Rückblicke auf die Web2Expo Berlin

Die Konferenzwoche ist vorbei. Die Barcamp-Besucher sind zuhause, der „O’Reilly-Web2.0-Zirkus“ ist weitergezogen (Tokyo ist der nächste Stopp). Das Barcamp hat die meisten Teilnehmer begeistert, die Stimmen zur Web2Expo waren da kritischer. Was zu den Keynotes und Panels, dem Veranstaltungsort und den Lunch-Tüten der Web2Expo in Berlin geschrieben und gefilmt wurde, lässt sich hier nochmal nachlesen.

  • Den besten Einstieg bietet wohl das Gruppen-Blog berlinblase mit vielen kleinen Notizen und Stimmen, Bildern und Videos von Vorträgen und eigenen Interviews.
  • Web 2.0 ist ein Schlachtfeld„: Torsten Kleinze schreibt für heise.de über die Keynote von Tim O’Reilly. Bei den 3-stündigen Session vermisst er den Koffein-Nachschub.
  • Thomas Knüwer fand die Atmosphäre so miserabel, dass er schon am ersten Tag Abbruchstimmung ausmachte. Ort, Atmosphäre, Vorträge: alles kalt, ungastlich, uninspiriert: „Man hat den Eindruck, gleich morgen kämen Bagger und machten das Areal der Avus gleich, die hier vorbeiführt.“
  • Wer die Stimmung überprüfen will: Fotos ohne Ende finden sich im Web2.0-Expo-Berlin-Pool bei Flickr.
  • Auch Gerrit von Aaken war nicht gerade begeistert: Die Web 2.0 Expo sei lustlos und unprofessionell organisiert gewesen, Mittagessen nach dem Motto „Schullandheim 2.0“. Und die Inhalte? Nicht etwa „Bringing the european web community together“, sondern „Showing the european web community some concepts that were revolutionary in the US two years ago.“
  • Hat das Ganze auch jemandem gefallen? Der zweite Tag sei deutlich besser gewesen, findet man bei heise.de: Jetzt mit Kaffee und Googles Vorstellung der OpenSocial-Initiative. Später dann Cory Doctorow zu aktuellen Entwicklungen im Urheberrecht.
  • Auch berlinblase fand den zweiten Tag nicht schlecht, besonders mit guten Vorträgen von Tom Coates und Jeremy Keith.
  • Insgesamt aber eher „Graue Wolken 2.0“ meint Ronnie Grob von der medienlese: „Die Leute hier sind etwas traurig“.
  • Auch Proud Music hat die Konferenz – bis auf die Wikinomics-Session mit Dan Tapscott – nicht begeistert. Die erste der zehn Regeln, wie man mit einer solchen Konferenz umgehen sollte, lautet demnach auch: „Think positive!“
  • Für Robert Basic war es zwar eigentlich die schlechteste Konferenz, die er bisher besucht hat. Aber gute Gespräche mit guten Leuten hat er trotzdem geführt.
  • Zum Abschluss rechnet Falk Lueke in seinen kühlschranknotizen nochmal mit den Verastaltern ab: Macht das doch auf den Faroer Inseln das nächste Mal!

ckatzenbach

ist Kommunikationswissenschaftler, forscht und lehrt am Institut für Publizistik und Kommunikationswissenschaft der FU Berlin. Er beschäftigt sich mit Online-Öffentlichkeiten, Medienpolitik und sozialem Wandel. Privat bloggt er unter katzenbach.info.


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5 comments

  1. Es war bei weitem nicht alles Schrott. Ein Großteil der Vorträge ist hier nachzulesen.

    Dass das Berliner Messegelände nicht ideal für solch eine Konferenz ist, wissen wir doch eigentlich alle. Deshalb verstehe ich die Häme nicht. Und dass es Konferenzbesucher gibt, denen das Essen wichtiger als alles andere ist, auch.

    Was mich gestört hat, waren die langen Slots, die O’Reillys Buchautoren in den Keynotes hatten. Das gilt auch für Dan Tapscott. Bei den normalen Konferenztracks (vier bis fünf parallel) hatte man dagegen oft die Qual der Wahl.

  2. Naja die Meinung über die Veranstaltung ist ja von jedem selbst zu vertreten. Ich fand die Veranstaltung auch nicht so schlecht, aber etwas ausführlicher hätte das Gesamtpaket dann doch sein können..

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