Fitnesstracker in der Übersicht: Das sind die besten Modelle

Der Markt der Fitnesstracker ist ziemlich unübersichtlich, die einzelnen Hersteller liefern sich erbitterte Kämpfe oder kaufen sich gegenseitig auf. Wir sagen euch, bei welchen Modellen ihr selten falsch liegt. „Fitbit“ hat für die dezenten Gesundheits-Überwacher inzwischen fast die gleiche Bedeutung wie “Tempo” für Taschentücher. Dennoch ist Fitbit längst nicht mehr der größte Hersteller weltweit: Die Konkurrenz drängt aus China auf den Plan.

Fitnesstracker: Garmin und Xiaomi springen auf

Xiaomi ist ein nicht ganz unbekannter Name, obwohl man offiziell nicht außerhalb des Heimatlandes verkauft. Das Xiaomi Mi Band 2 wurde zum echten Geheimtipp, verbreitet durch Online-Händler, die zu kleinem Aufpreis auch nach Deutschland exportieren.

Ebenfalls in den Top 5 der erfolgreichsten Firmen der Branche vertreten sind üblicherweise Garmin, Samsung und Apple. Diese Tracker respektive Uhren sind allerdings mit Vorsicht zu genießen, denn Apple stellt im traditionellen Sinne keine Fitnesstracker, sondern Smartwatches mit Fitness-Funktionen her. Auch Samsung legt den Schwerpunkt auf hochcomputerisierte Computeruhren wie die Gear S3. Samsung schafft es, mit nur wenigen Produkten für gute Verkaufszahlen zu sorgen. Garmin hatte sich über die Jahre ja eigentlich einen Namen durch Navigationsgeräte gemacht, ist jedoch schon seit einiger Zeit auch breit mit Fitnesstrackern aufgestellt. 

Fitbit schluckt Pebble, Nokia kauft Withings

Ende 2016 wurde der Smartwatch-Pionier Pebble von Fitbit aufgekauft, ein großer Teil der Mitarbeiter wurde dabei übernommen. Viel gemerkt hat man seitdem davon nicht. Die alten Pebble-Uhren wurden nicht mit neuem Branding versehen oder eine neue Smartwatch mit E-Paper-Display von Fitbit veröffentlicht. Das E-Paper-Display brachte eine bessere Ablesbarkeit in der Sonne und einen äußerst geringen Stromverbrauch mit sich.

Mit diesem Feature hatte Pebble damals nämlich die zahlreichen Unterstützer beim Crowdfunding gewinnen können und ebnete den Weg für viele weitere Smartwatches. Allgemein hält sich Fitbit allerdings noch aus dem Smartwatch-Business raus und beschränkt sich auf Fitnesstracker. Die Auswahl ist riesig, doch muss man sich eigentlich nur auf ein paar wenige Modelle beschränken.

Ein fast genauso bedeutender Kauf in dem Bereich war der von Withings durch Nokia. Der schwächelnde Ex-Finne konnte mit dem modernen Telefonmarkt nicht so wirklich Schritt halten und versuchte es daher offenbar mithilfe der Franzosen. Großartige Auswirkungen hatte die Akquisition allerdings nicht, noch immer ist Withings eher ein Geheimtipp für Personen, die einen möglichst analog anmutenden Fitnesstracker bevorzugen, wie zum Beispiel den Withings Steel HR. Günstige Geräte ganz ohne Display wie das Withings Go runden das Sortiment ab.

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Image by Withings

Ähnliche Funktionen, unterschiedliche Ausführung

So unterschiedlich die vielen Fitnesstracker an sich schon sind: Ganz wichtig beim Vergleich ist das Ökosystem des Herstellers. Da die kleinen und spartanischen Displays nur wenig Platz zur Auswertung der gesammelten Daten bieten, sind die Smartphone-Apps und Online-Dienste essentiell. Grundlegend bieten sie alle ähnliche Funktionen, doch die Ausführungen sind unterschiedlich. Zumeist ist auch ein Socializing-Feature dabei, durch das ihr euch mit euren Freunden messen könnt.

Fitbit: Was geht, Alta?

Wenn die Auswahl bei Fitbit etwas erschlägt, sollte man sich nicht all zu viele Sorgen machen. Grundlegend beschränkt sich die Liste der nennenswerten Produkte nämlich auf vier Stück: Flex 2, Alta, Charge 2 und Blaze. Die Fitbit Flex 2 ist der schlankste und günstigste Fitnesstracker aus dem Hause und bleibt optisch sehr minimalistisch. Ohne Smartphone informiert das Flex 2 ausschließlich via LEDs.

Wer mehr Daten direkt am Handgelenk ablesen will, sollte sich die Alta genauer ansehen. “Das schlankste Herzfrequenz-Armband der Welt”, wie es vom Hersteller beworben wird, ist auch ohne das HR-Feature erhältlich, dann auch deutlich billiger. Auf dem monochromen Display werden zum Beispiel Uhrzeit, Schrittzahl und Puls dargestellt. Bei Verbindung mit dem Smartphone werden auch Benachrichtigungen weitergeleitet, sodass man nichts mehr verpasst.

