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Battlefield V Firestorm – Gameplay-Trailer zu Battle Royale Modus veröffentlicht

Am 21. März veröffentlichte Battlefied auf seinem YouTube Kanal einen Gameplay-Trailer zu Battlefield V Firestorm. Dieser zeigt diverse Einblicke in den geplanten Battle Royale Modus.

Der große Hype – Battle Royale

Battle Royale hat in den letzten Jahren für ordentlich Furore gesorgt. Spiele wie Player Unknown‘s Battleground, Fortnite und Apex Legends folgen dabei im Wesentlichen demselben Prinzip. Spieler springen aus einem fliegenden Vehikel, sammeln Waffen und Ausrüstung und bekämpfen sich so lange, bis nur noch ein Team übrig ist. Das wird auch das grundlegende Prinzip in Battlefield V Firestorm sein.

Was ist in dem Trailer zu sehen?

Der Trailer zeigt, was die Spieler in Battlefield V Firestorm erwarten können und beleuchtet die verschiedenen Facetten des Battle Royale Modus. So dürfte es viele Fans des Hauptspiels freuen, dass in Firestorm viele Battlefield-typische Elemente enthalten sind. Zum Beispiel ist dem Trailer zufolge das Gunplay aus dem Hauptspiel auch im Battle Royale Modus vorhanden. Gerade für die Handhabung der Waffen ist der Multiplayer-Ego-Shooter bei Fans beliebt. Auch die für Battlefield so typischen Fahrzeuge sind in Firestorm enthalten. Spieler dürfen sich demnach auf 17 verschiedene Fahrzeuge freuen – darunter ein Panzer, ein Helikopter und ein kleiner roter Traktor.

Loot, Loot und noch mehr Loot

Wie auch in anderen Vertretern des Battle Royale Genres, spielen die gefundenen Waffen und Ausrüstungsgegenstände in Firestorm eine große Rolle. Schließlich braucht es eine vernünftige Ausrüstung, um gegen andere Spieler zu bestehen. In Battlefield V können Spieler dafür überall auf der Karte verschiedene Waffen in Tresoren, Kisten oder auf dem Boden finden. Aus dem Trailer geht hervor, dass diese in die drei Seltenheitsstufen „common“, „rare“ und „epic“ eingeteilt sind.

Keine Lust mehr zu laufen?

Fahrzeuge zu benutzen, ist nichts Seltenes in Battle Royale-Spielen. Auch in Player Unknown‘s Battleground und Fortnite erkunden Spieler die Karte mithilfe diverser Fahrzeuge. Diese stehen in Battlefields Genrevertreter aber nicht alle einfach auf der Karte herum. Zumindest im Trailer scheint es, als könnte man besondere Fahrzeuge, wie zum Beispiel einen Panzer, nur aus einer Art Garage ergattern. Dabei lenkt das Team, das die Garage öffnet, eine Menge Aufmerksamkeit auf sich und sollte sich beeilen. Das Öffnen der Garage löst nämlich ein Sirenen-Geräusch aus, das Spieler in der Nähe anlockt. Auch verspricht der Trailer eine Reihe an Waffen, mit denen die Bedrohung durch Fahrzeuge gemindert werden kann. So wird verhindert, dass diese zu mächtig werden.

Eine wirklich (!) große Karte

Was die Größe der Karte angeht, auf der gespielt wird, ist der Trailer nicht unbedingt bescheiden. So soll die Map Halvøy die größte Spielwelt sein, die es jemals in einem Battlefield gegeben hat! Wobei Battlefield schon immer für seine großen Karten bekannt war. Zum Vergleich wird die Karte Hamada aus dem Hauptspiel Battlefield V angegeben. Halvøy sei noch zehnmal größer als Hamada. Während einer Spielrunde wütet außerdem ein großer Feuerring auf der Karte und wird im Laufe der Zeit ganz genretypisch immer kleiner. So werden die 64 Spieler weiter zusammen gedrängt.

Auch die aus Battlefield bekannte Zerstörbarkeit der Umgebung hat es in den Battle Royale Modus geschafft. So sind laut der Entwickler die Gebäude auf der Karte zerstörbar, was die Kämpfe durchaus dynamischer machen könnte, als man es aus anderen Battle Royale Titeln gewohnt ist. In denen ist es nämlich eine beliebte Taktik sich in Häusern zu verschanzen und bloß die Eingänge im Auge zu behalten. In Firestorm kann es gut passieren, dass einem dabei die ganze Deckung um die Ohren fliegt.

Der Battle Royale Modus erscheint am 25. März und ist nur als Teil des Hauptspiels Battlefield V für PS4, Xbox ONE und PC verfügbar.


