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Netzpiloten @Privacy Conference

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Am 27. September 2018 geht die Privacy Conference der Bitkom Events in die vierte Runde. Wie schon im Vorjahr werden auch 2018 wieder mehr als 250 Experten zum Thema Privatsphäre erwartet. Schauplatz ist auch diesmal wieder Berlin Mitte, genauer gesagt in der Kalkscheune. Der Veranstalter ist Bitkom, der Branchenverband der deutschen Informations- und Telekommunikationsbranche. 

Privatsphäre im Internet

Das digitale Europa ist seit dem 25. Mai 2018 nicht mehr dasselbe. Mit dem Inkrafttreten der DSGVO sind die Themen Privatsphäre und Datenhandel im Internet wieder in aller Munde. Die Angst vor einer großen Abmahnwelle war groß. Darf man Daten überhaupt noch weitergeben und wann ist man auf der sicheren Seite – die Fragen zum Thema häufen sich. Auf der Privacy Conference sollen solche und weitere Fragen beantwortet werden. 

Zu den Schlüsselfragen gehören:

  • Welche Best Practices wurden bisher etabliert?
  • Welche Probleme gilt es noch zu lösen?
  • Wie interpretieren und kontrollieren Aufsichtsführende Behörden die neuen Notwendigkeiten in der Praxis und mit welchen Bußgeldern ist wirklich zu rechnen?
  • Wie wir die DSGVO neue Technologien wie Blockchain, Big Data und AI beeinflussen?
  • Welche zusätzlichen Veränderungen können wir von der kommenden ePrivacy Regulation erwarten?

Die DSGVO hat für einen Aufruhr in der digitalen Branche gesorgt. Kompetente Datenschtzexperten, Managing Direktoren, Gründer, Wissenschaftler, Politiker und mehr beteiligen sich an der Diskussion auf der Privacy Conference und bringen mit ihren spannenden Vorträgen Licht ins Daten-Dunkel. Wenn das jetzt euer Interesse geweckt hat, müsst ihr schnell sein! Von den Early Bird Tickets könnt ihr nur noch bis zum 13. Juli profotieren. Danach gilt der normale Vorverkaufspreis.

Die Veranstaltung könnt ihr außerdem unter dem Hashtag #pco18 verfolgen. Hier gibt’s zudem einen Rückblick aufs letzte Jahr:

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Die Kritik am BND-Gesetz ist mehr als begründet

Surveillance (adapted) (Image by Jonathan McIntosh [CC BY-SA 2.0] via Flickr)

Das neue BND-Gesetz ist in vieler Hinsicht gefährlich und fehlgeleitet. Es legalisiert flächendeckende, vollkommen ungezielte Überwachung und untergräbt das Trennungsgebot zwischen Polizei und Geheimdiensten. Vor allem aber unterminiert es die ohnehin schon defizitäre demokratische Kontrolle der Geheimdienste noch weiter – und das, nachdem die Skandale der letzten Jahre gezeigt haben, wie dringend die Dienste einer strengeren Aufsicht bedürften. Protest und Kritik gibt es reichlich, doch ignoriert die Regierung diese im Bestreben, ihren undemokratischen und gefährlichen Kurs fortzusetzen.

Ein Gesetzesentwurf voller Probleme

Schon im Juni wurde der aktuelle Gesetzesentwurf fertig gestellt. Von Anfang an wurde versucht, ihn als Versuch darzustellen, die parlamentarische Kontrolle des BND zu verbessern und diesen so demokratischer zu machen. Das eigentliche Dokument – schon bald vom Blog Netzpolitik veröffentlicht – gibt dies aber mitnichten her.

Das BND-Gesetz sieht vielmehr eine Menge höchst problematischer Änderungen vor, die den Agenten noch freiere Hand garantieren als es bislang der Fall ist. Möglichkeiten, angelehnt an die der US-amerikanischen NSA, soll die Behörde demnach eingeräumt bekommen.

Die wohl problematischste Klausel in einem Gesetz, das vor dummen und gefährlichen Ideen nur so strotzt: internationale Telekommunikationsnetze (namentlich das Internet) sollen zukünftig kurzerhand dem Ausland und somit dem Zuständigkeitsbereich des BND zugerechnet werden. Somit dürfte der BND in diesen Netzen den Datenverkehr nicht nur mitlesen, sondern auch bis zu sechs Monate lang speichern und gezielt durchsuchen. Ähnliche, bereits seit Jahren andauernde und höchst umstrittene Praktiken am Frankfurter Netzwerk-Knotenpunkt De-Cix würden durch das neue Gesetz legalisiert.

Skandale und Kompetenzüberschreitungen

Die letzten Jahre sollten auch denjenigen, die zuvor noch Vertrauen in unsere Geheimdienste hatten, deutlich gezeigt haben, dass dieses Vertrauen fehl am Platze ist. Spätestens die Snowden-Enthüllungen und der darauf folgenden Ermittlungsarbeit des NSA-Untersuchungsausschusses haben gezeigt, dass der BND häufig seine Kompetenzen überschreitet und dabei auch gegen die Interessen der deutschen Bevölkerung agiert. Auf Geheiß der NSA oder auf eigene Faust wurden zahlreiche unbescholtene Bürger überwacht und die Daten häufig an ausländische Behörden weitergegeben. Fehler und Kompetenzüberschreitungen wurden vertuscht, Kontrollmechanismen, so überhaupt vorhanden, umgangen.

