Tado V3+ im Langzeittest: Tada, es werde warm

Wenn die Tage kürzer werden und die Temperaturen sinken, dann verbringen wir gern unsere Freizeit in den wohltemperierten, eigenen vier Wänden. Umso schöner ist es, wenn die Heizung pünktlich zum Feierabend die Wohnung auf Wohlfühltemperatur erwärmt hat. Mit smarten Thermostaten ist das besonders komfortabel möglich. Ich habe im letzten Jahr die verbesserten Tado V3+ Elemente im Alltag getestet und verrate euch, ob sich die Investition lohnt.

Einfache Installation erleichtert den Start

Wie auch bei der vorangegangenen Version V3 liegt dem Starter-Kit neben dem Thermostat selbst eine Bridge sowie passende Adapter bei. Letztere wurden im Vergleich zum Vorgänger in Sachen Stabilität verbessert und sind nun aus glasfaserverstärktem Kunststoff gefertigt. Die Installation ist angenehm unkompliziert: Zuerst Bridge per LAN-Kabel mit dem Router verbinden, anschließend Thermostate mittels Android- oder iOS-App registrieren und schlussendlich montieren. Wie bei jedem smartem System, ist ein Hersteller-Konto Pflicht, um die Geräte nutzen zu können. Innerhalb der übersichtlichen App lässt sich das Thermostat dann einem Raum zuweisen. Fertig!

Die einzelnen Funktionen lassen sich in der Anwendung über diverse Kacheln aufrufen. Je nach Anzahl der verbauten Thermostate befinden sich im oberen Bereich die einzelnen Räume. Der Ist-Wert gibt einen schnellen Überblick über die aktuelle Temperatur. Weiter unten in der Kachel befindet sich die eingestellte Temperatur. Beim Tipp auf das jeweilige Zimmer gibt’s zusätzliche Informationen zur Luftfeuchtigkeit und die Möglichkeit einen “intelligenten Zeitplan” zu erstellen. Über dieses Werkzeug lassen sich bestimmte Routinen programmieren. Etwa lässt sich die Temperatur im Bad zum morgendlichen Duschgang auf Wohlfühlstufe einstellen. Nachts kann die Temperatur in Wohn- oder Arbeitszimmer auf ein bestimmtes Level absinken, um pünktlich zum Feierabend wieder warm zu werden. Durch diese Funktionen lässt sich nahezu unbemerkt eine Menge Energie sparen.

In der Tado-App lassen sich smarte Zeitsteuerungen etwa auch geobasiert festlegen. Screenshots by Jonas Haller

Für Statistikfans bietet Tado einen Verlauf zur Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Aktivität und den äußeren Wetterbedingungen an. Letztere fließen sogar in die Berechnung der Heizleistung ein: Sobald das System sonniges Wetter mit entsprechenden Temperaturen erkennt, reduzieren die Thermostate die Zufuhr warmen Wassers. In der Praxis bekommt der Nutzer kaum etwas davon mit. Sichtbar wird’s erst auf der Jahresrechnung.

App zeigt das optimale Raumklima

Neu in der Plus-Variante der Tado-Ventile ist der Reiter “Raumluftkomfort”. Hier lassen sich detaillierte Informationen über die Luftqualität sowohl In- als auch Outdoor ablesen. Ein Index bis 100 zeigt einen groben Überblick über den Zustand der Außenluft. Dieser ist in einer nachfolgenden Tabelle genau aufgelistet: Neben Daten zum Feinstaub und dem Ozon-Wert, gibt’s ausführliche Informationen über Schwefeldioxid-, Kohlenmonoxid- und Stickstoffdioxid-Konzentrationen. Für Pollen-Allergiker bietet die Pollen-Vorhersage eine Orientierungshilfe für den perfekten Lüftungszeitpunkt.

Tado bietet für jeden Raum zudem Informationen zum Wohlfühlklima. Eine aus der Wasserwaage bekannte Libelle zeigt den aktuellen Status auf: Optimalerweise sollte sich der Punkt am Schnittpunkt zwischen Temperatur und Luftfeuchtigkeit befinden. Die App gibt zudem Tipps zum Erreichen des perfekten Wohlbefindens. Das funktionierte im Test sehr gut und man fühlte sich ganz subjektiv wirklich besser.