Image Battlefield V by EA

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Life Is Strange 2 im Test: Episode 2 “Rules” ab sofort spielbar

Life Is Strange 2 Test Episode 2 Rules

“Same same, but different” ist das Motto bei Life Is Strange 2 – dem Nachfolger des Überraschungshits Life Is Strange vom Entwickler Dontnod Entertainment aus dem Jahr 2015. Dem Basisspiel folgte im Sommer 2017 das Prequel Life Is Strange: Before the Storm – wie Teil 1 ebenfalls von Square Enix vertrieben – in dem man statt der Protagonistin Max Caulfield die Rolle ihrer rebellischen Freundin Chloe Price eingenommen hat. Die Wartezeit auf den lange angekündigten zweiten Teil des episodischen Adventures wurde dann durch das kostenlose Spiel The Awesome Adventures of Captain Spirit verkürzt.  Anderes Setting, andere Charaktere, andere Superkräfte, gleichzeitig aber dieselbe atmosphärische Inszenierung und sensible Thematisierung sozialer Motive. Das Leben ist auch in Teil 2 durch und durch seltsam. Hier erfahrt ihr, wieso.

Episode 1: Roads – Überzeichnet politisch, überraschend feinfühlig

Der Spieler übernimmt in Life Is Strange 2 die Rolle des 16-jährigen Sean, der mit seinem kleinen Bruder Daniel und dem mexikanischen Vater Esteban Diaz in einem Vorort von Seattle wohnt. Zu Beginn des Spiels ist seine größte Sorge noch das Beschaffen von Alkohol für eine Party oder wie er seine Flamme Jenn am Abend am besten rumkriegen kann. Das Schicksal nimmt allerdings eine unerwartete Wendung. Denn ein tödlicher Vorfall, der enthüllt, dass Daniel über telekinetische Fähigkeiten verfügt, stellt das Leben der Diaz-Brüder schlagartig auf den Kopf. Von heute auf morgen muss der 16-Jährige als Ersatz-Elternteil für Daniel fungieren und ums bloße Überleben auf den Straßen von Washington State kämpfen.

Life Is Strange 2 Test Diaz Haus
Life Is Strange 2 dreht sich um die Familie Diaz, genauer um die Beiden Brüder Daniel und Sean. Image by Dontnod

Setting und Charaktere

Coming-of-age steht bei Life Is Strange im Mittelpunkt. Während der erste Teil Cybermobbing, sexuellen Missbrauch und Suizid in den Fokus rückte, schlägt Teil 2 eine klar politische Route ein. Das Spielgeschehen setzt zum 26. Oktober 2016 ein, also knapp zwei Wochen bevor Donald J. Trump zum 45. Präsidenten der USA gewählt wird.

Vor allem die Nebencharaktere veranschaulichen den Zustand eines zerstrittenen Amerikas. Da haben wir zum einen Hank Stamper, den rassistischen Betreiber und angedeuteten Trump-Unterstützer einer Tankstelle irgendwo südlich von Seattle. Die Brüder und er geraten aneinander. Im Streit äußert er sich unterschwellig rassistisch: „You’re the reason we need to build that wall.“

Im starken Kontrast zu Hank Stamper steht mein persönlicher Favorit Brody, ein klares Porträt des liberalen Klischee-Millenials. Brody stammt aus einer wohlhabenden Familie, entflieht den materiellen Fesseln aber. Als nomadischer Reise-Blogger und Podcaster lebt er in seinem Auto in den Tag hinein. Dabei trifft er ebenfalls auf die Brüder.

Die Gegenüberstellung dieser beiden Charaktere und ihrer politischen Ansichten wirkt dramatisch überspitzt, sorgt aber immerhin für eine spannende Neben- und Rahmenhandlung. Für meinen Geschmack hat der französische Entwickler Dontnod mit seiner Gesellschaftskritik dennoch etwas zu stark in der Klischee-Kiste gekramt.

Life Is Strange 2 Test Grafik
In einer rührenden Geschichte mit toller Grafik schlagen sich zwei Brüder durch die Wildnis. Image by Dontnod.

Gameplay

Episode 1 lässt in Sachen Gameplay noch Luft nach oben. Die Exposition ist etwas langatmig und rätselarm. In diesem Sinne gibt es wenig Spannendes zu tun. Zudem spielen übernatürliche Kräfte hier noch kaum eine Rolle, womit im Vergleich zum ersten Spiel ein reizvolles Element fehlt.

