Ein neues Smartphone nach vier Jahren – Plötzlich ist 2019

Eigentlich ist es ja gut, dass ich mit technischen Geräten auch mal längere Zeit auskomme. Nicht nur der heimische PC wird nur alle paar Jahre mal ersetzt, sondern auch meine Smartphones haben immer eine lange Lebenszeit. Ein gepflegter Umgang mit seinen technischen Begleitern bringt eben doch etwas. Nach gut vier Jahren war es nun allerdings doch mal wieder so weit. Der Akku meines alten Honor 7 brauchte doch öfter mal eine Fütterung zwischendurch, das veraltete Android ließ mich viele Apps nicht mehr installieren und ich konnte noch so viele Apps deinstallieren, der Gerätespeicher war stets am Limit. Ein neues Smartphone musste her.

Seit ich als Redakteur auch öfter Veranstaltungen besuche, stellte mich die für sein Alter trotzdem beachtliche Bildqualität des Honor 7 auch nicht mehr zufrieden, um Eindrücke für Social Media festzuhalten. Zum Glück war ich durch meine Arbeit für die Netzpiloten ohnehin bestens über die aktuellen Geräte informiert. Nachdem die Pro-Variante des Xiaomi Mi9T für Europa vorerst gestrichen wurde und die Grundversion ohnehin etwas höher als erhofft ausgepreist wurde, nutzte ich die allgemeine Unsicherheit ob der Huawei-Geräte und schlug beim letztjährigen Spitzenmodell Huawei Mate 20 Pro zu, das noch immer zu den absoluten Spitzen-Smartphones gehört. Das neue Gerät fühlte sich wie ein kleiner Zeitsprung an.

Mehr Akku, mehr Power, mehr alles

Es ist erst das zweite Mal, dass ich mein Smartphone wechsle. Das erste Mal war ein Umstieg vom ersten Galaxy Note zum Honor 7. Damals war der Umstieg vergleichsweise unspektakulär. Das neue Smartphone passte besser in die Tasche, hatte mehr Power, verfügte über ein Metallgehäuse und machte bessere Fotos. Dennoch vermisste ich damals auch einige liebgewonnene Features vom Note, unter anderem den Stift. Auch die Bildstabilisierung des Notes fehlte mir bei Videoaufnahmen und so war der Umstieg nicht nur mit Freude verbunden.

Mein Umstieg auf das Huawei Mate 20 Pro fühlt sich nach einem deutlich gewaltigeren Sprung an und bereits im Vorfeld war ich viel aufgeregter, als noch vier Jahre zuvor. Meinen neuen Begleiter habe ich auch vom ersten Moment an ins Herz geschlossen. Allein das Display eines aktuellen Top-Smartphones ist einfach etwas anderes, als das der Mittelklasse vor einigen Jahren. Nicht nur das Bild ist um so vieles besser, es fühlt sich haptisch auch deutlich angenehmer an. Und auch wenn die Meinungen darüber auseinander gehen, mag ich das an den Seiten gebogene Display. Es sieht einfach toll aus und Inhalte, die seitlich hereinkommen, wirken weniger abrupt in ihrer Erscheinung. Es wirkt natürlicher.

Außerdem bin ich froh, dass Twitter und Co. nicht mehr ewig zum Öffnen brauchen, sondern direkt beim Antippen da sind. Dazu kommt der megagroße Akku des Mate 20 Pro, der auch mal zwei Tage ohne Ladung aushält und darüber hinaus bis zu 70 Prozent in nur 30 Minuten auflädt. Recht bald durfte ich sogar den Härtetest machen, als ich drei Stunden zu einem Mittelalter Festival mit der Bahn gefahren bin. Trotz exzessiven Serienguckens während der Fahrt und fleißiger Kameranutzung auf der Veranstaltung, war das Gerät nachts bei der Rückkehr ins Hotelzimmer weniger am Ende als ich. Klar, diese Leistung ist auch unter den Topgeräten keine Selbstverständlichkeit, aber derzeit bemühen sich schon etliche Hersteller um mehr Laufzeit. Ein Freund von mir scheint vom Akku seines Samsung Galaxy S10 Plus beispielsweise ähnlich begeistert.

Tolle Bilder – trotz KI

Bislang war ich alles andere als ein Kamera-Nerd. Meine Nutzung beschränkte sich eher auf gelegentlich „Schnappschüsse“ für Social Media. Darum habe ich mein neues Smartphone bislang vor allem mit KI-Unterstützung genutzt. Es ist schon beeindruckend wie viele Motive Kamera-KIs mittlerweile selbstständig erkennen und sich automatisch darauf einstellen. Das kann mitunter auch ohne große Kenntnisse zu richtig schönen Bildern führen. Gelegentlich verhunzt die KI das Bild aber auch mit falschem Fokus, unglücklicher Farbanpassung oder etwas zu viel Nachbearbeitung. 

Um mehr aus meiner Kamera herauszuholen, werde ich mir beizeiten noch ein paar Tutorials auf YouTube anschauen, um die Möglichkeiten des Profimodus zu nutzen. Der Unterschied zum Honor 7 ist trotzdem bereits immens. Selbst bei Nacht bekomme ich nun ansehnliche Bilder und der Zoom funktioniert ohne allzu große Verluste. Auch die Farben sind deutlich besser, die Sättigung in drei Stufen anpassbar.

