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AUDIO NOW – RTL Radio Deutschland schafft Plattform für hochwertigen Audio-Content

Am 21. März veröffentlicht RTL Radio Deutschland die Audio Plattform AUDIO NOW unter dem Claim „Hier hörst du alles“. Das Unternehmen will mit dem Audio-Dienst hochwertigen und ausgewählten Audio-Content von Radiosendern, Podcast-Produzenten und anderen Audio-Produzenten bündeln. Die kostenlose App wird es im Google Play Store und App Store zum Download geben.

Podcasts und Co. stehen klar im Vordergrund

Die Audio-Plattform hebt sich ganz klar von bisherigen Audio-Anbietern ab. Bei Spotify, iTunes und Co. steht die Musik im Fokus. Bei AUDIO NOW soll hingegen professioneller Audio-Content im Mittelpunkt stehen. Der Dienst wird dabei auch zur Heimat exklusiver Audio-Angebote der Bertelsmann Content Alliance.

Was könnte AUDIO NOW kosten?

Allerdings ist noch nicht klar, ob und wie der Dienst monetarisiert sein soll. TV NOW, der Video-Streaming-Dienst der Mediengruppe RTL Deutschland, kann zum Beispiel in eingeschränktem Maße kostenlos genutzt werden. Um allerdings erweiterte Funktionen nutzen zu können, kostet TV NOW 4,99 Euro im Monat. Wie eine Monetarisierung im Bereich Podcast und Audio-Content aussehen kann, zeigt bereits der Hörbuch-Anbieter Audible von Amazon. Wer den Dienst für 9,95 Euro abonniert, erhält Zugang zu allen von Audible selbst produzierten Audible Original Podcasts. Nutzer können aber auch ohne Abo einzelne Podcasts für einmalig 9,95 Euro abonnieren.

Ob AUDIO NOW überhaupt etwas kostet, oder wie sich der Dienst ansonsten finanziert steht allerdings noch nicht fest und bleibt abzuwarten.


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Der MP3 Player und sein Untergang

Wie ein Format ausstirbt, sieht man am Beispiel des MP3 Players. Im Vergleich zu seinen heutigen Konkurrenten, wirkt der MP3 Player beinahe wie ein Relikt aus einer vergangen Zeit. Der erste MP3 Player der Geschichte war der Sehan MpMan F10. Damals noch als Innovation gefeiert mit sagenumwobenen 32-Mbyte-Speicher, wo ungefähr acht MP3s rauf passten. Das Kompressionsverfahren des MP3 revolutionierte die Medienlandschaft und eröffnete gleichzeitig neue Möglichkeiten für die Märkte portable Musik abzuspielen.

Seit seiner Einführung im Jahre 1998 sieht sich das einstige Wunderkind der Musikindustrie seit einigen Jahren einem starken Wandel gegenüber. Die Absatzzahlen beweisen diesen Niedergang des einstigen Lieblings der Musikindustrie. Laut gfu Consumer & Home Electronics GmbH liegt dieser für 2018 nämlich bei mageren 500.000 verkauften Audioplayern. Im Vergleich dazu hatte der MP3 Player seinen Höhepunkt im Jahre 2005 mit über acht Millionen verkauften Geräten. Dieser Umstand zeigt wieder einmal, wie vergänglich technische Errungenschaften sein können. Auch die Technik frisst ihre Kinder. Ihr 20-jähriges Jubiläum haben sich die Hersteller sicher anders vorgestellt. Der klassische MP3 Player wurde mittlerweile von alternativen Geräten abgelöst.

Die Zukunft

Neben den bereits erwähnten alternativen Gadgets, erklären sich die Analysten diesen Rückgang auch mit der mittlerweile einfachen Technik, MP3 Dateien abzuspielen. Dazu gehören Smartphones, Tablets, Notebooks und Autoradios. Aber auch unterschiedliche Streamingportale, Podcasts oder Audiotheken ermöglichen heute Musik zu beziehen und ins Ohr zu beamen. Über 40 Millionen Personen ab 14 Jahren nutzen zumindest gelegentlich Audioangebote aus dem Internet. Bei den öffentlich-rechtlichen und privaten Radioanbietern sind es sogar stolze 138 Millionen. Die Zahlen zeigen wie dynamisch der Sektor ist. Da scheint der Niedergang des klassischen MP3 Players nur klar und die logische Konsequenz. Aber auch hier profitiert die Industrie von den Möglichkeiten, die sich durch diesen Zuwachs eröffnen. So ist beispielsweise der Absatz von Kopfhörern für 2018 auf 12,8 Millionen Stück beziffert, mit einem Gesamtumsatz von 560 Millionen Euro. Das entspricht einer Steigerung von 17 Prozent, was enorm ist.

Die Dynamiken zeigen einerseits wie Fortschritt die Lebensqualität verbessert. Andererseits unterliegt der Markt seinen eigenen Gesetzen und verdrängt schrittweise bewährte Errungenschaften, indem sie sie ständig weiterentwickelt.


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Neues auf die Ohren: So war die CanJam Europe 2017

titelbild canjam (image by anne jerratsch)

Am ersten Novemberwochenende war die CanJam Europe zum ersten Mal in Berlin zu Gast. Auf der führenden Messe für Kopfhörer kamen im fünften Jahr die insgesamt 111 Ausstellern aus Israel, USA, Singapur, China, Serbien, Italien, Großbritannien und etlichen anderen Ländern zusammen, unter ihnen auch deutsche Traditionsfirmen wie Sennheiser oder Beyerdynamic. Ihren internationalen Anspruch unterstrich die Messe mit Ausstellern wie Shure, Grado, Audeze oder Hifiman.

Die Messe hatte sich mit dem Musikhotel nhow in Berlin-Friedrichshain mit Blick auf die Spree einen passenden Rahmen gesucht, um ihre Hifi-Highlighs mit dem sogenannten Tischformat vorzustellen. Die Messe präsentierte sich etwas kleiner und persönlicher als bei der Vorgängerveranstaltung in Essen, konnte aber mehr internationales Publikum anlocken. „Wir sind zufrieden mit dem ersten Auftritt am neuen Ort,“ fasst Juliane Thümmel vom Veranstalter KMS Event zusammen. „Die Location im Berliner Musikhotel nhow hat sich bewährt und bietet viel Wachstumspotenzial für die kommenden Jahre“.

Auf der CanJam Europe 2017 konnten sich die knapp 1.000 Besucher und Aussteller auf Augenhöhe kennenlernen. Denn beim Thema Hifi geht es weniger um die neueste Technik und das beste Design, sondern mindestens ebenso sehr um das „Look and Feel“. So konnten die Besucher am CanJam-Wochenende in Ruhe ausprobieren, anfassen und die Geschmacksnerven im Hifi-Bereich noch ein wenig weiter verfeinern. Es wurde ein ausgewähltes Vortragprogramm angeboten, bei dem Hifi-Experten wie Axel Grell von Sennheiser oder Gunter Weidemann von Beyerdynamic sowie Eckhard Beste von Hearsafe zu Themen wie personalisiertem Audio, schonendes Hören mit In-Ear-Kopfhörern oder die neuesten Entwicklungsstufen referierten.

Ein weiteres Highlight auf der CanJam Europe 2017 waren auch die exklusiven Sessions zum Testhören des neuen High-End-Standards bei Sennheiser: Der HE 1, der nach eigenen Angaben „beste Kopfhörer der Welt“, konnte in einem eigens hergerichteten Zimmer testgehört werden. Wir haben uns für euch umgesehen und die größten Trends und Entwicklungen für euch herausgesucht.

CanJam-Trendthema Bluetooth

Die Entwicklung zum kabellosen Hören ist nicht aufzuhalten, wie auch Axel Grell in unserem Interview bestätigt hat. So waren die Aussteller mit diversen Bluetooth-Lösungen für stationäres und mobiles Hören auf der CanJam Europe 2017 vor Ort. Nicht nur die beliebten kabellosen Bügelkopfhörer wurden hier in allen Farben und Formen präsentiert, auch für Fragen  zum Handling beim Aufladen und der Bedienung während des Hörens wurden viele smarte Lösungen gefunden. Bei Sennheiser lädt man beispielsweise neuerdings den Kopfhörer, indem man den Kopfbügel auf eine Ladestation hängt – ein weiterer Schritt weg vom überflüssigen Kabelsalat.

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Neben Kopfhörermodellen – egal, ob Bügel oder In-Ear – spielt auch bei den Kompaktanlagen das Thema Bluetooth eine immer größere Rolle, um die Playlist vom Smartphone auch kabellos und in überzeugender Soundqualität in den eigenen vier Wänden erschallen zu lassen. Als Brückenlösung boten jedoch auch hier noch die meisten Hersteller bei den Kompaktanlagenmodellen ein CD-Laufwerk an – dieses wird wohl in erwartbarer Zeit verschwinden.

 

Customize it! Der Personalisierungstrend geht weiter!DSC_0227-min

Eines der großen Themen war auch die Personalisierung der Geräte. So bieten immer mehr Händler maßgeschneiderte Lösungen für das durchgestyle Zuhause an. Neben kostspieligen Designangeboten wie einer ledernen Beschichtung der Anlage oder ausgesuchten Hölzern für die Boxen, spielte hier vor allem auch das „persönliche Ohr“ eine entscheidende Rolle. Hier fiel neben optischen Highlights wie den edlen Holz-Modellen von Grado vor allem Beyerdynamic mit dem schlanken Kopfhörermodell Aventho auf. Mittels der integrierten Klang-Personalisierung, die sich je nach Nutzer per App anpassen und speichern lässt, rückt der Kopfhörer aus edlem Leder noch ein gutes Stück näher an den Nutzer heran.

Auch wurde auf der CanJam Europe 2017 großen Wert auf das Thema Gehörschutz gelegt. Firmen wie Hearsafe boten ausführliche Beratung und an den individuellen Gehörgang angepasste In-Ear-Hörer und Hörschutzmodelle an. In die maßgeschneiderten In-Ear-Adapter lassen sich Modelle von diversen Firmen problemlos einbauen, um so das Hörerlebnis sicher und gesund gestalten zu können.

Neben den In-Ear-Trends kamen auch Lösungen zum in die Tasche stecken immer öfter auf die Messetische: Entgegen dem Minimalismustrend, alle Funktionen in ein Gerät zu packen, setzen sich immer öfter auch Kopfhörerverstärker durch, um auch unterwegs den besten Klang mit sich führen zu können.

Design: Retro trifft Minimalismus

Beim Design zeichnet sich seit einigen Jahren bereits ein auffallender Trend ab: Neben den klaren, reduzierten Flächen werden auch Retrodesigns immer gefragter. Neben hochwertigen Materialien wie dunklen Hölzern, schweren Bedienknöpfen un Kippschaltern kehrt auch ein erstaunlicher Trend im Soundbereich zurück: Die gute alte Röhre, die in den Verstärkern jahrzehntelang hinter Schutzwänden versteckt wurde, wird nun wieder sichtbar gemacht.

Nach der Wiederbelebung der Schallplatte, dem nahezu unverwüstlichen Dauerbrenner unter den Trägermedien für exklusiven Sound, war die Rückkehr zum Retro-Trend nur eine logische Weiterentwicklung – auch wenn hier die eine oder andere Extrarunde mit dem Staubwedel wohl auch im durchdesignten Zuhause anstehen dürfte.

