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Netzpiloten@Big Data.AI Summit

Der Big Data.AI Summit ist einer der wichtigsten Gipfeltreffen in Europas für künstliche Intelligenz und Big Data. Am 10. und 11. April findet er bereits zum siebten Mal in Berlin statt. Wir Netzpiloten sind als Medienpartner mit dabei und sehr gespannt darauf, wie KI und Big Data die Industrie und Wirtschaft mitgestalten. Die Integrierung und Umsetzung von Künstliche Intelligenz und Big Data in Unternehmen eröffnen neue Potenziale in der Produktion und im Umsatz, gleichzeitig setzen sie neue Maßstäbe im globalen Wettstreit. Wie eine ökonomische und ethisch vertretbare Nutzung funktioniert, zeigen Referenten wie Dr. Joseph Reger vom zukuftsweisenden Technologiekonzern Fujitsu Technology Solutions. Sie verdeutlichen in ihren Vorträgen, wie die KI-Epoche diese Herausforderungen aufnimmt. Wir freuen uns drauf!

Welche Speaker werden da sein?

Wir sind gespannt auf Prof. Dr. Andreas Dengel, Scientific Director, German Research Center for Artificial Intelligence. Eine weitere spannende Rednerin ist die Rechtsanwältin Susanne Dehmel, Member of Executive Board beim Bitkom. Ihr Thema lautet „Intelligent Automation“. Als ehemalige Leiterin für Datenschutz ist sie Expertin für das Thema Sicherheit in der digitalen Welt.

Welche Themen und Formate erwarten dich?

  • Conversational AI
  • Industry 4.0
  • Energy, Finance
  • Digital Health
  • Ethics and Society
  • Science Fiction
  • Data Protection and Security

Und sonst noch?

Holt euch jetzt eure Frühbucher-Pässe zum Big Data.AI Summit und spart bis zu 30%. Mit dem Pass habt ihr dann zusätzlich Zugang auf das hub.berlin business festival und Side-Events. Beide Ereignisse finden zur gleichen Zeit und an demselben Ort statt. Tickets findet ihr hier.


Image by Netzpiloten

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Netzpiloten @Big Data Marketing Day

Data Driven Marketing ist eines der beherrschenden Themen in der Digital-Marketing-Branche. Auf dem Big Data Marketing Day am 14.Februar in München und am 19.Februar in Wien erfahrt ihr die neusten Entwicklungen rund um das Thema datengetriebenes Marketing. Veranstaltet wird die eintägige Konferenz von Smile Communication und wir Netzpiloten sind zum dritten Mal als Medienpartner  mit dabei.

Welche Speaker werden da sein?

In ihrer Eröffnungs-Keynote wird die bekannte Kommunikationswissenschaftlerin und Chefin der Möller Horcher Public Relations Gabriele Horcher über die Veränderungen im Marketing durch den Einfluss der Digitalisierung und den Einsatz von KI sprechen. Alexander Gänsdorfer (Senior Manager IoT für T-Mobile Austria) wird über die spannende Frage referieren, ob die Anreicherung mit externen Daten den Kampagnenerfolg bei Bewerbungen unterstützt. Lehrreich wird sicher auch der Vortrag von  Dr. Markus Wübben, Geschäftsführer von CrossEngage, der eine Auswahl der besten Tools zur Datenverarbeitung für das Marketing vorstellt.

Um welche Themen wird es gehen?

  • Wie die Digitalisierung das Marketing verändert
  • Die Zukunft des Marketings gestützt durch Datensätze
  • Innovationen für das Marketing von Unternehmen
  • Mobile Werbung und Customer to Business Relations

Und sonst noch?

Es geht natürlich in erster Linie um praxistaugliche Lösungen und tolle Best-Practise Beispiele. Deshalb sind neben dem Networking vorort auch die Dokumentationen hinterher von großem Wert. Im Moment gibt es noch die Super Early Bird Tickets zu kaufen.  Wir sehen uns in München oder Wien!

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Netzpiloten @New Marketing Tech

Ohne Tech geht heutzutage im Marketing natürlich gar nichts, das ist klar. Deshalb veranstaltet Adzine, das News Magazine für Online Marketing, am 7. November in Hamburg den New Marketing Tech Summit. Wir Netzpiloten sind als Medienpartner mit dabei, wenn es im coolen Mojo-Club einen Tag lang um die technologischen Trends im Marketing geht.

Welche Speaker werden da sein?

Wir sind gespannt auf Kerstin Pape. Sie ist die Leiterin der Onlinemarketingabteilung beim Versandriesen Otto und ihr Thema sind die Algorithmen im Marketing und wie sie auf uns einwirken. Auch Lucas Brinkmann, Director der Google Marketing Plattform Agency & Alpine, wird uns sicher spannende Einblicke geben über das Marketing in einer programmatischen Welt. Andreas Helios ist Leiter des Bereiches Marketing für den SAP Customer Experience Bereich in Mittel- und Osteuropa. In seinem Vortrag wird es um das Potential von Technologie im Marketing heute und in der Zukunft gehen. Hier vorbeizuschauen lohnt sich auf jeden Fall!

Um welche Themen wird es gehen?

  • Trends und Technologien im New Marketing
  • The Human Factor
  • Data and Actionable Insights
  • Marketing in Action
  • The Machines are taking over
  • KI im Marketing

Und sonst noch? – 20% Netzpiloten-Rabatt!

Mit Erwerb eines Tickets (verwendet den 20 Prozent Netzpiloten Rabattcode: NMTS18NETZPILOTENRAB) erhaltet ihr Zugang zur Veranstaltung, bekommt Snacks und Drinks und hoffentlich jede Menge neuer Kontakte beim Networking. Wir sehen uns auf der Reeperbahn!

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Netzpiloten @Privacy Conference

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Am 27. September 2018 geht die Privacy Conference der Bitkom Events in die vierte Runde. Wie schon im Vorjahr werden auch 2018 wieder mehr als 250 Experten zum Thema Privatsphäre erwartet. Schauplatz ist auch diesmal wieder Berlin Mitte, genauer gesagt in der Kalkscheune. Der Veranstalter ist Bitkom, der Branchenverband der deutschen Informations- und Telekommunikationsbranche. 

Privatsphäre im Internet

Das digitale Europa ist seit dem 25. Mai 2018 nicht mehr dasselbe. Mit dem Inkrafttreten der DSGVO sind die Themen Privatsphäre und Datenhandel im Internet wieder in aller Munde. Die Angst vor einer großen Abmahnwelle war groß. Darf man Daten überhaupt noch weitergeben und wann ist man auf der sicheren Seite – die Fragen zum Thema häufen sich. Auf der Privacy Conference sollen solche und weitere Fragen beantwortet werden. 

Zu den Schlüsselfragen gehören:

  • Welche Best Practices wurden bisher etabliert?
  • Welche Probleme gilt es noch zu lösen?
  • Wie interpretieren und kontrollieren Aufsichtsführende Behörden die neuen Notwendigkeiten in der Praxis und mit welchen Bußgeldern ist wirklich zu rechnen?
  • Wie wir die DSGVO neue Technologien wie Blockchain, Big Data und AI beeinflussen?
  • Welche zusätzlichen Veränderungen können wir von der kommenden ePrivacy Regulation erwarten?

Die DSGVO hat für einen Aufruhr in der digitalen Branche gesorgt. Kompetente Datenschtzexperten, Managing Direktoren, Gründer, Wissenschaftler, Politiker und mehr beteiligen sich an der Diskussion auf der Privacy Conference und bringen mit ihren spannenden Vorträgen Licht ins Daten-Dunkel. Wenn das jetzt euer Interesse geweckt hat, müsst ihr schnell sein! Von den Early Bird Tickets könnt ihr nur noch bis zum 13. Juli profotieren. Danach gilt der normale Vorverkaufspreis.

Die Veranstaltung könnt ihr außerdem unter dem Hashtag #pco18 verfolgen. Hier gibt’s zudem einen Rückblick aufs letzte Jahr:

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Kontext Mensch: datengetriebenes Marketing braucht neue Perspektiven

Image by everythingpossible via adobe_stock_com

Marketiers in nahezu allen deutschen Unternehmen müssen oder wollen neuerdings „datengetrieben“ unterwegs sein und „alle stürzen sich auf die Marketingtechnologie“, wie Pascal Lauscher, Inhaber und Lead Brand Strategy Consultant von Lauscherconsulting so treffend formuliert. Der Münchner Unternehmer berät namhafte Kunden wie Siemens oder Microsoft und wird beim Big Data Marketing Day am 22. Februar 2018 in München darüber berichten, wie Marketiers Daten nutzen können, um kreativer und wirkungsvoller zu kommunizieren.

Meist können sie nämlich schon froh sein, wenn wenigstens eine unternehmensweite Daten-Strategie existiert und schon jemand ein Daten-Audit gemacht hat. Von ihnen wird nun vor allem erwartet, dass sie Metriken und Conversion-Rates im Auge behalten, dass sie Zielgruppendaten, Kundenfeedbacks und Kaufverhalten auswerten, um das Angebot zu optimieren. Doch oft führt selbst das klassische Vorgehen nicht zum gewünschten Ergebnis, wie Pascal Lauscher weiß: „Das datengetriebene Marketing befasst sich sehr stark damit, Menschen schlauer und besser wissen zu lassen, dass es zum Beispiel ein Produkt gibt. Aber das reicht noch nicht. Die Frage ist: Wie bringe ich Menschen dazu, etwas zu tun?“

Also auch tatsächlich etwas zu kaufen, sich zu registrieren, zu sharen, zu liken, oder zu klicken. Lauschers Antwort ist so einfach wie überzeugend: „Ich muss die Menschen verführen, mit meiner Marke zu interagieren. Und dass mache ich mit Kreativität, denn mit Argumenten kann man nicht verführen.“

Daten müssen besser interpretiert werden

Wenn es um Handlungsmotivation geht, liefern Daten allerdings keine Insights. Dennoch steckt ein Teil der Antwort auch in den Daten, vor allem wenn man sie so zu interpretieren weiß, dass der Mensch dahinter wirklich besser sichtbar wird: „Dazu muss man sich hinsetzen, am besten im Team, und die Daten anschauen, drehen, wenden, diskutieren“, so Lauscher. Leider passiere das noch immer sehr selten und man bleibe gerne beim Offensichtlichen. „Doch wenn ich die Daten in den Kontext Mensch stelle, kann ich die Person hinter den Daten entdecken und sie mit all ihren Emotionen, Wertvorstellungen, Ängsten und Träumen adressieren. Der Mensch, den wir auch Kunde nennen, steckt ja da irgendwo hinter den Daten“, fügt er hinzu.

Beim Big Data Marketing Day wird Lauscher dazu sein 4D-Modell vorstellen. Dieses kann bei der Interpretation als Orientierung dienen, indem Marketiers nacheinander jede der vier Perspektiven auf die Daten einnehmen.

4d Modell von Pascal Lauscher (Image by Pascal Lauscher)
4D-Modell von Pascal Lauscher; Image by Pascal Lauscher

Zudem wird er fünf goldene Regeln vorstellen, mit denen Unternehmen ihre Kunden erreichen.

Eine davon verrät uns Pascal Lauscher schon vorab: „Eine meiner Regeln besagt: Wenn man nicht weiter weiß, universelle Motivatoren bedenken. Es gibt universelle Motivatoren, die jeder von uns kennt und die immer funktionieren. Die muss man nicht neu erfinden – sie sind schon in der menschlichen Psyche verankert. Limitation zum Beispiel (sechs Leute interessieren sich auch für dieses Hotel, nur noch drei Zimmer frei). Oder Neugier (25 alltägliche Dinge, von denen Du nicht wusstest, wozu sie gut sind. Nummer vier hätte ich nie erwartet…). Diese Motivatoren lassen sich auf jeden Fall immer abarbeiten und man ist schon ein Stück weiter in Sachen wirksames Marketing. Am besten verknüpft man diese Motivatoren allerdings in einer Kreativitätstechnik mit den Daten. Ich zeige im Vortrag, wie man das macht und wie man damit haufenweise kreative Ideen für Content generieren kann.“

„There are a lot of great technicians in advertising. And unfortunately, they talk the best game. They know all the rules … but there’s one little rub. They forget that advertising is persuasion, and persuasion is not a science, but an art. Advertising is the art of persuasion.“ – William Bernbach

Wichtig sind die Menschen hinter den Daten

Statt sich also im datengetriebenen Marketing immer stärker den predictive Algorithmen, den Tools und Prozessen zu unterwerfen und damit viel mehr Potential zu verschenken als wir es ahnen, sollten wir lernen, die Menschen hinter den Daten zu erkennen und sie auf kreative Weise zu begeistern. Mit den richtigen Methoden ist das durchaus möglich und als Resultat wird unser Marketing freier und gleichzeitig wirkungsvoller.


everythingpossible/stock.adobe.com


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Genomanalyse könnte Techniken zur Gesichtserkennung verändern

Kamera (adapted)_(Image_by_ollis_picture CC0 )via Pixabay

In Großbritannien macht die Auswertung von Material öffentlicher Überwachungskameras dank Genomanalyse zur Zeit starke Fortschritte. Die Genomanalyse umfasst die Untersuchung der Entwicklung von Genen im Laufe der Zeit durch die Untersuchung der aufgetretenen Mutationen. Warum dieses Verfahren auch wichtig für Überwachungstechniken ist, erklärt Jean-Christophe Nebel, Professor für Mustererkennung, an der Kingston-Universität. 

Als die Polizei in London vor Kurzem ein neues Gesichtserkennungssystem ausprobierte, machte sie einen beunruhigenden und peinlichen Fehler. Beim Notting Hill Karneval wurden etwa 35 falsche Übereinstimmungen zwischen bekannten Verdächtigen und Angehörigen der Menge gemacht. Eine Person wurde dabei „irrtümlich“ verhaftet.

Kamerabasierte Überwachungssysteme sollen eine sicherere Gesellschaft ermöglichen. Doch trotz jahrzehntelanger Entwicklung sind sie in der Regel nicht in der Lage, bestimmte Situationen so umzugehen, dass man ihre volle Tragweite überblickt. Während der Unruhen in London im Jahr 2011 trug beispielsweise die Gesichtserkennungssoftware nur zu einer Verhaftung von insgesamt 4.962 Personen bei.

Doch diese Art der Technologie ist anfällig. Das heisst, dass die visuelle Überwachung noch immer hauptsächlich auf den Menschen angewiesen ist, der in dunklen Räumen sitzen und stundenlange Kameraaufnahmen ansehen muss. Das ist völlig unzureichend, um die Menschen in einer Stadt zu schützen. Neueste Forschungsergebnisse deuten jedoch darauf hin, dass die Videoanalyse-Software dank der Software-Entwicklung in einem völlig anderen Bereich dramatisch verbessert werden könnte: Die Rede ist von der DNA-Sequenzanalyse. Die Software-Tools und Techniken könnten die automatisierte Überwachung umwandeln. Hier wird das Video als Szene betrachtet, die sich genauso entwickelt wie die DNA.

Analyse von Personengruppen oder Einzelpersonen immer noch schwierig

Seit die Metropolitan Police im Jahr 1960 in London die ersten CCTV-Kameras installiert hat, sind bis zu sechs Millionen Kameras in Großbritannien im Einsatz. Und die am Körper getragenen Kameras werden nun auch an die Grenzbeamten ausgegeben, so dass nicht nur noch mehr Videomaterial analysiert werden kann, sondern auch komplexere Daten durch die ständige Bewegung der Kamera.

Die automatische visuelle Überwachung beschränkt sich jedoch nach wie vor auf Aufgaben in relativ kontrollierter Umgebung. Sie kann Einbrüche erkennen, Menschenmassen zahlenmässig erfassen oder Kennzeichen erkennen. All diese Vorgänge können mittlerweile sehr genau durchgeführt werden. Aber die Analyse von Filmmaterial über Personengruppen oder die Identifizierung von Einzelpersonen in einer öffentlichen Straße ist unzuverlässig, denn die Aufnahmen im Freien sind von sehr unterschiedlicher Qualität und die Faktoren ändern sich ständig.

Um die automatisierte Videoanalyse zu verbessern, brauchen wir eine Software, die diese Variabilität beherrscht, anstatt sie als Unannehmlichkeit zu behandeln – eine grundlegende Änderung. Einer der wesentichen Bereiche, in dem oft mit großen Mengen sehr variabler Daten gearbeitet wird, ist die Genomik.

Genomanalyse kann bei Überwachung helfen

Im Jahr 2001 sind die drei Milliarden DNA-Codes des ersten menschlichen Genoms (der gesamte genetische Datensatz eines Menschen) analysiert worden. Seitdem ist die Produktion solcher genomischer Daten, also eine Genomanalyse, exponentiell angestiegen. Die schiere Menge dieser Daten und der Grad, in dem sie variieren können, bedeutet, dass riesige Mengen Geld und Ressourcen benötigt wurden. Vor allem, um spezielle Software und Rechenanlagen zu entwickeln, die damit umgehen können.

Heute ist es Wissenschaftlern möglich, relativ einfach auf die Genomanalyse zuzugreifen, um alle möglichen Dinge zu untersuchen. Von der Krankheitsbekämpfung über die Gestaltung personalisierter medizinischer Dienste bis hin zu den Geheimnissen der menschlichen Geschichte.

Die Genomanalyse umfasst die Untersuchung der Entwicklung von Genen im Laufe der Zeit durch die Untersuchung der aufgetretenen Mutationen. Dies ist ähnlich wie die Herausforderung in der kameragestützter Überwachung, die auf der Interpretation der Entwicklung einer Szene im Laufe der Zeit beruht. So nutzt man diese beispielsweise, um Fußgänger zu erkennen und zu verfolgen. Indem wir Unterschiede zwischen den Bildern eines Videos als Mutationen behandeln, können wir die Genomanalyse-Techniken auf Video anwenden.

Erste Tests waren vielversprechend. Meine Forschungsgruppe an der Kingston University hat zum ersten Mal gezeigt, dass Videos auch dann analysiert werden können, wenn sie von einer frei beweglichen Kamera aufgenommen wurden. Durch die Identifikation von Kamerabewegungen als Mutationen können diese kompensiert werden. So erscheint eine Szene wie von einer feststehenden Kamera gefilmt.

Kameragestützte Überwachung könnte Revolution erleben

Inzwischen haben Forscher der Universität Verona gezeigt, dass Bildverarbeitungsaufgaben so entschlüsselt werden können, dass genomische Standardwerkzeuge ausgenutzt werden können. Dies ist besonders wichtig, da ein solcher Ansatz die Kosten und den Zeitaufwand bei der Softwareentwicklung deutlich reduziert.

Wenn wir dies mit unserer Strategie verbinden, könnte die kameragestützte Überwachung revolutionär werden. Wenn das neue Erkennungs-Prinzip auf Grundlage der Genomanalyse eingeführt würde, könnte das kommende Jahrzehnt viel intelligentere Kameras liefern. In diesem Fall sollten wir uns besser daran gewöhnen, viel öfter auf Video gesehen zu werden.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „Kamera“ by ollis_picture (CC0 Public Domain)


The Conversation

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Netzpiloten sind Partner des Big Data Marketing Day

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Auch in diesem Jahr wird wieder zum Big Data Marketing Day eingeladen. Und zwar an gleich zwei Terminen – am 22. Februar in München im Novotel München City und am 27. Februar in Wien im C3 Convention Center. Bei dem 3. Event dieser Art versammeln sich Experten und Top-Speaker des Bereichs Data-driven Marketing. 

Moderiert werden beide Events von Gabriele Horcher, der Geschäftsführerin von Möller Horcher Public Relations. Was sind die Trends und Produktinnovationen im Bereich datengetriebenen Marketings? Eine breite Riege an Speakern referiert über praxistaugliche Lösungen. Wenn ihr jetzt Lust auf dieses spannende Branchen-Event habt, dann könnt ihr euch über einen satten Rabatt exklusiv für Netzpiloten-Leser freuen. Statt 249 Euro zahlt ihr dann nur noch 149 Euro für euer Ticket. Hier gibt’s übrigens den Rückblick zum letzten Jahr.

Big Data – Big Speakers

Big Data – das sind, wie der Name unschwer erkennen lässt, riesige Mengen an Daten. Diese geben Nutzer preis und werden von Firmen gesammelt, um diese zu nutzen. Viele Firmen sind jedoch mit der Analyse und der Nutzung solcher Daten überfordert. Hier kommt der Big Data Marketing Day ins Spiel! Branchenexperten aus allen zuständigen Bereichen geben euch Einblicke in ihre Lösungsansätze, Vorgehensmodelle und Best Practices. 

