Wikileaks Finanzloch gestopft

UPDATE:

Offenbar ist die Whistleblower-Seite wikileaks vorerst gerettet:

Achieved min. funraising goal. ($200k/600k); we’re back fighting for another year, even if we have to eat rice to do it.

verkündete das Projekt via Twitter.

Finanzielle Engpässe sind ja seit geraumer Zeit bekannt, seit Anfang des Jahres werden offensiv Spenden gesammelt, der aktive Betrieb der Seite ging offline – und dabei wird es erst einmal noch bleiben. $200,000 braucht die Seite nach eigenen Angaben, um die technischen Kosten zu decken. Um permanent weiterarbeiten zu können, also nicht nur fünf Mitarbeiter zu bezahlen sondern auch die vielen, die sich ehrenamtlich engagieren, werden insgesamt $600,000 benötigt. Auf der Wikileaks-Seite heisst es außerdem:

We have received hundreds of thousands of pages from corrupt banks, the US detainee system, the Iraq war, China, the UN and many others that we do not currently have the resources to release. You can change that and by doing so, change the world. Even $10 will pay to put one of these reports into another ten thousand hands and $1000, a million.

.

Diverse – nicht deutsche – Zeitungen setzen sich für den Erhalt von Wikileaks ein, wie das Wired Magazine berichtet:

The Guardian and The Spectator are among the titles that have run editorials urging people to donate to keep the website running after it was crippled by its own running costs.

Auch viele andere Blogs rufen natürlich dazu auf, Wikileaks jetzt zu unterstützen.

In den vergangenen Tagen hatte es in Deutschland Probleme mit Wikileaks Spendenkonto bei Paypal gegeben, wie die taz berichtete:

Dem Non-Profit-Archiv für Dokumente, Wikileaks, wurde am Samstag das Konto beim Online-Bezahlsystems Paypal gesperrt. Im Zuge einer Spendenaktion, die den Fortbestand des Projekts finanziell für das kommende Geschäftsjahr sichern soll, ist über zwei Tage lang kein Geldtransfer über das Konto möglich gewesen. Am Montag verkündete Paypal Deutschland auf Nachfrage der taz, dass die Sperre am Nachmittag aufgehoben wurde. […]

Die Folgen der Sperre für Wikileaks sind am Montag noch nicht absehbar: „Die Sperrung des Kontos am Samstag kam vollkommen unerwartet, und mitten in unserem Fundingdrive. Piratebay hatte gerade einige Stunden vorher auf ihrer Homepage begonnen, zu Spenden für uns aufzurufen.“

so der deutsche Wikileaks-Mitarbeiter Daniel Schmitt. Über ihn und Wikileaks hat die Zeit übrigens einen wirklich guten Artikel veröffentlicht. Ein sehenswertes TV-Stück hat auch die BBC zu wikileaks gemacht:

Redaktion: Eure Spende ist also dringend erbeten unter diesem Link (nach unten scrollen)…

Meike Laaff

(www.laaff.net) lebt und arbeitet als Journalistin in Berlin. Sie ist stellvertretende Ressortleiterin bei taz.de, schreibt für überregionale Zeitungen, Onlinemagazine und produziert Radiobeiträge. Sie betreut zudem das taz-Datenschutzblog CTRL.


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1 comment

  1. Es ist schon seltsam ruhig geworden um Wikileaks und Julian Assange. Könnte natürlich auch sein, dass da im Hintergrund einge Deals abgelaufen sind. Bares, Straffreiheit bei der Vergewaltigungsgeschichte, einen gewissen Status, wie ihn nur Länder verleihen können, wer weiss? Zumindest fällt auf, dass nach dem anfänglichen weltweiten Hype, der seinesgleichen suchte, inzwischen gegen Null tendiert. Grüße aus Berlin

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