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Ihr seid Experte auf eurem Gebiet? Schreibt ein Buch drüber!

Wenn wir uns in manchen Fachgebieten so richtig gut auskennen, dann wollen wir unser Wissen mit unseren Mitmenschen teilen. Doch manchmal reicht „reden“ nicht unbedingt aus. Um die Gedanken, die uns durch den Kopf gehen, nicht nur unseren Freunden, der Familie oder den Kollegen weiterzugeben, lohnt es sich die Dinge aufzuschreiben und weiterzuverbreiten. Das Internet stellt eine super Möglichkeit dar, um zu teilen. Was aber neben dem Internet ebenfalls eine Aussicht auf das erfolgreiche Teilen unseres Wissens gibt, sind Publikationen. In Zeitschriften oder Zeitungen beispielsweise. Aber es geht noch besser: Veröffentlicht doch einfach euer eigenes Sachbuch!

Einfacher gesagt als getan?

Vermutlich hört sich das jetzt im ersten Moment ziemlich weithergeholt an, aber das ist es nicht. Ihr habt die Idee oder das Wissen? Also schreibt es auf! Dennoch bringt das Projekt Buch schreiben viele Fragen mit sich:

  • Über welches Thema möchte ich schreiben?
  • Wie fange ich am besten an?
  • Wo und wie kann ich mein Buch veröffentlichen?
  • Gibt es jemand, der mich dabei unterstützen kann?

Um diese Fragen zu klären, kann euch die Autorentagung „SACHBUCH schreiben“ am 2. März 2019 in Bernried weiterhelfen.

Was erwartet euch?

Egal in welchem Themenbereich, es sind alle, die sich für das Schreiben eines Sachbuches interessieren, herzlich willkommen. Schritt für Schritt bekommen die Teilnehmer den Workflow eines Autoren nahegelegt. Um auch, wenn das Buch dann fertig geschrieben ist, nicht vor einem großen Fragenpool zu stehen, wird zusätzlich auf die Veröffentlichungsvarianten eingegangen. Die Frage nach dem Selbstverlag oder dem Verlag ist ohnehin ein breitgefächertes Thema und kann bei der Entscheidung das Buch zu veröffentlichen, ausschlaggebend sein.

Erhaltet auf der Autorentagung besten Input von Referenten, die nicht nur Experten auf ihrem Gebiet, sondern auch zum Thema Veröffentlichung sind. Gerade das Networking unter Autoren und denen, die es gerne werden möchten, ist besonders wichtig, somit ist auch hier die Möglichkeit sich zu vernetzen allemal gegeben.

Das Programm ist vielseitig und bietet an einem Tag alles Wissenswerte, wie unter anderem:

  • Als Sachbuchautor Zusatzeinnahmen erzielen
  • Story Telling im Sachbuch
  • Zusammenarbeit mit Lektoren
  • Wie erreiche ich die Richtigen? PR und Blogger Relations für Ihr Sach- und Fachbuch

Was sonst noch?

Ein Mix aus spannenden Vorträgen und Podiumsdiskussionen geben tolle Einblicke in die noch fremde Autorenwelt. Doch am Ende des Tages werden die nächsten Schritte schon sicherer sein. Wer den Tag nicht verpassen möchte und schon länger mit sich ringt, die ersten Worte zu Papier zu bringen, der ist bei der Autorentagung SACHBUCH schreiben auf jeden Fall richtig aufgehoben.


Image by Tryfonov via stock.adobe.com

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Schreiben leicht gemacht – wir zeigen nützliche Autoren-Apps

Business-adapted-Image-by-Free-Photos-CC0-Public-Domain-via-Pixabay

Wir nehmen uns zu Beginn des Jahres viele Dinge vor. Auf den einen wartet eine Abschlussarbeit, die in wenigen Monaten geschrieben werden muss. Der andere muss eine wichtige Hausarbeit niederschreiben. Wieder andere haben sich vielleicht sogar vorgenommen einen Roman oder eine Kurzgeschichte zu schreiben. Was auf den ersten Blick nach viel Arbeit aussieht, kann allerdings sehr einfach organisiert werden.

Ich selbst nutze für meine Romane ein paar kleine digitale Helfer, die mir das Schreiben erleichtern. Sie geben mir einen Überblick über meinen aktuellen Stand und über kleine Details. Hier möchte ich euch einmal drei hilfreiche Apps für das Android-Smartphone vorstellen.

Immer schön alles überblicken

Wer sich generell mit dem Schreiben von Arbeiten, Romanen oder auch Blogs beschäftigt, kennt folgendes Problem: Er weiß, dass es während des Schreibprozesses immer wieder kleine Hürden zu überwinden gibt. Hierzu gehören vor allem die benötigte Disziplin und das ständige Aufzeichnen von Notizen in verschiedenen Tools wie unter anderem OneNote oder Evernote. Ganz schnell vergisst man die wesentlichen Dinge und Kleinigkeiten, die dennoch ausschlaggebend für den Inhalt sind. Immer wieder fragt man sich: „Was habe ich eigentlich nochmal am Anfang geschrieben?“, „Hatte ich das eigentlich schon erwähnt?“ Das ständige Suchen nach benötigten Informationen in den vorherigen Seiten kann daher nicht nur zeitraubend, sondern auch ganz schön nervig sein.

Im Netz findet man beinahe zu allen möglichen Themen eine passende App. Umso mehr wollte ich also wissen, welche Apps Autoren und Hobbyschreibern helfen können.

Einen Überblick der Charaktere mit Character Notes

Autoren und Hobbyautoren kennen es vermutlich, wenn der Charakter im Verlauf des Romans immer mehr verschwimmt. Auf einmal ist man sich nicht mehr sicher welche Haarfarbe oder Augenfarbe dieser hat. Dann muss man zurück scrollen und seine Zeit damit verbringen, irgendwo zwischen den tausenden von Wörtern, nach den Antworten zu suchen. Mit Character Notes kann man das nicht mehr so schnell vergessen.

