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Antstream: Das Netflix für Retro-Games angespielt – Start am 28. Mai steht fest

Antstream Test Double Dragon

Cloud-Gaming wird als nächster großer Computing-Trend diskutiert. 2019 könnte endlich der Durchbruch bevorstehen. Branchen-Giganten wie beispielsweise Apple, Microsoft, Google und Electronic Arts haben große Pläne und wollen PlayStation Now von Sony nacheifern. Die Idee dahinter leuchtet ein. Erledigt die meiste Rechenarbeit ein Cloud-Server, müssen sich Gamer so gut wie keine Gedanken mehr darum machen, ob ihr Computer schnell genug ist. Einen anderen Ansatz verfolgt der Anbieter Antstream. Ihm geht es weniger darum, den Verzicht auf aktuelle Hardware zu ermöglichen, sondern den Zugang zu Spiele-Klassikern anzubieten, für die es heutzutage keine Hardware mehr gibt. Bis Ende März 2019 wollte das „Netflix für Retro-Games“ an den Start gehen. Stattdessen plant der Betreiber jetzt eine Early-Access-Phase, die am 28. Mai 2019 startet. Zugang erhalten zunächst die Nutzer, die die Plattform über Kickstarter gefördert haben. Im Laufe des Jahres folgt dann ein Beta-Test für alle Interessenten. Wir konnten den Streaming-Dienst bereits einem Test unterziehen.

Antstream bringt Games für Amiga und C64 zurück in die Zukunft

In den 1980er Jahren und frühen 1990er Jahren boten Computerspiele noch Klötzchenbilder und polyphonen Synthesizer-Sound statt 4K-Grafik und Dolby-Atmos-Raumklang. Trotzdem zogen sie viele Spielefans in ihren Bann und rufen bei ihnen auch heute noch begeisternde Erinnerungen an durchzockte Nächte wach. Über damalige Heimcomputer wie den Amiga und C64 verfügen aber nur noch Sammler und Technik-Museen.

Ob nun für Nostalgiker oder junge Spielergenerationen, die auf reduzierte Grafik stehen – Antstream will Retro-Games zurückbringen und auf gängiger Hardware lauffähig machen. Zum Marktstart sollen auf PC, Mac, Xbox One, Tablets und Smartphones anfänglich rund 400 Spiele verfügbar sein. Da Antstream sich die Rechte an über 2.000 Titeln gesichert hat, soll der zugängliche Katalog schnell wachsen. Hier ist der vorläufige Katalog einzusehen.

Für unseren Test konnten wir auf 64 Spiele über eine PC-Software auf einem Windows-Laptop vom Typ Razer Blade 2018 Basis zugreifen. Zur Auswahl standen dabei klassische Arcade-Games, in denen wir uns seitlich oder aus der Vogelperspektive durch Gegnerhorden schossen und prügelten. Puzzles, Plattformer und ein Rollerball-Titel komplettierten die kleine Auswahl an Test-Titeln.

Antstream Test Startscreen
Zum Marktstart will Antstream 400 Retro-Games anbieten. Screenshot by Berti Kolbow-Lehradt

Das englischsprachige Menü ist übersichtlich aufgebaut. Wie von Diensten für Video-Streaming gewohnt, sind die Spiele nach Genres einsortiert. Sie lassen sich anhand von Kategorien wie „Amiga Games“, „Action Games“, „Fighting Games“ und mehr durchstöbern. Screenshots, eine Mini-Beschreibung und das Erscheinungsjahr informieren über jeden Titel. Der älteste davon stammt aus 1985, der jüngste von 1995.

Für mehr spielerische Motivation, baut Antstream Herausforderungen in die Titel ein. Deren Erreichen erhöht unsere Erfahrungspunkte, lässt uns Rangstufen hinaufsteigen und belohnt uns mit Trophäen. Über unser Vorankommen informiert uns ein Nutzerprofil. Vorgesehen ist, dass wir Leistungsdaten mit anderen Spielern teilen können, wenn wir uns mit ihnen beispielsweise über Facebook vernetzen.

