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Mit Herz und Style: Günstige Fitnesstracker-Serie Withings Move kommt mit EKG und in vielen Farben

Withings Move ECG Health Mate App

Fitnesstracker sind nicht mehr wahnwitzig teuer und können gleichzeitig immer mehr. Die neue Modellreihe Withings Move ist ein gutes Beispiel dafür. Dabei handelt es sich um Fitnesstracker im Look analoger Uhren mit besonderen Vorzügen. Das Standardmodell sticht durch fünf bunte Designs aus der Masse heraus. Weitere Farbkombinationen lassen sich online gestalten. Mit einem Preis von rund 70 Euro ist das Modell zudem erschwinglich. Die Variante Withings Move ECG kostet zwar 50 Euro mehr, kann aber ein EKG aufzeichnen und somit Herzprobleme aufdecken. Ebenfalls ein EKG beherrscht die smarte Manschette Withings BPM Core, vereint sie aber zusätzlich mit Blutdruckmessgerät und digitalem Stethoskop. Das Produkt-Trio erscheint im Laufe das Jahres, wie der Hersteller heute auf der CES 2019 ankündigte.

Withings Move und Withings Move ECG: Schicker sporteln

Nach dem Rückkauf von Nokia treibt Withings nun wieder mit Elan die eigene Produktentwicklung voran. Während die Steel HR Sport vornehmlich ausgeprägte Fitness-Fans mit größerem Budget anspricht, adressiert die neue Withings Move eher die Alltagsgesundheit von Preisfüchsen mit Design-Vorliebe.

Herzstück ist ein analoges Ziffernblatt mit 38 Millimeter Durchmesser, das den technischen Charakter des Fitnesstrackers elegant ummantelt. Zwei Zeiger geben die Uhrzeit an, während ein weiterer den prozentualen Fortschritt der Aktivität von null bis 100 visualisiert. Damit erinnert sie zum Beispiel an die Withings Activité Pop. Das zusätzliche OLED-Display der Steel HR fehlt aber.

Gehen, Joggen, Schwimmen und Radfahren erkennt die Withings Move dabei automatisch. Außerdem zeichnet sie per GPS Dauer, Distanz, Höhe und Weg auf. Die Schlafanalyse und „smartes“ Aufwachen ist ebenfalls an Bord. Für genaue Einblicke synchronisiert der Tracker die Daten mit der Smartphone-App Withings Health Mate. Trotz aller Technik hält die Batterie dem Hersteller zufolge 18 Monate, sodass tägliches Aufladen kein Thema ist.

Withings Move Farben
Withings Move erscheint in fünf Farbvarianten. Als wäre das nicht farbenfroh genug, können Nutzer sich auch noch individuelle Designs online erstellen. Image by Withings

Der Fitnesstracker kommt in fünf verschiedenen Farbkombinationen hinsichtlich Ziffernblatt, Aktivitätszeiger, Gehäuse und Armband. Darüber hinaus bietet Withings einen Online-Konfigurator, in dem sich alle Komponenten individuell in noch mehr Farben kombinieren lassen.

Die Variante Withings Move ECG bietet bei etwas kürzerer Batterielaufzeit (zwölf Monate) die gleichen Möglichkeiten, verfügt aber noch über eine weitere Funktion. Mittels dreier Elektroden im Uhrengehäuse zeichnet sie auf Wunsch ein Elektrokardiogramm auf und hilft auf diese Weise Nutzern, das sogenannte Vorhofflimmern zu erkennen. Dabei handelt es sich um eine besonders schwere Form eines unregelmäßigen Herzrhythmus, der im günstigeren Fällen zu Müdigkeit und Kurzatmigkeit, schlimmstenfalls aber zu Schlaganfällen und Herzinfarkten führt. Die in der App Health Mate gespeicherten EKG-Daten haben laut Withings die Qualität, Medizinern bei Diagnose und Behandlung zu unterstützen. Die Apple Watch 4 verfügt über eine ähnliche Funktion, die aber noch nicht freigeschaltet ist.

Withings BPM Core: Blutdruckmesser, EKG und Stethoskop in einem

Smarte Gadgets für die Gesundheit liegen seit längerem im Trend, erleben aber derzeit eine Professionalisierung. Hersteller für Unterhaltungselektronik streben eine Qualität an, die klinischen Maßstäben genügt. Für diesen Anspruch steht auch Withings BPM Core. Gestaltet wie eine herkömmliche Armmanschette, ist sie mit allerhand fortschrittlichen Sensoren ausgestattet. Dazu gehören zwei Edelstahlelektroden innerhalb der Manschette und am Metallrohr sowie eine Silikonmembran mit digitalem Mikrofon.

Wenn Nutzer das Gerät am Oberarm anlegen und eine Taste drücken, führt es innerhalb von 90 Sekunden drei Messungen durch. Die erste Messung erhebt den systolischen und diastolischen Blutdruck sowie die Herzfrequenz. Werte und eine farbcodierte Einschätzung zeigt BPM Core auf einem LED-Display direkt an der Manschette an.

Withings BPM Core
Withings Core ist Blutdruck-Manschette, EKG und digitales Stethoskop in einem. Image by Withings.

Die zweite Messung betrifft ein EKG, das feststellt, ob das Herz unregelmäßig oder zu schnell schlägt. Neben der Manschette am Oberarm dienen auch Elektroden für die Handfläche für eine präzise Aufzeichnung. Mit einer dritten Messung können Nutzer Herzklappenprobleme ermitteln. Dazu legen sie den Stethoskop-Sensor für 20 Sekunden an die Brust. Ergebnisse stellt die Withings-App dar. Mit Energie versorgt BPM Core ein Akku, der bei täglicher Benutzung sechs Monate lang durchhalten soll, bevor er per Micro-USB wieder aufgeladen wird.

Withings Move erscheint im Februar, Move ECG und BPM Core bis Juni

Wer ganz zufällig auf der CES in Las Vegas ist, kann sich die drei neuen Produkte am Withings-Stand anschauen. Die Mehrheit der Interessierten dürfte dafür aber auf den Marktstart warten wollen. Withings Move wird in fünf Farbvarianten ab dem 5. Februar 2019 für 70 Euro ausgeliefert. Vorbestellbar sind sie schon jetzt im Hersteller-Shop. Im Laufe des Jahres sollen auch die Modelle erhältlich sein, die sich jetzt schon individuell konfigurieren lassen. Ob Withings für ein personalisiertes Design einen Aufpreis nimmt, steht noch nicht fest.

Withings Move ECG (130 Euro) und Withings BPM Core (250 Euro) warten derzeit darauf, von den Behörden zugelassen zu werden. Der Hersteller peilt einen Marktstart im zweiten Quartal 2019 an.