Positiv aufgefallen ist mir hingegen, dass das Spiel die kleinen und großen Entscheidungen, die man als Sean trifft, nicht mit dem Holzhammer kennzeichnet. Ich erinnere im Vergleich dazu an Telltale-Spiele wie The Walking Dead, bei denen dem Spieler oft ganz und gar nicht subtil mitgeteilt wird “Clementine will remember that”, sobald man eine kritische Entscheidung fällt. In Life Is Strange 2 ist das glücklicherweise nicht der Fall. Daher muss man als Sean sehr genau auf sein Verhalten gegenüber dem kleinen Bruder achten. Beispielsweise sollte man Daniel vor dem Schlafengehen keine Gruselgeschichten erzählen oder nicht vor seinen Augen stehlen, um ihn nicht zu Dieb zu erziehen.

Episode 2: Rules – Endlich etwas Superhelden-Spirit

Unser Tipp bevor ihr in Episode 2 startet: Spielt unbedingt die kostenlose Demo “Die fantastischen Abenteuer des Captain Spirit”. Sie wurde im Juni 2018, im Vorfeld zum Release von Episode 1, sozusagen als Teaser veröffentlicht. Die Handlung dieses etwa eineinhalb-stündigen Adventures, das ebenfalls im Universum von Life Is Strange verankert ist, sollte man sich nicht entgehen lassen, da es direkt mit der Handlung von Episode 2 zu tun hat. Es ist für PC, PlayStation und Xbox One erhältlich.

Life Is Strange 2 Episode 2 Sean Kräfte
Wenn Daniel in Episode 2 seine Kräfte entdeckt, wird es spannend. Image by Dontnod

Setting und Charaktere

Bereits einen Monat lang sind Sean und Daniel in der Wildnis auf sich alleine gestellt, wenn wir ihnen als Spieler in Episode 2 wieder begegnen. Im Fokus steht mittlerweile Daniels Ausbildung zum “Jedi-Meister”. Dabei vermittelt Sean ihm, seine unerklärlichen Kräfte zu kontrollieren und gezielt einzusetzen. Gelegentliche Gefühlsausbrüche lassen sich dennoch nicht vermeiden und treiben das Spiel konfliktreich voran.

Gameplay

In Episode 1 vermisste ich insbesondere Rätsel-Passagen und der Gebrauch von Daniels Kräften. Episode 2 legt im Vergleich dazu genau darauf den Schwerpunkt, was das Spielgeschehen ein wenig abwechslungsreicher gestaltet. Fans wird es freuen, dass Life Is Strange 2 damit einen beliebten Aspekt des Vorgängerspiels wieder aufgreift.

Bisheriges Fazit zu Life Is Strange 2 nach zwei Episoden

Die beiden ersten Episoden von Life Is Strange 2 überzeugen mit der rührenden Geschichte zweier Brüder und ihres großen Abenteuers. Die neuen Schauplätze und Charaktere sind eine willkommene Ergänzung zum Vorgängerspiel. Während Episode 1 aber noch etwas lahmt, wird es mit dem Gebrauch von Daniels Kräften in Episode 2 richtig spannend. Gelungen ist auch der “Interactive Fiction”-Aspekt. Entscheidungen die der Spieler als Sean trifft, ob kleine in Dialogen oder große in entscheidenden Momenten des Spielverlaufs, haben oft folgenreiche Auswirkungen auf Daniel und die weiteren Charaktere. Das vermittelt nicht nur ein hohes Maß an Authentizität, sondern lässt Spieler auch sehr tief ins Geschehen eintauchen.

Entwickler Dontnod Entertainment hat es erneut geschafft ein durch und durch stimmiges Grafik-Adventure zu gestalten. Charaktere, Setting, Drehbuch, Soundtrack und Bildsprache überzeugen! Einem modernen Kult-Klassiker wie Life Is Strange das Wasser zu reichen, ist schwer, aber die Gebrüder Diaz sind auf dem besten Weg, sich ähnlich wie Chloe und Max einen festen Platz in den Herzen der Spieler zu sichern.

Life Is Strange 2: Roads, die erste Episode, ist seit dem 27. September 2018 verfügbar, und Episode 2, mit dem Titel Rules, seit dem 24. Januar 2019. Das Episoden-Adventure kann auf Windows, PlayStation 4 und Xbox One gespielt werden. Mac- und Linux-Versionen des Spiels sollen im Laufe des Jahres folgen.

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Images by Dontnod

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Red Dead Redemption 2 im Test: Der wilde Westen lebt

Mein Name ist Arthur Morgan. Unsere Bande hat in der Stadt Blackwater einen herben Schlag einstecken müssen. Auf der Flucht vor den Pinkertons haben wir uns in die Berge gerettet. Dutch, unser Anführer, gibt sein Bestes, um alle durchzubringen, doch das Wetter macht uns zu schaffen. Es ist Mai und doch lassen Schneestürme die Grizzlies West im Schnee versinken. Zum Glück haben wir einen Unterschlupf gefunden, in dem unsere Gruppe die kommenden Tage überstehen kann.