Schon zu Beginn hat mich die App wegen ihres einfachen und übersichtlichen Designs begeistert. Während des Schreibens sollte man nicht so viel Zeit damit vertrödelt, nach kleinen Informationen im eigenen Text zu suchen. Daher bietet es sich an, nach einer überschaubaren App zu greifen, auf der man schnell und einfach auf alle Inhalte zugreifen kann.

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Character Notes; Screenshot by Jennifer Eilitz

Möchte man einen neuen Charakter erstellen, dann geht das mit nur einem Klick. Als erstes trägt man hierfür die physischen Daten wie Name, Geburtstag, Haarfarbe oder auch besondere Merkmale ein, die für den Charakter wichtig sind. In den nächsten Schritten widmet sich der Autor der schulischen und beruflichen Laufbahn, den einzelnen Beziehungen des Protagonisten, den persönlichen Eigenschaften und sogar der Entwicklung des Charakters, die dieser im Verlauf der Geschichte durchlebt. Hat er am Anfang noch studiert und steckt mittlerweile im Berufsleben?

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Character Notes; Screenshot by Jennifer Eilitz

Vielmehr gibt die App auch nicht her. Man hat lediglich einen Überblick über die einzelnen Charaktere und die Hintergründe zur Person, die jedoch sehr tiefgehend sind. Die Protagonisten können komplett erarbeitet und bis ins Detail geplant werden. Damit kann man auf das lästige Suchen verzichten und ganz einfach auf die gespeicherten Informationen zugreifen.

Ich fand diese App wirklich hilfreich. Charaktere werden sehr einfach geplant und detailliert aufgezeigt. Man gibt Informationen zu den Protagonisten an, auf die man selber zu Beginn der Geschichte gar nicht von alleine draufgekommen wäre. Wer sich also gerne mit seinen Charakteren auseinandersetzt und diese genau durchleuchten möchte, der sollte auf Character Notes in Zukunft nicht mehr verzichten.

Schreibziele stecken mit Writeometer

Bei dieser App wird vielmehr der Fokus auf das Schreiben an sich gelegt. Der Autor setzt sich zu Beginn eines neuen Projektes ein Schreibziel von einer bestimmten Anzahl an Wörtern. Hierfür trägt dieser den Titel des Projekts und die Wortanzahl, die dieses umfassen soll, ein. Anschließend kann man eine Deadline angeben, an dem der Roman oder die Arbeit fertig geschrieben sein soll. Die App rechnet dann aus, wie viele Wörter pro Tag geschrieben werden müssen, um das vorgegebene Ziel in der entsprechenden Zeit zu erreichen. Zudem kann man sich tägliche Erinnerungen einstellen, und an welchen Tagen man erinnert werden möchte.

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Writeometer; Screenshot by Jennifer Eilitz

Anschließend zeigt die App, wie viele Tage vor einem liegen und wie viel man schon geschafft hat anhand von einer Übersicht und Statistiken.

Für den eigentlichen Schreibprozess gibt es zur Hilfe noch einen Timer. Dieser zählt von 25 Minuten runter. Im Anschluss kann man die in der Zeit geschriebenen Wörter in der App eintragen, die dann zu den Statistiken hinzugefügt werden. So erhält der Autor eine gute Übersicht über seine Schreibgewohnheiten.

Diese App hat mir besonders gut gefallen, um den nötigen Motivationsschub zu bekommen, den man hin und wieder zum Schreiben braucht. Nicht nur für Autoren ist die App praktisch. Auch für Abschluss- oder Hausarbeiten, bei denen ein gewisses Seitenpensum an den Tag gelegt werden muss, lohnt sich die App. Der Autor erhält einen guten Überblick über seine Arbeit, die Fortschritte und vor allem über die Wörter, die geschrieben werden müssen.

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Writeometer ; Screenshot by Jennifer Eilitz

Wer gerne Statistiken mag und seine Schreibgewohnheiten einmal bildlich vor Augen geführt haben und zudem einen kleinen digitalen Motivator beim Schreiben haben möchte, für den ist die App wirklich empfehlenswert.

Mit Writer Tools die Story immer überblicken:

Diese App beinhaltet alles das, was ein Autor zum Schreiben braucht. Hier kann er seine Arbeit einmal anhand von Zahlen und Statistiken begutachten und seine Protagonisten unter Dach und Fach bringen. Unter dem Motto „Finish that damn Book!“ begleitet einen die App durch den kompletten Schreibprozess. Hierfür wird ebenfalls, wie beim Writeometer, eine Wortanzahl festgelegt, die der Roman oder die Arbeit am Ende umfassen soll.

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Writer Tools; Screenshot by Jennifer Eilitz

Es gibt verschiedene Unterpunkte. Beim Writing Progress trägt der Autor hier die geschriebenen Wörter ein, die er am Tag geschafft hat. Zudem zeigt eine Statistik die Fortschritte im Manuskript. Dadurch hat man immer einen guten Überblick über den aktuellen Stand. Mit einem Timer kann man sich hier das Schreiben erleichtern. Dieser zählt ebenfalls 25 Minuten runter, um den Schreiber zu motivieren.

Interessant ist die Funktion Characters. Ähnlich wie bei der oben vorgestellten App Character Notes, können hier die wichtigsten Details zu den Personen im Roman eingetragen werden. Somit kann man einen stetigen Überblick über die Eigenschaften und Kleinigkeiten haben.