Die CanJam-Besucher wählten aus den präsentierten Produkten in sechs Kategorien ihre Favoriten:

  • best headphone portable: beyerdynamic Aventho
  • best headphone home: Sennheiser HD 800 S
  • best headphone amplifier: Lehmann Audio Linear
  • best source (DAC or Player): Chord Hugo 2
  • best accessories: Effect Audio Ares II+ UND Sonarworks True-Fi Software
  • best product of show overall: Sennheiser HD 660 S

So geht es weiter

Im kommenden Jahr will die CanJam Europe das Programm ausweiten und soll gleich zweimal stattfinden. In Kooperation mit der High End Society findet der CanJam Europe erstmals in München statt – zeitgleich mit der weltgrößten Hifi-Messe High End vom 10.-13. Mai 2018. Im Jahr 2018 findet dann wieder das Kopfhörer-Treffen in Berlin statt. Die Netzpiloten freuen sich schon darauf, euch auch dann wieder zahlreich begrüßen zu dürfen!


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„Wir wollen, dass man weniger Kopfhörer hört und mehr Musik“ – Interview mit Axel Grell von Sennheiser

Kopfhörer sennheiser_titelbild_image by anne jerratsch

Wer am vergangenen Wochenende auf der Kopfhörer-Messe CanJam in Berlin unterwegs war, kam an ihm nicht vorbei: Axel Grell, der so etwas wie der Botschafter für High-End-Kopfhörertechnik ist, wirbelte von Stand zu Stand und tauschte sich nicht nur mit Branchenkollegen, sondern auch mit Besuchern rege über die Messeneuigkeiten aus. Schnell wird klar: Axel Grell ist durch und durch ein Audiomensch. Der Manager Portfolio Audiophile und Chefentwickler beim deutschen Traditionsunternehmen Sennheiser hat nicht nur den HE 1, unter Audiophilen auch bekannt als die „besten Kopfhörer der Welt“ mitentwickelt, sondern überlegt sich ständig neue Möglichkeiten, wie man Klangerlebnisse verbessern kann. Ich habe mich für die Netzpiloten mit ihm über die Faszination von Audiotechnik unterhalten – denn hier spielen die Gefühle mindestens eine ebenso wichtige Rolle wie das Technikwissen.

Netzpiloten: Was finden Sie an der Arbeit mit Soundtechnik so spannend?

Axel Grell: Es gibt Menschen, die sind mehr auf optische Eindrücke fixiert und nehmen gar nicht viel wahr. Das merkt man auch, wenn man heutzutage in moderne Kneipen oder Restaurants geht. Die sehen zwar toll aus, sind aber akustisch grausam und kalt. Ich denke, ich bin eher ein Ohren-Mensch. Ich nehme meine Umwelt sehr stark akustisch wahr. Und ich habe schon als Kind Lautsprecher gebaut, mein Vater hat mich dazu gebracht. Ich war auch in der Teeniezeit mal in einer Band, aber da war ich ziemlich mies. Glücklicherweise war ich ein ziemlich guter Mischer, ich fand es toll, wie man den Klang gestalten kann.

Hier erklärt Axel Grell auf der CanJam 2017, wo ein Kopfhörerbügel sitzen muss.

Muss man für Ihren Job ein besonderes Gehör haben?

Es hilft, viel Musik zu hören. Und zwar nicht nur von der Konserve, das ist ja schon wieder vorgefiltert, sondern eben auch richtige Musik. Man sollte lernen, Musik zu hören und den Produktionsprozess zu kennen, das hilft eine ganze Menge. Einfach, um einschätzen zu können: Ja, so klingt das richtig.

Was haben Sie für Möglichkeiten bei Sennheiser bekommen?

Ein Unternehmen wie Sennheiser bietet technisch so viele Möglichkeiten, von denen man sonst nur träumen kann. Es gibt Labore, deren Ausstattung in die Millionen geht. Wir haben große Fortschritte in Akustik gemacht. Und das ist genau der Punkt. Die schwierigen Dinge, seitdem es CDs gibt und diese digitale Verarbeitungskette, die ist natürlich auch immer verbesserbar. Das große Problem ist allerdings nach wie vor, Schall in Strom zu verwandeln und dann wiederum den Strom wieder in Schall zu verwandeln. Und genau das ist das, was Sennheiser gut kann. Wir wollen dass es dem Hörer kalt den Rücken runter rieselt, weil es sich so toll anhört. Das ist so ein Effekt, der passiert spontan. Leute hören Musik, die sie vielleicht auch gut kennen, die sie mitgebracht haben und urplötzlich läuft ihnen eine Träne aus den Augen. Das habe ich mehrfach erlebt. Das kann man nicht steuern.

Welche Rolle spielt der HE 1 dabei?

Mit dem HE-1 habe wir einen Standard erreicht, der für die nächsten 25 Jahre gut ist. Das Vorgängermodell war der Overvoice, der war um 1990 herum der neueste Stand. In der Akustik gibt es Verbesserungen, aber so riesige Schritte gibt es nicht. Aber es geht immer noch ein bisschen besser.

Worauf haben Sie bei der Entwicklung des HE 1 am meisten Wert gelegt?

Wir haben sehr, sehr viel Entwicklungszeit reingesteckt, damit der Wandler perfekt wurde. Der Klirrfaktor ist hier ganz besonders niedrig. Der Klirrfaktor kann man vielleicht mit Nebel vergleichen – etwas, was im Originalbild nicht drin ist. Der Frequenzbereich reicht von so tief wie möglich bis so hoch wie möglich, etwa bis 100 Kilohertz. Kein Mensch kann das hören, ich persönlich höre bis zwölf, dreizehn Kilohertz, dann ist Schluss. Das ist altersgemäß eben so.  Also warum macht man dann solche Wandler? Ein Wandler, der so weit funktioniert, arbeitet in einem Bereich, den die Menschen hören, absolut sauber. Früher waren wir glücklich, wenn wir bei Wandlern irgendwie 22 Kilohertz hinschreiben konnten. Bei manchen Kopfhörern hab es furchtbares Gezappel bei den oberen Frequenzen. Wir wollen, dass man weniger Kopfhörer hört und mehr Musik.

Der HE-1 von Sennheiser war eines der Highlights auf der CanJam 2017.

Gibt es denn eigentlich den perfekten Sound? Also den einen Sound, den jeder toll findet?

Nein. Den gibt es nicht, es ist immer eine Frage des Geschmacks.

Seit neuestem hat Apple die Klinke-Buchsen abgeschafft. Wie bewerten Sie den Trend zum kabellosen Hören, vor allem bei mobilen Geräten?

Heute ist ja alles auf Bluetooth ausgerichtet. Dabei ist das ein Standard, der nicht dazu gemacht wurde, um Musik zu übertragen. Es ging eigentlich um alle möglichen Gerätschaften und um Sprachübertragung, also um zu telefonieren. Der Standard-Codec von Bluetooth ist SBC, der klingt nicht gut. Es klingt wie eine singende Säge. Allerdings hat Apple AAC als Standard eingeführt, das klingt schon durchaus annehmbar. Bei Android ist App-Tags sehr verbreitet. Wir von Sennheiser haben auch Bluetooth-Kopfhörer, aber nicht im hochpreisigen Segment, weil einfach dafür die Übertragungstechnik und Übertragungsqualität nicht gut genug war.

Ist das die Zukunft? Werden wir uns irgendwann grundsätzlich von Kabeln verabschieden?

Ich denke, die Zukunft ist schon drahtlos. Aber es wird immer, wahrscheinlich in einer Nische für die so absolut tollen Lösungen, noch eine bedrahtete Lösung geben. Vielleicht geht es irgendwann mal. Man soll nie „Nie“ sagen.

Was sind derzeit die Trends, wenn es um 3D-Sounds geht?

Wir versuchen mit unserer Ambeo-Mikrofon-Technik tatsächlich Räume zu erfassen, so wie sie sind, auch für Live-Übertragungen aus Fußballstadien. Wir können den Sound so darstellen, als säße man mitten im Stadion. Das ist schon cooler, als einfach das vorne aus dem kleinen Fernseh-Lautsprecher rausquäkt. Den Raum so mitzuübertragen, ist natürlich ein Ziel, vor allem beim Kopfhörer. Und es gibt mehrere Ansätze, wie man das hinbekommt, den Sound aus dem Kopf rauszukriegen. Wir arbeiten bereits in unseren Forschungslaboren daran.

Es gibt auch Lösungen, aber die sind noch viel zu teuer für den Markt. Was wirklich sehr cool wäre: Wenn man Kopfhörer hätte, die wissen, wie ich meinen Kopf halte, mit Lage-Sensoren drin oder so etwas. Mit denen könnte man sich durch den Raum bewegen und es hört sich immer richtig und natürlich an.

Gibt es irgendwann auch vielleicht die Entwicklung von diesem Modell des Kopfhörers weg, so dass man nichts mehr direkt im oder auf dem Ohr hat?

Wir haben schon einmal einen Versuch mit einem Gerät gemacht, dem Surrounder. Das war so ein Ding, was man sich auf die Schultern gelegt hat, das war insbesondere auch für Gaming ziemlich spannend. Da hatte man wirklich diesen Eindruck, die Sachen sind tatsächlich um einen herum und nicht im Kopf. Das war aber nicht besonders erfolgreich, wahrscheinlich war es zu ungewöhnlich. Vielleicht gibt es irgendwann so etwas in der Art, noch einmal, warum nicht.

Eine kleine Servicefrage: Worauf sollte man beim Kopfhörerkauf am meisten achten?

Als erstes ist natürlich die Frage wichtig, wofür man das Ding wirklich braucht. Ist man immer unterwegs, wäre etwas Drahtloses gut. Sollen die Kopfhörer geschlossen oder offen sein? Wie empfindlich ist der einzelne mit seinen Ohren? Manche Leute können es überhaupt nicht ab, etwas in die Ohren zu stecken. Andere Leute finden es furchtbar, wenn sie etwas um die Ohren herumhaben, das ist Geschmackssache. Und dann muss man natürlich hören. Ein bißchen Bauchgefühl ist da immer mit dabei.

Eine Sache, die immer unterschätzt wird: Der Kopfhörer muss robust sein. Und ich muss wissen, wie ich normalerweise mit ihm umgehe. Schmeiße ich ihn einfach in meine Tasche, ist es nicht ratsam, eine hochglänzende Oberfläche zu wählen. Wenn der Kopfhörer ein schönes Leder um die Hörmuscheln hat, sind die nicht so empfindlich.  Und wenn das Leder altert, kriegt es eine Patina, das sieht aber immer noch gut aus. Das ist wie bei einer Lederjacke oder einer Tasche. Außerdem ein kleiner Tipp: Die Kopfhörerkabel verknoten sich nicht so schnell, wenn sie nicht ganz rund sind.

Aber grundsätzlich gilt, wenn man Musik mag, sollte man an den Kopfhörern nicht sparen. In der Musik steckt sehr, sehr viel mehr. Es gibt Aufnahmen, die ich ewig lange kenne und die ich mit unserem HE-1 gehört habe. Da habe ich Dinge gehört habe, die habe ich vorher noch nie gehört. Das ist einfach Wahnsinn.

Gibt es irgendetwas, das Sie furchtbar gerne mal entwickeln wollen?

Ideal wäre ein persönliches Beschallungssystem. Ich nenne es jetzt mal nicht Kopfhörer.

Für mobil oder zu Hause? Oder beides?

Für mich, für überall. Es sollte wie ein Kopfhörer funktionieren und nur mich beschallen. Es dürfte nicht auf meinen Kopf drücken, wie eine Art virtueller Lautsprecher, der eigentlich so gut ist wie ein Kopfhörer, aber eben kein Kopfhörer ist. Das wäre etwas, das hätte ich gerne. Man könnte auch eine Art drahtlose Schnittstelle entwickeln. Bei der Entwicklung von Cochlear-Implantaten sind die Kollegen aus der Medizin schon nah dran an dem, was ich meine. Allerdings weiß ich nicht, ob ich es benutzen würde, wenn man dafür eine OP braucht. Andererseits: Vielen Menschen ist vielleicht auch gar nicht bewusst, dass sie auch im Traum hören können, und manchmal träumen sie auch Musik. Das ist schon verdammt nah dran.