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Im Test: die Smartwatch Steel HR Sport von Withings

Hybride Smartwatches sind der neue Renner. Wer sich dem Selbstoptimierungs-Hype der letzten Jahre anschließen und trotzdem stylish unterwegs sein will, kommt um diese Kombination aus Uhr und Fitnesstracker nicht mehr herum. Allerdings ist der Markt mit Smartwatches ziemlich überflutet. Es gibt sie in allen Formen und Farben und natürlich in allen Preislagen. Ich hatte die Chance, die neue Steel HR Sport zu testen, die der französische Hersteller Withings kürzlich vorgestellt hat. Als Smartwatch-Novizin war ich positiv überrascht!

Design: Eine Smartwatch, die sich optisch absetzt

Mein allererster Eindruck war: Etwas groß. Gerade für mein eher zartes Frauen-Handgelenk war ich zunächst Design-technisch etwas skeptisch. Doch um ehrlich zu sein, hatte ich mich innerhalb von 18 Stunden an das neue Accessoire an meinem Arm gewöhnt und festgestellt, dass es zu Pulli oder Mantel doch ganz gut aussieht.

Allgemein ist die Uhr sehr gut verarbeitet und schlicht gehalten. Besonders gefällt mir das Armband, welches aus Silikon gefertigt ist. Es ist atmungsaktiv, sodass ich auch beim Sport oder längerem Tragen kein Problem mit Schweißbildung hatte. Außerdem fühlt sich der Stoff des Armbandes sehr angenehm an. Auch positiv: die Uhr ist nicht schwer. Sie trägt sich angenehm den ganzen Tag lang.

Beim Design des Ziffernblattes lehnt sich Withings an die Vorgängermodelle der Uhr an, welche zwischenzeitlich unter dem Dach von Nokia weiterentwickelt wurden. Der OLED-Bildschirm der Smartwatch oben ist zwar ein wenig klein, aber er reicht allemal aus, um die Funktionen der Smartwatch überblicken zu können. Doch dazu gleich mehr.

Ansonsten ist positiv anzumerken, dass eben nicht gleich auffällt, dass man eine Smartwatch trägt. Wohl gerade deswegen passt sie auch so gut zu den meisten Outfits. Am besten gefällt mir am Ziffernblatt die zweite kleine Anzeige unter dem Bildschirm. Diese zeigt immer den Status des täglichen Schrittzieles an. Somit kann man, ohne den Bildschirm zu aktivieren, mit einem Blick sehen, wie viel man sich noch bewegen sollte. Und wird natürlich auch jedes Mal an das Schrittziel erinnert, wenn man nur einmal kurz auf die Uhr gucken will.

Die Uhr lädt unglaublich schnell auf – innerhalb von eineinhalb Stunden war sie vollgeladen. Und halten tut sie auch erfreulich lange: Nach einer Woche normaler Benutzung (circa 10 Aktivierungen am Tag) hatte ich noch 58 Prozent Akku übrig.

Features: Super fürs Fitnessstudio und beim Joggen

Die Features der Withings Steel HR Sport sind sehr vielseitig. Zudem ist das Einrichten der Uhr sehr einfach. Man muss lediglich die Withings Health Mate App herunterladen, die Uhr mittels Bluetooth mit dem Handy verbinden und schon wird man automatisch durch einen Guide zum individuellen Einrichten der Uhr geführt. Neben dem allgemeinen Tracken der Herzfrequenz, Schrittzahl und der gelaufenen Strecke finde ich persönlich den integrierten Kalorienzähler sehr gut. Dieser errechnet nämlich aus Gewicht, Körpergröße und Bewegung in Echtzeit, wie viele Kalorien man bereits verbraucht hat. Das konnte ich super mit meiner Kalorienzähl-App „Yazio“ kombinieren.

Des Weiteren bietet die Withings Steel HR Sport Tracking-Möglichkeiten für über 30 verschiedene Sportarten. Ich persönlich habe die Uhr vor allem für das Tracking meiner Fitnessstudio-Besuche benutzt. Vorinstalliert auf dem Display der Smartwatch, welches mit einem Knopfdruck aktiviert werden kann, sind: Laufen, Schwimmen, Radfahren, Gehen und Sonstiges. In der App kann man individuell Sportarten hinzufügen, wie in meinem Fall „Fitness“.

Tracking mit Schwächen

Sobald man das Sport-Tracking beginnt, zeichnet die Uhr verbrauchte Kalorien, Dauer der Aktivität und die Herzfrequenz auf. Diese können danach in der App eingesehen werden. Dabei ist mir aufgefallen, dass das Tracking teilweise während der sportlichen Aktivität nicht immer reibungslos funktioniert. So hatte ich laut Uhr nach 45 Minuten Fitness nur 16 Kalorien verbrannt. Zum Ende des Trainings zeigte die App dann aber 291 verbrannte Kalorien an, was sich mit meinen Daten aus anderen Fitness-Apps überschnitt.

Withings Health Mate App
Withings Health Mate App. Screenshot by Leonie Werner

Das Tracking von Aktivitäten wie simples Laufen funktioniert nur, wenn man wirklich draußen unterwegs ist. Als ich versuchte, die Uhr auf dem Laufband zu testen, zeigte sie mir bei der zurückgelegten Strecke und Geschwindigkeit ganz andere Werte an als das Laufband selbst.

Ein weiterer minimaler Kritikpunkt bei der Uhr ist, dass das integrierte „intelligente Wecken“ bei mir nicht so recht funktionieren wollte. Für gewöhnlich stehe ich um 5:40 Uhr auf. Damit die Uhr den perfekten Zeitpunkt zum sanften Wecken wählen kann, braucht sie ein Fenster von einer halben Stunde. Also stellte ich 5:10 Uhr bis 5:40 Uhr ein. Nun wurde ich ausnahmslos jeden Morgen um 5:11 Uhr geweckt, was für mich einfach zu früh war. Wenn ich doch um 5:11 Uhr aufstand, teilte mir die App mit, dass ich nicht lange genug schlafe. Na ja.

Außerdem erkannte die Uhr an einigen Stellen Aktivitäten, wo gar keine waren. Doch insgesamt war das Tracking meist präzise und half mir gut dabei, meine täglichen Ziele zu überblicken.

Wie gut ist die eigene Schlaf-Qualität?

Besonders gut gelungen finde ich die ausführliche Schlaf-Analyse. Wenn man die Uhr auch nachts trägt, zeichnet diese auf, wie lange man geschlafen hat. Außerdem wird der Puls, die Unterbrechungen während des Schlafes und die Tief- und Leichtschlafphasen überwacht. Daraus wird ein Schlaf-Index ermittelt, der von 0 bis 100 geht. Insgesamt empfinde ich die Bedienung der Uhr als sehr selbsterklärend, übersichtlich und einfach.

Withings Health Mate App Schlafanalyse
Besser schlafen mit der Withings Health Mate App. Screenshot by Leonie Werner

Praktische Notifications

Ebenfalls praktisch finde ich, dass die Benachrichtigungen vieler Apps vom Smartphone direkt als Vorschau auf die Uhr übertragen werden. Ich selbst hätte nie gedacht, dass es so angenehm sein kann, nicht ständig das Handy in der Hand haben zu müssen, um die wichtigsten Notifications zu bekommen. Hier gibt es eine jedoch eine kleine Einschränkung. Es werden nämlich nur Namen und Nachrichten angezeigt, die keine Emojis haben, da die Uhr diese nicht anzeigen kann. Aber zur Not kann man ohnehin noch einmal schnell aufs Handy gucken.

