müssen Optionen kontinuierlich geprüft werden. Nur, weil vor fünf Jahren die App nicht gut ankam, heißt das nicht, dass sie heute immer noch nutzlos wäre.

Klingt einleuchtend. Warum handeln Chefs nicht einfach danach?

Viele Entscheider spüren natürlich den Anpassungsdruck und wollen etwas ändern. Das Problem dabei: Zwar haben viele C-Level-Manager einen Instinkt dafür, dass was passieren muss. Aber es fehlt ihnen an der Zeit, das Hamsterrad anzuhalten und Dinge wirklich anders zu machen – oder Prozesse wenigstens schrittweise umzustellen. Von spielerischem Experimentieren mal ganz zu schweigen.

Häufig haben die Entscheider all diese Themen schon gehört, im Kampagnen-Alltag wird dann aber wieder agiert wie im Marketing der 1960er Jahre. Wenn die Inbox geflutet wird und die nächste Kampagne raus muss, dann wird Innovation entweder auf Workshop-Events vertagt, wo wir dann drei Tage alle agil sind, oder es werden zwei Leute auf Marsmission geschickt, die dort das Innovations-Wasser suchen sollen. Die kommen dann mit ihrem Bericht zurück und das war’s.

Meinen Job als Chief Experience Ambassador bei Adobe sehe ich darin, den Leuten bei der Interpretation zu helfen und zumindest ein „Warum“ und klare Handlungsempfehlungen auf dem Weg zu einer stärkeren Kundenorientierung zu liefern. Es kommt ja immer wieder was Neues. Dann muss man das offen angehen und interpretieren.

Als neuer Chief Experience Ambassador von Adobe nehmen Sie eine Art Evangelisten-Rolle wahr. Wie wollen Sie einen langjährigen Marketer davon überzeugen, dass Sie der passende Ratgeber sind und nicht nur Marketing-Software wie den Adobe Experience Manager promoten?

Ich will gar nicht über Tech-Features von Adobe-Software reden, sondern darüber, wie es für die Kundenorientierung überhaupt sinnvoll ist, in Marketing und Kreation datengetrieben zu arbeiten. Adobe ist ein agnostischer Technologie-Lieferant, dessen Lösungen quer durch alle Firmenbereiche eingesetzt werden. Es spricht überhaupt nichts dagegen, auch andere Tools zu verwenden. Für viele Tools stehen APIs und Integrationsmöglichkeiten zur Verfügung, sodass sich beispielsweise Adobes Künstliche Intelligenz Sensei trotzdem einbinden lässt. Die richtige Implementierung in die Firmenprozesse ist der Knackpunkt. Ich versuche in meiner Funktion, sowohl Betriebswirtschaftler als auch Kreativer zu sein. Meine Mission ist es, mit Storytelling die Brücken in den Unternehmen zu bauen, die das Umdenken und Handeln anregen.

Was hat Storytelling damit zu tun? Machen Sie Ihre Gesprächspartner zu Protagonisten einer Heldengeschichte?

Storytelling ist ein Instrument, um mit Empathie einen Erkenntnisgewinn zu vermitteln. Dabei muss es sich nicht um eine klassische Heldengeschichte handeln. Ich freue mich natürlich über jeden Kunden, der in seinem Unternehmen heldenhaft einen Drachen erlegt hat und erzähle gerne von ihrer Reise, aber da kommen wir wieder zur Empathie. Welche Erzählform ich wähle, kommt auf den Empfänger an. Selbst ein Tweet mit 140 Zeichen kann Großes bewegen.

Gehen auch 280 Zeichen?

Nein, ich bleibe da lieber oldschool. Ich versuche es zumindest. Change Resistance und so…

Julian A. Kramer, danke für das Gespräch.

Kundenorientierung Adobe Interview
Julian A. Kramer von Adobe im Interview mit Netzpiloten-Redakteur Berti Kolbow-Lehradt. Image by Florian Beck

Über Julian A. Kramer, Chief Experience Ambassador, Adobe Central Europe

Als Chief Experience Ambassador nimmt Julian A. Kramer seit Oktober 2017 eine Art Evangelisten-Rolle bei Software-Hersteller Adobe ein. Wie Unternehmen im Digitalzeitalter durch datengetriebenes Marketing ihre Kundenorientierung forcieren und Kunden mit Erlebnissen an sich binden, ist seine Botschaft. Als MBA-Absolvent sowie durch seine Erfahrung als Regisseur und Hochschuldozent für Kreativtechniken kann er Quartalsberichte ebenso gut interpretieren wie packende Geschichten erzählen. Mit diesem Fähigkeitsmix hat Julian A. Kramer vor seinem Wechsel zu Adobe in der hauseigenen Kreativberatung THE ZOO von Google in der DACH-Region Kunden beraten. Außerdem hat er das Customer-Centric Marketing Executive Education Programme in der EMEA-Region verantwortet. Dabei gab er Top-Managern großer Werbekunden Know-how und Denkanregungen für ihren Weg durch die Digitale Transformation an die Hand.

Dieses Interview entstand in Zusammenarbeit mit Adobe.


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Alten Vorständen und Aufsichtsräten fehlt die digitale Expertise – Plädoyer für Nerds in der Chefetage

Teamwork in the workplace (adapted) (Image by Štefan Štefan?ík [CC0 Public Domain] via Unsplash)

Unternehmerisches Denken und Digitalkompetenz werden häufig als die zentralen Schlüsselfähigkeiten für die Meisterung der Herausforderungen im digitalen Zeitalter genannt. Grund genug für das Forscherteam von Julian Kawohl, Professor für Strategisches Management an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin, einmal genauer hinzusehen, inwieweit deutsche Vorstände in DAX- und MDAX-Konzerne hierfür entsprechende Erfahrungen mitbringen. Das Ergebnis ist niederschmetternd. „Die Befunde haben uns in ihrer Radikalität erstaunt. Nur 25 Prozent der untersuchten 411 Lebensläufe kann unternehmerische Erfahrungen vorweisen und acht Prozent verfügen über Digitalerfahrungen“, so Kawohl im Netzpiloten-Interview.