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Image by Fitbit

Das alles und etwas mehr finden sich auch im Flaggschiff-Modell Charge 2. Ebenfalls an Bord sind unter anderem Support für mehrere Sportarten, Stockwerkzählen und das Nutzen der GPS-Verbindung des gekoppelten Telefons. Etwas aus dem Rahmen fällt die Fitbit Blaze, auch preislich liegt sie über seinen Geschwistern. Die Blaze ist der erste Versuch im Smartwatch-Geschäft. Allerdings setzt Fitibit hier auf eine proprietäre Software-Lösung, die jedoch den etablierten Herstellern überlassen werden sollte. Schließlich fehlen so viele Apps, die Entwickler nicht extra für die neue Plattform portieren werden.

Garmin: Viel hilft viel weniger

Noch mehr Auswahl als Fitbit bietet der Navigations-Profi Garmin. Von Übersichtlichkeit kann hier gar keine Rede sein. Hilfreich ist es bei diesem Hersteller allerdings, den Fokus ausschließlich auf die klassischen Sport-Tracker zu legen – besonders stark vertreten sind die Schweizer nämlich mit GPS-Uhren wie die Fenix 5.

Vollkommen in den Schatten stellt die Garmin vivofit 3 seine Konkurrenz. Bis zu ein Jahr Akkulaufzeit verspricht der Hersteller, und erreicht dies trotz des üblichen Schrittzählers, Aktivitätstracking und Verbindung mit dem Smartphone. Das niedrig auflösende Display ist nach Aktivierung sogar hintergrundbeleuchtet.

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Image by Garmin

Wie bei Trackern üblich, muss die Vivosmart 3 einmal in der Woche an den Strom. Diesen Preis muss man zum Beispiel für eine durchgehend genaue Pulsmessung, Berechnung des Stresslevel und Trainingszustand oder einen berührungssensitiven Bildschirm bezahlen.

Noch eine Nummer größer ist die Garmin Vivoactive HR. Der Fitnesstracker bietet ein Farbdisplay, auf dem bereits umfangreiche Statistiken angezeigt werden können. Außerdem ist ein GPS-Empfänger verbaut. Das schlägt sich jedoch auch im Preis nieder: Der Vivoactive HR kostet knapp doppelt so viel, wie andere Fitnesstracker. 

Polar: Von günstig bis High-End

Zwar verlässt sich die Polar Loop 2, der günstigste Fitnesstracker der finnischen Firma, auch nur auf Anzeige durch LEDs, diese ist jedoch sehr klug umgesetzt. Die 85 Lämpchen können Uhrzeit, Trainingslevel und sogar grob den Inhalt von Benachrichtigungen wiedergeben.

Während sich die Loop 2 noch recht günstig präsentiert, muss man bei der Polar A370 tief in die Tasche greifen. Die A370 eignet sich auch bestens für Schwimmer dank Wasserdichte. Beim Joggen kann das Smartphone zuhause bleiben, denn der Tracker erfasst durch die Armbewegungen und GPS automatisch, welche Strecke zurückgelegt wurde.

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Image by Polar

Xiaomi Mi Band 2: Nicht nur für Einsteiger empfehlenswert

Wie schon eingangs erwähnt, hat sich Xiaomi eigentlich mit nur einem einzigen Produkt einen Platz ganz oben auf dem Treppchen ergattern können. Das Xiaomi Mi Band 2 liegt im unteren Preissegment und beherrscht die wichtigsten Fitnesstracker-Funktionen. Es zählt Schritte, überwacht den Schlaf dank Pulsmesser und leitet sogar Benachrichtigungen vom Smartphone weiter.

Im Angebot bei diversen China-Händlern kostet das Multitalent oft nur bis 15 Euro – bei Amazon kostet es 30 Euro. Ein kleines Manko ist das Ökosystem, welches verglichen mit der hier vorgestellten Konkurrenz ohne Frage das schlechteste ist. Die Einrichtung in der teilweise nur auf Englisch übersetzten App funktioniert zwar, Online-Wettkämpfe mit Freunden kann man aber getrost vergessen. Eine richtige Einordung der Fitnessdaten erfolgt ebenfalls nicht.

Fazit: Günstig anfangen

Eine glasklare Empfehlung kann ich kaum aussprechen, jeder Tracker muss auch zum persönlichen Einsatzzweck passen. Denn ganz billig sind die meisten – abgesehen vom Xiaomi Mi Band 2 – auch nicht. Wenn du erst einmal schauen möchtest, ob so ein Fitness-Tracker etwas für dich ist, kannst du blind zu dem China-Wearable greifen. Von hier ausgehend merkst du vielleicht, welche Aspekte dir wichtig sind, so dass du dich zum entsprechenden Tracker filtern kannst.

(Update 23.8.: Notwendigkeit, beim Polar-Gerät das Smartphone dabei zu haben, korrigiert.)

Dieser Artikel erschien zuerst auf Androidpiloten.


Image (adapted) „Polar A360“ by Stevepb (CC0 Public Domain) / Images by Polar, Withings, Fitbit


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Jonathan Kemper

Jonathan Kemper

studiert Technikjournalismus und schreibt News und Nonsens. Testet Telefone, greift Gitarrenhälse, praktiziert Pfadfindertum. Normalerweise nachtaktiv. Achtet auf Alliterationen.

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