Vor allem ist auch der Unterpunkt Chapters sehr nützlich. Hier können die einzelnen Kapitel beschrieben werden. Das ist sehr hilfreich, wenn es dann am Ende an die Überarbeitung geht, oder ans Schreiben einer Inhaltsangabe. Die Kapitel können Autoren hier genauer beschreiben und mit einer Wortanzahl ausstatten. Diese Angaben werden direkt mit in die Statistiken aufgenommen und dem Autor angezeigt. Oftmals ist es nämlich gar nicht so einfach einen Überblick über die einzelnen Kapitel und deren Länge zu erhalten. Mit der App geht das wesentlich einfacher.

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Writer Tools; Screenshot by Jennifer Eilitz

Die Locations sind ebenso wichtig, denn in diesem Abschnitt können die einzelnen Orte aufgelistet und im Einzelnen genauer beschrieben werden.

Von allen Apps hat mir diese am besten gefallen. Mit ihr kann eine komplette Story ganz einfach durchgeplant werden. Zudem wird einem ständig aufzeigt, auf welchem Stand man gerade ist, wie viel Zeit noch bis zur Deadline bleibt, und vor allem, wie die einzelnen Charaktere und Kapitel aufgebaut sind.

Fazit: Die passende App für jedes Schreib-Ziel

Wer einen einfachen aber detaillierten Überblick über seine einzelnen Charaktere haben möchte, der sollte sich unbedingt mit Character Notes auseinandersetzen. Writeometer hilft dabei, sich zum Schreiben zu motivieren und seine Erfolge stets im Auge zu behalten. Wenn ihr euch aber einen Gesamtüberblick über die einzelnen Kapitel, Charaktere, Handlungen und Schreiberfolge verschaffen wollt, dann versucht es am besten gleich mit der Writer Tools-App. Also, nutzt die Apps, erreicht euer Schreib-Ziel und dann heißt es „Finish that damn Book“!

Dieser Artikel erschien zuerst auf Androidpiloten.


Image (adapted) „Business“ by Free-Photos (CC0 Public Domain); Screenshots by Jennifer Eilitz


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Die Netzpiloten sind Partner des Self-Publishing-Day 2017

Partnergrafik_Self-Publishing-Day

Der Self-Publishing-Day kommt nach Hamburg! Am 10. Juni treffen sich Vertreter aus dem Belletristik und Sachbuch-Genre im Novotel City Alster um die Tipps und Tricks von erfahrenen Indie-Autoren zu lernen. Viele Autoren, die ihre Werke erfolgreich im Selbstverlag herausgebracht haben, bekommen mittlerweile gute Angebote von klassischen Verlagen, was für den Erfolg des Konzepts spricht. Alles was man wissen muss um sein Werk ebenfalls erfolgreich zu veröffentlichen, ist im Programm der Veranstaltung zu finden. Ein weiteres Ziel des Self-Publishing-Days ist Autorinnen und Autoren aus ganz Deutschland zusammenzubringen und die Autoren im Mittelpunkt des Events stehen.

Die Themen werden von den Teilnehmern mitbestimmt, dazu gehören unter anderem Workflow, ansprechende Klappentexte schreiben, sowie der richtige Einsatz von Social Media. Aber das wohl meistgefragte Thema unter Self-Publishern ist das Marketing.

Spannende Vorträge

Das Vielseitige Programm beinhaltet unter anderem..

  • einen Eröffnungsvortrag durch Matthias Matting, Herausgeber der Self-Publisher-Bibel
  • „Die Identifizierung von Trends und Entwicklungen für die Zukunft des Self-Publishing“ von Thorsten Simon, Pressesprecher bei BoD (Books on Demand)
  • Keynote zum Thema „Social Media sinnvoll einsetzen, Email-Listen aufbauen und das Internet effizient nutzen“ von Björn Tantau
  • Johannes Zum Winkel über Verkaufsstrategien, welche Genres für guten Verkauf geegnet sind und der Einfluss von Titel und Pseudonymen
  • Tina Lurz, Managerin bei der Buchcommunity Lovelybooks, referiert über nachhaltige Zielgruppengenerierung und die Bedeutung von Rezensionen
  • Interviews mit bekannten Autoren auf dem Self-Publishing-Day-Sofa

Zu dem weitgefächerten Vortrags- und Workshop-Angebot bietet der Hauptsponsor BoD – Books on Demand am Vorabend eine Besichtigung des Betriebs in Norderstedt inklusive Programm und anschließendem Networking-Event für Teilnehmer des Self-Publishing-Days.

Veranstaltet wird der Self-Publishing-Day von Dr. Lutz Kreutzer, selbst Hybrid-Autor als Self-Publisher und Verlagsautor. Tickets für die Veranstaltung gibt es hier zu bestellen. 

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Regelbrecher beim alternativen Wirtschaftsbuchpreis – Martin Gaedt gewinnt den #AWB16

Buch (Image by Shawn Reza [CC0 Lizenz] via Pexels)

Auf Facebook äußerte sich Anfang der Woche massive Kritik am diesjährigen Handelsblatt-Wirtschaftsbuchpreis, der traditionell zur Frankfurter Buchmesse stattfindet.

Hauptkritik von Nils Pfläging: „Der Buchpreis ist meiner bescheidenen Ansicht nach komplett falsch – nicht nur schlecht kuratiert. Beispiel Shiller/Akerlof – sollten die wirklich für den deutschen Wirtschaftsbuchpreis nominiert sein?“ Zumindest könnte man das differenzierter angehen und eine internationale Kategorie einführen. Die Liste glänzt neben wenigen Ausnahmen auch in diesem Jahr mit den üblichen Prominenten – Keese, Schäuble, Sinn, Wagenknecht und Co. Dabei gibt es nach Ansicht von Professor Lutz Becker extrem gute deutschsprachige Wirtschaftsbücher, die nie in einem Ranking erscheinen. Grund genug, spontan einen alternativen Wirtschaftsbuchpreis ins Leben zu rufen und die Nominierung kollaborativ im Netz vornehmen zu lassen.

ichsagmal.com explodierte

Herausgekommen ist eine bunte Mischung von Werken, die man auf dem ersten Blick gar nicht als ökonomische Abhandlung verortet. Etwa: Ulrike Guérot: „Warum Europa eine Republik werden muss – Eine politische Utopie“, Dietz-Verlag, 2016. Oder: Felix Stalder: „Kultur der Digitalität“, Suhrkamp Verlag, 2016. Sieben Bücher wurden nominiert.