So spielt sich das Netflix für Retro-Games

Für den Test vergnügten wir uns ein paar Stunden lang beispielsweise mit dem Rambo-Klon Ikari III und dem Prügler Double Dragon. Steuern konnten wir die Spiele wahlweise per Tastatur oder Gamepad. Für Mobilgeräte ist auch eine Touchbedienung vorgesehen, die wir mangels berührungsempfindlichen Displays aber nicht ausprobiert haben.

Weil der Dienst nur eine amerikanische Tastaturbelegung mit vertauschtem Y und Z anbietet, haben wir einen Xbox One Controller vorgezogen. Verzögerte Eingaben, ein berüchtigter Stolperstein beim Cloud-Gaming, haben wir nicht festgestellt. Stattdessen reagierten die gestreamten Spiele vorbildlich schnell auf unsere Tastenbefehle.

Generell hinterließ die Streaming-Qualität einen einwandfreien Eindruck auf uns. Beispielsweise starteten die Spiele sofort ohne nennenswerte Ladezeiten. Unterbrechungen von Bild und Ton oder störungsbedingte Grafik-Artefakte begegneten uns ebenfalls nicht. Dabei bot unsere Internet-Verbindung noch nicht einmal die von Antstream empfohlene Übertragungsqualität mit einem Ping von unter 15 ms. Vielmehr stand uns im Test nur eine mittelprächtige Latenz von 24 ms zur Verfügung.

Hingegen Down- und Upload-Geschwindigkeit spielen offenbar keine Rolle. Allerdings dürften die Grafik- und Sound-Pakete der Retro-Games zugegebenermaßen auch keine großen Anforderungen an die Bandbreite stellen. Antstream bietet die reine Lehre und hat offenbar keines der von uns getesteten Spiele technisch herausgeputzt. Selbst die früher üblichen Monitor-Formate von 4:3 und 1:1 bleiben unangetastet. Daher werden auf unserem Laptop-Display in 16:9 alle Spiele von dicken schwarzen Balken rechts und links eingefasst.

Antstream in Bildern

Test-Fazit: Antstream ist ein Spaß für Retro-Fans

Unser Test wurde uns als eine Art Werkstattbesuch angekündigt, da sich Anstream noch im Alpha-Status, also einer sehr frühen Entwicklungsphase befinde. Das ist aber wenige Monate vor dem angepeilten Marktstart wohl ein wenig tiefgestapelt. Tatsächlich macht der Streaming-Dienst für Retro-Games zumindest unter Windows bereits einen sehr fertigen Eindruck. Die Streaming-Qualität war in unserem Test auf einem aktuellen Gaming-Laptop makellos – trotz nicht idealer Internet-Bedingungen auf unserer Seite. Der Katalog bietet das typische Arcade-Erlebnis und dürfte Fans von Retro-Games daher viel Freude bereiten.

Wie viel Abonnenten für Antstream ausgeben müssen, steht noch nicht fest. Wir gehen allerdings von einer monatlichen Gebühr aus, die dem Netflix-Niveau entspricht. Genaueres will der Anbieter erst zum Marktstart der finalen Plattform-Version bekanntgeben. Spätestens dann erfahren wir auch, welche Anforderungen die Hardware und das Betriebssystem erfüllen soll. Ein Minimum an Rechenarbeit müssen Endgeräte trotz Cloud-Gaming schließlich trotzdem übernehmen – selbst bei Retro-Games. Am 28. Mai startet der Dienst nun in die Early-Access-Phase, die nur für Kickstarter-Backer gilt. Wer beim offenen Beta-Start irgendwann im Laufe des Jahres dabei sein möchte, kann sich hier per E-Mail benachrichtigen lassen.

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Screenshots by Berti Kolbow-Lehradt

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Apple Arcade: Abo-Service für Spiele auf iPhone, Mac und TV

Apple Arcade kommt auf iPad, iPhone, Mac und Apple TV

2019 wird das Jahr der Abo-Dienste für Spiele. Nach Google hat nun überraschend auch Apple eine entsprechende Plattform vorgestellt. Apple Arcade heißt das Angebot, das ab Herbst dieses Jahres für eine pauschale Abo-Gebühr unbegrenzten Zugang zu einer Spielesammlung in den App Stores von Apple ermöglichen soll.

