All posts under apple music

Spotify: Wird der Musik-Streamingdienst von seinen Konkurrenten überholt?

Eugenio Marongiu/stock.adobe.com

Für viele Musikfans ist seit der Gründung des Musik-Streamingdienstes Spotify im Jahr 2006 ein Traum in Erfüllung gegangen: Endlich kann man gegen eine niedrige monatliche Gebühr seine Lieblingsmusik hören, wo man möchte. Spotify ist der größte und bekannteste Musik-Streamingdienst weltweit. Er zählt momentan rund 83 Millionen Abonnenten. Doch mittlerweile gibt es unzählige Konkurrenten, die erstaunlich schnell aufholen. Das hat eine enorme Auswirkung auf den momentanen Spitzenreiter des Musik-Streamings.

Damit können die Konkurrenten punkten

Es gibt mittlerweile eine ganze Menge Musik-Streamingdienste, die vergleichsweise kleiner sind als Spotify. Dazu zählen unter anderem Deezer, SoundCloud oder Napster. Doch auch große Unternehmen wie Apple, Google und Amazon bieten mittlerweile ihre eigenen Musik-Streaming-Angebote und stellen Spotify in den Schatten.

Besonders die Sprachsteuerung hat eine immer bedeutendere Rolle – und gerade bei dieser Funktion kann Spotify nicht mithalten. Die Sprachlautsprecher werden immer beliebter und auch beim Autofahren setzt sich diese Funktion immer mehr durch. Andere Dienste lassen sich gut über die Sprache steuern. Spotify hingegen hat damit große Schwierigkeiten. Bislang ist diese Funktion nur in Thailand verfügbar. Auch Im Vergleich zu den Konkurrenten findet Spotify viele Lieder über die Sprachsteuerung nicht. Zudem vertreibt Spotify derzeit keinen eigenen Sprachlautsprecher. Somit ist Spotify auf die Geräte der Konzerne angewiesen.

Diese Funktion wird von den Spotify-Nutzern vermisst

Wenn einem ein Lied besonders gut gefällt, nimmt man es doch gerne mal genauer unter die Lupe und guckt sich den Songtext an. Doch seit zwei Jahren ist diese Funktion bei Spotify nicht mehr möglich. Stattdessen gibt es eine neue „Behind the Lyrics„-Funktion. Hier erscheinen neben einzelnen Songtextausschnitten auch diverse Hintergrundinformationen zu der Erstehung des Liedes und dem Werdegang des Interpreten. Wer allerdings nur den Text sehen will, wird enttäuscht. Apple Music beispielsweise legt hingegen viel Wert auf die Songtexte und macht sie für jeden sichtbar.

Um weiterhin Spitzenreiter zu bleiben, muss Spotify am Ball bleiben. Apple Music und weitere Musik-Streamingdienste werden immer beliebter und holen kräftig auf. Dennoch geht es Spotify zurzeit sehr gut, aber die Konkurrenz schläft nicht und wird auch in Zukunft präsent bleiben. Es wird sich also zeigen, wie der Musik-Streamindienst sich entwickelt.


Image by Eugenio Marongio / Stock.adobe.com

 

Weiterlesen »

YouTube Music: La-La-La-Lauch

YouTubeMusic_Titel by lena Simonis

YouTube Music ist eine “Lauch-App“. Nachdem ich einige Meinungen gelesen und mir auch selbst einen Überblick in der App verschafft habe, komme ich auf keinen besseren Vergleich: Alle Zutaten für ein Festessen sind da, das Essen ist auch schon fast fertig und es fehlt nur diese eine raffinierte Zutat, die aus dieser Malzeit ein 5-Sterne-Gericht zaubern würde. Aber Google kommt mit Lauch für 10 Euro das Kilo um die Ecke – und das ist kein Bio-Bärlauch.

YouTube Music im Club der Streamingdienste

YouTube Music gibt es bereits seit zwei Jahren, ist seit letzter Woche aber auch hierzulande verfügbar. Die Applikation hat Google für Nutzer konzipiert, die Audio über YouTube konsumieren wollen. Aber im Vergleich zu anderen Musik-Streaming-Diensten wie Spotify, Deezer, Apple Music oder Qobuz kann sie wenig. Im Gegenteil bietet die App in der kostenlosen Version nicht einmal dieses kleinen Feature, mit dem YouTube als Streaming-App überhaupt zu gebrauchen wäre und man die User so viel glücklicher machen würde. Natürlich sprechen wir von der Hintergrundwiedergabe, die kostenlose Drittanbieter-Apps wie OG YouTube so beliebt machen.


Die lange Liste des Nichtkönnens

Noch unsinniger werden die Beschränkungen bei der Nutzung von Google-Assistant-Lautsprechern. Die App möchte erstmal ein Upgrade in die Premium-Variante, bevor sie die Inhalte an den Lautsprecher sendet. Zwar lässt sich Musik über die Google-Home-App dann doch irgendwie an die Speaker senden. Aber selbst über die Premium-App reagieren die Google-Speaker nicht auf Sprachbefehle des Nutzers. Die zahlreichen nichtvorhandenen Funktionen und Features hat Golem bereits ausführlich besprochen. In etwa so, als hätte man Safran fürs Essen gebraucht und erklärt nun ausgiebig, wieso Curry außer der Farbe nichts damit gemeinsam hat.

Musikvideos ohne Bild = Audio in schlechter Qualität

Das größtes Manko: die Qualität der Musik lässt nicht einstellen, wie das etwa Apple Music erlaubt. Je nach Verbindung lädt die App mit maximal 128 Kilobit pro Sekunde im AAC-Format. Ist die Verbindung schlechter, gibt YouTube Music Dateien mit nur 64 Kilobit pro Sekunde aus. Und obwohl man als PlayMusic-Abonnent bei Google auch kostenlos Zugriff auf YouTubeMusic-Premium erhält, synchronisiert sich YouTubeMusic nicht mit PlayMusic, so dass man zwei Musikbibliotheken gleichzeitig pflegen muss. Andererseits übernimmt YouTube Music automatisch alle Daten aus der YouTube-App, lässt Nutzer die Daten aber nicht unabhängig managen, sondern löscht Musik immer automatisch in beiden Apps. Die neue App spielt Musik außerdem nicht auf Amazon Echos oder der Playstation von Sony ab.

YouTube Music ziemlich textsicher

Zwei praktische Funktionen, mit denen sich YouTube Music von anderen Apps abheben kann, gibt es aber doch. Die Suche nach Liedzeilen und in der Bezahl-Variante auch das Offline-Mixtape. Die smarte Suche lässt sich mit Textzeilen füttern und findet so tatsächlich meistens die passenden Titel dazu. Sucht man in YouTube Music unter „Heartbeats drifting together“ erscheint der gesuchte Metronomy-Song (Reservoir) an erster Stelle sowie zwei weitere Vorschläge. Klappt auch mit „Crying zeros and I’m hearing 111s“ von Alt-J (In Cold Blood) oder „Keine Atempause Geschichte wird gemacht“ von Fehlfarben (1 Jahr). Ein paar Fehlversuche gab es aber auch hier.

Offline-Mixtape
 vom Algorithmus

In meiner Jugend gab es Mixtapes, die man sich für besondere Gelegenheiten oder Menschen zusammen stellte. Das Kassettendeck im Auto, den Walkman für die Zugreise oder als Erinnerung an gute Zeiten für die Freunde im Ausland. Bei YouTubeMusic mixen kluge Algorithmen unsere Musikauswahl zusammen und machen Vorschläge, die sich an der Tageszeit und dem Standort des Nutzers orientieren. Und das ist zwar irgendwie praktisch, aber auch ein bißchen langweilig, vorhersehbar und unpersönlich.

…nicht von Herzen

Dennoch bietet YouTube Music in der Bezahl-Variante eine besondere automatische Playlist – das sogenannte Offline-Mixtape. Wenn man es möchte, speichert die App hier automatisch bis zu 100 favorisierte Lieder, je nachdem wie viel Platz auf dem Device zur Verfügung steht und wie hoch die Kompressionsrate ist. Diese Titel lassen sich dann auch ohne Internet-Verbindung abspielen. Einen Offline-Modus haben aber auch andere kostenpflichtige Streaming-Apps von Apple Music über Spotify bis Deezer.

Fazit: Lauch bleibt Lauch



YouTube Music erscheint unfertig und übereilt auf den Markt geworfen. Wann Google PlayMusic und YouTube Music endgültig zu einer App verschmelzen, ist noch nicht bekannt. Solange dürfen PlayMusic-Abonnenten auch die Premium-Variante von YouTube Music nutzen, können aber die Bibliotheken nicht synchronisieren. Der automatische Download in der kostenpflichtigen App ist zwar praktisch und die smarte Suche nach Liedzeilen macht Spaß, um damit die Nutzer von anderen Diensten wegzulocken, genügen die Funktionen meiner Meiner nach aber nicht.

Zum Launch bietet Google eine dreimonatige, kostenlose Testphase von YouTube Music Premium an, die ihr hier für iPhone und Android herunterladen und mit einem Google-Konto nutzen könnt. Anschließend kostet das Abo regulär 9,99 Euro, über die iPhone-App jedoch 12,99 Euro im Monat. Googles unübersichtliche Preisgestaltung macht das Angebot sicher nicht attraktiver. Wenn ihr das Test-Abo kündigt, könnt ihr es dennoch bis zum Ende des Zeitraumes testen.

Neues Smartphone bei Amazon aussuchen (Provisions-Link)


Images by Lena Simonis

Weiterlesen »

Sonos Beam: Soundbar schaltet mit Alexa den Fernseher an

Sonos Beam schwarz

Geht es nach Sonos, hat ein Fernbedienungschaos auf dem Wohnzimmertisch nichts mehr zu suchen. Nicht einmal eine Universalfernbedienung sollen TV-Zuschauer mehr brauchen. Denn der Lautsprecherhersteller hat einen neuen Soundbar angekündigt, der den Sprachdienst Amazon Alexa unterstützt. Statt einen Fernbedienungsbarren in die Hand zu nehmen, können Nutzer ihre Heimkinolandschaft also mit dem Zuruf „Alexa, schalte den Fernseher ein“ aktivieren. Neben dem 450 Euro teuren Soundbar kündigte Sonos zudem Software-Updates an, die ausgewählte erhältliche Lautsprecher um AirPlay 2 und Sprachbefehle von Apples Dienst Siri ergänzen. Ebenso wie Sonos Beam werden die neuen Funktionen Mitte Juli ausgeliefert.

Sonos Beam versteht Alexa-Befehle

Sonos ist nicht der erste, aber der populärste Hersteller eines Klangriegels, der sich mit Alexa steuern lässt. Der neue Soundbar namens Sonos Beam kommt wie andere Sonos-Lautsprecher ohne Fernbedienung aus und wird rein per App oder eben jetzt auch per Sprachbefehl gesteuert. Damit Alexa den TV ansteuern kann, muss er CEC-Funktionen unterstützen. Eine weitere Voraussetzung ist, dass ein HDMI-ARC-Slot am TV frei ist und der Sonos-Klangriegel damit verbunden wird. Dass Sonos HDMI verbaut, ist ein Novum, aber unumgänglich für diese Funktion. Mit einem optischen Kabel lässt sie sich nicht realisieren.

HDMI-ARC und CEC sind bei Flachbildfernsehern seit Jahren gängig, sodass es keine Kompatibilitätsprobleme geben sollte. Wie einfach oder komplex die Sprachbedienung jedoch ausfällt, wenn weitere Zuspieler, wie etwa ein Receiver für IPTV oder eine Spielekonsole eingebunden sind, muss die Praxis zeigen. Wer Sonos Beam weiterhin per Fernbedienung steuern will, kann das dennoch tun. Steuerfunktionen auf eine Universalfernbedienung, wie zum Beispiel von Logitech, zu legen, ist kein Problem.

