Bottlenose: Mehr Ordnung für die Onlinewelt

Das Internet wächst und wächst und nimmt einen immer größeren Teil unseres Lebens ein. Laut einer Bitkom-Studie verbringt jeder Deutsche im Durchschnitt 100 Minuten täglich im Netz. 100 Minuten, die die meisten Personen damit verbringen sich zu informieren.

Der Informationsfluss im Netz ist ein schneller. Meist ungefilterter. Wer generelle News verfolgen möchte, besucht die Seiten der Massenmedien. Wer detailliertere Nachrichten erhalten möchte, liest einschlägige Blogs und wer News immer aus erster Hand erfahren will, verfolgt Spezialisten auf Twitter, Google Plus oder Facebook. Somit konsumiert man eine Vielzahl von Informationen am Tag. Für einige Menschen, sind das zuweilen sogar zu viele Informationen, deren Flut man kaum noch folgen kann.

Dabei gehen viele nach dem Briefkastenprinzip vor. Tagtäglich verbringen sie viel Zeit damit, ihren selbstgestrickten Newsfeed zu überprüfen und ihn ferner durch das Öffnen und reinschauen zu leeren. Manch einer geht es gemächlich an und tut das am Morgen und am Abend einmal. Manch einer tut es stündlich und nicht wenige tun das in Echtzeit, sagen wir mal im 5 – 10 Minuten-Takt. Man schaut auf jede einzelne Nachricht und filtert zu meist im Kopf die Messages aus, die einen als unwichtig und wichtig erscheinen. Kennen wir zum Beispiel auch vom Umgang mit E-Mail-Programmen. Dabei haben viele bereits erkannt, wie zeitraubend und anstrengend diese Methode sein kann. Wiederum andere gehen dabei schon ein wenig gezielter vor und nutzen Kuratoren und Aggregatoren um von den vielen News, die wichtigsten auszusortieren.

Kuratoren sind die oben bereits genannten Spezialisten, die ihrerseits eine besondere Kompetenz in bestimmten Ressorts besitzen und selber aus deren Newsfeed, die interessantesten und wichtigsten Informationen gebündelt weitergeben. Oftmals auch reduziert auf den kleinsten gemeinsamen Nenner. Von Aggregatoren spricht man, sobald man technische Helfer einsetzt. Diese Dienste werten algorithmisch die Nachrichten aus und bündeln sie nach Aktualität, Wichtigkeit oder nach thematischer Bedeutung. Das Zusammenspiel dieser beiden Möglichkeiten kann einem einiges erleichtern im Umgang mit dem Informationsfluss.
Zu den häufig genutzten Aggregatoren zählen u.a. Dienste wie Summify oder Instapaper. Summify nimmt dabei in etwa die Rolle des Social Readers ein. Der Dienst sammelt Links, die Freunde innerhalb ihres sozialen Netzwerkes, RSS-Feed und/oder Microblogs gepostet haben und schickt je nachdem wie oft man diese Links vor sich ausgebreitet sehen möchte, eine Mail an den Nutzer, die quasi als ein Best-of-Verteiler agiert. Die häufigsten geteilten oder kommentierten Links kommen dabei in die engere Auswahl. Instapaper ist ein Programm mit dem man Links bzw. Artikel abspeichern kann, sobald man auf diese stößt, sie interessant findet, aber derzeit keine Zeit hat die Artikel zu lesen. Diese Tools erweisen sich als sehr hilfreich und freuen sich einer großen Beliebtheit bei der Internetgemeinde.

Mit Bottlenose erschien letzte Woche ein neues Tool, welches bereits beim Start für großes Aufsehen gesorgt hat und welches gerade für Power-User eine brauchbare Alternative darstellt. Bottlenose kanalisiert den Facebook- und Twitter-Feed zu einem einzigen News-Feed, der sich sogar thematisch filtern lässt. Folgt man zum Beispiel dem Urheberrechts-Experten Matthias Spielkamp auf seinem Facebook oder Twitter-Account so bekommt man womöglich nicht nur interessante Links seiner Expertise vor sich ausgebreitet, sondern gegebenenfalls auch mal den ein oder anderen Foodspotting-Link. Für die meisten sicherlich eher uninteressant, aber in Zeiten der Social Media nun mal gängige Praxis. Lässt man doch gerne berufliches und privates im Netz zusammenfließen. Bottlenose macht hier jedoch einen Schnitt und lässt sich so einrichten, dass man einfach das Thema Urheberrecht anlegt und sämtliche Meldungen dahingehend algorithmisch ausgelesen bekommt und diese somit sortiert werden. Das Beste daran ist, dass man so sogar die Meldungen von Personen erhält, die nicht zwangsläufig in der eigenen Freundesliste sind, aber zu dem Thema etwas neues beizusteuern haben.

Man kann so beliebig viele Themen-Feeds erstellen, die man auch als visuelle Knoten auf einer Karte sichtbar machen kann. Durch diese Karten, die man „Sonar“, nennt wird ferner die Navigation durch die Themen um einiges vereinfacht. Mit einigen weiteren Instrumenten wie „reply“ oder „send alert“ kann man darüber hinaus noch mehr automatisieren. Die Funktion „send alert“ kann einem einen Alarm dann schicken, wenn beispielsweise zehn Links zu einem Thema veröffentlicht worden. Somit wird man direkt benachrichtigt, sobald besonders wichtige Updates kursieren. Mit der Funktion „Reply“ kann man automatische Antworten generieren auf bestimmte Fragen. Doch damit nicht genug. Für mich ebenfalls interessant, sind Prozesse, wie das automatische Verschieben von Bildern in die Dropbox, die man leicht via Buttons vornehmen kann.

Im Test hat sich Bottlenose sehr intuitiv und einfach angefühlt. Es ist schnell eingerichtet und hat einen spürbar schlankeren Feed zu bieten. Besonders für Twitternutzer ist dieses Tool interessant. Denn mal ganz ehrlich: Wer behält ab 1.000 Follower denn noch den Durchblick?

Probiert das Tool doch einmal aus und schreibt uns in die Kommentarzeile, ob euch Bottlenose gefällt. Genauso würde uns interessieren, wo Ihr Nachteile erkennt. Unten seht Ihr das Video zum Tool noch einmal.

Andreas Weck

schreibt seit 2011 für die Netzpiloten und war von 2012 bis 2013 Projektleiter des Online-Magazins. Zur Zeit ist er Redakteur beim t3n-Magazin und war zuletzt als Silicon-Valley-Korrespondent in den USA tätig.


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