In der neuen Version lässt sich der Raumluft-Komfort ablesen. Screenshots by Jonas Haller

Apropos besser fühlen. Das macht der Nutzer auch beim Blick auf die Kachel “Energieeinsparungen”. Dort listet die App jeden Monat auf, welche Kostenersparnis erzielt wurde. Der Tado Energiesparbericht gibt zudem an, wie der Climate Assistant bei der smarten Heizungssteuerung unterstützt hat. Im Test waren 35 Prozent Kostenreduzierung keine Seltenheit. Die smarten Thermostate rentieren sich also bereits im ersten Jahr.

Möglich wird das unter anderem auch durch eine Geolokalisation der Nutzenden. Denn Tado bietet auch eine ortsabhängige Steuerung an. Sobald sich registrierte Bewohner aus dem trauten Heim entfernen, erscheint auf dem Smartphone eine Benachrichtigung, die das schnelle “Ausloggen” erlaubt. Ein zusätzlicher Auto-Assist für jährlich 25 Euro ermöglicht sowohl das automatisierte Deaktivieren der Heizung als auch Erkennung offener Fenster. Im Test klappte das selbst mit mehreren Nutzern lückenlos und zuverlässig. Für Komfort-Freaks eine absolute Empfehlung. Sind Kinder im System involviert, lässt sich durch die personengebundene Anzeige von Ferne erkennen, ob sie daheim angekommen sind.

Smarte Bedienung dank Alexa, Apple Homekit, Google Assistant und IFTTT

Doch die Tado-Ventile lassen sich nicht nur mit der herstellereigenen App steuern. Dank Unterstützung der gängigen Standards von Amazons Alexa, Apple Homekit, Google Assistant und IFTTT kann das Heizungssystem nahtlos in das Smart Home eingebunden werden. So lässt sich die Heizung etwa problemlos per Sprache steuern. “Alexa, mir ist kalt” startet etwa die Heizung mit voller Leistung. IFTTT erlaubt des Weiteren die Kombination mit anderen Diensten. So können Philips Hue Lampen mit ihrer Farbtemperatur die aktuelle Zimmertemperatur darstellen oder andere Gadgets den Away Mode für eigene Funktionen nutzen. Der Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt – vorausgesetzt man ist in Besitz anderer Peripherie.

Die Tado Bridge stellt die Verbindung zum Internet her. Image by Jonas Haller

Fazit Tado V3+: Spannendes System für Smart-Home-Fans und Sparfüchse

Tado ist ein alter Hase in Sachen smarter Thermostate. Das macht sich in der verbesserten Version V3+ bemerkbar. Neben baulichen Verbesserungen liefert der Hersteller spannende Funktionen zur Raumluftqualität mit. Vor allem Allergiker finden nützliche Zusatzinformationen. Doch auch die bekannten Funktionen zur Temperierung der eigenen vier Wände überzeugen und vor allem in Zusammenspiel mit dem Auto-Assist ist das System nahezu perfekt.

Einziger Wermutstropfen ist die zusätzliche Gebühr von drei Euro im Monat respektive 25 Euro im Jahr. Wer Apples Homekit nutzt, kann die smarte Steuerung allerdings auch darüber durchführen. Neutral zu sehen ist der Einsatz von herkömmlichen AA-Batterien: Auf der einen Seite ärgerlich, dass diese getauscht werden müssen. Auf der anderen Seite gab es im Jahrestest keinen einzigen Ausfall, ein Batterietausch wird erst nach mehreren Jahren fällig.

Insgesamt bietet Tado mit den V3+ Thermostaten ein stimmiges Gesamtpaket mit allerhand Know-How. Die 130 Euro für das Starterpaket plus 40 Euro für jedes weitere Ventil amortisieren sich bereits nach ein bis zwei Jahren in der Nebenkostenabrechnung. So lohnen sich die Thermostate nicht nur für Smart-Home-Nerds, sondern auch für Sparfüchse, die sowohl sich als auch der Umwelt etwas Gutes tun wollen.

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Images by Jonas Haller

Jonas Haller

arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Technischen Universität Chemnitz und erforscht 3D-Druckverfahren. Die technische Vorschädigung tut dem Interesse zum mobilen Zeitgeschehen und der Liebe zur Sprache jedoch keinen Abbruch – im Gegenteil. Durch die Techsite HTC Inside ist er zum Bloggen gekommen. Zwischendurch war er auch für das Android Magazin aktiv. Privat schreibt er auf jonas-haller.de über die Dinge, die das Leben bunter machen. Mitglied des Netzpiloten Blogger Networks.


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