Sonos Beam weiß Alexa Fernseher
Keine Fernbedienung nötig: Per Sprachbefehl mit Amazons Alexa schalten Nutzer den Fernseher und den Klangriegel Sonos Beam gleichzeitig an. Image by Sonos

Neben der Gerätesteuerung können Nutzer von Sonos Beam den Sprachdienst Alexa natürlich auch in anderen Fragen konsultieren. Wenn es nur um den Wissensschatz von Alexa an sich geht, können Nutzer alternativ jedoch auch einfach zum kleineren Lautsprecher Sonos One greifen.

Ausbaufähig zum Surround-System

Abgesehen von den smarten Funktionen soll Sonos Beam auch über einen hochwertigen Klang verfügen. Für ein besseres Hörverstehen von Dialogen hellt das Lautsprechersystem die Stimmen auf. Für eine ansprechende musikalische Klangwiedergabe sind diverse Woofer und Hochtöner verbaut. Wegen der gleichzeitig kompakten Bauweise wird Sonos Beam aber nicht so laut und breit aufspielen können wie das Sounddeck Playbase und der andere Soundbar im Sortiment, der Playbar. Im Vergleich dazu hat Sonos Beam eine geringere Anzahl an einzelnen Lautsprechern und soll für maximal mittelgroße Räume geeignet sein. Allerdings ist der neue Klangriegel auch 300 Euro günstiger als die beiden anderen TV-Systeme von Sonos.

Weil Sonos Beam aber, wie alle anderen Speaker des Herstellers, Teil eines Systems ist, können Nutzer den Klangriegel mit zwei Sonos One zu einem Surround-System erweitern und auf diese Weise für eine breitere Klangbühne sorgen. Ein separater Subwoofer lässt sich ebenfalls kabellos verbinden.

AirPlay 2 und Siri erleichtern Bedienung von Sonos One, Play 5 und Playbase

Neben neuer Hardware hat Sonos auch Software-Updates angekündigt, die Sonos-Nutzern mehr Steuermöglichkeiten eröffnen. Mit AirPlay 2 müssen Nutzer von Sonos-Lautsprechern nicht mehr frickelige Bastellösungen oder Adapter nutzen. Selbst der Umweg über die Sonos-App ist nicht mehr nötig. Wie bei einem Bluetooth-Lautsprecher können Nutzer in die Apple-Music-App auf dem iPhone oder iPad gehen und einfach einen kompatiblen Sonos-Lautsprecher aktivieren. Wie andere Sonos-Speaker auch, unterstützt Sonos Beam aber nicht nur Apple Music, sondern insgesamt rund 80 Musikdienste. AirPlay 2 wird auf Sonos Beam, Sonos One, der zweiten Generation von Sonos Play 5 und der Playbase laufen. Künftige Produkte werden AirPlay 2 ebenfalls unterstützen.

Darüber hinaus kann Sonos noch mehr Gebrauch von Siri machen. So können Nutzer während des Betriebs per Siri-Befehl einen Lautsprecher zu den bereits spielenden Lautsprechern hinzufügen. Dieses Feature soll im Juli per Update verfügbar sein.

Sonos AirPlay 2 iPhone Apple Music
Wenn im Juli ein Update mit AirPlay 2 erscheint, können Nutzer Apple Music direkt über einen Sonos-Lautsprecher abspielen, ohne zuvor in die Sonos-App gehen zu müssen. Image by Sonos

Weiter warten auf Google Assistant

Was digitale Assistenten angeht, zeigt sich Sonos außerordentlich sprachbegabt. Neben Alexa will der Anbieter auch Google Assistant integrieren. Eine entsprechende Ankündigung gab es bereits vor einem Dreiviertel Jahr, die den Start auf Anfang 2018 datierte. Bei der Vorstellung von Sonos Beam und den Software-Updates gab sich Sonos diesbezüglich allerdings einsilbig und sprach lediglich weiterhin von einer baldigen Verfügbarkeit.

Der neue Sonos-Klangriegel bei Amazon (Provisions-Link)


Images by Sonos

Weiterlesen »

Sonos One im Test: Kleiner Alexa-Lautsprecher mit großartigem Sound

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Sonos ist derzeit der einzige Hersteller von Streaming-Lautsprechern mit direktem Zugriff auf Apple Music und daher insbesondere für Apple-Nutzer eine attraktive Sound-Option. Angesichts des Trends zu smarten Sprachassistenten wäre es für Apple-Fans natürlich das Höchste der Gefühle, Sonos-Lautsprecher mit Siri fernbedienen zu können. Das ist aber, wenn überhaupt, Zukunftsmusik. Stattdessen ist Alexa derzeit in aller Munde. So auch bei Sonos. Kürzlich habe ich euch berichtet, wie gut Sonos-Lautsprecher auf Sprachkommandos im Verbund mit Amazon-Echo-Lautsprechern hören. Jetzt lag mir auch die integrierte Variante zum Test vor: der neue Lautsprecher Sonos One.

Der Sonos One hat Alexa ab Werk eingebaut und kommt daher ohne weitere Hilfsmittel aus. Im Ergebnis will Sonos damit ein Sound-System präsentieren, das nicht nur mit smarten Funktionen euren Alltag erleichtert, sondern dabei auch noch sehr überzeugenden Musikklang bietet. Schließlich ist genau das die Lücke, die Apple mit dem HomePod füllen will. In meinem Praxistest zeigt sich, dass Sonos die Messlatte mit dem Sonos One für Apple aber äußerst hoch legt.

Sonos One und Alexa rocken das Smart Home

Der Sonos One leistet prinzipiell all das, was auch Amazons Echo-Lautsprecher bieten. Im Alltag erweist er sich daher auch als sehr nützlich. Ich kann nicht nur das Wetter abfragen oder Kalendereinträge mit gesprochener Sprache erstellen, sondern etwa auch meine WLAN-Glühbirnen von Philips Hue über den Sonos One steuern. Weil sich die Sprachsteuerung zum Testzeitpunkt aber in der Beta-Phase befindet, sind noch nicht sämtliche Alexa-Funktionen freigeschaltet. Beispielsweise kann ich einen Echo Dot um Erinnerungen bitten, den Sonos One nicht.

Sonos One Test
Das Mikrofon-Icon symbolisiert die wichtigste Eigenschaft des Sonos One. Er hört auf Sprachbefehle via Amazon Alexa. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Neben diesen smarten Funktionen dient die Sprachfunktion beim Sonos One zur Musiksteuerung. Allerdings sind sämtliche Befehle dieser Sprachfernbedienung nur in Zusammenarbeit mit den Streaming-Diensten Amazon Music, TuneIn und (Update 21.11.2017) Spotify Premium anwendbar. Andere Dienste wie Apple Music hören nicht auf Alexa. Ferner kann ich lokale, auf dem iPhone oder iPad gespeicherte Songs nur per Sprache steuern, wenn ich sie zuvor händisch in der Sonos-App gestartet habe. Sofern ich die semantische Systematik der Alexa-Befehle einhalte, versteht mich die im Sonos One integrierte Software gut. Die Reaktionsgeschwindigkeit ist sehr flott. Ganz selten läuft ein Befehl ins Leere. Insofern ist die Performance besser als bei der Kombination eines Sonos Play 1 und eines Echo Dot, die ich hier getestet habe.

Offenbar hat Sonos die Abstimmung des internen Mikrofons mit der Alexa-Software noch etwas besser hinbekommen. Ich finde die Leistung aber auch bei dem Setup mit Echo-Lautsprecher akzeptabel und kann die harsche Kritik vieler Bewertungen des Sonos-Skills in der Alexa-App nicht nachvollziehen. Die Einrichtung und Steuerung von Alexa funktioniert beim Sonos One genau so wie bei der Variante mit einem zusätzlichen Echo-Lautsprecher. Ebenso kann ich mit Kommandos nicht nur den Sonos One, sondern auch alle anderen Sonos-Boxen in der Wohnung fernbedienen. Der Sonos One ersetzt in diesem Sinne einen Amazon Echo.

Sonos One und die Datensparsamkeit

Wer den Sonos One mit Alexa nutzt, muss sich im Klaren sein, dass das Mikrofon grundsätzlich immer mithört. Außerdem protokolliert Amazon alle eingesprochenen Anfragen in einem Verlauf mit, sobald das Schlüsselwort „Alexa“ gefallen ist. Aus diesem Grund läuft der Sonos One zudem nur mit einem Software-Update, das mit einer neuen Datenschutzrichtlinie von Sonos einhergeht. Darin behält sich Sonos vor, zur Leistungsverbesserung bestimmte Nutzerdaten zu speichern.

Wer das nicht will, kann das Update natürlich verweigern, muss dann aber auf den Sonos One verzichten. Andere Sonos-Lautsprecher funktionieren zwar weiterhin, erhalten dann aber keine Funktions-Updates mehr. Das bringt so manchen Nutzer zurecht auf die Palme, wie ich auch in einem Dialog mit einem Twitter-Nutzer festgestellt habe. Ich gehe zwar mit meinen persönlichen Daten als Technik-Geek bisweilen sehr freizügig um. Wer hingegen sehr großen Wert auf Datensparsamkeit legt, sollte von smarten Lautsprechern Abstand nehmen. Das schließt das Sonos-System ab sofort ein.

Zucker für Design-Puristen

Abgesehen von der Alexa-Integration unterscheidet sich der Sonos One nur sehr wenig vom bestehenden Modell Sonos Play 1. Formfaktor und Maße sind identisch. Nur in der Farbgebung und der Gestaltung der Deckplatte weicht der Sonos One leicht vom Geschwistermodell ab. Die Deckplatte ist jetzt vollkommen plan und verzichtet auf den leicht gewölbten Rand sowie die physischen Tasten. Die Funktionen der neuen Sensortasten tragen zudem der Anwesenheit von Alexa Rechnung. So ist eine neue Taste hinzugekommen, mit der sich das Mikro deaktivieren lässt.

Das Lochgitter rund um den Korpus ist jetzt vollständig weiß statt grau. Durch diese leichte Modernisierung wirkt das Lautsprecherdesign noch etwas homogener und puristischer. Gleichzeitig sind die Anpassungen nicht so gravierend, dass der Sonos One aus der Reihe tanzt. Die Verwandtschaft zum Play 1 und dem gesamten Sonos-System bleibt deutlich erkennbar.

Update ist auf dem iPhone zum App-gewöhnen

Zeitgleich zur Alexa-Funktion hat Sonos auch eine neue Version der Steuer-App vorgestellt. Dabei hat der Hersteller zum einen das Layout massiv angefasst und einem noch puristischeren Look mit Schwarz und Weiß als Grundfarbe geschaffen. Zum anderen hat er die gewohnte Menüführung über den Haufen geworfen.

Statt in einer seitlichen Leiste sind die Menüpunkte jetzt am unteren Rand angeordnet. Was nach einem Detail klinkt, empfinde ich in der Praxis als gewöhnungsbedürftig. Die Umstellung gelingt mir nicht auf Anhieb intuitiv. Insbesondere der „Mein Sonos“-Tab, der die Musiksammlung bündelt, ist herausfordernd. Weil die Playlisten, Radiosender und Favoriten-Titel nun in sehr großen Icons dargestellt werden und seitlich zu durchscrollen sind, leidet die Übersicht. Im Querformat auf dem iPad sieht das zwar okay aus, aber auf dem iPhone im Hochformat schlecht. Und das nutze ich am häufigsten zur Bedienung des Sonos-Systems.

