Die 5 besten digitalen Notizbücher

Analoge Notizbücher sind für viele noch heute der Ort, an dem sie alle Termine, Kontakte, wichtige Daten und Gedanken aufbewahren. Doch mit zunehmendem Anspruch an die Alltagsorganisation fällt auch auf, wie unpraktisch die analogen Bücher sein können. Sie nehmen Platz im Rucksack weg, sind meist unübersichtlich und können verloren gehen. Programme wie OneNote von Microsoft versuchen schon seit geraumer Zeit die alten Papier-Notizbücher abzulösen. Für viele ist allerdings die Hemmschwelle zu groß, einmal alle Daten vom Analogen ins Digitale zu übertragen. Jedoch lohnt es sich auf längerfristige Sicht durchaus, diesen Schritt zu wagen. Wir präsentieren die, unserer Meinung nach, fünf besten digitalen Notizbücher.

OneNote – digitales Notizbuch nach Windows-Art

Wie bereits eingangs erwähnt ist OneNote bis heute der Platzhirsch unter den digitalen Notizbüchern. Wohl auch, weil es die Software direkt in jedem Office Packet von Microsoft mit dazu gibt. In erster Linie bietet euch OneNote an, eure Notizen in verschiedenen Notizbüchern und verschiedenen Mappen zu unterteilen. In diesen Mappen legt ihr dann noch einmal verschiedene Seiten an. Die Seiten selbst sind sehr minimalistisch gestaltet, können jedoch mit vielen Funktionen ausgestaltet werden. So können Daten und Fotos aller Art importiert und auch handschriftliche Notizen angefertigt werden. Darüber hinaus habt ihr bei OneNote die Möglichkeit, euch To-Do Lists zu erstellen und eure Notizen mit vorgefertigten Tags zu bestücken.

Alle Dateien synchronisieren sich automatisch mit dem Cloudspeicher OneDrive, der im Übrigen auch die Daten für andere User zugänglich macht und eure Geräte synchronisiert, auf denen ihr die Anwendung installiert habt. Außerdem könnt ihr über Autoren hinzufügen auch mehrere Personen in euren Notizen markieren.

Besonders hervorheben wollen wir das Tool Bildschirmausschnitt, mit dem man sehr schnell Screenshots machen und diese direkt in den Notizen einfügen kann – ohne Zwischenschritt. Insgesamt ist OneNote ein durchaus gelungenes Basic Tool, das einem die Bearbeitung von Notizen wirklich leicht macht. In dem minimalistischen Design findet man sich schnell zurecht und durch die weite Verbreitung von Microsoft Office dürften die meisten dieses Programm bereits vorinstalliert haben. Als einziges kleines Manko ist eventuell der fast nicht vorhandene Coworking Aspekt zu betrachten.

one-note-screenshot
Das digitale Notizbuch OneNote ist übersichtlich und verständlich gestaltet. – Screenshot by Leonie Werner

Evernote – minimalistisch, aber effektiv

Evernote ist ebenfalls ein sehr bekanntes digitales Notizbuch. Dabei legt es den Fokus noch mehr als OneNote auf Minimalismus. Ihr könnt eure Arbeiten in verschiedene Notizbücher einteilen, sie mit Tags versehen und sie mit anderen Personen teilen. Links, Tabellen und externe Dateien finden ebenfalls per Knopfdruck den Weg in eure Notizen. Wenn ihr Arbeiten mit Kollegen und Kolleginnen tauscht, können diese sie kommentieren und mit euch in einem externen Chat kommunizieren.

Das kostenlose Programm synchronisiert sich automatisch mit allen Geräten, auf denen ihr es installiert habt. In der kostenlosen Version stehen euch alle Basic Funktionen uneingeschränkt zur Verfügung, allerdings habt ihr nur 60 Megabyte pro Monat an Datenvolumen zur Verfügung. In der Premium Version dagegen, die es für 6,99 Euro im Monat gibt, könnt ihr bis zu 10 Gigabyte auf Evernote speichern und habt viele weitere Personalisierungsmöglichkeiten. Außerdem gibt es noch ein Moodboard und viele neue Organisierungs-Tools.

Letztlich eignet sich Evernote für die Personen, die Wert auf die Verwaltung ihrer Notizen legen. Die Benutzeroberfläche ist sehr ansprechend gestaltet und man findet sich schnell zurecht. Zusätzlich helfen vor allem die Tags, den Überblick zu behalten. Allerdings gibt es in der kostenfreien Version nicht allzu viele Features.

Das Menü bei Evernote ist sehr minimalistisch – Screenshot by Leonie Werner

Diigo – das Notizbuch im Browser

Die Online-Plattform Diigo ist zugehörig zum Chrome Browser und kann quasi als Addon verstanden werden. Aufgerufen werden kann sie allerdings in jedem beliebigen Browser. Eine zentrale Funktion von Diigo ist das Speichern von Links, besser gesagt das Hinzufügen von Bookmarks, die ihr nach Belieben benennen und filtern könnt. Sobald die Bookmarks einmal angelegt sind, könnt ihr diese als ungelesen markieren, sie mit anderen teilen oder sie mit Tags sortieren. Als nächstes Feature ist das Importieren von PDFs und Fotos zu beachten. Jede Kategorie ist bei Diigo einzeln aufgeführt, was die direkte Orientierung einfacher macht. Natürlich können auch in dieser App normale Notizen angefertigt werden, die dann eben auch mit Tags versehen werden können. Wer einen Kindle Reader hat, kann übrigens Markierungen in Büchern direkt in Diigo hinterlegen.