Red Dead Redemption 2 wirft uns zu Beginn gleich in den unwegsamen Norden. Keine Kakteen, keine Windhexen, die die Wege entlangrollen. Stattdessen stapfen wir in den Anfangsstunden durch tiefen Schnee und sorgen dafür, dass die Gruppe irgendwie durchkommt. Schon zu Beginn wird deutlich: Dieses Spiel ist nichts für Liebhaber rasanter Action. Ihr werdet eine Menge Zeit auf den Pferden und mit Gesprächen verbringen. Red Dead Redemption 2 kann sich diese Entschleunigung allerdings auch leisten, da es einfach genial umgesetzt ist.

Am Anfang kämpft sich Arthur Morgan durch den tiefen Schnee der Berge.

Die Bande ist unsere Familie

Red Dead Redemption 2 hat eher etwas von einer Serie als von einem Film. Dreh- und Angelpunkt dieser „Serie“ ist das Lager unserer Diebesbande. War man im Vorgänger noch meist alleine unterwegs, ist man hier Teil einer Gemeinschaft.

Allgemein ist die Bande rund um Dutch Van der Linde ein genialer Schachzug von Rockstar Games, da sie einen tollen Bezugspunkt zur Entwicklung der Story bietet. Die Aufträge schicken uns immer wieder mit einzelnen Mitgliedern der Bande auf Reise. Nach und nach lernen wir so unsere Weggefährten kennen und lieben. Die Gruppe wird dabei angenehm lebendig inszeniert. Schauen wir zwischendurch im Lager vorbei, kommt immer wieder jemand auf uns zu. Wir erfahren, wem wir helfen können und wo sich ein lohnenswertes Ziel befinden könnte. Während der Gespräche können wir uns sogar gemütlich durchs Lager bewegen.

Wollen wir dann einen Auftrag starten, müssen wir die jeweilige Person ins Visier nehmen und die Kommunikation beginnen. Auch wenn wir eine Quest starten, fängt sie angenehm aus dem Leben heraus an. Die Charaktere stehen nur selten sinnlos in der Landschaft herum in der Hoffnung, dass Arthur sich mal blicken lässt. Stattdessen sind sie meist inmitten einer Tätigkeit.

Der Detailgrad der Charakterstudien ist dabei einzigartig. Jeder hat seine eigene Art zu reden, eine andere Gestik, andere Ziele und Träume. Das ist keine Gruppierung gleichartig gesinnter Charaktere und nicht alle werdet ihr mögen. Trotzdem sitzen alle im selben Boot und tragen ihren Teil zur Gemeinschaft bei, ob von Herzen oder eher widerstrebend.

Bei einem Fest im Lager habe ich etliche Minuten zugebracht, einfach nur zu beobachten, was passiert. Kleine Gruppen finden sich im Lager, singen Lieder und tanzen zur Musik. Zwei entfliehen später sogar ins Zelt, um intimer zu werden. Diese Geschichten geschehen passiv, ohne dass wir selbst aktiv Dialoge führen. Wo in anderen Spielen alles nur über unseren Charakter geschieht, zeigt die Van der Linde-Bande ein Eigenleben, das gelegentlich einfach zum Zuschauen einlädt.

Im Camp wird gefeiert. Am Feuer kommen alle zusammen bei Musik und Alkohol.

Mein bester Freund, das Pferd

Der wichtigste Begleiter ist allerdings nicht Vaterfigur Dutch, sondern das Pferd an unserer Seite. Nicht nur, dass es uns durch die Welt trägt – das Pferd ist auch unser mobiles Lager. Wir können nur eine begrenzte Anzahl Waffen mit uns herumtragen. Der Rest wird bei unserem Pferd gelagert, ebenso wie diverse Ausrüstung. Erlegte Tiere oder deren Felle werden sogar sichtbar über das Pferd gelegt. Kochen lassen sich die Tiere am Lagerfeuer, das ebenfalls über das Pferde-Menü aufgebaut wird.

Die Beziehung zum Pferd hat zudem Einfluss auf seine Werte wie Gesundheit, Geschwindigkeit oder Ausdauer. Das Pferd ist somit nicht einfach austauschbar, da wir zu einem neuen Pferd erst wieder eine Bindung aufbauen müssen.

