Facebook Newsfeed (Bild reynermedia [CC BY 2.0], via Flickr)

Facebook und Twitter bringen im Marketing nichts

Zu erfolgreichem Marketing gehört heutzutage definitiv auch eine Social-Media-Strategie. Diese bringt für viele Marken allerdings nicht so viel Erfolg, wie gedacht. // von Daniel Kuhn

Facebook Newsfeed (Bild reynermedia [CC BY 2.0], via Flickr)

Social Media ist heutzutage sehr wichtig, keine Frage. Auch an den Marketing-Abteilungen dieser Welt ist diese Erkenntnis natürlich nicht vorbei gegangen. Entsprechend ist nahezu jede Marke auch auf Facebook, Twitter und Co. vertreten. Ein Bericht von Nate Elliott, Vice President des Marktforschungsunternehmens Forrester, legt nun allerdings nahe, dass sich dieser Zeit- und Geldaufwand für viele Firmen überhaupt nicht im erhofften Ausmaß lohnt. In den meisten Fällen ist sogar das Gegenteil der Fall.


Warum ist das wichtig? Social Networks galten bisher aufgrund der hohen Nutzerzahlen als perfektes Marketing-Tool – mit sinkenden Reichweiten wird dieser Kanal aber immer weniger lohnenswert und Alternativen müssen her.

  • So ziemlich jede Marke die etwas auf sich hält, ist heute auf Facebook und Twitter vertreten um.
  • Facebook will jedoch für eine große Reichweite bezahlt werden, wodurch sich dieser Kanal für die meisten Marken nicht mehr lohnt.
  • Es ist also an der Zeit, mit neuen Marketing-Strategien aufzuwarten, um zu verhindern, dass Social Media zum Verlustgeschäft wird.

Was nichts kostet ist auch nicht sichtbar

Firmen wenden heutzutage sehr viele Ressourcen auf, um mit ihren Marken auf Facebook und Twitter Präsenz zu zeigen. Social Media ist allerdings nicht annähernd so wichtig für eine erfolgreiche Marketing-Strategie, wie landläufig angenommen wird. Zu diesem Schluss kommt das Marktforschungsunternehmen Forrester in dem Bericht „Social Relationship Strategies That Work“. Dies scheint in Anbetracht der immer noch steigenden Nutzerzahlen der Social Networks erst mal überraschend, sind diese Milliarden Nutzer doch so etwas wie ein feuchter Traum eines jeden Marketing-Managers. Doch bei genauerer Betrachtung erreichen die Posts von großen Marken auf Facebook und Twitter gerade einmal 2 Prozent ihrer Fans. Und gerade einmal 0,1 Prozent der Fans liken, teilen oder kommentieren durchschnittlich einen Post.

Die Entwicklung ist ganz klar den Bestrebungen von Facebook geschuldet, mit dem kostenlosen Dienst auch Geld zu verdienen. Kostenlose Posts erreichen längst nicht mehr alle, die eine Seite geliked haben, für eine höhere Reichweite muss gezahlt werden. Und daran wird Facebook so schnell auch nichts ändern, ganz im Gegenteil. In einem Blogpost von letzter Woche hat das Social Network angekündigt, dass in Zukunft noch weniger Nutzer von unbezahlten Promo-Posts von Marken erreicht werden. Offiziell um die Newsfeeds aufzuräumen, den Nebeneffekt, dass man damit mehr Geld verdient, nimmt man aber gerne in Kauf.

Stell dir vor, du postest Werbung und niemand sieht es

Unternehmen sollten daraus resultierend genau überlegen, ob sich der zeitliche und finanzielle Aufwand für Social-Media wirklich lohnt. „Es ist offensichtlich, dass Facebook und Twitter nicht die Beziehungen bieten, die Marketing-Manager begehren„, schreibt Elliot in dem Bericht. „Es ist daher an der Zeit für Marketing-Manager anzufangen, Strategien für soziale Beziehungen um Websites herum zu bauen, die den entsprechenden Gegenwert bieten können. Sony hat zum Beispiel 4,5 Millionen Nutzer auf die Microsite GreatnessAwaits.com gezogen und sich somit einen Vorteil für den Launch der PlayStation 4 gegenüber dem direkten Konkurrenten Microsoft erspielt.

Warum Social Networks für Marketingzwecke eigentlich nicht geeignet sind, bringt Elliot in folgendem Satz auf den Punkt: „Ihr habt nicht wirklich eine soziale Beziehung mit euren Kunden.“ Aber wenn die großen Kanäle Facebook und Twitter nicht mehr richtig funktionieren, was sind die Alternativen? Laut Elliot zum einen kleinere, nischige Social Networks und Branded Communities, wobei dies auch stark von der entsprechenden Marke und der Zielgruppe abhängt. Die Zeit, in der eine Social Media-Strategie mehr oder weniger universell gültig war, ist also offenbar vorbei. Eine weitere Alternative ist nach Ansicht von Elliot überraschenderweise E-Mail. Ein Medium, das schon häufig als kaputt bezeichnet wurde. Der große Vorteil im Vergleich zu Facebook und Twitter ist nach Ansicht Elliots allerdings, dass 90 Prozent aller E-Mails ankommen, was für Markteting zugegebenermaßen deutlich besser klingt, als 0,2 Prozent Reichweite. Allerdings kennen wir auch alle das Problem der überquellenden Postfächer, das bisher noch niemand so richtig in den Griff bekommen hat. Ob in der Flut der E-Mails also diese eine Werbe-Mail mehr Nutzer erreicht, als ein Facebook-Post, möchte ich mal stark anzweifeln.


Teaser & Image by reynermedia (CC BY 2.0)


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Daniel Kuhn

Daniel Kuhn

ist Wahl-Berliner mit Leib und Seele und arbeitet von dort aus seit 2010 als Tech-Redakteur. Anfangs noch vollkommen Googles Android OS verfallen, geht der Quereinsteiger und notorische Autodidakt immer stärker den Fragen nach, was wir mit den schicken Mobile-Geräten warum anstellen und wie sicher unsere Daten eigentlich sind.

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