GEMA vs. YouTube erreicht neue Stufe: Meteoritenvideo gesperrt

GEMA vs. YouTube erreicht neue Stufe: Meteoritenvideo gesperrt

Die ganze Welt schaut sich den Meteoriten-Hagel in Russland auf YouTube an. Nur die Deutschen nicht. Eine neue Farce im GEMA-YouTube-Streit.

GEMA vs. YouTube erreicht neue Stufe: Meteoritenvideo gesperrt

Der Streit zwischen Googles Videoplattform YouTube und der Musiklizensierungsgesellschaft GEMA scheint nun endgültig zu eskalieren. Während es in Tscheljabinsk, Russland, Meteoriten vom Himmel regnete, zeichnete eine so genannte Dashboard-Kamera auf dem Amaturenbrett eines Autos das Spektakel auf – inklusive Musik vom Autoradio.

Natürlich – wie sollte es anders sein – war das Video nach wenigen Stunden in Deutschland nicht mehr verfügbar und der klassische „Dieses Video ist in Deutschland leider nicht verfügbar, da es möglicherweise Musik enthält, für die die erforderlichen Musikrechte von der GEMA nicht eingeräumt wurden. Das tut uns leid“-Screen war zu sehen.

Und das wegen Musik, die im Hintergrund eines Ereignisses lief, das weltweites Interesse genießt? Die GEMA scheint es tatsächlich darauf anzulegen, sich mit jedem Tag unbeliebter zu machen. Nicht umsonst ist Deutschland Spitzenreiter, was die gesperrten Videos auf YouTube betrifft. Einer Analyse der „OpenDataCity“ zufolge, sind von den 1.000 beliebtesten Videos auf YouTube hierzulande ganze 615 gesperrt. Selbst der Südsudan sperrt nur gut 150 Videos, Vatikanstadt 50. Kirgistan, Afghanistan und Bermuda sogar unter 5% der Top 1.000.

Auch der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) sieht das Verhalten der GEMA kritisch. In einer Mitteilung von Klaus Minhardt heißt es: „Als Journalisten-Verband fordern wir die beiden Parteien auf, eine schnelle Einigung herbeizuführen, da es nicht hinnehmbar ist, dass Nachrichten von öffentlichem Interesse wegen dieser Auseinandersetzung in Deutschland nicht abrufbar sind.“

YouTube sperre diese Videos über einen Algorithmus automatisch, da durch die GEMA-Forderungen ein finanzielles Risiko bestehe. Es sei zu umständlich, die einzelnen Videos manuell freizugeben. Die Nutzung dieses Algorithmuses geht auf das Gerichtsurteil vom April 2012 zurück, indem das Landgericht Hamburg YouTube dazu aufforderte, Software zum Schutz des Urheberrechts zu verwenden.

Aktuell plane die GEMA eine weitere Klage mit 14.000 Musikstücken, wie GOLEM aufgrund eines Tweets des DJV in Berlin-Brandenburg berichtet. Auch in Zukunft ist wohl keine akzeptable Lösung in Sicht und somit heißt es weiter:



Update:

GEMA widerspricht der Aussage des DJV BB via Twitter.

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Tobias Gillen

Tobias Gillen

ist freiberuflicher Medien- und Technikjournalist und Blogger. Nebenher schreibt er Bücher und E-Books und ist bei Twitter, Facebook und Google+ zu finden.

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