Nennenswerte Praxis-Beispiele sind unter anderem Wetter.com, RTL Interactive, Microsoft und viele mehr! Anhand solcher Fallbeispiele zeigen Speaker wie Johannes Paysen von GroundTruth, wie McDonalds 1,3 Millionen mehr Restaurantbesuche durch mobile Werbung erzielen konnte. Weitere interessante Speaker sind unter anderem Rainer Le-Ngoc von Payback oder Christian Martin von Baur Versand.

Alles auf einen Blick

  • Wer? Veranstalter ist „Marketing on Tour“. Folgt ihnen auf Twitter, um auf dem Laufenden zu bleiben!
  • Was? Big Data Marketing Day – Konferenz zu datengetriebenem Marketing.
  • Wann? 22. und 27. Februar 2018.
  • Wo? München (22.) und Wien (27.).
  • Wie teuer? Für Netzpiloten-Leser in München exklusiv 149 Euro, statt 249 Euro!
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Megastädte und das digitale Zeitalter

Tokyo(adapted) (Image by Louis Kang [CC0 Public Domain] via Pixabay)

Heutzutage sind Megastädte zu einem Synonym für wirtschaftliches Wachstum geworden. Sowohl in Entwicklungsländern als auch in Industriestaaten tragen Städte mit einer Bevölkerung von zehn Millionen oder mehr Einwohnern ein Drittel bis die Hälfte zu deren Bruttoinlandsprodukt bei. Viele Analysten und Entscheidungsträger sind der Meinung, dass dies ein anhaltender Trend ist. Sie erklären, dass der Aufstieg von Big Data-Analysen und Mobiltechnologie die Entwicklung von Metropolen wie Shanghai, Nairobi und Mexiko City in sogenannte Smart Cities anregt. Diese smarten Zusammenkünfte sorgen dafür, dass die Bevölkerung die Wirtschaft stärkt und so die Machtverteilung in der Welt verändern könnte.

Als Technikforscher sehen wir jedoch eine weniger rosige urbane Zukunft auf uns zukommen. Trends wie die Digitalisierung und Crowdsourcing werden die Wirtschaftsmodelle der Megastädte in ihren Grundfesten, die üblicherweise aus einer Kombination aus Produktion, Handel, Verkauf und Fachdienstleistungen aufgebaut sind, untergraben.

Die exakte Formel für dieses Modell unterscheidet sich von Region zu Region. Doch am Ende sind alle Megastädte auf die Maximierung der Produktivität ihrer Massenbevölkerung konzipiert. Heutzutage sind diese Städte stark auf den Skaleneffekt aufgebaut. Dieser bringt durch erhöhte Produktion enorme Kostenvorteile. Zudem beruft er sich auf Einsparungen und Vorteile durch die Ansiedlung von Menschen und Firmen in der Nachbarschaft und industriellen Clustern. Den technologischen Fortschritt stellen diese alten Geschäftsmodelle so auf den Kopf. Außerdem bedrohen sie damit die Zukunft der Megastädte, wie wir sie kennen.

Kaputte Produktion

Ein klassisches Beispiel einer disruptiven Technikentwicklung ist der 3D-Druck. Mit ihm wird jeder einzelne in Kürze in der Lage sein alles zu „drucken“, was er mag. Angefangen bei Eiscreme bis hin zu Maschinenteilen.

Während sich diese moderne Technologie ausbreitet, wird sie einige der vielen Bindeglieder im globalen Produktionsprozess zerstören. Durch die Wegnahme des „Mittelsmanns“ könnte der 3D-Druck die Wertschöpfungskette letzten Endes dahingehend reduzieren, dass nur mehr ein Designer auf der einen und ein Produzent auf der anderen Seite stehen. Was die Produktionskosten von Fabrikaten erheblich senkt.

Das ist gut für die Gewinnspanne von länderübergreifenden Unternehmen und Konsumenten. Aber nicht besonders förderlich für Industriestädte, deren Transport- und Logistikinfrastruktur bald überflüssig werden dürfte. Viele Berufe in den Bereichen der Produktion, Logistik und Lagerung, die ohnehin schon an vielen Standorten bedroht sind, könnten bald auf der ganzen Welt gefährdet sein.

Kurzum hat der 3D-Druck den Skaleneffekt, der aus der Industrialisierung entstanden ist, in eine Wirtschaft weniger verwandelt. Bald werden viele Megastädte, vor allem asiatische Produktionszentren wie Dongguan oder Tianjin, weitgehende Einbrüche ihrer Wirtschaft und Arbeiterschaft zu erwarten haben.

Der Untergang der Einkaufszentren

Auch der Verkaufssektor hat einen ähnlichen Wandel erlebt. Einkaufszentren in etwa, die einst in den Megastädten aufgeblüht sind, leiden nun unter dem Handel im Netz. Der Nutzen von Einkaufszentren war immer, dass ihr Skaleneffekt standortabhängig war. Um also profitabel zu sein, mussten sie nahe an einem großen Kundenstamm situiert sein. Dafür waren dicht besiedelte Megastädte perfekt geeignet.

Doch nachdem die Geschäfte online gegangen sind, haben Megastädte diesen Wettbewerbsvorteil verloren. Während die Online-Geschäfte den klassischen Einzelhandel noch nicht komplett ersetzt haben, hat deren Unkompliziertheit und Zweckmäßigkeit einige Einkaufszentren weltweit zur Geschäftsaufgabe gezwungen. In den USA ist die Zahl der Besucher zwischen den Jahren 2010 und 2013 um 50 Prozent zurückgegangen.

Chinesische Städte, bei denen die Regierung versucht hat, die nationale Wirtschaft auf dem Konsumsektor aufzubauen, werden besonders hart von diesem Phänomen betroffen sein. China hat den weltgrößten Markt für Online-Geschäfte. Man nimmt an, dass ein Drittel der über 4.000 Einkaufszentren in China in den nächsten fünf Jahren geschlossen werden müssen.

Die sich immer mehr ausbreitenden mobilen Technologien, die sogar die entferntesten Gebiete erreichen können, werden diesen Prozess überall auf der Welt beschleunigen. Bald werden Online-Versandhändler wie Amazon, Alibaba und eBay jedes Smartphone in ein virtuelles Einkaufszentrum verwandelt haben. Spätestens dann, wenn die Logistikdrohne Realität wird.

Die neuen Arbeitskräfte: Roboter, künstliche Intelligenz und „Human Cloud“

Veränderungen in der Geschäftswelt werden auch die Städte auf der ganzen Welt betreffen. Dank künstlicher Intelligenz, die es möglich macht, eine Vielzahl an sowohl manuellen als auch kognitiven Aufgaben zu automatisieren, verabschieden wir uns heute von menschlichen Bankangestellten und Fondsmanagern und ersetzen sie durch Roboter.

Sogar in Berufen, die nicht leicht automatisiert werden können, bringt die sogenannte Gig-Economy die Menschen in einen direkten Wettbewerb mit einem globalen Angebot an Freiberuflern. Dies geschieht um sowohl einfache Aufgaben zu erledigen als auch Vorgänge, für die Fachkräfte vonnöten sind, durchzuführen.

Das bereits genannte Crowdsourcing hat zweifellos seine Vorteile. Gemeinsam mit KI und dem gesammelten Wissen von Tausenden von medizinischen Spezialisten aus über 70 Ländern, hat das „Human Diagnosis Project“ eine globale Diagnose-Plattform aufgebaut, die für alle Patienten und Ärzte kostenlos ist. Vor allem aber ist sie ein Segen für Menschen mit beschränktem Zugang zum öffentlichen Gesundheitswesen.

Wenn man nun aber die Zusammenarbeit auf ein virtuelles Level hebt, dann macht das „Human Cloud“-Geschäftsmodell den Begriff „Büro“ überflüssig. In der Zukunft werden medizinische Fachkräfte aus verschiedenen Fachbereichen nicht mehr in der Nähe arbeiten müssen, um ein Projekt zu vollenden. Dasselbe gilt auch für andere Bereiche.

In einer Welt ohne Büroräume würden traditionelle Geschäfts- und Finanzzentren wie in New York und London besonders leiden. Aus dem Grund da Stadtplanung, Zoneneinteilung und der Immobilienmarkt mit der Anpassung an die sich ändernden Bedürfnisse der Firmen und Arbeiter zu kämpfen haben.

Die Krise naht

Irgendwann würden all diese Veränderungen dazu führen, dass der Skaleneffekt um einiges an Bedeutung verliert. Wenn das passiert, würden Bevölkerungszahlen, die im Moment der Motor moderner Metropolen sind, eine Belastung werden.

Megastädte haben lange mit den Nachteilen von Bevölkerungsdichte und der rasanten Städtebauentwicklung gekämpft. Das schließt übertragbare Krankheiten, kritische Engpässe in der Infrastruktur, zunehmende Ungleichheit, Kriminalität und soziale Instabilität mit ein. Wenn deren wirtschaftliche Basis erschüttert wird, werden solche Probleme wahrscheinlich noch stärker wachsen.

Der Schaden wird von Stadt zu Stadt variieren, aber wir glauben, dass die enorme angehende Veränderung im Einzelhandel, in der Produktion und in professionellen Dienstleistungen alle sieben Arten an Megastädten beeinflussen wird. Weltstädte (Tokyo, New York), asiatische Stützpfeiler (Singapore, Seoul), aufstrebende Metropolen (Istanbul, São Paulo), chinesische Produktionsriesen (Tianjin, Guangzhou), Hauptstädte des Wissens (Boston, Stockholm), amerikanische mittelgroße Städte (Phoenix, Miami) und internationale Mittelgewichtsklasse (Tel Aviv, Madrid) gehören hier dazu.

Und weil 60 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts von nur etwa 600 Städten generiert werden, könnten Probleme in einer Stadt weitere Zusammenbrüche auslösen. Es ist denkbar, dass in zehn oder 20 Jahren ins Wanken geratene Megastädte die nächste globale Finanzkrise auslösen.

So schrecklich diese Prognose aussieht – sie ist doch vorhersagbar. Die Industrie muss sich den technologischen Veränderungen anpassen. Für Megastädte ist es an der Zeit, für eine Zeit der zerstörten Zukunft zu planen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „Tokyo“ by Louis Kang (CC0 Public Domain)


The Conversation

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Alles gesammelt, von nichts gewusst: Warum eine Datenstrategie im Digital Marketing wichtig ist

Datenstrategie (adapted) (Image by Markus Spiske [CC0 Public Domain] via Unsplash)

Digitalisierung hurra! Cloud Computing, Automatisierung und Big Data. Alle machen mit und jeder hat schon mal davon gehört, dass Daten der wertvollste Rohstoff des Informationszeitalters seien. Doch bei der optimalen Nutzung von Daten steht der Markt noch ganz am Anfang, denn den meisten Unternehmen mangelt es nach wie vor an einer professionellen Datenstrategie. So gilt die Prämisse: „Erst einmal sammeln, dann sehen wir weiter“. Diese ziellose Datensammelei endet meist im Datendschungel aus dem nur eine ausgewogene Datenstrategie wieder heraus führt.

Auch im Marketing sind neue Strategien untrennbar mit Technologie verbunden. So überrascht es kaum, dass kürzlich beim New Marketing Tech Summit das Thema Datenhebung und Datennutzung eine maßgebliche Rolle spielte. Für rund 37 Prozent der Marketiers hat das Thema Datenstrategie zur Zeit sogar höchste Priorität. Schließlich geht es um bares Geld: So prognostizierte die IDC im Auftrag von Microsoft allein in Deutschland ein Potenzial für geschäftliche Mehrwerte auf der Basis von Datenanalysen in Höhe von 99 Milliarden US-Dollar: It’s all about Data! – aber was macht eine erfolgreiche Datenstrategie im Marketing aus und wie gelingt die Umsetzung?

UmfrageAdzineResearch
Quelle: New Marketing Conference.

Structure follows Strategy

Die Struktur eines Unternehmens soll seiner Strategie folgen – so lautet ein von Alfred J. Chandler jr. in den 1960er-Jahren aufgestellter Leitsatz der Wirtschaftswissenschaft, der in Sachen Digitalisierung heute noch gilt: Ob BMW, Tuifly, oder Tesla Motors; große Unternehmen haben längst eine klare Vorstellung davon, wie sich per Datenanalyse ihre Marketingprozesse optimieren lassen.

Auch der Mittelstand weiß um das Potential der neuen Technologie und die Verlockung ist groß, sich dem Thema Data-Management aus IT-Sicht zu nähern. Doch Experten raten ausdrücklich dazu, sich erst eine Datenstrategie zu erarbeiten, bevor die Entscheidung zum Einsatz etwa einer Data Management Plattform gefällt werden. Leider fehlt gerade kleinen und mittelständischen Unternehmen eben dieser strukturierte Fahrplan und oft sogar die Vorstellung davon, wozu eine Datenstrategie eigentlich dient.

Laut Benjamin Aunkofer, Lead Data Scientist und Hochschul-Dozent, brauchen Unternehmen eine Datenstrategie, um „sich nicht in Big-Data- beziehungsweise Data-Science-Projekte zu verrennen oder mit den falschen Projekten anzufangen. Die Strategie soll Frustration vermeiden und schon vom Ansatz her dafür sorgen, dass die nächst höhere Etage – bis hin zum Vorstand – Big Data Projekte nicht für sinnlos erklärt und die Budgets streicht.“

So liegt es auf der Hand, dass eine erfolgreiche Datenstrategie vor allem auf Synergien in den verschiedenen Abteilungen beruht. Nur wenn IT, Produktmanagement, Marketing und Vertrieb, kaufmännische Entscheider und Datenexperten eine gemeinsame Strategie für datengetriebenes Marketing erarbeiten und verfolgen, lassen sich alle relevanten Datenquellen sinnvoll verknüpfen und auswerten, so dass schließlich alle profitieren. Eine gute Datenstrategie bleibt dabei laut Aunkhofer „auf dem Boden und hat realistische Ziele, sie orientiert sich an den Gegebenheiten und nicht an zukünftigen Wunschvorstellungen einzelner Visionäre.“

Die richtige Datenstrategie zu jeder Zeit an jedem Ort

Ob im Kampagnenmanagement, in der Kommunikation oder bei der Produktplanung; vor allem Marketiers können von einer gelungenen Datenstrategie und zielgerichteten Datenanalysen profitieren. Wer die richtigen Fragen stellt, erhält wertvolle Informationen über Kunden und Märkte. Dank derer lassen sich Produkte und Services dann schneller und besser an die individuellen Gegebenheiten anpassen. Etwa durch Personalisierung in der Kundenansprache entlang der gesamten Customer Journey, beim Location-Based Targetin oder im Adspend.

DEFENSE OFFENSE
KEY OBJECTIVES Ensure data security, privacy, integrity, quality, regulatory compliance, and governanceImprove competitive position and profitability
CORE ACTIVITIES Optimize data extraction, standardization, storage, and accessOptimize data analytics, modeling, visualization, transformation, and enrichment
DATA-MANAGEMENT ORIENTATION ControlFlexibility
ENABLING ARCHITECTURE SSOT
(Single source of truth)
MVOTs
(Multiple versions of the truth)

Quelle: “WHAT’S YOUR DATA STRATEGY?” BY LEANDRO DALLEMULE AND THOMAS H. DAVENPORT, MAY–JUNE 2017© HBR.ORG

Bei der Formulierung einer Datenstrategie müssen die Beteiligten vielerlei Faktoren berücksichtigen. Die entscheidende Frage lautet: Beginnen wir von Null oder geht es darum, das datengetriebene Marketing neu auszurichten? Fahren wir eine offensive Datenstrategie und sind dabei möglichst flexibel und schnell? Oder verfolgen wir eine eher defensive Strategie, bei der es in erster Linie um Sicherheit und Vertrauen geht? Wollen wir unsere Daten selbst kontrollieren oder lagern wir sie aus? Zuerst muss klar sein, wohin der Weg gehen soll und wie der Weg aussieht. Dann kann man überlegen, wie und mit welchen Mitteln man den Weg beschreitet.

Sag mir, wie ein Projekt beginnt und ich sage Dir, wie es endet

Benjamin Aunkhofer empfielt Data Driven Thinking als probate Methode, sich einer Strategie zu nähern: „Es ist die, an das Design Thinking angelehnte, Denkweise, Daten zu nutzen, um Fragen zu beantworten und damit verbundene Probleme zu lösen.“ Hierbei durchdenken die Beteiligten in fünf Schritten ihr Vorgehen und bekommen so eine Vorstellung davon, welche Datenquellen zur Verfügung stehen, welche Art von Informationen in ihnen enthalten sind und wie sich dieses Wissen gewinnbringend in die Geschäftsprozesse integrieren lässt. Ob sich eine offensive oder defensive Datenstrategie besser eignet, lässt sich mit dem Tool von Leandro DalleMule und Thomas H. Davenport „Assess Your Strategy Position“ ermitteln.

DataThinking
© Datanomiq Aus: “DIE FÜNF SCHRITTE ZUR DATENSTRATEGIE“ VON BENJAMIN AUNKOFER, AUG. 2017

Mit Sicherheit werden wir in den kommenden Jahren eine weitere Explosion der datengetriebenen Dienstleistungen beobachten können. Marketiers werden vor noch komplexeren Aufgaben stehen als bisher, doch eine Wahl haben sie schon lange nicht mehr. Ohne professionelle Datenstrategie und starkes Datenmanagement werden Unternehmen über kurz oder lang den Anforderungen ihrer Kunden nicht mehr gerecht werden. Der Mittelstand sollte also schleunigst die Ruder in die Hand nehmen und versuchen aufzuholen, bevor es zu spät ist.


Image (adapted) „Datenstrategie“ by Markus Spiske (CC0 Public Domain)


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Die Netzpiloten sind Partner der Big Data Minds 2017

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In Berlin findet am 18. und 19. September die Big Data Minds 2017 statt. Hier dreht sich alles um große Datenmengen. Das Motto lautet dieses Jahr „Von Big zu Smart Data“. Die Big Data Minds ist das größte Event seiner Art in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Über 150 CIOs, CTOs, Data Warehouse Experten, Data Scientists und BI Spezialisten aller datenintensiven Branchen werden vor Ort sein.

Bei der Big Data Minds, die schon zum fünften Mal stattfindet, handelt es sich um ein anwenderzentriertes Event, auf dem Konzepte, Lösungen und Architekturen zur Speicherung und effizienten Verarbeitung großer Datenmengen präsentiert werden. Es wird einen Stream zum Thema Data Lake Implementation und einen zum Thema Machine Learning geben. 6 World Cafés, 4 Icebreaker Sessions, 6 Round Table Diskussionen und mehr als 20 konkrete Business Cases warten auf euch, bei denen ihr die Möglichkeit habt, neue Inspiration für den strategischen und praktischen Umgang mit Big Data zu sammeln.

Interessante Speaker und spannende Themen

Zu den Speakern, auf die ihr euch bei der Big Data Minds 2017 freuen könnt, gehören:

Die Location ist das Maritim proArte Hotel in Berlin. Hier könnt ihr eure Tickets buchen.

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Netzpiloten sind Partner der First Funnel Conference

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Rabatt-Aktion

Wer Lust auf die First Funnel Conference hat, kann hier hier noch ein Ticket ergattern. Das beste daran: Mit uns erhaltet ihr 15% Rabatt!


Wenn ihr mehr über digitale Marketing Transformation für euer Unternehmen wissen möchtet, dann dürfte euch diese Konferenz ganz besonders interessieren. Am 16. Mai 2017 dreht sich auf der First Funnel Conference alles um digitale Marketing-Trends und Social Media-Fachthemen. Die Konferenz richtet sich vor allem an kleine Unternehmen, Konzerne oder auch Freelancer.

Die Veranstaltung widmet sich vorrangig der gesamten digitalen Customer Journey – der Weg, den der Kunde vor seiner Kaufentscheidung durchläuft – und zeigt euch alles Wissenswerte für ein erfolgreiches Management für die Kaufentscheidungsprozesse des Kunden. Wie kann das Unternehmen Aufmerksamkeit schaffen, wie kann das Unternehmen es schaffen, den Kunden dazu zubringen, seine Kontaktdaten in einem Formular anzugeben? Solche Fragen und viele mehr, werden an diesem Tag geklärt.