Auch das Durchschnittsalter der Vorstände spricht nicht für frische Geister in den größeren Unternehmen. Es liegt bei knapp 53 Jahren. „Volkswagen hat den ältesten Vorstand. Der geht auf die 60 zu“, kommentiert der Wissenschaftler. Hier liegt vielleicht eine Ursache für das rückwärtsgewandte Dieselniveau der Wolfsburger Top-Manager. Interessant sind die Indikatoren für die relativ austauscharme Luft auf den obersten Etagen der Konzern-Führungsriegen in Deutschland.

Wer im Kamin hochfährt, bleibt im alten Trott

„Wer klassische Konzernkarrieren macht und den Kamin hochfährt, kann kaum Außenerfahrungen sammeln im digitalen Kontext oder im Umfeld von Startups. Auch die unternehmerische Expertise bleibt auf der Strecke“, so Kawohl. Er selbst hat bei AXA erlebt, wie Vorstandsberufungen ablaufen. Da werden klassische Headhunter beauftragt, die dieses Geschäft schon seit Jahrzehnten erledigen. Es sind immer die üblichen Adressen. Die bekommen ein Profil und schauen in ihrem alten Netzwerk nach geeigneten Kandidaten. Manchmal sind es auch Seilschaften, die von ehemaligen Unternehmenschefs organisiert werden. Das Suchfeld sei so ausgeprägt, den alten Kreislauf der Deutschland AG in Betrieb zu halten, weiß Kawohl: „Unter solchen Bedingungen kann wenig Neues von außen kommen.“

Juristen und Controller in Aufsichtsräten Teil des Kreisverkehrs der Deutschland AG

Zudem erschwert die Zusammensetzung der Aufsichtsräte die Findung von digitalen Talenten. In diesen Gremien sitzen ehemalige Vorstände, Juristen, Controller, institutionelle Anleger oder irgendwelche milliardenschweren Investoren. Sie sind Teil des alten Kreisverkehrs und eher an geschlossenen Formationen interessiert. „Die kulturellen Unterschiede zwischen denjenigen Nachwuchskräften, die man dringend braucht und den alten Tankern, die transformiert werden müssen, sind doch sehr groß. Da hilft dann auch die Gründung von Labs oder der Kauf von Startups nicht weiter“, erläutert Kawohl gegenüber den Netzpiloten.

Axel Springer: 90 Prozent der Top-Manager ausgewechselt

Wie sich das in der radikalen Form ändern lässt, belegt das Beispiel des Axel Springer Verlages: „Die erwirtschaften mittlerweile deutlich mehr als die Hälfte des Umsatzes und des Gewinns über digitale Themen. Das Medienunternehmen ist durch einen extrem schmerzhaften Prozess gegangen. In zehn Jahren wurden 90 Prozent des Top-Managements ausgetauscht“, so Kawohl. Für Daimler wäre das wohl etwas zu sportlich. Aber prinzipiell muss es eine Verjüngung des Vorstandsteams und eine Mischung der Struktur in der obersten Führungsetage geben.

Empfehlungen für Konzerne

Folgende Vorschläge macht die Studie der HTW-Berlin: Aufbau von Senior-Junior-Vorstandstandems zur gegenseitigen Befruchtung; Vermehrte Job-Rotation und Einsatz der Vorstandskandidaten in Digitalbereichen und ?internen Startups; Gezielte Übernahme von Startups inklusive deren Gründerteam und Einsatz in ?Topmanagement-Positionen im Mutterkonzern ?- gelingt nur bei einem Kulturwandel.

Dazu kommen Rekrutierung des Topmanagements auch für klassische Business-Ressorts von außen in der ?Start-up-Szene; Schaffung eines Umfelds, das es Talenten aus der Digitalszene und ehemaligen Unternehmern ?ermöglicht, in das Topmanagement etablierter Unternehmen aufzusteigen; Besetzung des Aufsichtsrats und hier insbesondere des Nominierungsausschusses durch ?Personen mit Entrepreneurship- und Digitalerfahrung; Schaffung von externen Beiräten zum Coaching von Aufsichtsrat und Vorstand für die ?Vorstandsnachfolgeplanung.

„Insbesondere aus Sicht der Investoren ist es wichtig, dass Unternehmensvorstände nicht nur über das theoretische Wissen verfügen, den digitalen Wandel zu gestalten. Konkret bedeutet dies, dass Investoren bereit sind, einen höheren Preis zu zahlen für ein Unternehmen, das mit der digitalen Transformation konfrontiert wird, wenn es von einem Vorstand geleitet wird, der diese strategischen Herausforderungen auch durch seine Persönlichkeit verkörpert“, betont Kawohl.

Digitalisierung reicht nicht aus

Dabei darf die reine Digitalisierung nicht mit der digitalen Transformation verwechselt werden. Darauf verweist der CIO-Kurator Stefan Pfeiffer: „Digitale Technologien haben wir auch schon zu Zeiten von SAP- und PeopleSoft-Einführungen und auch vorher genutzt, um Prozesse zu automatisieren.“ 

Es sei eben nicht damit getan, „nur“ in neue und bessere Technologien zu investieren, um die Organisation auf Effizienz zu trimmen. Dieser Denkansatz dominiert in vielen Unternehmen. Wahre digitale Transformation erfordere einen fundamentalen Wandel, wie Leute arbeiten und welche Angebote man Kunden mache. Bestehende IT Systeme – die viel zitierten Legacy-Systeme – seien oft eher eine Bürde denn eine Hilfe, schreibt Pfeiffer.

Auch das spricht für die Rekrutierung von neuen Führungskräften, die Erfahrungen bei der Etablierung von digitalen Geschäftsmodellen haben.