All das zeichnet kaum das Bild einer vertrauenswürdigen Behörde, die mit einem Mehr an Zuständigkeiten – und damit zwangsläufig auch an Macht – verantwortungsbewusst umzugehen wüsste. Vielmehr wird überdeutlich, dass nur eine vermehrte demokratische Kontrolle weiteres Fehlerverhalten effektiv unterbinden könnte. Genau diese Kontrolle aber ist – allen Lippenbekenntnissen zum Trotz – im BND-Gesetz nicht vorgesehen.

Langfristig wäre zweifellos eine Abschaffung der Geheimdienste die beste und demokratischste Lösung. Solange dies aber nicht praktikabel ist, muss zumindest sichergestellt werden, dass diese Behörden nicht einfach nach eigenem Gutdünken handeln können. Ihr Aufgabenbereich muss eng beschränkt und ihr Handeln effektiv kontrolliert werden. Das wird im neuen Gesetzesentwurf fahrlässig versäumt. So laufen wir Gefahr, einen selbstherrlichen, undemokratischen Staat im Staate entstehen zu lassen, der unsere Menschenrechte verletzt und niemandem Rechenschaft schuldig ist.

Kritik und Protest: Wohl begründet, doch zu wenig gehört

Von Anfang an regten sich Proteste gegen den neuen Gesetzesentwurf. Diese nahmen rund um die parlamentarischen Verhandlungen deutlich zu. An der Organisation der Kundgebungen waren so namhafte NGOs wie Digitalcourage, Reporter ohne Grenzen und Amnesty International  beteiligt.

Der politische Prozess allerdings nahm diese teils sehr eloquenten und gut begründeten Proteste kaum zur Kenntnis. Stattdessen wurde – wie es in den letzten Jahren häufiger bei Überwachungsgesetzen geschehen ist – mit undemokratischer Hast versucht, das Gesetz möglichst schnell und ohne große Diskussionen zu verabschieden. Das ist ein Armuszeugnis und keineswegs dazu angetan, die Sorge über das BND-Gesetz zu verkleinern.

Stoppt das BND-Gesetz!

Beim BND-Gesetz handelt es sich zweifellos um eines der gefährlichsten Überwachungsgesetze der letzten Jahre. Die Kritik an diesem Machwerk ist wohl begründet und hätte mehr Beachtung verdient. Es sollte alles getan werden, um zu verhindern, dass der BND nach den Skandalen der letzten Jahre freie Hand bekommt. Die Erfahrung lehrt, dass er mit dieser Freiheit nicht verantwortlich umgehen wird – und das unsere Freiheiten dadurch massiv eingeschränkt werden. Das gilt es zu verhindern.


Image (adapted) „Surveillance“ by Jonathan McIntosh (CC BY-SA 2.0)


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IoTcamp: Das Internet of Things (IoT) wird greifbar

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Am  4. Oktober fand das erste „IoTcamp“ zum Thema ,,Internet of Things“, der zunehmenden Vernetzung von Geräten via IP-Netz, statt. Die Organisatoren von Cassini Consulting bezeichneten die Veranstaltung als vollen Erfolg. Cassini wurde 2006 aus der Erkenntnis heraus gegründet, dass Digitalisierung und Transformation eine neue Form der Beratung erfordern. Das Portfolio beinhaltet Business-, IT-Strategie-, Technologie- und Projektberatung. Zu verdanken sei der Erfolg der Veranstaltung auch den Teilnehmern selbst gewesen. Beim Barcamp-Format bestimmen diese nämlich selbst die Detailthemen, die sie dann in workshopartigen Sessions vertiefen. Eine übergreifende Erkenntnis des IoTcamps brachte ein Teilnehmer in seinem Video-Statement auf YouTube auf den Punkt: „Alle sprechen von einer großen Welt, die wir noch nicht so kennen – die Welt ist eigentlich schon da …“.

Taipeh – die Smart City wird Wirklichkeit

Zu Beginn des IoTcamps begrüßte Sascha Pallenberg, der Tech-Blogger von mobilegeeks.de, die Teilnehmer mit einer Video-Keynote aus Taipeh. Wie weit die Entwicklung der taiwanesischen Hauptstadt in Richtung einer umfassend vernetzten Smart City gediehen ist, machte Pallenberg am Beispiel der Infrastruktur in den U-Bahnhöfen klar. Anhand des EasyCard-Ticketing-Systems erklärte er das nahtlose Zusammenspiel von öffentlichem Nahverkehr, Taxen und Leihfahrrad-Stationen. Der Wahl-Taipehaner zeigte, wie sich schon heute Pendler in der Großstadt Lebensmittel per Smartphone zum Kühlfach am Zielbahnhof liefern lassen. Neben Mobile Payment, auf dem all diese Angebote letztlich beruhen, nennt er zwei  weitere Technologien, die als zukünftige Standards das Internet of Things prägen werden: den LTE-Nachfolger 5G sowie Bluetooth 5.0 für die Nahbereichskommunikation. Aus Sicht des Bloggers seien vor allem Standards, Infrastruktur und Sicherheit maßgeblich, damit aus dem Internet of Things kein „Internet of Total Confusion“ werde.