15 Speaker wie unter anderem Prof. Dr. Peter Gentsch – Entrepreneur und Experte im Bereich Digital Management und Big Data – oder Leila Summa – XING Marketing Solutions – werden euch ganz besondere Einblicke in die einzelnen Funnel-Phasen geben und euch zeigen, wie ihr die besten Resultate mit neuen Marketingstrategien erzielen könnt.

Abgerundet wird die Veranstaltung mit einer Podiumsdiskussion, bei dem die einzelnen Vortragsthemen noch einmal besprochen und noch offene Fragen mit den Speakern geklärt werden können.

Wer also Teil dieses spannenden Tages sein möchte, der sollte am 16. Mai 2017 pünktlich in der Freiheizhalle in München erscheinen.

+++ Rabattaktion +++

Ihr erhaltet mit den Netzpiloten 15 Prozent Rabatt auf den Preis beim Ticketkauf. Gebt dafür einfach in das dafür vorgesehene Feld im Anmeldeformular den Code „netzpiloten“ ein. Hier gelangt ihr zum Ticketshop.

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Netzpiloten sind Partner vom DialogSummit 2017

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Alle, die E-Mail und Data-Driven Marketing in ihrem Unternehmen weiterbringen möchten, sind heute richtig beim DialogSummit 2017  – dem führenden Jahresforum für Data-Driven Marketing.

Lernt in 20 praxisnahen Vorträgen von Unternehmen wie PAYBACK, Festool, DFB, SCHOTT AG, Kaledewei, FUNKE MEDIEN, Deutsche Börse AG, 1&1 Internet AG, freenet TV, DAIMLER AG, AEB, Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, Berge & Meer Touristik, Lampenwelt, Alnatura, Doc Morris, Procter & Gamble, TÜV SÜD, Eismann, Red Blue (Media Markt und Saturn) und DriveNow.

Lernt von führenden Experten zu Themen wie sich die Datenschutzgrundverordnung auf das E-Mail-Marketing auswirkt, über Digitales Customer Experience Design bis hin zu Block Chain im Marketing.

Oder lasst euch von sieben innovativen Keynotes wie beispielsweise „Kommunikation der Zukunft“ von Prof. Dr. Jivka Ovtcharova vom KIT oder von Prof. Dr. Christian Blümelhuber, Professor für strategische Organisationskommunikation, Universität der Künste, Berlin inspirieren. Christian Blümelhuber knipst die Taschenlampe an und beleuchtet zentrale Erfolgsfaktoren des „Digitalen, des nächsten Marketing“.

KONKRETER – INDIVIDUELLER – INTERAKTIVER

  • Inspirierende Vorträge bringen es auf den Punkt
  • Wählt eure persönlichen Themenschwerpunkte
  • Nach jedem Vortrag bleibt Zeit für Fragen

Im Fokus des DialogSummit 2017 stehen dieses Mal Themen wie

  • Marketing Automation
  • Content im Kontext
  • Crossdevice Tracking
  • Digitalisierung & Emotionalisierung des Dialogs
  • Customer Journey Optimierung

Wem das allerdings noch immer nicht reicht, der kann am halbtägigen Workshop „Erfolgsfaktoren für den Einsatz von Marketing Automation“ teilnehmen und lernen, wie man für welche Marketing- und Vertriebsziele, Marketing Automation optimal und wirkungsvoll in Unternehmen einsetzen kann. Der Workshop wird geleitet von Alexander Körner, dem Geschäftsführer von b.relevant.

Erlebt zwei Tage lang Inspirationsprogramm pur und seid dabei, wenn am Ende des ersten Konferenztages der EDDI-Award des DDV bei der EDDI-Night verliehen und am zweites Abend der E-Mail-Award 2017 vergeben wird.

Zwei spannende Tage erwarten euch. Alles was ihr dafür tun müsst, ist euch anzumelden und anschließend am 3. und 4. Mai im Steigenberger Airport Hotel in Frankfurt am Main dabei zu sein. Wir wünschen zwei erfolgreiche und inspirierende Tage!

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Destination Check: Digital Business Preview 2017

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Sogar Schafe werden jetzt mit dem Alptracker von Tecsag smart. Image by Lisa Kneidl

Die Digital Business Preview ist das alljährliche Preview-Event im Vorfeld des Mobile World Congress, vom 27. Februar bis 02. März 2017 und der CeBit, vom 20. bis 24. März 2017. Sie findet in kurzem zeitlichen Abstand an den Standorten Hamburg und München statt und versammelt IT-Unternehmen, Presse-Vertreter und innovative Hersteller zum regen Austausch und networking. „Internet of Things“, „Big Data“, „Chatbots“ und „Blockchain“ waren in diesem Jahr die großen Schlagworte.

„Alles wird smart! Die Fortschritte im Bereich der künstlichen Intelligenz sind erstaunlich, aber auch beängstigend.“, so beschreibt Veranstalter und Moderator Peter Becker einleitend den Status Quo in der IT-Welt. Das Internet der Dinge ist im gewerblichen und privaten Raum angekommen und beinahe alles Erdenkliche kann mittlerweile auch als Smart-Artikel auf dem Markt gefunden werden.

Doch was Raum für Innovation bietet, kann auch Gefahren bergen, so können smarte Produkte auch schnell kompromittiert werden. Knud Lasse Lueth betonte, dass vor allem die USA in Sachen Smart-Home den Deutschen um einiges Voraus ist, vor allem ein Artikel wie Amazons Alexa war auf der vergangenen CES großes Thema.


Veranstalter: Peter Becker, Moderator der Digital Business Preview


Wie war Ihr Gesamteindruck?

Ich glaube, wir leben in sehr lebendigen Zeiten, wo die Technologie mehr und mehr unser Leben und unsere Arbeitswelt prägt und die Gesellschaft verändert. Es geht nicht nur um neue Produkte,

die auch zu sehen sind, vom neuesten Smartphone bis hin zum Paket-Butler oder zur ersten App, die mir Geld auszahlt, als erste digitale Essensmarke. Es geht auch darum, über den Tellerrand zu schauen und auch die Technologie zum Greifen in ihren Auswirkungen. Das ist eine sehr schöne Mischung gewesen, die wir heute erlebt haben, zwischen Hardcore-Tech- und Security-Themen, neuen Produkten, aber auch beim Berichten muss man über den Tellerrand hinausschauen. Alles wird intelligent, wie beispielsweise künstliche Intelligenz, die in Deutschland leider noch völlig unterbelichtet ist. Wir sehen die Rieseninvestments von Google und Facebook in diesen Bereichen und auch bei der CES war KI das vorherrschende Thema.

Welche Erwartungen hatten Sie an die Veranstaltung?

Ich habe gerade sehr positives Feedback von einem Kollegen bekommen, der sagte, dass die Mischung stimme. Es inspiriert einen und es ist von allem etwas dabei, es wäre lange nicht so gut gewesen.

Hatten Sie einen Favoriten bei den Speakern oder Ausstellern?

Ich hielt viele Sachen für sehr originell und witzig, beispielsweise auch die Sache mit den Schafen aus der Schweiz! Es lässt sich nur schwer herunterbrechen.

Wem würden Sie die Veranstaltung empfehlen?

Jedem, der sich für Technologien interessiert. Jedem, der wissen will, wie sich unser Leben und unsere Arbeitswelt verändern. Jedem, der in Kontakt mit der Zukunft bleiben will und Inspiration und eigene Geschäftsmodelle entwickeln möchte, aufgrund von Techniken, die hier vorgestellt werden. Wir erleben das unmittelbare Gespräch auch mit denjenigen, die Technologien und Innovation anbieten, das ist, glaube ich, sehr sinnführend.


Speaker: Udo Schneider, Security Evangelist bei Trend Micro


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Image by Udo Schneider

Wie war Ihr Gesamteindruck?

Die Digital Business Preview ist für uns ein sehr interessanter Termin im Jahr, um sehr früh Informationen zu bekommen, was auf der CeBit und was thematisch übers Jahr präsentiert werden wird. Sowohl von Sicherheitsherstellern als auch von den Interessen des Kunden her, oder was für Partner interessant ist und zu neuen Geschäftsmöglichkeiten führen kann. Die Veranstaltung ist weniger CeBit-spezifisch und kann als Ausblick und Erdung für das Branchen-Jahr angesehen werden.

Welche Erwartungen hatten Sie an die Veranstaltung?

Was ich an der Preview sehr gerne mag, ist das große Spektrum an Sprechern. Zum einen gibt es Sprecher von Firmen im Consumer-Bereich oder im großen Firmen-Bereich, mit ganz verschiedenen Themen und solchen, die man normalerweise so nicht mitbekommt. Es ist ein sehr interessanter und breiter Themen-Überblick, was insofern interessant ist, weil diese Themen erfahrungsgemäß dann sehr lange vorhalten. Es kommt vor, dass wir gegen Ende des Jahres Gespräche mit Kunden und Partnern führen, die im gleichen Jahr hier auf der Preview vorgestellt wurden.

Die Langlebigkeit der präsentierten Themen ist also enorm und die Veranstaltung dementsprechend sehr interessant – und das in einer sehr schnelllebigen Branche. Gerade, weil auch erfahrungsgemäß die meisten Sprecher der Veranstalter keine klassischen Produkt-Präsentationen machen, sondern es werden sehr visionäre Themen und Ansätze präsentiert, die weniger an Produkte, sondern eher an Vorgehensweisen gebunden sind. Das sind Informationen, die deutlich langsamer veralten als Produktupdates.

Wir profitieren sehr lange von dieser Veranstaltung! Wenn wir Themen hier präsentieren, die dann auf der CeBit aufbereitet werden, kommt es durchaus vor, dass wir von Kunden und der Presse teilweise Monate später auf das jeweilige Thema angesprochen werden. Für uns ist diese Veranstaltung quasi der Auftakt für die Pressearbeit des ganzen jeweiligen Jahres, von der wir lange profitieren.

Wem würden Sie die Veranstaltung empfehlen?

Die Veranstaltung würde ich jeder Firma empfehlen, die auf IT-Messen präsent ist, die Produkte oder Lösungen haben, die vielleicht erklärungsbedürftig und nicht auf den ersten Blick verständlich sind, wo aber eine Berichterstattung für die Messen wünschenswert ist. Hier ist die Zeit Visionen und Konzepte vorzustellen und zu erklären deutlich besser gegeben, als im hektischen Messe-Alltag.

Gerade Lösungen, die auch ein wenig Nachdenken erfordern, sind hier sehr gut zu präsentieren, weil man erfahrungsgemäß mehr Zeit hat, diese zu zeigen und zu erklären. Die Berichte und entsprechenden Mitteilungen über die Preview werden dann passend zu den jeweiligen kommenden Messen geschrieben und veröffentlicht. Wenn es Themen sind beispielsweise komplexer sind und wenig „catchy“ sind, würde ich die Preview den jeweiligen Firmen empfehlen.


Aussteller: Thomas Uhlemann, Security Specialist bei ESET


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Image by Thomas Uhlemann

Wie war Ihr Gesamteindruck?

Wie jedes Jahr ein gutes Treffen der entscheidenen Pressevertreter, die wir hier erwarten und die uns als Multiplikatoren dienen sollen. Die CeBit ist ganz klar eine Landmarke im Jahreskalender, auch wenn wir direkt an der CeBit nicht mehr teilnehmen. Die Preview ist aber immer eine gute Gelegenheit, Produkte zu platzieren, zu informieren und Content an die Medienvertreter zu liefern, was das Thema „IT-Security“ im kommenden Jahr betrifft.

Welche Erwartungen hatten Sie an die Veranstaltung?

Erwartungen sind erstmals das Networking, also bestehende Kontakte zu pflegen, neue Kontakte zu knüpfen und auch das Bewusstsein für unsere Firma auf dem Markt weiter auszubauen. Das wird auch jedes Jahr erfüllt, weswegen wir auch jedes Jahr mit dabei sind.

Hatten Sie einen Favoriten bei den Speakern oder Ausstellern?

Es ist wie immer gut überschaubar, das heißt, es ist genau das richtige Angebot an Ausstellern in meinen Augen, es wird nicht überfrachtet, weil sonst einzelne Informationen verloren gehen würden. Wichtige Innovationen sind auch hier. Beispielsweise halte ich das Sport-Sponsoring Sponsoo für ein gutes Projekt und glaube auch, dass das funktionieren kann. Damit habe ich mich neben altbekannten Playern am meisten beschäftigt. Hier findet sich quasi ein guter Querschnitt wieder.

Wem würden Sie die Veranstaltung empfehlen?

In der B2C-Presselandschaft hat sich dieses Event etabliert, deswegen sollte die auf jeden Fall kommen, natürlich als Multiplikatoren für die End-Anwender. Ich glaube nicht, dass es für End-Andwender Sinn macht, herzukommen. Wünschen würde ich mir, dass tatsächlich auch mal neue Medien ihren Weg hierher finden, also mehr dedizierte Internet-Medien als klassische Verlagshäuser und Redaktionen, die aus dem Fernseh- oder Printbereich kommen.


Besucher: Oliver Berger, Consulting Director bei ERFAHRENHEIT


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Image by Oliver Berger

Wie war Ihr Gesamteindruck?

Ich kann das nur in Relation zu den Previews vorher sehen. Ich beginne mit einer Anekdote: Als ich heute hier hereinkam, steuerte ich auf den großen Saal, in dem die Veranstaltung normalerweise stattfand, und war ein bisschen irritiert, dort nichts vorzufinden. Mit Glück habe ich mich dann umgesehen, den Treppenaufgang zur Veranstaltung gesehen und war dann sehr erstaunt, nur etwa sechs Aussteller vorzufinden, die dann zum Teil auch wiederholt hier sind.

Bei manchen muss ich mich auch fragen, wo der Innovationsfaktor war. Ich hab sowieso über die Jahre nicht verstanden was Pearl hier macht. Sie nutzen das Event natürlich als Kommunikationsanlass, sie können sagen, sie waren auf einer Preview zur CeBit und tauchen in der Presse auf. Der tatsächliche Mehrwert der Veranstaltung für den Großteil erschließt sich mir aber nicht, insbesondere weil Sie sich auch aggressiv vermarkten. Ich habe mit den Verantwortlichen des Alptrackers gesprochen und die wurden tatsächlich aktiv vom Veranstalter angesprochen und für das Event gewonnen.

Welche Erwartungen hatten Sie an die Veranstaltung?

Die Frage nach der Berechtigung dieser Veranstaltung versuche ich tatsächlich seit vielen Jahren zu beantworten. Die Veranstalter sind zwar freundlich, aber beratungsresistent. Meiner Meinung nach schwindet die Bedeutung der Veranstaltung von Jahr zu Jahr. Früher war es größer, internationaler und es gab sehr viel mehr Aussteller und Journalisten. Fazit: Wäre ich nicht jemand, der in Hamburg lebt und arbeitet, wäre ich nicht hergekommen.

Auch Veranstaltungen wie die CeBit halte ich in Teilen für überflüssig. Der einzige Grund, wieso man auf solche Veranstaltungen überhaupt noch geht, ist, wie bei Konferenzen auch, die Möglichkeit des Austauschs mit vielen Menschen zum selbigen Thema. Man hat also eine große Zeitersparnis durch solche Events, so habe ich auf der CeBit beispielsweise die Möglichkeit, über Zulieferer eines bestimmten Produktes aus Asien und deren Arbeitsweise zu informieren und muss dazu nicht extra dorthin reisen. Letztendlich muss man dort aber sowieso hinreisen und sich selbst überzeugen. Ich glaube also nicht, dass diese Veranstaltung noch häufiger als ein Mal stattfindet, wenn sich das so weiterentwickelt. Ich komme tatsächlich hierher, um mich mit Kollegen aus dem gleichen thematischen Umfeld auszutauschen. Das schätze ich und es interessiert mich an Konferenzen und Messen generell.

Hatten Sie einen Favoriten bei den Speakern oder Ausstellern?

Es gab hier doch auch Highlights im Sinne von Innovationskraft, für mich ganz klar Christian Bennefeld mit eBlocker. Nicht nur, weil das ein Produkt ist, das tatsächlich gerade während der Ära Trump gebraucht wird. „Privacy“ in jeglicher Hinsicht, ob jetzt im öffentlichen Raum oder im privaten Umfeld, ist ein wichtiges Thema und das ist darum auch auf jeden Fall eine Innovation, die jetzt hier auf dem Event tatsächlich auch vorgestellt wird.

Hierfür trifft tatsächlich alles zu, was für die Veranstaltung angekündigt wurde: es ist ein innovatives Produkt, sie stellen heute die neue „Family-Edition“ vor und es ist tatsächlich vom Kosten-Nutzen-Faktor her ein Produkt, das sich jedes Unternehmen leisten kann. Für jemanden, der hierher kommt und sich informieren will, hat das auf jeden Fall einen Mehrwert. Anders sehe ich das beispielsweise bei der Paket-Ablage-Box (Anm. d. Red.: die Rede ist vom PaketButler), weil ich in Anbetracht von Problematiken wie Vandalismus oder Diebstahl darin keinen Sinn sehe. Amazon mit ihrem angedachten Drohnen-Lieferservice überspringen dieses Problem einfach.

Wem würden Sie die Veranstaltung empfehlen?

Wenn ich mich hier umsehe, sind mindestens die Hälfte der Besucher männlich und über 50 und das hat möglicherweise auch seinen Grund. Einfach weil das eine Zielgruppe ist, – Achtung, Vorurteil! – die wenig affin damit ist, sich ihre Informationen selbst zusammenzusuchen. Sie suchen das Gespräch und müssen das Produkt anfassen können. Letztendlich ist es ein Branchenevent, ich freue mich wie gesagt über den Austausch und die Fachsimpelei mit Branchenkollegen.

Tatsächlich würde ich dem Veranstalter empfehlen, die Veranstaltung zu modernisieren. Warum lädt man Leute ein, die Geld bezahlen, um ihr Produkt zu bewerben und nicht etwa den ein oder anderen Experten zu den hier behandelten Themen? Wo ist also beispielsweise jemand, der zum Thema „Internet of Things“ sprechen kann? Wieso ist nicht etwa Martin Szugat von Datentreiber hier, der die Predictive Analystics World als Berater bedient? Er könnte einen guten, verhältnismäßigen und vor allem produktungebundenen Einblick in das Thema Big Data geben und darüber informieren, was uns noch erwartet. Das wäre tatsächlich ein Mehrwert für den Fachbesucher, da er eine unabhängige Meinung vertreten würde. Ich würde hieraus mehr eine Konferenz machen, samt angeschlossener Hausmesse, bei dem sich die Aussteller am Konferenz-Programm beteiligen können.


Images by Udo Schneider, Thomas Uhlemann, Oliver Berger


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Netzpiloten sind Partner der Digital Finance World 2017

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Vom 01. Bis 02. März 2017 findet in Frankfurt der Kongress KuppingerCole’s Digital Finance World 2017 (DFW) statt. Die Finanz- und Versicherungswelt trifft sich dort, um sich über Innovation und die digitale Transformation ihrer Betriebe auszutauschen.

An zwei Tagen von jeweils 8 bis 18 Uhr bedient die Digital Finance World ihre Besucher mit allerlei Informationen zu den Themen Blockchain, Bitcoins, Big Data und das Internet der Werte (IoV). Der Veranstalter KuppingerCole ist eine seit 2004 international und unabhängig arbeitende Analyse-Organisation. Ein zentrales Element der Arbeit der Organisation ist es, Unternehmen mit neutraler Beratung und Expertise in den Bereichen Informationssicherheit, Identitäts- und Zugriffsmanagement, Informations- und Zugriffssteuerung, Risikomanagement und Compliance und in Bereichen der digitalen Transformation zur Seite zu stehen.

Das Event findet direkt am Frankfurter Flughafen im HOLM – House of Logistics & Mobility in der Bessie-Coleman-Strasse 7 statt. Wenn ihr bis zum 20. Februar 2017 eure Tickets mit einem Kollegen oder Freund bucht, bekommt ihr sie zum Missed Early Bird-Preis.

Wenn ihr keine Infos oder Updates verpassen wollt, folgt KuppingerCole auf Facebook oder Twitter oder direkt dem Digital Finance World Event!

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Für euch als treue Leserschaft der Netzpiloten gibt es mit diesem Code 20 Prozent Rabatt auf den regulären Ticketpreis: DFW17NETZPILOTEN

Einfach hier den Rabattcode eingeben und dabei sein!