Der Wettbewerb entfaltete bei seinem Kaltstart eine große Resonanz. Der ichsagmal.com-Blogbeitrag wurde 431 Mal auf Facebook geteilt, intensiv auf Twitter kommentiert und mit einigen Proklamationen begleitet.  8.345 Stimmen wurden abgegeben bei knapp 4.000 Seitenaufrufen am finalen Abstimmungstag. Mehrfach-Votings waren möglich, was von zwei Buchfan-Fraktionen weidlich genutzt wurde. Man kennt das ja von TV-Abstimmungen beim Eurovision Songcontest. Die Zahl der Einzelaufrufe zeigt aber, dass sich sehr viele Buchbegeisterte für ihre Favoriten ins Zeug legten.

Autor mit Netzwerkstärke

Sieger des ersten alternativen Wirtschaftsbuchpreises #awb16 ist Martin Gaedt mit seinem Opus „Rock your idea – Mit Ideen die Welt verändern“, erschienen im Murmann-Verlag. Das kristallisierte sich erst in den letzten vier Stunden des Votings heraus. Am Donnerstagabend sah Claus Dierksmeier mit seinem Buch „Qualitative Freiheit: Selbstbestimmung in weltbürgerlicher Verantwortung“ wie der sichere Sieger aus.

Das Netzwerk von Gaedt bewies wohl die größere Ausdauer oder hatte die schnelleren Finger. Gaedt setzte sich mit 58 Prozent durch. Dierksmeier verzeichnete 38 Prozent. Alle nominierten Autorinnen und Autoren vereint die Originalität ihrer Gedanken. So reibt sich Gaedt in seinem Buch an der Konformität des Wirtschaftslebens, wie der frühere Personalvorstand Thomas Sattelberger. Blind und unaufmerksam werde alles Unpassende bei der Rekrutierung aussortiert. Genau dieses Unpassende sei aber für Innovationen so wichtig.

Fluch der Gleichheit

„Mitarbeiter verstärken den Fluch der Gleichheit, wenn jeder liest, was alle lesen, und jeder sieht, was alle sehen. Dann fehlt Fremdes, Paradoxes und Unpassendes. Branchenvertreter gehen auf dieselben Fachmessen, lesen dieselben Magazine und werden von ihren Kollegen im Gleichen bestärkt, die dasselbe denken, machen, lesen und berichten“, schreibt Gaedt. Es dominieren in Organisationen dressierte Äffchen, Ja-Sager und Schmeichler, in der unangenehmen Form sogar Schleimer, die es jedem recht machen wollen.

Gaedt plädiert dagegen für die Suche nach Regelbrechern, um Routineunternehmen ins Wanken zu bringen, die in erster Linie die Erfolge der Vergangenheit verwalten. Professor Claus Dierksmeier zählt als zweitplatzierter Buchautor mit seinem Plädoyer für qualitative Freiheit eher zu den unangepassten Denkern. Er ist ein Regelbrecher der besonderen Art, denn er wagt das Unterfangen, den politischen Liberalismus neu zu definieren. Und das ist überfällig.

Ökonomistische Liberale im Niedergang

Man erkennt es am Niedergang der FDP, die in den vergangenen 20 Jahren eher einer ökonomistischen Variante des Freiheitsbegriffes gefolgt ist.

Gegen die Marktvergötzung quantitativer Liberaler ist als qualitatives Grundprinzip festzuhalten: Die Freiheit zur Selbstbestimmung soll durch Märkte realisiert, nicht unterminiert werden. Der Markt hat den Menschen und ihrer Freiheit zu dienen, nicht umgekehrt.

Liberale auf dem politischen Parkett sollten aufhören, von der Notwendigkeit einer marktkonformen Demokratie zu faseln, die sich in den einzelnen Unternehmen als Gehorsamskäfig abspielt. Wer ausschließlich in das Horn der ökonomischen Maximierung bläst, hintergeht die Freiheit zur bürgerlichen Selbstbestimmung und blendet das Machtgehabe von Konzernen und großen mittelständischen Unternehmen aus. Auch hier ist ein Regelbruch vonnöten. Qualitativer Liberalismus steht in Konfrontation mit oligarchischen und plutokratischen Strukturen, die sich unter dem Deckmantel wirtschaftlicher Freiheit ausbreiten und Bürgerrechte mit Füßen treten. Insgesamt ein erfreuliches Aufmerksamkeitsspektakel, das mit dem alternativen Wirtschaftsbuchpreis losgetreten wurde. Alle Nominierten sind Gewinner. 

Mit dem Sieger und dem Co-Sieger werde ich in den nächsten Wochen Autorengespräche via Hangout on Air führen und ausführlich auf die beiden Bücher eingehen. Das Notiz-Amt freut sich schon auf den #AWB17 – der wird dann früher gestartet und mit Talkformaten auf der Frankfurter Buchmesse begleitet.