Digitale Weiterbildung in Eco-Systemen

Einen weiteren Weg skizzierte eine Expertenrunde des Bundesverbandes der Unternehmensberatungen (BDU) auf der Kölner Fachmesse Zukunft Personal. Kenntnisse in Data Science, Künstlicher Intelligenz, Internet der Dinge, Umbau der Wertschöpfungsketten, digitale Veredelung von Diensten und Produkten sollten fester Bestandteil der beruflichen Weiterbildung sein. Allerdings nicht mit Silo-Denken: „Am Ende sucht die Wirtschaft funktionsübergreifend die gleichen Profile und Skills und in der digitalen Transformation laufen die Entwicklungen zu schnell, um sie selbst auszubilden“, sagt Yvonne Balzer Direktorin und Mitglied der Geschäftsleitung von Kienbaum. Die Eco-Systeme werden unternehmensübergreifende Themen noch mehr zusammenbringen und die Funktionsgrenzen in den Unternehmen gnadenlos aufweichen, so die Prognose der Talkrunde. Der Trend sollte auch bei der Gewinnung von digitalen Talenten zur Share Economy gehen.

Mit geschlossenen Zirkeln und Kaminkarrieren werden sich die DAX- und MDAX-Konzerne schwer tun, die Vorstände zu Super-Nerds zu verwandeln. Das Notiz-Amt empfiehlt den Personalexperten die Zusammenarbeit mit dem Chaos Computer Club. Die Vorgestern-Headhunter sollten in den verdienten Ruhestand verabschiedet werden. Wer weitere Infos zur Studie von Professor Kawohl bekommen möchte, kann sich direkt an das Notiz-Amt wenden.


Image (adapted) Teamwork in the workplace by Štefan Štefan?ík (CC0 Public Domain)


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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

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  • TV-DUELL merkur: TV-Duell im Netz: „Ich wünsch mir Claus Strunz als Kanzler“: Twitter ist sicherlich eines der beste sozialen Medien, um in einem regelrehcten Bewusstseinsstrom seine Meinung kund zu tun. So blieb selbstverständlich das gestrige TV-Duell zwischen den Kanzlerkandidaten Angela Merkel und Martin Schulz nicht unkommentiert. Schon eine Stunde vor Beginn der Übertragung zählt #tvduell schon zu den deutschen Trending Topics. Beim vermeintlichen Höhenpunkt des Wahlkampfes blieben aber genau diese aus, zahlreiche Themen seien zu kurz gekommen. Einige Reaktionen aus dem Netz lassen den Abend noch einmal Revue passieren.

  • CARSHARING t3n: Der Digitalchef von VW prophezeit das Ende des Carsharings: In größeren deutschen Städten teilt man sich schon lämngere Zeit die Autos per App. Carsharing gehört laut dem Chief-Digital-Officer von Volkswagen, Johann Jungwirth, jedoch nicht zur digitalen Zukunft und Transformation. Sein Fokus: Telematik und das vernetzte Fahrzeug.  Stattdessen sehe er einen Paradigmenwechsel im Bereich Autonomes Fahren und was schon in naher Zukunft marktfähig sein soll. Denn genau diese Transformation soll Carsharing obsolet machen.

  • MICROSOFT heise: Windows Mixed Reality: Warum Microsoft seine VR-Brillen „Mixed Reality“ nennt: Der Virtual Reality-Markt wird derzeit überlaufen wie fast kein anderer. Klar, dass sich mancher Hersteller deswegen auch von der Konkurrenz abheben will. Microsoft bietet mit seinen VR-Brillen nämlich sogenannte „Windows Mixed Reality“ Brillen an. Nach der Definition von Greg Sullivan, Director of Communcations for Mixed Reality bei Microsoft, ist Mixed Reality ein Spektrum – zurzeit befinden sich auf der einen Seite reine AR-Produkte, auf der anderen Seite sind es VR-Geräte wie die Windows-Headsets.  Im Gespräch mit Heise CT verrät Greg Sullivan Details zur Software und zum Tracking.

  • IFA zeit: IFA mausert sich zur Smartphone-Messe: Halbzeit bei der Internationalen Funkmesse – noch bis Mittwoch kann die IFA 2017 in Berlin, eine der größten Elektronikmessen Deutschlands, besucht werden. Gerade das Smartphone scheint nun beispielsweise immer mehr im Fokus zu bestehen bezoehungsweise scheint die IFA eine bedeutsamere Plattform für die Smartphone-Schau zu werden. Am 12. September wird voraussichtlich das neue iPhone präsentiert und die aktuellen Samsung Modelle wurden vor Wochen präsentiert, trotzdem kann man in diesem IFA-Jahr nicht nur neue Mittelklasse-Smartphones sehen, die sich an ein weniger zahlungskräftiges Publikum richten, sondern auch frische Spitzenmodelle. 

  • WLAN welt: Mesh-Netze bringen das Heim-WLAN in jede Ecke: Viele WLAN-Nutzer haben das Problem, dass ihr Haus nicht ausreichend von ihrem Funknetzwerk abedeckt ist -steht der Rooter im Erdgeschoss, bleibt das WLAN im 1. Stock oft schlechter. Eine neue Technik namens Mesh-WLAN soll jetzt den Internetempfang verbessern. Sie soll ein großes Problem gängiger WLAN-Repeater beheben. Mesh-WLAN soll ein Funknetz sein, dass quasi aus mehreren Knoten besteht und über jeden dieser Knoten einen Zugangspunkt zum Netzwerkk bietet. Die einzelnen Zugangspunkte spannen dann ein vermaschtes Netz in der Wohnung auf und steuern den Datenverkehr der verbundenen Geräte.

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„Digital Factory Talk“ der Beiersdorf AG: Prof. R. May Lee über Digitalisierung in China

City of Lights (adapted) (Image by Maher Najm [CC0 Public Domain] via flickr)

Eine Sache über China, die komplex ist, stellt seine Größe dar – es gibt nicht wirklich ein China”, betonte Prof. May Lee bei ihrem exklusiven Vortrag Mitte März bei der Beiersdorf AG in Hamburg. Im Rahmen des Digital Factory Talks, der für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Unternehmens abgehalten wird, referierte sie über die Problematik des Verstehens des chinesischen Marktes. Ein gerade für die Beiersdorf AG wichtiges Thema, möchte das Unternehmen doch noch in diesem Jahr neue Produkte für den asiatischen Markt launchen.