Telekommunikations-Panel: Wir schaffen das

Bei der Panel-Diskussion unterhielten sich Vertreter bedeutender Telekommunikationsunternehmen über die IoT-Zukunft aus Sicht der Netzbetreiber und der Netztechnologie. Ein Ergebnis: Telefónica, Vodafone und der IoT-Spezialist Sigfox sehen die Netze für den Boom im IoT-Markt schon recht gut gerüstet. Die Zunahme des Datenverkehrs betrachteten die Panel-Teilnehmer als kein grundlegendes Problem. Diskutiert wurde allerdings über die verschiedenen technologischen Ansätze zur Vernetzung des Internets der Dinge: Mobilfunk versus Sigfox-Technologie. Ebenfalls Diskussionsthema war die Sicherheit der Daten in den Netzen.  

Selbstorganisierte Sessions: Von Smart Homes und Logistik-Fragen

Der Idee des Barcamp-Formats entsprechend engagierten sich alle 130 Teilnehmer in selbstorganisierten Arbeits- und Diskussions-Sessions, die zu Beginn der Veranstaltung gemeinsam definiert wurden. So kamen über 20 Sessions zustande, die sich diversen Teilthemen rund um den IoT-Komplex widmeten. Dabei ging es beispielsweise um „Data Formats for the IoT“ oder „Smart City Sensoren“, und auch bei „IoT im Alltag“ herrschte weitgehend Einigkeit: Etliche Technologien, etwa im Smart Home-Bereich, sind längst vorhanden. Die aktuelle Herausforderung besteht eher in der Integration der diversen Systeme und Funktionen. Diskutiert wurde ferner, wie schnell Paketkastensysteme sich in unserem Alltag durchsetzen könnten – prinzipiell lösen sie viele Probleme von Kunden und Logistik-Dienstleistern.  

IoT im Mittelstand: Ein Schritt nach dem anderen

Last but not least: In der Session „Wie gelingt dem deutschen Mittelstand der Einstieg in IoT?“ erörterten die Teilnehmer, was mittelgroße Unternehmen tun können, um ihr IoT-Engagement voranzutreiben. Ein Rat der Session-Teilnehmer: Ruhig mit kleineren Projekten starten, nicht sofort Millionensummen mit entsprechenden Renditeerwartungen investieren. IoT-Projekte sollten zunächst dazu genutzt werden, Transparenz über die Kundenwünsche herzustellen. Denn am Ende hat IoT viel weniger mit IT als mit Change Management zu tun. Für alle Marktteilnehmer ist die Entwicklung hin zum Internet der Dinge ein Prozess. Und wenn das IoTcamp in Düsseldorf eins gezeigt hat, dann dies: Für Unternehmen kommt es darauf an, jetzt die ersten Schritte zu tun.      

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WikiLeaks: Gebt euch mehr Mühe, wir brauchen euch noch!

Wikileaks Flag (Image by Graphic Tribe [CC BY SA 3.0], via Wikimedia Commons)

Im Umfeld des AKP-Leaks ist WikiLeaks in die Kritik geraten. Die geleakten E-Mails seien von eher geringer Bedeutung, zudem habe WikiLeaks per Social Media Links zu sensiblen Daten Unbeteiligter verbreitet, so heißt es. Die Kritikpunkte sind leider keineswegs komplett neu – und sollten gerade deshalb ernst genommen werden, weil WikiLeaks nach wie vor relevant und wichtig ist. Anderenfalls gefährden die Aktivisten ihr eigenes Anliegen. Damit würden sie uns allen schaden, denn nie waren Whistleblowing und investigativer Journalismus so wichtig wie heute.

Gefeiert für den AKP-Leak

Mit seinem „AKP-Leak“ – der Veröffentlichung von hunderttausenden E-Mails aus dem Umfeld der türkischen Regierungspartei – sorgte WikiLeaks wieder einmal für Schlagzeilen. Die türkische Regierung unter Recep Tayyip Erdogan, daran besteht in der westlichen Welt wohl kein Zweifel, hat einen Leak, der ihre Versäumnisse aufdeckt, mehr als verdient. Zu eklatant sind ihre Menschenrechtsverletzungen und insbesondere ihr Vorgehen gegen die Meinungs- und Pressefreiheit. Wer also dieser Regierung schadet, noch dazu mit einem so demokratischen Mittel wie einem Leak, sammelt kräftig Sympathiepunkte. Der Zeitpunkt, nur wenige Tage nach dem misslungenen – und, wie manche spekulieren, von der Regierung selbst inszenierten – Putschversuch tat sein Übriges: WikiLeaks war wieder in aller Munde.