Nach etwas Eingewöhnung gelungen finde ich die neue Raumsteuerung. Damit lässt sich präzise steuern, welcher Titel wo spielen soll. Unverändert gut ist die Suchfunktion, mit der sich Titel übergreifend in allen verknüpften Audio-Diensten und dem lokalen Speicher suchen lassen. Die Auswahl an verknüpfbaren Diensten ist beachtlich. Verfügbar sind Apple Music, Spotify, SoundCloud, TuneIn, Deezer, Google Play Music, Juke, Napster, Amazon Music, Pocket Casts, Qobuz, Tidal, Aldi Life Musik und andere.

Angesichts des überdurchschnittlichen Angebots an Musikquellen und der guten Grundfunktionalität ist meine Kritik auf hohem Niveau formuliert. Insgesamt betrachte ich die App weiterhin als eine sehr ansprechende Fernbedienung für das Sonos-System, an der sich der Wettbewerb messen lassen muss. Vorerst ist die App die einzige Möglichkeit, Musik auf Sonos-Lautsprecher zuzuspielen. Für 2018 hat Sonos jedoch angekündigt, Apples überarbeitetes Audio-Protokoll Airplay 2 zu unterstützen. Inwiefern dies ohne Zusatzgeräte geht, oder ob ein umständliches Setup nötig ist, ließ Sonos bisher unbeantwortet.

Riesen-Klangspektakel auf kleinem Raum

Den Sound des Sonos One hat der Hersteller so belassen, wie ihn Nutzer vom Play 1 kennen. Das ist prima, denn an der Klangqualität der kleinsten Lautsprecherkategorie von Sonos ist rein gar nichts auszusetzen. Angesichts des begrenzten Klangkörpers spielt das Audio-System überraschend laut, wuchtig und klar auf. Einen derart raumgreifenden und gleichzeitig präzisen Bass habe ich bei noch keinem anderen Lautsprecher dieser Größe erlebt. Gleichzeitig kommen Mitten und Höhen klar verständlich rüber. Musik mit dem Sonos One zu hören, macht einfach Spaß. Weil die Hardware dem Innenleben des Play 1 entspricht, ist der Klang des Sonos One erwartungsgemäß ebenbürtig.

Bedauerlich ist, dass sich beide Modellvarianten momentan dennoch nicht zu einem Stereopaar kombinieren lassen. Für diese Funktion benötigt ihr vorerst entweder zwei Sonos One oder zwei Play 1. Möglicherweise wird Sonos diese Beschränkung mit einem künftigen Software-Update aufheben. In mein bestehendes Sonos-Setup fügt sich das Testexemplar des Sonos One ansonsten nahtlos ein. Die Übertragung ist wie gewohnt synchron und verzögerungsfrei.

Test-Fazit Sonos One

Mit dem Sonos One betreibt der Hersteller von WLAN-Lautsprechern mit Multiroom-Funktion sinnvolle Produktpflege, die den Trend zu digitalen Sprachassistenten gelungen aufgreift. Obwohl sich die Integration von Alexa offiziell noch im Beta-Status befindet, ist die Performance in meinem Praxistest schon sehr stabil. In den meisten Fällen führen die Sprachkommandos umgehend zum Ziel. Das gegenüber dem fast baugleichen Play 1 leicht aktualisierte Gehäuse ist in seinem Purismus noch einen Tick konsequenter und dürfte Fans hochwertigen Produktdesigns ansprechen.

Sonos One Test
Der Sonos One überzeugt im Test. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Die Klangqualität entspricht der des Play 1 und liegt damit auf sehr hohem Niveau. Wer auf die Alexa-Funktion und das neue Design verzichten kann, kann also auch guten Gewissens zu einem Play 1 greifen. Beide Modelle bleiben zum gleichen Preis von 229 Euro im Programm. Der Sonos One ist hier bestellbar. Sonos will in den kommenden Monaten übrigens ebenfalls den Sonos One um Google Assistant erweitern und damit beide führenden Sprachassistenten integrieren. Bei dem Rennen um Marktanteile im Bereich der Lautsprecher, die nicht nur smart sind, sondern auch noch gut klingen, hat sich Sonos eine vorteilhafte Startposition erarbeitet. Apple-Nutzer dürften jedoch weiter gespannt dem HomePod mit Siri entgegenfiebern, der ebenfalls auf Smartness und Klang setzt, aber – anders als Sonos und Alexa – auch Apple Music per Sprache ansteuern wird.

Sonos bei Amazon (Provisionslink)


Images by Berti Kolbow-Lehradt


Weiterlesen »

FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

Follow me
  • E-BAN sueddeutsche: Laptop-Verbot auf USA-Flügen zeichnet sich ab: Reisende in die USA dürfen wahrscheinlich in Zukunft ihren Laptop nicht mehr im Handgepäck mitführen. Das Verbot für Elektronikgeräte betraf zuvor nur eine zehn Flüghäfen in Nah Ost, soll jedoch auch auf Europäische Flughäfen ausgeweitet werden, so die Sicherheitsbehörden der Vereinigten Staaten. Die folgenden Sicherheitskontrollen können nicht nur zu erheblichen Verspätungen führen, sondern auch einem Buchungsrückgang für Fluggesellschaften. Derzeit ist noch unklar wann genau der E-Ban eintritt, es müssen noch viele Fragen geklärt werden.

  • FACEBOOK golem: Facebook geht gegen Ad-Schleudern vor: Beiträge von Webseiten, die mit minimalem Inhalt und viel Werbung, sollen demnächst durch einen neuen Algorithmus aus dem Newsfeed der Nutzer herausgefiltert und weniger angezeigt werden. Einige Beispielseiten wurden in eine künstliche Intelligenz eingespeist und diese soll ähnliche Webseiten identifizieren und filtern. Für Contentproduzenten, die Wert auf Inhalte legen könnte das einen Zuwachs von Lesern bedeutet, da ihre Posts deutlich häufiger angezeigt werden sollen.

  • POWERPOINT t3n: Powerpoint kann Präsentationen jetzt in Echtzeit übersetzen: Ab sofort keine Sprachbarrieren mehr bei Powerpoint Präsentationen. Microsoft stellte auf der Entwicklerkonferenz Build eine neue Funktion für das Präsentationsprogramm vor, mit der Folien in Echtzeit übersetzt werden können. Die Übersetzungen sollen als Untertitel angezeigt werden. Bis jetzt kann die Erweiterung insgesamt zehn Sprachen verstehen, unter anderem auch Deutsch. Die Funktion soll nicht nur Übersetzungsschwierigkeiten beheben, sondern auch für Hörgeschädigte eine Erleichterung sein.

  • STREAMING welt: Amazon veranstaltet künftig exklusive Konzerte: Wo sind die Grenzen für die Angebote des Internetriesen aus Seattle? Nach Tablets, E-Readern, Smart-Homes und Streaming will Amazon zukünftig auch Konzerte über seinen Prime Service übertragen. Die Konzerte sollen eine begrenzte Zuschauerzahl haben, um eine Exklusivität zu garantieren. Andere Streaming Services wie Netzflix haben ebenfalls damit begonnen Shows von Stand-Up Comedians über ihre Plattform zu übertragen, Apple veranstaltet ebenfalls seit Jahren das Apple Music Festival – Live gestreamt für Nutzer. Ob Amazon in diesem Markt sein nächstes Standbein findet, wird sich zeigen.

  • UBER spiegel online: EU-Generalanwalt ergreift Partei für Taxibetriebe: In den USA ist der Fahrdienstvermittler Uber schon etabliert, in Europa hat sich der EU-Generalanwalt nun für die Taxi-Betriebe ausgesprochen. Da die App dem Verkehrssektor zuzuordnen sei, stehe es den Staaten frei, die Tätigkeit der Firma zu reglementieren, erklärte der zuständige Generalanwalt. Das Unternehmen selbst sieht sich als reiner Online-Vermittlungsdienst, und wollte sich somit den Regelungen für Taxi-Unternehmen entziehen. Das Urteil des EuGH folgt.

Weiterlesen »

10 Jahre Apple TV: Vom iTunes-Adapter zur vollwertigen Entertainment-Konsole

apple-tv (adapted) (Image by ToomaCZ [CC0 Public Domain], via Pixabay)

Nicht nur das iPhone feiert dieses Jahr ein 10-jähriges Jubiläum. Auch der Apple TV wird ebenso alt. Der Apple TV wurde als Fernseher erwartet, war tatsächlich eine verwunderliche Set-Top-Box und hat heute starke Konkurrenz bekommen. Ich blicke auf 10 Jahre Heimvideo-Geschichte mit dem kleinen Kasten zurück.

Set-Top-Box statt Fernseher: Die Anfänge

„Es ist auf deinem Computer, es ist auf deinem iPod und jetzt ist es auf dem TV,“ hieß es im ersten Werbespot für Apple TV. Vor 10 Jahren hat Steve Jobs auf der Macwold im Früjahr 2007 die erste Generation von Apples Interpretation einer Set-Top-Box vorgestellt.

Vorher brodelte die Gerüchteküche nicht nur unter den Apple-Fans. Man munkelte, Apple wolle mit „iTV“ das Wohnzimmer erobern, wie vorher den Markt für MP3-Player mit dem iPod. Zunächst war nicht klar, ob Apple nicht gleich einen kompletten Fernseher konstruieren würde. Die Idee wurde jedoch zugunsten eines reinen Abspielgeräts verworfen.

Es war noch mutig und ungewöhnlich, dass Apple in die TV-Box keinen der damals noch sehr weit verbreiteten DVD-Player einbaute. Aber Jobs und die Apple-Ingenieure bewiesen wieder einmal visionäre Weitsicht. Sie trugen dem Umstand Rechnung, dass jeder Haushalt sowieso schon Geräte zum Abspielen von CDs und auch DVDs hatte. Was jedoch fehlte, war die direkte Verbindung zu iTunes und damit der kompletten Mediensammlung vom Mac.

Bei der Vorab-Präsentation sollte „iTV“ noch ein reiner WLAN-Empfänger werden, tatsächlich war die erste Generation Apple TV eine Art Multimedia-Festplatte oder großer iPod für den Fernseher. Nur ohne Display natürlich, dafür aber mit zunächst 40 und später 160 GB Platz für Musik, Fotos und Filmen. Auch vom Produktnamen „iTV“ ließ Apple kurz vor Toresschluss ab, um möglichen Ärger mit einem ähnlich benannten britischen Fernsehsender aus dem Weg zu gehen.

Apple TV
Sehr klobig – der erste Apple TV. Image by Apple

Ein TV-Zuspieler mit Internet-Anschluss

Im Vergleich zur heutigen Version wirkt der erste Apple TV klobig, war nicht nur optisch dem Vorbild Mac mini ähnlich, sondern fast genau so groß und das Gerät wurde im Betrieb so heiß, dass man Eier drauf braten konnte. Dennoch funktioniert er bis heute prächtig. Die Medien ließen sich per WLAN oder Ethernet über iTunes auf den Apple TV synchronisieren, um dann von dort auf den TV zu gelangen. Beim Betriebssystem baute Apple auf die solide Basis der Computer-Software Mac OS X.

Seltsam war, dass der Apple TV nie irgendwelche Tasten zum Ein- oder Ausschalten hatte. Bis heute kann das Gerät nur per Fernbedienung in einen Ruhemodus versetzt werden.

Auch war der Apple TV nie ein Festplattenrecorder, was damals noch bei anderen Herstellern hoch im Kurs stand. Stattdessen konzentrierte sich Apple voll auf Inhalte aus dem Internet und dem iTunes Store. In weiteren Betriebssystem-Updates lernte der Apple TV Video-Clips von YouTube und Kinotrailer von der Quicktime-Website abzuspielen. Später kam der Einkauf bei iTunes dazu, zunächst mit Musik, Musikvideos und dann Filmen.