May Lee (Image by Beiersdorf AG)
Prof. R. May Lee. Image by Beiersdorf AG

Mit Frau Lee als Referentin hatte sich das Unternehmen eine hervorragende Rednerin nach Hamburg eingeladen. Sie ist Dekanin der Fakultät für Unternehmertum und Management an der ShanghaiTech University und eine Expertin für Themen wie Innovation, Geschäftsführung und bi-kultureller Bildung. Sie betonte vor allem die von Außenstehenden unerwartete Komplexität und vielen Gegensätze Chinas. „Nur sehr wenig ist in China einfach oder uniform“, so May Lee.

Vor allem im Westen wird China als allgemein reiches und mächtiges Land angesehen. Dies stimmt zwar, trotzdem leben aber noch heute rund 650 Millionen chinesische Bürger in Armut – rund die Hälfte der Gesamtbevölkerung. Derartig markante Unterschiede zeichnen das Land wie kein anderes aus. Reichtum existiert neben Armut, urbane Superlativen neben ländlicher Simplizität, Tradition trotz Moderne und sogar analog wie auch digital – China ist ein Land der Gegensätze.

Polarisierender Populismus, wie wir ihn zurzeit in der politischen Landschaft der USA beobachten, faszinieren zwar die chinesische Regierung ebenso wie den Westen, zwingen aber auch zu einer Politik der Stabilität, um den in Armut lebenden Teil der Bevölkerung ruhig zu halten, genau wie die Menschen in den städtischen Metropolregionen, denn für die wachsende Mittelklasse wird das Leben in den Städten immer teurer. Schon jetzt orientieren sich viele Richtung Land.

Existiert Innovation in China?

Denkt man an die chinesische Industrie, ist dieser Gedanke oft negativ mit dem Vorwurf des ‚copycatting‘ konnotiert. Ein Produkt kommt auf den Markt und wird in Windeseile in China kopiert, hergestellt und schamlos weitervertrieben. Auch May Lee sieht das Fehlen von Entwicklung neuer, innovativer Produkte noch als großes Problem, gleichzeitig sei es aber eine Stärke, existierende Produkte in einer solch immensen Geschwindigkeit herzustellen oder zu ändern.

Gibt es aber dann überhaupt noch Innovation in China? Ja – meint May Lee, den größten Innovationsfaktor sieht sie bei neuen Geschäftsmodellen. China könne wie kein anderes Land Modelle kombinieren und verbessern und sich so regelrechte Imperien aufbauen. Ein weiteres Talent sei es, dieses Geschäftsmodell auch in Windeseile wieder anzupassen. Das Adaptionsvermögen des chinesischen Marktes ist auch eine seiner unverwechselbaren Stärken.

Ein Beispiel dafür ist das chinesische Vorzeigebeispiel WeChat – eine Mischung aus Twitter, WhatsApp, Facebook und Instagram mit 800 Millionen Nutzern – das mit dem Feature ‚WeChat Wallet’ mittlerweile auch ein chinaweites Mobile-Payment-System anbietet. Auch die großen BAT-Firmen Baidu, Alibaba und Tencent stehen für den Fortschritt in der chinesischen Internet- und Big-Data-Branche und zeugen von Chinas Innovationsvermögen im Bereich Geschäftsmodelle.

Was man über den chinesischen Markt wissen muss

Nach dem Vortrag hatte ich exklusiv für die Netzpiloten die Gelegenheit, Prof. May Lee nach einer eigenen Zusammenfassung ihres Vortrages bei der Beiersdorf AG zu bitten und die ihrer Meinung nach drei wichtigsten Haupterkenntnisse zusammenzufassen. Sie betonte, „dass man, um China und dessen Unterschiede in seiner Gesamtheit zu verstehen, es unter Einbezug der Historie betrachten muss“.

Es muss verstanden werden, dass China ein Land der Gegensätze ist. Viele Menschen begreifen das nicht, denn wenn sie von China sprechen, denken sie an eine Milliarde Menschen, die alle gleich aussehen und sind“. Dabei ist China „heutzutage in vielen Aspekten, wie beispielsweise Alter, Geschlecht, Vermögen, Geografie oder Einstellung, sehr unterschiedlich“, wie May Lee in ihrem Vortrag aufgezeigt hat.

Und May Lee plädiert für eine angstfreiere Betrachtung des Landes: „China bewegt sich immer noch rasend schnell nach vorn. Man sollte versuchen, nicht so viel Angst vor China zu haben. Es ist immer noch separiert genug, dass wir im Westen uns nicht davor sorgen müssten, dass sie plötzlich ‚die Führung übernehmen’. Ich denke, es ist viel wichtiger, darüber und davon zu lernen und darüber nachzudenken, was das für uns bedeutet.

Die Digital Factory von Beiersdorf

Zu unserem Besuch in der „Digital Factory“ der Beiersdorf AG werden wir noch gesondert berichten – wer sich schon mal einen Überblick verschaffen möchte, wie das Unternehmen dort mit digitalen und innovativen Methoden arbeitet, schaut sich am besten dieses Video an:

 


Image (adapted) „City of Lights“ by Maher Najm (CC0 Public Domain)


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Wie technokratische Metaphern das Denken vernebeln

light-1365093_1920 (adapted) (Image by bykst [CC0 Public Domain] via pixabay)

Den Predigern des Managements sollte man mal die Frage stellen, was denn die ganzen Empfehlungen, erfundenen Modelle, Regeln und empirisch nicht nachprüfbaren Thesen wert sind, wenn es um die Rolle von Glück und Zufall geht? Malte Buhse widmete sich in der Wirtschaftswoche vor einigen Wochen dem neuen Buch von Michael Lewis, in deutscher Übersetzung unter dem Titel „Aus der Welt” erschienen. Es ist wohl kein Zufall, dass sich der amerikanische Sachbuchautor dem Leben von Daniel Kahneman und Amos Tversky widmet, den Begründern der Verhaltensökonomie. Er beschreibt darin die Geschichte ihrer Freundschaft und Zusammenarbeit, die das Wissen über Entscheidungsprozesse veränderte. In den USA ist das Werk ein Bestseller:

Es wäre für Lewis ziemlich verlockend, seinen Erfolg vor allem Ehrgeiz, Fleiß und harter Arbeit zuzuschreiben; oder irgendeinem besonderen Talent, das ihm nun mal mit auf den Lebensweg gegeben wurde. Doch Lewis verleugnet nicht, dass auch noch etwas anderes eine Rolle spielte ? der pure Zufall. Denn vor Jahrzehnten hatte er eine dieser Begegnungen, bei denen man erst hinterher erkennt, dass sie letztendlich über das eigene Leben entschieden”, führt Buhse aus.

