5 Mythen zum Smart Home und warum sie nicht mehr stimmen

Ob smarte Beleuchtung, vernetzte Lautsprecher oder intelligente Steckdosen und Schalter – langsam aber stetig begeistern sich immer mehr Menschen hierzulande für Smart-Home-Produkte. Rund 13 Prozent der Haushalte besitzen ein smartes Device und 87 Prozent sind damit so zufrieden, dass sie die Geräte regelmäßig nutzen, ergab jetzt eine Deloitte-Studie. Gleichzeitig schwindet bei anderen Verbrauchern die Skepsis erst allmählich. So zögern beispielsweise einige Interessierte mit dem Einstieg, weil sie eine zu komplizierte Installation und Bedienung fürchten oder sich nicht auf einen Standard festlegen wollen. Wir von den Netzpiloten glauben aber, dass diese Vorbehalte im Allgemeinen nicht mehr gerechtfertigt sind. Daher wollen wir mit gängigen Mythen zum Smart Home aufräumen.

Dies ist der fünfte und letzte Teil einer Serie, in der wir zusammen mit der Smart-Living-Plattform Conrad Connect erklären, wie sich das vernetzte Heim dank automatischer Abläufe viel einfacher bedienen lässt.

Mythos 1: Smart Home ist so aufwendig zu installieren, dass es sich nur für neue Hausbauprojekte lohnt

Es kann nicht zwar nicht schaden, bei einem Neubau das Thema Smart Home von Anfang an mitzudenken. Doch die Zeiten, als sich raffinierter technischer Komfort ausschließlich durch die Unterputz-Installation von hunderten Metern Kabelsträngen realisieren ließ, sind längst vorbei.

Smart-Home-Geräte einfach nachrüsten
Smart-Home-Funktionen gibt es nicht nur für Neubauten, sie lassen sich auch einfach nachrüsten. Image by Conrad Connect

Denn in praktisch allen denkbaren Technikkategorien versehen die Hersteller ihre Produkte heutzutage mit einer Steuerung per WLAN und Bluetooth. „Die Vielfalt an ausgereifter, funkfernsteuerbarer Technik, die den digitalen Alltag der Nutzer bereichert, ist inzwischen enorm. Dadurch lässt sich Smart-Home-Technik selbst in Mietimmobilien sehr einfach nachrüsten und ohne nennenswerte Spuren wieder entfernen“, erklärt Andreas Bös, Senior Director bei Conrad Connect, einer herstellerübergreifenden Vernetzungsplattform für smarte Technik.

Mythos 2: Smart Home ist kompliziert zu bedienen, weil die Produkte nicht harmonieren

Naturgemäß möchten Hersteller Kunden für ihre eigenen Produkte begeistern und nicht für die des Wettbewerbers. Daher kochten viele Anbieter lange Zeit ihr eigenes Süppchen. Dadurch blieb das Thema Smart Home selbst für viele Enthusiasten unattraktiv. Denn wer will sich schon auf einen Technikstandard festlegen, der womöglich bald keinen Anschluss mehr findet.

„Mittlerweile sind die generellen Zweifel an der Zukunftssicherheit von Smart-Home-Produkten unbegründet. Denn die meisten Technikhersteller haben eingesehen, dass das Thema Smart Home sich nur etablieren kann, wenn Software-Schnittstellen die Grenzen zwischen Geräte verschiedener Marken einreißen“, erläutert Andreas Bös von Conrad Connect. Vernetzungsplattformen wie Conrad Connect ermöglichen Anwendern, intelligente Geräte, Apps und Webdienste zu vernetzen. Dadurch harmonieren auch Lösungen von verschiedenen Herstellern reibungslos.

Mythos 3: Smart Home bringt mir nichts, weil ich mehr unterwegs als zuhause bin

Jedem fünften Befragten der oben genannten Deloitte-Studie fällt es schwer, den Mehrwert von Smart-Home-Lösungen zu erkennen. Das mag an einem landläufig sehr engen Verständnis des Begriffs liegen. Er legt nahe, dass sich mit smarter Technik nur das eigene Heim aufwerten lässt. Wer oft unterwegs ist oder viel Zeit draußen verbringt, findet dies vielleicht nicht überzeugend genug.

Smart Living und Smart Gardening mit Conrad Connect
Smart Home geht über die eigenen vier Wände hinaus – zum Beispiel in Form von Smart Gardening. Image by Conrad Connect

Doch über Vernetzungsplattformen verknüpfte, smarte Technik kann inzwischen in vielen weiteren Bereichen das Leben bereichern. So lassen sich Fitness-Tracker verschiedener Marken vernetzen, um sich mit Freunden sportlich zu messen. Intelligentes Rasenmähen und Bewässern des Gartens sind weitere Beispiele für die Vorteile der Vernetzung außerhalb der eigenen vier Wände. „Auf diese Weise können Verbraucher nicht nur ihr Heim, sondern zunehmend ihren gesamten Alltag mit intelligenten Lösungen aufwerten. Wir bei Conrad Connect sprechen daher auch von Smart Living statt von Smart Home“, betont Andreas Bös.