Zu jedem Tag gibt es eine Tagesübersicht und am Ende der Woche jeweils eine Wochenübersicht.

Withings Fitnesskurse

Darüber hinaus kann man in der App zwischen verschiedenen Fitnesskursen wählen. Diese begleiten einen entweder über einige Tage oder mehrere Wochen. Sie sollen dabei helfen, einzelne Fitnessbereiche, wie das Schlafen oder die Herzgesundheit, individuell zu fördern. Ich hatte mich für das Schlaf-Programm entschieden und erhielt wöchentlich eine Auswertung meines Schlafverhaltens.

Screenshot aus der Withings Health Mate App

Ich finde diese Funktion sehr hilfreich, da sie noch einmal mehr in den Vordergrund stellt, was man beachten sollte und wie man seine persönliche Fitness verbessert. Natürlich sollte man nicht vergessen, dass die Uhr nicht nur alle Daten aufzeichnet, sondern diese auch an Withings weiterleitet. Im Moment geschieht dies wohl nur für interne Zwecke, zur Verbesserung der Uhr und zur Fehlerbehebung.

Fazit: Withings Steel HR Sport punktet als unauffälliger Motivator

Ich selbst habe zugegeben nie ernsthaft darüber nachgedacht, mir eine Smartwatch zuzulegen. Das ist alles zu umständlich, dachte ich mir, und zu viel Arbeit. Doch ich war wirklich positiv überrascht. Denn dank der Uhr mit Unterstützung der App kann ich detailliert meinen Schlafrhythmus, meine Schrittzahl, mein Gewicht und meine allgemeine Fitness auf einen Blick einsehen.

Ich persönlich finde, dass die App mit der übersichtlichen Gestaltung  immer noch ein wenig extra Motivation gibt. Somit kann ich die Uhr allen empfehlen, die das Fünkchen zusätzliche Motivation gebrauchen können. Oder einfach allen, die ihre Fitness-Pläne endlich mal strukturieren und organisieren möchte.

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Screenshots und Images by Leonie Werner

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Smart-Home-Projekt im Eigenbau: 5 praktische Vernetzungsbeispiele für intelligentes Wohnen

Smart-Home-Projekt im Eigenbau mit Conrad Connect

Besser aufwachen, motivierter joggen, klüger gärtnern oder Einbrecher verjagen, bevor sie zuschlagen – dabei kann inzwischen das Smart Home helfen. Die Technik ist mittlerweile so weit fortgeschritten und so einfach zu bedienen, dass das Heim dies automatisch erledigen kann. In vielen Fällen ist nicht einmal mehr eine Sprachanweisung an einen der modernen smarten Lautsprecher nötig. Wer ein paar einfache Begriffe rund ums Smart Home kennt und die Grundlagen der Heimautomation verstanden hat, kann das Zuhause zum digitalen Paradies machen, das vieles von selbst erledigt. Wir stellen fünf Beispiele für ein Smart-Home-Projekt im Eigenbau vor. Sie lassen sich mit wenigen Mausklicks auf der Smart-Living-Plattform Conrad Connect erstellen.

Dies ist der vierte Teil einer Serie, in der wir zusammen mit Conrad Connect erklären, wie sich das vernetzte Heim dank automatischer Abläufe viel einfacher bedienen lässt.

Smart-Home-Geräte mit Conrad Connect verknüpfen

Damit sich smarte Geräte verschiedener Hersteller miteinander verstehen, verknüpfen Anwender sie zunächst mit ihrem persönlichen Zugang bei Conrad Connect. Dazu registrieren sie sich bzw. loggen sich auf der Plattform ein. Dann klicken sie auf Produkte & Services / Alle Produkte und Services. Entweder scrollen Anwender durch die Übersicht oder kürzen diesen Vorgang mit einer Eingabe in der Suchmaske ab. Ist das gewünschte Gerät gefunden, einmal darauf klicken und dann den grünen Knopf Authentifizieren klicken, um die Cloud-Konten miteinander zu verknüpfen. Die Auswahl kompatibler Geräte ist groß. Diese Geräte unterstützt Conrad Connect.

Conrad Connect Devices
Mit Conrad Connect sind praktisch alle gängigen Smart-Home-Geräte verknüpfbar. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Smart-Home-Projekt Morgenroutine: Besser aufwachen mit Google Home 

Früh aufzustehen fällt Morgenmuffeln schwer. Köstlich duftender Kaffee, aufmunternde Musik, aktivierendes Licht und strahlender Sonnenschein können aber Wunder wirken. In einem smarten Heim reicht ein müde genuschelter Hinweis und prompt brüht die Maschine den Koffeintrunk auf, gibt die Jalousie den Blick auf die Morgensonne frei und spielt das Radio einen Powersong.

Was dafür nötig ist: Google Home oder ein anderer smarter Lautsprecher mit Google Assistant, eine smarte Jalousie, mindestens eine smarte Glühbirne und zwei smarte Steckdosen für Kaffeemaschine und Radio.

So funktioniert es: In ihrem persönlichen Zugang bei Conrad Connect klicken Anwender auf Projekte / Meine Projekte / Neues Projekt. Links im Bereich Aktoren & Logikgatter / Aktor wählen sie alle Geräte aus, die reagieren sollen. Dort konfigurieren sie auch zum Beispiel, in welcher Lichtfarbe die smarte Glühbirne leuchten soll. Zuletzt speichern Anwender dieses Projekt unter dem Namen „Guten Morgen“, „Morgenroutine“ oder ähnlich. Ab sofort aktiviert der smarte Lautsprecher alle gewünschten Geräte auf einmal, wenn sie ihm die Projektbezeichnung nennen. Weitere Einzelheiten zum Projekt und zum generellen Einbinden von Geräten mit der Plattform Conrad Connect in diesem Blog-Beitrag.

Smart-Home-Projekt Gartenbewässerung: Trockenen Fußes in den Garten

Garten-Fans kennen das: Läuft der Sprenger, gibt es kaum eine Chance, trockenen Fußes durch den Garten zu kommen. Wer Bewegungssensoren mit einem Gartenbewässerungssystem verknüpft, kann das verhindern. Dann stoppt das System, sobald jemand den Garten betritt. Umgekehrt kann das System nachts auch aufdrehen, wenn Nachbars Katze im Garten wildern will.

Conrad Connect Smart Gardening
Wasser, weiche! Mit intelligenten Bewegungssensoren können Smart-Home-Nutzer ihre Gartenbewässerung so einstellen, dass sie stoppt, wenn jemand vorbeigeht. Image by Topseller / Shutterstock.

Was dafür nötig ist: Ein Starterkit für eine smarte Bewässerung mit Steuerungseinheit und Durchflussmesser, mindestens ein Bewegungssensor.