Kurz nach der Veröffentlichung wurde WikiLeaks von der türkischen Regulierungsbehörde für Telekommunikation gesperrt. Viele Beobachter – darunter NSA-Whistleblower Edward Snowden – sahen diese Sperre, zu deren Umgehung schon bald zahlreiche Tipps kursierten, als Beleg für die Authentizität und auch die Relevanz des Leaks.

Kochrezepte und Spam-Mails

Mittlerweile wird jedoch Kritik am AKP-Leak laut. Die Journalistin Zeynep Tufekci, die nach eigener Aussage gute Kontakte zu türkischen Journalisten und Transparenz-Aktivisten hat, schreibt in der Huffington Post, bisher sei es keinem ihrer Kontakte gelungen, dem Leak tatsächlich bedeutende Informationen über die AKP zu entnehmen. Keine der E-Mails stamme von Erdogan oder seinen engen Vertrauten. Es gebe keinerlei Belege für irgendwelche Rechtsverletzungen in den Nachrichten. Es sei zwar möglich, dass noch etwas auftauche, aber angesichts der Tatsache, dass zahlreiche erfahrene Journalisten und Aktivisten danach bereits seit Tagen suchten, werde das zunehmend unwahrscheinlich.

Die E-Mails, so erklärt Tufekci, seien größtenteils gar nicht von der AKP geschrieben worden. Es handle sich vielmehr um E-Mails an die Partei – und dementsprechend seien die Nachrichten auch von wechselnder und teils eher geringer Relevanz. Der Leak enthalte unter anderem „Kettenmails, Kochrezepte, gute Wünsche zu Feiertagen, Spam-E-Mails, Anfragen nach Jobs, ernsthafte E-Mails, die darum bitten, dass ein Schlagloch repariert oder ein anderes Problem gelöst wird“.

Zugegeben: WikiLeaks behauptete niemals, es handle sich bei dem Leak um interne E-Mails der AKP. Die Aktivisten räumten schon in der Presseerklärung zum Leak ein, dass die verwendete Domain im wesentlichen der öffentlichen Kommunikation diene. Allerdings wurde nicht ausreichend klar gemacht, dass die AKP in vielen Fällen der Empfänger, nicht der Absender der E-Mails war. Zudem präsentierte WikiLeaks die Daten durchaus in einer Form, die nahelegte, dass sich darin inkriminierende Beweise gegen die AKP finden ließen, was ja bislang nicht der Fall zu sein scheint. So bleibt zwar keine direkte Lüge seitens WikiLeaks, aber zumindest ist eine gewisse medienwirksame Trickserei zu konstatieren. Der Leak wurde als deutlich bedeutender hingestellt, als er nach aktuellem Stand tatsächlich ist. Zudem stellt sich die Frage, wo angesichts einer augenscheinlich derart geringen Relevanz des Leaks das öffentliche Interesse an der Veröffentlichung dieser E-Mails zu verorten ist. Bislang scheint es, als nütze dieser Leak niemandem konkret. Dagegen werden die Persönlichkeitsrechte der Korrespondenten durchaus ein Stück weit verletzt, auch wenn es sich bei (unverschlüsselten) E-Mails naturgemäß nicht um ein vertrauliches Medium handelt. Hier wäre der Datenschutz wahrscheinlich höher zu bewerten als die positiven Auswirkungen einer Veröffentlichung.

Persönliche Daten per Social Media geteilt

Im Umfeld des AKP-Leaks, kritisiert Tufekci außerdem, dass WikiLeaks über diverse Social-Media-Kanäle Links zu einem größeren, ebenfalls geleakten Datenpaket verbreitet. Diese aber enthielten „sensible und private Informationen über Millionen normaler Leute“. Vor allem seien in der Datenbank (nach Tufekcis Recherchen korrekte und aktuelle) Adressen und andere persönliche Daten zahlreicher türkischer Wählerinnen hinterlegt. Diese, so befürchtet die Journalistin, müssen nun mit einem erhöhten Risiko von Straftaten wie Identitätsdiebstahl, Betrug und Stalking rechnen. Ihre Verbindung zu den kriminellen Machenschaften der Erdogan-Regierung: keine.

WikiLeaks hat bislang nicht zu den Vorwürfen Stellung genommen, außer, um darauf hinzuweisen, dass die Plattform das Datenpaket nicht selbst geleakt, sondern lediglich weiterverteilt hat. Das ist zwar richtig und wird auch von Tufekci nicht angezweifelt. Es entbindet WikiLeaks aber nicht von einer gewissen Verantwortung. Wer so populär und politisch einflussreich ist wie dieses Projekt, muss besonders darauf achten, was er per Social Media teilt. Das gilt besonders für Menschen, die wie das Team von WikiLeaks für einen zukunftsweisenden Umgang mit Daten und Informationen einstehen.