Apple TV 3. Image by Wadzifox

Mehr Auswahl und Rechenpower für Generation Zwei und Drei

Mit der zweiten Generation des Apple TV im Jahr 2010 konnten HD-Filme angeschaut sowie Fotos und Musik direkt vom Rechner gestreamt werden. Per AirPlay konnten Filme und Musik auch direkt von iPhone oder iPad über Apple TV unkompliziert auf den Fernseher kommen. Die dritte Generation war eigentlich in erster Linie ein Upgrade: Mehr Hauptspeicher und ein Apple A5 Prozessor ermöglichten Filme in Full-HD.

Apple TV 4 wird mit Apps zur Entertainment-Konsole

Ein echter Quantensprung war die vierte Generation, die im Herbst 2015 vorgestellt wurde und auch die aktuelle Version ist. Die Form des Apple TV erinnert zwar noch an den Vorgänger, ist nur etwas kompakter aber höher geworden. Tim Cook stellte die Neuauflage nicht mehr als Hobby, sondern vollmundig als nichts Anderes als die „Zukunft des Fernsehens“ vor.

Apple TV 4
Apple TV 4. Image by Apple

Um dies zu erreichen machen Siri und die verbesserte Remote-Fernbedienung per Spracheingabe beziehungsweise Touch-Pad das Navigieren und Suchen von Inhalten bequemer als zuvor. Zudem spendierte Apple dem Gerät erstmals ein eigenes Betriebssystem namens tvOS sowie einen App Store.

Die Inhalte von TV-Sendern, Sport- und Streaming-Anbietern aus der ganzen Welt sollen nur noch per App auf den neuen Apple TV kommen. In Sachen Musik bringt der hauseigene Streaming-Dienst Apple Music große Streaming-Auswahl mit.

Aber es dreht sich nicht alles um Unterhaltung: Bei den Apps locken auf dem Apple TV auch alle möglichen Apps vom Aquarium-Bildschirmschoner bis zum Fitness-Trainer, die im App Store gekauft oder kostenlos geladen werden können. Weiterhin bleibt der Apple TV eine prima Lösung, um Inhalte vom iPhone oder iPad an ein TV-Gerät zu streamen.

apps_AppleTV
Der Apple TV 4 hat einen eigenen App Store. Image by Stefan von Gagern

Der will doch nur spielen

Des Weiteren will der Apple TV 4 auch eine Spielkonsole sein. Eigentlich ein logischer Schritt. Der TV ist die fast natürliche Umgebung für Spiele: Großer Bildschirm, fetter Heimkino-Sound. Eigentlich müssten die beliebten iOS-Spiele im Wohnzimmer noch mehr Spaß machen. Doch die Steuerung und das Spiele-Angebot bieten durchwachsene Ergebnisse.

Die Fernbedienung des Apple TV reagiert nicht nur auf Knopfeingaben, sondern auch auf Drehungen. Damit bietet sie bei Bowling- und Tennis-Spielen einen Fuchtel-Faktor, wie man ihn von der Konsole Nintendo Wii kennt. Im App Store finden sich dafür eigens entwickelte Titel, die oft Klone von Spielen für die Nintendo-Konsole sind.

Leider funktioniert das neue Steuerungskonzept nicht bei allen Genres. Hakelig wird es bei Rennspielen, wo die Fernbedienung in Querausrichtung Fahrzeuge steuert. Entweder wird mit dem Touch-Pad per virtuellem Steuerkreuz oder durch Kippen der Fernbedienung gelenkt. Das klappt mal besser und mal schlechter – jedenfalls ist ein optionaler mit Bluetooth betriebener Game-Controller eine gute Investition. Sonst ist Frust durch zu häufiges Landen in der Bande vorprogrammiert.

Zwar sehen die meisten Spiele für den Apple TV grundsätzlich gut aus und machen auf dem großen Bildschirm Spaß. Doch können sie nicht in Sachen Grafikdetails, Umfang und flüssiger Performance mit der Konsolenklasse Playstation 4 und Xbox One mithalten. Besonders deutlich wird das dort, wo sich direkte Vergleichsmöglichkeiten ergeben. Das ist bei Titeln wie Skylanders und Guitar Hero der Fall. An ihnen erkenne ich, dass die Apple-TV-Versionen optisch hinterherhinken.

Apple TV 4
Spiele, die sich wie der Nintendo Wii per Gesten steuern lassen, sind eine Besonderheit des Apple TV mit seiner Siri Remote Fernbedienung. Image by Stefan von Gagern

Jüngst hat Apple den Entwicklern zugestanden, auch Spiele, die größere Downloads ermöglichen, in den App Store für tvOS zu bringen. Bislang war die Größe auf ein paar Gigabytes gedeckelt, was die Veröffentlichung von komplexen Titeln einschränkte. Dies nährt die Hoffnung, dass bald nun auch AAA-Titel das Spieleerlebnis am Apple TV aufwerten könnten.

Starke Konkurrenz trübt die Aussichten

Der Apple TV hat sich als Pionier gegen Geräte wie Festplattenrekorder und DVD-Player durchgesetzt. Und das trotz der Fragezeichen, die eine Box ohne Knöpfe und Medieneinschub anfangs aufwarf.

Dennoch sieht die nahe Zukunft nicht sehr rosig aus. Bei der Präsentation der letzten Quartalszahlen bestätigte Apples Finanzchef sinkende Verkäufe von Jahr zu Jahr seit dem Start der vierten Generation. Kein Wunder, denn mit Produkten wie Amazons Fire TV oder Googles Chromecast gibt es günstige und starke Konkurrenz.

Tim Cook gibt sich aber längst nicht geschlagen und will mit Video-Eigenproduktionen den Apple TV attraktiver machen. Worum es sich dabei genau handelt, ist noch unklar. Aber eins ist sicher: Für Cupertino ist der Apple TV längst kein Hobby mehr, Apple hat ihn fest auf seiner Rechnung. Die Zeit des Apple TV ist noch nicht vorbei. Ich freue mich auf weitere Jahre mit der kleinen Box.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Applepiloten.


Image (adapted) „Apple TV“ by ToomaCZ (CC0 Public Domain)


 

Weiterlesen »

Wie Telekom mit der StreamOn-Funktion die Netzneutralität gefährdet

Telekom-StreamOn-Teaser-AP

Mobilfunkverträge mit inklusivem Datenvolumen sind hierzulande ja ein leidiges Thema. Während Anbieter in Nachbarstaaten wie Finnland mit Dutzenden Gigabytes um sich werfen, erhält der Otto Normalverbraucher in Deutschland nur ein mickriges Inklusiv-Volumen. Bei Verwendung von Streamingplattformen wie Spotify oder YouTube ist das schnell aufgebraucht. Abhilfe soll beim größten deutschen Mobilfunkanbieter Telekom die neue Option „StreamOn“ schaffen. Doch was gut gemeint ist, könnte den Streaming-Wettbewerb womöglich spürbar verzerren.

StreamOn: Streamingdienste vom Inklusivvolumen ausgenommen

Streaming ist der Trend der letzten Jahre. Songs und Videos müssen nicht mehr auf dem kostenbaren Speicher des mobilen Endgeräts gespeichert, sondern können unterwegs „on-the-fly“ von den Webservern abgerufen werden. Gerade das kostet allerdings eine Menge Bandbreite, die bei den meisten Verträgen rar ist. Der Netzanbieter Telekom hat diese Entwicklung erkannt und bietet ab 19. April eine neue Option mit dem Namen StreamOn an.

Dabei ist der Name Programm: Der Nutzer kann Musik hören und Videos schauen, ohne dass das im Tarif enthaltene Highspeed-Datenvolumen belastet wird. Die Telekom selbst gibt sich selbstbewusst und Unternehmenssprecher Niek Jan van Damme tönt: „Mit StreamOn werden wir den deutschen Mobilfunkmarkt revolutionieren. Das neue Angebot ist ein weiterer Schritt auf dem Weg, unseren Mobilfunkkunden auch unterwegs eine uneingeschränkte Nutzung von Audio- und Videoinhalten im besten Mobilfunknetz zu bieten.

20151221-spotify-partymodus
Spotify ist zum Marktstart von StreamOn noch nicht enthalten. (Image by Jonas Haller)

Doch uneingeschränkt gilt nicht ganz: Für die Aufnahme in die Liste der ausgewählten Dienste müssen die Anbieter Telekom-Partner sein oder werden. Zum Start werden im Audiosegment lediglich Apple Music, Amazon Music Unlimited, JUKE, Napster sowie radioplayer.de unterstützt. Verhandlungen mit Spotify laufen nach Unternehmensangaben, eine Einigung wurde aber noch nicht erzielt. Soundcloud oder Google Play Music wurden gar nicht angefragt. Auch im Videobereich sind zwar die Big Player wie YouTube, Netflix, Amazon Prime Video, Sky Go oder das ZDF an Bord, allerdings fehlen Dienste wie Google Play Filme, Vimeo oder die ARD. Letzteres Angebot steht lediglich über den Telekom-eigenen Service EntertainTV live zur Verfügung.

Selektierung von Seiten der Telekom

Das Dilemma der kostenlos hinzubuchbaren Option ist die Willkürlichkeit des größten deutschen Netzbetreibers. Schlussendlich entscheidet er, welche Streaming-Dienste es wert sind, für StreamOn freigeschalten zu werden. Zwar verspricht Michael Hagspihl, Geschäftsführer Privatkunden Telekom Deutschland GmbH, dass keine Einschränkungen vorliegen und jeder Anbieter von legalen Audio- und Video-Inhalten Partner werden kann, allerdings müssen die Streaming-Unternehmen erst auf die Telekom zugehen. Und das ist die falsche Vorgehensweise. Der Mobilfunkanbieter bevorteilt einmal mehr die großen Content-Lieferanten und beschneidet etwaige Mitbewerber in ihrer Konkurrenzfähigkeit.

Fazit: Entweder alle oder keine

Auf dem ersten Blick ist StreamOn eine echte Revolution für den Mobilfunkmarkt. Gerade große Datenmengen bleiben von der Anrechnung an das Datenvolumen verschont. Der zweite Blick offenbart allerdings vielmehr einen Rückschritt – vor allem in Sachen Netzneutralität. Kooperierende Streaming-Anbieter werden durch die Funktion in ihrer Wettbewerbsfähigkeit bevorteilt. Der Mobilfunkbetreiber sollte nicht die Schlüsselrolle spielen, warum ein Kunde genau diesen Streaming-Dienst nutzt. An die Telekom gilt deswegen der Appell: entweder alle oder keine. Entweder, man spendiert den Kunden echte Flatrates oder bleibt weiterhin im alten System der engen Datenvolumina.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Androidpiloten.


Image by Telekom


Weiterlesen »

FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

Follow me

  • AMAZON handelsblatt: Wie man ins Internet hineinruft…: Amazon bringt seine Box Echo und die kleine Variante Echo Dot mit dem digitalen Assistenten Alexa nach Deutschland. Bei Echo handelt es sich um einen zylinderförmigen Lautsprecher, der per WLAN mit dem Internet verbunden ist. Außerdem verfügt er über ein Bluetooth-Modul zur Kopplung und Steuerung mit dem Smartphone. Der digitale Assistent kann einfach per Hotword „Alexa“ aktiviert und dann per Sprachsteuerung beeinflusst werden. Der Funktionsumfang entspricht dem anderer Sprachassistenten wie z.B. Siri.