Psychologen und nicht allzu viele Ökonomen beschäftigen sich wieder intensiver mit einer uralten Frage: Wie viel Einfluss hat der Mensch auf sein Leben? Und sollte Erfolg nicht besser mit Glück gleichgesetzt werden statt mit Ehrgeiz, Fleiß und Disziplin? Ob ein neuer CEO ein Unternehmen zum Erfolg führen wird oder nicht, lässt sich nur selten zuverlässig vorhersagen.

Wackelpudding-Managementmodelle

Schon gar nicht beim Einsatz von irgendwelchen Wackelpudding-Managementmodellen, die sich in keiner Weise überprüfen lassen oder die sich sogar explizit einer Überprüfung entziehen. Für das Ego von Beratern und Führungskräften ist das natürlich schlecht:

In einer Studie kamen die Managementforscher Chengwei Liu (Warwick?Universität) und Mark de Rond (Business School der Universität Cambridge) Anfang 2016 zu dem Schluss: „Über Glück spricht man unter Managern nur ungern. Das Duo wertete für seine Übersichtsstudie knapp 2000 Studien aus 60 Jahren aus. Nur zwei Prozent davon beschäftigten sich mit dem Einfluss des Glücks auf den Unternehmenserfolg oder die Leistung von Führungskräften”, schreibt Buhse.

Manager leiden nach Auffassung von Liu unter einer Illusion, „sie halten die Welt für kontrollierbarer und vorhersehbarer, als sie wirklich ist.” Das sei keine Lappalie, sondern hat negative Folgen: Führungskräfte und auch der Management-Nachwuchs neigen zur Selbstüberschätzung.

Zumutungen für die Modellschreiner im Management

Die beiden Forscher machen in ihrer Studie einen radikalen Gegenvorschlag: Spitzenpositionen in Unternehmen sollten einfach in einem Kreis von geeigneten Kandidaten verlost werden. Das sei günstiger, schneller und am Ende genauso erfolgreich wie langwierige Bewerbungsprozesse. Das ist für die Modellschreiner im Management, in der BWL und in der VWL natürlich eine Zumutung. Sie verstecken sich lieber hinter technokratischen Metaphern, um die Dürftigkeit ihrer theoretischen und praxisrelevanten Ansätze zu vernebeln. Technokratische Metaphern und Begriffshubereien sind ein bequemer Ersatz für das Denken. Sie verankern sich im Gedächtnis. Da man sie nicht ohne weiteres einer kritischen Analyse unterziehen kann, haben sie unter Umständen selbst dann beträchtliche Auswirkungen auf das Urteilsvermögen, wenn sie unangemessen, nutzlos oder irreführend sind. Sie setzen semantische Zweideutigkeit an die Stelle echter Unsicherheiten im Hinblick auf die Welt. Sie sind nichts anderes als ein Deckmantel. Nachzulesen im Schrifttum des leider viel zu früh verstorbenen Psychologen Amos Tversky.

Ökonomistische Fabriklogik hinter modernen Begriffen

Hinter dem Schleier von modern anmutenden Begriffen wie Arbeiten 4.0, Lean Management oder Digitale Transformation steckt häufig die alte ökonomistische Fabriklogik, um Organisationen auf Effizienz zu trimmen, ob man nun bunte Knöpfchen nach Gamification-Muster in der Fabrikhalle drückt oder am Laptop E-Mails nach Zeitvorgabe bearbeitet. In nahezu jeder öffentlichen Diskussion über die Zukunft der Arbeit oder über Vereinbarkeit werde man nach Ansicht von Robert Franken mit den gleichen Buzzwords konfrontiert. Da ist die Rede von „vollzeitnaher Teilzeit“, von „Wiedereinstieg“ oder „Flexibilisierung“. Wir sprechen von „Minderleister_innen“, „Leistungsreduzierten“ und „Human Resources“. „Was dabei völlig aus dem Blick gerät, ist das, was  diese ‚ökonomisierte Distanz’ in der Sprache mit den Menschen macht, geschweige denn: was diese Menschen denn überhaupt wollen und brauchen“, so Franken. Sein Blog „Digitale Tanzformation“ hebt sich erfrischend von den digital-transformatorischen Langweilern ab, die einem jeden Tag über den Weg laufen.

Digitales Fließband im Büro

Johannes Böhme hat die digitale Management-Semantik-Sauce  in der Märzausgabe der Zeitschrift brandeins aufs Korn genommen und bezieht sich dabei auf eine Studie des Soziologen Andreas Boes:

Die Arbeit im Büro ähnele immer mehr der Arbeit in der Fabrik: Kleine, standardisierte Arbeitsschritte würden unter Zeitdruck wie an einem ‚digitalen Fließband‘ am Computer abgearbeitet und von Software protokolliert.

Der „Wandel“ trage dabei verschiedene Namen wie „lean“ oder „agile“. Immer gehe es darum, die Arbeit in den Büros schneller, besser und effizienter zu machen. „Lean“ sei vor allem ein Mittel, um aus den Leuten mehr rauszuholen, so Bettina Seibold vom Institut für Medienforschung und Urbanistik in Stuttgart

Jeden Tag treffen sich die Mitarbeiter vor einer Tafel, auf der ihre Arbeit in verschiedenen Farben abgebildet wird. Jeder muss kurz sagen, wie es bei ihm steht, und dann wird das übersetzt in Rot oder Grün. Rot heißt, dass Deadlines nicht eingehalten, Kosten überschritten, Probleme nicht gelöst werden“, schreibt Böhme.