Image „Buch“ by Shawn Reza (CC0 Public Domain)


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Die künstliche Hilfskraft: Wie ein Roboter jedes unserer Bedürfnisse errät

Banksy NYC, Coney Island, Robot (adapted) (Image by Scott Lynch [CC BY-SA 2.0] via Flickr)

Sie ist da – die Welt, in der Hilfsroboter mit uns leben, uns durch den Tag bringen und sogar unsere Freunde werden. Science-Fiction wird zur wissenschaftlichen Tatsache.Wie der Science-Fiction-Autor William Gibson offenkundig bemerkt hat: „Die Zukunft ist bereits hier – sie ist nur noch nicht gleichmäßig verteilt.“ Die Nachfrage nach Hilfs-Robotern boomt, und sowohl die akademische als auch die industrielle Welt und das Militär machen Überstunden, um den Bedarf zu decken, während eine völlig neue Industrie an Fahrt gewinnt. Die Nachfrage wird durch die Existenz dieser langweiligen, schmutzigen und gefährlichen Jobs angekurbelt, die trotzdem gemacht werden müssen. Also durch dieser schlecht bezahlten Jobs, die als unter der Würde eines Menschen angesehen werden, zumindest in der entwickelten Welt. Was gäbe es also besseres als einen lebensechten Roboter, um uns von dieser Schufterei zu befreien?

Gute Gesellschaft

Natürlich müssen Roboter auch eine angenehme Gesellschaft sein, wenn wir sie in unser Leben lassen, unser Zuhause und unseren Arbeitsplatz mit ihnen teilen und sie Dinge für uns tun lassen sollen. Diese Anforderungen gelten für alle Roboter, nicht nur diejenigen, die laufen und sprechen, sondern auch für künstliche Intelligenz, die in größere Systeme oder das Internet integriert sind. Benutzerfreundlichkeit wird durch natürliche Sprache und affektives Berechnen erreicht, die es der KI erlaubt, Sie „kennenzulernen“, indem sie den Zyklus Ihres emotionales Zustands durch eine Ableitung Ihrer Stimmlage oder Körpersprache im Laufe der Zeit erkennt. Die Großen in der Technikwelt, wie etwa Google, Microsoft, Apple und Facebook, stecken großen Aufwand in Softwares, die Sprache verstehen können und als sogenannte Chatbots bekannt sind. Sie werden als die nächste große Sache angesehen. Der Vorstandsvorsitzende von Microsoft, Satya Nadella, sagte auf der Build-Konferenz in San Francisco im März, dass Chatbots, oder „Konversation als eine Plattform“, die nächste große Sache im Programmieren wäre, genauso wichtig wie der Wechsel zu graphischen Benutzeroberflächen, dem Webbrowser und Touchscreens. Das ist ein hoher Anspruch, nachdem viele sagen würden, dass dies wichtige Entwicklungsschritte der Interaktion zwischen Mensch und Computer sind. Chatbots bergen das Potenzial in sich, Computerressourcen für nicht-technische Benutzer leicht erreichbar zu machen. Man kann einen Chatbot nutzen, um einen Termin auszumachen, das Auto zur Inspektion anzumelden, Blumen für den ganz besonderen Jemand zu kaufen, einen Urlaub zu buchen, eine Wohnung zu finden oder besondere Interessen auszuleben. All dies wird möglich werden, wenn man einfach einen natürlich sprechenden digitalen Assistenten danach fragen kann, dies zu erledigen. Unter dem Deckmantel von Microsofts Cortana, Facebooks M, Apples Siri, Amazons Alexa und all denen, die noch kommen, werden sich diese kleinen Chatbots einschmeicheln und die Kontaktstelle zwischen Ihnen und den vielen Arbeiterrobotern sein. Sie werden wie eine Kombination aus Vorstandsassistent und Concierge sein, ein enger Vertrauter, der Ihre Bedürfnisse vorhersieht und die Aktivitäten der Vertreter auf einer niedrigeren Ebene reibungslos koordiniert, während diese ihrer Arbeit in der Cloud nachgehen.

Die Poeten von Silicon Valley

Schriftsteller finden heutzutage einträgliche Beschäftigungen in der Welt der Spitzentechnologie, wie neulich in der Washington Post berichtet wurde. Autoren, die einst Drehbücher und Gedichte geschrieben haben nutzen ihr Talent nun, um liebenswerte Charaktere für Chatbots zu erschaffen und ihnen coole Dinge einzupflanzen, die sie sagen können. Die neue Rasse intelligenter digitaler Assistenten sieht gut aus, klingt gut und werden unterstütz durch die neuste KI. Da der Trend hin zur Integration von Geräten in verschiedenen informationstechnologischen Umgebungen geht und den Menschen somit Zugang zu ihren Cloud-verbundenen Anwendungen und Daten über Plattformen hinweg gibt, ist es angemessen, zu erwarten, dass Ihr digitaler Assistent mit Ihnen geht, wenn Sie von einem Gerät zum nächsten wechseln oder von einem Ort zum anderen gehen. Wenn Sie beispielsweise Ihr Zuhause verlassen und in Ihr selbst fahrendes Auto steigen, das seine Batterien mit der Energie der Solarzellen auf Ihrem Dach selbständig geladen hat, wird derselbe digitale Assistent, mit dem Sie in Ihrem Heimarbeitsplatz interagiert haben, zur Stimme in Ihrem Auto werden, der Sie nun die Richtung ansagen. An einem bestimmten Wochentag wird das Auto Sie, wohlwissend, dass Sie zu dieser Zeit an diesem Tag normalerweise zur Arbeit fahren, in einem angemessen gesprächigen Tonfall fragen, ob dies Ihr Ziel ist, so wie es jeder gute Chauffeur tun würde. In der Folgewoche werden Sie ins Auto springen und es bitten Sie zur Arbeit zu bringen, aber der digitale Assistent wird sie an Ihren Arzttermin in Ihrem Kalender erinnern und sollten Sie nicht stattdessen dorthin fahren? Auf dem Weg zu dem Termin werden Sie einige Emails, die der Assistent verfasst hat, überprüfen und versenden. Sie haben außerdem die Zeit, die Inhalte eines Antrags zu diktieren, mit Hilfe Ihres wissenschaftlichen Mitarbeiters/Fahrers. Die Vorstellung eines intelligenten, natürlich sprechenden Assistenten wird trotzdem wahrscheinlich die vier Stadien der Ideenakzeptanz durchlaufen, wie sie durch den Britischen Genetiker John Burdon Sanderson Haldane beschrieben wurden:

  1. Das ist wertloser Unsinn
  2. Das ist eine interessante, aber abwegige Sichtweise
  3. Das ist wahr, aber ziemlich unwichtig
  4. Ich hab’s doch immer gesagt!