Neue Vorwürfe, alte Probleme

Die nun gegen WikiLeaks erhobenen Vorwürfe sind nicht grundsätzlich neu. Zwar ist es eine von politischen Gegnern gern verbreitete Lüge, dass die Plattform veröffentlichte Informationen grundsätzlich nicht redigiert. Allerdings passierten beim Redigieren auch in der Vergangenheit schon des öfteren Fehler oder Unachtsamkeiten, wurden persönliche Informationen übersehen oder fanden doch noch unredigierte Versionen der Daten ihren Weg ins Netz. Uneinsichtige bis zynische Aussagen von WikiLeaks-Gründer Julian Assange zu diesem Thema trugen nicht dazu bei, die Bedenken der Kritiker zu zerstreuen. Vor diesem Hintergrund ist die gedankenlose Verbreitung persönlicher Informationen zwar ebenso traurig wie empörend, aber leider nur bedingt überraschend. In dieser Hinsicht muss WikiLeaks dringend seinen Standard erhöhen. Investigativer Journalismus ist mehr als nur das wahllose Veröffentlichen von Informationen. Zu ihm gehört auch eine Verantwortung, der sich WikiLeaks endlich zur Gänze stellen muss: die Verantwortung auch für Unbeteiligte, die durch die Veröffentlichung zu Schaden kommen könnten.

Auch der Wunsch nach dem großen Coup, dem spektakulären Leak, ist nichts Neues und stellte den Aktivisten, allen voran dem bekanntermaßen gern im Mittelpunkt stehenden und als Held auftretenden Assange, schon des Öfteren ein Bein. Die AKP-Mails sind nicht der erste Leak, dessen Bedeutung von WikiLeaks im Vorfeld ein wenig aufgebauscht wurde.

Rückbesinnung auf die bedeutenden Werte

All diese Kritikpunkte sollen keineswegs heißen, dass WikiLeaks schlecht, böse oder irrelevant (geworden) ist oder, wie es einige Kolumnisten andeuten, seine großen Tage hinter sich hat. Im Gegenteil. Die Plattform beweist immer wieder, dass sie nach wie vor politisch Bedeutsames leisten kann, ganz aktuell mit den zu recht gefeierten Leaks über Hillary Clinton und die Parteiführung der US-Demokraten.

Gerade weil WikiLeaks so bedeutsam ist, müssen seine Mitarbeiter und Unterstützer die nun laut gewordene, begründete Kritik ernst nehmen und umsetzen. Die Bedeutung bestimmter Leaks ist nur ein weiterer Grund dafür, ihren medialen Einfluss nicht durch das Hypen weniger relevanter Dokumente zu unterminieren. In Zeiten von Korruption, massiver Überwachung, politischen Lügen und dem Streben der Eliten nach ständig mehr Macht und Kontrolle brauchen wir WikiLeaks nötiger denn je. Seinem Motto „Courage is contagious“ – „Mut ist ansteckend“ – gemäß hat das Projekt die Inspiration für eine ganze Reihe von Akten heroischen Whistleblowings in den letzten Jahren gegeben. Um so wichtiger ist es, dass sich WikiLeaks jetzt erneut vorbildlich verhält, sein mangelndes Verantwortungsbewusstsein und seine Ego-Probleme in den Griff bekommt und sich wieder auf seine eigentlichen Werte besinnt. Denn diese Werte werden wir in den nächsten Jahren gemeinsam verteidigen müssen.


Image „Wikileaks Flag“ by Graphic Tribe (CC BY SA 3.0)


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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