So funktioniert es: Wie beim Morgenroutinen-Beispiel oben, könnten Anwender die beteiligten Geräte per Mausklick verknüpfen. In diesen wie in vielen anderen Fällen auch, geht es aber noch einfacher. Weil ein Benutzer ein entsprechendes Projekt bereits bei Conrad Connect angelegt hat, können andere Anwender dieses einfach in ihren Account importieren und verwenden. Dazu klicken sie auf Projekte / Veröffentlichte Projekte. Auf der Übersichtsseite geben sie in die Suchmaske die Suchworte „Smart Garden“ ein und wählen das entsprechende Projekt aus, indem sie Projekt importieren klicken. Fertig! Weitere Tipps dazu in diesem Blog-Beitrag.

Smart-Home-Projekt Fitness-Challenge: Gemeinsam motivierter joggen

Ein Fitness-Tracker allein reicht als Motivation oft nicht. Aber ein Vergleich mit Freunden spornt schon an. Schade nur, dass jeder einen anderen Tracker und eine andere App nutzt. Mit einer Plattform wie Conrad Connect lässt sich die Hürde nehmen und die Fitness-Apps der Computeruhren vernetzen. Mit einem Google-Konto verknüpft, können die Rivalen ihre Daten auf einem Tabellendokument übersichtlich vergleichen.

Was dafür nötig ist: Pro Teilnehmer einen Fitness-Tracker von Fitbit, Nokia, Garmin oder Polar; ein Google-Konto, um Daten in einem Tabellendokument auszugeben.

Conrad Connect Fitness Competition
Egal, welchen Fitness-Tracker Freunde besitzen. Mit Conrad Connect können sie eine Schritte-Challenge eingehen. Image by Conrad Connect

So funktioniert es: Praktisch – auch beim Erstellen dieses Projekts müssen smarte Sportler keinerlei inneren Schweinehund überwinden und selbst Hand anlegen. Stattdessen existiert bereits ein fertiges Projekt namens „Fitness Competition“, das die Challenge-Teilnehmer einfach in ihre Accounts importieren. Das funktioniert wie im vorherigen Beispiel. Weitere Einzelheiten dazu in diesem Blog-Beitrag.

Smart-Home-Projekt Sicherheit: Einbrecher smart verjagen

Noch sinnvoller als Einbrecher durch eine Videokamera zu identifizieren, ist es, sie vor ihrer Tat durch Licht und Geräusche zu entmutigen. Mithilfe von vernetzten Geräten stellen sich Anwender ihr eigenes Alarmsystem zusammen, sodass das Zuhause unwillkommene Besucher automatisch abschreckt.

Was dafür nötig ist: Kontaktsensoren für Türen und Fenster, smarte Glühbirnen, smarte Steckdosen.

So funktioniert es: Im eigenen Profil bei Conrad Connect klicken Anwender auf Projekte / Neues Projekt. Weil der Alarm nur in Abwesenheit der Bewohner ausgelöst werden soll, wählen sie im Bereich Wetter & Zeit / Zeit / zwischen Stunden das Zeitfenster, in dem das smarte System „scharfgeschaltet“ ist. Mit dieser zeitlichen Bedingung werden die Fenster- und Türsensoren des Zuhauses verknüpft. Im Bereich Aktoren & Logikgatter entscheiden sich Anwender für die smarten Lampen, die aufblenden sollen. Smarte Steckdosen werden ebenfalls aktiviert, wenn ein damit verknüpftes TV-Gerät oder Radio ertönen soll. Außerdem können Anwender eine SMS an eine bestimmte Nummer schicken lassen, wenn das System Alarm schlägt. Weitere Einzelheiten dazu in diesem Blog-Beitrag.

Conrad Connect Smart Security
Wer seine Sicherheitskamera mit smarten Glühbirnen vernetzt, kann Einbrecher leichter abschrecken. Image by Conrad Connect

Smart-Home-Projekt Brandschutz: Alarmstufe rot

Rauchmelder allein reichen mitunter nicht, um Bewohner auf Feuer aufmerksam zu machen. Wer smarte Rauchmelder mit smarten Glühlampen vernetzt, kann das Licht nachts strahlend hell und tagsüber alarmierend rot einstellen. Smarte Steckdosen schalten den TV und die Musikanlage automatisch aus, damit das Alarmgeräusch nicht übertönt wird.

Was dafür nötig ist: Smarte Rauchmelder, smarte Glühbirnen, smarte Steckdosen.

So funktioniert es: Im persönlichen Profil bei Conrad Connect klicken Anwender auf Projekte / Neues Projekt und wählen im Bereich Sensoren einen smarten Rauchmelder aus. Unter Wetter & Zeit / Zeit entscheiden sich Anwender für den Eintrag Tag oder Nacht und verknüpfen diesen per Drag-and-Drop mit dem ausgewählten Rauchmelder. Als nächstes bestimmen Anwender Im Bereich Aktoren & Logikgatter die Geräte, die den Rauchalarm signalisieren sollen. Für den Tagesbetrieb wählen sie bei den smarten Leuchten die Einstellungen Tag und Rot. Damit das Licht nachts die Bewohner leichter aufweckt, fügen Anwender für Nacht die Lichtfarbe Weiß hinzu. Bei den smarten Steckdosen sorgt die Einstellung Aus in beiden Fällen dafür, dass sie die verbundenen Geräte deaktivieren. Nach dem anschließenden Speichern ist das Projekt fertig. Weitere Einzelheiten dazu in diesem Blog-Beitrag.

Viele weitere fertige Smart-Home-Projekte von der Community für die Community

Dies sind nur einige Beispiele dafür, wie ein Smart-Home-Projekt den Alltag erleichtern kann. Das Projektverzeichnis von Conrad Connect listet noch viele weitere Möglichkeiten auf, das Zuhause smarter zu gestalten. Dabei handelt es sich um zum Teil vielfach erprobte Projekte, die eine fleißige und kontinuierlich wachsende Community erstellt hat. Dass sie bereits gebrauchsfertig vorliegen und sich einfach importieren lassen, macht den Start für Einsteiger besonders einfach. Ob automatisches Einschalten des Lichts, smarte Fitnesserinnerungen oder eine intelligente Einschlafhilfe fürs Baby: die Projektauswahl deckt viele große und kleine Anwendungsfälle ab. Auf diese Weise ein Smart-Home-Projekt zu erstellen, ist einfacher als viele glauben. Einfach ausprobieren!

Im nächsten Teil unserer Smart-Living-Serie, die in Zusammenarbeit mit Conrad Connect entsteht, räumen wir mit gängigen Mythen zum Smart Home auf.

