Social Media – Ein eigenes Universum

Social Media hat sich über die letzten Jahre fest in unserem alltäglichen Leben verankert. Der morgendliche Blick auf das Smartphone ist fast schon so normal geworden wie die Tasse Kaffee. Bei den ganzen Social Media-Angeboten kann einen schnell der Überblick verloren gehen.

Visual Capitalist haben sich die Social Media Landschaft geschnappt und sie visuell aufbereitet – in Form eines kleinen Universums. Wir haben euch interessante Erkenntnisse aus der Grafik zusammengefasst.

Der Zuckerberg Cluster

Lange Zeit war Facebook der Inbegriff eines Social Networks und nahezu konkurrenzlos unterwegs. Trotz aller Kontroversen um Facebook, zuletzt der Datenskandal um Cambridge Analytica, sitzt Facebook weiter sicher auf dem Thron. Monatlich melden sich über zwei Milliarden Nutzer bei Facebook an. Das sind mehr als die Hälfte aller weltweiten Internetznutzer!

Dank geschickter Aufkäufe hat sich das Zuckerberg Cluster zudem um weitere Big Player vergrößert. Der 2012 von Facebook aufgekaufte Microblogging-Dienst für Bilder, Instagram, hat mittlerweile eine Milliarde monatliche Nutzer zu vermelden. Der 2014 übernommen Instant-Messaging-Dienst WhatsApp, hat mit 1,5 Milliarden monatlichen Nutzern sogar eine noch größere Reichweite.

Fast wäre übrigens auch noch Snapchat der erfolgreichen Facebook-Familie beigetreten. Zwei Angebote über eine, später drei Milliarden US-Dollar hat der innovative Instant-Messaging-Dienst abgelehnt. Vielleicht würde Snapchat derzeit nicht straucheln, wenn sie das Angebot des Social Media-Riesen angenommen hätten.

YouTube und sein Schatten

Von vielen nicht direkt als solches wahrgenommen, liegt YouTube auf Rang 2 der Social Networks. Auch YouTube war damals ein geschickter Einkauf von Google. Mit 1,9 Milliarden Nutzern profitiert YouTube stark von seinem Quasi-Monopol als Videosuchmaschine.

YouTubes tatsächlicher Social Media-Arm Google+ ist dagegen ein Sonderling. Da jeder YouTube-Account auch automatisch ein Google+ Profil besitzt, hat das Netzwerk eine hohe Nutzerzahl, gilt aber faktisch als tot. Entsprechend zieht Google, nach einem vorangegangenen Datenleck-Skandal, im kommenden Jahr den Stecker für sein gescheitertes Netzwerk.

Es wird noch gezwitschert

Auch Twitter hat eine Art Sonderstatus. Mit seinen „nur“ 336 Millionen Nutzern im Monat ist der 2006 gegründete Microblogging-Dienst weit abgeschlagen von der Spitze. An Aktualität ist Twitter jedoch kaum zu übertreffen. Wenn etwas Spektakuläres passiert, trendet der Hashtag nur kurze Zeit später. Auch Unternehmen und sogar Politiker twittern munter ihre Meinungen und Neuigkeiten in die Welt und sorgen dabei mitunter für Schlagzeilen.

Social Media in allen Bereichen

Mittlerweile wird in sozialen Netzwerken fast alles abgedeckt. LinkedIn ist beispielsweise mit fast 300 Millionen monatlichen Nutzern führend bei der beruflichen Vernetzung. Für die berufliche Kommunikation hat der Messenger Slack seine Nische gefunden. Die virtuelle Pinnwand Pinterest kommt immerhin auf 200.000 Nutzer im Monat. Ello, ein Netzwerk für Kreative, hat seinen großen Hype hinter sich, hält sich mittlerweile aber wieder stabil. Der in Deutschland eher unbekannte Social News-Aggregator Reddit freut sich monatlich über 330 Millionen Nutzer.

Obwohl im Universum viele ausgegraute Planeten gescheiterter Netzwerke zu sehen sind, sorgt Myspace für eine kleine Überraschung. 80 Millionen Nutzer finden noch immer auf das Urgestein unter den Social Networks, das vor dem Aufstieg Facebooks noch an der Spitze stand.

Die Konkurrenz aus Fernost

Trotz der weltweiten Vernetzung gelten für den asiatischen Markt ganz andere Regeln. Im Westen kaum wahrgenommen, ist dort eine Social Media-Landschaft entstanden, die es durchaus mit den uns bekannten Marktführern aufnehmen kann. Vor allem China dominiert den asiatischen Markt, allen voran das Internetunternehmen Tencent. Zu Tencent gehören unter anderem die Social Media Plattform QZone und die Messenger-Dienste QQ und WeChat. Letzterer hat als erstes asiatisches Netzwerk eine Milliarde monatliche Nutzer geknackt. Insgesamt 5 chinesische Social Networks können höhere monatliche Nutzerzahlen aufweisen, als Twitter.

Neben den USA und China schafft es aber kaum ein anderes Land, in der obersten Liga mitzuspielen. Der russische Unternehmer Pawel Durow konnte sich mit seinem Instant Messenger Telegram und seinem Netzwerk Vkontakte einen kleinen Teil des Social Media-Kuchens sichern. Letzteres ist allerdings vorwiegend in Russland, Weißrussland und Ukraine populär.

Aus Japan kommen die Messaging-Dienste Line und Viber, die immerhin beide auf über 200 Millionen monatliche Nutzer kommen. Line ist in Japan unangefochtener Spitzenreiter unter den Messengern. Nach Angaben der Line Corporation nutzen 85 Prozent aller japanischen Smartphone-Nutzer mindestens einmal im Monat deren App. Line wurde übrigens aus der Not heraus entwickelt, als das japanische Telefonnetz nach dem Tōhoku-Erdbeben 2011 nur schlecht funktionierte.

Ständig in Bewegung

Im Social Media-Universum sind die Planeten stets in Bewegung. Manche werden aufgekauft und damit Teil eines neuen Systems, andere verschwinden von der Bildfläche. Doch wie lange werden Asien und die restliche Welt noch voneinander isoliert sein? Ständig entstehen neue Social Networks, die neue Möglichkeiten bieten, sich zu vernetzen. Wir sind gespannt, wo sich die Planeten in den nächsten Jahren hinbewegen.


Image by Sergey Nivens via stock.adobe.com


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