Mittlerweile ist mein Smartphone auch wegen seiner Kamera zum liebgewonnenen Begleiter geworden. Sei es bei einem Football-Spiel, auf besagtem Mittelaltermarkt oder in einem Vergnügungspark: Immer häufiger greif ich in die Hosentasche, um schnell ein Foto zu machen. Ja, ich habe es sogar schon vereinzelt bei Konzerten gemacht, auch wenn ich eigentlich kein Freund des Smartphones auf Konzerten bin. Es ist einfach verlockend, wenn man ohne Nachbearbeitung ziemlich anschauliche Ergebnisse bekommt.

Einer der aktuellen Trends ist auch das Ultra-Weitwinkelobjektiv. So richtig verliebt habe ich mich in dieses Objektiv bei meinem Besuch im Heide Park. Ich konnte nah an der Achterbahn stehen und bekam trotzdem weite Teile der Bahn aufs Bild. Außerdem sorgt die leichte Verzerrung für eine ganz eigene Dynamik. Freude bereitet mir auch der Dokumentmodus meiner Kamera. Selbst aus einem 45-Grad-Winkel gleicht es die Verzerrung aus, als hätte ich das Dokument frontal abgelichtet.

Durch mein neues Smartphone lernte ich mein altes besser kennen

Ein kleines Kuriosum am Rande: Als ich mich über mein neues Smartphone genauer informierte, lernte ich auch Features von Huaweis angepasstem Android EMUI besser kennen. Einige dieser Features gab es auch schon für das Honor 7 und so lernte ich auch dafür ein paar neue Wisch- und Knöchelgesten kennen. Auch, dass sowohl das Mate 20 Pro, als auch das Honor 7 über einen Infrarot-Sender verfügen, die sie zu praktischen Universalfernbedienungen machen, war mir bis dato nicht bewusst. Ich lernte das Honor 7 also gefühlt erst richtig kennen, als ich mich von ihm trennte. Trotzdem fiel mir der Abschied leicht.

Von Plastik zu Metall zu Glas

Premium Smartphones greifen derzeit meist zu Materialien die „Premium“ sind oder zumindest eine solche Wertigkeit suggerieren. Meine drei Smartphones sind quasi eine Chronologie dieser Entwicklung. Das Galaxy Note war damals noch aus Plastik gemacht, lediglich der Rahmen aus Metall. Das Honor 7 besaß hingegen auch eine Rückseite aus Metall. Diese ist zwar wertig und wirkt solide, ist aber nicht das beste Material für Mobilfunk.

Derzeit ist Spezialglas DAS Premiummaterial schlechthin und auch im Huawei Mate 20 Pro verbaut. Es sieht wertig aus, ermöglicht spannende 3D-Effekte, fühlt sich gut in der Hand an und beeinträchtigt den Empfang weniger. Das Mate 20 Pro ist mit Abstand das schickste meiner zugegeben überschaubaren Smartphone-Historie. Problem: Das Material ist sehr fragil. Auch bei einem sorgsamen Nutzer wie mir war eine Hülle sofort Pflicht. Viel vom tollen Design habe ich in der Hülle trotz Transparenz daher auch nicht. Dass eine Hülle bei aktuellen Smartphones auch keine Überlebensgarantie mehr ist, ist ebenfalls ein bitterer Beigeschmack bei den hohen Preisen.

Ein neues Smartphone? Ein klarer Zeitsprung nach vorn

Trotzdem der fragilen Materialwahl bin ich insgesamt mehr als zufrieden mit meinem neuen Smartphone. Es ist ein klarer Schritt, mehr noch ein Zeitsprung, nach vorne. Wenn ich mein neues Smartphone und meinen ebenfalls nach vielen Jahren endlich erneuerten PC Vergleiche, erlebe ich den Unterschied beim Mobilgerät viel intensiver. Es ist eben nicht nur mehr Rechenpower, sondern eher die Weiterentwicklung der Kameras und viele Features, die meine Smartphone-Nutzung nun doch stark verändern. 

Ihr nutzt euer Gerät nun schon einige Jahre und denkt auch über ein neues Smartphone nach? Geht diesen Schritt ruhig. Informiert euch jedoch vorher gut, damit ihr nicht mehr ausgebt, als für eure Bedürfnisse notwendig. Topmodelle des letzten Jahres oder aktuelle Mittelklasse Smartphones bieten auch eine großartige Ausstattung und dürften euch wieder gut über ein paar Jahre begleiten.

Neue Kamera-Trends? Andere Materialen? Noch mehr KI? Erprobte Falt-Smartphones? Der nächste Zeitsprung kommt bestimmt auch für mich wieder und ich bin gespannt, wie ich diesen dann wahrnehme.

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Image by wpadington via stock.adobe.com

Stefan Reismann

Das Internet ist sein Zuhause, die Gaming-Welt sein Wohnzimmer. Der Multifunktions-Nerd machte eine Ausbildung zum Programmierer, entdeckte dann aber vor allem die inhaltliche Seite für sich. Nun schreibt er für die Netzpiloten und betreibt nebenher einen Let's Play-Kanal, auf dem reichlich gedaddelt wird.


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