100 Exklusiv-Spiele zum Start von Apple Arcade

Zum Start soll der Katalog über 100 unveröffentlichte Titel für Spieler jeden Alters umfassen. Dabei setzt Apple auf Exklusivität. Sämtliche Spiele sollen daher auf keiner anderen Plattform verfügbar sein. Zu den Highlights zählen Spiele wie Sonic Racing, Beyond a Steel Sky, Lego Brawls und Oceanhorn 2: Knights of the Lost Realm. Die komplette Liste nannte Apple aber noch nicht.

Große Studios sind ebenso wie Indie-Entwickler an Bord. Unter Vertrag hat Apple unter anderem Annapurna Interactive, Bossa Studios, Cartoon Network, Finji, Giant Squid, Klei Entertainment, Konami, Lego, Mistwalker Corporation, Sega, Snowman, ustwo Games. Außerdem seien selbstproduzierte Spiele von Game Designern wie Hironobu Sakaguchi, Ken Wong, Will Wright und anderen enthalten.

Apple will die Spiele für die Sammlung nicht nur auswählen, sondern sich auch den Entwicklungskosten beteiligen. Der Schwerpunkt liegt somit stark auf kleineren Produktionen, die zwar oft Kritiker begeistern, aber kein Massenpublikum erreichen.

Apple Arcade mit Flatrate-Modell und Offline-Nutzung

Wer Apple Arcade nutzen möchte, braucht ein Apple-Gerät. Das Spiele-Abo wird auf dem iPhone, iPad, dem Apple TV und Mac-Computern verfügbar sein. Wie viel Apple Arcade für Anwender kosten wird, verrät das Unternehmen noch nicht.

Fest steht, dass die Plattform wie bei Netflix per Flatrate nutzbar ist. Daher können Kunden so viele Spiele aus der Sammlung ausprobieren, wie sie wollen. Weder In-App-Käufe noch Werbung sollen den Dienst finanzieren.

Ähnlich wie beispielsweise Microsofts Spiele-Abo Xbox Gamepass baut Apple auf die Infrastruktur seiner App Stores auf. Abonnenten nutzen einfach die Download-Plattformen für iOS auf dem iPhone und iPad, für tvOS auf dem Apple TV und macOS für iMac und MacBook, um ein im Abo enthaltenes Spiel zu installieren.

Via Internet gleicht Apple Arcade alle Spielstände ab. Daher können Nutzer beispielsweise ein Spiel auf dem iPhone anfangen und auf dem Mac fortsetzen. Eine ständige Internetverbindung ist allerdings nicht nötig. Denn alle Spiele sollen sich auch offline ausführen lassen. Um einen reinen Dienst für Cloud Gaming wie bei Google Stadia, Antstream und Microsoft xCloud handelt es sich somit nicht. Weil dann aber die Rechenleistung mobiler Geräte ausreichen muss, ist nicht damit zu rechnen, dass auch richtig große AAA-Titel wie für Xbox und PlayStation 4 ihren Weg zu Apple Arcade finden werden.

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Images by Apple

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Stadia – Google kündigt Cloud Gaming-Dienst an

Auf der diesjährigen Game Developer Conference in San Francisco kündigte Google seine neue Cloud Gaming-Plattform Stadia an. Damit will Google unseren zukünftigen Zugang zu Videospielen verändern.

Videospiele für alle!

Laut Sundar Pichai, dem CEO von Google, schafft das Unternehmen mit Stadia eine Cloud Gaming-Plattform, die Spiele jedem zugänglich macht und Barrieren für die Spieler aufhebt. So soll es möglich sein, grafisch anspruchsvolle Spiele auf verschiedenen Endgeräten zu spielen, ohne dass diese eine sonderlich große Leistungsfähigkeit vorweisen müssen. Auf Fernsehern, Notebooks, Tablets, Desktop-PCs oder Smartphones können Nutzer dann Spiele wie Assassin’s Creed Odyssey mit einer Auflösung von bis zu 4K und mit 60 Bildern die Sekunde spielen. In der Zukunft will Goolge sogar Auflösungen bis zu 8K und 120 Bilder die Sekunde möglich machen.