Mythos 4: Smart Home ist noch zu teuer 

Andreas Bös von Conrad Connect im Porträt
Weil Verbraucher Smart-Home-Geräte verschiedener Hersteller kombinieren können, können sie Geld sparen, erklärt Andreas Bös von Conrad Connect. Image by Conrad Connect

Wie zum Beginn vieler neuer Technologien positionierten sich auch Smart-Home-Produkte im Hochpreisbereich. Doch das Angebot und der Wettbewerb nehmen zu, sodass Nutzer auch immer mehr erschwingliche Lösungen finden. „Nutzer von Vernetzungsplattformen profitieren darüber hinaus von der größeren Flexibilität der Komponentenwahl. Denn weil sie nicht ausschließlich zu den Produkten aus dem Sortiment eines Herstellers greifen zu brauchen, können sie Preise vergleichen und sich eine Produktauswahl entsprechend ihres Budgets zusammenstellen“, betont Andreas Bös von Conrad Connect.

Abgesehen davon lässt sich inzwischen selbst ältere Technik, die noch ohne Internetverbindung das Werk verließ, durch vergleichsweise günstige, smarte Steckdosen in ein Smart-Home-Gerät verwandeln. Auf diese Weise können Nutzer die von den Großeltern geerbte Lampe nicht nur per App und Sprache bedienen, sondern auch in komplexe Automationsszenarien einbinden.

Mythos 5: App- und Sprachsteuerung ist zwar leicht, die Automatisierung aber kompliziert 

Geräte per Smartphone-App oder mit einer Anweisung an einen Sprachassistenten ein- und auszuschalten zu können, begeistert viele Nutzer. Doch der wahre Schritt ins Smart Home steht ihnen erst noch bevor. Denn wirklich schlau ist ein Heim schließlich erst, wenn es die Bedürfnisse der Bewohner ohne Zutun erkennt. Heimautomation heißt das Zauberwort. Mitunter erweckt dieses Thema den Eindruck einer Geheimwissenschaft, sei es, weil die Begriffe kompliziert klingen oder die Erstellung von Automationsprojekten schwierig erscheint.

Conrad Connect Dashboard
Mittlerweile lassen sich Geräte verschiedener Hersteller sehr gut miteinander in Einklang bringen. Das Dashboard der Plattform von Conrad Connect hilft dabei. Image by Conrad Connect

Doch bei der aktuellen Generation von Vernetzungsplattformen ist das nicht mehr der Fall. Dort können Nutzer mithilfe einer grafischen Oberfläche im Webbrowser Gerätefunktionen mit einfachen Drag-and-Drop-Mausgesten kombinieren – so wie sie es vom Computer kennen. „Wer eine Option aus einem Dropdown-Menü auswählen kann, für den ist auch Heimautomation ein Leichtes“, erklärt Andreas Bös von Conrad Connect. 

Das zeigt: So manche Ansicht zum Thema Smart Home entpuppt sich als Mythos. Mit smarten Lösungen das Leben leichter zu machen, ist einfacher als viele glauben. Lust darauf bekommen? Einfach ausprobieren!

Das war der letzte Teil unserer Smart-Living-Serie, die in Zusammenarbeit mit Conrad Connect entstanden ist. Hier die anderen Teile zum Nachlesen:

1: Smart Home per Sprache steuern: 5 Tipps wie Alexa und Google aufs Wort hören
2: Kleines Smart-Home-Lexikon: 15 wichtige Begriffe zur Heimautomation
3: Heimautomation für Einsteiger: So einfach geht intelligentes Wohnen
4: Smart-Home-Projekt im Eigenbau: 5 praktische Vernetzungsbeispiele für intelligentes Wohnen


Images by Conrad Connect; Halfpoint / stock.adobe.com


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Berti Kolbow-Lehradt

Berti Kolbow-Lehradt

ist Freier Technikjournalist. Für die Netzpiloten sowie unsere Geschwisterseiten Netzpiloten Apple und Netzpiloten Android befasst er sich mit vielen Aspekten rund ums Digitale. Die Dissertation zur Geschichte der Fotoindustrie hat der Wirtschaftshistoriker erfolgreich abgebrochen, um sich der Digitalen Fotografie, Smartphones, der Apple-Welt, dem Smart Home und vielen anderen Bereichen der Consumer Electronics und IT in der Gegenwart zu widmen. Mitglied des Netzpiloten Blogger Networks.

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