  • APPLE heise: AirPods: Audiosteuerung nur über Siri: Alle Bedienfunktionen von Apples drahtlosen Kopfhörern AirPods müssen über die Sprachassistentin Siri ausgeführt werden. Mit einem Doppeltap auf die Außenseite der Kopfhörer kann man die Musik stoppen und Spracheingaben machen. Siri erledigt dann Lautstärkeveränderungen, den Songwechsel und die Auswahl eines anderen Musiktitels oder Albums. Dies könnte deutlich länger dauern als bei den aktuellen Kopfhörern, die mit einem Klicker ausgestattet sind. Wem das zu lange dauert, der muss entweder sein iPhone aus der Tasche nehmen, um dort die Audiowiedergabe zu kontrollieren oder eine Apple Watch benutzen.

  • SAMSUNG golem: Samsung drosselt Akku des Galaxy Note 7 auf 60 Prozent: Samsung will nun die Akkukapazität des Galaxy Note 7 auf maximal 60 Prozent limitieren. Mit diesem Software-Update sollen die letzten Nutzer gedrängt werden ihr Gerät einzuschicken. Der Grund für diese Maßnahme ist die Brandgefahr beim Aufladen des Akkus. Durch die Verringerung möchte Samsung das Risiko eines Akkubrandes reduzieren.

  • SPOTIFY heise: Spotify meldet 40 Millionen Abo-Kunden: Spotify durchbrach nun die Marke von 40 Millionen zahlenden Nutzern. Das bedeutet, dass der Streaming-Marktführer seit Mitte März rund zehn Millionen Abo-Kunden hinzugewonnen hat. Bei der Gratis-Version gibt es insgesamt mehr als 100 Millionen aktive Nutzer. Apple Music und Spotify sind mit Abstand die größten Anbieter bezüglich des Musik-Streamings. Doch nun möchte auch das US-Internetradio Pandora in dieses Geschäft einsteigen.

  • EBAY t3n: Altes Smartphone schnell verkaufen: Ebay startet Verkaufsportal Quick Sale: Ebay startet mit „Quick Sale“ in den USA ein Verkaufsportal für den Verkauf gebrauchter Smartphones. Bereits 2011 bot die Firma mit Instant Sale (in Deutschland: Ebay Sofort-Verkauf) einen Dienst über den Nutzer verschiedene Elektronikgeräte verkaufen konnten. Zwei Jahre später wurde dieser Service allerdings wieder eingestellt. In Deutschland wurde bereits im Mai der Ebay-Service Komfort gestartet. Dort wird privaten Verkäufern die komplette Verkaufsabwicklung abgenommen. Auf dieser Plattform nimmt man zwar nicht so viel ein wie bei einer Auktion, aber dafür entfällt das müßige Einstellen und die Kommunikation mit Interessenten.

Weiterlesen »

FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

Follow me
  • APPLE golem: Apple will Diebe mit iPhone-Technik überführen: Apple möchte bald den Fingerabdrucksensor in seinen Geräten nutzen, um Diebe zu überführen, die diese Geräte gestohlen haben. Zu diesem Prinzip hat Apple nun einen Patentantrag gestellt. Apple und andere Smartphone-Hersteller arbeiten schon lange daran Diebstähle zu verhindern. Auch die iOS-Funktion „Mein iPhone suchen“ trägt dazu bei, sein Gerät aus der Ferne zu lokalisieren und die Inhalte zu löschen. Bei dem neuen Patent würde der Touch-ID-Sensor den Fingerabdruck des Diebes nicht nur einlesen, sondern auch weitergeben. Aber auch die Kamera und das Mikrofon sollen zur Ermittlung des Diebes genutzt werden.
  • ANDROID heise: Android N ist da: Google verteilt Android 7.0 Nougat: Google hat die nächste Android-Version veröffentlicht und für die hauseigenen Geräte bereitgestellt. Die anderen Hersteller werden ein paar Monate für die Veröffentlichung ihrer Updates benötigen. Android 7.0 beinhaltet unter anderem einen Mehrfenster-Modus und verbesserte Benachrichtigungen mit der Möglichkeit zum direkten Antworten. Außerdem gibt es 72 neue Emojis und einen verbesserten Standby-Modus zum Stromsparen.
  • FACEBOOK faz: Facebook tauscht Redakteure gegen Roboter: Facebook tauscht die Redakteure der Trending Topics gegen Roboter ein. Das Soziale Netzwerk wird sich zukünftig stärker auf einen Algorithmus und weniger auf Personen verlassen. Es wird keine kurze Beschreibung des Trending Topics mehr in der rechten Facebook-Spalte geben. Dort wird nur noch stehen, um welches Thema es sich handelt und wie viele Nutzer darüber diskutieren. Vor einigen Monaten bekam der Konzern Vorwürfe, dass die Auswahl der Trend-Themen manipulativ sei, dadurch wirkt die Änderung wie eine nachträgliche Antwort.
  • SPOTIFY macnotes: Apple Music: Neuer Streit mit Spotify: Der Streit zwischen Apple Music und Spotify spitzt sich zu. Spotify benachteiligt nun bewusst Künstler, die exklusive Deals mit Apple haben. Die Acts der Musiker sind nicht in Playlists zu finden und werden bei der Suche weiter nach unten gereiht. Dieses Vorgehen soll schon seit längerer Zeit stattfinden, aber die Verdrängung mancher Künstler hat sich in den letzten Wochen verstärkt.
  • TWITTER t3n: Twitter: MTV Video-Music-Awards mit eigenem Sticker-Set: Twitter hat Sticker für die MTV Video-Music-Awards veröffentlicht. Diese fanden gestern in New York statt und es gab ein eigenes Sticker-Set dazu. Die Promoted Stickers sind das neue Marketing-Instrument von Twitter. Vor kurzem wurde bekannt, dass das Unternehmen dafür mindestens 500.000 US-Dollar verlangt.
Weiterlesen »

Engagement durch Technologie – Content allein reicht nicht

CrowdEmotion-Image-Paul-Clarke-Digital-Catapulte-CC-BY-3.0

Wie sieht eine gute Empfehlung für Entertainment und News-Inhalte aus, welche Datenquellen liegen ihr zu Grunde, wie muss die Gewichtung sein, um Relevanz beim Konsumenten zu erzeugen? Bei den Musikstreaming-Diensten hat Spotify mit der Funktion ‚Discover Weekly‘ anscheinend vieles richtig gemacht und Apple Music alt aussehen lassen. Dass hierfür zuvor größere Investitionen in Technologie getätigt werden mussten, wie den Zukauf von The Echonest, ist ein wichtiges Detail dieser Erfolgsgeschichte. Denn zukünftig wird Technologie das Zünglein an der Waage sein, wenn es um die Alleinstellungsmerkmale digitaler Angebote geht.

Publisher liefern in Zukunft nur noch den Content

In Deutschland wurden 2013 noch Videotheken gebaut als bei South Park bereits die Verwüstung von Blockbuster thematisiert wurde. Heute sind wir einen Schritt weiter: Videos werden gestreamt, die Mehrheit der Innovation früh annehmenden Verbraucher ist dabei, sich ihr eigenes Video-Programm zusammen zu basteln.

In anderen Bereichen sind wir noch weiter: Im Musik-Bereich hat Spotify das Rennen unter den Diensten gegen Deezer und Rdio gewonnen, wird nun von etablierten Giganten wie Apple, Google und Amazon attackiert. Bei der Kategorie News sind wir uns noch nicht ganz sicher: Die alten, lokalen Destinations ziehen dank ihrer Markenmacht noch stark, aber die Aggregatoren kratzen an der Tür und ihr Siegeszug ist unaufhaltsam.

Ihre stärkste Waffe: Relevanz. Ihr Geschäftsmodell: Disruptiv. Die eigentliche Marktveränderung steht somit auch den Verlagen noch bevor. Denn intelligente Dienste klauen dem Publisher die Startseite. Wie viel Prozent vom Umsatz für digitale Publisher macht heute die Startseite aus? 70 Prozent? Oder sogar 80 Prozent?

Selbst mit diesen Umsätzen schreiben die Online-Medien der Publisher – wie Bild.de, Stern.de oder Zeit Online – knapp eine schwarze Null. Was passiert, wenn die Startseiten – zum Beispiel für News oder Entertainment – zusätzlich zum bereits gewonnenen Ad Targeting zukünftig in der Hand von Tech-Firmen liegen? Die Publisher verkommen zu Content-Lieferanten, ganz so wie die Sender im TV Bereich.

Können Publisher und Sender diesen Trend aufhalten? Nein. Können sie davon profitieren? Ja, wenn sie Technologie als integralen Bestandteil ihrer digitalen Produkte verstehen und resultierend die Relevanz ihrer Inhalte für den Einzelnen erhöhen. Wie geht das? Indem sie Intelligente Produkte bauen.

Individualisierung und Optimierung des Nutzungserlebnisses

Entscheidende Faktoren für die Intelligenz zwecks Individualisierung von Produkten lassen sich in ein Dreieck aus Kontext, Social und Personalisierung clustern.

Kontext beinhaltet Faktoren wie Uhrzeit, Wochentag, Wetter, Ort und Gerät. Die Daten lassen sich je nach Plattform berücksichtigen. Social beinhaltet Freunde sowie Interessensgruppen, die erstmals bekannt wurden durch die Last.fm-“Nachbarn”, also persönlich unbekannte Nutzer mit einem ähnlichen Geschmacksprofil.

Personalisierung kann auf Basis von expliziten (aktive Eingabe durch den Nutzer) oder impliziten (Tracking des Verhaltens via Cookie) Faktoren erfolgen, sowie vor allem durch den Import von vorhandenen Interessensdaten. Aggregiert haben Nutzer diese im Social Web, in Diensten wie Facebook oder Twitter. Die Daten dieser beiden Plattformen werden vermehrt zu Produktbestandteilen von anderen Diensten.

Die Herausforderung besteht darin, diese Daten inhaltlich mit dem Content eines Dienstes zu verknüpfen, um den Nutzer bestmöglich zu erfassen. Dies bietet die Chance, dem Nutzer schon bei Erstnutzung individuelle Erlebnisse zu liefern, um einer möglichen Kundenabwanderung vorzubeugen. Die Chance auf eine weitere Lernkurve erhält heute kein Serviceanbieter mehr.

Die Ausprägung und das Nutzerlebnis sind abhängig vom Anwendungsfall. Während ich in Bezug auf Nachrichten eher zeitlich getrieben bin und einen schnellen Überblick erwarte, habe ich beim Konsum von Videos mehr Zeit und freue mich über einen größeren Einfluss des im Englischen als “Serendipity” beschriebenen “relevanten Zufalls”.

Gefragt: Ein personalisierter News Feed

Apple lässt seine Nutzer einen intelligenten Fragebogen bei der Registrierung für Apple News beantworten. Nutzer beantworten also zunächst allgemeinere Fragen. Je mehr (explizitere) Signale ich hinterlasse, desto detaillierter werden die Fragen in den einzelnen Verästelungen, zwischendurch aufgelockert durch mit Marketingbudgets aufgeladene Marken wie das Wall Street Journal oder Vice.

Der Vorteil des Fragebogen-Ansatzes ist, dass er relativ gute Ergebnisse liefert. Der Nachteil ist zugleich, dass er ein hohes kognitives Engagement beim Konsumenten voraussetzt. Für einen News-Dienst kann das durchaus aufgehen. Für Entertainment jedoch wäre das mit Sicherheit nichts, da sich der Nutzer in einem sogenannten ‚Leanback-Szenario‘ befindet, er also nicht aktiv sein möchte, sondern erwartet, dass die besten (ergo: relevantesten) Inhalte im aktuellen Kontext direkt präsentiert werden und mit einem Klick abspielbar sind.