Was wollen Sie unseren Lesern noch mitgeben?

Das Wichtigste ist: Hört Musik! Und zwar viel davon! Nur so lernen wir, unserem Gehör zu vertrauen.

Vielen Dank für das Interview.


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Die nächste Cyber-Attacke könnte von Schallwellen ausgehen

sound-wave-1657431_1920 (adapted) (Image by HypnoArt [CC0 Public Domain] via pixabay)

Wir nehmen gemeinhin an, dass unsere Smartphones oder Laptops dank Antiviren- und Verschlüsselungssoftware gegenüber Cyber-Attacken relativ geschützt sind. Unsere Geräte sind jedoch zunehmend gefährdet durch Attacken aus dem „Seitenkanal“, mittels dessen ein Eindringling traditionelle Eintrittspunkte umgehen kann und einen anderen Weg nutzt, um das Gerät zu beeinträchtigen.

Diese Seitenkanäle beinhalten die Messung verschiedener Charakteristiken des Gerätes, einschließlich des Stromverbrauchs, die benötigte Zeit zur Durchführung verschiedener Funktionen oder die Menge an Licht oder anderer elektromagnetischer Strahlung, die abgestoßen wird. Diese Outputs wurden lange dazu benutzt, um Kommunikation auszuspionieren. Nun gibt es jedoch ein zunehmendes Risiko, dass diese ebenso dazu benutzt werden können, um die Funktionsfähigkeit des Gerätes zu unterbrechen. Dies ist ein Problem, weil mehr und mehr Gegenstände mit Minicomputern ausgestattet sind, um sie mit dem Internet zu verbinden.

Im jüngsten Beispiel haben Forscher der Universität Michigan eine neue Möglichkeit gefunden, wie man Schallwellen benutzt, um Geräte, die mit Beschleunigungsmessern ausgestattet sind, zu beeinträchtigen. Es handelt sich um ein Gerät, mit dem man Beschleunigung messen kann, wie sie beispielsweise in Navigationssystemen auftreten. Smartphones nutzen sie, um Bewegung zu erkennen und Dinge wie die Halteposition zu kalkulieren. Man kann mit ihnen sogar ermitteln, wie viele Schritte es schon getragen wurde. Untersuchungen haben ergeben, dass die Vibrationen durch Musik, die auf dem Smartphone abgespielt wird, den Beschleunigungsmesser in einer Art und Weise beeinträchtigen können, dass er misst, als würde sich der Benutzer bewegen. Insgesamt fanden sie diese Fehlfunktion in mehr als der Hälfte der getesteten Geräte.

Wenn lediglich gemessen wird, dass der Nutzer ein paar Schritte zu viel machte, wird dies wahrscheinlich nicht viel Schaden anrichten – außer vielleicht, wenn es um den eigenen Trainingsplan geht. Dieser Fehler zeigt allerdings ein ernsteres, von den innerhalb des Kontrollsystems anderer Geräte befindlichen Bewegungssensor manipulierenden Eindringlingen ausgehendes Risiko. Es betrifft Computer, die moderne Autos oder Drohnen betreiben. Frühere Forschungen haben auch gezeigt, dass Beschleunigungsmesser dazu benutzt werden können, um effektiv zu spionieren, indem man sie als Mikrofon oder Monitor verwendet, um die vom Nutzer gedrückten Tasten auf dem Smartphone zu überwachen.

Risiken für Geräte

Es gibt ebenso ein generelles Risiko bezüglich Geräten, die im medizinischen Bereich eingesetzt werden, weil Beschleunigungsmesser oft benutzt werden, um Dinge wie die an einen Patienten verabreichte Medizin zu messen. Wenn medizinische Geräte von Musik beeinträchtigt werden können, können sie zu einer falschen Verabreichung und damit zu falschen Dosen führen. Die Forscher aus Michigan zeigen Beschleunigungsmesser auf, die ebenso im medizinischen Bereich benutzt werden wie beispielsweise Schrittmacher. Diese können von einer externen Klangquelle beeinträchtigt werden.

Es gibt ein ähnliches potenzielles Problem in Industrieanlagen, bei denen Beschleunigungsmesser benutzt werden, um die Durchflussmenge von Chemikalien oder den Kraftstoffverbrauch zu messen. Leistungsstarke Schallwellen könnte dazu benutzt werden, das Kontrollsystem der Anlage zu beeinträchtigen. Dies könnte zum Abschalten der Betriebsanlagen führen. Wird sie gegen Kraftanlagen eingesetzt, könnte es zu einer Attacke auf das Energieversorgungsnetz führen, wenn eine Drohne einen solchen Bereich überfliegt.

Dies könnte alle lokalen Beschleunigungsmesser, oder gar gleich die komplette Ausrüstung, beeinträchtigen, bis sie schließlich nicht mehr funktioniert. Dies ist ein bereits bekanntes Risiko und in Bereichen, in denen  leistungsstarke, elektromagnetische Funksignale dazu benutzt werden können, um die Funktionalität von elektronischer Ausstattung als Teil von Militäroperationen zu beeinträchtigen. Wir brauchen hier weiterführende Forschung, um die exakten Frequenzen herauszufinden, die das Gerät beeinträchtigen, und müssen wissen, ob wir Menschen dies vielleicht hören können.

Sogar bei der Gangsterkomödie Ocean’s Eleven gibt es eine Szene, in der ein EMP dazu benutzt wird, einen Stromausfall herbeizuführen. Und während Katastrophenplaner die Gefährdung dieser elektromagnetischen Druckwellen kennen, wurde bisher wenig getan, um die Auswirkungen von Schallwellen auf moderne elektronische Systeme zu erforschen.

Andere Risiken

Schallwellen können für mehr benutzt werden, als nur Gerätefunktion zu stören. Durch die Analyse der Geräusche, die von elektronischen Geräten stammen, ist es möglich, Daten zu gewinnen. Forscher der Universität Alabama im amerikanischen Birmingham fanden heraus, dass sie ein Passwort anhand der Tastaturgeräusche decodieren können.

Für das menschliche Ohr erscheint jeder Tastendruck gleich, es stößt jedoch ein einzigartiges Tonmuster aus. Indem man eine Nummer von adäquat platzierten Mikrofonen verwendet, um Zeitdifferenzen und Amplituden der empfangenen Schallimpulse zu messen, und indem man die Geometrie der Tastatur kennt, konnten Wissenschaftler die entsprechenden Tastenkombinationen herausfinden.

Ebenso konnten Daten ermittelt werden, indem die Funksignale oder sogar die Stromschwankungen eines Gerätes analysiert wurden. Eine Gruppe von Forschern hat kürzlich demonstriert, dass es möglich ist, die Handbewegung eines Benutzers auf dem Gerät zu erkennen und somit das Passwort herauszufinden, indem man prüft, wie es die Reflexion des lokalen WLAN-Signals verändert.

Ein anderer Forscher hat es geschafft, elektrische Stromschwankungen von acht der beliebtesten SIM Karten für Mobiltelefone zu analysieren und die Schlüssel wiederherzustellen, die diese innerhalb von 40 Minuten verschlüsseln.

Wie kann das alles verhindert werden?

Es ist möglich, ein Gerät von diesen Seitenkanal-Attacken zu schützen. Normalerweise funktioniert dies mittels eines physischen Schildes, der vor Informationslecks schützen soll. Ein einfaches Metallschild kann Radiosignale stoppen. Um jedoch Schallwellen davon abzubringen, einen Beschleunigungsmesser zu beeinträchtigen, bräuchte man bereits ein komplexeres akustisches Schild, um die Geräusche zu absorbieren und die Vibrationen, die den Sensor in Bewegung bringen, zu minimieren. Dies würde das Herausfiltern von Geräuschen wie Audio- und Sprachsignalen beinhalten, damit der Sensor nur die Bewegung erkennt, für dessen Erkennung es konzipiert wurde.

Die Erkenntnisse, dass Beschleunigungsmesser von Schall beeinträchtigt werden können, mag für viele Gerätehersteller ein Schock sein – besonders, wenn es um Geräte geht, die für kritische Infrastruktur des Staates verwendet werden. Sensiblere Geräte, wie sie beispielsweise in der Medizin eingesetzt werden, benötigen ebenso eine strengere Prüfung, um erkennen zu können, wie sie auf einen solchen Angriff reagieren.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „sound wave“ by HypnoArt (CC0 Public Domain)


The Conversation

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Können sich Audiodateien auf Facebook viral verbreiten?

Microphone and Facebook Logo (adapted) (Image by C_osett [CC0 Public Domain] via flickr)

Audiodateien in sozialen Medien zu verbreiten, ist schwierig. Vor zwei Jahren hat Stan Alcorn viele der Schwierigkeiten in einem vielzitierten Digg-Artikel dokumentiert – und seitdem hat sich nicht viel verändert. Die grundsätzlichen Herausforderungen bleiben: Es ist schwierig, sich gesprochene Audiodateien anzuhören und zeitgleich andere Dinge zu überfliegen. Außerdem gibt es immer noch keinen richtigen „BuzzFeed für Audios“, um Clips mit schnell verbreitendem Potenzial hervorzuheben. Und nun bringen stummgeschaltete Videos auf Facebook und Twitter den Nutzern bei, ein völlig anderes interaktives Erlebnis zu erwarten. Aber Social Audio hat ein enormes Potenzial für Audio Creator und Podcaster, die zwar täglich stundenlang Inhalte produzieren, aber immer noch Schwierigkeiten haben, entdeckt zu werden und ein neues Publikum zu erreichen. Bei NPR haben wir vor kurzem mit einem Facebook Beta-Audioplayer einen neuen Ansatz ausprobiert. Spoilerwarnung: Wir haben keine Superformel gefunden, um Audio viral zu machen – aber wir haben einige Dinge über die Art von Clips und Aufmachung erfahren, die in einem solchen Raum gut funktionieren.

Das Experiment

"Star Wars NPR" (Image via niemanlab)
„Star Wars NPR“ (Image via Niemanlab)

Facebooks neuer Audioplayer wurde ursprünglich für Musikanbieter wie Spotify und Apple Music entwickelt. Mit ein paar Optimierungen hat Facebook zu Beginn dieses Jahres den Player für eine redaktionelle Nutzung durch NPR und Serial während einer einmonatigen Pilotphase angepasst. Ich war bei NPR verantwortlich für die redaktionelle Seite des Experiments, während mein Vollzeitjob sich darum drehte, die besten Audioclips aus unseren großen Nachrichtensendungen und Podcasts zu finden. Die gesamte Nachrichtenredaktion wurde dazu aufgefordert, am Projekt teilzunehmen und half dabei, indem sie Vorschläge einbrachte. (Es war ungemein hilfreich – ich verfiel zunächst in Panik beim Gedanken, jede Woche mindestens 30 Stunden alleine Radio hören zu müssen.) Aufbauend auf Lektionen aus vorherigen Experimenten von NPR zu Social Audio bemühte ich mich um Vielfalt und versuchte, Clips zu sammeln, die zwischen ein paar Sekunden und fünf Minuten andauerten und aus Nachrichtensendungen und Podcasts, Interviews und Sonderbeiträgen zu Schlagzeilen sowie Archivinhalten stammten. Nachdem ich einen Clip ausgewählt habe, war der Arbeitsablauf ziemlich verworren und es mussten unser Audioeditor, das Content Management System und der Facebook Debugger unter einen Hut gebracht werden. Bevor Sie mir twittern, um nach Erfolgskriterien zu fragen, behalten Sie im Hinterkopf, dass es sich um ein Experiment mit einem begrenzten Stichprobenumfang handelte (insgesamt 52 Clips). Wir hatten nur die üblichen Facebookzahlen als Vergleich zur Reichweite und Engagement der Nutzer, konnten jedoch keine Daten darüber bekommen, wie oft und mit welcher Laufzeit die Datei abgespielt wurde. Die folgenden Schlussfolgerungen basieren zwar nicht auf einer tiefgehenden wissenschaftlichen Analyse, sind aber trotzdem recht aufschlussreich.