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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

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  • FAKE NEWS heise: Facebook-Geschäftsführerin Sandberg über Fake News: „Wollen nicht entscheiden, was wahr ist“: Trotz harter Kritik will sich Facebook auch in Zukunft nicht selbst um das Löschen gefälschter Nachrichten kümmern, sondern externe Experten damit beauftragen. Angesichts von 1,79 Milliarden monatlichen Nutzern verfolge das größte soziale Netzwerk eine klare Linie, sagte Geschäftsführerin Sheryl Sandberg im Interview mit der Bild-Zeitung. „Wir wollen nicht entscheiden, was die Wahrheit ist. Und ich glaube, niemand will, dass wir das tun. Also müssen wir mit Dritten zusammenarbeiten, die Experten sind.“ Als Beispiel nannte Sandberg das kürzlich vorgestellte „Facebook Journalism Project“, das auf Zusammenarbeit mit Medienunternehmen und Journalisten abzielt.

  • FAKE NEWS HORIZONT: Fake News sind überbewertet: Die wachsende Bedeutung von Social-Media-Angeboten wie Facebook mache Fake News und ihre Verbreitung nun sehr transparent. Das Phänomen sei aber überbewertet, sagte Döpfner. Dennoch sei die Diskussion über den Umgang mit diesen Falschinformationen gut und hilfreich. Denn sie könne zeigen, dass eine vertrauensvolle Quelle ein Wert an sich sei. Burda-Chef Paul-Bernhard Kallen sieht in Fake News eine sehr ernste Entwicklung. Der Wert der Wahrheit gerate immer mehr unter Druck. „Wir finden heraus, dass etwas gefälscht ist und die Leute reagieren nicht darauf.“ Und er denke darüber nach, woher das komme und warum die Wahrheit an Wert verliere.

  • GOOGLE golem: Google Nest kommt in deutsche Wohnzimmer: Nest bietet ab sofort Überwachungskameras und einen vernetzen Rauchmelder in Deutschland an, nachdem es die Produkte bisher nur per Eigenimport in hiesige Wohnungen und Häuser geschafft haben. Das ist Googles Mutterkonzern nicht unbekannt geblieben und so sieht das Unternehmen eine Chance, die Geräte auch hier abzusetzen. Die Smart-Home-Geräte sollen auch in Österreich, Italien und Spanien eingeführt werden. Bislang bot sie Google nur in Belgien, Frankreich, Großbritannien, Irland, den Niederlanden, Kanada und den USA an.

  • BIG DATA zeit: Verschwiegenheit war gestern: Das Big-Data-Start-up Palantir Technologies gilt als eine der verschwiegensten Firmen des Silicon Valley. Interviews gibt Gründer Alex Karp selten. Und wenn doch Termine stattfinden, dann ist der Inhalt meist nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Doch an diesem Donnerstag ließ es sich der 49-jährige Karp, der mit Wuschelkopf und grauer Jeans auftritt, nicht nehmen, die Neuigkeiten persönlich und öffentlich zu verkünden. Mit Stefan Oschmann, Firmenchef des deutschen Pharmakonzerns Merck, saß er im kleinen Konferenzraum in der Palantir-Zentrale, um über den neuen Kunden zu plaudern. Der Dax-Konzern will Palantir-Technologien einsetzen, um herauszufinden, welche Patienten am besten auf bestimmte Therapien ansprechen, oder bei der Entwicklung neuer Medikamente für die Krebstherapie.

  • DIGITALISIERUNG medienpolitik: Digitale Revolution: Zeitenwende: Es geht in der aktuellen Diskussion sehr grundsätzlich um den Beitrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks für die Gesellschaft, welche Leistungen muss der öffentlich-rechtliche Rundfunk für die Zukunft bringen, welchen Wert hat er für die Gesellschaft, wie sieht eine bedarfsgerechte Finanzierung aus und wie sichern wir die Akzeptanz des Beitrages in unserer Gesellschaft? Ich glaube, dass ein solidarisch finanziertes System gut beraten ist, sich diesen Fragen zu stellen. In Zeiten, in denen sich die Medienwelt so grundsätzlich und tief greifend verändert, sind diese Fragestellungen, aber auch die Herausforderung substantieller Natur.

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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

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  • E-COMMERCE t3n: 2017 ist da – und das sind die 4 wichtigsten E-Commerce-Trends: Trends sind im Allgemeinen vor allem eins – kurzlebig. Deswegen beleuchten die Kollegen von t3n vor allem langfristige Entwicklungen im E-Commerce 2017. Sogenannte „Monobrands“ sollen Markenerlebnisse schaffen, dabei stützt sich eine Marke auf ein einzelnes, zentrales Produkt und baut ihr gesamtes Konzept darum auf. „Neue Marken“ entstehen so auch direkt in Online-“Ökosystemen” wie den Amazon- oder eBay-Marktplätzen. Außerdem wird sich die Frage gestellt, ob der klassische Händler stirbt und wie wichtig eigene Produkte und Handelsmarken sind und Verbesserung, Modifizierung und Entwicklung von Produkten ist.

  • INTERNET zeit: Die große Angst vor dem Internet: “Das Internet ist für uns alle Neuland” ist ein Satz, den die Bundeskanzlerin Angela Merkel bereits vor Jahren äußerte. Tatsächlich sei die Angst der Politik vor dem Internet groß wie nie. Infolge des Medientrubels um die US-Wahl sind die Bedenken in Bezug auf Fake-News, Social Bots und bezüglich Leaks groß. Die Bundesregierung befürchtet eine ähnliche Welle an Fake-News (eine mazedonische Kleinstadt lebte während der US-Wahl quasi davon) wie in den USA und entsprechenden gezielten Desinformationskampagnen.

  • VORRATSDATENSPEICHERUNG heise: Wegen Vorratsdatenspeicherung: Threema prüft Wegzug aus der Schweiz: Vorratsdatenspeicherung ist ein leidiges Thema, denn wenn man in beliebten sozialen Netzwerken unterwegs ist, kommt man über kurz oder lang nicht darum herum. Threema ist ein im deutschsprachigen Raum beliebter Krypto-Messenger, das heißt er ist zumindest sicherer als andere beliebte Messagingdienste. Die Firma will sich jetzt aufgrund eines neuen Verordungsentwurfs ihrer Heimat, der Schweiz, entziehen. Gemeint ist das für den März angesetzte überarbeitete Bundesgesetz zur Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs (BÜPF).

  • AMAZON golem: Mehr Spaß mit Amazons Dash-Button: Das Prinzip des Amazon Dash-Buttons ist einfach, drückt man ihn, wird automatisch das jeweilige alltägliche Verbrauchsgut nachbestellt. Der Hardware-Hacker „hunz“ hat den Button jetzt auseinander genommen und es ermöglicht Code auf dem Gerät auszuführen. Dies hat er auf dem Chaos Communication Congress in Hamburg präsentiert und schilderte den Vorgang bis ins Detail und zeigte so auch Schwachstellen in der Firmware von Amazon und in Bezug auf den Verbraucherschutz auf. Hunz plant keine weitere Forschung am Gerät, steht Bastlern aber zur Seite.

  • BIG DATA ndr: Big Data: Gefahren für Journalisten: David Kriesel speichert jeden Artikel von Spiegel Online – und das seit zwei Jahren. Auf dem Hackerkongress 33c3 in Hamburg hat er die Ergebnisse seiner Analyse vorgestellt. Er zeigt auf, welche, teils sensible, Erkenntnisse durch solche öffentlich verfügbaren Daten gewonnen werden können, wie beispielsweise Kategorien wie Veröffentlichungszeitpunkt, Artikellänge oder Ressort (wie „News“, „Kultur“ oder „Politik“).

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Destination Check: VDZ Tech Summit 2016

Zum bereits vierten Mal hat am 22. und 23. November der VDZ Tech Summit stattgefunden. Die VDZ Akademie begrüßte als Teilnehmer vor allem Vertreter aus den IT-Bereichen von Verlagshäusern und Entscheidungsträger aus Medienhäusern im Empire Riverside Hotel Hamburg. An zwei Konferenztagen wurden den Teilnehmern zahlreiche, auch internationale Vorträge, Startup-Pitches und Workshops zu den Leitthemen IT, Daten und Publishing geboten.

Den Startschuss des Events gab eine Keynote vom Staatsrat für Kultur, Medien und Digitales der Stadt Hamburg, Dr. Carsten Brosda. Die Konferenz-Kulisse des Hamburger Hafens stellte auch gleich eine perfekte Vergleichsfläche zur IT- und Medienwelt dar. Brosda lobte es als eines der größten Digitalisierungsprojekte Deutschlands und erstellte so ein Gleichnis zu Verlagshäusern, die sich ebenfalls immer mehr mit dem digitalen Wandel konfrontiert sehen und diesem immer einen Schritt voraus sein sollten. Die Digitalisierung und Algorithmisierung der redaktionellen Arbeit war häufiges Thema verschiedener Vorträge, aber Brosda stellte schon zu Beginn klar: „Ein Diskurs kann nicht digitalisiert werden. Journalistische Sprache muss so stark sein, dass sie sichtbar bleibt“.

Zu den einprägsamsten und beliebtesten Vorträgen zählte Peter Buhrs (Senior Consultant Digital & Innovations Axel Springer SE) unkonventionelle, energetische Präsentation zum Thema „Digitalen Journalismus erfolgreich machen“. „Man gewinnt den Krieg in den Köpfen nur mit Wörtern, nicht über Technologie!“, plädiert Buhr. Man solle den Kern der Elemente finden und mit den besten Formulierungen gegen die Konkurrenz angehen. Peter Kropsch, Geschäftsführer der dpa untermauerte dies mit seiner Aussage, dass „journalistische Inhalte zu produzieren […] kein aussterbendes Gewerbe“ sei. Die Riege der Online-Redakteure darf also noch getrost aufatmen!

Eindrücke gab es viele, Begrifflichkeiten wie Big Data, B2B oder e-Commerce fielen links und rechts, als „Key-Takeaway“ formulierten die Moderatoren allerdings, dass die Technologie in Verlagshäusern von den Anwesenden zu verantworten ist und die sich in einem Dilemma zwischen dem gestern, heute und morgen befindet. Technologen sollen „out of the box“ denken, aber auch das gemeinsame Lernen voneinander stehe als Motto der Veranstaltung im Vordergrund. Zusammengefasst heißt es also, um dem berühmten Technologie-Journalisten Nicholas Carr zu wiedersprechen: „IT does matter!“.


Moderator: Stephan Huegel, IDG


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Image by IDG

Stephan Huegel hat auf dem VDZ Tech Summit mit seinem Kollegen Jannis Moutafis die Moderation übernommen und ist selbst begeisterter Techie. Bei IDG ist er Chief Technology Officer.

Wie war ihr Gesamteindruck?

Der Gesamteindruck ist ein vor allen Dingen positiver. Am Ende des Tages steht das vor allem die Erkenntnis, dass Technologie viel tun kann für Publisher. Und sie kann nicht nur viel tun, sie ist auch in der Pflicht, gewisse Dingen zu treiben. Wie die Daseinsberechtigung der Online-Journalisten zu definieren, Geschäftsmodelle zu erschließen und auch neue Monetarisierungs-Modelle zu finden, abseits der Monetarisierungen über Werbeerlösmodelle. Also insofern habe ich als Technologe selber einen sehr positiven Eindruck dieses Tages, weil ich weiß, Technologie ist tatsächlich Bestandteil der DNA der Verlagshäuser.

Haben die Speaker Ihre Erwartungen erfüllt?

Ja, teilweise sogar übertroffen. Ich fand uns Referenten nur teilweise etwas holprig, aber das ist eben der Veranstaltung der Größenordnung zu verschulden, da spielte ein bisschen Nervosität mit. Aber ich war sehr angetan, die Qualität war super, alle Referenten haben sich wirklich auch bemüht, aus der Praxis zu berichten und Einblicke in die eigene verlegerische oder technologische Arbeit zu gewähren – also genau so, wie das eigentlich sein sollte. Ich habe mir die Reaktionen der Teilnehmer hier vor Ort angehört, ich habe es mir auch auf Twitter durchgelesen und glaube, erkennen zu können, dass wir da in Summe eine Punktlandung gemacht haben und die Erwartungen auch erfüllt haben.

Hatten Sie einen Favoriten?

Ich fand den Vortrag von Nils Wollny ganz visionär und interessant, der skizziert hat, wie die digitale Strategie bei AUDI aussieht. Ansonsten haben wir den Peter Buhr gehabt und das war ja sowohl vom Inhalt als auch vom Format her sehr disruptiv, ein engagierter Vortrag. Auf so etwas stehe ich sowieso immer.

Wem würden Sie die Veranstaltung empfehlen?

Jedem Technologen, der ein besseres Verständnis dafür generieren möchte, welche Anforderungen das Business in Verlagshäusern an Technologie stellt und jedem Geschäftsführer oder Business-Verantwortlichen in Verlagshäusern, der mehr darüber lernen will, welchen Wertbeitrag Technologie in Vertragshäusern erbringen kann.

Wo sehen Sie die Zukunft des Publishings?

Ich sehe Verlagshäuser nach wie vor als ein Quality- und Gatekeeper für qualitativ hochwertige Inhalte, denke das ist der primäre Informationsauftrag und die primäre Daseinsberechtigung für Marken. Wir haben das auch am Beispiel von AUDI oder dem Beitrag von Burda, die über Thunder referiert haben. Es geht auch darum, Alternativen oder Optionen – ich will nicht von Gegengewicht reden – zu großen, marktbestehenden digitalen Playern zu definieren. Facebook, Twitter, die großen Netzwerke wie Amazon oder Apple, da müssen Verlage noch viel tun, um sich zu positionieren. Aber ich bin vollkommen zuversichtlich, dass wir das können – nicht zuletzt durch Technologie.


Start-up Trend-Pitcher: Evgeni Kouris, Gamewheel


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Image by Evgeni Kouris

Evgeni Kouris ist Gründer und CEO des Startups Gamewheel, welches er zusammen mit dem Stichwort der „Gamification“ den Teilnehmern des VDZTS im Rahmen eines fünfminütigen Startup Trend-Pitches in einer Präsentation vorgestellt hat.

Wie war ihr Gesamteindruck?

Also auf jeden Fall gab es sehr viele neue Impulse für die Industrie, die aus meiner Startup-Sicht auch sehr klassisch ist und auch eine gewisse Konservativität besitzt. Ich glaube, dass die meisten Leute hier sehr daran interessiert sind, neue Dinge zu erfahren, es herrscht eine sehr gute Atmosphäre und alle tauschen sich aus, ein echt cooles Event!

Haben die Speaker Ihre Erwartungen erfüllt?

Ich bin nicht unbedingt mit Erwartungen gestartet, eher mit Neugier auf die Themen, die in der Industrie gerade sehr spannend sind. Wir arbeiten mit Gamewheel eher mit Markenwelten zusammen. Wir helfen auch dabei, Geschichten zu erzählen und das ist natürlich für uns sehr spannend, wohin sich die Publishing-Industrie bewegt und welche Fragen gestellt werden. Natürlich wurde ganz viel Big Data und Daten, Daten, Daten erwähnt, das ist nicht überraschend. Es gab aber auch ein paar spannende Vorträge wie der von DuMont Net mit Patrick Wölke, das fand ich sehr interessant. Also insgesamt ein gutes Niveau!

Hatten Sie einen Favoriten?

Ich fand gerade den Vortrag von DuMont spannend. Dort wurde die Mediennutzung sehr stark heruntergebrochen. Wir beschäftigen uns viel mit der Frage, auf welchen Kanälen man die Menschen erreicht. Das wurde auch mit eigenen Daten belegt, dass beispielsweise morgens die Leute mit mobilen Daten eher zu erreichen sind und wir helfen Mobile First Content zu bauen. Das ist für uns gut zu wissen, dass auch die Publishing-Industrie tatsächlich sehr gezielt auf verschiedenen Kanälen Content aufbaut.

Wem würden Sie die Veranstaltung empfehlen?

Ich empfehle sie jedem, der sich um Content-Erstellung oder Technologie in dem Bereich bemüht oder auch einfach mit der Industrie zusammenarbeiten möchte. Ich hab ja auch einige der Start-ups empfohlen, die für dieses Event dazu gekommen sind. Beispielsweise 12k, die sich mit Randanalysen beschäftigen, die sind auch aus dem Berliner Inkubator von Project Flying Elephant dazugekommen. Es ist schon für beide Welten sehr spannend, sich auszutauschen. Durch Diskurs entstehen ja dann auch neue Ideen!

Wo sehen Sie die Zukunft des Publishings?

Da kann ich natürlich, wie in meinem Vortrag, nur sagen: Gamification! Wir glauben daran, dass durch diese Änderung des Nutzerverhaltens, wenn die meisten auf mobilen Geräten Games nutzen und das tagtäglich, dann wird sich natürlich auch irgendwann der Content wandeln müssen. Das ist immer so, wenn der Nutzer darüber entscheidet was der Publisher produziert.

Das wird zwar deutlich langsamer geschehen als bei Social Media, wo Instant oder Social Games auch schon immer ein Teil davon sind, aber ich glaube, es kann auch im Storytelling oder im klassischen, konservativen Content mehr Verspieltheit oder leichte Gamification-Prinzipien geben, damit man ein höheres Engagement erzielt. Da gibt es im Advertising-Umfeld immer mehr Premium-Formate, die dann mit diesen Stories mehr zusammenhängen und ein Ganzes ergeben, damit einem nicht mehr einfach ein bisschen fremdgesteuert die ganze Ad-Deck vors Gesicht gesetzt wird.


Aussteller: David Best, Kirchner + Robrecht


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Image by Kirchner + Robrecht

David Best ist Consultant bei Kirchner + Robrecht und war auf dem VDZTS als Aussteller vertreten.

Wie war ihr Gesamteindruck?

Die Startup-Kurzvorstellungen waren durchweg spannend, zudem einige Vorträge. Einiges kennt man schon, manches war neu und vieles hat gut illustriert, wie man IT-Themen zukunftsfähig angehen kann.

Haben die Speaker Ihre Erwartungen erfüllt?

Ich hatte keine dedizierten Erwartungen an das Programm oder die Vortragenden, da ich mit Kirchner + Robrecht in erster Linie als Aussteller vor Ort war. Dennoch nehme ich die Erkenntnisse zu den IT-Themenfeldern, mit denen wir uns regelmäßig als Beratung auseinandersetzen, sehr gerne mit!

Hatten Sie einen Favoriten?

Peter Buhr von Axel Springer fand ich jedenfalls am unterhaltsamsten.

Wem würden Sie die Veranstaltung empfehlen?

Letztlich schon der vertretenen Kernzielgruppe, also IT-Führungskräfte und Verlagsmanager. Die Veranstaltung wäre sicherlich auch für Redakteure interessant, die dadurch einen noch stärkeren Einblick in IT-Trendthemen bekommen können – die sie bereits betreffen und zukünftig immer mehr beschäftigen werden.

Wo sehen Sie die Zukunft des Publishings?

Es wird weiterhin für Verlage herausfordernd bleiben. Die Verlage müssen sehr genau darauf schauen, was die Zielgruppen benötigen und ob und mit welchen digitalen Produkten und Services man für die Zielgruppen Wert und Nutzen schafft. Hierbei kann die Technologie ein Mittel sein, die „Assets“ sind Daten und Content. Die durch die Tech-Player vorangetriebenen Ansätze (Big Data, Cognitive Computing, Deep Learning, Chatbots, um nur ein paar zu nennen) dürfen nicht als „Buzzwords“ abgetan werden, sondern müssen auf strategische Relevanz und konkrete Einsatzfelder für das eigene Geschäft betrachtet und bearbeitet werden.


Besucher: Lorenz Zehetbauer, verlag moderne industrie


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Image by verlag modern industrie gmbh

Lorenz Zehetbauer ist Head of Digital Products bei verlag moderne industrie und war als Besucher auf dem VDZTS.

Wie war ihr Gesamteindruck?

Lorenz Zehetbauer: Gut! Spannende Vorträge, interessante Pitches!

Haben die Speaker Ihre Erwartungen erfüllt?

Ja, ich bin mit vielen Erwartungen gekommen! Insbesondere die Pitches haben mich interessiert! Da waren auch zwei, drei Sachen dabei, die man so dann auch nochmal nachrecherchieren wird.

