5 geniale Tipps fürs Selbststudium

Ihr seid auf der Suche nach Tipps fürs Selbststudium? Gut so! Es ist nämlich nie zu spät, etwas Neues zu lernen. Von der Schule bis zum Abschluss unserer Berufsausbildung, macht das Lernen einen elementaren Teil unseres Lebens aus. Danach muss aber nicht Schluss sein. Die Zukunft der Arbeit lässt es auch zu, uns mehr auszuprobieren. Wir sind nicht dazu verdammt nach der Ausbildung die immer gleiche Arbeit zu verrichten.

Doch Selbstständiges Lernen muss nicht nur für den Job sein. Sich neue Fähigkeiten wie Sprachen anzueignen, bereichert auch unser Leben. Es erweitert unseren Horizont, führt uns zu neuen Hobbies oder eröffnet neue Möglichkeiten zur Verständigung.

Trotzdem ist das Selbststudium für viele vor allem eines: Eine Herausforderung. In Schule, Universität oder Berufsausbildung folgen wir einem festen Plan. Wir haben feste Zeiten und Lehrer, Dozenten oder Ausbilder, die uns das Wissen geübt beibringen. Lehrbücher bekommen wir vorgegeben und wir haben ein Umfeld aus ebenfalls Lernenden um uns herum, die das selbe zur gleichen Zeit lernen. Das alles fehlt natürlich, wenn man sich etwas selbstständig beibringt.

Eine grobe Struktur des Selbststudiums und wichtige Lern-Plattformen gibt euch unser Artikel „Selbstständig lernen online“. Unsere 5 genialen Tipps fürs Selbststudium helfen euch dagegen, einige Hürden des eigenverantwortlichen Lernens zu meistern.

Tipp 1: Motivation ist die beste Starthilfe

Das Selbststudium hat einen gewaltigen Vorteil gegenüber schulischem Lernen: Die eigene Motivation. Ihr lernt nicht für eine gute Note, sondern weil euch das Thema brennend interessiert. So lernt ihr beispielsweise Zeichnen, weil ihr irgendwann das zu Papier bringen wollt, was ihr sonst nur als eine Idee im Kopf habt. Ihr lernt eine Sprache, weil ihr irgendwann mit Einheimischen in deren Sprache reden wollt. Im Selbststudium geht es nicht um Noten, sondern um ein eigenes Ziel.

Diese Motivation ist euer Treibstoff, der euch vor allem in der Anfangsphase hilft, euch in das Thema einzuarbeiten. Je schwieriger das Thema, desto größer muss auch die Motivation für diese erste Hürde sein.

Ich lerne gerade beispielsweise Japanisch, eine der schwierigsten Sprachen, die man sich aussuchen kann. Völlig anderer Sprachstamm, drei unterschiedliche Schriftsysteme, die auch noch gemischt in einem Satz vorkommen können. Früher dachte ich immer „wäre cool um japanische Mangas zu lesen“. Das war allerdings nie genug, um damit ernsthaft anzufangen. Mit den Plan einer Japanreise kam dann nochmal eine viel größere Motivation hinzu. Es ist ein kleiner Kindheitstraum und ich möchte dann auch die Sprache dort halbwegs verstehen.

Macht euch diese Motivation immer wieder bewusst und setzt euch auch konkrete Ziele, zu was ihr mit eurer Fähigkeit später in der Lage sein wollt. Lasst euch nicht demotivieren, wenn ihr eurem Ziel hinterher hinkt, sondern schaut auch mal auf das, was ihr bereits geschafft habt. Lernen ist außerdem nie sinnlos: Euer Gehirn möchte immer wieder gefordert werden. Ständiges Lernen ist ein Jungbrunnen für den Kopf. Gerade das Lernen von Fremdsprachen reduziert das Risiko für Alzheimer massiv. Ist das allein nicht schon eine großartige Motivation?

Tipp 2: Die Macht der Gewohnheit

Es ist eigentlich nicht nur ein Tipp fürs Selbststudium, sondern ein Ratschlag fürs Leben selbst. Möchtet ihr etwas Durchziehen, müsst ihr es euch zur Gewohnheit machen. Die zuvor genannte Motivation kann sich nämlich jederzeit auch gegen euch richten. Ihr gebt euch der Unlust geschlagen und lasst das Lernen ein paar Tage sein. Damit wächst aber auch die Hürde, das Lernen wieder aufzunehmen, weil ihr euch erstmal wieder einarbeiten müsst. Das ist oft der Ausstiegspunkt im Selbststudium.