Die Anekdoten

Trotz eines komplizierten Arbeitsablaufs und anderen Herausforderungen (wird weiter unten aufgeführt) habe ich in der Tat viel über die Arten von Audiocontent gelernt, an den Facebooknutzer interessiert sind.

Schlagzeilen

In manchen Fällen hatten wir großes Glück mit schnell ändernden Inhalten.

Während der Rede von Präsident Obama im Januar zur Reglementierung des Waffengesetzes wurde er emotional und fing an zu weinen. Es waren die Tränen, die im Internet bemerkt wurden. Kurz nach der Rede haben wir diesen bewegenden Moment isoliert und ihn in einen Audiopost mit einem sehr kurzen Teaser verwandelt. Der Clip an sich war auf einem Two-Way Blogeintrag verlinkt, was uns erlaubte, ihn Stunden, bevor das Ganze zu „All Things Considered“ gesendet wurde, zu teilen. Er hat mehr als zwei Millionen Facebooknutzer erreicht und war unser zweitpopulärster Clip während des Experiments.

Etwas, das Sie hören müssen

Es scheint offensichtlich, aber ein klares Auswahlkriterium für Audiopost, waren die Clips, die durch das Anhören am besten miterlebt werden können. Die beste Performance in dieser Kategorie war ein Ausschnitt aus dem wahnsinnig komischen Interview mit dem Comedian Jon Benjamin, in dem er darüber sprach, ein Jazzalbum aufnehmen zu wollen, obwohl er keine Ahnung von Jazz hat (leider funktioniert der Facebook-Clip nicht mehr).

Wo Archiv und Zeitgeist aufeinander treffen

Das riesige Archiv gehört zu eins der größten Vermögenswerte von NPR – und das wird sicherlich durch die folgenden Clips bestätigt, die allesamt zu den beliebtesten Posts während des Experiments gehörten. Sicherlich handelt es sich um überwältigende Audiostücke, aber mehr als das waren es dem Zeitgeist entsprechend aktuelle Themen.

Wir haben diesen Clip aus einem archivierten Interview mit einem Lotteriegewinner auf dem Höhepunkt des Powerball-Fiebers gepostet. Er wurde oft geteilt und hat mehr als 250.000 Leute dazu animiert, den kompletten Artikel auf NPR.org anzuklicken, wodurch er zum beliebtesten Clip wurde, der von uns getestet wurde.

Es gab wohl keinen perfekteren Clip, um eine Lobesrede für Alan Rickman zu halten als diesen hier. Er stammt aus einem Interview von „All Things Considered“ aus dem Jahr 2007, in dem er über seine Kultstimme sprach (und über die Kritik, die er schon früh dazu erntete). Auch der Audiopost wurde oft geteilt; wir hatten einen ähnlichen Erfolg mit einem Ausschnitt von David Bowie aus „Fresh Air“. Nachrufe bieten immer eine Gelegenheit, unser großes Archiv zu unserem Vorteil zu nutzen – das Experiment hat bestätigt,dass Facebook-Audioclips sich besonders gut für solche Inhalte eignen.

Dinge, die wir ansonsten nicht vorangebracht hätten

Obwohl die Facebook Audioposts zahlenmäßig relativ schwächer abschnitten haben als unsere normalen Artikel-Posts, stellten sie eine neue Chance für einige Seiten dar, die wir ansonsten nicht aktiv in den sozialen Medien vorangebracht hätten. Wenn Sie sich beispielsweise jemals die Kurzfassung der Morgenausgabe angesehen haben, werden Sie bemerkt haben, dass viele der Berichte auf Zusammenfassungen basieren – sie sind nur mit minimalem Text und ohne Bilder ausgestattet. Wir teilen diese Seiten nicht oft in den sozialen Medien, weil sie relativ hässlich sind, und wer will schon ein Protokoll lesen? Die Facebook-Audioposts haben es sehr vereinfacht, diesen dennoch großartigen Audio-Content zutage zu bringen.

Dieses Car Talk-Beispiel ist eine perfekte Fallstudie. Es handelte sich um einen spaßigen Moment zwischen dem heißgeliebten Ray Magliozzi und Robert Siegel, den andernfalls nur wenige digitale Nutzer entdeckt hätten.

Andere wichtige Dinge, die wir gelernt haben

Abgesehen von den verschiedenen Arten von Inhalten, gab es ein paar weiter Lektionen:

  • Wir wissen immer noch nicht, was die perfekte Länge ist, da wir keine Daten über Abspielklicks und Hördauer haben. Unsere Top zehn Posts dauerten zwischen 46 Sekunden und 2:44 Minuten.
  • Bilder sind immer noch wichtig. Auch wenn die Clips großartig waren, haben unsere Posts mit allgemeiner Werbekunst nicht so gut abgeschnitten.
  • „Back Annouces“ (deutsch etwa: Rück-Verkündigungen) haben erstaunlich gut funktioniert, in denen dem Zuhörer gesagt wurde: „Klicken Sie auf den ‚NPR.org Hören‘-Button, um mehr zu hören.“ In manchen Fällen führte dies zu Umleitungen auf unsere Seite, mit Abspielquoten von 79 Prozent. (Die insgesamt höchste Audio Conversion Rate war eine dieser „Muss man hören„-Berichte mit nostalgischen Soundeffekten – 92 Prozent der Leute, die auf NPR.org geklickt haben, haben den gesamten Bericht abgespielt, sobald sie auf der Seite waren. Zum Vergleich liegt die durchschnittliche Abspielquote unserer Berichte bei acht Prozent.)
  • Der Kontext spielt eine Rolle. Es ist wichtig zu erwähnen, dass die Clips nicht bei allen Nutzern gleich funktioniert haben. Sie waren nur in der iOS-App und in der Desktopversion sichtbar. Das bedeutete, dass ich die Nutzer nicht direkt zu „unten anhören“ leiten konnte, als ich den Clip erstellt hatte, da beispielsweise Android-Nutzer keinen Audioplayer sehen würden. Wir wissen ebenfalls nicht, wie diese Einschränkung die Sichtbarkeit des Audioposts im Facebook-Algorithmus beeinflusst hat.

Social Audio Herausforderungen großgeschrieben

Zusätzlich zur Bereitstellung von Anhaltspunkten über die Art der Inhalte und Ansätzen für zukünftige Social-Audio-Projekte hat dieses Experiment auch einige der bekannten Herausforderungen des Teilens von Audioinhalten herauskristallisiert. Zum Beispiel ist es schwierig, Audiodateien mit gesprochenem Wort zu hören und gleichzeitig zu lesen oder nach anderen Dingen zu suchen. Ein Nutzer könnte zudem nicht in der Stimmung oder in der Lage sein, zuzuhören (auf der Arbeit, keine Kopfhörer etc.). Und er könnte, dank der starken Verbreitung von stummen, selbstabspielenden Videos mit Untertiteln keine Zuhörbereitschaft entwickeln. Obwohl wir einige anekdotische Hinweise in Kommentaren und Privatnachrichten gesehen haben, dass manche Nutzer den Player schätzten, war es ebenfalls klar, dass viele den klassischen „Kommentieren vor Hören-Lesen-Anschauen“-Schritt gegangen sind. Aus der Sicht eines Audioredakteurs ist es schwierig, einen großartigen Moment zu isolieren und ihn in einen Kontext einzubetten, in dem man Nutzer auffordert, ihn „auf gut Glück“ anzuklicken. Das ist verwandt mit einer weiteren Herausforderung – es ist im Allgemeinen schwierig, ein Hörerlebnis in einem wortreichen und visuellen Marktplatzwie dem Internet zu verkaufen. „Glauben Sie mir, es ist wirklich sehr großartig, auch wenn Sie nicht wissen, wer redet und es nichts gibt, was man sich anschauen kann und ich Sie auffordere, sich 40 Sekunden lang zu konzentrieren!“ Ferner bemüht sich das Facebook-Tool nicht, weitere große technische Probleme beim Teilen von Audioinhalten zu lösen. Es ist schwierig für die Nutzer, ihre eigenen Lieblingsaudiomomente aus dem Radio oder aus Podcasts aufzunehmen und zu teilen, insbesondere wenn der Großteil davon aus separaten Podcast-Apps stammt. Und obwohl SoundCloud am nächsten an einem „YouTube für Audio“ dran sein mag, gibt es bisher kein Tool, das universell auf alle sozialen Plattformen ausgerichtet ist.

Was kommt als nächstes?

Wir wissen nicht, wie die größeren Pläne für den Player von Facebook aussehen, aber dieses Experiment kann über redaktionelle Audioinhalte der Zukunft Aufschluss geben. Künftig werden wir es sparsamer verwenden, wenn wir einen Clip haben, der wirklich zur Form passt und der die komplizierten Arbeitsprozesse für seine Veröffentlichung rechtfertigt. Bei NPR untersuchen wir über das Experiment hinausgehend weiter die Herausforderungen von Social Audio. Vor kurzem haben wir einen neuen Player für NPR.org sowie eine Web-App für NPR One eingeführt. Wir sind gespannt auf alle anderen Projekte in der Sphäre von Social Audio, inklusive der „Audiogramme” von WNYC.

Dieser Artikel erschien zuerst auf “Nieman Journalism Lab“ unter CC BY-NC-SA 3.0 US. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „Microphone and Facebook Logo“ by C_osett CC0 Public Domain

Image „Politics in Star Wars“ by Screenshot via Nieman Lab


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WNYC stellt Audiogramme für soziale Medien vor

Headphone (Image by Unsplash (CC0 Public Domain) via Pixabay)

Wir denken kompakter und sollten deshalb den Weg der kürzeren Inhalte einschlagen. Wenn man darüber nachdenkt, wie die sozialen Medien jeden Tag genutzt werden, bemerkt man, dass dies häufig nur Stichprobenartig geschieht – durch einen Artikel scrollen und den Inhalt überfliegen oder ein kurzes Video ohne Ton ansehen.

Es ist bislang nicht vollständig klar, wie Audio hier seinen Platz findet. “Ich komme aus der TV-Welt, in der es viele Videos gibt, die wir nutzen”, sagte mir Delaney Simmons, Social Media Direktorin von WNYC. “[Im Radio] haben wir ein einzigartiges Problem, dass unser Inhalt nicht notwendigerweise teilbar ist.” Wie kann ein Podcast quergelesen oder ein Audio-Clip angehört werden, wenn dieser stumm geschaltet ist?

WNYC arbeitet daran, dieses Problem mit einem neuen Tool namens “Audiogramme” zu lösen, welches ein Stück einer Tondatei in eine Videodatei umwandelt. Das Ergebnis ähnelt einem Audio-Player, welcher jedoch einen Film abspielt. Die Audiogramme können auf Facebook, Twitter und Instagram gepostet werden und der Benutzer kann diese auch einbetten. Jedoch der beste Weg sie zu erklären ist, sie selbst zu sehen:

Der neue Podcast “There Goes the Neighborhood” wird in Zusammenhang mit “The Nation” hergestellt und die erste komplette Episode wurde am Mittwoch, dem 9. März ausgestrahlt. In der Zwischenzeit jedoch, erstellte WNYC mehr als zehn Abschnitte des Audio-Inhaltes für Werbung auf den sozialen Netzwerken. (Simmons erfand das Konzept für dieses Werkzeug und es wurde von Noah Veltman programmiert, einem Entwickler des WNYC-Data-News-Teams.) “Wir hoffen, dass es ein Start einer neuen sozialen Strategie ist”, sagte Simmons. “Unser bester Inhalt wird immer unser Audioinhalt sein.”