Die Serie zum Nachlesen:

1: Smart Home per Sprache steuern: 5 Tipps wie Alexa und Google aufs Wort hören
2: Kleines Smart-Home-Lexikon: 15 wichtige Begriffe zur Heimautomation
3: Heimautomation für Einsteiger: So einfach geht intelligentes Wohnen
5: Fünf Mythen zum Smart Home und warum sie nicht mehr stimmen


Images by Berti Kolbow-Lehradt; Conrad Connect; Shutterstock; zinkevych / stock.adobe.com

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Conrad Connect: „Das Smart Home muss noch viel einfacher werden“

Conrad Connect Oberfläche auf Mac und iPad

Smarte Unterhaltungs- und Haustechnik boomt. Doch auf dem Weg zum wirklich intelligenten Heim kann der derzeitige Hype nur eine Zwischenphase sein. Denn meistens beschränkt sich der smarte Aspekt darauf, dass Verbraucher WLAN-fähige Glühbirnen oder Heizungsthermostate per Smartphone-App oder Sprachbefehl steuern. Das ist modern aber immer noch sehr manuell. Richtig intelligent wäre es, wenn das Zuhause automatisch weiß, wann es zu leuchten und heizen hat. Solche automatischen Abläufe einzurichten, geht zwar mit der aktuellen Technik viel einfacher und günstiger als früher, fällt aber selbst Enthusiasten noch nicht leicht. Das Startup Conrad Connect will das ändern.

Auf der Webseite von Conrad Connect können Verbraucher smarte Produkte verschiedener Hersteller per Drag-and-Drop verknüpfen. Dadurch können sie nicht nur ihr Heim, sondern ihren gesamten Alltag intelligent steuern lassen. Conrad Connect spricht daher auch von Smart Living statt Smart Home. Nach dem Start in 2016 und dem Ausbau der Plattform im vergangenen Jahr, will die Tochter des Elektronik-Händlers Conrad im Jahr 2018 groß durchstarten und die Hausautomation massentauglich machen. Wir sprachen mit Andreas Bös, Senior Director der Conrad Connect GmbH, über die Pläne für die Plattform und die Zukunft des Smart Living.

Netzpiloten: Andreas Bös, Smart Living soll das Leben sicherer und komfortabler machen und auch ganz handfest Geld sparen, Heizkosten zum Beispiel. Klingt toll, warum leben wir nicht längst alle in einem Smart Home?

Andreas Bös: Das Thema Smart Home hat den Durchbruch noch nicht geschafft, weil viele Hersteller die Menschen mit den neuen Funktionen überfordern. Außerdem ist die Techniklandschaft sehr heterogen, sodass vieles nicht auf Anhieb zusammenpasst. Und dann stellen sich die Konsumenten natürlich die Frage, ob das alles zukunftssicher ist und ihre jetzige Investition nicht vielleicht schon bald wieder veraltet ist.

Warum gelingt es den jeweiligen Herstellern nicht, diese Zweifel zu entkräften?

Viele Anbieter schauen aus nachvollziehbarem Interesse nicht über den Tellerrand, sondern kommunizieren nur die Vorteile ihrer eigenen Lösungen. Und das zum Teil auch noch sehr abstrakt. Wir sind überzeugt, dass Technik noch viel einfacher erklärt werden muss, und zwar bezogen auf die Lebensrealität der Anwender. Die Probleme sind aus Sicht von Technik-Experten manchmal erstaunlich trivial. Zum Beispiel möchten manche Verbraucher sich einfach nur in einer Fitness-Challenge mit ihren Freunden messen. Das scheitert dann oft schlicht daran, dass sich die Fitness-Tracker verschiedener Hersteller untereinander nicht verstehen.

Conrad Connect Smarte Fitness-Challenge
Für eine Fitness-Challenge unter Freunden lassen sich auf Conrad Connect die Apps der Computeruhren von Garmin, Fitbit, Polar und Nokia verbinden. Screenshot by Berti Kolbow-Lehradt
Was will Conrad Connect daran ändern?

Als Spin-Off von Conrad Electronics sind wir bei Conrad Connect von der DNS her Händler, kein Hersteller. Daher sind wir nicht produktverliebt, sondern offen für Lösungen. Mit dieser Herangehensweise wollen wir die Hausautomation endlich für alle bedienbar machen. Das Konzept gibt es seit 20 Jahren. Und immer noch steht es am Anfang. Aber die Zeit ist jetzt reif für den Durchbruch. Mit der Plattform von Conrad Connect ermöglichen wir, intelligente Geräte, Apps und Webdienste über ein frei konfigurierbares Dashboard im Webbrowser miteinander zu vernetzen – und das auch herstellerübergreifend. Einfach durch Drag-and-Drop, so wie es Anwender vom Computer gewohnt sind. Dadurch lassen sich komplexe Abläufe sehr einfach automatisieren.

Weil viele Menschen an den gleichen Abläufen interessiert sind, ist es möglich, diese als bestehende Projekte aus einem Katalog herunterzuladen oder selbst erstellte Projekte mit einer Community zu teilen. All diese Aspekte gelten übrigens nicht nur für das Smart Home. Wir sehen uns als Plattform für Smart Living, die das Potenzial hat, jeden Lebensbereich – also auch über die eigenen vier Wände hinaus – intelligent zu vernetzen und das Leben der Nutzer so zu bereichern.

Mit Amazon Alexa, Google Home oder Apple HomeKit gibt es doch schon drei populäre Plattformen für Konsumenten, mal ganz zu schweigen von den unzähligen Smart-Home-Standards. Wie will sich Conrad Connect angesichts dessen positionieren?

Wir sehen uns nicht als direkte Konkurrenz zu Amazon und Google, sondern als Bindeglied. Amazon Alexa und Google Home sind genauso eingebunden in Conrad Connect wie herstellerspezifische Produktserien von Marken wie Philips, Fitbit, Nest, Netatmo und Nokia. Nur HomeKit ist übrigens außen vor, weil Apple auf ein geschlossenes System setzt. Wir sehen uns in einer Meta-Position und bezeichnen uns deshalb auch als „IoT-Plattform für Smart Living“. Außerdem sind die Lösungen von Amazon, Google und Apple noch sehr stark darauf fokussiert, smarte Funktionen per App oder Stimme zu steuern. Das kann nicht die Zukunft des Smart Home sein.

Conrad Connect Smart Home Portfolio
Conrad Connect ist eine Meta-Plattform, die Geräte, Apps und Webdienste diverser Marken verknüpft. Screenshot by Berti Kolbow-Lehradt
Was spricht gegen die Steuerung per App oder Sprache?

Grundsätzlich nichts. Aber wenn wir im Wortsinne von einem Smart Home, also einem intelligenten Heim reden, muss das Ziel sein, eine App gerade nicht nutzen zu müssen. Heimautomatisierung ist ja dann erst wirklich smart, wenn sie nicht von Nutzerhand gesteuert wird. Daher ist es unser Anspruch, eine Lösung zu schaffen, die keines manuellen Eingriffs bedarf. Nutzer von Conrad Connect richten sich ihren Ablauf einmalig per Web-App ein – und müssen danach das Projekt im besten Fall nie wieder aufrufen.

Conrad ist mit 1 Milliarde Umsatz, 4.000 Beschäftigten sowie Filialen in mehreren Ländern Europas ganz klar im Elektronik-Handel verwurzelt. Warum der Quereinstieg in das unbekannte Terrain von Smart-Living-Dienstleistungen?