Das Pferd lässt sich auch optisch den eigenen Wünschen anpassen. Wir können beispielsweise Schweif und Mähne unseres Begleiters frisieren oder auch den Sattel sehr frei gestalten. Allgemein lässt sich in Red Dead Redemption 2 vieles anpassen. Dazu gehört die Kleidung genauso wie die Frisur des Protagonisten und sein immer größer werdendes Waffenarsenal.

Red Dead Redemption 2 ist fast schon zu detailverliebt

Manchmal stellt sich die Detailverliebtheit sogar selbst ein Bein. Es ist schon beeindruckend, wenn im Lager ein Lied gesungen wird und die unterstützenden Handbewegungen des Sängers genau so aussehen, wie man es sich auch in echt vorstellen würde. Beim Plündern eines Hauses wird es hingegen anstrengend, wenn jeder Schrank erst geöffnet und die Gegenstände einzeln in recht langsamer Bewegung herausgenommen werden.

Auch beim Kochen müssen wir für jedes Stück Fleisch eine längere Animation erdulden und Pokerspiele bieten kaum Möglichkeiten, das Mischen oder Kartenausteilen zu verkürzen. Doch selbst am Spieltisch hat man nie das Gefühl, gegen Klone zu spielen. Es entsteht auch Smalltalk und die Spieler scheinen unterschiedliche Spielweisen zu haben.

Das größte Manko von Red Dead Redemption 2 ist die Steuerung. Vor allem das Auswahlrad des Pferdes gerät zur Tortur, wenn man mit L1 das Menü aufrufen muss, mit R1 in die Gebrauchsgegenstände geht, L1 weiter gedrückt halten halten muss und erst loslassen darf, wenn man mit dem Stick den Gegenstand ausgewählt hat. Die Steuerung wirkt für den Umfang und die Entwicklungszeit dieses Spiele-Kolosses einfach unangenehm unausgegoren. Unspielbar ist die Bedienung trotzdem nicht und geht mit der Zeit auch ins Muskelgedächtnis über.

Rhodes ist eines der zahlreichen Siedlungen in Red Dead Redemption 2

Perfekte Vertonung, aber nicht auf Deutsch

Viel Liebe zum Detail wurde auch in die Vertonung des Spiels gesteckt. Mehr als 1.000 Synchronsprecher hauchen selbst den belanglosen NSCs mit ihren Stimmen Leben ein.. Schon aus dem Ton der Stimme lässt sich oft schon auf Stimmung oder Verhältnis zwischen Charakteren schließen. Dialekte und Slangs geben den Charakteren auch hörbare Ecken und Kanten.

Nur leider ist dieser Genuss nur im Originalton zu hören. Wer des Englischen nicht all zu mächtig ist, muss auf die Untertitel zurückgreifen. Schade, dass ein Spiel mit diesem Produktionsaufwand nicht noch ein bisschen Geld für die wichtigsten Lokalisierungen in die Hand nimmt.

Die Welt, der eigentlich Star

Die Narrative des Spiels ist schon eine Klasse für sich. Die Story überzeugt mit interessanten Charakteren, perfekten Charakterstudien, abwechslungsreichen Aufträgen und unerwarteten Wendungen. Selten sah ich ein Spiel, das trotz offener Welt den erzählerischen Anspruch von Filmen, Serien oder gar Büchern derart ebenbürtig ist. In dieser Hinsicht schlägt es sogar The Witcher 3: Wild Hunt, auch wenn der Hexer viel mehr Einfluss durch Dialogoptionen bot.

Der eigentlich Star von Red Dead Redemption 2 ist trotz der starken Geschichte die Spielwelt. Rockstar Games hat einfach ein Händchen für lebendige Welten und hat sich in ihrem Western-Epos erneut übertroffen. Egal ob Steppen, Wälder, Sümpfe, Gebirge oder die große Stadt – die riesige Welt sieht einfach grandios aus. In Red Dead Redemption 2 hat Rockstar Games nochmals eine Schippe draufgepackt. Die Welt ist nicht nur mit einer sehr abwechslungsreichen Pflanzenwelt bestückt, sondern auch von mehr als 200 Tierarten bewohnt. Bei der Jagd müsst ihr zudem nicht nur leise sein, sondern am besten auch die Windrichtung beachten, damit sie euch nicht wittern. Je nach Tierart sind außerdem unterschiedliche Waffen zu nutzen, will man das Fell möglichst wenig beschädigen.

Das Licht taucht unser Lager in eine ganz eigene Stimmung.