Hatten Sie einen Favoriten?

Vor allem der Kollege Peter Buhr von Axel Springer mit seinem Impulsvortrag, der auch mal bisschen lauter war zwischendrin, aber sehr interessant, spannend und unterhaltsam.

Wem würden Sie die Veranstaltung empfehlen?

Redakteure haben ja heute ihr Fett wegbekommen! Also ich denke, die Veranstaltung richtet sich schon eher an Techies oder die Entscheidungsträger, die über Technologie entscheiden, es gibt ja dann auch andere Events, die speziell an Redakteure gerichtet sind.

Wo sehen Sie die Zukunft des Publishings?

Das kommt ein bisschen auf den Bereich an, sprich Fachzeitschriften oder tagesaktuelle und News-Bereiche. Ich denke, das sind schon sehr unterschiedliche Themen. Ganz interessant wird die Auseinandersetzung mit den großen amerikanischen Portalen. Wie das genau aussieht in fünf Jahren kann ich nicht sagen. Ich glaube aber, es wird ein entscheidender Punkt sein, wie man mit Google, Facebook und den anderen umgeht. Alle reden von Snapchat, aber die meisten haben das gar nicht richtig verstanden – ist das was für die Medienhäuser – oder nicht?

In fünf Jahren gibt’s dann wahrscheinlich noch zehn, zwanzig andere, mit denen man sich auseinandersetzen muss und da sollte man grundsätzlich eine Lösung finden. Schön wäre natürlich auch, wenn so etwas aus Deutschland kommen würde. Aber das wäre dann auch keine Aufgabe der Publisher, sondern da müssten wahrscheinlich ganz andere Rahmenbedingungen in Europa geschaffen werden.

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Destination Check: Das war die Data Natives 2016

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Die Data Natives-Konferenz war vom 26. bis zum 28. Oktober 2016 in Berlin zu Gast. An zwei Standorten konnten sich Interessierte über Big Data, Machine Learning, Artificial Intelligence und dem Internet of Things informieren und vernetzen.

Der Konferenzauftakt fand mit drei Workshops im Coworking Space Ahoy Berlin zu Themen wie Python und Data-as-Service-Produkten statt. Am zweiten und dritten Tag gaben sich dann Speaker wie Alexandra Deschamps-Sonsino, Director bei Designswarm, Philipp Krenn, Developer Advocate bei Elastic oder Anish Mohammed die Klinke oder viel mehr das Mikro in die Hand. Die Bolle-Festsäle in Berlin waren an beiden Konferenztagen gut gefüllt. Die Netzpiloten waren als Partner dabei und haben sich unter das Volk gemischt, um ein paar Eindrücke zu sammeln.


Besucherin: Indre J. – Studentin, Data Analyst bei Webtrekk


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Indre studiert Statistik an der Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg und arbeitet in der Datenanalyse bei Webtrekk. Sie sucht nach Trends, Themen und Jobmöglichkeiten für die Zeit nach der Uni.

Was ist dein Gesamteindruck?

Mir gefällt es sehr gut, ich war sehr positiv überrascht. Ich hatte ein bisschen die Befürchtung, weil ich schon bei anderen Veranstaltungen war, dass die Speaker eher Produktpräsentationen machen, statt über die Methoden, die sie implementieren wollen, zu reden. Aber hier war das zum Glück ganz anders. Außerdem habe ich Glück gehabt und die Tickets gewonnen, weil ich für den Newsletter angemeldet war.

Haben Redner und Teilnehmer deine Erwartung erfüllt?

Ich habe nichts Spezielles erwartet und habe mir viel angehört. Ich finde, man kann hier gut mitkriegen, wie der Business-Alltag funktioniert. Leider suchen die Firmen eher nach Programmierern als nach Statistikern, aber man bekommt ein Gefühl für das Berufsfeld.

Was war dein persönliches Highlight?

Ich fand die Panel-Debatte zur Zukunft des Grundeinkommens ziemlich toll, das war ein wichtiges Thema.

Würdest du wiederkommen? Wem würdest du die Data Natives empfehlen?

Ich würde die Data Natives natürlich Programmierern empfehlen, aber auch für mich als Studentin war es sehr interessant. Leider ist der Eintritt nicht unbedingt etwas für ein Studentenbudget, vielleicht könnte man da noch mehr Möglichkeiten schaffen.


Besucher: Henrik Laurentz, Consultant bei Findwise


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Image by Henrik Laurentz via Findwise

Hendrik entwickelt Lösungen für Suchmaschinen und Datenanalyse. Auf der Data Natives wollte er mehr über den Stand der Dinge herausfinden und welche Ideen er für Findwise integrieren kann.

Was ist dein Gesamteindruck?

Ich habe zwar die Workshops verpasst, aber die Konferenz gefiel mir sehr gut. Die Talks waren sehr unterschiedlich, das mochte ich auch, viele waren auf einem Einsteigerlevel gehalten, für einige musste man auch technisch mehr im Thema sein – da gab es ja alles; angefangen damit, wie man Data Scientist wird bis hin zu neuralen Netzwerken. Es gab sogar einen Vortrag darüber, wie Machinelearning-Apps gebaut werden.

Haben Redner und Teilnehmer deine Erwartung erfüllt?

Ich hatte ein bißchen erwartet, dass die Konferenz akademischer angehaucht sein würde, ich bin aber nicht enttäuscht, dass es nicht ganz so war. Ich fand die meisten Speaker gut, vielleicht hätten einige von ihnen sich noch etwas besser vorbereiten und das Publikum mehr einbinden können. Vielleicht ist das aber auch nicht so einfach, wenn das Publikum aus allen möglichen Bereichen kommt.

Was war dein persönliches Highlight?

Das war eigentlich der erste Speaker, Daniel Molnar, mit den wichtigsten Grundlagen zu Data Science und Datenanalyse. Er hat ein paar Hinweise dazu gegeben, was gut oder besonders schlecht funktioniert und auf was man achten muss, wenn man mit Data Science arbeitet. Das fand ich sehr interessant.

Würdest du wiederkommen? Wem würdest du die Data Natives empfehlen?

Ich denke schon, dass ich wiederkommen werde. Ich mag Berlin sowieso, es war eine gute Wahl, herzukommen. Die Data Natives ist für Datenspezialisten auf jeden Fall gut geeignet, das Niveau ist schon eher anspruchsvoll. Es gibt hier aber auch viele Manager und Leute mit geschäftlichem Hintergrund. Das ist aber nicht schlecht, es ist nur etwas anders.

Mit welcher Motivation bist du hergekommen?

Meine Firma hat mich spontan als Besucher hergeschickt und weil alle meine Kollegen unterwegs waren, bin ich allein hergekommen.

 


Speaker: Iwan Lappo-Danilewsk, Technik und Betrieb bei aaron.ai


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Image by Iwan Lappo-Danilewsk

Iwan arbeitet als CTO bei aaron.ai und nahm am Startup-Battle teil, der am letzten Konferenztag angesetzt wurde und bei dem man seine Firma ins Gespräch bringen konnte. Er überzeugte schließlich nicht nur das Publikum, sondern auch die Jury der Data Natives.

Was ist dein Gesamteindruck?

Ich war bei den Workshops nicht dabei, aber am zweiten und dritten Tag fand ich es klasse. Ich habe Sachen gesehen, von denen ich mir gut vorstellen kann, sie bei uns einzubauen. Ich konnte ein bißchen über den Tellerrand hinausblicken und mehr darüber erfahren, mit wem man sich vernetzen kann.

Haben Redner und Teilnehmer deine Erwartung erfüllt?

Ich hatte ein bisschen erwartet, dass die Leute von der Größe des Events und der Bühnen eingeschüchtert sein würden, das war zum Glück nicht der Fall. Ein Speaker wollte ein bisschen zu sehr fachsimpeln, das hat nicht so funktioniert, dazu ist es dann doch nicht technisch genug. Aber insgesamt habe ich das Gefühl, dass man hier auf gebildetes, passendes Publikum trifft und dass auch die Nachfragen sehr fair sind, vor allem bei dem Startup-Battle.

Was war dein persönliches Highlight?

Mein Highlight war der Vortrag von Francisco Webber von Cortical.io Die haben eine Technologie, mit der man ein neuronales Hirn nachbilden kann, das um das Zehnfache schneller ist als andere das darstellen können. Wie sie das genau machen, finde ich gar nicht so wichtig, aber dass man jetzt Sachen machen kann, die vorher gar nicht möglich waren, das finde ich sehr spannend. Vorhin gab es auch noch einen sehr guten Talk von Steven Lemm von Outfittery über Produktentwicklung und Data Science, den fand ich auch sehr interessant.

Würdest du wiederkommen? Wem würdest du die Data Natvies empfehlen?

Ich würde auf jeden Fall wiederkommen. Generell sollten alle aus meiner Zielgruppe, IT-Manager und verantwortliche Technische Entwickler, also alle, die generell in einem Unternehmen arbeiten, hier herkommen. Ich glaube auch, dass hier alle gut hinpassen, die sich generell für technische Entwicklung interessieren. Egal, ob sie selber so etwas machen wollen oder sich nur in dem Bereich umschauen wollen. Solche Konferenzen können Augenöffner sein.

Mit welcher Motivation bist du hergekommen?

Ich wollte über meinen Tellerrand schauen und neue Leute kennenlernen, die in einem ähnlichen Feld unterwegs sind. Bei dem Battle habe ich mitgemacht, weil wir dazu eingeladen wurden und ich die Möglichkeit nutzen wollte, um das Projekt bekannter zu machen und uns zu vernetzen. Außerdem wollte ich ein bisschen Erfahrung sammeln, wie das ist, wenn man auf so eine große Bühne geht.

 

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Destination Check: Codemotion Berlin 2016

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Am 24. und 25. Oktober fand die Codemotion in der Kulturbrauerei statt. Die Tech-Konferenz mit den Kernthemen Big Data, Internet of Things und Sicherheit ist die größte Konferenz mit einem städteübergreifenden Konzept in Europa. In den vergangenen Jahren fand sie bereits in Rom, Madrid und Mailand statt, dieses Mal war Berlin wieder an der Reihe.

Die Codemotion hat sich wieder als beste Netzwerker-Plattform für internationale Entwickler, Programmierer und Communities gezeigt. Mit über 40 Vorträgen und jeder Menge Platz zum Netzwerken und Kennenlernen konnte man sich hier auch als Nichtprogrammierer ein interessantes und buntes Programm zusammenstellen. Mit Louis De Bruin von IBM Corporation und Kerstin Puschke von Xing gab es Talks von großen Firmen zu begutachten, aber auch Talks von kleineren Unternehmen und Communities wie Andrea Bezold von den Women Techmakers Berlin boten interssante Einblicke.


Marie Claire Le Blanc Flanagan, Expermentielle Spieledesignerin


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Image by Marie Claire Le Blanc Flanagan

Marie ist Gründerin und Executive Director von Wyrd Arts Initiatives und Editor in Chief von Weird Canada. Als Marie vor einem Jahr von Kanada nach Berlin zog, ist sie eher durch Zufall zum Programmieren und Gamedesign gekommen. Sie hat sich auf Gesichtserkennung, Musik und VR spezialisiert und probiert alles aus, was Spaß machen könnte und sich in ein Spiel verwandeln lässt.

Was ist dein Gesamteindruck?

Ich mag es sehr hier. Als ich ankam, war man sehr freundlich zu mir, auch an der Tür – es sind diese kleinen Sache, die wichtig sind. Ich war schon auf vielen Events und das macht Einiges aus, wenn dich jemand anlächelt und dir das Gefühl gibt, willkommen zu sein. Und es gibt auch nicht so viel Diversität auf diesen Tech-Events, darum fand ich es besonders toll, dass die sehr nette Türsteherin eine Frau war. Das fühlte sich sehr gut an, es war viel los und alle waren sehr nett.

Haben Redner und Teilnehmer deine Erwartung erfüllt?

Ich wusste nicht, was ich zu erwarten hatte, aber alle Leute hier waren toll. Ich lerne gerade programmieren, daher waren manche Themen für mich eher herausfordernd, aber es gab eine Menge interessante Anfänger-Sachen, die gut zugänglich waren, aber auch viele Sachen, die ich auf jeden Fall noch verstehen lernen will.

Was war dein persönliches Highlight?

Ein kleines Highlight war für mich, als mir der Speaker, der vor mir dran war, mir seine Fernbedienung für meine Präsentation geliehen hat. Ich denke, das sagt viel über Events wie dieses aus, dass man sich gegenseitig hilft, obwohl man sich nicht kennt, und dass jemand dafür sorgt, dass ich mich wohlfühle, kurz bevor ich meinen Talk halte.

Würdest du wiederkommen, und wem würdest du die Codemotion empfehlen?

Ich würde das Event auf jeden Fall Programmierern empfehlen, die ein bißchen mehr Erfahrung haben als totale Anfänger, aber auch Erfahrenen, die nach Höhrerem streben, sind hier sicherlich gut aufgehoben. Und definitiv würde ich dieses Event Frauen empfehlen, denn ich will auf jeden Fall mehr Frauen auf diesen Veranstaltungen sehen.

Was war deine Motivation, hier herzukommen?

Ich wurde durch einen Freund aufmerksam, der meinte, ich sollte mein Spiel hier vorstellen. Er war selbst noch nicht hier, aber hat von der Codemotion gehört und meinte, ich soll hier unbedingt hin. Als man mich dann fragte, ob ich einen Vortrag halten wollte, war ich total dafür.


Organisatorin: Ellen König, Data Scientist bei Soundcloud, Mitorganisatorin Codemotion


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Image by Ellen König

Ellen arbeitet bei Soundcloud und ist seit zwei Jahren Mitorganisatorin der Codemotion und für die Organisation der Speaker zuständig. Sie kennt die Berliner Community-Szene durch ihre Teilnahme an diversen Frauen-Workshops und freut sich über jeden, der den Spaß am Coden entdeckt.

Was ist dein Gesamteindruck?

Ich mag die Codemotion sehr, es ist eine sehr entspannte, aber trotzdem interessante Konferenz. Ich mag auch den starken Fokus auf die Community sehr.

Haben Redner und Teilnehmer deine Erwartung erfüllt?

Ich bin zum zweiten Mal hier, da war ich auch schon im Programmkomittee, also wusste ich ungefähr, was für Referenten hier sind.

Was war dein persönliches Highlight?

Für mich ist immer ein Highlight, vor allem auf der Codemotion, aber auch auf anderen Berliner Events, dass ich Leute wiedersehen kann, die ich nur bei Communityevents treffe, das ist immer sehr schön. Außerdem hat der Tobias Pfeiffer einen Vortrag über Elixir gehalten, den fand ich hervorragend.

Würdest du wiederkommen, und wem würdest du die Codemotion empfehlen?

Die Codemotion ist glaube ich optimal für Leute, die sich auf dem Level zwischen Anfängern und Fortgeschrittenen befinden. Man findet hier wenig Advanced Talks, aber eine Menge Intermedia Talks, also für Leute, die sich über ihr eigenes Gebiet hinaus informieren wollen, was sonst noch so los ist in der Tech-Szene und in Berlin. Es ist eine schöne Konferenz, um den Horizont zu erweitern.

Was war deine Motivation, hier herzukommen?

Ich versuche, so viele Events wie möglich in Berlin zu besuchen, weil es eine sehr freundliche und sehr vielseitige Community ist. Da fühle ich mich immer sehr wohl.


Besucher: Johnathan Bender, Entwickler bei Contactually


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Image by Jonathan Bender

Jonathan Bender ist Entwickler bei Contactually und besucht die Berliner Tech-Konferenz, um neue Möglichkeiten für seinen Arbeitgeber zu finden, um besser und effektiver zu arbeiten. Außerdem war die Codemotion eine Möglichkeit für einen Europabesuch.

Was ist dein Gesamteindruck?

Es war toll, alle Speaker waren wirklich toll!

Haben Redner und Teilnehmer deine Erwartung erfüllt?

Ich wusste nicht genau, was ich zu erwarten hatte, aber ich war positiv überrascht von der Qualität der Talks. Meistens waren auch dei Fragen aus dem Publikum sehr gut, aber die meisten Speaker haben ihre Redezeit voll ausgenutzt, sodass es dafür nicht immer Zeit gab.

Was war dein persönliches Highlight?

Es gab ein paar sehr tolle Talks, vor allem gab es viele Talks über Microservices, Go, Elixir und Phoenix. Einer meiner liebsten Themen behandeln die Philosophie hinter der Technik und der Sprache, es gab eine Menge Talks darüber, wieso wir die Dinge so tun, wie wir sie tun, und wie es besser gehen könnte, und das Thema mochte ich sehr.

Würdest du wiederkommen, und wem würdest du die Codemotion empfehlen?

Es gab eine menge Anfänger-Talks und eine Menge Talks, die schon auf einem höheren Programmier-Niveau waren, aber das waren sicherlich nur die, auf denen ich jetzt war. Ich denke auch, dass es eine tolle Idee wäre, hierherzukommen, wenn jemand keine Ahnung von der Technik hat, denn da wird eine Menge davon erklärt, was gerade in der Industrie los ist. Ich glaube, einige meiner Kollegen würden davon sehr profitieren. Vielleicht kommen die dann nächstes Jahr mal her.

Was war deine Motivation, hier herzukommen?

Unsere Firma hat ein jährliches Reisebudget, um uns dahinzuschicken, wo wir hinwollen, und ich wollte mal nach Deutschland kommen. Ich bin sogar das erste Mal seit 15 Jahren wieder in Europa. Unsere Firma macht aber auch eine Menge zum Thema Systemverteilung und wir bewegen uns gerade weg von einem einzigen Anwendungsbereich hin zu Microservices, also gab es hier vieles, woran wir anknüpfen konnten.

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Der Preis der Verknüpfung: Vom „Überwachungskapitalismus“

Stellen Sie  sich eine Zeit vor, die lange vor der heutigen internetbasierten Vernetzung existiert hat. Stellen Sie sich vor, dass der Bevölkerung jedes Landes in dieser fernen Zeit ein neuer Plan angeboten wird. Der Plan würde die Verknüpfung jedes Raumes sozialer Interaktion, der meisten Arbeitsplätze, eines Großteils privater Augenblicke voller  Reflexion sowie einen bedeutenden Anteil familiärer Interaktionen beinhalten.

Einmal auf diese Weise verbunden, würden all diese verschiedenen Bereiche des menschlichen Lebens auf eine einzige nahtlose Ebene der Archivierung, Beobachtung und Verarbeitung gebracht werden. Den Völkern würde erklärt, diese Verknüpfung werde einige bemerkenswerte Folgen haben. Jede dieser einstmals voneinander getrennten Ebenen könnte in Echtzeit mit jeder anderen verknüpfbar sein. Die Inhalte des dortigen Geschehens würden mit allem und von überall verknüpfbar sein.

Möglicherweise wäre dies weniger gut: Jede Ebene würde grundsätzlich von jeder anderen aus überwacht werden können und würde somit unter Beobachtung durch Institutionen mit der angemessenen Infrastruktur stehen. Vielleicht wäre dies besser: Die nahtlose Verbindungsebene würde die Basis für den Aufbau neuer Arten von Wissen über die menschliche Welt darstellen – Kenntnisse, die nie zuvor auf solche Art und Weise als Ganzes verknüpft waren.

Können wir uns vorstellen, dass diese Völker einen solchen Vorschlag ohne zu zögern annehmen? Wahrscheinlich nicht. Dabei ist dies in vereinfachter Form die Welt, die wir heute feiern sollen.

Im Laufe der vergangenen 30 Jahre haben Veränderungen in unserer Kommunikationsinfrastruktur großangelegte Bestrebungen, die Möglichkeiten sozialer Ordnung zugunsten eines funktionierenden Marktes und kommerzieller Ausbeutung umzugestalten, ermöglicht. Einige sehen darin einen neuen „Überwachungskapitalismus“. Dieser ist eher auf Datengewinn als auf die Produktion neuer Güter fokussiert und generiert somit starke Konzentrationen von Macht über den Gewinn und bedroht zentrale Werte wie Freiheit.

Ich stimme dem zu – aber wie genau funktioniert diese Drohung? Und was könnte der „Preis“ dieser Transformation sein, die in Dimensionen verläuft, die Wirtschaftswissenschaftler nicht erheben können?