Conrad beobachtet den Markt sehr genau und probiert mit der extra dafür eingerichteten Abteilung Business Innovation auch viel aus. Aus dieser ist Conrad Connect Anfang 2016 hervorgegangen. Das war ganz klar eine strategische Entscheidung. Die Wertschöpfung im Markt für Consumer Electronics verlagert sich zunehmend von der Hardware ins Virtuelle. Bisher sind Händler von diesem „Enabler“-Geschäft abgeschnitten. Eine Plattform wie die von Conrad Connect ist eine Möglichkeit, in dieser neuen Marktkonstellation wieder eine aktive Rolle einzunehmen und als Bindeglied zwischen dem Kunden und den Webservices der Produkthersteller zu fungieren.

Wie sieht das Geschäftsmodell von Conrad Connect aus?

Unser Ziel ist, ein Freemium-Modell zu etablieren. Conrad Connect ist für den Nutzer derzeit komplett kostenlos. Die Grundfunktionen werden das auch immer bleiben. Ab 2018 werden wir einen kostenpflichtigen Pro-Account einführen, mit dem Nutzer mehr Möglichkeiten erhalten, beispielsweise viel mehr Dashboards einrichten können und Ähnliches. Zudem werden wir im kommenden Jahr einen Community-basierten Marketplace geben.

Was soll dort gehandelt werden?

Im Zentrum wird die Möglichkeit stehen, Experten zu beauftragen, die Dashboard-Daten zu analysieren. Denn die eigenen Daten transparent einsehen zu können, ist das eine. Daraus sinnvolle Schlüsse zu ziehen, das andere. Naheliegend ist die Auswertung des Energieverbrauchs mit anschließenden Spartipps. Denkbar ist aber auch, dass ein Tierarzt Bewegungsdaten des Haustiers interpretiert. Fitness-Tracker gibt es schließlich längst nicht mehr nur für Menschen. Ein weiteres Beispiel: Versicherungen könnten anhand von Verbrauchsdaten und einem Geräteinventar passgenaue Tarife für die Hausratsversicherung erstellen.

Naheliegend ist auch ein Affiliate-Modell: Werden Sie als Conrad-Tochter Nutzer zum Online-Shopping bei Conrad animieren?

Das ist nicht das primäre Ziel. Wir wollen uns unabhängig aufstellen. Aber ein Affiliate-Modell ist durchaus denkbar. Das muss jedoch nicht allein zu Conrad führen. Es ist auch eine Art Cloud-Basket denkbar. Kunden legen alles dort hinein, was sie kaufen wollen. Conrad Connect zeigt dann an, wo die Artikel am günstigsten sind. Das könnte dann auch Amazon sein. Wir sind als ausgegründete GmbH ja gerade unabhängig, damit wir schnell auf den Markt reagieren und eigenständig wachsen können.

Wie groß wollen Sie denn werden? Was ist die Vision von Conrad Connect?
Porträt Andreas Bös von Conrad Connect
Andreas Bös baut als Senior Director das Startup Conrad Connect zum Spezialisten für Smart Living auf. Image by Conrad Connect

Wir sehen uns jetzt schon als führende Plattform in unserem Bereich. Seit Jahresbeginn hat sich die Zahl der angemeldeten User auf 100.000 verzehnfacht. Sowohl in Deutschland als auch im europäischen Ausland sehen wir noch großes Wachstumspotenzial. Ein nächster großer Schritt ist die Integration in die Webangebote von Kooperationspartnern. Künftig werden Online-Händler die Projekte von Conrad Connect in ihr Frontend einbauen können. Dann ist es denkbar, dass ein Kunde mit einem Klick bei Amazon alle Produkte kaufen kann, die nötig sind, um ein bestimmtes Projekt der Conrad-Connect-Community umzusetzen.

Das klingt nach der Demokratisierung des Smart Home. Müssen sie dafür die technische Einstiegshürde nicht noch viel niedriger schrauben?

Wir sind überzeugt, dass wir die Heimautomation so stark vereinfachen können, dass sie auch für die Masse jenseits der Early Adopter attraktiv wird. Aber natürlich wird unsere Zielgruppe immer aus Kunden bestehen, die technisch interessierter sind als der Durchschnittsbürger. Aber auf eine simple Formel gebracht: Wer eine Option aus einem Dropdown-Menü auswählen kann, wird auch die Heimautomation mit Conrad Connect beherrschen können.

Andreas Bös, vielen Dank für das Gespräch.

Images by Berti Kolbow-Lehradt; Conrad Connect


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Fitnesstracker in der Übersicht: Das sind die besten Modelle

Fitness-Tracker

Der Markt der Fitnesstracker ist ziemlich unübersichtlich, die einzelnen Hersteller liefern sich erbitterte Kämpfe oder kaufen sich gegenseitig auf. Wir sagen euch, bei welchen Modellen ihr selten falsch liegt. „Fitbit“ hat für die dezenten Gesundheits-Überwacher inzwischen fast die gleiche Bedeutung wie “Tempo” für Taschentücher. Dennoch ist Fitbit längst nicht mehr der größte Hersteller weltweit: Die Konkurrenz drängt aus China auf den Plan.

Fitnesstracker: Garmin und Xiaomi springen auf

Xiaomi ist ein nicht ganz unbekannter Name, obwohl man offiziell nicht außerhalb des Heimatlandes verkauft. Das Xiaomi Mi Band 2 wurde zum echten Geheimtipp, verbreitet durch Online-Händler, die zu kleinem Aufpreis auch nach Deutschland exportieren.

Ebenfalls in den Top 5 der erfolgreichsten Firmen der Branche vertreten sind üblicherweise Garmin, Samsung und Apple. Diese Tracker respektive Uhren sind allerdings mit Vorsicht zu genießen, denn Apple stellt im traditionellen Sinne keine Fitnesstracker, sondern Smartwatches mit Fitness-Funktionen her. Auch Samsung legt den Schwerpunkt auf hochcomputerisierte Computeruhren wie die Gear S3. Samsung schafft es, mit nur wenigen Produkten für gute Verkaufszahlen zu sorgen. Garmin hatte sich über die Jahre ja eigentlich einen Namen durch Navigationsgeräte gemacht, ist jedoch schon seit einiger Zeit auch breit mit Fitnesstrackern aufgestellt. 

Fitbit schluckt Pebble, Nokia kauft Withings

Ende 2016 wurde der Smartwatch-Pionier Pebble von Fitbit aufgekauft, ein großer Teil der Mitarbeiter wurde dabei übernommen. Viel gemerkt hat man seitdem davon nicht. Die alten Pebble-Uhren wurden nicht mit neuem Branding versehen oder eine neue Smartwatch mit E-Paper-Display von Fitbit veröffentlicht. Das E-Paper-Display brachte eine bessere Ablesbarkeit in der Sonne und einen äußerst geringen Stromverbrauch mit sich.

Mit diesem Feature hatte Pebble damals nämlich die zahlreichen Unterstützer beim Crowdfunding gewinnen können und ebnete den Weg für viele weitere Smartwatches. Allgemein hält sich Fitbit allerdings noch aus dem Smartwatch-Business raus und beschränkt sich auf Fitnesstracker. Die Auswahl ist riesig, doch muss man sich eigentlich nur auf ein paar wenige Modelle beschränken.