Die iOS-App Something präsentiert in einer schicken Leseoberfläche sämtliche Artikel seiner Twitter-Follower zur Verfügung stellt. Die initial wahrgenommene Qualität zeigt die Stärke der personalisierten Kuratierung. Über Jahre hinweg habe ich die Liste der Twitter-Nutzer, denen ich folge, bewusst zusammengestellt.

Zusätzliche Besonderheiten sind die Offline-Lesbarkeit, sowie ein Tinder-ähnlicher Feedback-Modus bezüglich Interessantheitsgrad des einzelnen Artikels, welches als implizites Feedback in die Discovery eingeht – wobei ich das Gefühl habe, dass sich das Feedback lediglich auf das Ranking der Quelle auswirkt und nicht auf den Inhalt, was langfristig aus meiner Sicht nicht reicht, um relevante Inhalte nach oben zu bringen.

Der Newsfeed Nuzzel personalisiert am umfangreichsten: Man kann Freunden folgen, oder sogar Freunden von Freunden. Man hat einen Überblick über Facebook, Twitter und alle anderen gewünschten Kanäle. Der Nutzer kann hier viel Feintuning betreiben, was allerdings noch sehr manuell erfolgt und somit ein hohes Anfangs-Tuning-Investment erfordert.

Wie sieht Discovery für Entertainment-Inhalte aus?

Vor Kurzem sorgte der Release von Spotifys ‚Discover Weekly‘ in der Empfehlungs-Industrie für positive Stimmung. Ähnlich wie Netflix erhob Spotify, angegriffen durch Apple Music, Google und Amazon, die Personalisierung at scale zum Alleinstellungsmerkmal, zum Feature, das den Unterschied macht.

Gerade gegenüber Apple eine geschickte Strategie, haben die End2End-Giganten aus Cupertino in diesem Segment bislang noch nie ernsthaft Punkten können – weder im Bereich Maps, Filme, Apps oder Musik. Entsprechend positiv wurde Discover Weekly gefeiert.

Vom Himmel gefallen ist dieses Feature nicht. Spotify hatte im März 2014 Echonest (das Tweek für Musik) akquiriert. Die Dauer von 18 Monaten zwischen Akquise und erstem Feature-Release des Echonest-Teams in der Spotify-Plattform zeigt, dass eine vernünftige Personalisierung Ressourcen verschlingt.

Gleichzeitig ist es wohl kein Wunder, dass mit Netflix, die jährlich 150 Millionen US-Dollar in ihre Empfehlungen investieren und Spotify exakt die Dienste, die frühzeitig und entschieden auf diese Funktion gesetzt haben, am erfolgreichsten agieren.

Dass diese Strategie hier nicht aufhört, sondern weiter ausgebaut wird, ist bereits bekannt. Auf den Münchener Medientagen sagte Spotifys Deutschland-Geschäftsführer Stefan Zilch, dass die im Musikstreaming eingesetzte Personalisierung auch auf die neuen Spotify Video-Features ausgeweitet werden.

Engagement wird der entscheidende Erfolgsfaktor

Leider ist diese Einsicht bei europäischen Diensten selten. Streaming-Dienste werden hierzulande primär Content-seitig konzipiert, wobei allen Beteiligten klar ist, dass der Content weder im Musik noch im SVoD-Markt (Subscription-Video-on-Demand) wirklich als Differentiator eingesetzt werden kann und selbst die Content-Akquise zumeist nicht datengetrieben durchgeführt wird, sondern die Entscheidung einzelner ist. Dass die richtige durchgeführte Datenanalyse neben dem Nutzungserlebnis, den Content-Einkauf und die die Nutzergewinnung richtig steuern kann, sei hier nur erwähnt.

Engagement wird der wichtigste Erfolgsfaktor für zukünftige Produkte. Zu hoch sind die Marketingkosten ohne entsprechende Verweildauer, Wiederkehrraten und virale Verbreitungswege. Entsprechend werden auch Publisher und Video-Dienste den Weg zur Integration der Technologie jenseits von Traffic-Händler-oder Customer-Acquisition-Kanälen integrieren müssen. Oder eben nicht. Somit würde man in der Relevanz abnehmen und im Wettbewerb verlieren.


Teaser & Image „CrowdEmotion” by Paul Clarke/Digital Catapulte (CC BY 3.0)


Weiterlesen »

Hat Musik-Streaming den Höhepunkt bereits erreicht?

Spotify App (adapted) (Image by freestocks.org [CC0 1.0] via Flickr)

Musik-Streaming ist die Rettung und Zukunft der Musikindustrie, dachte man bisher. Doch das Wachstum lässt plötzlich nach – gibt es keine neuen Streaming-Nutzer mehr? Nach der Krise ist vor der Krise. Jetzt wo die Musikindustrie sich aus dem Würgegriff der illegalen Tauschbörsen der frühen 2000er Jahre befreit hat, versucht man eine Wiederholung einer derartigen Krise zu verhindern. Musik-Streaming soll dabei die Schlüsselrolle spielen, weisen die entsprechenden Anbieter doch seit Jahren massiv steigende Nutzerzahlen auf. Doch die schöne Zukunftsvision kommt derzeit etwas ins Straucheln, denn plötzlich stagniert das Wachstum. Ein Plateau wäre für die Major-Labels das Worst-Case-Szenario, denn ohne neue zahlende Nutzer ist der gesamte Streaming-Zweig, auf den alle setzen, wertlos.

Vorwärts immer?

Es sah lange Zeit so gut aus für die Musikindustrie. Nach dem die Filesharing-Krise überwunden war, sollte das Streamen von Musik das nächste große Ding sein. Und die Rechnung schien zunächst aufzugehen. Jahr für Jahr stiegen die Nutzerzahlen bei den verschiedenen Anbietern gewaltig an. Doch die aktuellen Halbjahreszahlen (PDF) des Verbandes der amerikanischen Musikindustrie, Recording Industry Association of America (RIAA), versetzt der Euphorie nun einen ersten heftigen Dämpfer. Innerhalb eines Jahres sind die Nutzerzahlen lediglich um 2,5 Prozent von 7,9 auf 8,1 Millionen zahlende Nutzer gestiegen. Im Vorjahreszeitraum betrug das Wachstum noch satte 43 Prozent. Auch ein genaueres Betrachten der Zahlen kann das Bild derzeit nicht schöner färben. Denn die große Mehrheit der Nutzer, nämlich diejenigen, die werbefinanzierte “Freemium”-Angebote von Spotify, Soundcloud oder YouTube verwenden, generieren mit 299 Millionen US-Dollar lediglich 27 Prozent des gesamten Umsatzes aus Streaming-Angeboten.

Das werbefinanzierte Freemium-Modell trägt also nur sehr wenig zum Gesamtumsatz bei, da verwundert es nicht, dass die Plattenfirmen diese Angebote unterbinden, oder zumindest einschränken wollen. Doch ob durch dieses Vorgehen das Problem gelöst werden kann, ist zweifelhaft, denn eine Umfrage vom Martforschungsunternehmen Nielsen für Digital Music News hat ergeben, dass die 3 häufigsten Gründe, warum Nutzer kein Geld für Streaming-Angebote ausgeben wollen wie folgt aussehen:

  • Sie sind zu teuer (46 Prozent)

  • Ich kann Musik auch kostenlos streamen (42 Prozent)

  • Ich werde den Streaming-Service nicht genug nutzen (38 Prozent)

Natürlich wird das Augenmerk der Major Labels auf dem zweiten Punkt liegen, doch sind die anderen beiden Punkte mindestens genau so wichtig. Der derzeitige Standardpreis von 9,90 Euro pro Monat liegt bereits deutlich über dem, was der Durchschnitt sonst für Musik in Form von physischen Datenträgern oder MP3s) ausgegeben hat. Nun also davon auszugehen, dass man die meisten Nutzer dazu bewegen kann, einen derart hohen Betrag pro Monat für Musik auszugeben, scheint deutlich naiver zu sein als anfangs gedacht.

Apple Music als Rettung?

Natürlich ist es verlockend, eine gewaltige Musikauswahl für nur 10 Euro im Monat zur Verfügung zu haben und sie von jedem Gerät im Haus und unterwegs hören zu können, doch letztendlich ist dies nur für Musikenthusiasten wirklich aufregend. Wer sich nicht besonders für Musik interessiert, ist besser bedient die Songs und Alben von Interesse einfach käuflich zu erwerben, oder schlicht im Radio zu hören. Und wer wirklich enthusiastischer Musikhörer ist, will sichergehen, dass von dem angelegten Geld auch möglichst viel bei den Künstlern ankommt, was bei Streaming ja leider nicht gegeben ist. Dazu passt auch ein anderer Trend, nämlich der zurück zu physischen Tonträgern, genauer gesagt zur guten alten Schallplatte. Das Vinyl-Revival hält derzeit nämlich weiter an und sorgt dafür, dass die Schallplatten-Verkäufe mehr Umsatz generieren, als die kostenlosen Streaming-Angebote von Spotify und YouTube zusammen. Die Masse interessiert sich einfach nicht genug für Musik, um eine regelmäßige Ausgabe von 10 Euro im Monat zu rechtfertigen. Dies belegt die Nielsen-Umfrage deutlich, denn von den befragten 3500 Amerikanern sagen 78 Prozent, dass sie nicht beabsichtigen, in den nächsten 6 Monaten Geld für ein Streaming-Abo auszugeben – 13 Prozent befinden sich in der Grauzone der Unentschlossenheit und nur 9 Prozent halten es für sehr oder einigermaßen wahrscheinlich.

Wie sehr sich dieser Trend derzeit bereits in den Zahlen der Streaming-Anbieter wiederspiegelt, wird anhand des Beispiels Deezer klar. Nur die Hälfte der rund 6 Millionen zahlenden Nutzer verwendet den Dienst überhaupt, die anderen Accounts liegen komplett brach, ohne dass ein Track gespielt wird. Schaut man sich die verbleibenden 3 Millionen aktiven Nutzer an, fällt schnell auf, dass nur die Hälfte von ihnen überhaupt zahlt, die andere Hälfte sind Nutzer, die das Deezer-Abo als Bundle zu ihrem Mobilfunkvertrag hinzubekommen haben. Ein erneuter Blick auf die Zahlen macht deutlich, dass auch die 3 Millionen inaktiven Nutzer eben solche Bundle-Nutzer sind. Von den über 6 Millionen Deezer-Nutzern zahlt also nur ein Viertel überhaupt den vollen Preis. Bei Spotify dürften ähnliche Verhältnisse herrschen, denn einige Mobilfunkanbieter bundeln ein Spotify-Abo an ihre Verträge.

Die Hoffnung liegt also mal wieder auf Apple, die mit Apple Music vor drei Monaten ihren eigenen Streaming-Dienst gelauncht haben. Genau diese drei Monate dauert die kostenlose Testphase an. Von den ungefähr 15 Millionen Nutzern haben laut der New York Post, zugegebenermaßen nicht gerade die seriöseste Quelle, rund die Hälfte die automatische Verlängerung des Abos nach Ablauf der Testphase deaktiviert. Nehmen wir mal an, die Zahlen stimmen halbwegs und die verbleibenden 7,5 Millionen Nutzer haben ihr Abo nicht einfach nur vergessen, sondern wollen Apple Music tatsächlich kostenpflichtig weiternutzen. In dem Fall hätte Apple auf einen Schlag mehr als ein Drittel der zahlenden Nutzermenge von Spotify (20 Millionen). Realistisch betrachtet ist aber eher damit zu rechnen, dass ein Großteil der Nutzer das Apple-Music-Abo aber spätestens dann kündigen wird, wenn sie das erste Mal per Rechnung daran erinnert werden. Mit aussagekräftigen Zahlen ist also erst in mehreren Wochen zu rechnen. Wenn Apple es allerdings nicht gelingen sollte, die Nutzer zum Zahlen zu bewegen, sollten die Streaming-Anbieter und vor allem die Major Labels vielleicht mal darüber nachdenken, warum doch nicht so viele Leute dazu bereit sind, für gestreamte Musik zu zahlen.