Das Team hat bereits seit einer Weile mit dem Konzept des Audio-Inhaltes im Bereich soziale Medien experimentiert. Vor zwei Jahren war es ein früher Herausgeber, der die Möglichkeit von Twitter nutzte, Audio in einem Tweet einzubetten. Im Februar begann WNYC mit Anchor zu experimentieren, einer iOS-App, die den Nutzern ermöglicht, kurze Audio-Clips zu teilen.

Anchor jedoch ist mehr auf nutzergenerierte Inhalte ausgelegt als etwa die eigenen Inhalte von WNYC auf sozialen Plattformen zu veröffentlichen. Im vergangenen Dezember veröffentlichte der Sender eine Folge in voller Länge von “Here’s the Thing” auf Facebook. “Aus dieser Erfahrung haben wir gelernt, dass es einen Appetit für Audio auf sozialen Medien gibt.”, sagte Simmons. Dennoch hörten sich viele Leute nicht die gesamte Folge auf Facebook an. Einige taten es, aber die meisten hörten sich nur den ersten Teil an.

“Wir denken, dass kürzere, leicht verdauliche Inhalte die Strategie beschreiben, die wir verfolgen sollten”, sagte Simmons. “Die Menschen in den sozialen Medien scrollen immer durch ihre Nachrichten-Feeds, auf der Suche nach der nächsten Sache und nachdem wir einen Blick auf die Backend-Analyse warfen (für diese Folge), entschieden wir, dass kürzer gleich besser ist: Lass die Leute herein, lass die Leute hinaus, gib Menschen das beste Stück eines Inhalts, das sie zu dieser Zeit haben können und hoffentlich finden sie es wirklich interessant und motivierend.”

Danach werden sie nach iTunes, der WNYC App oder andere Podcasting-Apps geschleust, um die gesamte Folge herunterzuladen.

Wie kurz ist kurz? “Wir sagen den Produzenten, dass sich alles unter einer Minute richtig anfühlt, obwohl ich immer vorschlage, Qualität vor alles Andere zu stellen”, sagte Simmons. Eine der jüngsten erfolgreichen Experimente: WNYC hat einen Chris Christie–Themen Podcast namens “The Christie Tracker”. In einer Episode lesen die Gastgeber laut einige der interessantesten und lustigsten Tweets der republikanischen Debatten vor. “Wir nahmen einen der Tweets, den der Host las und erstellten daraus ein Audiogramm und twitterten es”, sagte Simmons. “Es war nur eine Audio-Version des Tweets, der in der Nacht davor veröffentlicht wurde! Aber die Leute liebten es, ihn zu hören.”

Wenn ich das alles höre, wundert es mich, warum Facebook selbst noch keine Audiogramm-ähnlichen Audios ins Leben gerufen hat. Simmons wies darauf hin, dass sie nicht für das Unternehmen sprechen kann, sagte aber: “Ich denke, dass sie an Audio interessiert sind und ich weiß, dass sie auch einige Test gemacht haben.” Einer dieser Tests fand für den Podcast “Serial” statt.

“Auf unserer Seite haben wir soziale Videos abheben sehen und der Algorithmus [von Facebook] bevorzugt Videoinhalte über Links und Fotos, also werden wir Hals über Kopf in die Erstellung von so vielen Audio-Videos eintauchen, wie wir können. Wenn in sechs Monaten Facebook sagt ‘hier ist ein Audio-Player’ werden wir es auch testen”, sagte Simmons.

Vorerst plant WNYC nur vorhandene Audios von Podcast-Episoden in Audiogrammen zu verwenden. Schlussendlich jedoch: “… möchten wir gesellschaftlich-spezifische Audios erstellen” sagte Simmons. Das könnte “Clips, die auf dem Redaktionsboden liegen geblieben sind” oder zusätzliche Inhalte, die aus Gründen der Länge entfernt wurden, beinhalten. Und es ist noch etwas geplant: Untertitel. Viele Benutzer sehen sich Videos ohne Ton an, aber das funktioniert offensichtlich nicht für Audios. Jetzt zumindest, zeigen Audiogramme Schallwellen an, um deutlich zu machen, dass der Benutzer den Ton aktivieren oder einen Kopfhörer aufsetzen soll, um hören zu können.

Außerdem könnte WNYC schlussendlich sein Audiogramm-Tool an andere Publisher lizensieren oder kostenlos zur Verfügung stellen. WNYC mag zwar den ersten Schritt gemacht haben, aber “das bedeutet nicht, dass es nicht auch andere Menschen in der Branche beeinflusst, denn Radio war schon immer ein sehr integratives Umfeld”, sagte Simmons. “Dies ist der erste von vielen Schritten und wir hoffen, dass es der Beginn zur Lösung für das Problem für Audio im Bereich soziale Medien ist.”

Dieser Artikel erschien zuerst auf “Nieman Journalism Lab” unter CC BY-NC-SA 3.0 US. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Teaser & Image “Headphones” by Unsplash (CC0 Public Domain).


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Die Podcasting-Szene wird explodieren

Podcasting (adapted) (Image by Nicolas Solop [CC BY 2.0] via flickr)

Einige Medienanalytiker sehen eine Blase, die kurz davor ist, zu platzen; andere sehen schrittweises Wachstum in Bezug auf Podcasting. Ich sehe etwas Radikaleres: Einen vollständigen Regimewechsel in der Audioszene. Na endlich! ­“Medienfirmen werden das Anpassen ihrer Franchise an Podcasts fortführen, Agenturen werden Handelsmarken zur Erschaffung neuer Shows befähigen, Podcasting-Netzwerke werden neue akustische Experimente entwickeln und immer mehr Unabhängige werden in den unterschiedlichsten Bereichen erscheinen.”

Im Augenblick dominiert das Radio. Dieses nimmt 52 Prozent des gesamten audiovisuellen Konsums der Erde ein; Satelliten weitere acht Prozent. Insgesamt umfassen diese beiden 74 Prozent aller Audio-Einnahmen (Musikstreaming und Downloads machen einen Großteil des Rests aus.)

Doch sie versagen. Sie versagen bei der User-Experience und sie versagen als Content-Quelle.

Das Satellitenradio versagt hierbei ganz besonders. Es besitzt ein beschämendes Interface, der Großteil der Inhalte ist grauenvoll und es kostet auch noch Geld. Es ist das schlimmste kostenpflichtige Format. (SiriusXM verdient unerklärlicherweise $4.2 Milliarden im Jahr.) Wenn es denn überhaupt jemals eine Branche bereit für den Zusammenbruch gab…

Aber bevor wir uns von in wildeste Prophezeiungen stürzen, honorieren wir das Offensichtliche: Das Vorhersagen des Wachstums von Podcasting ist eine Geschichte so alt wie Odin, oder zumindest wie Odeo. Und nach Jahren hoffnungsvoller Vermutungen, umfasst Podcasting gerade mal zwei Prozent des gesamten Audiokonsums. Aber drei Faktoren – alle relativ neu – werden das Podcasting massenkompatibel gestalten:

  • Besseres Erlebnis. Eine der guten Dinge am Radio ist die Tatsache, dass, wenn du ins Auto steigst, “es einfach funktioniert”. Aber jetzt, da sich mobile Geräte ganz unkompliziert mit Bluetooth-fähigen Autos verbinden können, ist der Nutzeffekt des Radios vermindert. Außerdem bieten eine Reihe von Podcasting Apps ihren Nutzern diverse Wiedergabeoptionen, welche wiederum weitere Innovationen und verbesserte Verfahren für den Nutzer vorantreibt.

  • Besserer Content. Als der Podcast ‘Serial’ zum Ende des letzten Jahres 3,5 Millionen Downloads pro Folge angesammelt hatte, wurde “Was ist dein Lieblingspodcast?” ein bekannter Gesprächseinstieg, welcher Netzwerke wie Gimlet und Panoply dazu angetrieben hat weitere hochwertige Shows zu produzieren. Beinahe über Nacht wurde die zu hohe Anzahl guter Shows zum Hauptproblem der Podcasts.

  • Besseres Einkommen. Selbst mittelgroße Podcasts können über 20 bis 50 US-Dollar pro CPM (Berechnungseinheit pro Tausend Hörer) für einen 60-Sekunden-Spot verfügen. (Radio greift weniger als 2 bis 10 US-Dollar pro CPM.) Einige der vielen Gründe hierfür sind: Qualität des Contents, Begehrtheit der Audienz, Vertrautheit der Werbungen.

Podcasting ist nun bereit, das alternde Radio endlich hinunterzuschlingen. Durch überragendes Programmieren wird ein besseres Erlebnis zu geringeren Kosten geboten, es gibt keinen Grund dafür, dass Podcasting das Satellitenradio nicht überholen sollte. Dies wird überraschend schnell geschehen.

Lehnt man sich ein wenig aus dem Fenster, lassen sich einige spezielle Prognosen definieren:

  • HBO wird Bill Simmons für den Aufbau eines neuen Mediennetzwerks nutzen. Der größte Teil des Einkommens von Grantland lässt sich von Podcast Netzwerken ableiten, welche langsam von HBO wiederhergestellt werden. Eines der größten medialen Mysterien ist die Frage, welche Form seine neue HBO-Website annehmen wird. Ich erwarte etwas, das weniger wie das textlastige Grantland und mehr wie eine medienfixierte Plattform aussehen wird.

  • Serial wird neue Rekorde brechen. Mit Hilfe von Echtzeit-Eilmeldungen wird das Publikum des neuen Serial noch größer als bei der ersten Staffel sein.

  • Gimlet Media werden eine Salve neuer Shows einführen. Einige werden scheitern, aber das gehört dazu. Zum Ende des Jahres wird das Netzwerk die iTunes Charts anführen. Innerhalb von zwei Jahren wird das Unternehmen eine Wertung von $100 haben.

  • Einkommensmöglichkeiten werden steigen. Derzeit sind Mailchimp und Squarespace wie die DraftKings und FanDuel des Podcastings – sie beherrschen die Szenerie auffallend. Doch hochqualitative Marken klopfenan die Tür, um hochqualitative Podcasts zu sponsern. Denn die Nachfrage ist immer noch groß, und die riesigen Downloadraten werden nicht sinken. Es wird aber eine vielfältigere Kultur an Werbungstreibenden entstehen.

  • Howard Stern wird der “Loser”-Revolution beitreten. Viele Experten sagten – fälschlicherweise voraus, dass Howard Stern seinen SiriusXM-Vertrag nicht erneuern wird, in der Hoffnung, er könnte stattdessen zu Spotify, Netflix oder Apple Music wechseln. (Ein weiteres Zeichen für die Antipathie gegenüber Sattelitenradios: Diese Prognose war mehr eine gewünschte Massenprojektion denn tatsächliche Wahrsagerei.) Aber dies ist nicht passiert – oder doch? Falls du es noch nicht bemerkt hast, die Howard Stern-Show wurde von Youtube und Soundcloud still und heimlich verbannt- nach Jahren von quasi illegalen Accounts. (Ich sage “quasi”, da es sich verdächtig nach eigens erstellten Usernamen anhört.) “Podcasts”, sagte Howard Stern in diesem Jahr, “erwecken seine alte Rolle des anstößigen Radiomoderatoren” und “sind für Loser”. Aber das sind klassische Stern-Ausreden – seine Show wurde bereits zum Podcast.