Fazit: ein Meisterwerk, aber nicht für alle

Wie gerne würde ich doch eine uneingeschränkte Empfehlung für Red Dead Redemption 2 aussprechen. Die Welt schafft eine noch nie dagewesene Illusion der Realität und das Storytelling ist auf einem Niveau, das seinesgleichen sucht. Doch gerade dieser Detailgrad schmeckt nicht jedem. Hier wird einem kein Fast Food serviert, sondern ein 8 Gänge-Menü oberster Sternekategorie, dessen Geschmacksnuancen man  genießen muss. Wer unkomplizierte Action sucht oder ohne deutsche Sprachausgabe nicht spielen mag, der wird mit Red Dead Redemption 2 nicht glücklich. Wer sich jedoch darauf einlässt, erlebt aber einen Meilenstein der Spielegeschichte, bei dem die etwas hakelige Bedienung den Gesamteindruck nicht schmälern kann. Red Dead Redemption 2 ist die neue Referenz an der sich Open World-Spiele fortan messen müssen.

 

Red Dead Redemption 2 könnt ihr auf Amazon kaufen (Provisionslink)


Images by Stefan Reismann

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Trick or Cheat: 5 Horror-Games zu Halloween 2017

oxenfree_screen_6 (adapted) (Image by Night School Studio)

Zugegebenermaßen bin ich ein richtiger Angsthase, was Horror-Games angeht. Anders als bei Horrorfilmen nimmt man in Horror-Games meist die Rolle einer Hauptfigur ein und erlebt die Geschehnisse durch die Augen dieser Figur. Das Hineinfühlen in den Raum einer virtuellen Welt wird dadurch viel immersiver, wie Medientheoretiker sagen würden. Gerade dieses Phänomen verstärkt ja den wohligen Schauer und macht Horror-Games erst interessant. Falls ihr noch nach ein wenig nervenaufreibender Unterhaltung während der schaurigsten Zeit des Jahres sucht, ist hier vielleicht der ein oder andere Mac- und iPhone-taugliche Spieletipp für euch dabei. Hier stelle ich euch fünf schaurige-schöne, atmosphärische – nicht immer, aber meistens – Horror-Games für die Hosentasche und Zuhause vor! Natürlich könnt ihr sie nicht nur an Halloween 2017, sondern auch an jedem anderen Tag spielen.

Oxenfree – das Stranger Things der Horror-Games

Mit Oxenfree geht es erstmal sachte los, denn das Game ist eigentlich mehr Mystery als Horror. Die schräge Stimmung und die unerklärlichen Ereignisse im Spiel haben mir beim Zocken im Dunkeln dann aber schon das ein oder andere Mal einen kalten Schauer über den Rücken gejagt. Das Spiel beginnt mit einer Gruppe Teenager, die sich mit einer Fähre zum Feiern auf eine kleine Insel begibt. Der Spieler schlüpft in die Rolle von Alex, die stets bemüht ist zwischen den Freunden zu schlichten, denn schon zu Beginn gibt es Spannungen. Teenie-Zoff allein ist schon der Stoff, aus dem Albträume gemacht sind. Als es aber auf der Insel nach und nach zu mysteriösen Zwischenfällen kommt, läuft alles aus dem Ruder. Schon nach kurzer Zeit ist nichts und niemand mehr so wie es scheint und man sieht sich mit verschiedenen Zeitlinien, Dimensionen und Versionen seiner Freunde und seiner selbst konfrontiert. Es braucht nicht immer Splatter oder Jumpscares, um den Spielern das Blut in den Adern gefrieren zu lassen. Oxenfree schafft es auf seine Weise eine einzigartige Stimmung aufzubauen – sei es subtiler Psychohorror, wie ein alternatives Spiegelbild von Alex oder der großartig schaurige Synthesizer-Soundtrack!

Der Indie-Titel stammt vom US-Entwickler Night School Studio und wurde 2016 zunächst für PC und aktuelle Konsolen und im Laufe des Jahres 2017 auch für iOS und Android veröffentlicht. Das Grafik-Adventure war 2016 für die LA Times das Stranger Things der Videospielwelt und so fühlt es sich auch an.

Limbo – alles will dich töten!

Limbo ist ähnlich wie Oxenfree ein Sidescroller. Es wurde vom dänischen Indie-Entwickler Playdead entwickelt und 2010 von Microsoft herausgegeben. Bei dem 2D-Sidescroller spielt man einen namenlosen Jungen, der sich auf der Suche nach seiner Schwester durch einen angsteinflößenden Wald begeben muss. Begegnungen mit Menschen und Tieren hat man nur vereinzelt, eines haben sie aber alle gemeinsam – alle wollen dich töten! Wegen seines hohen Schwierigkeitsgrades ist das Spiel regelrecht zum Haare raufen. Man kann gar nicht aufzählen, auf wie viele Weisen man an ein und derselben Stelle im Spiel sterben kann. Der schwarz-weiß Look und die schiere Tristesse schaffen es aber, eine unverwechselbare Atmosphäre herzustellen. Da kann man gerne darüber hinwegsehen, dass man diverse Male in Folge an derselben Stelle gestorben ist.

