Twitter: Krach zum 5. Geburtstag

Das Ökosystem von Twitter hat einige Irritationen hervorgerufen. Denn Twitter hatte erfolgreiche Werkzeuge von Drittanbietern kurzerhand aufgekauft (tweetdeck) und andere Entwickler seltsam behandelt, manche Apps kurzerhand gesperrt. Das Ganze wuchs sich aus und nun ermittelt die Federal Trade Commission (FTC), ob es noch mit rechten Dingen zu geht. 500 Millionen Dollar waren in letzter Zeit in die Taschen von diesen Entwicklern geflossen, obwohl noch nicht mal Twitter selbst ein robustes Geschäftsmodell aufweisen kann. Aber der Hype um das Informationsnetzwerk ist enorm und mit jeder Revolution, jedem Erdebeben und jedem auf dem Waser gelandeten Flugzeug immer mehr gewachsen.
Obwohl Twitters Chef Dick Costolo laut einem Bericht der New York Times wichtige Entwickler bereits versucht hat, persönlich zu beruhigen, ist der Zweifel gesät. Vor allem die Firma UverMedia, deren Twitter-Apps erst kürzlich gesperrt wurden wegen Sicherheitsbedenken, ist ein Informationsquell für die FTC. Information an sich ist wohl das größte Problem in diesem verwickelten Fall, denn Twitter selbst ist sich nicht immer im Klaren darüber, welche Apps die fremden Entwickler anbieten sollten und was man gern selber bauen möchte. Und wenn man das weiß, dann sind nicht immer zuerst die Drittanbieter primäres Ziel der Kommunikation. Außerdem baut Twitter seine eigenen Lösungen in Geschwindigkeiten in denen andere Anbieter fünf erstellen. Dass nicht zuletzt diese externen Apps die Welt von Twitter für viele so leicht bedienbar machen, ist offenbar noch nicht angekommen in den heiligen Hallen…

Jörg Wittkewitz

  ist seit 1999 als Freier Autor und Freier Journalist tätig für nationale und internationale Zeitungen und Magazine, Online-Publikationen sowie Radio- und TV-Sender. (Redaktionsleiter Netzpiloten.de von 2009 bis 2012)


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