Twilio

Twilio weitet sein Angebot in Deutschland aus

Das Cloud-Kommunikationsunternehmen Twilio, weltweit bereits von mehr als 400.000 Entwicklern und Unternehmen genutzt, möchte jetzt auch in Deutschland den endgültigen Durchbruch schaffen.// von Niklas Möller

Twilio

Twilio kann zwar schon längere Zeit in Deutschland genutzt werden, aber erst heute werden hierzulande die benötigten zusätzlichen Funktionen freigeschaltet, die das Unternehmen von anderen Kommunikationsanbietern unterscheiden: lokale Telefonnummern. 2008 von Ex-Amazon Mitarbeiter Jeff Lawson mitgegründet, zählt die Plattform heute mehr als 400.000 registrierte Mitglieder. Über 300 Mitarbeiter sind unter anderem in Büros in San Francisco, Mountain View, New York City und London beschäftigt. Und jetzt in Berlin.


Warum ist das wichtig? Twilio ermöglicht es seinen Nutzern, mittels einer Cloud als Kunde direkt mit Firmen telefonisch in Kontakt zu treten, ohne umgeleitet zu werden.

  • Schon heute vertrauen mehr als 400.000 registrierte Nutzer auf die Dienste von Twilio.
  • Unternehmensmitgründer Jeff Lawson möchte jetzt auch in Deutschland den Durchbruch schaffen und somit weltweit expandieren. In über 50 Ländern ist Twilio schon aktiv.
  • Zu den namhaften Kunden gehören unter anderem Uber, AirBnb, Coca Cola und DriveNow.

Einfacheres Telefonieren

Twilio ist ein cloudbasiertes Telekommunikationsunternehmen; das heißt, dass Entwickler und Unternehmen mittels Twilio auf unkomplizierte Weise mit einander sprechen und sich gegenseitig Nachrichten schreiben können. Das funktioniert indem Twilio Entwicklern und Unternehmen eine einzige Telefonnummer zur Verfügung stellt, über die Kunden diese dann sowohl per SMS als auch telefonisch erreichen können. Bei seinem Besuch in Berlin erklärte Twilio-Gründer Jeff Lawson im Gespräch mit Netzpiloten-Leiter Tobias Schwarz, wie es zu der Idee gekommen ist: „Bei jeder einzelnen Firma brauchen wir Kommunikation, um eine bessere Kundenerfahrung zu ermöglichen; um Produkte zu bauen, muss man mit Kunden vor Ort kommunizieren. Und die gesamte Kommunikation war gemessen in Millionen von Stunden und Jahren der Umsetzungszeit. Wir mussten agiler sein.“

Dies ist ihm nun mit seinem neuen Unternehmen gelungen. „In den meisten mobilen Applikationen hat man eine Telefonnummer, Kundenservice genannt. Wenn man dort anruft, tätigt man einen Anruf beim Callcenter. Die wissen dort nicht, wer man ist und man muss sich authentifizieren, indem man einige Fragen beantwortet. Schließlich erreicht man einen Agenten, der die gleichen Fragen noch einmal stellt. Das ist dann ein halbstündiger Anruf“, erzählt Lawson und vergleicht die herkömmliche Telekommunikation mit den Möglichkeiten von Twilio. „Wenn man sich jetzt vorstellt, was Twilio ermöglichen kann, wenn man embedded Communication verwendet. Man kann in die mobile App einen Knopf einfügen, den man anklicken muss, um eine Internettelefonie zu tätigen, die die Identität und die Transaktion des Anrufs übermittelt. Also muss der Agent bloß das Telefon abheben und fragen: ‚Hallo, wie kann ich Ihnen mit Transaktion eins, zwei, drei, vier helfen?‘ Man kan somit den halbstündigen Anruf auf zwanzig Sekunden reduzieren.“


In seiner Keynote auf der Super Mobility Week sprach Jeff Lawson über die Firmengeschichte von Twilio:


Zahlreiche Kooperationen

Und noch einen klaren Vorteil bringt Twilio mit sich, entstanden aus einer Kooperation mit Google, wie Lawson erklärt. „Dank Twilio ist man in der Lage, die ganze Telekommunikation in der Cloud auszuführen und muss dafür keine Investition tätigen. Aber dann hätte man immer noch die ganze Hardware auf dem Schreibtisch. Deswegen haben wir mit Google und Google Chrome zusammengearbeitet, damit man sein gesamtes Callcenter auf ein Chromebook reduzieren kann.

Dass die Idee von Lawson aufzugehen scheint, zeigt sich nicht nur am internationalen Erfolg mit fast einer halben Millionen registrierten Mitgliedern. Immer mehr namhafte Firmen vertrauen auf die schnellen und mühelosen Kommunikationswege, die Twilio seinen Kunden bietet. DriveNow, dass Carsharing-Angebot des deutschen Automobilherstellers BMW sowie des Mietwagenunternehmens Sixt, nutzt Twilio, um seine Kunden über Autoreservierungen zu informieren. Aber auch zahlreiche Firmen mit internationalem Renommée wie Coca Cola, Uber, AirBnb oder Walmart vertrauen auf Twilio, um die eigene Kommunikation den neuen Standards anzupassen.

Was als nächstes kommt, weiß Lawson auch noch nicht. Aber: „Wir haben daran gearbeitet, mit Twilio in der ganzen Welt zu expandieren. Für über 50 Länder besitzen wir schon Telefonnummern. Zusätzlich zu unserer globalen Verbindung sind wir auch sehr stark an reiner Internetkommunikation interessiert.“ Insofern bietet Twilio noch viel Potenzial, um auch in Zukunft weiter zu wachsen.


Teaser & Image by Jeff Lawson


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Niklas Möller

Niklas Möller

hat in Hamburg Informationsmanagement studiert. Zur Zeit ist er Praktikant bei den Netzpiloten.

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