Das Notiz-Amt verweist auf die desaströsen Zufriedenheitswerte, die jährlich vom Gallup-Institut zur Arbeitswelt publiziert werden. Was wir bei der Digitalisierung der Ökonomie erleben, ist eben vielfach nur Dressur-Management im Hamster-Käfig. Für viele Beratungs-Gurus ist das eine unerträgliche Schlussfolgerung. Was Seibold und Co. forschen, sei nach Ansicht einiger Protagonisten der Lean-Szene natürlich alles nur Bullshit. 

Die haben das Modell nicht verstanden, es fehlen repräsentative Stichproben und Praxiserfahrungen. Bei einigen Debattenteilnehmern fehlt es allerdings an Kenntnissen über wissenschaftliche Methoden, wenn noch nicht einmal der Unterschied zwischen qualitativen und quantitativen Umfragen erkannt wird.


Image (adapted) „light-1365093_1920“ by Jamjar (CC0 Public Domain)


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  • RECHT heise: EU-Parlamentsausschuss billigt Verbot anonymer Online-Zahlungen: Der Innenausschuss (LIBE) und der Wirtschafts- und Finanzausschuss (ECON) im Europäischen Parlament haben dem Entwurf für die 5. Anti-Geldwäsche-Richtlinie zugestimmt, laut dem unter anderem anonyme Online-Zahlungen innerhalb der Europäischen Union verboten werden sollen. Die Grenze bei Transaktionen mit anonymen Prepaid-Karten wird auf 150 Euro herabgesetzt. Überdies müssen alle Transaktionsdaten bei Finanzdienstleistern mindestens fünf Jahre gespeichert werden. In den Ausschüssen wurde ein Änderungsantrag abgelehnt, mit dem die Höchstgrenze von 250 Euro bei Prepaid-POS beibehalten werde sollte. In einem nächsten Schritt wird das Parlament abschließend im Europäischen Rat mit den Mitgliedsländern verhandeln.

  • BUZZWORD t3n: Digitale Transformation erfordert einen Paradigmenwechsel: Unter dem Begriff Digitale Transformation, der häufig auch mit Digitaler Business Transformation gleichgesetzt wird, versteht man die Wandlung eines Unternehmens und der vorherrschend noch analogen Tools und Prozesse hin zu einer weitestgehend digitalisierten Abwicklung durch Nutzung modernster Technologien, wobei dieser Shift zum Teil massive strukturelle, prozessseitige- und auch mitarbeiterrelevante Auswirkungen haben wird und demnach aus drei Hauptkomponenten besteht: IT-Infrastruktur, Prozesse und Mitarbeiter. Diese Komponenten können auf zwei Bestandteile reduziert werden, da Mitarbeiter und Prozesse sehr eng miteinander verknüpft sind.< p>

  • APP Welt: Die Zeit der App ist vorbei – außer in Deutschland: Die App-Nutzung in Deutschland hat von Januar 2014 bis Dezember 2016 um 13 Prozent zugelegt. Das geht aus einer Erhebung von Adobe Digital Insights hervor, die das Unternehmen im Rahmen des Mobile World Congress (MWC) in Barcelona vorgestellt hat. Deutschland sei damit „Weltmeister in der Mobile-App-Nutzung“, heißt es in der Mitteilung von Adobe. Damit läuft die Entwicklung in Deutschland klar gegen den internationalen Trend: Weltweit ging die Zahl der App-Neuinstallationen der Erhebung zufolge im selben Zeitraum nämlich deutlich zurück.

  • DATA zeit: Internet der Kuscheltiere: Nach Sicherheitslücken bei Hello Barbie und dem umstrittenen Verbot der Puppe Cayla gibt es erneut Aufregung um vernetztes Kinderspielzeug mit Sicherheitsproblemen. Betroffen ist ein Teddy aus der Cloudpets-Reihe, der mit Kindern diskutieren kann. Leider entschied sich der US-Hersteller Spiral Toys dazu, sämtliche Account-Daten in einer offenen MongoDB-Datenbank abzulegen, wie der Sicherheitsforscher Troy Hunt berichtet. MongoDB-Datenbanken werden immer wieder falsch konfiguriert und ermöglichen dann den unbegrenzten Zugriff auf die Daten. Mittlerweile haben Erpresser die ungesicherten Datenbanken als Geschäftsmodell erkannt. Im Falle von Cloudpets fanden sich Daten zu 800.000 Accounts. Außerdem wurden Sprachsamples der Nutzer, in den meisten Fällen also von Kindern, abgelegt. Nach Angaben von Hunt enthält die Datenbank Verweise auf fast 2,2 Millionen solcher Audiodateien.

  • GOOGLE GoogleWatchBlog: Google startet versehentlich neue Plattform für Business-Videokonferenzen: Was wären große Unternehmen ohne Videokonferenzen? Nicht wenige Menschen mit einem Büro-Job befinden sich mittlerweile zu einem großen Teil ihrer Arbeitszeit in Videokonferenzen und nutzen die Möglichkeiten dieser neuen Technologien. Bisher dominiert vor allem Microsoft mit Lync und Skype diesen Markt, aber Google hat diesen Bereich schon vor längerer Zeit für sich selbst entdeckt und greift nun mit einem neuen Angebot an. Meet by Google Hangouts ist seit gestern Online und wurden von Google offensichtlich nur versehentlich angekündigt, denn sowohl die Ankündigung als auch die dazugehörige iOS-App sind wieder verschwunden. Das Angebot selbst steht aber noch offen bzw. es kann zumindest die Webseite besucht werden. Die Webseite erinnert aber weniger an einen Messenger als viel mehr an einen Desktop, den man durchaus den ganzen Tag auf einem großen Bildschirm geöffnet haben könnte.

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Von der Lust am digitalen Experiment – Zwischenlösungen ohne Gewissheiten

Hände (adapted) (Image by geralt [CC0 Public Domain] via pixabay)

Wenn man den digital-transformatorischen Vordenkern mit ihren 4.0-Gesängen folgt, gewinnt man den Eindruck, irgendwann ins Land der Netzbeglückung zu gelangen und alles ist gut. Folge dem Pfad der Vernetzung und Deine Unternehmung ist gerettet. Schlusspunkt, Erkenntnis, Umsetzung und schon stellt sich der Erfolg ein. Du startest und gelangst an ein Ziel. Das Denken dieser Zeitgenossen ist statisch, ihre Sprache leer und langatmig. Dabei benötigen wir doch Erzählungen, die uns aus diesem mechanistischen Gefängnis der Erfolgsformel-Laberei befreien.

