Samsung Galaxy Note 20 (Ultra): Produktiver und verspielter

Den größten Sprung macht die Versionsnummer. Auf das Note 10 folgt nicht etwa ein 11er-Modell, sondern das Samsung Galaxy Note 20. Die Leistungsstärke hat der koreanische Konzern aber keinesfalls verdoppelt, was angesichts ausentwickelter Smartphones auch kaum zu erwarten ist. Stattdessen leistet Samsung in allen relevanten Bereichen Feinschliff, sodass ihr mit dem Phablet noch etwas produktiver arbeiten und ausgelassener spielen könnt. Seine Tablet-Reihe bohrt Samsung ebenfalls auf und nähert das Galaxy Tab S7 noch etwas stärker dem iPad Pro an. An der Computeruhr Galaxy Watch 3 hat Samsung vor allem äußerlich gefeilt. Die Galaxy Buds Live sind Samsungs erste True-Wireless-Kopfhörer mit aktiver Geräuschunterdrückung und in Bohnenform.

Samsung Galaxy Note 20 Ultra mit besserem S-Pen und 5G-Gaming in der Cloud

Das Display von Samsungs Vorzeige-Phablet wächst erneut, in diesem Jahr auf 6,9 Zoll Diagonale. Die geschwungenen Displayränder bleiben erhalten. Erwartungsgemäß löst es knackscharf auf, nämlich mit bis zu 3.088 x 1.440 Bildpunkten, was dem Standard WQHD+ entspricht. Angesichts einer Bildwiederholfrequenz von 120 Hertz scrollt ihr butterweich und schont eure Augen.

Das Display entsperrt ihr per Gesichtsprofil oder Fingerabdruck und bedient es wahlweise mit dem S-Pen, dem Aushängeschild der Produktreihe. Der Digitalstift überträgt eure Schrift und Eingaben im neuen Modell noch etwas verzögerungsärmer, weil die Latenz auf 9 Millisekunden sinkt. Außerdem wächst die Zahl der Schwebegesten.

In der Kamera-Abteilung kommt erneut ein Dreifach-System zum Einsatz. Der Sensor der Weitwinkel-Hauptkamera (Blende f/1.8) löst Fotos mit bis zu 108 MP auf. Alternativ fotografiert ihr mit einem Ultraweitwinkel (12 MP, f/2.2) oder einem Tele (12 MP, f/3.0) mit fünffachem optischen Zoom. Als erstes Note-Modell nimmt das Samsung Galaxy Note 20 Ultra Filme erstmals in 8K auf. Da solche Fernseher noch rar sind, sind aber natürlich auch Aufnahmen in 4K möglich.

Unter der Haube des Android-10-Smartphones rechnet ein Achtkern-Prozessor mit bis zu 2,73 GHz, dessen Tempo ihr in der Praxis nicht ausreizen dürftet. Unterstützt wird der Rechenknecht von zwölf GB Arbeitsspeicher. Eure Nutzerdaten archiviert ihr wahlweise auf 256 oder 512 GB Flashspeicher – allerdings nicht auf einer MicroSD. Der 4.500-mAh-Akku sollte euch locker über den Tag bringen und lässt sich dann per Kabel mit 25 Watt oder induktiv mit 15 Watt druckbetanken.

Habt ihr einen Router mit WiFi 6 und einen 5G-Mobilfunkvertrag, könnt ihr mit dem Samsung Galaxy Note 20 Ultra Daten sehr schnell und bei minimaler Latenz verschicken. Das ist zum Beispiel für Gamer praktisch. Als eines der ersten Modelle sind die Note-20-Geräte kompatibel mit Microsofts Cloud-Gaming-Angebot xCloud.

Insgesamt fallen die Neuerungen gering aus, sodass ihr mit dem Vorjahresmodell Note 10 Plus (Test) weiterhin glücklich sein oder ein Schnäppchen landen könnt.

Nicht „ultra“, aber top: Samsung Galaxy Note 20

Die Standardversion des Samsung Galaxy Note 20 als „abgespeckte“ Günstig-Variante zu bezeichnen, wäre übertrieben. Sie ist minimal kleiner und nicht ganz so leistungsstark, aber immer noch ein Top-Smartphone. Das plane Display ohne geschwungene Ränder misst in der Diagonale 6,7 Zoll und löst maximal in Full-HD+ auf. Der Sensor der Hauptkamera speichert Fotos mit moderaten 12 statt 108 MP. Eine Ultraweitwinkel-Kamera mit den gleichen Specs wie beim Ultra und eine 64-MP-Tele-Einheit mit hybriden Dreifach-Zoom komplettieren das Kamera-System.

Der Prozessor bietet das gleiche hohe Arbeitstempo, aber ihm stehen „nur“ 8 GB Arbeitsspeicher zur Seite. Eure Daten legt ihr im 256 GB großen Flashspeicher ab, eine doppelt so große Option gibt es nicht. Wie beim Ultra-Modell könnt ihr den Speicher nicht per MicroSD erweitern. Der Akku ist mit 4.300 mAh geringfügig kleiner. Den S-Pen und 5G-Mobilfunk könnt ihr auch beim Standardmodell des Note 20 erwarten. Einziges Ärgernis: Ein 60-Hertz-Display ist in dieser Preisklasse nicht mehr zeitgemäß.