  • Podcasting wird sterben- aber es entwickelt sich weiter. Es ist wahr, Podcasting im Jahr 2015 ist wie Bloggen im Jahr 2004. Und Bloggen ist auch nicht gestorben, sondern wurde Zum Maß aller Dinge. Das Podcasting wird eine ähnliche Entwicklung durchleben. Allerdings wird das mit so viel Anpassung geschehen, dass “Podcasting” als Begriff nicht mehr eindeutig und als Form allgegenwärtig wird. Die traditionellen Silos der Medienindustrie nehmen bereits Form an, mit neuen Unternehmen welche die Analytik, den Vertrieb, die Produktion und die Werbung gut zu handhaben scheinen. Sei bereit für die Entstehung von mehr “Studios” und “Netzwerken”.

  • Content-Quellen werden sich vermehren und sie werden überraschen. In einem Jahr voller Highlights, zu welchen das Interview von Marc Maron mit Barack Obama in seiner Garage, dem sogenannten “GE Podcast Theater” mit dem Hit “The Message” und einer Beteiligungskapitalfirma, welche einen der besten Podcasts des Jahres produzierte, zählen, können wir noch einiges von unbekannten Themen und Orten erwarten. Medienfirmen werden das Anpassen ihrer Franchises an Podcasts fortführen, Agenturen werden Handelsmarken zur Erschaffung neuer Shows befähigen, Podcasting-Netzwerke werden neue akustische Experimente entwickeln und immer mehr Unabhängige werden in den unterschiedlichsten Bereichen erscheinen.

Das wird ein gutes Jahr zum Zuhören.

Dieser Artikel erschien zuerst auf “Nieman Journalism Lab” unter CC BY-NC-SA 3.0 US. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) “Podcasting” by Nicolas Solop (CC BY 2.0)


 

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Wird Facebook die nächste große Podcast-Plattform?

Facebook Likes (Image by Peter Linforth [CC0 Public Domain], via Pixabay)

WNYC versucht es mit Audiogrammen, andere Firmen werden folgen – denn ein Podcast funktioniert auch im neuen Videoplayer von Facebook.

Würden Sie sich auf Facebook einloggen und einen Podcast anhören? Auf die eine oder andere Art kann das durchaus sinnvoll sein: Menschen verbringen jede Menge Zeit auf Facebook, warum also nicht mal ein wenig Audio anhören wenn man schon online ist? WNYC versucht sich derzeit an folgendem Konzept: Vor Kurzem veröffentlichte der Radiosender eine neue vollständige Episode von “Here’s the Thing” auf seiner Facebook-Seite. In dieser 48-minütigen Episode führt Moderator Alec Baldwin Interviews mit Jimmy Fallon.

Da Facebook keine direkten Audio-Uploads erlaubt, wurde der Podcast als Videodatei hochgeladen. Die Tonspur spielt während eines statischen Bildes. Das bezeichnet WNYC als Audiogramm. Dieses Audiogramm wurde bereits wenige Stunden nach dem Upload mehr als 12.000 Mal gespielt. Ob die Nutzer allerdings die vollen 48 Minuten angehört haben, bleibt unklar.

Wir und andere Audioproduktionsfirmen waren bislang auf unsere eigenen Audioplayer, Player von Drittparteien oder Apps beschränkt, so Delaney Simmons, Leiter der Abteilung Social Media von WNCY. Dieses Experiment ist anders… man muss Facebook nicht mehr verlassen, um Audioprodukte zu konsumieren und die Inhalte werden direkt in ein Feature im Facebook-Universum hochgeladen.

WNYC experimentiert zurzeit auch mit dem Teilen von kürzeren Audiogrammen auf Twitter, was letztes Jahr das erste Mal versucht wurde. Dabei handelt es sich um Tweets von @WNYC bei Sondermeldungen und geteilten Ausschnitten der New Yorker Radio Hour auf deren Twitter-Account.

.@LenaDunham tries to make plans with Allison Williams in “Let’s Get Drinks”—it shouldn’t be hard, should it? pic.twitter.com/CJa1Ki4Fej

— The New Yorker Radio (@NewYorkerRadio) December 8, 2015

Limetown versuchte sich an einem ähnlichen Konzept für ihre frühen Episoden und lud ebenfalls Audio-basierte Teaser in Form von Videodateien mit statischen Bildern hoch. Obwohl jede davon mehrere Tausend Klicks erzielte, verlinkt Limetown neuerdings für neue Episoden einfach zur SoundCloud und iTunes.

Im Gespräch erzählt mir Limetown-Gründer Skip Bronkie:

In Anbetracht der Größe unserer Facebook-Seite waren die Ergebnisse überzeugend (gute Verteilung an Nutzer, die keine Fans der Seite waren und Anzahl der Aufrufe), aber die Retentionen waren niedrig, was, wie ich gehört habe, auf Facebook aber recht häufig ist in Anbetracht des Auto-Play und dem Charakter von News-Feeds. Deswegen haben wir auf Facebook nie eine Episode in voller Länge veröffentlicht.

WNYC plant jedoch ihr Facebook-Audiogram-Experiment weiterzuführen und verschiedene Längen und Designs auszutesten.

“Wir übernehmen viele Signale von der Fernsehindustrie”, so Simmons. Wie können wir unsere Episoden fortschreitend bewerben? Können wir Hörproben in Audiodateien, Bonusclips und Episoden exklusiv für Facebook hochladen?”

Hintergrundaufnahmen – ein Zuhörer streamt einen Podcast, während er anderen Aktivitäten nachgeht – seien ebenfalls ein Interessenbereich. WNYC ist bereits in der Entwicklung von Möglichkeiten für Hintergrundaufnahmen auf seiner eigenen Plattform und Simmons bemerkte, dass auch der neue Videoplayer von Facebook seinen Nutzern erlaubt, ein Video im rechten unteren Eck des Bildschirms anzusehen, während man weiterhin durch Facebook stöbert.

“Wenn ein eigener [Facebook]-Audioplayer erst einmal Realität wird, dann hoffen wir, dass er sich ähnlich verhält”, sagt Simmons.

Dieser Artikel erschien zuerst auf NiemanLab unter CC BY-NC-SA 3.0 US. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image Facebook Timeline (adapted) by Simon (CC0 Public Domain)


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Podcasting im Jahr 2015 fühlt sich an wie Bloggen 2004

Podcasting (adapted) (Image by Nicolas Solop [CC BY 2.0] via flickr)

Was bei Podcasting passiert, konnte auch schon vor 10 Jahren bei Blogs beobachtet werden – Professionalisierung und neue Akteure betreten den Markt.

Der aktuelle Stand in der Podcast-Welt 2015 fühlt sich sehr nach Bloggen im Jahr 2004 an. Die Vielfalt und Qualität der Werke, die dort zu finden sind, ist wirklich bemerkenswert. Die Aufmerksamkeit von außen wächst und es entwickeln sich neue Formate. Wir erleben gerade dieselbe Art des Freischwimmens von kreativem Potential, die wir schon bei den Blogs erlebt haben – und es wird ein größeres Angebot an toller Arbeit produziert, als das es Zeit gibt sich dieses überhaupt alles anhören zu können.

Die Frage ist jetzt, ob sich Podcasts auch ähnlich entwickeln, wie es die Blogs in den vergangenen Jahren getan haben. Aus der Art, wie sich die wundervoll vielfältige Welt der Blogger in das verwandelt hat, was wir heute kennen, kann man diverse Schlüsse ziehen – sowohl positive als auch negative.

Was könnte das beinhalten?

  • Ein Teil der alten Blog-Welt professionalisierte sich und führte somit zu Ablegern wie der Huffington Post, BuzzFeed, und Vice.

  • Ein anderer Teil wurde von den Plattformen übernommen, wie beispielsweise Facebook und Twitter, die technische Erleichterungen versprachen.

  • Zeitungen und Zeitschriften, die sich von Bloggern bedroht gefühlt hatten, fanden sich irgendwo dazwischen wieder: sie waren nicht gewitzt genug, um mit den neuen digitalen Vorteilen mithalten zu können, und nicht groß und mächtig genug, um es mit den Plattformen aufnehmen zu können.

Die Akteure sind beim Audioformat etwas anders aufgestellt, aber viele Punkte wären dieselben. Werden wir eines Tages vielleicht auf 2015 als die goldene Ära des Podcasting zurückblicken, bevor der Markt sich daran bedient hat?

Schauen wir uns mal drei aktuelle Trends an:

Professionalisierung

Sollten Sie je gezwungen werden, sich alle Podcasts bei iTunes anzuhören, würden sie enorm viel Amateurkram finden. Neben all dem fällt eine gute Qualität ganz besonders auf. Die meistheruntergeladenen Sendungen sind eine Mischung aus den Shows der öffentlichen Radiowochenendshows, intelligenter Comedy und Geschichten, und natürlich qualitativ hochwertiger Diskussionen.

Eine wichtige Entwicklung ist also die Qualität. Alex Blumberg ist Rundfunkreporter und verließ im Jahr 2014 das Radio, um Gimlet Media zu gründen. Er beschreibt im Folgenden, was er als “HBO des Podcasting” aufbauen will:

Wir nehmen uns mehr Zeit, wir geben mehr Geld aus, und wir versuchen, über 95 Prozent der Podcasts da draußen zu verfeinern. Ich glaube, Podcasts haben immer noch den Ruf, dass sie etwas sind, was zwei Typen im Keller zusammenschrauben. Es hat ein bisschen was von Waynes World, in diesen Kellern. Ich sehe sie aber eher als echte Shows: schlank, gut produziert, und man hat Leute dran, die gut in dem sind, was sie tun.

Gimlet hat mittlerweile ein vielgelobtes Podcast-Repertoire, das nun regelmäßig auf Listen mit den meisten Downloads landet und Werbung auf kluge Weise einbindet. Andere Firmen, wie Panoply (von den Slate-Entwicklern) und Midroll (das nun zu Scripps gehört), machen etwas ganz Ähnliches: sie bauen ein Netzwerk auf, das professionell ist und mit dem man seine Produktion und die Abonnements effizienter aufarbeiten kann. Gimlet will vielleicht das neue HBO sein, für mich sind sie aber eher das neue Vox Media. Hier kommen intelligente Inhalte, Produktionstalent und eine bewegliche Geschäftsstrategie zusammen.

Plattformen

Geht es um Plattformen, ist die Podcast-Szene bisher bemerkenswert offen für neue Möglichkeiten gewesen. Alles, was man braucht, ist Zugang zu einem Server, und man kann seine Veröffentlichungen der ganzen Welt zur Verfügung stellen.

Ich denke, wir werden bald erleben, wie diese Offenheit demnächst unter Druck gerät. Fast alle Audio-Podcasts sind im MP3-Format – dasselbe Format, das früher iPods mit Nelly und NSYNC gefüllt hat. Wenn man sie einmal heruntergeladen hat, sind die Dateien seitens der Veröffentlicher nicht mehr einsehbar. Niemand kann sagen, ob die Datei einmal, hunderte Male, oder vielleicht noch nie abgespielt worden ist.

Es ist unmöglich, die individuellen Gewohnheiten des Hörers nachzuverfolgen: man kann weder sehen, welche anderen Podcasts sie sich anhören, nicht welche Werbung sie wegklicken oder aus welcher Folge sie frühzeitig aussteigen.

Eine mögliche Reaktion wäre: ‚Toll! Ich will nicht, dass irgendein Podcast-Typ mein Verhalten nachverfolgt!‘ Aber das Netz hat uns gezeigt, dass viele Menschen, vor allem Werber, diese Daten haben wollen. Und wir können sicher sein, dass es Bestrebungen gibt, sie nutzbar zu machen.