Ein fast genauso bedeutender Kauf in dem Bereich war der von Withings durch Nokia. Der schwächelnde Ex-Finne konnte mit dem modernen Telefonmarkt nicht so wirklich Schritt halten und versuchte es daher offenbar mithilfe der Franzosen. Großartige Auswirkungen hatte die Akquisition allerdings nicht, noch immer ist Withings eher ein Geheimtipp für Personen, die einen möglichst analog anmutenden Fitnesstracker bevorzugen, wie zum Beispiel den Withings Steel HR. Günstige Geräte ganz ohne Display wie das Withings Go runden das Sortiment ab.

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Image by Withings

Ähnliche Funktionen, unterschiedliche Ausführung

So unterschiedlich die vielen Fitnesstracker an sich schon sind: Ganz wichtig beim Vergleich ist das Ökosystem des Herstellers. Da die kleinen und spartanischen Displays nur wenig Platz zur Auswertung der gesammelten Daten bieten, sind die Smartphone-Apps und Online-Dienste essentiell. Grundlegend bieten sie alle ähnliche Funktionen, doch die Ausführungen sind unterschiedlich. Zumeist ist auch ein Socializing-Feature dabei, durch das ihr euch mit euren Freunden messen könnt.

Fitbit: Was geht, Alta?

Wenn die Auswahl bei Fitbit etwas erschlägt, sollte man sich nicht all zu viele Sorgen machen. Grundlegend beschränkt sich die Liste der nennenswerten Produkte nämlich auf vier Stück: Flex 2, Alta, Charge 2 und Blaze. Die Fitbit Flex 2 ist der schlankste und günstigste Fitnesstracker aus dem Hause und bleibt optisch sehr minimalistisch. Ohne Smartphone informiert das Flex 2 ausschließlich via LEDs.

Wer mehr Daten direkt am Handgelenk ablesen will, sollte sich die Alta genauer ansehen. “Das schlankste Herzfrequenz-Armband der Welt”, wie es vom Hersteller beworben wird, ist auch ohne das HR-Feature erhältlich, dann auch deutlich billiger. Auf dem monochromen Display werden zum Beispiel Uhrzeit, Schrittzahl und Puls dargestellt. Bei Verbindung mit dem Smartphone werden auch Benachrichtigungen weitergeleitet, sodass man nichts mehr verpasst.

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Image by Fitbit

Das alles und etwas mehr finden sich auch im Flaggschiff-Modell Charge 2. Ebenfalls an Bord sind unter anderem Support für mehrere Sportarten, Stockwerkzählen und das Nutzen der GPS-Verbindung des gekoppelten Telefons. Etwas aus dem Rahmen fällt die Fitbit Blaze, auch preislich liegt sie über seinen Geschwistern. Die Blaze ist der erste Versuch im Smartwatch-Geschäft. Allerdings setzt Fitibit hier auf eine proprietäre Software-Lösung, die jedoch den etablierten Herstellern überlassen werden sollte. Schließlich fehlen so viele Apps, die Entwickler nicht extra für die neue Plattform portieren werden.

Garmin: Viel hilft viel weniger

Noch mehr Auswahl als Fitbit bietet der Navigations-Profi Garmin. Von Übersichtlichkeit kann hier gar keine Rede sein. Hilfreich ist es bei diesem Hersteller allerdings, den Fokus ausschließlich auf die klassischen Sport-Tracker zu legen – besonders stark vertreten sind die Schweizer nämlich mit GPS-Uhren wie die Fenix 5.

Vollkommen in den Schatten stellt die Garmin vivofit 3 seine Konkurrenz. Bis zu ein Jahr Akkulaufzeit verspricht der Hersteller, und erreicht dies trotz des üblichen Schrittzählers, Aktivitätstracking und Verbindung mit dem Smartphone. Das niedrig auflösende Display ist nach Aktivierung sogar hintergrundbeleuchtet.

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Image by Garmin

Wie bei Trackern üblich, muss die Vivosmart 3 einmal in der Woche an den Strom. Diesen Preis muss man zum Beispiel für eine durchgehend genaue Pulsmessung, Berechnung des Stresslevel und Trainingszustand oder einen berührungssensitiven Bildschirm bezahlen.

Noch eine Nummer größer ist die Garmin Vivoactive HR. Der Fitnesstracker bietet ein Farbdisplay, auf dem bereits umfangreiche Statistiken angezeigt werden können. Außerdem ist ein GPS-Empfänger verbaut. Das schlägt sich jedoch auch im Preis nieder: Der Vivoactive HR kostet knapp doppelt so viel, wie andere Fitnesstracker. 

Polar: Von günstig bis High-End

Zwar verlässt sich die Polar Loop 2, der günstigste Fitnesstracker der finnischen Firma, auch nur auf Anzeige durch LEDs, diese ist jedoch sehr klug umgesetzt. Die 85 Lämpchen können Uhrzeit, Trainingslevel und sogar grob den Inhalt von Benachrichtigungen wiedergeben.

Während sich die Loop 2 noch recht günstig präsentiert, muss man bei der Polar A370 tief in die Tasche greifen. Die A370 eignet sich auch bestens für Schwimmer dank Wasserdichte. Beim Joggen kann das Smartphone zuhause bleiben, denn der Tracker erfasst durch die Armbewegungen und GPS automatisch, welche Strecke zurückgelegt wurde.

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Image by Polar

Xiaomi Mi Band 2: Nicht nur für Einsteiger empfehlenswert

Wie schon eingangs erwähnt, hat sich Xiaomi eigentlich mit nur einem einzigen Produkt einen Platz ganz oben auf dem Treppchen ergattern können. Das Xiaomi Mi Band 2 liegt im unteren Preissegment und beherrscht die wichtigsten Fitnesstracker-Funktionen. Es zählt Schritte, überwacht den Schlaf dank Pulsmesser und leitet sogar Benachrichtigungen vom Smartphone weiter.

Im Angebot bei diversen China-Händlern kostet das Multitalent oft nur bis 15 Euro – bei Amazon kostet es 30 Euro. Ein kleines Manko ist das Ökosystem, welches verglichen mit der hier vorgestellten Konkurrenz ohne Frage das schlechteste ist. Die Einrichtung in der teilweise nur auf Englisch übersetzten App funktioniert zwar, Online-Wettkämpfe mit Freunden kann man aber getrost vergessen. Eine richtige Einordung der Fitnessdaten erfolgt ebenfalls nicht.

Fazit: Günstig anfangen

Eine glasklare Empfehlung kann ich kaum aussprechen, jeder Tracker muss auch zum persönlichen Einsatzzweck passen. Denn ganz billig sind die meisten – abgesehen vom Xiaomi Mi Band 2 – auch nicht. Wenn du erst einmal schauen möchtest, ob so ein Fitness-Tracker etwas für dich ist, kannst du blind zu dem China-Wearable greifen. Von hier ausgehend merkst du vielleicht, welche Aspekte dir wichtig sind, so dass du dich zum entsprechenden Tracker filtern kannst.

