Warum wir Künstliche Intelligenz demokratisieren sollten… ja müssen!


Dieser Beitrag ist Teil einer Artikelreihe im Vorfeld der Digitalkonferenz EXPLAINED von Microsoft Deutschland. Die Konferenz findet am 23. März 2017 in Berlin statt.


Unser Bild von Künstlicher Intelligenz ist wahrscheinlich zu sehr von Science-Fiction geprägt. Es wirkt beinahe so, als ob das Thema Künstliche Intelligenz noch in den Kinderschuhen steckt. Mit einem chattende Bots oder unsere spielerische Auslotung der Fähigkeiten von Apples Siri oder Microsofts Cortana lassen das zwar vermuten, in Wahrheit werden aber bereits jetzt die Weichen für die Zukunft gestellt. Es gibt dabei nur ein Problem: bisher werden diese Weichen beinahe nur von einigen wenigen Technologie-Unternehmen gestellt.

Wir als Gesellschaft sind an den Entscheidungen nicht beteiligt und die von uns mit öffentlichen Mitteln geförderte Forschung ist im Vergleich nicht konkurrenzfähig. Das von der Europäischen Union und verschiedenen Bundesministerien geförderte Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) gilt als eines der weltweit führenden und größten Forschungseinrichtungen zum Thema Künstliche Intelligenz. Rund 42,5 Millionen Euro standen dem DFKI dafür im Jahr 2015 zur Verfügung.

Die Summe ist ein Bruchteil von dem, was Unternehmen wie Google, Microsoft, IBM, Intel, Apple, Baidu und Salesforce in den letzten Jahren für Akquisen und Forschung ausgegeben haben. Seit 2011 wurden rund 140 Firmen für Künstliche Intelligenz von ihnen aufgekauft, davon allein 40 im Jahr 2016. Und Google hat in den letzten Jahren bereits mehr als 4 Milliarden US-Dollar in strategische Projekte für Maschinelles Lernen und vernetzte Geräte investiert. Die Lücke zwischen öffentlichem und unternehmerischem Wissen ist schon jetzt riesig.

Doch wer die Grundlagen in diesem Bereich setzt, wird auch die Zukunft nach seinen Vorstellungen gestalten können. Maschinelles Lernen und Künstliche Intelligenz werden wesentlich für die wirtschaftliche Wertschöpfung in unserer Gesellschaft werden. Dieses Potential nur in die Hände weniger Unternehmen zu geben, so sympathisch ihr Engagement heutzutage erscheint, ist gefährlich. Es könnte dazu führen, dass nach Gewinn strebende Firmen Entscheidungen zum eigenen Wohl und nicht dem unserer Gesellschaft treffen.

Demokratisierung von Künstlicher Intelligenz zum Wohle aller

Die Möglichkeiten von Maschinellem Lernen und Künstlicher Intelligenz allen Menschen zur Verfügung stellen, welche Innovationen dadurch entdeckt werden können, wenn nicht nur Unternehmen darüber nachdenken, sondern alle forschenden und nach Veränderungen sowie Weiterentwicklungen strebende Menschen, ist kaum zu erahnen. Künstliche Intelligenz als vielleicht das wichtigste Produktionsmittel der Zukunft muss zum Wohle aller Menschen – und das weltweit – demokratisch gestaltet werden und zugänglich sein.

Diese Verteilung von Macht ist unserem politischen Demokratiesystem zu eigen, wir kennen die Vorteile von Dezentralität aber auch vom Internet. Dass sich heutzutage Menschen für ein offenes und freies Internet einsetzen, liegt daran, dass diese Ideen zwischen der akademischen Nutzung des Internets bis Ende der 1970er Jahre und der kommerziellen Nutzung ab 1990 entwickelten. Diese wilden Jahre des Internets prägten unser Verständnis davon. Künstliche Intelligenz scheint von Beginn an nur kommerziell zu sein.

Die Demokratisierung von Künstlicher Intelligenz ist aber keine weitere politische Forderung, voller die Realität ignorierender Ideale, sondern auch im Interesse der Unternehmen und deshalb der Hebel unserer Gesellschaft, um eine Veränderung zu erzielen. Denn damit eine Künstliche Intelligenz entstehen kann, braucht es Unmengen an Daten für Maschinelles Lernen von biologischer Intelligenz, also uns Menschen. Damit etwas wie beispielsweise Microsofts Cortana sich entwickeln kann, muss es von uns sehr viel noch lernen.

Vermutlich werden wir Künstliche Intelligenz als eine weitere technische Annehmlichkeit empfinden. Wollen wir aber, dass die Programme alles über uns wissen, nur damit sie bessere Vorhersagen treffen können? Und wenn ja, wollen wir das auch, wenn ein gewinnstrebendes Unternehmen dahintersteht – und auch dann noch, wenn wir als Gesellschaft keinen wirklichen Vorteil außer ein paar mehr Online-Dienste haben? Unsere Informationen sind wichtig für die Entwicklung Künstlicher Intelligenzen. Wir als Gesellschaft sollten davon profitieren.

Was meinen Sie, Peter Jaeger?

Dies alles kann man am 23. März 2017 auf der nächsten EXPLAINED-Digitalkonferenz von Microsoft Berlin mit Peter Jaeger besprechen. Das Mitglied der Geschäftsleitung von Microsoft Deutschland spricht dort über das Thema Demokratisierung von Künstlicher Intelligenz. Ich bin schon auf seine Antworten gespannt. Mit Cortana entwickelt Microsoft ein Anwendungsbeispiel, wie wir wohl in wenigen Jahren schon Künstliche Intelligenz im Alltag benutzen. An Cortana können wir erkunden, wer von Künstlicher Intelligenz profitiert.


Image (adapted) „Brain“ by PeteLinforth (CC0 Public Domain)


 

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