Dafür bräuchte man eventuell ein neues Podcast-Format, etwas jenseits der MP3. Das schwedische Startup Acast verspricht ein verbessertes Podcast-Erlebnis, indem es Bilder und Videos an bestimmten Stellen in den Audio-Podcast integriert, wenn man ganz bestimmte Shows mit ihrer App anhört. Natürlich kann dieser Aufwand auch dazu genutzt werden, um ein etwas weiter entwickelteres Werbeverfahren nach vorn zu bringen: Acast gibt an Firmen weiter, dass sie “dynamisches Abzielen” der Werbung innerhalb einer bestimmten Folge anbieten können.

Die optimistische Sicht auf Acast (und andere Firmen, die dieses Feld betreten) lautet, dass die stumpfe MP3 die Möglichkeiten des Podcast einschränkt, und dass wir uns weiterbewegen sollten, damit sich hier etwas entwickeln kann. Der Pessimist würde sagen, dass, egal welche Technik als nächstes aufkommt, keine je mehr so offen sein wird wie die RSS-Plus-gestützte MP3-Technologie am Anfang des Podcasting-Trends. Und das könnte bedeuten, dass die privaten Plattformen das Feld übernehmen.

Marco Armendt, Erfinder der beliebten Overcast-App für iTunes, verteidigt sich damit, dass die Firmen “dieses offene Medium einschränken und in einen Zustand der urheberrechtlich geschützten Technik versetzen wollen. Sie wollen Imperien mit Mittelsmännern aufbauen, um alles zu kontrollieren und von jedem ein wenig Umsatz abzapfen. So macht man das ganz große Geld. Und meistens funktioniert das auch.

Schauen wir uns nochmal an, was bei den Blogs los ist. Hatte jemand Mitte der Neunziger einen Blog, hat er den Code vielleicht noch per Hand geschrieben. In den frühen 2000ern hat man wahrscheinlich einen Hoster wie Blogspot genutzt. Hier wurde die technische Komplexität heruntergebrochen, indem man das Backend einer Firma wie Google übergab.

Spulen wir vor bis heute, sehen wir, dass das meiste, was wir vor zehn Jahren noch unter Bloggen verstanden haben, mittlerweile auf den sozialen Plattformen wie Facebook und Twitter passiert.

Podcasts sind offen, aber auch kompliziert und technisch eingeschränkt. Es wird einen Mittelsman geben, der das alles verbessert, und daraus ein Geschäft für sich machen wird.

Alteingesessene

Wo bleibt bei der ganzen Sache eigentlich das Radio? Dieser Teil ist für diejenigen von uns besonders wichtig, die sich um den Journalismus kümmern. Das öffentliche Radio und die zusammengehörigen Sender haben den digitalen Umschwung besser überlebt als die meisten Firmen, aber deren Publikum hat sich eingependelt.

Es gibt beunruhigende Anzeichen dafür, dass die Stationen die jungen Hörer verlieren. Podcasts sind Teil dieses Verlusts, weil beispielsweise viele Pendler ihre Telefone und internetfähigen Autos dazu nutzen, sich in Shows wie “WTF with Marc Maron” anzuhören, statt ihre örtliche Morgenshow (Morning zoo) zu unterstützen, oder lieber Shows wie Reply All hören, statt dem vergleichsweise trockenen All Things Considered.

Natürlich sind viele der am besten bewerteten Podcasts mit einer Lokalradio-Ausrüstung produziert worden, aber die meisten davon werden noch immer von den terrestrischen Sendern und deren Ansprüchen angetrieben. Die Sendungen sind eine Stunde lang, weil das der einzige freie Sendeplatz am Samstagnachmittag ist. Sie werden von einer teuren Infrastruktur produziert, die dem Senderprinzip angehörig ist. Sie sind nur beschränkt einsetzbar, denn eine neue Sendung in einem Sender hinzuzufügen, bedeutet normalerweise, eine existierende Show herauszunehmen. (An die Print-Leute: Kommt euch das bekannt vor?)

Es gibt natürlich auch Erfolgsgeschichten im öffentlichen Radio: Zunächst wäre da Serial, aber auch Sendungen wie Invisibilia oder Hidden Brain. Einige der größten Sendestationen in den USA setzt mittlerweile auf Podcast-Produktionen. (Im Oktober hat der WNYC angekündigt, ein 15 Millionen teures Projekt namens WYNC Studios aufzubauen, um damit Podcasts zu erstellen.

Es ist allerding nicht sehr schwer, den Einfluss des Podcast auf die Sendungen vorauszusehen, der in den Sendern stattfinden wird. In den USA gibt es mehr als 900 Radiosender, und die meisten sind nicht wie WNYC, sondern überleben, weil sie am ehesten das öffentliche Radio und dessen Inhalte repräsentieren. Meist müssen sich die öffentlichen Radiostationen kaum oder keiner Konkurrenz stellen. Sollte Morning Edition nur eines von vielen hochwertigen Auswahlmöglichkeiten aktueller Audio-Programme während der Autofahrt darstellen, was passiert dann mit dem Rest ihrer Arbeit, beispielsweise ihrem Geschäftsmodell?

Bei den Zeitungen haben sich ein paar Riesen wie die New York Times der Herausforderung stellen können, indem sie ein paar erstklassige Teams zusammenstellten und mit den Neulingen direkt konkurrieren konnten. Aber in den Vereinigten Staaten gibt es fast 1.400 Tageszeitungen, und die meisten davon haben nicht die Möglichkeiten, die Fähigkeiten oder eine ausgeklügelte Strategie, die Aufmerksamkeit ihres Publikums online zu binden. Trotz all dieser Erfolgsmeldungen können Podcasts keine Lösung zur Krise der Lokalzeitungen liefern. Ich denke, dass wir weiterhin dabei zusehen werden, wie die Schere zwischen den WNYCs und den kleineren Radiozielgruppen auseinandergeht.

Die Zukunft, die ich hier erkennen kann, ist nicht nur schlecht. Es wird mehr tolle Shows geben als man überhaupt gucken kann, und es wird viel mehr hochwertige Sachen online zu lesen geben als je zuvor. Wir haben diese Trends aber auch schon vor 10 Jahren sehen können – Professionalisierung auf der einen Seite, den Aufbau von Plattformen auf der anderen. Und es wird wieder passieren. Somit wird ein weiterer Teil des Journalismus auseinandergerissen – es bleibt ein zweischneidiges Schwert.

Dieser Artikel erschien zuerst auf “Nieman Journalism Lab” unter CC BY-NC-SA 3.0 US. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) “Podcasting” by Nicolas Solop (CC BY 2.0)


 

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Mobiler Journalismus: Tipps und Apps für Android

Enredando con Android .) (1) (adapted) (Image by Daniel Sancho [CC BY 2.0] via Flickr)

Videoproduzent Florian Reichart erklärt, was es da draußen so alles gibt, wenn es ums Filmen, Aufnehmen und Redigieren auf Android-Geräten geht. Die beste Kamera ist die, die man immer dabei hat. Viele Journalisten benutzen heute ihre Telefone, um Fotos zu machen oder Videos für ihre Artikel aufzunehmen. Mobiler Journalismus ist eine etablierte Berichterstattungsmethode. Es gibt viele Apps für jede einzelne Stufe dieses Prozesses. Aber die Mehrzahl der Apps, von denen wir hören und schreiben, sind für iPhones und iPads. Also, was passiert, wenn die Kamera, die man dabei hat, zugleich ein Android-Smartphone ist?

Wenn es um die Smartphone-Bewegung geht, ist eines ihrer Versprechen, dass das Filmemachen und die Berichterstattung demokratischer wird, und zwar mehr, als man denkt„, meint Videoproduzent Florian Reichart und bezieht sich dabei auf den niedrigeren Preis der Androidgeräte im Vergleich zu iPhones. Reichart, der bei Twitter als @smartfilming bekannt ist, sprach im März auf der Mobile Journalism Conference. Hier ging er einige Vorteile des Androids für den mobilen Journalismus durch.

Florian Reichart erzählt bei Journalism.co.uk über die Vorteile eines Androids und dem Windows Phone für den mobilen Journalismus:

Wegen der höheren Anzahl an Modellen von Android gibt es auch mehr Optionen und spezifische Funktionen, wie zum Beispiel einen optischen Zoom. Ein weiterer Vorteil der Androidgeräte ist der erweiterbare Speicherplatz durch microUSB. „Man kann sogar den Akku austauschen„, sagte er.

Wenn man draußen unterwegs ist, besonders wenn man gerade filmt, weiß jeder, dass das eine Menge Batterie verbraucht. Also ist es gut, einen zweiten oder dritten Akku dabei zu haben, den man einfach tauschen kann. Wenn man ein Video draußen im Sonnenlicht macht, muss man meistens die Helligkeit auf Maximum stellen, damit man sieht, wie man im Moment am besten aufnehmen kann. Natürlich belastet das die Batterie.

Das iPhone ist dagegen als ‚Unibody‘-Gerät designed. Hier ist es eher kompliziert, den Akku auszutauschen – aber manche Hersteller von Android-Geräten bewegen sich nun ebenfalls in diese Richtung, beispielsweise hat das Samsung Galaxy S6 auch keinen austauschbaren Akku mehr.

Die Vielfalt der Geräte bringt auch Nachteile, wie die Aufteilung, bei der manche Apps nicht auf allen Geräten laufen, oder nicht alle Android-Geräte gleich gut funktionieren. Als Faustregel gilt, wie bei allen Apps, dass man alle Funktionen, die man braucht, ausprobiert, bevor man sich auf eine bestimmte App für seine Arbeit verlässt.

Also, was ist los da draußen? Hier sind ein paar von Reicharts Empfehlungen:

Filmen und Redigieren

Das Ausgangsmaterial für mobilen Journalismus auf dem iPhone namens FilMic Pro hat neulich angekündigt, dass sie eine Beta-Version der Android-App entwickeln.

Allerdings gibt es bereits eine App, die einem bessere Kontrollmöglichkeiten gibt als die voreingestellte Kamera – Cinema FV-5. Ein paar der Grundlagen beinhalten den Fokus, den man nun auch sperren kann, die Belichtung und den Weißabgleich, sowie den Audiopegel und die Abnahme per Kopfhörer. Für die Bearbeitung empfahl Reichart KineMaster, was seiner Meinung nach „genauso gut wie iMovie“ sein soll. „Es gibt eine Video- Und drei Audiospuren. Man kann in der App ein paar grundlegende Dinge einstellen, wie die Belichtung, den Sättigungswert und den Kontrast„, sagte er. Doch die kostenlose Version hat ein Wasserzeichen, wenn man also öfter mit KineMaster arbeiten will, sollte man sich eine kostenpflichtige Version besorgen. „Android-Nutzer sind es nicht gewohnt, so viel Geld für ihre Apps zu zahlen, daher ist das Abosystem ein bißchen seltsam„, fügte Reichart hinzu. Obwohl es kein Meerkat oder Periscope für Android gibt, oder zumindest noch nicht, gibt es dennoch einige Apps, mit denen man streamen kann, wie zum Beispiel Bambuser, Livestream, Ustream oder Reelsome.