(Update 23.8.: Notwendigkeit, beim Polar-Gerät das Smartphone dabei zu haben, korrigiert.)

Dieser Artikel erschien zuerst auf Androidpiloten.


Image (adapted) „Polar A360“ by Stevepb (CC0 Public Domain) / Images by Polar, Withings, Fitbit


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Ein Tag im Leben eines Smart-City Computers

smartwatch (adapted) (image by Free-Photos [CC0] via pixabay)

Der Alarm deines Smartphones ertönt heute Morgen zehn Minuten früher als sonst. Teile der Stadt sind abgesperrt, für die Vorbereitungen eines beliebten Sommerfestes – die Staubildung wird wohl schlimmer als an anderen Tagen sein. Du musst einen früheren Bus erwischen, um pünktlich auf Arbeit zu sein.

Die Weckerzeit ist deiner Morgenroutine angepasst, die jeden Tag von deinem Smartphone überwacht wird. Es sagt das Wetter vorher (für 7 Uhr wurde Regen angesagt), gibt Auskunft über den Wochentag (es ist Montag und der Verkehrs ist Montags immer schlimm) und sagt dir, dass du gestern spät ins Bett gegangen bist (diesen Morgen wird daher vermutlich alles etwas langsamer ablaufen). Das Telefon summt wieder – es ist Zeit, sich auf den Weg zu machen, wenn du den Bus kriegen willst.

Während du zur Bushaltestelle läufst, schlägt dir dein Smartphone vor einen kleinen Umweg zu machen – aus irgendeinem Grund ist die Straße, die du sonst immer nutzt, heute sehr voll. Du kommst auf dem Weg an deinem Lieblingskaffeeladen vorbei und obwohl dieser heute 20 Prozent Rabatt anbietet, informiert dich dein Telefon nicht – du hast es immerhin eilig.

Nach deinem morgendlichen Spaziergang fühlst du dich frisch und kraftvoll. Du kommst an der mit WLAN und Bluetooth ausgestatten Bushaltestelle an und eine Benachrichtigung wird an den Busfahrer gesendet. Er weiß jetzt, dass 12 Passagiere darauf warten, abgeholt zu werden, weshalb er ein bisschen schneller fahren sollte, wenn er allen genügend Zeit geben will, einzusteigen. Das Busunternehmen ist ebenfalls informiert und schickt bereits einen weiteren Bus los, um dem hohen Personenaufkommen auf deiner Route gerecht zu werden. Während du wartest, fällt dir ein Elternteil mit zwei kleinen Kindern auf, die sich mit dem Touch-Screen der Haltestelle beschäftigen.

Als der Bus ankommt, können alle entspannt einsteigen: fast alle Passagiere nutzten Tickets, die auf ihrem Smartphone gespeichert waren. Nur eine Person musste aufwendig mit Bargeld zahlen. Im Bus holst du ein Tablet aus deiner Tasche, um die Nachrichten und deine E-Mails über das kostenlose WLAN zu checken. Dir fällt plötzlich auf, dass du vergessen hast, dein Telefon zu laden. Du schließt es also an die USB-Buchse neben deinem Sitz an, um es zu laden. Obwohl der Verkehr sehr stockend ist, kannst du fast alle deine Arbeitsmails abarbeiten. Die Zeit im Bus ist also sehr sinnvoll genutzt.

Als der Bus dich vor deinem Büro absetzt, informiert dich dein Chef über einen ungeplanten Besuch. Du buchst daher bei einem Car-Sharing-Dienst wie Co-wheels. Du sicherst dir ein Auto für die Reise, inklusive einem Klapprad im Kofferraum.

Du musst in das Zentrum der Stadt, also parkst du das geliehene Auto in einer nahgelegenen Parkbucht (die eigentlich eine ungenutzte Auffahrt eines anderen Mitglieds ist), sobald du am Stadtrand ankommst. Du nimmst für den Rest des Wegs ein Fahrrad, um Zeit zu sparen und den Verkehr zu umgehen. Deine Reise-App gibt dir Anweisungen über deine Bluetooth-Kopfhörer – es sagt dir, wie du deine Geschwindigkeit auf dem Fahrrad anpassen sollst, je nachdem, wie es um deine Fitness steht. Wegen deines Asthmas schlägt die App dir eine Route vor, die ein Areal umgeht, das starke Luftverschmutzung aufweist.

Nach dem Meeting winkst du ein Taxi heran, um zurück ins Büro zu gelangen. Du kannst auf dem Weg ein paar Mails beantworten. Mit einem Klick auf deinem Smartphone bestellst du das Taxi und in den zwei Minuten, die es bis zu dir braucht, faltest du dein Fahrrad, um es in den Kofferraum eines anderen Autos in der Nähe deines Büros zu packen. Du hast es eilig, also keine grünen Belohnungspunkte fürs Laufen heute. Wenigstens bist du pünktlich beim Meeting gewesen und hast auf dem Weg dorthin zwei Kilogramm CO2 eingespart.

Wach auf

Das mag alles wie Fiktion klingen, aber in Wahrheit werden alle notwendigen Daten dafür bereits auf die eine oder andere Art und Weise gesammelt. Dein Smartphone kann deinen Standort verfolgen, deine Fortbewegungsgeschwindigkeit und sogar die Art von Aktivität, die du ausführst – ob du fährst, läufst oder mit dem Rad unterwegs bist.

In der Zwischenzeit werden Fitness-Tracker immer besser und Smart Watches können deine Herzfrequenz und deine körperlichen Aktivität überwachen. Dein Suchverlauf und dein Verhalten auf den einschlägigen Sozialen Medien können Auskunft über deine Interessen, Geschmäcker und sogar Absichten geben: Zum Beispiel geben die Daten, die generiert werden, wenn du dir Urlaubsangebote ansiehst, nicht nur Auskunft darüber, wo du hinwillst, sondern auch wann und wieviel du bereit bist, zu zahlen.

Neben persönlichen Geräten, ist das Internet of Things mit Netzwerken unzähliger Arten von Sensoren, die von Luftverschmutzung bis Verkehrsaufkommen alles messen können, eine weitere Datenquelle. Ganz abgesehen von dem kontinuierlichen Fluss an Informationen auf Socia- Media-Plattformen zu jedem Thema, das dich interessiert.

Mit so vielen verfügbaren Daten scheint es, als sei die Erfassung unserer Umwelt fast komplett. Doch alle diese Datensätze sind in Systemen gespeichert, die nicht miteinander interagieren und von verschiedenen Entitäten verwaltet werden, die Sharing nicht gerade gut heißen. Obwohl die Technologie also bereits existiert, sind unsere Daten weiterhin bei verschiedenen Organisationen voneinander isoliert und institutionelle Hürden stehen dieser Art von Service im Weg. Ob das gut oder schlecht ist, bleibt dir überlassen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „smartwatch“by Free-Photos ( CC0 Public Domain)


The Conversation

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