Image (adapted) „Spotify App“ by freestocks.org (CC0 Public Domain)


 

Weiterlesen »

5 Lesetipps für den 3. Juli

In unseren Lesetipps geht es heute um Paypal, Breitbandnetze in Deutschland, Apple Music, Laser-Hologramme und schnelles Internet für alle. Ergänzungen erwünscht.

  • PAYPAL Golem.de: Digital: Paypal-Käuferschutz auch für Downloads: Paypal weitet seinen Käuferschutz in Deutschland auf digitale Produkte aus. Demnach müssen Händler belegen können, ob und wann der Käufer einen Artikel heruntergeladen hat. Der Paypal-Käuferschutz gilt seit 1. Juli 2015. Paypal empfiehlt Verkäufern, einen Verkauf zu dokumentieren, um einen Nachweis bieten zu können. Nachdem einem Käufer ein Link für einen Download geschickt wurde, benötigt der Händler einen Nachweis darüber, dass und wann der Artikel heruntergeladen wurde. Bei ausreichenden Nachweisen, besteht die Möglichkeit, dass der Antrag auf Seiten von Paypal abgelehnt wird.

  • BREITBANDNETZE SPIEGEL ONLINE: Festnetz-Test: 1&1 überholt Telekom: Bei der Fachzeitschrift Connect wurde nun zum sechsten Mal die Qualität der Breitbandnetze in Deutschland getestet. Die Telekom, die im Vorjahr noch die schnellste Verbindung bereitstellte und somit den ersten Platz belegte, war dieses Jahr nur Zweitplatzierter. Der erstplatzierte Anbieter in diesem Jahr heißt 1&1 und bekam von den Testern als einziger Anbieter die Note sehr gut. Den Testern zu urteilen, gelinge 1&1 offenbar der richtige Mix aus zugekauften Anschlussleistungen, dem Betrieb eigener Rechenzentren und dem Einsatz hochwertiger Endgeräte.

  • APPLE MUSIC Golem.de: Musik-Streaming-Dienste: Apple Music klingt wie alle anderen: Mit Apple Music möchte der iPhone Hersteller etwas Schwung in den Markt des Musikstreamings bringen. Allerdings hat Apple als Späteinsteiger viele Konkurrenten mit ähnlichen Angeboten. Während aktuelle Streamingdienste kostenlose werbefinanzierte Modelle haben, bietet Apple seinen Nutzern nur ein monatliches Abo an. Aber was genau unterscheidet jetzt Apples Streaming-Service von den anderen Anbietern? Es folgt ein Vergleich mit anderen Musik-Streaming-Plattformen.

  • FAIRY LIGHTS t3n: Der Touchscreen kann einpacken: „Fairy Lights“ erzeugt Laser-Hologramme zum Anfassen: Bislang waren Hologramme zum Anfassen und Interagieren nur Phantasien aus Science-Fiction-Filmen. Die Umsetzung dieser Technologie war bislang nur teilweise mit Augmented-Reality-Headsets wie HoloLens möglich. Eine Gruppe japanischer Forscher hat jetzt allerdings eine Technik entwickelt, mit der frei schwebende 3D-Hologramme erzeugt werden können. Diese Technologie könnte das Prinzip der Hologramme auf ein neues Level anheben. Allerdings ist um die Hologramme zu erzeugen ein Versuchsaufbau nötig, der die Möglichkeiten des heimischen Wohnzimmers überschreitet.

  • CDU heise online: Breitband-Internet: Bis 2018 überall mindestens 50MBit/s: Laut Aussagen der CDU, sollen alle Bürger in Deutschland einen Anspruch darauf haben, schnell im Internet unterwegs zu sein. In Deutschland soll es somit bis 2018 eine flächendeckende Breitbandversorgung mit Geschwindigkeiten von mindestens 50 Megabit pro Sekunde geben. Die CDU werde demnach einen Rechtsanspruch auf einen schnellen Internetzugang einführen, um gleichwertige Lebensverhältnisse zu gewährleisten.

CHIEF-EDITOR’S NOTE: Wenn Ihnen unsere Arbeit etwas wert ist, zeigen Sie es uns bitte auf Flattr oder indem Sie unsere Reichweite auf Twitter, Facebook, Google+, Soundcloud, Slideshare, YouTube und/oder Instagram erhöhen. Vielen Dank. – Tobias Schwarz

Nutze Netzpiloten 1-Klick: Mit nur einem Klick werden dir bequem alle 40 Sekunden die hier besprochenen Seiten „vorgeblättert“ START.

Weiterlesen »

5 Lesetipps für den 29. Juni

In unseren Lesetipps geht es heute um den Start von Apple Music, Verbesserungsmöglichkeiten der Google Glass, Paypal und Ebay, Apple News und iOS 9. Ergänzungen erwünscht.

  • APPLE MUSIC Horizont: Apple Music startet morgen: Wird Apples Musikdienst zum Wegbereiter der Streaming-Revolution?: Der Countdown läuft: Morgen startet Apple Music und eröffnet damit eine neue Ära des Musik-Geschäftes. Das Streaming von Musik steht damit vor dem Sprung in den Massenmarkt. Apples klarer Vorteil ist der Stamm von 800 Millionen Kunden, welche es gewohnt sind, für Dienste und Musikdownloads zu zahlen. Drahtlos wird der neue Service mit der bisherigen Musik-App verknüft. Auch eine Android-App wird im Laufe des Jahres erscheinen. Jetzt liegt es an den Kunden, sich zwischen CD, Download oder Gratis-Musik auf YouTube zu entscheiden. Die Musikkonzerne wollen ganz klar, dass kostenlose Streamingdienste verschwinden. Diese setzen dafür auf Apples Zugkraft.

  • GOOGLE GLASS heise online:Bessere Optik für Google Glass und Co.: Forscher am Frauenhofer-Institut in Jena arbeiten an einer kleinen und dezenten Datenbrille. Damit soll die Technik endlich Endkunden-tauglich sein und gleichzeitig neue Möglichkeiten schaffen. Bisher war die Google Glass aufgrund ihres Auffälligen Aussehens kein Erfolg. Die Forscher bringen eine unsichtbare Gitterstruktur auf das Glas an; Per App soll die Brille dann auf weitsichtige Nutzer eingestellt werden können. Diese Verfahren sind Massentauglich und kosteneffizient. Auch Kurzsichtigkeit und Astigmatus soll die Brille teilweise kompensieren können.

  • PAYPAL Horizont: Endgültige Trennung: Ebay spaltet Paypal am 17. Juli ab: Ebay und Paypal trennen sich. Am 17. Juli wird der Bezahldienst Paypal sich von der Online-Handelsplattform Ebay abspalten. Dabei sollen dann alle Ebay-Anteilseigner eine Paypal-Aktie bekommen, nachdem Paypal am 20.7. an die Börse gegangen ist. Getrennt sollen beide Teile erfolgreicher sein. Sowohl Ebay als auch Paypal stehen großer Konkurrenz gegenüber: Amazon und Alibaba sind die stärkste Konkurrenz für Ebay. Neue Bezahldienste von Apple und Google starten. Durch die Abspaltung hat Paypal jetzt die Möglichkeit auch mit Konkurrenten von Ebay zusammen zu arbeiten.

  • APPLE NEWS FAZ: Artikel im Einzelverkauf: Wie Apple und Facebook den Journalismus filetieren: Mit Apple News wird der Journalismus wieder ein bisschen mehr filletiert. Damit vernichtete Apple sein bisheriges Zuhause für News App, denn jetzt sollen Nachrichten aufs schönste mit Bilder, Videos und Audios präsentiert werden, in einem für Apple typischen schlichten Design. Wie damals Apple mit iTunes für die Musikindustrie ein Erlösmodell geschaffen hat (und damit das insolvente Schicksal von Napster besiegelte), könnte das jetzt der „Steve-Jobs-Moment“ für den Journalismus sein. Größter Kritikpunkt: Wie auch schon Facebook entscheidet Apple dann genau, was die Leser zu Gesicht bekommen – und was nicht.

  • iOS 9 Golem.de: Leistungsreduktion: So spart Apple bei iOS 9 Strom: iOS 9 wird einen Energiesparmodus haben. Damit ermöglicht Apple unter einigen Bedingungen eine längere Akkulaufzeit. Allerdings wird das das iPhone wohl einiges an Leistung kosten, von bis zu 40 Prozent ist die Rede. Aus Testergebnisse wird geschlossen, dass Apple nicht nur einzelne Komponenten abschaltet, sondern die komplette Leistung herrunterfährt. Im Hintergrund werden keine Aktualisierungen mehr durchgeführt und Mails werden nicht mehr in regelmäßig Abständen geladen. Das iPhone schaltet nicht automatisch in den Modus, das muss der User selbst tun.

CHIEF-EDITOR’S NOTE: Wenn Ihnen unsere Arbeit etwas wert ist, zeigen Sie es uns bitte auf Flattr oder indem Sie unsere Reichweite auf Twitter, Facebook, Google+, Soundcloud, Slideshare, YouTube und/oder Instagram erhöhen. Vielen Dank. – Tobias Schwarz

Nutze Netzpiloten 1-Klick: Mit nur einem Klick werden dir bequem alle 40 Sekunden die hier besprochenen Seiten „vorgeblättert“ START.

Weiterlesen »

Apple Music: Showdown gegen Spotify ab 30. Juni

Apple Music auf dem iPod (Image 393943 [CC0 Public Domain], via Pixabay)

Kann Apple den derzeit führenden Streaming-Dienst Spotify vom Thron stoßen? Einiges spricht dafür, einiges dagegen. Der 30. Juni ist für Musik-Streaming-Aficionados ein wichtiger Tag, denn da wird auch in Deutschland und Österreich Apple Music starten, ein laut Apple „revolutionärer“ Streaming-Dienst, der vorerst für iOS-, Mac- und Windows-Geräte, im Herbst auch für Android zu haben sein wird. Doch so „revolutionär“ ist Apple Music bei genauerer Betrachtung gar nicht.

Warum ist das wichtig? Mit Apple Music wird demnächst der aussichtsreichste Gegner von Spotify starten – und viele Konsumenten fragen sich, ob sie wechseln sollen.


  • Apple will, dass Nutzer für sein Musik-Streaming zahlen, weswegen es, anders als bei Spotify, keine wirkliche Gratisversion gibt.

  • Durch den schwierigen Export von Playlists sind langjährige Spotify-Nutzer ziemlich fest an die schwedische Firma gebunden.

  • Apple kann auf sein riesiges Ökosystem mit mehr als einer Milliarde iOS-Geräte und mehr als 800 Mio. iTunes-Accounts bauen.


Apple weiß natürlich, dass es dem Platzhirsch Spotify, der mittlerweile bei 75 Millionen Nutzern (20 Millionen davon zahlende Abonnenten), die Stirn bieten muss, weswegen es zum Start eine drei Monate lange, kostenlose Testphase gibt (Spotify bietet bis 5. Juli 60 Tage Gratis-Testphase an). Hier die beiden Dienste im direkten Vergleich:

Die Chancen stehen gut, dass Apple viele Konsumenten auf seine Seite holen kann, denn immerhin hat man mehr als eine Milliarde iOS-Geräte verkauft und etwa 800 Millionen Kunden, die bereits einen iTunes-Account haben. Zudem muss Apple zu Beginn nicht zwingend Geld mit Musik-Streaming verdienen, weil der Dienst wie viele andere (z.B. Apple Pay) als Stütze seines Geschäftsmodells gedacht ist – nämlich Kunden an sein Ökosystem zu binden und diese regelmäßig neue Smartphones, Tablets und Macs kaufen zu lassen.