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  • GAMES sueddeutsche: Zurück in die Nullerjahre: De Maizière reanimiert Killerspiel-Debatte: Der Amoklauf am OEZ in München erschütterte am Wochenende die deutsche Gesellschaft. Mehrere Menschen verlieren ihr Leben durch einen Schützen, der seine Opfer wohl gezielt zu einer Fastfoodkette lockte. Der Bundesinnenminister, Thomas de Maizière, machte in einer Rede am Samstag eine Zeitreise. Was schon länger keinen Platz mehr in Diskussionen über Amokläufe fand, buddelt de Maizière nun wieder aus. Kein vernünftiger Mensch könne bestreiten, dass das unerträgliche Ausmaß von gewaltverherrlichenden Spielen im Internet auch eine schädliche Wirkung auf die Entwicklung von Jugendlichen habe.
  • YAHOO bloomberg: Verizon to End Yahoo Survival Fight With $4.8 Billion Deal: Der Überlebenskampf des Web Unternehmens Yahoo scheint ein Ende zu haben. Bevor die Märkte öffnen gab der amerikanische Telekommunikationskonzern Verizon bekannt, dass man das Kerngeschäft des Internetpioniers für rund 4,8 Milliarden US-Dollar übernehmen werde. Verizon hat wohl geplant, Yahoo mit AOL zusammenzulegen, um so im Bereich der Internetwerbung mit Facebook und Google konkurrieren zu können. Die Übernahme durch Verizon bedeutet, dass einer der bekanntesten Internetkonzerne nach 20 Jahren seine Eigenständigkeit verlieren wird.
  • PRISMA thenextweb: Prisma is now available to everyone on Android: Die Foto App Prisma, die auf einem Smartphone geschossene Bilder in das Design von „Malen nach Zahlen“ umwandelt, erfährt gerade einen großen Hype. Bisher war die App allerdings nur auf iOS Geräten zu ergattern. Das soll sich nun mit einem neuen Update ändern. Benutzer von Android Geräten sollen die App nun auch direkt vom Google Play Store downloaden können und müssen nicht mehr den Umweg über eine Einladung zu einer Beta Version gehen.
  • APP STORE t3n: Pokémon Go: Apple meldet Rekord-Downloadzahlen: Nach einem unfassbaren Wertanstieg der Nintendo-Aktie hat Apple nun bekanntgegeben, dass die Augmented-Reality-App „Pokémon Go“ einen Rekord im App Store aufgestellt hat. Genaue Zahlen veröffentliche Apple bisher wie gewohnt nicht. Auch unklar ist, ob im Google Play Store ebenso ein Rekord erreicht wurde. Ein Marktforschungsunternehmen schätzt die Download-Zahlen auf 7,2 Millionen in der ersten Woche. Zum Vergleich: Die populäre App Angry Birds kam damals nur auf 2,2 Millionen Downloads
  • KI wired: Den Olympia-Laufschuh von Nike hat eine KI entwickelt: Bald ist es wieder soweit und das Olympische Feuer wird wieder entzündet. Dann folgen die Sportler dem Ruf von Olympia und versuchen etwas Edelmetall zu erkämpfen. Besonders in der Leichtathletik hat dieses Event einen ganz besonderen Stellenwert, da die antiken Spiele vor allem in diesem Bereich ausgetragen wurden. Viele Leichtathleten werden entweder von Nike gesponsert oder benutzen die Schuhe des Unternehmens. Der neueste Schuh des Sportkonzerns soll der Schnellste der Welt sein und auf 100 Metern bis zu einer Zehntelsekunde schneller sein, als andere Schuhe. Das Besondere am Schuh – die Sohle wurde von Künstlicher Intelligenz entworfen.
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5 Lesetipps für den 19. Mai

In unseren Lesetipps geht es heute um die ganz großen Themen unserer Zeit: Google, Netzneutralität, Periscope, Geld und den Medienwandel. Ergänzungen erwünscht.

  • GOOGLE Wall Street Journal: Can Google Outsell Amazon and eBay?: In den nächsten Wochen möchte das Suchmaschinenunternehmen Google laut einem Artikel des „Wall Street Journal“ einen „Kaufen“-Button in der mobilen Suche einbauen. Klingt erst einmal nach einer guten Idee im Wettbewerb mit Amazon und Ebay, was aber noch lange nicht heißt, dass es klappt. Wenn aber, dann dreht Google am ganz großen Rad und wird den Online-Handel mächtig vorantreiben.

  • NETZNEUTRALITÄT Techdirt: European Mobile Networks Plan To Block Ads, Not For Your Safety, But To Mess With Google: Letzte Woche wurde über die Pläne von europäischen Telekommunikationsanbietern berichtet, mobile Werbung auf Smartphones und Tablets zu blocken. Was in erster Linie sehr nutzerfreundlich aussieht, und nur nebenbei eine Möglichkeit der Finanzierung von Journalismus verhindert, ist eigentlich nur ein Versuch, Geld von Google zu erpressen und die Freiheit im Internet ein Stück weiter einzuschränken. Mike Masnick bringt das wie gewohnt gut auf den Punkt.

  • PERISCOPE The Independent: Periscope keeps videos, and can edit and transmit them after they’ve been deleted: Der Titel hat Ihnen schon verraten, dass es sich in dem Artikel um die Livestreaming-App Periscope handelt. Hätte ich Ihnen aber über die in dem Artikel behandelten Probleme des Unternehmens erzählt, hätten sie sicher nicht gewusst, um welches Startup es sich handelt. Bestimmt nicht mal, ob der Artikel überhaupt aus diesem Jahr ist. Periscope speichert die angeblich verschwindenden Livestreams seiner Nutzer auf seinen Servern, und muss gerade sehr viel gegen Pornographie und Urheberrechtsverletzungen tun. Kommt Ihnen das alles bekannt vor? Wie so bei jedem Startup der vergangenen fünf Jahre, die auf von Nutzern generierte Inhalte setzen? Genau, mir auch.

  • GELD Mitteldeutsche Zeitung: Dänemark verabschiedet sich vom Bargeld: Sebastian Wolff schreibt über eine aktuelle Entwicklung in Dänemark, die auch die hiesige Diskussion um Bargeld wieder anfachen wird: Dänische Händler haben jetzt die freie Wahl, ob sie Bargeld überhaupt noch annehmen oder auf elektronische Bezahlung bestehen. Was auch Ökonomen fordern, ist der Albtraum von (deutschen) Datenschützern. Doch die Verbreitung bargeldloser Bezahloptionen wird steigen, wie PayPal-Deutschland-Chef Arnulf Keese mir im Interview erklärte.

