Lookout-App: Mehr Transparenz und Schutz für Smartphone-Nutzer

Eine neue App von Lookout informiert über per Smartphone gesammelte Informationen für Werbedienstleister und schützt vor aufdringlichen Anzeigen

lookout logoDie Debatte um die Neugier von Apps hat in der letzten Zeit hohe Wellen geschlagen. Während zum Beispiel der Zugriff der Check-in-App Foursquare auf die GPS-Funktion einleuchtet, ist das Auslesen und Kopieren des Adressbuches durch Foursquare wie auch zahlreiche andere Apps umstritten. Auf persönliche Informationen greifen jedoch nicht nur viele bekannte Apps zu, sondern auch Werbenetzwerke. Mit der kostenlosen Ad Network Detector-App gibt Lookout Android-Nutzern nun wieder ein Stück Privatsphäre zurück. Die App informiert die Nutzer darüber, welche Anzeigennetzwerke auf ihrem Gerät sind und welche Informationen sie sammeln.

Werbung ermöglicht kostenlose Apps, hat aber ein Transparenzproblem

Anzeigennetzwerke spielen für das mobile Ökosystem eine wichtige Rolle. Sie generieren die Werbeeinnahmen, durch die Anwendungsentwickler erst so viele Apps kostenlos anbieten können. Der Zugriff auf Informationen, die Aufschluss über die Interessen des Nutzers geben, ist für den Einsatz in Werbekampagnen ein übliches Vorgehen. Ähnlich wie bei der Werbung des E-Mail-Anbieters oder in sozialen Netzwerken werden so relevantere Anzeigen möglich, die auf die persönlichen Vorlieben ausgerichtet sind.

Seit dem letzten Jahr setzen einige der zahlreichen Anzeigennetzwerke zudem auf zunehmend aggressivere Methoden. So kam es zu Werbung durch Push-Nachrichten in der Benachrichtigungsleiste von Android, Werbe-Icons auf dem mobilen Desktop und das Hinzufügen von Lesezeichen oder der einer neuen Startseite. Außer diesem Penetranzproblem haben viele Anzeigennetzwerke zudem ein Transparenzproblem. Die Werbung außerhalb einer bestimmten App erschwert dem Nutzer die Zuordnung, welche Anwendung dafür verantwortlich ist. Selbst wenn die Apps bei ihrer Installation auf die verwendeten Werbetechniken hinweisen, so lassen sie den Nutzer doch oft im Unklaren darüber, welche seiner Daten sie für Werbezwecke erheben und was anschließend damit geschieht.

Eine informierte Entscheidung treffen

Lookout nimmt sich mit dem Ad Network Detector beider Probleme an. Er überprüft alle Apps auf dem Smartphone auf ihre Zugehörigkeit zu 35 großen Anzeigennetzwerken. Deren vollständige Liste findet sich hier. Dazu gehören auch die Anzeigennetzwerke mit der Fähigkeit, Werbung außerhalb von Apps zu verbreiten. Es werden nicht nur die spezifischen Apps und Anzeigennetzwerke identifiziert, die potentiell unerwünschte Werbung verursachen. Der Ad Network Detector informiert ebenfalls über das Verhalten dieser Anzeigennetzwerke und darüber, welche persönlichen Daten sie für Werbezwecke sammeln und ob sie diese sicher übermitteln.

„Mit dem Ad Network Detector wollen wir den Nutzern ein besseres Verständnis für die Abläufe auf ihren Smartphones geben“, erklärt Kevin Mahaffey, CTO und Gründer von Lookout. „Sie können so eine fundierte Entscheidung darüber treffen, ob und in welchen Fällen sie Werbung als Ausgleich für die kostenlose App akzeptieren wollen oder nicht.“

Andreas Weck

schreibt seit 2011 für die Netzpiloten und war von 2012 bis 2013 Projektleiter des Online-Magazins. Zur Zeit ist er Redakteur beim t3n-Magazin und war zuletzt als Silicon-Valley-Korrespondent in den USA tätig.


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