Eve Water Guard im Test: HomeKit-Wassersensor entdeckt Pfützen per Kabel

Mit einem Wasserschaden ist nicht zu spaßen. Daher ist es praktisch, wenn ein smarter Wassersensor rechtzeitig Alarm schlägt, bevor die Pfütze zur Flut wird. Ein solcher Leckagesensor gehört zu jedem gut sortiertem Smart-Home-System. Apples Plattform HomeKit ist jetzt um eine Alternative von Hersteller Eve Systems reicher. Die ungewöhnliche Bauform mit langem Sensorkabel unterscheidet das 80 Euro teure Gerät von allen anderen mir bekannten Wassersensoren. Welche Vor- und Nachteile bringt das mit sich? Um das herauszufinden, hatte ich den Eve Water Guard im Test.

Ein smarter Tentakel geht auf Wassersuche

Die meisten Wassersensoren fürs Smart Home sind seifenstückgroße Pucks und beziehen ihre Energie aus Batterien. Das gilt beispielsweise auch für die HomeKit-Modelle von Aqara und Fibaro. Diese lassen sich frei platzieren, überwachen aber nur einen minimalen Bereich. Nicht so der Eve Water Guard im Test.

Dessen würfelförmige Basiseinheit mit 6,5 Zentimetern Breite und Höhe sowie 4,5 Zentimetern Tiefe ist zwingend auf eine Steckdose angewiesen. Dadurch geht dem Wasserwächter nie die Energie aus. Aber unter so mancher Einbauküchenspüle, wo keine Steckdose vorhanden ist, lässt er sich nicht verwenden.

Von dem Quader geht ein stoffummanteltes Sensorkabel aus, das auf der gesamten Länge Feuchtigkeit registriert. Stößt dieser smarte Tentakel bei seiner Wassersuche auf Beute, meldet er es der Basiseinheit.

Mit 200 Zentimetern Länge fällt die Strippe nicht gerade kurz aus. Weil ich das Sensorkabel jedoch von einer Steckdose über einer Waschmaschine zum Boden verlegen möchte, stoße ich mit dem Eve Water Guard im Test trotzdem überraschend schnell an eine Grenze. Abhilfe schafft in solchen Fällen ein Verlängerungskabel zum Preis von 20 Euro. Theoretisch lassen sich davon bis zu 75 Stück auf 150 Metern Länge an einer Basiseinheit betreiben.

Eve Water Guard im Test einzurichten klappt erst im zweiten Anlauf

Mechanisch lässt sich der Eve Water Guard im Test einfach in Betrieb nehmen. Basiseinheit in Steckdose stecken, daran das Sensorkabel per Klinkenanschluss befestigen und auf gewünschter Fläche verlegen, fertig. Dass der klobige Würfel in einer Doppelsteckdose keinen Nebenbuhler duldet, kann ich zum Glück mit einem freien Zwischenplatz einer größeren Steckerleiste befrieden.

Auch der smarte Teil der Montage ist grundsätzlich schnell erledigt. Dazu öffne ich die Hersteller-App von Eve, füge per Plus-Zeichen ein Gerät hinzu und lese per iPhone-Kamera den HomeKit-Code ein.

Den Vorgang mit einem Alarmtest abzuschließen, gelingt mir zunächst nicht. Zwar bestätigt die Eve-App den Test, erklärt ihn dann jedoch als „niemals“ ausgeführt. Im anschließenden Betrieb vermeldet das Sensorkabel in der App mehrfach einen „Kabelfehler“ und schlägt wiederholt fälschlich Alarm, obwohl nirgends ein Wasserleck zu erkennen ist. Ein Austauschgerät verhält sich genauso.

Abhilfe schafft schließlich der Vorschlag von Eve, das Sensorkabel weniger straff zu verlegen. Nach einem Reset und einer erneuten Installation führt der Eve Water Guard im Test den Probealarm ordnungsgemäß aus und verhält sich auch sonst, wie er soll.

Alarm und Automation: Eve Water Guard in der Praxis

Registriert der Sensor Wasser, quittiert er den Fund mit einem lauten Alarmton. Eine Sirene steckt in der Basiseinheit, sodass kein zusätzlicher Tongeber nötig ist. Außerdem leuchtet eine LED am Gerät rot auf. Zusätzlich macht eine Push-Nachricht auf dem iPhone auf den Fund aufmerksam.

Nur in der Eve-App lassen sich der Alarm stumm und das Licht ausschalten. Am Sensor selbst geht das nicht. Ist das Smartphone nicht zur Hand oder haben Gäste keinen Zugriff zur App, hilft eine rigorose Lösung: Einfach die Basiseinheit aus der Steckdose ziehen.

Den Alarm mit einem Druck auf den Eve Button oder einen anderen HomeKit-fähigen Schalter zu beenden, ist nicht vorgesehen. Der Automationsbereich von HomeKit bietet keine entsprechende Schaltaktion an.

Dafür lässt sich der Eve Water Guard im Test auf andere Weise clever in Apples Smart-Home-System einbinden. So kann ich den Sensor mit dem Funkzwischenstecker Eve Energy logisch verknüpfen. Tritt laut dem Sensor Wasser aus der Waschmaschine aus, trennt die smarte Steckdose sie vom Strom und stoppt den Waschvorgang.

Von Vorteil ist dabei, dass das Sensorkabel die gesamte Breite der Waschmaschinenfront überwacht. Anders als bei klassischen Sensorpucks kann ein Rinnsal nicht mehr unbemerkt am Wassermelder vorbeifließen.

Fazit zum Eve Water Guard im Test: Starker Wächter mit kleiner Schwäche

Für das HomeKit-System erweist sich der Eve Water Guard im Test als gute Ergänzung. Anders als Sensoren in gängiger Puck-Bauform, deckt das Sensorkabel größere Flächen ab und bleibt auch nach einem unabsichtlichen Tritt auf seinem Posten. An regelmäßige Batteriewechsel müssen Nutzer beim Eve-Modell nicht denken. Sie sind allerdings auf eine freie Steckdose in der Nähe des Einsatzbereichs angewiesen. In so manchem Nassbereich ist das eine Rarität.

Den Eve Water Guard im Test einzurichten und zu bedienen, ist grundsätzlich ein Klacks. Jedoch bedarf das empfindliche Sensorkabel etwas mehr Fingerspitzengefühl als zu erwarten wäre. Anfängliche Fehlerhinweise während der Inbetriebnahme zweier Testgeräte legen nahe, dass es nicht so straff und hemdsärmelig verlegbar ist wie ein herkömmliches Stromkabel.

Davon abgesehen erhalten HomeKit-Nutzer zum hohen Preis von 80 Euro einen insgesamt gut durchdachten, überwiegend hochwertigen und praktischen Wassersensor, der in Apples System ohne direkte Alternative ist.

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Images by Eve Systems, Berti Kolbow-Lehradt

Berti Kolbow-Lehradt

ist Freier Technikjournalist. Für die Netzpiloten befasst er sich mit vielen Aspekten rund ums Digitale. Dazu gehören das Smart Home, die Fotografie, Smartphones, die Apple-Welt sowie weitere Bereiche der Consumer Electronics und IT. Mitglied des Netzpiloten Blogger Networks.


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