Schweden gegen Silicon Valley

Spotify hingegen ist noch immer nicht in den schwarzen Zahlen und hat erst kürzlich wieder Anteile in einer Investmentrunde (u.a. an Telia Sonera aus Schweden) verkauft, um sich frisches Kapital für die Expansion ins Haus zu holen. Zudem nutzen laut Techcrunch 50 Prozent der Spotify-Nutzer auch regelmäßig iTunes, was diese schnell auf die Idee bringen könnte, zu Apple Music zu wechseln. Ein Hürde für langjährige Spotify-Nutzer ist aber sicher, die oft in mühsamer Kleinarbeit erstellten Playlists von A nach B zu migrieren – wie man das schafft, bleibt noch abzuwarten. Kündigen lässt sich Spotify jedenfalls monatlich ohne großen Aufwand.

Wer erwartet, bei Apple einen umfangreicheren Musikkatalog zu bekommen, könnte enttäuscht werden. Den Vertrag mit den Indie-Labels hat der iPhone-Konzern noch nicht im Sack (ca. 13 Millionen Songs fehlen noch), und auch die Beatles wird Apple nicht zum Streamen anbieten, sehr wohl aber weiterhin zum iTunes-Download.

Und was bleibt den Künstlern übrig?

Spannend wird sein, ob Apple den Künstlern selbst endlich mehr Einnahmen via Streaming verschaffen kann. Immer wieder beklagen Musiker, dass sie selbst bei Millionen Streams nur sehr wenig Geld ausgezahlt bekommen (pro Stream sind es maximal 0,0084 Euro). Der „Federation of the Phonographic Industry“ (IFPI) zufolge bringt ein zahlender Streaming-Kunde 26-mal mehr Umsatz als ein Gratisnutzer (diese bringen Werbeeinnahmen). Wenn Apple es schafft, die vielen Gratisnutzer, die sich etwa bei Spotify tummeln, zu zahlenden Kunden zu machen, dann könnten den Musikern am Ende mehr Einnahmen winken. Indie-Labels bekommen von Apple 58 Prozent der Umsätze, für die drei Majors (Universal, Sony, Warner) dürfte etwas mehr vom Apple-Music-Kuchen übrig bleiben – wie viel dann an die Künstler selbst geht, ist wiederum Vertragssache zwischen ihnen und den Plattenfirmen.


Teaser & Image by 393943 (CC0 Public Domain)


Weiterlesen »

5 Lesetipps für den 11. Juni

In unseren Lesetipps geht es heute um Trolle gegen Reddit, Apple Music, Pornhub will ins Weltall, Transparenz in den Medien und Datenhehlerei. Ergänzungen erwünscht.

  • REDDIT The Verge: If this is the beginning of the end of Reddit, then Reddit deserves to die: Reddit setzt zum ersten Mal seine neuen Richtlinien gegen Belästigungen durch und schließt ein paar Subreddits. Der Mob läuft Sturm und spricht von Zensur. Durch Abwanderung wollen sie Reddit jetzt zerstören, wenn es nicht wieder der vermeintlich unkontrollierte Ort wird, der es für viele einmal war. Doch Reddit war nie ein Ort der freien Meinungsäußerung, wie T.C. Scottek in seinem Artikel auf The Verge erklärt. Elitäre Trolle löschten nach eigenen Vorstellungen wie sie wollten. Sollte Reddit nachgeben bzw. den Abgang dieser Trolle nicht verkraften, dann hat es auch nicht verdient, länger zu existieren.

  • APPLE MUSIC t3n: Warum Apple Music erfolgreich werden wird, obwohl es ein minderwertiges Produkt ist: Die hochgelobte Revolution bleibt mit Apple Music aus, findet Moritz Stücker in seinem Kommentar auf t3n zurecht. Das Produkt ist dem wohl bekanntesten Streaming-Dienst Spotify unterlegen und trotzdem erfolgreich sein, denn Apple ist mit seinem iPhones, iPads und diversen Notebooks viel zu groß, um nicht schnell eine relevante Nutzerzahl aufzubauen. Doch das, diese Anmerkung sei mir hier gestattet, kann am Ende dem Thema Streaming allgemein auch nur nutzen, weshalb auch andere Unternehmen grundsätzlich von Apple Vorstoß profitieren werden.

  • PORNHUB Digital Trends: Pornhub wants to film a sex tape in space: Zurzeit gibt es sehr viele Projekte, die ins Weltall wollen. Dazu gesellt sich jetzt auch die Erotikvideo-Webseite Pornhub, die an sich öfters durch ungewöhnliche und teilweise individuelle Ideen auffällt. Pornhub möchte einen Crowdfunding-Kampagne auf Indiegogo starten, um 3,4 Millionen US-Dollar einzunehmen. Ziel ist es, ins Weltall zu fliegen und dort einen Porno zu drehen. Kann man machen.

  • TRANSPARENZ Carta: Vom Nutzen der Transparenz: Transparenz ist kein Selbstzweck, bringt es der österreichische Journalist Konrad Mitschka bei Carta auf den Punkt. Medien, gerade öffentlich-rechtliche, sind im Diskurs um das rechte Maß an Transparenz in zweierlei Hinsicht berührt. Einerseits sollen sie Sachverhalte transparent machen, andererseits selbst transparent sein. Aber es gilt, Asymmetrien zwischen Marktteilnehmern zu verhindern.

  • DATENHEHLEREI Technology Review: Startup will im Dark Web nach gestohlenen Daten suchen: Es ist an sich das „Follow The Money“-Prinzip: ein US-amerikanisches Startup durchsucht das sogenannte Dark Web, also alles was Google im Netz nicht kennt, nach Angeboten für den Kauf von fremden Daten. Ein gutes Zeichen für Datendiebstahl, was dadurch wiederum aufgedeckt werden soll, denn oft wissen Unternehmen gar nicht, dass sie gehackt sind. Das macht diese Daten u.a. so wertvoll. Mit der Erkenntnis eines Angebots können Unternehmen aber schneller Gegenmaßnahmen treffen.

CHIEF-EDITOR’S NOTE: Wenn Ihnen unsere Arbeit etwas wert ist, zeigen Sie es uns bitte auf Flattr oder indem Sie unsere Reichweite auf Twitter, Facebook, Google+, Soundcloud, Slideshare, YouTube und/oder Instagram erhöhen. Vielen Dank. – Tobias Schwarz

Nutze Netzpiloten 1-Klick: Mit nur einem Klick werden dir bequem alle 40 Sekunden die hier besprochenen Seiten „vorgeblättert“ START.

Weiterlesen »

5 Lesetipps Für den 10. Juni

In unseren Lesetipps geht es heute um Überwachung in Deutschland und Frankreich, 5G, kreative Webdesigns und Apple Music. Ergänzungen erwünscht.

  • ÜBERWACHUNG DEUTSCHLAND Golem.de: Abwehr von Cyberangriffen: Experte hält neue BND-Befugnisse für verfassungswidrig: Sind die neuen BND-Befugnisse zur Abwehr von Cybergefahren und -kriminalität verfassungswidrig? Darüber sind sich Verfassungsrechtler uneins: Während von der einen Seite Bedenken geäußert wird, wird der „Einbezug des Cyber-Raums in die strategische Fernmeldekontrolle“ für angemessen erklärt. Mit einem neuen Gesetz sollen Defizite bei den Geheimdiensten beseitigt werden, gleichzeitig soll dem Auslandsgemeindienst das Recht eingeräumt werden, personenbezogene Daten an Verfassungsschutz und Militärischen Abschirmdienst weiterzugeben. Bis zur 20 Prozent des internationalen Fernmeldeverkehr zwischen Deutschland und dem Ausland darf stichwortartig durchsucht werden.

  • 5G Süddeutsche.de: 5G-Mobilfunk: Wie das Netz klüger werden soll: Der Wettlauf um die Entwicklung der 5G-Technologie hat begonnen. Mit ihr soll das Internet denken lernen und blitschnell werden. Ab 2020 soll das neue System aufgebaut werden und damit – laut mancher Hersteller – eine Vertausendfachung der Geschwindigkeit des mobilen Netzes möglich sein. Kleine Chips sind der zentrale Baustein der 5G-Technik. Derzeit können pro Funkzelle 200 Teilnehmer senden und empfangen, mit den Chips können es 10.000 sein – dazu noch können die Chips überall angebracht werden, wie beispielsweise an Straßenlaternen. Noch gibt es allerdings keinen gemeinsamen Standard, nicht mal LTE ist überall bisher verbreitet.

  • WEBDESIGN t3n: Webdesign, das (sich) bewegt: Diese Webseiten zeigen, wie man bezaubert: Es gibt sie noch, die guten, alten Websiten, welche mit Liebe von Hand erstellt wurden und deren animiertes Webdesign manchmal schon an Kunst grenzt. Zwischen all den Websiten mit ähnlichen Templates sind sie wahre Fundstücke. Die 10 hier gesammelten Webdesigns sind eine bunte Abwechslung und machen großen Spaß zu erkunden. Darunter finden sich beispielsweise der animierte Globus von Airbnb oder auf forbetter.coffee kann man den Weg der Kaffebohne nachscrollen.

  • ÜBERWACHUNG FRANKREICH heise online: Französischer Senat legitimiert geheimdienstliche Massenüberwachung: In Frankreich hat nach der französischen Nationalversammlung auch der Senat für einen Gesetzesentwurf gestimmt, welcher französischen Spionen mehr Möglichkeiten zur Überwachung bietet. Damit sollen die Geheimdienste nicht nur zu Terrorbekämpfung und „Verteidigung der Nation“ auf diverse Daten zugreifen können, sondern auch um gegen „umfassende auslänsische politische Interessen“ vorgehen zu können. Der Gesetzesentwurf ist umstritten, er greift nach Kritikern zu weit in das Grundrecht ein und sei verfassungswidrig.

  • APPLE MUSIC Horizont: Apple Music Kampagne: 4 Gründe, warum sich Spotify & Co warm anziehen müssen: Spotify und Co müssen sich warm anziehen: Ende Juni startet Apple Music. Nichts wird von Apple vorm Einstieg auf dem Markt dem Zufallen überlassen. Autor Marco Saal hat 4 Gründe gesammelt, warum es für die Wettbewerber jetzt eng wird. Erstens bringt Apple Music alles mit, was ein überzeugener Streaming-Service braucht. Zum zweiten richtet sich der Dienst an eine deutlich größere Zielgruppe, von der „klassische“ Streaming-Dienste weit entfernt sind. Drittens ist das Marketing – wie man es gewohnt ist – gigantisch und als letzter Punkt: Die Apple-Kundschaft ist ans Bezahlen gewöhnt.

CHIEF-EDITOR’S NOTE: Wenn Ihnen unsere Arbeit etwas wert ist, zeigen Sie es uns bitte auf Flattr oder indem Sie unsere Reichweite auf Twitter, Facebook, Google+, Soundcloud, Slideshare, YouTube und/oder Instagram erhöhen. Vielen Dank. – Tobias Schwarz

Nutze Netzpiloten 1-Klick: Mit nur einem Klick werden dir bequem alle 40 Sekunden die hier besprochenen Seiten „vorgeblättert“ START.

Weiterlesen »