Samsung Galaxy Tab S7+
Das Samsung Galaxy Tab S7+ ist ein Spitzen-Tablet, dessen Ausstattung dem iPad Pro von Apple ähnelt. Image by Samsung

Neue Tablets, Smartwatches und Kopfhörer in Bohnenform

Neben dem Samsung Galaxy Note 20 bringt der koreanische Konzern auch ein Spitzen-Tablet, eine Smartwatch und einen True-Wireless-Kopfhörer in neuer Auflage und mehreren Varianten.

Das Samsung Galaxy Tab S7 folgt auf das Tab S6. Dessen Display wächst von 10,5 auf 11 Zoll. Bei der Version namens Tab S7+ erhöht Samsung die Displaydiagonale sogar auf 12,4 Zoll. Beide sind sehr leistungsstark und damit als direkte Konkurrenten zum iPad Pro zu sehen. Anders als Apple packt Samsung mit dem S-Pen einen Digitalstift ohne Aufpreis in den Karton. Die Tastaturhülle Book Cover Keyboard geht aber extra. Das Tab S7+ ermöglicht im Vergleich zum Standardmodell mit einer Bildwiderholfrequenz von 120 Hertz sehr flüssiges Scrollen und ist außerdem als Variante mit 5G-Mobilfunk erhältlich. Beide Tablets akzeptieren MicroSD-Karten.

Mit der Galaxy Watch 3 überspringt Samsung eine Versionsnummer und bringt einen direkten Nachfolger der Galaxy Watch, der parallel zur Galaxy Watch Active 2 erhältlich sein wird. Ihr könnt erneut zwischen zwei Varianten wählen, diesmal mit einem 41 Millimeter und einem 45 Millimeter großem Gehäuse. Beide sind ein paar Gramm leichter und mit dünneren Rändern ausgestattet als die Vorgänger.

Die True-Wireless-Kopfhörer Samsung Galaxy Buds Live unterscheiden sich äußerlich sichtbar von den bisherigen Galaxy Buds. Statt wie Knospen sind sie so länglich und bauchig wie Bohnen geformt. Anders als die Apple bei den AirPods lagert Samsung weiterhin keine Technik in einen Steg aus. Als erstes True-Wireless-Modell von Samsung schirmen die Galaxy Buds Live Außengeräusche mit der Anti-Schall-Technik ANC ab. Weil der Akku in den „Klangbohnen“ kleiner als in den Vorgängern ausfällt, schrumpft die Laufzeit von elf auf acht Stunden mit einer Ladung – selbst bei deaktiviertem ANC.

Samsung Galaxy Watch 3
Mit der Galaxy Watch 3 bringt Samsung wieder eine Computeruhr, die sich per Lünette steuern lässt. Image by Samsung

Preis und Verfügbarkeit

Die Note-Geräte erscheinen am 21. August in den Farben Bronze, Grün und Grau (Note 20) und Bronze, Schwarz und Weiß (Note 20 Ultra). Das Samsung Galaxy Note 20 ist für 925 Euro, mit 5G für 1.023 Euro zu haben. Das Ultra-Modell kostet mit 256 GB 1.266 Euro, mit 512 GB 1.364 Euro.

Ebenfalls ab dem 21. August sind die neuen Tablets erhältlich. Das Samsung Galaxy Tab S7 kostet mindestens 628 Euro, mit LTE-Chip werden 779 Euro fällig. Die Plus-Variante schlägt mit 954 Euro bzw. inklusive 5G-Mobilfunk mit 1.149 Euro zu Buche. Bei beiden Tablets wählt ihr zwischen den Farbvarianten Bronze, Schwarz und Silber.

Die 41-Millimeter-Version des Samsung Galaxy Watch 3 kostet mit LTE 467 Euro und ohne 418 Euro. Sollen es stattdessen vier Millimeter mehr sein, zahlt ihr 447 Euro oder 496 Euro (inklusive LTE). Das Edelstahlgehäuse der Computeruhr ist wahlweise in Bronze, Schwarz oder Silber gefärbt. Die Smartwatch ist ab sofort erhältlich.

Die Samsung Galaxy Buds Live starten zum Preis von 184 Euro am 21. August den Markt. Ihr erhaltet sie wahlweise in den Farbvarianten Bronze, Schwarz oder Weiß.

Samsung Galaxy Buds Live
Die True-Wireless-Kopfhörer Samsung Galaxy Buds Live sind geformt wie Bohnen und unterdrücken Außengeräusche mit der Anti-Schall-Technik ANC. Images by Samsung.

Images by Samsung

Berti Kolbow-Lehradt

ist Freier Technikjournalist. Für die Netzpiloten befasst er sich mit vielen Aspekten rund ums Digitale. Dazu gehören das Smart Home, die Fotografie, Smartphones, die Apple-Welt sowie weitere Bereiche der Consumer Electronics und IT. Mitglied des Netzpiloten Blogger Networks.


Artikel per E-Mail verschicken
Schlagwörter: , , , , , ,