In etwa fünf, vielleicht auch erst in zehn Jahren, wenn wir unsere Skepsis überwunden haben und auf unsere digitalen Assistenten angewiesen sind, werden wir uns wundern, wie wir überhaupt jemals ohne sie zurecht gekommen sind. Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „Banksy NYC, Coney Island, Robot“ by Scott Lynch (CC BY-SA 2.0)


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Wattpad rückt Bücherschreiben in den Fokus

Devices (Image by Wattpad)

Wer gerne viel Zeit vor dem Laptop verbringt und Geschichten schreibt, allerdings keinen Verlag für seine Bücher findet oder einfach nur Wert auf Feedback und eine tolle Community legt, der sollte sich Wattpad genauer ansehen. Ich selbst bewege mich mittlerweile beinahe täglich auf der E-Book-Plattform und kann bislang nur von den besten Erfahrungen berichten.

Bei Wattpad handelt es sich um eine Webseite, die es auch als App für das Smartphone gibt. Die E-Book-Plattform gibt es bereits seit 2006, sie ist kostenlos und für jeden zugänglich. Wattpad hat bereits 40 Millionen Nutzer.

Jeder kann seine Geschichte hier hochladen – Kapitel für Kapitel, ein Cover und einen Klappentext erstellen, sowie seine Geschichte bewerten und kommentieren lassen.

Wem das nicht reicht, der kann an zahlreichen Wattpad-internen Wettbewerben teilnehmen oder sogar einen Verlagsvertrag, beispielsweise vom Piperverlag, ergattern.

Seit über einem Jahr bin ich als Autorin auf der Plattform aktiv und bin nach wie vor begeistert von der Community. Spaßeshalber habe ich angefangen, eine Geschichte zu schreiben und merkte schnell, dass meine Motivation stetig wuchs, je mehr Feedback ich dafür bekommen habe. Schließlich wurde es mir immer wichtiger, regelmäßig ein neues Kapitel hochzuladen und so entstand am Ende eine Geschichte mit etwa 380 Seiten.

Die vielen Kommentare und Votes haben mir dabei geholfen, meine Geschichte von Tag zu Tag wachsen zu lassen. Inzwischen arbeite ich an meinem dritten Buch und habe mit keinem Tag die Lust am Schreiben verloren. Im Gegenteil – mir hat es sehr geholfen, mich zu verbessern, auf bestimmte Kriterien zu achten und eine Community aufzubauen, die dabei zusieht, wie eine Geschichte immer größer wird.

Kleine Anreize – große Wirkung

Statistiken verraten ungefähr, welche Leserschaft man mit seiner Geschichte anspricht, in welchem Alter sie sich befindet und ob es überwiegend Männer oder Frauen, Jungs oder Mädchen sind, die man erreicht. Dies stellt eine weitere sinnvolle Stütze beim Schreiben von Geschichten dar.

Auch die zahlreichen Wettbewerbe, die auf Wattpad stattfinden, sind ein super Anreiz, sich ein paar Schritte weiter zu trauen. Genau hier erkennt man, ob die eigene Geschichte wirklich Potenzial hat. Inzwischen versuche ich mehrmals in der Woche, meine Geschichte zu schreiben, mir produktive Anregungen und Kritik zu sammeln, um anschließend den Schritt in die Verlagssuche zu wagen.

Alleine der Gedanke, dass es auch nur einem Leser gefällt, der mitfiebert, der kommentiert, votet – meiner Meinung nach lohnt es sich schon allein für ihn, weiter zu schreiben. Das Gefühl, dass jemandem gefällt, was man selbst fabriziert hat, ist einfach unbeschreiblich.

Aus diesem Grund kann man auch anderen Autoren auf Wattpad dieses Gefühl zurückgeben. Eine eigene Bibliothek und Leselisten mit vielen verschiedenen Storys aus 22 verschiedenen Genres – hier findet jeder etwas, was ihm gefällt. Es macht Spaß, sich durch die Massen an tollen Storys durchzuklicken und auch selbst Leser zu sein, seine Meinung abzugeben und zu voten, in der Bahn, auf dem Sofa – überall.

Meiner Meinung nach ist Wattpad ein spannendes Portal mit vielen Möglichkeiten. Jeder, der sich gerne die Zeit mit Lesen vertreibt und offen für neue Storys ist oder gerne seine eigenen Geschichten mit anderen teilt, hat hier seinen Platz. Gemeinsam Geschichten aufzubauen, zu entdecken und Erfahrungen zu sammeln, ist für mich eine schöne Art, Bücher zu schreiben.