Limbo (Image by Playdead)
Image by Playdead.

Limbo ist für iOS, Android, PC und aktuelle gängige Konsolen erschienen erschienen.

Gone Home und das Spiel mit der Erwartung

Gone Home ist ein Walking Simulator aus dem Jahr 2013. Entwickelt wurde das Game von The Fullbright Company, allen voran vom leitenden Entwickler Steve Gaynor. Ich wiederhole mich, aber mit der Atmosphäre steht und fällt ein Game dieser Genrezugehörigkeit. Gone Home spielt mit der Erwartung des Spielers. Und zwar mit den Tropes vorhergegangener Spiele aus dem Genre der Horror-Games und den möglichen Jumpscares, die man auf Schritt und Tritt erwartet. Aber zunächst mal zur Synopsis. In Gone Home schlüpft man in die Rolle – und Ego-Perspektive – von Kaitlin Greenbriar, die am 7. Juni 1995 nach einem Auslandsjahr zurück nach Hause kehrt. Soweit so gut, aber dann geht es direkt mit den ersten Horror/Mystery-Klischees weiter. Es herrscht ein verheerendes Unwetter, Kaitlin findet ihr Zuhause komplett verlassen vor und stößt dabei nur auf eine Reihe verwirrender Briefe ihrer Schwester. Im richtigen Kontext kann selbst das eigene Zuhause zu einem angsteinflößenden Ort werden.

Gone Home (Image by The Fullbright Company)
Image by The Fullbright Company.

Gone Home ist erhältlich für Microsoft Windows, macOS, Linux, Xbox One und PlayStation 4.

Five Night’s at Freddy’s – sie wollen doch nur spielen…

Five Night’s at Freddy’s muss man eigentlich kaum mehr erwähnen. Das Game, das 2014 erschienen ist, wurde im Alleingang von Scott Cawthon entwickelt und mauserte sich binnen kürzester Zeit zum Kult-Titel. Ein Let’s Player nach dem anderen versuchte sich an dem Horror-Titel und verhalf dem Spiel zu außergewöhnlicher Bekanntheit. Schauplatz des Horror-Games ist eine Pizzeria, in der ihr als Hauptcharakter einen neuen Job als Nachtwächter beginnt. Erstmal ein leichter Job, schließlich müsst ihr einfach nur die animatronischen Figuren bewachen – oder etwa nicht? Diese verselbstständigen sich nachts nämlich und ab da beginnt für euch ein Kampf um Elektrizität und vor allem euer Leben!

Five Night’s at Freddy’s ist erhältlich für Microsoft Windows, Android, iOS und Windows Phone.

SOMA – auf dem Meeresgrund hört dich niemand schreien

SOMA entführt seine Spieler ähnlich wie die Bioshock-Reihe tief unter die Meeresoberfläche. Das Survival-Horror-Game ist 2015 erschienen und von Frictional Games entwickelt worden. Wer also die Atmosphäre der Unterwasserstadt Rapture in Bioshock 1 und 2 mochte, wird auch in SOMAs verlassener Forschungsstation auf seine Kosten kommen. Dabei schlüpft man in die Rolle des Simon Jarrett, eines Kanadiers, der nach einem Autounfall unter gesundheitlichen Problemen leidet. Deswegen entscheidet er sich experimentellen neurologischen Untersuchungen zu unterziehen. Wie es nicht anders kommen kann, geht das Experiment schief und Simon erwacht im Jahr 2103 auf dem Meeresgrund. Wie es dazu gekommen ist, wieso er – scheinbar – alleine ist und was es mit der dystopisch-schaurigen Forschungsstation auf sich hat, heißt es herauszufinden. SOMA könnt ihr auf der PlayStation 4, Microsoft Windows, macOS und Linux spielen.

Ihr interessiert euch eher für starke Geschichten, bei denen ihr viel beeinflussen könnt? Dann probiert doch mal unsere Tipps aus dem Interactive-Fiction-Genre!

Dieser Artikel erschien zuerst auf Applepiloten.de.


Images by Night School Studio, Playdead & The Fullbright Company


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Ruud van Nistelrooy ist zurück und sucht nach einem neuen Club. Wo? Natürlich bei FIFA 14. Habt ihr das Zeug zum legendären FIFA Ultimate Team und könnt van Nistelrooy für euch gewinnen?