Die neuen Infrastrukturen der Verknüpfung

Wenn ich den Preis der Verknüpfung hervorhebe, ist nicht die Verknüpfung selbst das Problem. Problematisch ist, was die Verknüpfung mit sich bringt, besonders ihre Infrastruktur zur Überwachung, die der faustische Pakt beinhaltet. 

Der Überwachungskapitalismus wurde nur durch die Entwicklung des Internets möglich. Obwohl dem Internet häufig zugeschrieben wird, Freiheit gebracht zu haben, ist seine wichtigste Eigenschaft die der Verknüpfung, nicht der Freiheit.

Das Internet verändert die Größenordnung, innerhalb derer die Menschen miteinander in Kontakt stehen. Die Verknüpfbarkeit aller Informationspakete, aller Orte, von denen aus wir auf das Internet zugreifen, und aller Akteure in diesem Raum – was zukünftig zu einer Domain des „Internets der Dinge“ erweitert werden wird – schafft ein wechselseitiges Geschäft: Wenn jeder Punkt in Raum und Zeit mit jedem anderen verknüpft werden kann, dann ist er auch von jedem anderen leicht zu überwachen.

Starker ökonomischer Druck treibt die Intensivierung von Verknüpfung und Überwachung im Internet voran. Die Räume des Soziallebens sind offen für die Ausnutzung durch Firmenakteure geworden, abzielend auf Profitgewinn und/oder die Aufforderung zur Handlung. Wie Joseph Turow schreibt„…die Zentralität von Firmenmacht ist eine direkte Realität genau im Herzen des digitalen Zeitalters.“

Für mehr als ein Jahrzehnt hat die Schwierigkeit im gezielten Übermitteln von Nachrichten im Internet an ganz bestimmte Kunden nun schon Werbende dazu gebracht, Zielgruppen durch kontinuierliches Verfolgen individueller Personen, wo auch immer sie online sind, zu erreichen.

Online-Plattformen sind trotz ihres unschuldig klingenden Namens ein Weg, um die Überlappung zwischen den Domains von sozialer Interaktion und Profit zu optimieren. Der Kapitalismus ist zunehmend darauf konzentriert, den Anteil des Soziallebens, der offen für Datenaufnahme und -verarbeitung ist, zu erweitern: es ist, als sei das Soziale selbst das neue Ziel der Erweiterung des Kapitalismus geworden. Bruce Schneider hat es unverblümt ausgedrückt: „Das primäre Geschäftsmodell des Internets baut auf Massenüberwachung auf.“ Welche Auswirkungen hat dies also für das Sozialleben?

Das Soziale wiederherstellen

Es ist verblüffend, dass wir nicht schon viel wütender über diese Transformation sind. Wir mochten Massenüberwachung in ihren historischen Formen nie. Wenn wir ‚Das Leben der Anderen‘ anschauen, empfinden wir Mitgefühl für den einsamen Funktionär, der verdammt ist zu einem Leben (des Beobachtens der Anderen), von dem er und auch wir wissen, dass es grundlegend falsch ist.

Wie kann also eine ganze Infrastruktur der Überwachung, die an anderer Stelle so offensichtlich falsch war, plötzlich richtig oder sogar richtiggehend positiv belegt werden, wenn sie von Firmen an der amerikanischen Westküste eingerichtet wird ?

Eine Erklärung ist, dass diese Überwachung uns nicht in ihrer Gesamtheit erscheint, sondern eher als ein notwendiges Mittel zu etwas vermeintlich viel größerem Guten. Gesundheit ist nur ein Bereich, in dem individuelle Fügung angesichts kontinuierlicher externer Überwachung als positiv erachtet wird. Die Vorzüge der Interpretation (und damit zwingend der Erfassung) großer Datenmengen werden oft als völlig auf der Hand liegend herausgestellt: „eine Revolution in Selbstfürsorge“, die „jemanden tatsächlich Sicherheit und Wohlbefinden fühlen lässt“.

Gary Wolf, Guru des Quantified Self-Movement schrieb„Automatische Sensoren… erinnern uns daran, dass unser gewöhnliches Verhalten unklare quantitative Signale enthält, die benutzt werden können, um unser Verhalten zu informieren, wenn wir gelernt haben, sie zu deuten.“

Unser Leben wird nun also immer schon als „Datensammlung“ gesehen. Das Ergebnis kann tröstlich sein. Der Guardian berichtete kürzlich über ein im Auto installiertes Beobachtungsgerät für ungeübte Fahrer, das Versicherungen als Teil eines Angebots für gesenkte Prämien anbieten. Die Überschrift in der Druckausgabe lautete: „Ein hilfreicher Spion hinter dem Armaturenbrett ist der neue beste Freund eines jungen Fahrers.“

Hier kommt eine Umstrukturierung sozialer Beziehungen unter dem Gesichtspunkt der Datensammlung zum Einsatz, die so tiefgreifend ist wie der Aufbau von Netzwerken über große Entfernungen, von denen die Marktstruktur des industriellen Kapitalismus abhängig ist.

Als großer Historiker dieser Zeitperiode drückt Karl Polanyi es so aus, dass für die Erschaffung neuer Märkte „der Effekt äußerst künstlicher Reizmittel, dem sozialen Körper verabreicht“, unabdingbar ist.

Heute ist eine soziale Stimulierung nicht notwendig, um vernetzte Märkte zu etablieren – sie existieren schon 200 Jahre oder länger – sondern um jede soziale Aktivität mit einer Datenebene zu verknüpfen, eine verwaltete Kontinuität, die Wert generieren kann.

Unabhängigkeit aufgeben

Irgendetwas ist hier tiefgreifend falsch, aber was genau? Das Problem reicht tiefer als das Risiko des Missbrauchs unserer Daten durch skrupellose Unternehmen: Die meisten von uns vertrauen wahrscheinlich manchmal Facebook. Ein größeres Problem trat beim Bekanntwerden der Enthüllungen Snowdens über die US National Security Agency (NSA) und das Abfangen kommerzieller Datenströme durch GCHQ in Großbritannien auf. Quentin Skinner merkte hierzu an: „…nicht bloß angesichts der Tatsache, dass jemand meine E-Mails liest, sondern auch im Hinblick darauf, dass jemand die Macht hat, genau dies zu tun, falls es ihm beliebt… sehen wir uns willkürlicher Macht ausgeliefert… mit Blick auf die Freiheit ist die bloße Existenz von solch willkürlicher Macht geradezu beleidigend.“

Das Problem ist gar nicht vordergründig, dass jemand unsere E-Mails liest, sondern die Sammlung von Metadaten. Wenn die bloße Existenz solcher Macht der Freiheit widerspricht, warum haben wir dann noch nicht Anstoß genommen an der kommerziellen Macht, Daten zu sammeln, auf die mächtige Nationalstaaten lediglich aufgesprungen sind?

Die Antwort darauf lautet, dass Überwachungskapitalismus einen Aspekt unserer Freiheit bedroht, der so grundlegend ist, dass wir es schlicht nicht gewohnt sind, ihn zu verteidigen. Eigentümlicherweise ist es der deutsche Philosoph Hegel, der uns helfen kann, die Ursache des Problems zu identifizieren. Wie auch Kant glaubte Hegel, dass das größte Gut der freie Wille ist, aber er klärte tiefgründiger, was Freiheit beinhalten könnte. Für Hegel ist Freiheit unmöglich, solange das Ich nicht etwas Raum für Eigenständigkeit hat, indem es in einer reflektierenden Beziehung mit sich selbst sein kann. Wie er es formulierte:„…Freiheit ist: mit sich selbst in dem Anderen zu sein.“ Hier ist das Ich nicht isoliert, sondern vermittelt permanent an die Welt dort draußen – die Welt von Dingen und Menschen und vom eigenen früheren Ich und vergangenen Handlungen. Es kann jedoch frei sein, wenn es sich solche Prozesse zu Eigen machen kann – zusammenhängend mit den eigenen Zielen, nicht denen der Anderen. Und genau das ist es, was unter dem Überwachungskapitalismus schwieriger aufrechtzuerhalten ist.

In einer Welt, in der schon unsere momentane Existenz verfolgt wird, und einigen Menschen zufolge, durch externe Datenverarbeitungssysteme immer besser verstanden wird, bricht die Idee eines unabhängigen Raumes der Subjektivität, von dem aus man „Freiheit“ haben kann, zusammen.     

Firmenmacht ist bereits „näher“ am Subjekt als andere Menschen oder sogar das vergangene Ich des Subjekts. Dieses „andere“ – ein externes System mit Kapazität zur Datenverarbeitung, die die des menschlichen Gehirns bei weitem übersteigt – ist nicht das „andere“, das Hegel im Sinn hatte, als er Freiheit definierte.

Nichtsdestotrotz wiegen für manche die Vorzüge des Spielens mit Überwachungskapitalismus scheinbar immer noch schwerer als die Kosten. Aber wir beginnen, die ethischen Grenzen dieses neuen Spiels des Kapitalismus zu spüren.

Können wir uns eine App vorstellen, die „misst“ ob jemand wirklich in jemand anderen verliebt ist? Oder eine App, die vergleicht, wie sich die kreativen Prozesse einer Person gegenüber etablierter Maßstäbe kreativer Inspiration halten? Wie wäre es mit einer App, die die „Tiefe“ der Trauer einer Person über einen geliebten Menschen mit der Trauer anderer vergleicht? Wann stößt unsere Unterwerfung zur Erhebung von Messwerten an etwas, das wir als „unseres“ beschützen müssen?

Wohin als nächstes?

Es reicht nicht, einfach die Verbindung zu unterbrechen. Wir brauchen dringend mehr kollektive Reflexion über die Kosten dieser neuen Datenbeziehungen des Kapitalismus, um unsere Möglichkeiten eines ethischen Lebens abzuwägen. Alle sozialen Bemühungen beginnen mit Fantasie – welche Vision bevorzugen Sie also? Ist es die Vision von Kevin Kelly, Mitbegründer von Wired, in der „Technologie die Gedanken aller Lebenden zusammenflickt, …wobei die gesamte Anhäufung sich selbst täglich durch eine Million Kameras beobachtet“? Oder bahnen wir uns gerade den Weg in „eine stille Katastrophe, die fast unbemerkt stattfindet“, um W. G. Sebald zu zitieren?

Welche Vision auch immer Sie vorziehen – was gerade aufgebaut wird, ist nicht das, was wir als Freiheit kennen. Das nämlich ist eine Entscheidung, deren Preis wir nicht vermeiden können.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „20110224-NodeXL-Twitter-internet archive profile photos“ by Marc Smith (CC BY 2.0)


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Netzpiloten sind Partner von Data Natives + Ticketverlosung

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Daten-Enthusiasten aufgepasst: Die Data Natives-Konferenz ist wieder mal in Berlin zu Gast, um euch über Big Data, Machine Learning, Artificial Intelligence und dem Internet of Things auf den neuesten Stand zu bringen!
Vom 26. bis zum 28. Oktober 2016 erwarten euch spannende Vorträge und Workshops an verschiedenen Standorten in Berlin.

Ihr könnt gleich zum Aufwärmen an spannenden Workshops teilnehmen. Außerdem habt ihr hier die einzigartige Möglichkeit, mit Datenspezialisten und Business-Experten zu Themen und Trends wie Big Data, FinTech oder den neuesten Entwicklungen in der computergestützten Gesundheitsindustrie zu diskutieren und eure Fragen loszuwerden. Die Workshops werden am 26. Oktober im Ahoy Berlin, dem Coworking Space mit nautischem Motto, abgehalten.

Die Vortragsreihe findet im Anschluss vom 27. bis zum 28. Oktober in den Bolle-Festsälen statt. Mit über 70 Speakern ist hier die Expertise zu Datensicherheit, Machine Learning und der Gründerszene versammelt. Unter ihnen sind Expertinnen und Experten wie Andrew Clegg, Data Scientist bei Etsy, Julia Kloiber, Project Lead bei der Open Knowledge Foundation Germany und Elizabeth Press, Co-Founder von D3M Labs.

Wer sich also zum Teil der Netzgeneration zählt, zu den aktuellen Themen informieren von den Machern und Experten inspirieren lassen will, sollte die Data Natives nicht verpassen!

+++ Gewinnspiel +++

Wer jetzt Lust bekommen hat, in Berlin bei diesem spannenden Event dabeizusein, sollte nicht länger zögern! Schreibt einfach eine Mail mit dem Betreff „Data Natives 2016“ an gewinn@netzpiloten.de und gewinnt ein 3-Tages-Ticket für die Veranstaltung. Ihr habt Zeit bis zum 07. Oktober um 16 Uhr. Viel Glück!


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Codemotion Berlin 2016

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Am 24. und 25. Oktober findet die größte Tech-Konferenz in Europa statt. Die „Codemotion“ ist ein Konferenzkonzept, welches mittlerweile in über acht europäischen Städten wie Rom, Madrid oder Milan vertreten ist. Wie schon im letzten Jahr wird die Konferenz auch in Berlin in der Kulturbrauerei veranstaltet.

Es dreht sich alles um Themen wie Big Data, Internet of Things und Sicherheit. Mit mehr als 24 kooperierenden Communities wird die Veranstaltung ein wahres Fest für Programmier- und Techjunkies. Die Konferenz ist eine Plattform für internationale Entwickler, Ingenieure und Programmierer, auf der sie Ideen austauschen, auf neue Projekte aufmerksam machen und über die Facetten von Programmierung sprechen können. Auf der Codemotion geht es vor allem darum, den Enthusiasmus am Programmieren zu teilen und sich inspirieren zu lassen. Außerdem können die Besucher Wissenswertes lernen und sich vernetzen.

Communities wie up.front, Women Who Code, Hacking Health und Rust Berlin zeigen euch zudem, wie ihr über den Tellerrand schauen und thematische Barrieren überwinden könnt.

Bereits letztes Jahr war die Veranstaltung in Berlin mit über 400 Besuchern ein voller Erfolg. Für dieses Jahr haben sich die Organisatoren noch ein paar Besonderheiten einfallen lassen. Neben den drei Bühnen für Vorträge, wird es eine separate Community Stage und spezielle Räume zum Austauschen und Vernetzen geben. Außerdem werden über 40 spannende Vorträge zu verschiedenen Themenbereichen wie Handys, Sprachen und Innovationen gehalten.

Zudem gibt es ein vielversprechendes Nebenprogramm, denn die Communities haben schon vor Beginn der Konferenz einen 20-minütigen Talk ihrer Wahl abseits des üblichen Call for Papers-Prozesses eingereicht – also lasst euch einfach überraschen.

Zu den Speakern zählen unter anderem Fred George, er ist Berater im Industriebereich und programmiert bereits seit mehr als 46 Jahren in über 70 Sprachen. Auch Jessica Rose, selbst erlernte Technologin, wird einen Vortrag halten. Sie beschäftigt sich vor allem mit der Förderung von dem Zugang zu technischer Bildung und digitalen Medien.

Auf der zweitägigen Entwicklerkonferenz werdet ihr etwa 70 Speakern begegnen und zwei innovative, kreative und vor allem spannende Tage erleben. Tolle Projekte, Ideen und Möglichkeiten erwarten euch. Für nur 165 Euro könnt ihr Teil der Konferenz werden.

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Künstliche Intelligenz – eine Zukunft ohne Menschen?

display-dummy (Image by geralt [CC0] via pixabay)

In einem Jahr mit Olympischen Spielen in Brasilien und der Europameisterschaft im Männerfußball in Frankreich, zwei Sportereignisse mit hohem gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Einfluss an die jeweiligen Länder, scheint das Duell zwischen Googles Programm Alpha Go und dem Weltklassespieler Lee Sedol in dem asiatischen Brettspiel Go beinahe unbedeutend, doch stellt dieser im Frühjahr ausgetragene Wettkampf wohl eine Wende in der Beziehung zwischen Mensch und Maschine dar.

Bereits seit den Neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts setzten sich in Mensch-Maschine-Wettkämpfen beim Schach stets die Computerprogramme durch. Selbst ein Ausnahmespieler wie Garri Kasparow konnte dem Schachprogramm Fritz in seinen unterschiedlichsten Versionen nur selten etwas entgegensetzen. Die 64 Felder eines Schachspiels ermöglichen bereits nach dem zehnten Zug einer Partie mehr Möglichkeiten als es Atome im Weltall gibt. Ein Go-Brett hat zum Vergleich 361 Felder.

Der Sieg von Alpha Go im Duell mit Lee Sedol deutet also einen Meilenstein in der Entwicklung künstlicher Intelligenz an, die im Zusammenhang mit aktuellen Fortschritten in den Bereichen Quantum Computing, das Mooresche Gesetz, Genetik und Biotechnologie auf eine Verschmelzung von Menschen mit Maschinen hinaus laufen. Der Blogger Sebastian Haselbeck prophezeit in einem Beitrag auf Netzpiloten.de, dass dann „Lebenslogiken, die wir seit Jahrhunderten kennen, keine Gültigkeit mehr haben würden“.

Die gesellschaftlichen Auswirkungen einer derartigen Entwicklung sind kaum abzusehen. Zum einen könnten neue digitale Denkmöglichkeiten zu einer automatisierten Wissensgewinnung führen, die unsere Gesellschaft voranbringen würde. Zum anderen ist aber durch die Konzentrierung der Macht von Künstlicher Intelligenz (KI) in den Händen weniger, bei Abwesenheit von Transparenz, falls eine KI überhaupt noch nachvollziehbar, überprüfbar oder kritisierbar bleibt, eine Gefahr für eine freie Gesellschaft.

Nichtsdestotrotz sind schon heutzutage Vorteile des Einsatzes einer Künstlichen Intelligenz sichtbar. Wenn wir mit den sich in Messengern immer mehr verbreitenden Bots chatten, steckt dahinter eine Künstliche Intelligenz, die Anfragen von Menschen an die Software versteht, weitergibt und verstehbarer Form ein Ergebnis liefert. „Für Facebook und Microsoft stellen ihre Kommunikations-Plattformen Messenger, Skype oder WhatsApp aber auf jeden Fall das Vehikel für ihre Künstlichen Intelligenzen dar“, sagt Jakob Steinschaden.

Für Ole Wintermann geht bereits heute der Nutzen von Künstlicher Intelligenz über Bots hinaus. In einem Beitrag auf Netzpiloten.de geht er der Frage nach, ob eine Künstliche Intelligenz wie Alphas Go bei der Bewältigung des Klimawandels helfen könnte. Er kommt zu dem Ergebnis, dass „in einer Zeit, in der globale und gesellschaftliche Komplexität mit den nicht mehr absehbaren direkten und indirekten Folgen interdependenter Handlungen und Akteure immer mehr an Dynamik gewinnt“, eine Künstliche Intelligenz hilfreich wäre.

Wintermann geht den Gedanken noch weiter:

Dass sich hingegen ausgerechnet der Mensch mit seiner jahrtausendealten Tradition der Kriege und der in der Neuzeit erworbenen Fähigkeit, sich seiner eigenen Lebensgrundlagen auf globaler Ebene zu berauben, herausnimmt, Maschinen oder Künstliche Intelligenz für deren – für den Menschen nicht mehr nachvollziehbare Entscheidungslogik – zu kritisieren, mutet dann doch etwas überheblich und kurzsichtig – also menschlich – an. Sich wider besseren Wissens mit der Nutzung von Autos und nicht nachhaltigen Energien die eigene Lebensgrundlage beständig aufzuheizen und zu vernichten, zeugt jedenfalls in keiner Weise von der Intelligenz und moralischen Integrität, wie wir sie doch gleichzeitig von Algorithmen und Robotern einfordern.“

Es ängstigt einige Menschen, sollte die Entscheidungslogik, wie Wintermann schreibt, einer Künstlichen Intelligenz überlassen werden. Selbst technologischen Fortschritt positiv gegenüberstehende Menschen wie Steven Hawking, Bill Gates oder Elon Musk betrachten eine Künstliche Intelligenz als mögliche Gefahr an. Doch wie realistisch sind diese Ängste und wie viel ist Panik à la Hollywood-Filmen wie den Terminator? Viele Wissenschaftler im KI-Bereich zweifeln daran, dass eine KI menschliche Grenzen übersteigen kann.