Image „Devices“ by Wattpad


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Randgruppen bevorzugt: Vice bietet ein bezahltes Stipendium

Notebook Macbook (adapted) (Anka Albrecht) [CC BY 2.0] via flickr)

Vice verkündete vor ein paar Tagen, dass die Firma im Sommer 2016 ein Stipendienprogramm für Studenten von unterrepräsentierten Gruppierungen anbieten wird. Über eine Partnerschaft mit dem gemeinnützigen Center for Communication in New York werden im Sommer zwei Studenten für acht Wochen bei Vice arbeiten dürfen. Die teilnehmenden Studenten erhalten ein Stipendium über 5000 US-Dollar und eine Erstattung ihrer Reise- und Wohnkosten. Vice übernimmt zudem die Verwaltungskosten des Center for Communication. Das Center for Communication arbeitet für gewöhnlich mit Gemeindeorganisationen, Community Colleges und kleineren Universitäten zusammen – im Besonderen mit denen, die Teil des Systems der staatlichen Universitäten von New York sind – um für seine Programme zu werben und auch in diesem Fall will man die Möglichkeit nutzen, um auf das Programm aufmerksam zu machen. Einer Untersuchung der Nachrichtenredaktionen aus dem Jahr 2015 durch die American Society of News Editors (ASNE) zufolge handelt es sich bei 12,76 Prozent der Journalisten in den Redaktionen der Tageszeitungen um People of Color. Der Anteil von 12-14 Prozent stagniert nach Angaben der ASNE trotz der kontinuierlichen Zusammenschlüsse von Redaktionen seit über mehr als einem Jahrzehnt. Mit dem Ziel der Verbesserung von Diversität in Redaktionen sind in den vergangenen Jahren verschiedene Initiativen entstanden. Seit mehr als einem Jahrzehnt führt die New York Times ihr Institut für studentischen Journalismus für studentische Mitglieder der Nationalen Vereinigung spanischsprachiger Journalisten und der Nationalen Vereinigung Farbiger Journalisten sind. Andere Nachrichtenagenturen bieten ähnliche Programme an. Weiterhin gibt es das vom Internationalen Zentrum für Journalismus angebotene Progrmm namens Back in the Newsroom, das Professoren von traditionell schwarzen Colleges und Universitäten die Möglichkeit bietet, durch die landesweite Arbeit in Redaktionen neue Fähigkeiten zu erwerben. Es werden zudem weitere grundlegende Bemühungen wie die der sogenannten Writers of Color unternommen, die zum Ziel hat, Autoren, die aus Randgruppen stammen, neue Chancen zu eröffnen. Heutzutage kann es sich für schwarze Menschen noch immer schwer gestalten, Teil einer Redaktion zu werden. DeWayne Wickham ist der Dekan der Fakultät für Journalismus der Morgan State University – einer von insgesamt fünf Fakultäten für Journalismus in den 107 traditionell schwarzen Colleges und Universitäten der USA. Er sprach kürzlich in einem Interview mit meiner Kollegin Laura Hazard Owen über seine Bemühungen:

DeWayne Wickham (DW): Wenn jeder, der sich dem Thema Diversität zugeneigt fühlt, auch nur ein wenig Geld in Programme, mit deren unterstützung man wirklich einen Unterschied bewirken kann, investieren würde, denke ich, würden wir hinsichtlich der Integration bei der Nachrichtenerstellung größere Fortschritte erzielen als es derzeit der Fall ist. Wir haben von der Knight Foundation, den Hearst Foundations, der Arca Foundation in Washington D.C. und der Open Society Foundation Fördermittel erhalten, die es der Fakultät für Journalismus ermöglicht, jährlich einen Journalismuspreis in Höhe von 10.000 US-Dollar (die Vernon Jarrett- Medaille für journalistische Spitzenleistungen) zu verleihen. Wir haben jedoch noch nicht das Maximum des Möglichen erreicht. Mich beschäftigt Folgendes: Ich habe ein Programm mit fast 500 Studenten, von denen 95% Afroamerikaner sind. Jedes Jahr ist mein Programm landesweit unter den ersten vier oder fünf hinsichtlich der absoluten Anzahl der Farbigen, die einen Abschluss in Journalismus und Kommunikation erhalten. Die Programme, die den Löwenanteil des Geldes für die Lehre im Bereich Journalismus erhalten – und einige dieser Gelder sind im Speziellen für die Förderung von Diversität bestimmt – befinden sich nicht unter den ersten 20, manchmal noch nicht einmal unter den ersten 30, was das Heranziehen afroamerikanischer Absolventen mit entsprechendem Abschluss betrifft. Das würde nirgendwo anders Sinn ergeben. Es würde keinen Sinn ergeben, wenn wir über Rohstoffe oder Öl oder das Verkaufen von Fernsehgeräten oder Kühlschränken sprechen würden. Irgendwie ergibt es jedoch Sinn, die Gelder in der Lehre im Bereich Journalismus unverhältnismäßig an Schulen und Programme zu verteilen, die nicht in der Lage sind, Farbige in signifikanter Anzahl aufzunehmen und zum Abschluss zu führen. Und dies in einer Zeit, in der mir jeder, der sich die Beschäftigungszahlen ansieht, sagen würde, dass die größten Arbeitsplatzverluste in den vergangenen 15 bis 20 Jahren unter Afroamerikanern aufgetreten sind.

Laura Hazard Owen: Um was genau handelt es sich bei den geförderten Lehreinrichtungen?

DW: Es handelt sich dabei um sehr gute Einrichtungen und sie verfügen allesamt über sehr gute Programme. Arizona State: Großartiges Programm. USC: Großartiges Programm. Was sie machen, machen sie sehr, sehr gut und ich schätze die Arbeit, die sie machen, sehr. Aber traditionell farbige Colleges und Universitäten haben eine einzigartige Rolle inne in einer Zeit, in der Städte brennen und Menschen auf den Straßen demonstrieren. Den Menschen, die sich hinsichtlich der sich fortsetzenden Welle der Unzufriedenheit der afroamerikanischen Gemeinde überrascht zeigen, möchte ich etwas mit auf den Weg geben: Im Jahr 1968 teilte uns der Kerner-Ausschuss mit, dass die Ursachen der städtischen Unruhen dieser Dekade im Versagen der Medien lagen, den Problemen der farbigen Bevölkerung in diesem Land Aufmerksamkeit zu schenken. Dies ist bis heute ein Problem. Sie müssen nicht farbig sein, um diese Aspekte zu behandeln. Es wäre jedoch mit Sicherheit hilfreich, die Diversität in Redaktionen, in der Berichterstattung und in Organisationen der sozialen Medien auszuweiten, sodass es nicht nur unter den Menschen zu Diversität, sondern auch im Gedankengut und Bewusstsein zu einer Vielfalt kommt.