Auf der Suche nach Bruchstellen

In der digitalen Sphäre geht es um Vorläufigkeit und Nichtlinearität. Wir zerlegen, bearbeiten und verschieben Projekte und Formate, um an den Bruchstellen, den Knicken, den Faltungen und Lockerungen nach neuen Anschlussmöglichkeiten zu suchen, an denen wir dann weiter experimentieren sowie neue Ideen einhaken und weiter entwickeln können. So hat es Stephan Porombka, Professor für Texttheorie und Textgestaltung, in seinem Futurepublish-Vortrag in Berlin zum Ausdruck gebracht.

Man arbeitet nicht an letzten Lösungen oder Verheißungen für die Ewigkeit, sondern beschäftigt sich mit Zwischenlösungen.

Achtung, digital-transformatorische Scharlatane

Die von uns in die Wege geleiteten Veränderungen erreichen kein Plateau, auf dem dann wieder eine Zeit lang Ruhe einkehrt. Das vermitteln Scharlatane: die digitale Transformation wurde nach Maßgabe des Beraters realisiert, jetzt können wir wieder zur Tagesordnung übergehen. „Allem ist eingeschrieben, dass nichts so bleibt, wie es jetzt schon angekündigt wird, sondern eben nur eine Zwischenstufe auf dem Weg zum Nächsten ist“, sagt Porombka.

An die Stelle von Gewissheiten rückt das Experiment. Man schaltet um von einer recht großen Formen- und Formatsicherheit, die auf Marktsicherheit berechnet ist, auf die Unsicherheit des Experiments, ohne zu wissen, ob es dafür überhaupt einen funktionierenden Markt gibt.

Nicht-Experimentieren ist keine Option

Das gilt auch für die Wissenschaften, wie es Uwe Schneidewind, Präsident des Wuppertal-Instituts, im Utopie-Podcast #KönigvonDeutschland erläutert. Die modernen und hoch komplexen Gesellschaften können nur noch als experimentierende Gesellschaften existieren. Der Versuch der Wissenschaften, in sich geschlossene analytische Modelle auf den Weg zu bringen, ist zum Scheitern verurteilt. Wir brauchen die Organisation von verteilten Experimenten. „Nicht-Experimentieren ist keine Option. Erstarrungshaltungen sind das Fatalste, was passieren kann“schn, so Schneidewind.

Das Bedürfnis nach mathematischer Genauigkeit zur Steuerung und Kontrolle von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft führt in die Irre. Wir bekommen die Unberechenbarkeit doch jeden Tag zu spüren. Die Kinder fressen selbst die digitalen Revolutionäre von gestern. Heute werden Online-Redaktionen mächtiger und sammeln symbolisches Kapital im Verhältnis zu den Print-Redaktionen, die immer stärker unter Rechtfertigungszwang stehen.

Auch Online-Redakteure sehen irgendwann alt aus

Doch selbst in den Online-Redaktionen sieht Porombka wieder eine Ausdifferenzierung zu neuen Akteuren, die sich dem Mobile Reporting verschrieben haben. Die Revolutionäre von gestern warnen mittlerweile vor den Folgen eines einseitig auf die sozialen Medien ausgerichteten Journalismus. Alles sei zu schnell, zu oberflächlich, zu sehr auf Klicks und Likes bedacht. Die mobile Fraktion, die etwa beim Livestreaming Akzente setzt, spürt den Druck von neuen Akteuren, die sich dem 360-Grad-Journalismus mit Videos und Fotos verschreiben. Künftig werden es Kontextprofis sein, die personalisierte Szenarien in Kombination mit Algorithmen und Bots realisieren und sich zur neuen Avantgarde des Digitalen aufschwingen. Wir werden überholt von Phänomenen, die wir selbst in Gang gesetzt haben.

Gestaltung im Fluss der Zwischenstände

„Wenn man weiß, dass sowieso alles anders wird, dann ist damit noch nicht entschieden, wie es anders werden könnte“, betont Porombka. Sagen, wie es richtig anders werden könnte, ist wohl die wichtigste Herausforderung im Fluss der Zwischenstände. Welche Öffentlichkeit eine freiheitlich-demokratische Grundordnung braucht, wäre so eine Gestaltungsaufgabe. Wie gehen wir mit den populistischen Anstachelungen des Twitter-Präsidenten Donald Trump, der seine Timeline mit Propaganda flutet und offene Plattformen des Netzes instrumentalisiert, um die offene Gesellschaft abzuschaffen, um? Was machen wir mit Bots, die vorgestanzte Meinungen unablässig wiederholen? Wir müssen endlich merken, wie wichtig es ist, darüber nachzudenken, was eine Öffentlichkeit ist – so profan das auch klingen mag.

Einen Überblick im Digitalen zu bekommen, ist nach Auffassung von Porombka unmöglich. Wir können das Ganze auch nicht mehr rückgängig machen oder einen zentralen Zugriffspunkt erhaschen, um Dinge zu regeln. „Unter den gegenwärtigen Bedingungen wird deutlich, dass es nicht mehr bloß um den Hype des Forschritts geht – es gibt den linearen Fortschritt nämlich gar nicht. Es geht auch nicht darum, einfach nur Content auf eine möglichst innovative Weise in Umlauf zu bringen. Es geht um die Gestaltung von Öffentlichkeit“, so Porombka.

Das kann nicht mehr der große Wurf sein. Die Entdeckung oder Wiederentdeckung einer kritischen Geste würde schon reichen. Kleine Schritte im Alltag ohne Besser-Wisser-Attitüde und Formel-Idiotie zur Bewältigung von Komplexität. Das Notiz-Amt sieht sich da als Experimentierstube. Das gilt auch für Interviews.