Aufnahme und Audiobearbeitung

Für Audioaufnahmen kann man RecForge Pro oder den Field Recorder ausprobieren. „Field Reciorder ist sehr interessant, weil man den Display umdrehen kann„, erklärt Reichart. Das ist wichtig, wenn man das Mikrofon mit einem Windschutz abdecken möchte. Weil das Mikrofon sich meistens am unteren Teil des Telefons befindet, „steht natürlich das Display auf dem Kopf, und alle wichtigen Kontrollfunktionen [sind] nicht erreichbar. Mit dieser App kann man das Display umdrehen, so dass man das Telefon als Aufnahmegerät benutzen kann„. RecForge Pro kann auch benutzt werden, um Audiotracks zurechtzuschneiden. Für aufwändigeres Schneiden in Multitrack gibt es aber Audio Evolution Mobile. „Die App wurde eher für Musiker gebaut, damit sie ihre Songs aufnehmen können. Es gibt aber keinen Grund, wieso man sie nicht für andere Dinge benutzen können sollte.

Fotografie

Wenn die voreingestellte Kamera-App nicht ausreicht, gibt es aus dem Entwicklerhaus von Cinema FV-5 eine ähnliche App, die sich Camera FV-5 nennt. Zum Bearbeiten empfiehlt Reichart Photoshop Touch, Snapseed, oder Pixlr – hier kann man bei Pixlr einen Überblick bekommen, was man damit alles anstellen kann.

Das sind ein paar der Apps, die ich benutzt habe, um Grundlegendes zu redigieren, natürlich nichts, was allzu verrückt wäre„, sagt er.

Dieser Artikel erschien zuerst auf journalism.co.uk.


Image (adapted) „Enredando con Android :) (1)“ by Daniel Sancho (CC BY 2.0)


 

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Soundcloud entwickelt sich zu einer Podcast-Plattform

Soundcloud öffnet sich für Podcasts

Nach erfolgreicher Beta-Phase startet Soundcloud eine Podcast-Funktion und gibt der Plattform ein ganz neues Wesen.

Soundcloud öffnet sich für Podcasts

Seit heute können Nutzer auf Soundcloud auch Podcasts hochladen und von dort aus teilen. Mit verschiedenen Funktionen möchte die soziale Audio-Plattform sich der Podcasting-Community öffnen und somit eine neue Zukunft des Podcastings einläuten. Mit der neuen Funktion von Soundcloud ist es noch einfacher, seine Podcasts auf der Plattform hochzuladen, zu beschreiben und zu teilen.

Wenn man nicht wüsste, dass Podcast bis jetzt auf Soundcloud nicht unterstützt wurden, würde man es wohl nicht glauben. Die Plattform hat sich bisher nur der Musik verschrieben, obwohl es schon seit Jahren auch Podcasts auf Soundcloud gibt. Mit den neuen Funktionen wird dies jetzt noch zunehmen, denn die für Podcast optimierte Oberfläche von Soundcloud ist nun nach einer Beta-Phase mit 15.000 Testern ausgerollt.

Podcasts können nun beispielsweise durch den RSS-Feed in verschiedene Podcast-Apps gespielt werden. Dieser kann unter dem Tab „Permission“ aktiviert und verändert werden. Im Creator Guide von Soundcloud wird genauer beschrieben, welche Möglichkeiten Nutzer damit haben. Der Embedded-Player wurde für den Launch der Podcast-Funktion neu gestaltet und lässt den Zuhörern die Sharing-Möglichkeiten verstärkt wahrnehmen. Twitter Audio Cards, Statistiken und die Integration weiterer sozialer Netzwerke machen den viralen Charakter sozialer Medien jetzt auch für Podcasts möglich.

Soundcloud öffnet sich für Podcasts

Was wie eine Erweiterung der Funktionalität von Soundcloud aussieht, ist viel mehr ein grundlegender Wechsel des Fokus. Anstatt eine Plattform für Musik zu sein (was meiner Meinung nach nie wirklich geschafft wurde), könnte Soundcloud das für Podcasts werden, was YouTube für Videos ist (oder war). Es gibt zwar viele kleinere Podcast-Plattformen, aber bis auf iTunes hat keine eine vergleichbar zentrale Bekanntheit, wie es Soundcloud schon jetzt mitbringt. Und Podcast-Formate werden immer wichtiger für Publizierende.

Doch mit der neuen Ausrichtung auf Podcasts muss Soundcloud das Problem des internationalen Rechtemanagements in den Griff bekommen. Der von Adam Ragusea auf Netzpiloten.de geschilderte Fall der Aberkennung von wesentlichen Rechten eines Journalisten aufgrund verschiedener internationaler Urheberrechtsgesetze, ist ein ernsthaftes Problem. Neben wirtschaftlichen Aspekten der die kostenintensiven Produktionen rechtfertigenden globalen Distributionsmöglichkeiten, werden wesentliche Rechte der Presse- und Meinungsfreiheit davon gestört.

Um das Problem in den Griff zu bekommen, hat Soundcloud sich Unterstützung von dem kalifornischen Unternehmen Zefr geholt, die auch die Rechteverwaltung für YouTube übernommen haben. Ähnlich wie auf der Videoplattform, könnten Beiträge, die gegen das Urheberrecht verstoßen, monetarisiert statt gelöscht und die Rechteinhabern an den Einnahmen beteiligt werden. Soundcloud bezeichnete die Kooperation als „wichtigen Schritt, um ein kreatives Ökosystem, von dem alle Produzenten von Musik und Audio profitieren“ zu etablieren.

Mit dem im Mai startenden Podcast „Curation Talk„, der auch monatlich beim Internetradio Detektor.fm ausgestrahlt werden wird, werden wir Netzpiloten die neue Podcast-Funktion von Soundcloud intensiv testen. Schon jetzt nutzen wir die Plattform für unsere Audio-Beiträge. Daneben versuchen wir aber auch eine Plattform unabhängige Methode, bei der wir den kommenden Podcast auf dem Cloud-Speicherdienst Google Drive hosten werden.


Teaser & Images by Soundcloud


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Von Explainers und Wow!-Sounds: Audio-Clips, die man teilt

Kopfhörer und Laptop (Bild: TheAngryTeddy [CC0 Public Domain], via pixabay)

Wie kann der öffentliche Hörfunk Audioinhalte produzieren, die einen großen Erfolg in den Sozialen Medien haben? Ein Experiment des NPR zeigt, was Audio viral macht. // von Eric Athas

Kopfhörer und Laptop (Bild: TheAngryTeddy [CC0 Public Domain], via pixabay)

Öffentliche Radiosender produzieren viel Audiomaterial – das aber auf Sharing-Plattformen nicht immer die Aufmerksamkeit bekommt, die ihm zusteht. Das National Public Radio (NPR: öffentliches Radio-Netzwerk in den USA) will dies beheben, was zu einer Reihe von Experimenten führte. Nun teilt Eric Athas vom NPR einige der daraus gewonnenen Erkenntnisse.

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Beats Music zieht in den Kampf um die Music-Stream-Marktanteile

Musik Streaming Plattform Beats Music (Bild: Beats Music)

Musik wird heute nicht mehr gekauft, sondern gestreamt. Die amerikanische Firma Beats Music will in dem hart umkämpften Markt nun mitmischen. // von Daniel Kuhn

Musik Streaming Plattform Beats Music (Bild: Beats Music)

Musik-Streaming-Dienste wie Spotify werden als Heilsbringer, oder Todesurteil der Musikindustrie gesehen – je nachdem, wen man fragt. Der Markt ist hart umkämpft und während die Großen mit immer härteren Mitteln um die Aufmerksamkeit der Hörer kämpfen, müssen ehemals angesagte Download-Portale wie Musicload bereits die Segel streichen. Trotz alledem traut sich mit Beats Music nun ein weiterer Wettbewerber auf den Markt. Ist der Dienst DOA, oder hat er reale Chancen?

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MDR Info: Warum gehen alle zu Instagram?

Der MDR berichtet auf Soundcloud über Instagram

MDR Info berichtet über Instagram auf Soundcloud und man lernt dabei etwas über den Nutzen beider sozialer Netzwerke. // von Tobias Schwarz

Der MDR berichtet auf Soundcloud über Instagram

Das erstaunliche Mitgliederwachstum von Instagram setzt Twitter vor allem bei den Werbeeinnahmen zu, wie Jakob Steinschaden gestern auf Netzpiloten.de erklärte. Doch warum ist die von Facebook aufgekaufte Foto-Plattform so beliebt? Reporterin Kathrin Knabe von MDR Info hat sich dieser Frage angenommen und auf Soundcloud darüber berichtet.

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Bleecker Street: Konzertmitschnitte statt Smartphone-Fotographie

Das Unternehmen Bleecker Street will mit professionellen Audio- und Video-Aufnahmen Konzertbesucher daran hindern, selber mit dem Smartphone zu filmen. // von Daniel Kuhn 

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Konzerte sind auch nicht mehr, was sie mal waren. Früher wurden je nach Musikrichtung entweder Fäuste oder Feuerzeuge in die Luft gereckt – heute sind es Smartphones. Jeder Besucher versucht den Moment festzuhalten, statt ihn schlicht zu genießen und verhindert dadurch auch, dass die Mitbesucher sich dem Moment so richtig hingeben können. Aber diese Bildschirm-Flut soll nun eingedämmt werden, wenn es nach dem Unternehmen Bleecker Street geht. Professionelle Ton- und Videoaufnahmen werden unmittelbar nach dem Konzert auf USB-Sticks zum Kauf angeboten.

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Preferred Blog: Der Ohrenschützer

Wie schön und schonend für die Augen, wenn ich zwischendurch Netzliteratur nicht zu lesen brauche, sondern ihr zuhören kann! Besonders gern höre ich dem Ohrenschützer zu. Da kann man die eigentlichen Ohrenschützer, also die Stöpsel, getrost vergessen. Einfühlsam und mit einer klaren Sprache liest der Ohrenschützer eigene und fremde Texte, die er gerne auch mal mit Musik oder Geräuschen hinterlegt und so zu Hörstücken aufwertet, einer Kurzversion des Hörspiels. Seine Texte sammelt er mehrheitlich in der Szene der deutschsprachigen Literaturforen, und er schreckt auch vor skurrilen und experimentellen Texten nicht zurück. Poetisches und Slapstick, Düsteres und Heiteres, Nachdenkliches und Vordergründiges tanzen auf seinem Podcastblog einen schrill-bunten Reigen.

Das gesprochene Wort hat gegenüber dem geschriebenen den Vorteil, dass es noch ein Stück näher an mich heran kommt, mich stärker ergreift. Was wünscht man sich mehr für Literatur und literarische Versuche? Man mache die Probe aufs Exempel:

  • Ein wunderschöner Schmetterling: Poetische Träumerei an einer Abdankungsfeier, geschrieben von Jens Reimann. Oder ist es mehr als eine Träumerei?
  • Über das Gehen – Betrachtungen eines Rollstuhlfahrers: Ein frecher Text aus meiner eigenen Feder – mit Verlaub. Der Ohrenschützer macht ihn zur schönen Satire, die nachdenklich stimmt.
  • Bilanz von Günther Bach: Knapper und knackiger geht es kaum. Ein Gedicht mit Hang zur Lautmalerei, bestens geeignet für einen Podcast. Und bestens geeignet, um die Bilanz seines eigenen Lebens daran zu messen.

Es liest: Der Ohrenschützer

Crosspost von Walter Bs Textereien

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Warten auf den Durchbruch?

Ist die Podcast-Szene am Ende des Hype? Die Goldgräberstimmung, aus der heraus alle dachten, dass man mit Podcasts Geld verdienen kann, scheint dahin. Doch wo liegt die (wirtschaftliche) Zukunft der Audio-Weblogs?
Dieser Frage geht Martin Greive in einem Artikel im SPIEGEL Special „Wir sind das Netz“ nach. Den Artikel gibt es jetzt auch online, ansonsten ist das sechs Euro teure Heft, welches sich mit dem „Mitmach-Netz“ Web 2.0 auseinandersetzt, durchaus empfehlenswert.
[tags]podcast,web 2.0,audio,spiegel[/tags]

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