Dieser Artikel erschien zuerst auf “Nieman Journalism Lab” unter CC BY-NC-SA 3.0 US. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion


Image (adapted) „Notebook / Macbook“ by Anka Albrecht (CC BY 2.0)


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IN EIGENER SACHE – Wir suchen neue Autoren!

Das Web hat wahnsinnig viel zu bieten! Wir Netzpiloten versuchen mit zahlreichen redaktionellen Formaten (Blogbeiträge, Lesetipps, Interviews, Videos u.v.m.) stets einen aktuellen Blick auf die spannenden Digitalthemen zu halten. Aber dennoch: Es gibt jede Menge Bereiche, die wir vernachlässigen oder die deiner Meinung vielleicht eine bessere Darstellung verdienen.

Und genau dafür wollen wir dich! Wir suchen nach jungen, talentierten und aufstrebenden Autoren, die sich mit Know-how und Begeisterung in unser Online-Magazin einbringen.

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Pia Ziefle: „Mein Standpunkt ist der des autonomen Urhebers“

Das Urheberrecht ist derzeit mal wieder Thema Nummer Eins. Es streiten sich Urheber, Verwerter und Nutzer zugleich. Dabei reden viele auch einfach aneinander vorbei und für einige ist es derzeit nur noch schwer nachvollziehbar, wer eigentlich welche Positionen vertritt. Ich habe unter all den vielen Künstlern, die Buchautorin des Romans „Suna“, Pia Ziefle, einmal für ein Interview begeistern können und wollte nunmehr Ihre Sicht der Dinge zu der aktuellen Debatte erfahren sowie einen Einblick ihrer persönlichen Erfahrungen bekommen. Heraus kam ein sehr interessantes Gespräch.


Hallo Pia, schön dass du heute Zeit für mich gefunden hast.

Hi Andreas, sehr gerne!

Die Debatte um das Urheberrecht unterliegt derzeit einer ziemlich heftigen Diskussion, die weit über das Handeln von Politikern und Rechtsexperten hinausgeht. Der Spiegel zählte jüngst mehr als 1.500 prominente Autoren, Künstler und Schauspieler, die vor der Abschaffung des Urheberrechts warnen. Müssen sich Kreative tatsächlich vor dem Ende des Urheberrechts fürchten? Oder glaubst du da werden mehr Ängste geschürt, als tatsächlich notwendig sind? Welchen Standpunkt vertrittst du selber, als Buchautorin, in dieser Debatte?

Pia ZiefleEs wird kein Ende des Urheberrechtes geben – am Ende des Tages werden alle ums Lagerfeuer sitzen und sich einig geworden sein. Es schwirren viele Kampfbegriffe herum, und noch mehr Halbwissen aus einem einfachen Grund: Das Urheberrecht in seiner bestehenden Form gibt einen Handlungsrahmen vor, innerhalb dessen Urheber, Verwerter und Nutzer agieren können. Dieser Rahmen ist sehr weit gesteckt und lässt sehr sehr viel Spielraum für individuelle vertragliche Regelungen. Das hat unter anderem zur Folge, dass wir unglaublich viele Gruppen von Urhebern haben, die unter dem Dach des Urheberrechtes vereint, die ganze Zeit aneinander vorbei reden. Die einen sind Sachbuchautoren, die zweiten Musiker, die dritten Wissenschaftler, Fotografen etc. Dazu kommt, dass alle Urheber ihre Werke in verschiedenen Arbeitssituationen schaffen: die einen sind angestellt, die anderen frei, sie schaffen im Auftrag, oder sie schaffen ein Werk und verkaufen es dann. Jede dieser Situationen benötigt andere vertragliche Regelungen, um Sicherheit zu schaffen für Auftraggeber, Nutzer und Urheber.

Mein Standpunkt ist der des autonomen Urhebers, der seinen Markt und dessen Gesetze kennt, für den die Verträge die er unterschreibt keine Bücher mit sieben Siegeln sind, und der mit den Verwertern seiner Werke auf Augenhöhe agieren kann.

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Games-Storytelling als große Chance für Autoren

Als Autor für das klassische Schreiben bezahlt zu werden, ist kein Naturgesetz. Umso schöner ist es, wenn es doch klappt. Doch die Welt besteht zum Glück nicht nur aus Risiken, sondern auch aus Chancen. Gerade heute. Es tun sich gerade riesige Felder auf, die auch für Autoren neue Betätigungs- und Verdienstmöglichkeiten bieten. Ein Beispiel: Storytelling für Games. Dazu ein kurzes Video (2 min.):

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Bist Du der nächste Netzpilot?

Netzpiloten.de ist eine tägliche Blogschau, die unabhängig und meinungsstark wichtige Themen beleuchtet.

Wir suchen noch freie Autoren, die für Netzpiloten.de schreiben.

Bist du ein Blogger oder journalistisch erfahren und kennst dich gut in der Webszene, im Kulturleben oder rund um das Thema LifeStyle aus? Dann könntest du der nächste Netzpilot werden. Deine Texte erscheinen unter Deinem Namen, unter einer Creative Commons Lizenz (by-nc-sa) und nein, du sollst natürlich nicht umsonst schreiben. Es gibt tatsächlich Honorare. Wir fliegen zwar oberhalb der Wolkendecke, aber das ist noch immer weit vom Mond und seiner Rückseite entfernt.

Wenn Du Dich darin wiedererkennst, dann melde Dich mit relevanten Arbeitsproben, Blogadresse oder sonstigen relevanten Links per E-Mail unter: redaktion@blogpiloten.de.

Wir freuen uns auf Deine Bewerbung.

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