Stadia – Google kündigt Cloud Gaming-Dienst an

Auf der diesjährigen Game Developer Conference in San Francisco kündigte Google seine neue Cloud Gaming-Plattform Stadia an. Damit will Google unseren zukünftigen Zugang zu Videospielen verändern.

Videospiele für alle!

Laut Sundar Pichai, dem CEO von Google, schafft das Unternehmen mit Stadia eine Cloud Gaming-Plattform, die Spiele jedem zugänglich macht und Barrieren für die Spieler aufhebt. So soll es möglich sein, grafisch anspruchsvolle Spiele auf verschiedenen Endgeräten zu spielen, ohne dass diese eine sonderlich große Leistungsfähigkeit vorweisen müssen. Auf Fernsehern, Notebooks, Tablets, Desktop-PCs oder Smartphones können Nutzer dann Spiele wie Assassin’s Creed Odyssey mit einer Auflösung von bis zu 4K und mit 60 Bildern die Sekunde spielen. In der Zukunft will Goolge sogar Auflösungen bis zu 8K und 120 Bilder die Sekunde möglich machen.

Spiele werden schneller und einfacher zugänglich

Indem Google die benötigte Rechenleistung von den Geräten der Spieler auf ihre eigenen Rechenzentren verlegt, wollen sie die Zugänglichkeit von Spielen für die Nutzer erhöhen. User müssen keine Inhalte mehr herunterladen oder ein Spiel erst installieren. Sie können das Spiel ganz einfach starten und loslegen. In der Keynote zu Stadia zeigt Phil Harrison, Vice President und General Manager von Google Stadia, wie das Gaming-Erlebnis auf und zwischen den verschiedenen Endgeräten aussehen kann. Ein Spiel kann mit Stadia beispielsweise auf einem Smartphone begonnen und dann nahezu nahtlos auf einem anderen Gerät, wie dem heimischen Fernseher fortgesetzt werden.

Auch wird es die Möglichkeit geben, Spiele direkt aus einem YouTube-Video über einen Play-Button zu starten. Der Start des Spiels aus YouTube heraus soll dabei angeblich nicht länger als fünf Sekunden dauern. So will man mit Stadia den Weg zwischen der Begeisterung für ein Spiel und dem tatsächlichen Spielen verkürzen.

Auch gemeinsames Spielen wird unterstützt

Auch das gemeinsame Spielen soll mit Stadia im Splitscreen und online ruckelfrei möglich sein. Gerade im Bereich der Multiplayer-Spiele bietet Stadia den Spieleentwicklern eine echte Neuerung. In traditionellen Multiplayer-Titeln verbinden sich die einzelnen Spieler (Clients) selber mit den Servern des Spiels, wodurch einem Spiel durch die einzelnen Internetgeschwindigkeiten der Clients gewisse Grenzen gesetzt sind. Mit der Streaming-Plattform können jetzt sowohl der Client, als auch der Server in Stadias Infrastruktur ausgeführt werden. Der Weg vom Client zum Server ist damit berechenbar und das macht den Entwicklern das Leben deutlich einfacher.

Mehr Spaß für Entwickler

Generell versucht Google mit ihrem Game-Streaming-Dienst nicht nur Spielern etwas zu bieten. Auch Entwickler sollen von den neuen Möglichkeiten profitieren. Da die Spiele nicht mehr auf den Endgeräten der Gamer ausgeführt werden, müssen sich die Entwickler zum Beispiel nicht mehr so stark an Hardware-Begrenzungen halten und können ihre Werke eher nach ihren Vorstellungen entwickeln. Außerdem will Google mit Unity, Unreal, CryTec, Havok und diversen anderen Game-Engines und Tools zusammenarbeiten, um die Entwicklung für Spiele auf und in der Stadia-Plattform zu vereinfachen. Auch soll eine eigene KI bei der Spieleentwicklung unterstützen.

Ein eigener Stadia Controller

Neben der Plattform selbst kündigte Goolge den Stadia Controller an. Dieser ist direkt mit dem Rechenzentrum von Google verbunden, um die bestmöglichste Performance zu bieten. Google hat nach eigener Aussage extra mit Gamern gesprochen hat, um deren Wünsche zu erfahren und den Controller entsprechend zu gestalten. Optisch unterscheidet sich der Controller dabei nicht so stark von denen der PS4 oder der Xbox ONE. Er verfügt aber über einen eingebauten Button, mit dem Gameplay-Material in einer Auflösung von bis zu 4K gespeichert und direkt geteilt werden kann. Außerdem sind in den Controller eine Taste und ein Mikrofon zur Nutzung des Google Assistants eingebaut.

Wann wird Stadia veröffentlicht und was wird es kosten?

Stadia soll noch dieses Jahr in den USA, Kanada, Großbritannien und weiten Teilen Europas verfügbar sein. Was die Kosten anbelangt, lässt uns Google aber derzeit noch im Dunkeln.


Images Google Stadia by Google Stadia

Moritz Stoll

studiert Medieninformatik an der HAW und schreibt für die Netzpiloten. Nebenbei betreibt er einen Comedy-Podcast, und arbeitet als freiberuflicher Programmierer. Die Digitale Welt ist für ihn ein Ort voller Möglichkeiten und spannender Technologien, um damit Neues zu erschaffen und ganz viel auszuprobieren.


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