+++ Livestream vom 22. Februar um 18:00 Uhr +++


Image (adapted) „Hände“ by (CC0 Public Domain)


 

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Netzpiloten sind Partner der Digital Finance World 2017

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Vom 01. Bis 02. März 2017 findet in Frankfurt der Kongress KuppingerCole’s Digital Finance World 2017 (DFW) statt. Die Finanz- und Versicherungswelt trifft sich dort, um sich über Innovation und die digitale Transformation ihrer Betriebe auszutauschen.

An zwei Tagen von jeweils 8 bis 18 Uhr bedient die Digital Finance World ihre Besucher mit allerlei Informationen zu den Themen Blockchain, Bitcoins, Big Data und das Internet der Werte (IoV). Der Veranstalter KuppingerCole ist eine seit 2004 international und unabhängig arbeitende Analyse-Organisation. Ein zentrales Element der Arbeit der Organisation ist es, Unternehmen mit neutraler Beratung und Expertise in den Bereichen Informationssicherheit, Identitäts- und Zugriffsmanagement, Informations- und Zugriffssteuerung, Risikomanagement und Compliance und in Bereichen der digitalen Transformation zur Seite zu stehen.

Das Event findet direkt am Frankfurter Flughafen im HOLM – House of Logistics & Mobility in der Bessie-Coleman-Strasse 7 statt. Wenn ihr bis zum 20. Februar 2017 eure Tickets mit einem Kollegen oder Freund bucht, bekommt ihr sie zum Missed Early Bird-Preis.

Wenn ihr keine Infos oder Updates verpassen wollt, folgt KuppingerCole auf Facebook oder Twitter oder direkt dem Digital Finance World Event!

+++ RABATTAKTION +++

Für euch als treue Leserschaft der Netzpiloten gibt es mit diesem Code 20 Prozent Rabatt auf den regulären Ticketpreis: DFW17NETZPILOTEN

Einfach hier den Rabattcode eingeben und dabei sein!

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Netzpiloten sind Partner des Digital Advisory Board Summits 2017

Am 1. Februar 2017 findet zum zwdab-summit-cribb-posteiten Mal der Digital Advisory Board Summit in Hamburg statt.

Auf der eintägigen Konferenz dreht sich alles um das Thema „Transformation statt digitale Frustration. Das Ob ist beantwortet, aber das Wie stellt Herausforderungen“. Die Veranstaltung soll Unternehmenslenkern und Digitalexperten als Wissensplattform dienen, auf der fachlicher Austausch rund um die Hürden des digitalen Wandels ermöglicht werden soll. Erfolge und Schwierigkeiten der digitalen Transformation werden in Gesprächen, Vorträgen und Panel-Diskussionen von hochkarätigen Referenten beleuchtet und analysiert.

Insbesondere wird auf Fragen wie: „Wie erfolgt Wissenstransfer zwischen Startups und Konzernen“, „Wie erschafft man eine Unternehmenskultur für den digitalen Wandel“ und „Wie Führung in der digitalen Transformation funktioniert“ eingegangen. Des Weiteren wird die Relevanz der Datenfrage erläutert und Leadership-Modelle sowie Innovationsmethoden für die digitalen Neuerungen werden vorgestellt.

Veranstaltet wird der Digital Advisory Board Summit von Cribb, der Personalberatung für die Besetzung von Führungspositionen mit ausgeprägter Digitalkompetenz.

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CODE_n new.New Festival

Dieser Event stellt frische und innovative Ideen aus der Startup Szene ins Rampenlicht. Zum bereits fünften Mal findet vom 20. bis 22. September der CODE_n new.New Festival in Karlsruhe statt. 80 junge Unternehmen aus 40 Ländern kämpften bereits im Juli um den heiß begehrten Einzug ins Finale und damit um die Chance auf den CODE_n Award, welcher im Zuge des Festivals vergeben wird. Geschäftsmodelle eingereicht werden konnte zu den vier Wettbewerbscluster „Applied FinTechs“, „Connected Mobility“, „HealthTech“ oder „Photonics 4.0“. Unter dem diesjährigen Motto „Unveiling Digital Disruption“ dreht sich alles um hungrige und visionäre Startups, die festentschlossen die digitale Transformation ganzer Branchen vorantreiben. Am 21. September hat die siebenköpfige, namhafte Jury nach den Pitches der Startups die Qual der Wahl einen Sieger aus den 50 Finalisten zu wählen.

„CODE_n is more than just a startup contest – it’s a global platform for digital pioneers. Join us on our mission to foster innovation.“

Der internationale Startup-Wettbewerb ist ein Herzstück unseres Festivals. Die globale Resonanz hat uns auch im fünften Jahr sehr positiv überrascht„, resümiert Ulrich Dietz, CEO der GFT Technologies SE und Initiator von CODE_n. Das Konferenzprogramm bietet seinen Zusehern auf einer Vielzahl an Bühnen digitale Pionierarbeit, revolutionäre Technologien, unternehmerische Innovationsfähigkeit und bahnbrechende Wissenschaften. Unterstrichen wird das ganz von Shows und anderen Nebenevents, die zum Netzwerken und Staunen einladen.

Für drei Tage bringt die CODE_n Konferenz ausgewählte Pioniere, digitale Visionäre, Innovationsteams aus etablierten Unternehmen, Wissenschaftler sowie natürlich neugierige Besucher zusammen. Mehr als 80 renommierte Speaker sind zum Event geladen, um das wissbegierige Publikum zu informieren, sie zum „Outside the Box“ Denken anzuregen und aktiv mit ihm zu diskutieren. Für genügend Platz sowie Raum für Kreativität und Innovationsgeist sorgen eine Hauptbühne, die Innovation Stage sowie vier Nebenbühnen. Abseits des Hauptspektakels der Verleihung des CODE_n Awards finden dort individuellen Workshops, Startup Pitches, Produktpräsentationen und vieles mehr statt.

+++Das Gewinnspiel ist beendet+++

Ihr habt die Chance, Tickets für das CODE_n new.New Festival zu gewinnen. Schreibt uns einfach eine Mail bis Donnerstag 14.09.2016 – 17 Uhr an gewinn@netzpiloten.de mit dem Betreff „CODE_n„. Die Gewinner werden selbstverständlich von uns benachrichtigt!

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