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„Wir hoffen, dass Aurela noch eine Weile stabil bleibt“

Mithilfe der Möglichkeiten des Internets sucht Ulf Hundeiker auf eigene Faust nach Spenden für ein krankes Mädchen namens Aurela aus dem Kosovo. // von Tobias Gillen

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Sich um die Probleme dieser Welt zu sorgen ist das eine. Das andere ist, sich dafür einzusetzen, dass sich auch wirklich etwas ändert. Dabei muss man nicht immer die ganze Welt retten, manchmal reicht es schon, wenn man sich kleinere Ziele setzt. Kleiner, aber dafür nicht minder bewundernswert, ist, was Ulf Hundeiker mit seiner Initiative „Aurela darf nicht sterben“ seit eineinhalb Jahren umsetzt.


Warum ist das wichtig? Gerne wird das Internet als kaputt bezeichnet, aber wenn man sieht, wie Ulf Hundeiker die Möglichkeiten des Internets nutzt um einem kranken Mädchen zu retten, sieht man, dass das Internet zum Glück noch funktioniert.

  • Ulf Hundeiker sucht auf eigene Faust nach Spenden für ein krankes Mädchen aus dem Kosovo.
  • Dafür nutzt er das Internet und die Möglichkeiten von Social Media.
  • Inzwischen hat er in Eigenregie satte 20.000 Euro gesammelt – nur ein Viertel des benötigten Betrages.

Es geht um ein kleines Mädchen aus dem Kosovo. Aurela, keine drei Jahre jung, leukämiekrank. Hundeiker ist mit der Familie bekannt – und kämpft hierzulande für das nötige Geld, um Aurela eine Knochenmarktransplantation zu ermöglich. Bis zu 250.000 Euro würde das in einer deutschen Klinik kosten, in St. Petersburg wäre es günstiger, hier fielen nur 80.000 Euro an. Nur, in Relation zu den deutschen Kosten. Nicht aber für die Spendenkampagne eines einzelnen Mannes, der es inzwischen zwar zu WorldLifeVision e.V. geschafft und damit einen Partner an seiner Seite hat, der aber dennoch fast alleine kämpft.

Die Zeit läuft, Hundeiker ist – so eigene Angaben – langsam an einem Limit. Das hindert ihn aber nicht, weiter zu machen. Als wir die Initiative in Eigenregie Ende 2012 bereits begleiteten, hatte Hundeiker 4.000 Euro zusammen. Inzwischen sind es über 20.000 Euro – enorm, aber längst nicht ausreichend. „Ich merke, dass die Unterstützung für die Kampagne insgesamt nachgelassen hat„, berichtet Hundeiker. Dennoch berichten immer wieder Blogger über das Projekt, das freue ihn.

Anfangs fiel es Hundeiker nicht leicht, für sein Projekt zu werben. Immer wieder war er Anfeindungen ausgesetzt, die ihm vorwarfen, das Geld in die eigene Tasche zu wirtschaften. Diese Vorwürfe haben sich seit der Partnerschaft mit WorldLifeVision e.V. erledigt. Die Unterstützung der Crowd aber ist geblieben. Immer wieder liest man auf Blogs von Hundeikers Zielen und Ideen, weiter Geld aufzutreiben. Auch er selbst wirbt häufig über die Sozialen Medien dafür. „Aurela darf nicht sterben“ ist das perfekte Beispiel dafür, wie auch einzelne Personen mit viel Beständigkeit und Willen im Internet etwas erreichen können. Das muss nicht immer ein 19-Milliarden-Dollar-Deal sein, manchmal sind 20.000 Euro viel bewundernswerter.

Die Untersuchungsergebnisse sind „weiterhin ausgezeichnet, so dass wir hoffen können, dass sie noch eine Weile stabil bleibt„, sagt Hundeiker. Allerdings werde die Erhaltungschemotherapie nicht ewig wirksam bleiben. Er ist ehemaliger Krankenpfleger und weiß, wovon er spricht. Mehrfach hat er Aurela bereits im Kosovo besucht und ihr Medikamente mitgebracht, die er aus seiner eigenen Tasche bezahlt. Nicht, dass er am Ende des Monats viel Geld übrig hätte, aber Aurela ist es ihm wert.

Die Spendengelder verwendet er für soetwas nicht, die sind nur für die Transplantation. Und Hundeiker bleibt, „auch angesichts der Werte„, optimistisch, dass Aurela noch gerettet werden kann. Letztlich lässt sich heute das gleich Fazit ziehen wie vor eineinhalb Jahren. Damals sagte Hundeiker: „Chancen? Keine Ahnung. Auf jeden Fall: Aurela kann natürlich trotz der Therapie sterben. Ohne Therapie hingegen stirbt sie garantiert!“ Mit 20.000 Euro ist ein Viertel geschafft. Und wenn man Hundeiker beim Werben, beim Mobilisieren und beim Kämpfen zuschaut, darf man sich wohl sicher sein, dass er auch für die restlichen 60.000 Euro alles geben wird.

World Life Vision e.V.

Kontonummer: 4740084

Deutsche Skatbank

Bankleitzahl: 830 654 10

BIC: GENODEF1ALT

IBAN: DE68 83065410 0004740084

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Tobias Gillen

Tobias Gillen

ist freiberuflicher Medien- und Technikjournalist und Blogger. Nebenher schreibt er Bücher und E-Books und ist bei Twitter, Facebook und Google+ zu finden.

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