Da Diigo im Endeffekt eine Browser- Anwendung ist, findet ihr auch im Browser selbst einige Funktionen. Zum Beispiel erlaubt euch Diigo Textpassagen, auf Websites zu markieren und Randnotizen hinzuzufügen. Letztlich könnt ihr eure Tags, oder auch einzelne Bookmarks speichern und im nächsten Schritt an die Familie oder die Kolleginnen und Kollegen weiterversenden. In den Premium Versionen erhaltet ihr Zugriff auf mehr Speicherplatz und könnt in der Business Version sogar das Tool als Team nutzen.

Diigo ist sicherlich ein sinnvolles digitales Notizbuch, wenn ihr vornehmlich im Browser arbeitet. Die Stärken des Programms liegen klar in der Übersichtlichkeit und den vielen Speicher- und Kommentarfunktionen für PDFs und Websites. Negativ fällt nur auf, dass man Notizen, Bookmarks, Bilder etc. nicht untereinander zusammenfügen oder verbinden kann.

Vista WIKI – das Crossover

Es mutet an wie ein Crossover von OneNote und Word. Und so ähnlich funktioniert es auch. Vista Wiki ist ein kostenloses Programm, dessen Premium Version ihr automatisch beim Download 14 Tage testen könnt. Mithilfe von unterschiedlichen Notizbüchern und unterschiedlichen Kapiteln könnt ihr alle eure Daten sortieren. Das Einfügen von externen Dateien ist natürlich auch möglich. Wie auch in OneNote können Ausschnitte aus Internetquellen oder Screenshots direkt eingefügt werden. Allerdings ist es in diesem Programm möglich, die Notizen mit Schlagwörtern zu sortieren.

Darüber hinaus lässt sich das Programm stark individualieren und einzelne Notizen lassen sich direkt in der Anwendung als PDF, Word Dokument oder als HTML-Code speichern. Android Nutzer können sogar einzelne Notizen an ihr Smartphone senden. Im Endeffekt kann Vista WIKI mit wenigen eigenen Funktionen aufwarten, ist dafür aber durchaus eine sinnvolle Weiterentwicklung des OneNote Konzeptes. Wem ein Dateneditor mit Schlagwörtern und integrierbaren Dateien reicht, der wird auch mit der kostenlosen Version von Vista WIKI zufrieden sein.

Vista WIKI ist ebenfalls sehr übersichtlich gestaltet. – Screenshot by Leonie Werner

Notion – selbst in der kostenlosen Version eine Wucht

Der Ansatz zur Organisierung von Notizen in einem digitalen Notizbuch ist bei Notion noch einmal um einiges erweitert. Hier können von Beginn an Workspaces erstellt werden, in die andere Mitglieder eingeladen werden können. Außerdem werdet ihr bereits in der Anmeldung gefragt, wofür genau ihr Notion benutzen wollt, denn ihr könnt die kostenlose Anwendung durchaus auch für Firmenprojekte oder eben Schul- bzw. Uniprojekte nutzen. Sobald euer Profil vervollständigt ist, gibt euch Notion Vorschläge welche Pages, genannt Templates, ihr in euer digitales Notizbuch aufnehmen könnt.

Die vorgefertigten Templates geben nicht nur einen guten Überblick über das Programm an und für sich, sondern sie führen euch auch in die wichtigsten Funktionen der Anwendung ein. Im Header eurer Notizen wird direkt angezeigt, wer das Schriftstück geschrieben hat, wann es zuletzt bearbeitet wurde und welche Tags ihm zugeordnet sind. Kommentare von anderen Usern können auch direkt in der Notiz eingefügt werden. Wollt ihr das digitale Notizbuch privat nutzen werden euch die Templates Notes & Drafts, Reading List, Task List, Goals und Journal vorgeschlagen.

Mit der Funktion Quick find durchforstet ihr eure gesamten Notizen und findet sie anhand von Tags, dem Titel oder auch dem Autoren wieder. Dateien aller Art importieren oder die Notiz in ein anderes Format exportieren ist auch kein Problem. Durch ein kleines + am Rande der Notizen habt ihr die Möglichkeit, viele weitere Formate einzufügen. Ihr könnt eure Notizen mit Zwischenüberschriften, Listen, Zitaten, Links, einem Kalender, einer Galerie, einer Person und so weiter und so weiter auffüllen.

 

Notion überzeugt mit vielen Stärken

Notion ist mit Abstand das umfangreichste Programm, dem wir uns in diesem Artikel gewidmet haben. Es vereint die besten Eigenschaften von digitalen Notizbüchern mit Coworking Elementen und einer ansprechenden visuellen Organisation. Mit einem Update für vier US-Dollar im Monat erhaltet ihr unlimitierten Speicherplatz. Doch auch in der kostenlosen Version macht Notion so schnell kein anderes digitales Notizbuch etwas vor.


Image by Kyle Glenn via Unsplash

Leonie Werner

interessiert sich für alles, was mit Medien zu tun hat. Insbesondere für Themen im digitalen Bereich ist sie offen und in Sachen Gaming immer auf dem neuesten Stand.


Artikel per E-Mail verschicken
Schlagwörter: , , ,