  • MEDIENWANDEL American Journalism Review: News Partnerships Increase in Digital Age: Auf der Website des American Journalism Review schreibt Martha Hamilton über eine interessante Entwicklung im Journalismus: Kooperationen zwischen Redaktionen nehmen zu. Ein Grund dafür sind die finanziellen Einsparungen der letzten Jahre, denn oft fehlt es auch genug eigenem Personal. Sich aber aus seiner vertrauten Umgebung herauszugehen, mit anderen zu unterhalten und Alternativen kennenzulernen, ist zugleich auch die Grundlage für Innovationen, wie Hamilton an bekannten Beispielen aufzeigt.

CHIEF-EDITOR’S NOTE: Wenn Ihnen unsere Arbeit etwas wert ist, zeigen Sie es uns bitte auf Flattr oder indem Sie unsere Reichweite auf Twitter, Facebook, Google+, Soundcloud, Slideshare, YouTube und/oder Instagram erhöhen. Vielen Dank. – Tobias Schwarz

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Netzneutralität: WhatsApp lässt es bald klingeln

spy-whatsapp-messages (adapted) (Image by Sam Azgor [CC BY 2.0] via Flickr)

WhatsApp könnte schon bald seine 600 Millionen Nutzer kostenlos Telefonate via Internet führen lassen. Das ist Wasser auf den Mühlen der Telekoms, die sich die Aufweichung der Netzneutralität wünschen. Bald endlich könnte der Telefonhörer, den der populäre Kommunikations-Dienst WhatsApp im Logo trägt, Sinn machen. Schon vor einem Jahr hat Gründer Jan Koum, der seine Messaging-App um 22 Milliarden US-Dollar an Mark Zuckerberg verkaufte, kostenlose VoIP-Telefonate versprochen, jetzt dürfte der Start der Funktion kurz bevorstehen. Gratisanrufe sind dabei nicht nur ein Angriff auf konkurrierende Apps mit ähnlichen Funktionen, sondern werden die Diskussion rund um die Netzneutralität neu entfachen.

Bereits vor etwa einem Jahr angekündigt, mehren sich jetzt die Zeichen, dass die Facebook-Tochter WhatsApp demnächst eine Telefonie-Funktion (VoIP) in seinen Apps freischalten wird. Nutzer auf reddit berichteten, dass sie das Feature bereits ausprobieren konnten, und Ende Dezember hat der Android-Blog AndroidWorld.nl bereits entsprechende Screenshots gezeigt, die die Anruf-Funktion zeigen. Die VoIP-Anrufe soll dabei auch Funktionen wie automatische Antworten (z.B. “Kann gerade nicht antworten”) oder die einfache Koppelung mit Bluetooth-Geräten (Headset, Auto, etc.) beinhalten.

Aufholen auf die Konkurrenz

Innovativ ist WhatsApp nicht, sondern sieht sich eher gezwungen, mit konkurrierenden Messaging-Apps wie Line, WeChat oder Viber gleichzuziehen. Diese und andere Dienste (z.B. Skype) bieten schon lange kostenlose VoIP-Telefonate an. Auch bei Facebooks hauseigenem Messenger kann man Anrufe tätigen, allerdings nur zu anderen Facebook-Nutzern. Die Aufregung rund um die WhatsApp-Pläne resultiert eher aus der Marktmacht des Dienstes. Mit mehr als 600 Millionen monatlich aktiven Nutzern und Zuwachsraten von einer Million neuen Usern pro Tag liegt man deutlich vor der Konkurrenz, das Knacken der eine Milliarde Nutzer scheint noch 2015 möglich. Fraglich ist, ob die App künftig als Skype- bzw. Telefonie-Ersatz wahrgenommen wird oder eher weiter zum Text-basierten Chatten verwendet wird. Wie erste Nutzer berichten, wird die Funktion erst freigeschaltet, wenn man von einem anderen User angerufen wird. Diese Strategie könnte Früchte tragen, weil sich die VoIP-Möglichkeit dann viral im Netzwerk verbreiten würde.

WhatsApps Telefonie-Funktion wird Wasser auf den Mühlen der europäischen Telekomkonzerne sein. Sie wettern schon länger gegen die so genannten Over-the-Top-Dienste (OTT) wie WhatsApp, die Konkurrenzprodukte zu ihren Angeboten (Telefonie, SMS, etc.) kostenlos anbieten und damit ihre Geschäftsmodelle untergraben. Während sie die notwendige Infrastruktur bezahlen würden, könnten US-Firmen ihre Dienste über ihre Netze anbieten, ohne einen Cent in Funkstationen oder Breitbandnetze zu stecken.

Die Deutsche Telekom etwa wird in den kommenden fünf Jahren 23,5 Mrd. Euro in seine Netze (Breitband, Mobilfunk) investieren, die Telekom Austria steckt dieses Jahr etwa 400 Mio. Euro in sein Glasfasernetz.