Ähnlich wie in den Anfängen des Flugwesens, als versucht wurde, das Prinzip des Vogelflugs zu kopieren (was später auch aufgegeben wurde), werden heutzutage zu viele Parallelen von Künstliche Intelligent zum menschlichen Gehirn gezogen. Für Nicolas Rougier macht dieser Vergleich und die daraus resultierende Angst des Menschen vor dem Ersetztwerden wenig Sinn, denn ohne einen erkenntnistheoretischen Durchbruch, mit dem das Gehirn und seine Funktionsweisen gänzlich verstanden wird, sind Künstliche Intelligenzen dem menschlichen Gehirn nicht ähnlich oder vergleichsweise überlegen.

Auch der Philosoph Peter Ellerton, Leiter des Critical Thinking Project an der Universität von Queensland, weist in einem Beitrag auf Netzpiloten.de hin, dass das Denken eines Computers auf reiner Rechenleistung beruht, bei dem es um Berechnungen pro Sekunde und die Anzahl der möglichen Rechenwege geht. Das menschliche Denken oder Bewusstsein ist kein Resultat von Berechnungen, wie sie ein binärer Computer durchführt. Er stellt deshalb die Frage, ob Denken denn nicht mehr als Berechnung ist und was es dafür braucht.

Es erscheint unwahrscheinlich, dass eine Künstliche Intelligenz den Menschen ersetzen wird oder eine Bedrohung für ihn darstellt. Der Mechatronik-Experte Fumiya Iida hat in einem Experiment mit einer sich eigenständig weiterentwickelnden Künstlichen Intelligenz Ansätze einer Evolution erkannt, kommt aber trotzdem zu den Fazit, dass sich diese immer noch innerhalb der von Menschen gesetzten Grenzen entwickeln, damit unter unserer Kontrolle sind und dort auch immer bleiben werden.

Außerdem sollten wir Menschen nicht den Wert von Kreativität höher bewerten als unsere anderen Fähigkeiten, die Künstliche Intelligenzen wahrscheinlich niemals erlernen werden, wie David Lovell in einem Beitrag auf Netzpiloten.de anmahnt. Ein solidarisches Miteinander als Gemeinschaft setzt auch Empathie voraus, also die Fähigkeit, Gefühle untereinander zu verstehen und zu teilen. Ohne Empathie gibt es auch keine Sympathie und Verständnis für einander. Und derartige Gefühle können Maschinen wohl nicht von selbst entwickeln. Um das, was uns besonders macht zu bewahren, sollten wir es ihnen auch nicht beibringen.

Dieser Text entstand mit freundlicher Unterstützung von SOLCOM, dem führenden branchenübergreifenden Technologiedienstleister in den Bereichen Informationstechnologie und Engineering. Seit mehr als 20 Jahren arbeitet SOLCOM als Partner global agierender Spitzenunternehmen.


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Seid ihr bereit für die Jobs der Zukunft?

Future (Image by thehorriblejoke (CC0 Public Domain) via Pixabay)

Die Welle der Artikel über die Auswirkungen der Automatisierung, die meist negativ dargestellt wird, reißt nicht ab. Der neueste stammt von StartupAUS, Australiens staatliche Anlaufstelle für Startups. Dieser Artikel folgt der inzwischen vertrauten Linie, welche durch die Phrase „exponentielle Technologien“ verdeutlicht wird: Exponentielle Verbesserungen bei Rechnerleistung und Fortschritte in Technologien wie künstlicher Intelligenz, Robotertechnik, Big Data, Cloud Computing und dem Internet der Dinge werden einen tiefgreifenden Einfluss auf künftige Arbeitsplätze haben. Derzeit gibt es in Australien fast fünf Millionen Arbeitsplätze – das wären etwa 40 Prozent der Erwerbstätigen, die bis 2030 überflüssig werden.

Diese Berechnung folgt einem detaillierten CEDA-Bericht aus dem Jahr 2015, der die Modellbildung, die von StartupAUS genutzt wird, begleitet hat. Reden wir hier vom Untergang? Es ist sicherlich richtig, dass die Technologie seit Jahrhunderten im Zentrum des Wandels und der Verbesserung in der Wirtschaft steht. In diesem Prozess hat sich das Wesen vieler Berufe dramatisch verändert. Manche Berufe sind ganz verschwunden, viele neue wurden geschaffen. Jeder Wandel beinhaltete ein gewisses Maß an Spannungen, wenn Menschen einen Nutzen daraus ziehen konnten, während für andere schwere Zeiten anbrachen. Wirtschaftlicher Fortschritt konnte also nie ohne Schmerzen für einige Beteiligte erreicht werden.

Die große Frage lautet, ob wir noch mehr dieser Veränderungen durchmachen müssen, oder ob die exponentiellen Technologien einen noch dramatischeren Wandel einleiten. Wenn man die Vorhersage von Arbeitsplatzverlusten bedenkt, müssen wir beachten, dass der Verlust dieser Stellen nahezu immer mehr Aufmerksamkeit erreicht als die Schaffung neuer Stellen. Der Verlust alter Stellen tritt zudem oftmals geballt auf (wie im Fall der australischen Automobilindustrie), während neue Stellen eher verstreuter und systemgeneriert geschaffen werden.

Im CEDA-Bericht hat Phil Ruthven den Verlust von 146.800 Stellen von Beginn der Untersuchungen im Jahr 1999 bis zum Juni 2014 dokumentiert, im Vergleich zur Schaffung von 944.500 neuer Stellen im selben Zeitraum. Bernhard Salt zufolge hat die Schaffung neuer Stellen den Stellenabbau seit 2000 um zehn zu eins überflügelt. Daher sollte unser Augenmerk vielleicht lieber auf den Fähigkeiten und den nötigen Bedingungen für zukünftige Arbeitstätigkeiten liegen.

Im Alleingang

Der Bericht von StartupAUS bringt zwei weitere wichtige Argumente an. Das erste lautet, dass „selbstständiges Arbeiten“ für unsere wirtschaftliche Struktur zunehmend wichtig wird. Es verändert unsere Sichtweise darauf, was wir als Arbeit ansehen. Dies ist ein Teil des Trends weg von Zugehörigkeit eines Arbeitnehmers zu einer einzigen oder nur einigen wenigen Firmen im Laufe unseres Arbeitslebens. Stattdessen starten wir unabhängig durch als Berater, Gewerbetreibende oder in kurzfristigen Beziehungen mit Kunden oder Klienten.

Die zunehmende Spezialisierung von Firmen in Verbindung mit der durch das Internet dramatisch angestiegenen Möglichkeit, spezifische individuelle Fähigkeiten zu erkennen und sich auf diese einzulassen, unabhängig vom physischen Aufenthaltsort, erlaubt es deutlich mehr Menschen, freiberuflich tätig zu werden. Man denke an die „Revolution des Einzelhandels“, jedoch wird diese Idee übertragen auf Manager und Verwaltung, im Grunde genommen auf alle Anbieter von wissensbasierten Dienstleistungen.

Wie werden also die Berufe der Zukunft aussehen? Es gibt regelmäßige Wettbewerbe, sich die verrückteste neue Berufsbezeichnung auszudenken. Man versuche es mit Bot-Lobbyist, Produktivitätsberater, Meme-Berater, Big Data-Doktor oder Corporate Disruptor.

Aber die meisten Stellenbezeichnungen werden dieselben wie heute sein. Es wird immer noch Zimmerleute, Krankenschwestern, Straßenbauer und sogar Lehrer geben. Das Wesen dessen, was sie zu tun haben und die benötigten Fähigkeiten werden sich jedoch verändern – genauso, wie sie es in den vergangenen 20 Jahren getan haben.

Die zweite Behauptung der Untersuchung lautet, dass „Innovation Hubs“, die dafür ausgelegt sind, Cluster von Startup-Unternehmen zu fördern und anzuziehen, der Schlüssel sind, um die durch digitale Technologien gestellten Herausforderungen anzugehen. Demzufolge „ist die Entwicklung eines harten Kerns an Innovationsberufen entscheidend für das Erfassen und das maximale Ausnutzen von Gelegenheiten, die sich durch die digitale Verwandlung ergeben“.

Wir können uns darin einig sein, dass das Phänomen der Startups ein zunehmend wichtiger Bestandteil unserer Wirtschaft ist, dass es ein angemessener Behelf des Wandels durch digitale Spaltung ist, und dass es ein neues und aufregendes Werkzeug darstellt, um Innovation voranzutreiben und zu erreichen. Es ist jedoch offensichtlich, dass es weder den Einfluss noch das Ausmaß hat, welches nötig wäre, um unsere Wirtschaftsentwicklung nach der Zeit der Schwerindustrie und des Tagesbaus zu verändern. Mehr und besser finanzierte Innovation Hubs können einen wertvollen Beitrag leisten, aber es ist viel mehr nötig.

Ich schlage schlussendlich zwei Handhabungen für schnell umsetzbare Aktionen vor: Die erste ist die Umgestaltung unseres Bildungssystems in Richtung der Entwicklung von Fähigkeiten, die in Zukunft benötigt werden. Das betrifft nicht nur (oder sogar alleinig) das Programmieren, obwohl dies einen wichtigen Teil der digitalen Bildung ausmacht – Fähigkeiten im MINT-Bereich werden hier aber ebenso entscheidend sein.

Außerdem werden allgemeinere Fähigkeiten wie die intuitive Mustererkennung, Flexibilität und das Erlernen und Tolerieren von Uneindeutigkeit, das Sichten und Bewerten von Informationen sowie persönliche Ausdauer und Mobilität wichtig sein.

An zweiter Stelle steht das Anerkennen der entscheidenden Rolle, die Regierungen bei der Vorbereitung und der Gewährleistung von Veränderungen spielen. Dies könnte durch die Schaffung eines Bewusstseins, das neue Vorbilder von Arbeit mit einschließt, erreicht werden. Zusätzlich sollte die Neugründung von Unternehmen gefördert werden und es muss ein soziales Sicherheitssystem entstehen, das für die, die sich in den Komplikationen der Veränderungen nicht zurechtfinden, einfach zugänglich sein muss.

Dieser Artikel erschien zuerst auf “The Conversation” unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image „Future“ by thehorriblejoke (CC0 Public Domain)


The Conversation

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Oktopus-Tierschutz mit Krake Paul 2.0 – Wer wird Europameister?

diver-79948 (Image by tpsdave [C00] via Pixabay

Viele Fans werden sich noch erinnern, wie bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika Krake Paul vor dem Halbfinale gegen Spanien die Niederlage der deutschen Fußball-Nationalmannschaft vorhersagte. Der orakelnde Oktopus bewegte sich entspannt durchs Becken im Oberhausener Sealife in Richtung der spanischen Nationalflagge und besiegelte das WM-Aus der Jogi Löw-Truppe. Fazit eines Deutschland-Fans: „Calamares für alle!“ Um Nachfolger-Kraken vor weiteren Tötungsabsichten zu bewahren, hat das Startup-Unternehmen Juptr ein Big Data-Prognose-System zur Fußball-EM in Frankreich unter dem Titel Krake Paul 2.0 programmiert.

„Ganz im Sinne eines aktiven Tierschutzes haben wir ein Tool entwickelt, das auf Grundlage einer Quellenanalyse Siegwahrscheinlichkeiten für die 24 Teams abgibt – ohne dass ein Tier dafür orakeln muss“, erläutert Juptr-Mitgründer Jan Steinbach. Unter www.juptr.io/#home/@EM2016 verrät die Big Data-Maschine auf Grundlage einer Media- und Internet-Sentimentanalyse, wer die EM gewinnen wird.

Börsensystem unter der Motorhaube

Unter Sentiment versteht man im Börsenhandel die Summe der Stimmungen der einzelnen Akteure eines Marktes. „Wir werten verschiedene Wettplattformen aus und errechnen über eine Simulation der Vorrunden- und Hauptrundenspiele eine Gesamtwahrscheinlichkeit für den Ausgang der diesjährigen EM. Dieses Grundgerüst wird von uns modifiziert über eine fortlaufende Sentiment-Auswertung der Medienpublikationen, die auch Grundlage des Juptr-Feeds zu anderen Themen ist. Häufige Erwähnungen einer Mannschaft, der Ausgang der Spielbegegnungen, Verletzungen oder andere Einflussgrößen verändern das relative Maß von Krake Paul 2.0″, erläutert der Juptr-Programmierer Rüdiger Möller in der Meistermacher Morningshow, die fast täglich bis zum EM-Finale über Hangout on Air und Facebook Live übertragen wird.

Der Favorit des Turniers ist mit knapp 20 Prozent Gastgeber Frankreich, dicht gefolgt von Deutschland. Etwas abgeschlagen an dritter Stelle: Spanien. Doch das kann sich nach dem Eröffnungsspiel schnell ändern.

Schwimmen reicht nicht

Big Data-Paule schwimmt also nicht simpel zu einer Nationalflagge, sondern ist ein Hochleistungsrechner, der dynamisch den Verlauf des Fußballspektakels prognostiziert. Auch Professor Michael Feindt setzt nach einem Bericht von IT-Business auf die Analyse großer Datenmengen:

Die von ihm gegründete Firma Blue Yonder entwickelt Vorhersage-Software und unterstützt Handelsunternehmen mit datenbasierten Entscheidungen bei der Planung von Lagerbeständen und der dynamischen Preisgestaltung.

Mustererkennung über neuronale Netze

Die Feindt-Anwendung setzt auf selbstlernende Neuronale Netze, erkennt in großen Datenmengen Muster und Zusammenhänge und erstellt daraus Prognosen. Für die Vorhersage der EM wurden die Algorithmen angepasst und mit den Ergebnissen aller rund 36.000 seit 1873 ausgetragenen offiziellen Länderspiele gefüttert.

Feindt sieht Frankreich als Favoriten, gefolgt von Spanien und England. Deutschland landet mit einer Gewinnwahrscheinlich von knapp zehn Prozent nur auf dem vierten Platz.

Spätestens am 10. Juli ist das Notiz-Amt schlauer und wird genau sortieren, welche Big Data-Orakel die Nachfolge von Krake Paul antreten können. Meine Prognose: Das Endspiel bestreiten Frankreich und Deutschland. Die Equipe Tricolore erobert den Pokal.


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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

Follow me
  • BIG DATA egovernment-computing: Vereinte Nationen setzen auf Big Data: Das United Nations Environment Programme (UNEP) hat ein Live-Portal gestartet, das als Quelle für aktuelle, integrierte Umwelt-Informationen dient. Als Basis kommt Web-Intelligence-Technologie der Modul University Vienna zum Einsatz.
  • POLITIK carta: Trumps Spiel mit den Medien: Trump führt die Medien am Nasenring durch die Manege der Öffentlichkeit. Das gelingt, weil diesen Selbstreflexion oder gar Selbstkorrektur abgehen und Einschaltquoten das Maß der Dinge sind. Derweil machen sich die Medien zu Komplizen des politischen Populismus.
  • WLAN golem: Qualcomm bringt das Dreifach-WLAN: Im Wettbewerb um immer höhere Geschwindigkeiten bringt auch Qualcomm eine Chip-Plattform, die als Gegenstück zu den Tri-Band-Routern auf Broadcombasis gedacht ist. Gemeint ist damit die Verwendung einer Funkeinheit im alten 2,4-GHz-Band und zwei Funkeinheiten im 5-GHz-Band (low/high). Damit konkurriert Qualcomm mit Broadcom, die auf der vergangenen Computex 2015 ihre Tri-Band-Plattform vorgestellt hatten.
  • DIGITALISIERUNG e-book-news: Printed Electronics: Elektronik auf Papier statt elektronischem Papier? Wie wäre es mit einem Buch aus Papier, das sich auf Fingertipp selbst vorliest? Oder sich per Fingertipp via Bluetooth als E-Book auf das Smartphone beamt? Oder gleich selbst zoombare Schriftgrößen besitzt? „Printed Electronics“ könnten all das zukünftig möglich machen — sie verbinden hochwertiges Industrie-Papier und elektronische Schaltkreise, die mit einem speziellen Verfahren direkt von der Rolle aufgedruckt werden. Neben verschiedenen Sensoren sind schon jetzt Funktionen wie etwa Lautsprecher oder Photovoltaik-Module zur Stromversorgung realisierbar, weitere könnten folgen.
  • START UP welt: „Silicon Valley ist der Ballermann der Tech-Szene“ Viele deutsche Konzernchefs reisen ins Silicon Valley, um von den gefürchteten IT-Riesen zu lernen oder spannende Start-ups zu entdecken. Manchmal stellen sie dabei fest, wie viel sie aufholen müssen.
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Wie brave Staatsbürger mit volkspädagogischen Algorithmen erzeugt werden

Algorithmus (Bild by geralt [CC0] via pixabay).jpg

Unser Denken ist gehackt. Das meinen zumindest die Programm-Gestalter der Media Convention, die auf der re:publica in Berlin eine Fachrunde zur vermeintlichen Herrschaft der Algorithmen auf die Beine stellten.

Suchmaschinen, Social Media und Big Data-Nudging: Algorithmen haben die Kontrolle über unseren Alltag übernommen. Durch selbstverstärkende Mechanismen versinken wir in der Einseitigkeit unserer Interessen und setzen uns freiwillig der Diktatur der Daten aus. Wir müssen reden. Wie sind wir zu Like-Maschinen geworden, die mediale Monotonie produzieren? Und viel wichtiger: Wie können wir die Kontrolle über den Diskurs wieder zurückholen – und Freiheit und Demokratie sichern?

Soweit der Anreißer, der auf der Bühne in Stage 5 mit Statistiken untermauert wurde. So ist angeblich zwei Dritteln der Facebook-Nutzer nicht bewusst, dass der Newsfeed auf der Zuckerberg-Plattform von Algorithmen gesteuert wird.

Mehr Kant, weniger Algorithmen

Professor Gerd Gigerenzer, Direktor des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung in Berlin, rief in seinem Impulsvortrag die Netznutzer deshalb dazu auf, dem Credo des Philosophen Kant zu folgen: Aufklärung ist der Ausweg des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Und die Unmündigkeit besteht bei vielen Menschen darin, sich nicht seines eigenen Verstandes und Wollens zu bedienen. Gefordert sei eine aufklärerische Algorithmen-Kompetenz. Was die algorithmischen Variablen für Wirklichkeitsmanipulationen produzieren, bleibt in der Regel ein Geheimnis der mathematischen Konstrukteure. Dabei versagen die Systeme in schöner Regelmäßigkeit, wenn es um Vorhersagen geht. So ist der beliebteste Showcase, der von jedem Big Data-Heizdeckenverkäufer präsentiert wird, in sich zusammen gebrochen.

Google Flu Trends verschwinden von den Vortragsbühnen

Gigerenzer erwähnt die Google Flu Trends, die in den vergangenen Jahren dramatisch falsch lagen, weil die Suchabfragen keine eindeutigen Korrelationen mehr zuließen. Generell ist es eine Schwäche der Big Data-Algorithmen, reine Korrelationen zu rechnen und keine Kausalitäten. „Diese Systeme können nicht denken,“ so Gigerenzer. In Momenten, wo etwas Unerwartetes passiert, kommt es zu irreführenden Prognosen.

Besonders fragwürdig und gefährlich wertet Gigerenzer die das so genannte Big Nudging. Also eine Kombination von Big Data mit Nudging-Steuerung. Der Staat versucht, die Bürgerinnen und Bürger in die richtige Richtung zu lenken, ohne gesetzgeberische Hebel anzusetzen.

Die Regierungen in den USA und Großbritannien verfügen über Nudging-Teams, die täglich das volkspädagogische Steuerrad bewegen. Menschen seien einfach nicht in der Lage, Risiken richtig einzuschätzen, so dass sie ein wenig angestupst werden müssen.

Google und die KP-China

Der chinesische Staatsrat hat Nudging mit Big Data verbunden und einen harmlos klingenden „Social Citizens Score“ eingeführt, der über die kommunalen Regierungsvertreter flächendeckend zur Anwendung kommen soll. Basis für die Korrektheitsberechnung ist der Sesame Credit Score der Ant Financial Services Group, einer Tochtergesellschaft von Alibaba. Neben der finanziellen Kreditwürdigkeit kommen Variablen zur Berechnung der sozialen und politischen „Kreditwürdigkeit“ in den Algorithmus des Plattform-Betreibers rein. Die Kommunistische Partei China macht das sehr transparent, so dass jedem Schäfchen des Landes klar ist, was die Parteiführung von „ihrem“ Volk erwartet. Man kann in dem „moralischen“ Dokument der KP nachlesen, was zu einem schlechten Score-Wert führt. Ähnliches hat der ehemalige Google-Chef Eric Schmidt formuliert: „Wenn wir etwas tun, was andere nicht wissen sollten, dann sollten wir es besser nicht tun.“ Gigerenzer verortet erstaunliche Parallelen zwischen Google und der KP China.

