Social Learning – Die Zukunft des Lernens

Lebenslanges Lernen und Social Media. So werden wir in Zukunft lernen!

Warum sollte man sich mit Lernen beschäftigen? Schule ist doof, Uni ist langweilig, berufliche Weiterbildung für die Katz. Ja, mag sein! Aber genau DAS sind Gründe, warum man sich mit „Lernen“ beschäftigen sollte – gerade und vor allem in Zeiten von Web 2.0, Social Software und der sozialen Vernetzung der Webwelt mit der Welt.


Kleine Unterbrechung!
Dieser tolle Webfilm von Karl Fisch zeigt auf, wie die junge Generation weltweit lebt und lernt. Wie sich die Lebenswelten verändern…

Lebenslanges Lernen wird all überall gefordert – doch wird es auch gefördert? Bekommen wir ausreichend Hilfestellungen dabei, wie Lernen an sich funktioniert und wie wir uns in Zeiten, da der Wandel unserer Welt so rasant geworden ist, auf die gegenwärtigen und künftigen Herausforderungen vorbereiten können? Meine Antwort: Nö!

Aber: In Weblogs, Wikis, Podcasts, Twitter, Online-Gemeinschaften treten wir alle in einen Dialog. Über banale Themen, über herzzerreißende Themen, über ernste Themen, über witzige Themen, über ungewöhnliche Themen. Wir gestalten die Webwelt mit und druch die aktive Gestaltung lernen wir, wie die Netzkultur funktioniert, wie das Internet, Handy, Medien allgemein unser Leben bestimmen – und wie die Technik dazu beiträgt, dass wir schneller an Informationen gelangen. Unser Wissenserwerb beschleunigt sich unaufhaltsam – das ist durchaus gut, aber andererseits auch eine Belastung unserer kleinen Gehirne. Ist Lernen Arbeit? Wissensarbeit? Einerseits ja, aber andererseits Lernen wir doch ständig, ohne dass wir es als Anstrengung empfinden. Lernen als Arbeit wird uns immer nur dann bewusst, wenn wir in der Schule etwas lesen oder lösen sollen, dessen Relevanz uns nicht oder nur unzureichend erklärt wurde. Kurzum: Auf das wir nicht neugierig gemacht wurden.

Neugier – Neugierig sind wir als Kinder, neugierig waren wir als Kinder, bis uns das Bildungssystem das Neugierigsein verboten hat. Strukturierte Wissensvermittlung: Kopf auf, Informations-Overkill rein, Kopf wieder zu, fertig?!! Wo bleibt da die Emotion, der Spaß? Schule + Lernen = Schluß mit lustig? Warum eigentlich? Ich finde: Lernen ist die ewige Befriedigung von Neugier. Doch so wird über Lernen selten nachgedacht. Und: Lernen mit Social Media gestattet vernetztes Lernen, soziales Lernen in der Gruppe, weltweit vernetzt und nicht nur mit den Mitschülern vor Ort oder den Kommilitonen im Hörsaal. Social Learning im Web 2.0 heißt Beziehungen knüpfen, etwas über Menschen lernen, mit anderen Menschen lernen, miteinander reden, diskutieren und daraus wiederum lernen. Das eigene Lernen in Blogs und Co. abbilden, es anderen zur Verfügung zu stellen, um darauf aufzubauen.

Um all diese Themen geht es im neuen Themenschwerpunkt der Blogpiloten. Wie sieht sie aus, die Gegenwart des Lernens? Wie sieht sie aus, die Zukunft des Lernens? Was denkt Ihr? Wie befriedigt Ihr eure Neugier? Antworten in die Comments!

Steffen Büffel

ist freiberuflich als Medien- & Verlagsberater, Trainer und Medienwissenschaftler tätig. Schwerpunkte: Crossmedia, Social Media und E-Learning. Seine Blogheimat ist der media-ocean. Außerdem ist er einer der Gründer der hardbloggingscientists. Mitglied des Netzpiloten Blogger Networks.


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5 comments

  1. Die Geschichte mit dem Lebenslangem lernen hört sich ganz toll an. Bloß leider funktioniert Sie nicht so toll wie gerne behauptet wird. Es ist doch jedem klar, das die Fähigkeit zu lernen mit zunehmenden alter abnimmt. Ich macher gerade eine Fortbildung. in meiner Freizeit natürlich. Ich bin 30 Jahre alt. Und ehrlich, es ist schon schwieriger sich den Stoff in die Birne zu hämmern als noch vor 10 Jahren.
    Das sollte man sehr kritisch betrachten, diese Lebenslanglernerei!

  2. Da gebe ich Dir vollkommen recht. Aber es ist doch gerade u.a. die „Reinhämmer-Methode“ (die kenne ichgut genug und praktiziere sie selbst noch allzu häufig), die zeigt, wie unzeitgemäß wir heute lernen. Es geht viel zu sehr um Wissensvermittlung. Die Flut an Informationen, aus dem wir unser Wissen beziehen ist aber läääängst mehr als das, wann man noch sinnvoll in das kleine Köpfchen reinbekommt. Lebenslanges Lernen heisst für mich, dass ich Grundmechanismen der Informationsbeschaffung und -Filterung beherrsche. Wichtig ist meiner Ansicht nach nicht merh zu sehr was ich de facto an Abrufwissen bereit halten kann, sondern vielmehr, wo und wie ich Informationen finde. Wissen über Wissen, wenn man so will. Und was das Lernen im Alter betrifft: Zu wenige Unternehmen kapieren heutzutage, dass die „Alten“ nicht dazu da sind, sie bis in die Rente „mitzuschleifen“, sondern dass sie wertvolle Wissensspeicher sind, die auf ein Erfahrungswissen zurückgreifen können, das ein „Junger“ nicht haben kann. Sie haben eben Wissen über Wissen und könnten es ja an die „Jungen“ weiter geben. Diese Art der innerbetrieblichen Lernkultur dürfte aber auf 99,9% der Unternehmen wie von einem anderen Stern wirken…. ;-)

  3. um lebenslanges Lernen kommt man nicht herum. Es passiert einfach. Ich lerne tagtäglich, weil ich muss, weil ich mit dem technischen Fortschritt mithalten will.

    Ich lerne aber auch gerne. Ich denke auch nicht, dass es zwangsläufig schwieriger wird mit zunehmenden Alter. Es ist eine Sache der Übung und des Interesses am Thema. Was ich pauken und mir reinhämmern muss, kann ich mir auch schlecht merken. Das war aber immer schon so.

    Ganz klar stimme ich Steffen Büffel zu: heutzutage ist es extrem wichtig, zu wissen, wo ich Wissen beziehe, wenn ich was nicht weiß. Ich will mir nicht alles merken. Ganz abgesehen davon kann ich es wohl auch nicht ;-)

  4. ich denke auch, dass lebenslanges lernen künftig nicht eine frage des wollens ist, sondern eine frage des müssens. in. meine hoffnung, dass das bildungssystem daraus gar keine frage mehr macht, sondern es normal ist und in die natur des menschen übergegangen ist, dass leben, arbeiten und lernen irgendwie „eins“ sind. ist das utopisch? ist das romantisch? ist das arrogant? ist das realistisch? k.a. :-)

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