Kampf um Einnahmen

Um diese massiven Aufwendungen kompensieren zu können, drängen Telekoms die Politik schon länger zu der Möglichkeit, Internetfirmen wie Google, Facebook, Spotify oder Netflix zur Kasse bitten zu können, wenn diese priorisierte Leitungen für ihre Services wollen. Facebooks neuer Chef für Messaging-Produkte, der ehemalige PayPal-Präsident David Marcus, argumentiert hingegen, dass man den Telekoms vielmehr helfen würde, Internetzugänge an die Konsumenten verkaufen zu können. Ein Smartphone samt Tarif würde ja erst Sinn machen, weil man dann all die tollen Dienste von Facebook und anderen nutzen könne. Was er nicht dazusagt: WhatsApp verlangt von seinen Nutzern eine Jahresgebühr von einem Euro, ist also nicht komplett kostenlos.

Damit wird sich die Diskussion rund um die Netzneutralität weiter zuspitzen. Der neue EU-Digitalkommissar Günther Oettinger sagt zum einen, dass keine Daten bevorzugt werden dürfen, spricht aber zum anderen von Diensten im öffentlichen Interesse, die Vorrang bekommen können sollen – welche das genau sind, ist derzeit Auslegungssache. Das EU-Parlament stimmte im April 2014 für die Beibehaltung der Netzneutralität, also die technische Gleichbehandlung des Datenverkehrs. Ob das so bleiben wird, ist fraglich.

Lesetipp: 19 Tipps, die die Messaging-App WhatsApp erträglich machen


Die morgendlichen Lesetipps und weitere Linktipps am Tag können auch bequem via WhatsApp abonniert werden. Jeden Tag informiert dann Netzpiloten-Projektleiter Tobias Schwarz persönlich über die lesenswertesten Artikel des Tages. Um diesen Service zu abonnieren, schicke eine WhatsApp-Nachricht mit dem Inhalt arrival an die Nummer +4917622931261 (die Nummer bitte nicht verändern). Um die Nachrichten abzubestellen, einfach departure an die gleiche Nummer senden. Wir werden, neben dem Link zu unseren morgendlichen Lesetipps, nicht mehr als fünf weitere Lesetipps am Tag versenden.


Image (adapted) „spy-whatsapp-messages“ by Sam Azgor (CC BY 2.0)


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Twilio weitet sein Angebot in Deutschland aus

Twilio

Das Cloud-Kommunikationsunternehmen Twilio, weltweit bereits von mehr als 400.000 Entwicklern und Unternehmen genutzt, möchte jetzt auch in Deutschland den endgültigen Durchbruch schaffen.// von Niklas Möller

Twilio

Twilio kann zwar schon längere Zeit in Deutschland genutzt werden, aber erst heute werden hierzulande die benötigten zusätzlichen Funktionen freigeschaltet, die das Unternehmen von anderen Kommunikationsanbietern unterscheiden: lokale Telefonnummern. 2008 von Ex-Amazon Mitarbeiter Jeff Lawson mitgegründet, zählt die Plattform heute mehr als 400.000 registrierte Mitglieder. Über 300 Mitarbeiter sind unter anderem in Büros in San Francisco, Mountain View, New York City und London beschäftigt. Und jetzt in Berlin.

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Malte Spitz: „Big Data is watching you“

Malte Spitz auf der Buchmesse (Bild: Christina zur Nedden)

„Was macht ihr mit meinen Daten?“ – Malte Spitz fragt bei Mobilfunkanbietern, Fluggesellschaften und Ämtern nach und legt die Grundlagen eines (möglichen) Überwachungsstaats offen. // von Christina zur Nedden

Malte Spitz auf der Buchmesse (Bild: Christina zur Nedden)

Spätestens seit Beginn des von Edward Snowden enthüllten Überwachungsskandals ist Datenschutz ein Thema. Doch die Diskussion bewegt sich meist auf theoretischer Ebene. Der Politiker und Bürgerrechtler Malte Spitz erkundet in seinem ersten Buch „Was macht ihr mit meinen Daten?“ was es praktisch bedeutet, wenn Daten gespeichert und ausgewertet werden. Er hakte bei alltäglich genutzten Diensten wie Mobilfunkanbietern und Krankenkassen nach und warnt vor den Gefahren für die persönliche Freiheit jedes Einzelnen durch die zunehmende Verdatung unserer Handlungen.

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Schwimmbad-Analogie: Wie das Leben ohne Netzneutralität wäre

Mobilfunker und Netzbetreiber wollen die Gleichbehandlung aller Daten im Internet beseitigen. Wie sich das anfühlt, durfte ich kürzlich im Wiener Stadthallenbad erfahren. // von Jakob Steinschaden

Stadthallenbad in Wien (Bild: Jakob Steinschaden)

Ein Besuch im Wiener Stadthallenbad hat mir kürzlich gezeigt, wie ein Internet ohne Netzneutralität aussehen würde. Während sich Firmen Premium-Bahnen für ihre Mitarbeiter kaufen können, mussten sich die normalen Badegäste auf den anderen Schwimmbahnen drängen – obwohl sie alle schon Eintritt bezahlt haben. Das droht auch dem Netz: Wer viel Geld hat, kann sich die Überholspur leisten, die anderen müssen sich damit begnügen, was an Bandbreite für sie übrig bleibt.

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