Donald Trump-Katalysator

Man könnte auch von einem Maschinen-Paternalismus sprechen, der indirekt Konformität und vorauseilenden Gehorsam produziert. Die Paneldiskussion auf der re:publica flachte dann etwas ab und reduzierte die Problematik auf den Nachrichtenkonsum. Die Personalisierung von Feeds führe zu einem verengten Weltbild, objektive Wirklichkeitszugänge werden erschwert, die Wahrnehmung von Realität verändere sich, blablabla.

Nachrichtenselektion ist ein altes Thema und funktionierte in Zeiten der massenmedialen Gatekeeper perfekt. Gigerenzer selbst brachte dafür ein eindrückliches Beispiel. So investierte der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump lächerliche zehn Millionen Dollar für klassische Fernsehwerbung. Die freiwillige Sendezeit der TV-Anbieter brachte dem reaktionären Parolenschwinger einen Gegenwert von 1,9 Milliarden Dollar. Die TV-Filterblase ist wohl der wichtigste Katalysator für den Konkurrenten von Hillary Clinton. Die Pluralität der Quellen ist wichtig und dadaistische Algorithmen, die den paternalistischen Erziehungs-Algorithmen das Wasser abgraben.


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Kaum Datenkritik bei Marktforschung

It is Marketing (Image by Pantanea [CC0 Public Domain] via Pixabay

Führungskräfte stehen in ihrer eigenen Organisation unter Rechtfertigungsdruck, besonders wenn es um Entscheidungen geht, die Forschung, Entwicklung, Produkte und Dienste betreffen.

In der Hierarchie eines Unternehmens wird es geradezu als verwerflich angesehen, wenn man seiner eigenen Intuition oder seinem Bauchgefühl folgt, etwa beim Start einer Werbekampagne. Hier kommt häufig Marktforschung ins Spiel, um Entscheidungen abzusichern, sagt Jan Steinbach, Geschäftsführer der Düsseldorfer Marketingagentur Xengoo.

Das Symptom des Misstrauens in die Entscheidungsfähigkeit der Mitarbeiter durchziehe sich durch alle Disziplinen eines Unternehmens bis zur Auswahl von Lieferanten. Es zählen nicht Erfahrungswerte, persönliche Abwägungen oder die interne Expertise der Abteilung, sondern extern erhobene Kennzahlen.

„Häufig kommen bei solchen Verfahren genau jene Dinge durch, die man schon vorher erwartet hatte. Valide sind diese Daten nicht“, erläutert Steinbach. So gleiche die Prüfung eines Werbespots mit ausgewählten Probanden in einer Studiosituation eher den Schimpansen im Versuchslabor. Eine unnatürliche Situation, die nach Ansicht von Steinbach kaum verwertbare Erkenntnisse bringt. Wer mit Marktforschung sein eigenes Handeln im Unternehmen absichern will oder Muster für erfolgreiches Handeln ersehnt, läuft in eine Sackgasse. Hier werden die quantitativen und qualitativen Methoden überfordert.

Nach Erfahrungen von Holger Rust, Professor für Wirtschaftssoziologie, sind Forschungsansätze sinnvoll, um Widersprüche bei der gewählten Unternehmensstrategie zu verorten. Die quantitativen Daten müssten mit den qualitativ erarbeiteten Befunden kontrovers diskutiert werden. Es ist ein dauerhafter diskursiver Prozess, der nicht zu endgültigen Gewissheiten führt. Wer das in der Attitüde eines allwissenden Gurus verspricht, etwa die einschlägig bekannten Trendforscher, ist nach Meinung von Rust eher ein unterhaltsamer Geschichtenerzähler, aber kein Marktforscher. „Marktforschung ist immer dann sinnvoll, wenn man getroffene Entscheidungen überprüfen möchte“, betont Steinbach.

Browser-Panel

INNOFACT verfolge mit seinem Online-Panel einen pragmatischen Ansatz. Hier wird plattformübergreifend das Bewegungsprofil mit Zustimmung der Panel-Mitglieder über sehr lange Zeiträume digital gemessen. Der Browser wird komplett ausgewertet mit allen Käufen, Empfehlungen, Meinungsbeiträgen und dem Surfverhalten vor und nach einer Kaufentscheidung. Die Unnatürlichkeit der Testsituation im Studio sei somit ausgeschaltet. Das hält auch Micael Dahlén von der Stockholm School of Economics für einen sinnvollen Weg. Man könne mehr über Kunden erfahren, ohne sie zu manipulieren. „Ihr Verhalten ist echt – Antworten in einem Fragebogen sind es nicht unbedingt“, sagt Dahlén im Interview mit der Marketingzeitschrift absatzwirtschaft.

Der Streaming-Anbieter Netflix steuert seinen Content fast ausschließlich über Algorithmen. Das Unternehmen sammelt und analysiert jede Online-Aktion des Nutzers und leitet daraus Inhaltsangebote sowie eine personalisierte Vermarktung ab. So basieren Auswahl des Genres, der Schauspieler und des Regisseurs der Serie „House of Cards“ mit Kevin Spacey in der Hauptrolle als durchtriebenen und skrupellosen Politiker komplett auf Präferenzen der Netflix-Kunden. Jeder Nutzer bekam einen der zehn spezifischen Trailer auf Basis seiner Abruf-Historie eingespielt. Dennoch ist der Start einer neuen Serie ohne kreative Impulse von Menschen nicht machbar. Selbst Echtzeit-Systeme blicken in den Rückspiegel und bieten nicht die Datengrundlage, um wirklich Neues zu schaffen. Big Data im Marketing ist nach Ansicht des Markenexperten Martin Lindstrom ein Ausdruck von Unsicherheit.

Fast jedes große Konsumgüter-Unternehmen – von Unilever über Procter & Gamble bis hin zu Nestlé – arbeitet mit einer 60/40-Regel. Jedes Produkt muss von mindestens 60 Prozent der Konsumenten gegenüber den Konkurrenzprodukten bevorzugt werden. Aus Sicht der Produktentwicklung ist das großartig. Die Verantwortlichen für das Marketing und Branding jedoch geraten so in eine trügerische Komfortzone.

Big Data habe ein ähnliches Verhalten hervorgerufen. “Milliarden Datenpunkte lassen das Topmanagement glauben, dass es stets den Finger am Puls der Zeit hat – in Wirklichkeit ist das Gegenteil der Fall”, so Lindstrom im Interview mit Harvard Business Manager. Das Ganze sei nur ein Ruhekissen. Man rechnet eine Menge Korrelationen, vernachlässigt aber die Kausalitäten. In der klassischen Marktforschung sieht es nicht besser aus. Allein in Deutschland gibt es 80 Markenbewertungsmodelle und eine nicht mehr überschaubare Datensammlung für Verbraucherverhalten und Mediaplanungen.

Wunschquote eines TV-Chefs

Die wohl berühmteste Erfindung ist die werberelevante Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen bei der Messung der TV-Einschaltquoten. Das Ganze war ein Vermarktungstrick von Helmut Thoma. Der frühere RTL-Chef habe es mit seiner Eloquenz geschafft, diese Zielgruppe im Markt zu verankern, berichtet das NDR-Magazin Zapp. „Die Kukidents überlasse ich gern dem ZDF“, so der legendäre Ausspruch des Österreichers.

In den vergangenen 30 Jahren sind Milliarden Euro für Fernsehwerbung ausgegeben worden auf völlig willkürlichen Grenzziehungen eines Fernsehchefs. Hochbezahlte Mediaplaner, Kommunikationschefs und Werbeexperten fielen darauf rein. Selbst ARD und ZDF rannten dieser Chimäre hinterher. „Dabei hatte unsere Argumentation von Anfang an enorme Lücken“, gab Thoma in einem Interview mit dem Spiegel zu. Er habe der Werbewirtschaft suggeriert: Ihr müsst an die Jungen ran, die „Erstverwender“; deshalb braucht ihr auch keine alten Zuschauer, denn die seien markentreu. Aber ab 29 brauche man wirklich nicht mehr von „Erstverwendern“ zu sprechen. Außerdem: Wer ist denn zahlungskräftig? Die über 50-Jährigen. Geändert hat sich nichts. Bis heute wird an der Mogelquote festgehalten.

Milliarden für dünnes Eis

Es sei schon erstaunlich, wie man in jedem Jahr über 20 Milliarden Euro für Media-Schaltungen ausgibt und sich statistisch auf so dünnem Eis bewegt, so sagt Heino Hilbig von der Unternehmensberatung Mayflower Concept in Hamburg: „Kann es wirklich angehen, dass wir uns im Marketing mit Daten und Statistiken umgeben, die schon beim einfachen Nachprüfen zu mehr Fragen als Antworten führen?“

Auffällig sei, dass es zwar Hunderte Fachpublikationen gibt, wie mit Excel und Co. wunderbare Daten und Graphen erzeugt werden, aber kein einziges, dass sich mit Datenkritik im Marketing befasst, meint Hilbig. Den meisten seiner Kollegen ist das bewusst. Ihr gemeinsames Credo lautet: „Was soll man machen?“ Jeder kritische Einwand wird als Majestätsbeleidigung weggebügelt – man will doch sein Gesicht nicht verlieren. Gefahndet wird nach der Bestätigung der eigenen Annahmen. Nach Erkenntnissen von Hilbig gibt es jedoch keine funktionierende wissenschaftliche Methode, die hilft kreative Erfolge von Misserfolgen im Vorhinein zu unterscheiden.

Kreative Impulse und Stichproben-Probleme

Wenn es um neue Ideen geht, hält Jan Steinbach qualitative Methoden aus der Psychologie für zielführender. Also so genannte Tiefeninterviews oder Befragungen von kleinen Gruppen nach einem Leitfaden. Wenn so etwas gut aufgesetzt werde, könnten Unternehmen aus dieser Vorgehensweise auch kreative Impulse gewinnen. „Da braucht man allerdings Forscher, die wirklich brillant sind. Leider tummeln sich in der qualitativen Marktforschung auch sehr viele Scharlatane“, kritisiert Steinbach.

Bei der quantitativen Marktforschung bekommt man zusehends Probleme mit repräsentativen Stichproben:

„In den 1990er Jahren war es relativ einfach, über Telefonumfragen mit zufällig generierten Festnetznummern repräsentative Stichproben zu ziehen für die Grundgesamtheit, die man untersuchen wollte“, erläutert Johannes Mirus von Bonn.digital, der rund 15 Jahre in der Marktforschung tätig war. Immer mehr Haushalte seien nur noch mobil erreichbar: „Das Smartphone ist zwar personalisiert und beseitigt die Herausforderung, die richtige Zielperson ans Telefon zu bekommen. Die Mobilfunk-ummern sind aber schwerer zu erfassen. Zudem ist eine örtliche Eingrenzung für die Stichprobe nicht möglich.“

Darüber hinaus sei die Bereitschaft dramatisch eingebrochen, an solchen Umfragen teilzunehmen. „Es gibt zu viele telefonische Befragungen. Die Menschen sind überfragt. Dazu kommen noch Straßenumfragen und auch online wird man auf jeder zweiten Website gebeten, ein Voting abzugeben“, moniert Mirus.

Viele Umfragen seien zudem handwerklich schlecht gemacht. Damit meint er vor allem das Fragebogen-Design und den Zweck der Umfrage, die häufig für die Teilnehmer im Dunkeln bleibt.

Überraschende Erkenntnisse gewinnt man mit den quantitativen Methoden nicht, so der Einwand von Jan Steinbach. Da werde der Wiedererkennungswert einer Anzeige abgefragt oder die Kaufabsicht und Weiterempfehlung eines Produktes.

Mit solchen Aussagen kann ich nichts anfangen. Großartige Kampagnen werden durch solche Marktforschungsansätze nicht erzeugt. Da kommt eher Mittelmaß heraus. Man braucht sich nur die früheren Werbespots von Procter & Gamble anschauen. Das war Schema F.”

Quantitative Ansätze sollten nur zur Unterfütterung herangezogen werden, empfiehlt Mirus. Ratschlag des Notiz-Amtes: Langzeit-Erhebungen über Panels sind ein probates Mittel, getroffene Entscheidungen im Unternehmen kritisch zu überprüfen. Qualitative Erhebungen eignen sich, um frische Ideen von außen zu bekommen, die im Routinebetrieb intern nicht aufkommen. Marktforschung als Rechtfertigung für getroffene Entscheidungen zu missbrauchen, ist rausgeschmissenes Geld. Vertrauen entsteht dadurch nicht.


Image “It is Marketing by Pantanea” (CC0 Public Domain) via Pixabay.


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Die Grenzen von Big Data

Big_Data_Higgs (adapted) (Image by KamiPhuc [CC BY 2.0] via Flickr)

Forensiker gegen Big Data-Denunziantentum: Warum man den Sozialingenieuren der Datenwelt Grenzen setzen muss. Big-Data-Anbieter sind großartige Verkäufer, wenn sie in der Öffentlichkeit von den Vorzügen der schönen neuen Datenwelt fabulieren können. Sie gieren nach Analysen möglichst großer Datenberge, um Grippewellen vorherzusagen, Euro-Krisen zu verhindern, den Autoverkehr staufreier zu machen oder Prognosen über den Verkaufserfolg von Rollkragenpullovern in roter Farbe abzugeben. Mit statistischen Spielchen auf der Metaebene geben sich die Zahlenfreunde aber nicht zufrieden. Sie wollen mehr. Sie erheben sich zur neuen Klasse der Sozialingenieure, um Gesundheitssysteme zu steuern, Banken vor Kreditausfällen zu bewahren oder Minderjährige vor dem Abrutschen ins Verbrechen zu „schützen“. Die zumeist technisch oder naturwissenschaftlich ausgebildeten Analysten wollen sich also tief ins Datenleben einzelner Menschen eingraben und beeinflussen.

Lichtscheue Analysten

Rückt man den liebwertesten Big-Data-Gichtlingen allerdings mit Anfragen zu den Rechenformeln ihrer Gottesmaschinen zu sehr auf den Pelz, ändert sich blitzschnell ihre Disposition: Die Algorithmen-Wahrsager werden lichtscheu und löschen ihre Datenspuren. So geschehen bei einer kleinen Disputation auf Facebook über selbstgewisse Neurowissenschaftler, die Abläufe des menschlichen Gehirns noch nicht mal in Ansätzen erklären können. Ein Systemingenieur warnte vor zu großem Pessimismus. Man werde sich noch wundern, was in der Hirnforschung und beim künstlichen Nachbau der Gehirne in den nächsten Jahren so alles passieren werde. Über die „Intelligenz“ seiner eigenen Prognose-Maschine äußerte sich dieser Geschäftsführer eines Softwareunternehmens ähnlich euphorisch. Ist ja völlig in Ordnung. Jeder Krämer lobt seine Ware. Als ich nachfragte, ob er sein System live in Bloggercamp.tv vorführen wolle, wechselte der virtuelle Werkzeugmacher direkt in den privaten Modus und sagte mir klar, dass er gegenüber der Öffentlichkeit keine Bringschuld habe. „Nur so viel: Wir setzen unsere Software im Klinikbereich ein, um gute von schlechten Patienten zu trennen. Als Auswertungstool, um aufzuzeigen, wo Ärzte Geld verballern.“ Und was ist mit den Patienten, fragte ich nach. Müsste so etwas nicht öffentlich verhandelt werden? Antwort: Offenlegungspflichten sieht er nur gegenüber seinen Auftraggebern und beendete die Diskussion mit mir – zumindest im nicht-öffentlichen Chat. Seine Großspurigkeit im öffentlichen Teil setzte er fort. Nach der anonymisierten Veröffentlichung seines Patienten-Zitats auf meinem ichsagmal-Blog verfiel er in eine Panikattacke, löschte alle Facebook-Kommentare und proklamierte pauschal, man könne Bloggern einfach nicht vertrauen. Jetzt geht es also um „Vertrauen“ – es geht wahrscheinlich auch um seine Reputation. In diesem kleinen Feldtest ist dem Big-Data-Maschinisten vielleicht klar geworden, um was es geht. Was passiert, wenn seine Algorithmen ahnungslose Menschen in die Kategorie „schlechte Patienten“ eintüten und sie von den „guten“ Patienten abtrennen? Welche Gewichtungen und Abgrenzungen hat denn der Systemingenieur in sein Prognose-System eingebaut? Bekommt der „schlechte“ Patient Einblick in die Formelstube?

Social-Media-Freunde als Indikator für Kreditwürdigkeit

Gleiches gilt für die Firma „Big Data Scoring“ aus Estland, die über die Auswertung von Social-Media-Profilen Aussagen über die Kreditwürdigkeit für Banken treffen will: „Es läuft ein bisschen nach dem Prinzip: ‚Sag mir, wer deine Freunde sind, und ich sag dir, wer du bist‘“, erklärt nach einem t3n-Bericht Meelis Kosk von Big Data Scoring. Ein hoher Akademiker-Anteil unter den Freunden könnte beispielsweise ein gutes Zeichen für die persönliche Finanzlage sein. Äh, und wenn es Philosophen und Germanisten sind? Ziemlich dubiose Kriterien. Alles sei selbstverständlich gaaaaanz freiwillig, beschwichtigen die Unternehmensgründer. Es gebe schließlich eine Opt-In-Regel – ohne Zustimmung des Kreditnehmers passiere nichts. Auch die politische Gesinnung und die sexuelle Orientierung bleiben außen vor. Wie großzügig. Haben die Rechenschieber-Freaks eigentlich mal probiert, in Deutschland einen Bankkredit zu beantragen? Was passiert denn, wenn man die Abfrage beim kommerziellen Dienstleister Schufa verweigert, der ebenfalls mit Scoring-Verfahren in einer trüben Suppe der Wahrscheinlichkeitsrechnung herumrührt und seine Formeln als Geschäftsgeheimnis deklariert? Nichts, man kann nach Hause gehen und schauen, ob noch irgendein Spargroschen unter der Matratze liegt. Welchem Scoring-System unterliegen eigentlich die Entwickler und Anwender der Big-Data-Analysetools? Wer haftet denn für falsche Berechnungen, die zum Reputationsverlust führen?

Wer muss wem etwas beweisen?

Viktor Mayer-Schönberger vom Oxford Internet Institute hat eine Beweislastumkehr ins Spiel gebracht, die beim Anwender liegen müsse. Zudem benötige man eine neue Berufsgruppe zur Überprüfung der Big-Data-Analysen. Mayer-Schönberger spricht von „Algorithmikern“, es könnten auch Big-Data-Forensiker sein, die den Betroffenen helfen, rechtlich gegen die Zahlendreher vorzugehen. Über die Wirksamkeit und Genauigkeit der Korrelations-Fetischisten sind Zweifel angebracht, wenn sie Individuen zum Objekt ihrer Begierde machen und damit auch noch Geld verdienen wollen. Die Systeme können nur das, was Menschen programmiert haben und daraus ableiten. Es sind hoch manipulative, konstruierte und erfundene Welten, die immer zu richtigen Ergebnissen kommen. Richtig im Sinne des Erfinders, Konstrukteurs, Systemingenieurs, Mathematikers, Software-Entwicklers oder KI-Wissenschaftlers: Die Logik sei nur ein Beschreibungsapparat, so wie die Grammatik für Sprache, sagt Systemtheoretiker Heinz von Foerster im Fernsehinterview mit Lutz Dammbeck. „Die Logik ist ja nur eine Maschine, um mit gewissen Aussagen gewisse andere Aussagen machen und entwickeln zu können. Der Übergang von A nach B, das ist, was die Logik kontrolliert … also die Logik bringt ja gar nichts Neues … die Logik macht es nur möglich, dass Sie von einem Satz, der etwas verschwommen ist, etwas ableiten können, oder Sätze, die ähnlich verschwommen sind, ordentlich beweisen können“, erläutert Foerster. In diesen weltweit funktionierenden Maschinensystemen seien alle Aussagen richtig – im Sinne der Ableitungen. Den Wahrheits-Maschinisten sollte man politisch und rechtlich zeigen, wie wichtig Vertrauen ist, wenn man Menschen berechnet, kategorisiert, sortiert und letztlich aburteilt.


Dieser Artikel erschien zuerst auf The European.


Image (adapted) „Big_Data_Higgs“ by KamiPhuc (CC BY 2.0)


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