Spiele werden schneller und einfacher zugänglich

Indem Google die benötigte Rechenleistung von den Geräten der Spieler auf ihre eigenen Rechenzentren verlegt, wollen sie die Zugänglichkeit von Spielen für die Nutzer erhöhen. User müssen keine Inhalte mehr herunterladen oder ein Spiel erst installieren. Sie können das Spiel ganz einfach starten und loslegen. In der Keynote zu Stadia zeigt Phil Harrison, Vice President und General Manager von Google Stadia, wie das Gaming-Erlebnis auf und zwischen den verschiedenen Endgeräten aussehen kann. Ein Spiel kann mit Stadia beispielsweise auf einem Smartphone begonnen und dann nahezu nahtlos auf einem anderen Gerät, wie dem heimischen Fernseher fortgesetzt werden.

Auch wird es die Möglichkeit geben, Spiele direkt aus einem YouTube-Video über einen Play-Button zu starten. Der Start des Spiels aus YouTube heraus soll dabei angeblich nicht länger als fünf Sekunden dauern. So will man mit Stadia den Weg zwischen der Begeisterung für ein Spiel und dem tatsächlichen Spielen verkürzen.

Auch gemeinsames Spielen wird unterstützt

Auch das gemeinsame Spielen soll mit Stadia im Splitscreen und online ruckelfrei möglich sein. Gerade im Bereich der Multiplayer-Spiele bietet Stadia den Spieleentwicklern eine echte Neuerung. In traditionellen Multiplayer-Titeln verbinden sich die einzelnen Spieler (Clients) selber mit den Servern des Spiels, wodurch einem Spiel durch die einzelnen Internetgeschwindigkeiten der Clients gewisse Grenzen gesetzt sind. Mit der Streaming-Plattform können jetzt sowohl der Client, als auch der Server in Stadias Infrastruktur ausgeführt werden. Der Weg vom Client zum Server ist damit berechenbar und das macht den Entwicklern das Leben deutlich einfacher.

Mehr Spaß für Entwickler

Generell versucht Google mit ihrem Game-Streaming-Dienst nicht nur Spielern etwas zu bieten. Auch Entwickler sollen von den neuen Möglichkeiten profitieren. Da die Spiele nicht mehr auf den Endgeräten der Gamer ausgeführt werden, müssen sich die Entwickler zum Beispiel nicht mehr so stark an Hardware-Begrenzungen halten und können ihre Werke eher nach ihren Vorstellungen entwickeln. Außerdem will Google mit Unity, Unreal, CryTec, Havok und diversen anderen Game-Engines und Tools zusammenarbeiten, um die Entwicklung für Spiele auf und in der Stadia-Plattform zu vereinfachen. Auch soll eine eigene KI bei der Spieleentwicklung unterstützen.

Ein eigener Stadia Controller

Neben der Plattform selbst kündigte Goolge den Stadia Controller an. Dieser ist direkt mit dem Rechenzentrum von Google verbunden, um die bestmöglichste Performance zu bieten. Google hat nach eigener Aussage extra mit Gamern gesprochen hat, um deren Wünsche zu erfahren und den Controller entsprechend zu gestalten. Optisch unterscheidet sich der Controller dabei nicht so stark von denen der PS4 oder der Xbox ONE. Er verfügt aber über einen eingebauten Button, mit dem Gameplay-Material in einer Auflösung von bis zu 4K gespeichert und direkt geteilt werden kann. Außerdem sind in den Controller eine Taste und ein Mikrofon zur Nutzung des Google Assistants eingebaut.

Wann wird Stadia veröffentlicht und was wird es kosten?

Stadia soll noch dieses Jahr in den USA, Kanada, Großbritannien und weiten Teilen Europas verfügbar sein. Was die Kosten anbelangt, lässt uns Google aber derzeit noch im Dunkeln.


Images Google Stadia by Google Stadia

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