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Ob mit Manchester United oder Real Madrid, in 20 Jahren großer Karriere konnte van Nistelrooy alles gewinnen, was es zu gewinnen gab. Jetzt feiert der niederländische Fußballer sein Comeback. In Play like a Legend, dem EA SPORTS FIFA Ultimate Team, hat van Nistelrooy wieder einmal die Gelegenheit sich zu beweisen und ihr könnt dabei alles live miterleben. Weiterlesen »

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Angespielt: PlayStation 4 (vs. Xbox One)

Über die Feiertage hatte ich Gelegenheit, eine Spielkonsole der neuen Generation auszuprobieren. Die PlayStation 4, ein durchaus schick designter, schwarzer Kasten um 400 Euro, tritt derzeit gegen den etwas klobigeren und 100 Euro teureren Rivalen von Microsoft, die Xbox One, an. Und natürlich ist die PS4 schön zu spielen: Im Vergleich zu meiner einige Jahre alten Xbox 360 ist sie natürlich schneller und leiser, hat kürzere Ladezeiten und bietet einen etwas angenehmeren Controller und eine bessere Grafik. Doch was mir eindeutig gefehlt hat: der Wow-Effekt.

Von einer Konsole, die sieben Jahre nach ihrem Vorgänger auf den Markt kommt, hätte ich mir doch mehr “Wow” erwartet. Womit sich für mich die Frage erledigt hat, ob ich mir im nächsten halben Jahr eine der neuen Konsolen kaufen soll. Nein, werde ich nicht. Das Problem liegt dabei nicht an der sicher starken Hardware – auch wenn Sony etwa schon auf die neue Auflösung 4K setzen hätte können – sondern beim Content, also den Games. Sowohl PlayStation 4 als auch Xbox One kommen mit einer eher dürftigen Zahl an exklusiven Titeln daher, die eine Anschaffung notwendig machen würden.

Bei der PlayStation 4 gibt es derzeit nur eine eher enttäuschende Reihe an Exklusiv-Spielen, aus der einzig “Killzone” heraussticht, und bei der Xbox One sieht es hinsichtlich “System Seller” (u.a. „Forza“, „Ryse“) ebenfalls düster aus. Dem gegenüber stehen aktuelle und künftige Knaller wie “Assassin´s Creed IV: Black Flag”, “GTA V”, “Watchdogs” oder “Destiny”, die allesamt auch auf den alten Konsolen PS3 und Xbox360 zu haben sind bzw. zu haben sein werden. Sicher bieten die Versionen für die Next-Generation-Konsolen eine bessere Grafik – aber ist die auch 400 bzw. 500 Euro wert?

Laut Tony Key, Senior VP für Sales und Marketing bei Ubisoft, konzentrieren sich die Publisher aus wirtschaftlichen Gründen im Moment noch eher auf die Vorgängermodelle. Die Rechnung ist einfach: Sony prognostiziert bis März 2014 etwa 5 Millionen verkaufte PS4-Konsolen, ein ungleich größerer Markt aber sind die über 80 Millionen PS3, die weltweit in den Haushalten stehen. Während man Sonys PS4 als solide Spielkonsole ohne großen Überraschungen einreihen kann, versucht Microsoft seine Xbox One als Multimedia-Zentrale fürs Wohnzimmer zu positionieren. So soll man damit nicht nur zocken, sondern via Skype Videotelefonate führen, das TV-Signal durch die Konsole schleifen oder Musik- und Video-Streaming damit abrufen. Doch zum Skypen oder Musikhören den Fernseher und eine Spielkonsole aufdrehen zu müssen, wirkt auf mich in Zeiten von Smartphones und Tablets eher unpraktisch.

Wer also schon eine Spielkonsole der letzten Generation besitzt, der kann sich mit einem Upgrade Zeit lassen. Exklusiv-Blockbuster wie “Halo 5” (Xbox One) oder “Uncharted” (PS 4) werden von der Fachpresse erst in frühestens einem halben Jahr erwartet, und bis dahin kann noch viel passieren. Zum einen könnten Xbox One und PS4 günstiger werden bzw. in attraktiven Bundles angeboten werden (z.B. mit zwei Controllern, mehreren Spielen), und zum anderen bleibt abzuwarten, was Apple, Google und Samsung vorhaben. Der iPhone-Hersteller ist dank App Store stark bei Spielen und wird schon seit Jahren verdächtigt, einen Smart-TV bauen zu wollen – warum sollten nicht auf dem die Games laufen und die iOS-Geräte als Controller herhalten? Und auch Samsung dringt immer weiter in den Bereich “Home Entertainment” vor und dürfte sich nicht nur einmal überlegt haben, auch Games auf seine Internet-Fernseher zu bringen.

 


 

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