Auch selbstständiges Lernen bedeutet nicht immer Spaß. Nur weil uns eine Motivation antreibt, heißt es nicht, dass wir auch immer motiviert sind. Durch diese Phasen müsst ihr euch durchbeißen, um irgendwann euer selbst gestecktes Ziel zu erreichen. Das geht am besten, wenn ihr euch das Lernen zur festen Gewohnheit macht. Ideal ist eine feste Zeit dafür. Diese Zeit ist dann verplant und sie ist wichtig. Plant andere Termine um diese Zeit herum und holt ausgefallenes Lernen am besten noch zeitnah nach.

Ich selbst habe mir im Home Office zur Gewohnheit gemacht, jeden Tag 10.000 Schritte zu gehen. Es ist mittlerweile mein „Heimweg“ geworden. Das erste was ich nach Feierabend mache ist mein ausgedehnter Spaziergang. Dabei ist es egal, ob ich gerade wirklich Lust dazu habe – es ist einfach Teil meines Tagesablaufs. Außerdem ist es für den Kopf eine gute Trennung zwischen Arbeit und Freizeit.

Tipp 3: Spaced Repetition / Verteilte Wiederholung 

Erinnert ihr euch an eure Schulzeit? Also ich lernte oft erst am Abend vor der Klassenarbeit und auf der Fahrt zur Schule. Damit habe ich die meisten Tests ganz gut bestanden. Das Wissen ging dann aber auch wieder so schnell, wie ich es mir reingeprügelt habe.

Ich habe mir das Wissen nur ins Kurzzeitgedächtnis geholt, in meine kleine geistige Zwischenablage. Aber genau das ist der Grund, warum Tests wenig aussagekräftig für das tatsächliche Wissen sind. Damit wir uns etwas auf Dauer merken, müssen wir es wiederholen und das in immer größeren Abständen. Spaced Repetition nennt sich das oder zu Deutsch: Verteilte Wiederholung.

Bei diesem genialen Tipp fürs Selbststudium wiederholen wir die Inhalte in immer größeren Abständen. Das können Anfangs wenige Minuten sein, dann eine Stunde, mehrere Stunden, Tage und Wochen. Erinnern wir uns nicht an dieses Wissen, verringern wir den nächsten Abstand wieder. Das ist vor allem beim Lernen von Sprachen sinnvoll, da Vokabeln sehr gleichartige Wissenshäppchen sind, die man gut mit einem solchen System lernen kann. Im Prinzip lässt sich die Methode aber für fast jedes Gebiet nutzen.

Damit wir nicht die Hälfte der Zeit zur Planung unserer Wiederholungen vergeuden, gibt es Apps wie Anki, bei denen wir uns selbst Karteikarten anlegen können. Das Programm fragt uns dann abhängig von unseren Einstellungen in verschiedenen Abständen die Karteikarten ab. Das fühlt sich zuerst zeitaufwendiger an, sorgt aber dafür, dass das Wissen im Langzeitgedächtnis landet und nicht immer wieder neu gelernt werden muss.

Neugierig geworden? Mehr über Spaced Repetition erfahrt ihr in diesem Artikel.

Tipp 4: Die Suchmaschine ist dein Freund

Wenn ich eines durch meine Ausbildung zum Anwendungsentwickler gelernt habe, dann das eine: Fast jede Frage hat auch schonmal ein anderer gestellt. Auf Google findet man für fast jedes Problem eine Lösung, ohne dass man selbst in Foren danach fragen muss. Das weiß offenbar aber nicht jeder.

Besonders stark fällt es mir auf YouTube auf, wenn jemand als Kommentar eine Frage stellt, auf die er oder sie mit halb so vielen Wörtern auch eine umfangreiche Antwort im ersten Suchergebnis gefunden hätte. Es ist fast schon traurig, dass das ausgerechnet bei den „Digital Natives“ der Fall zu sein scheint. Vielleicht suchen manche aber auch nur Kommunikation, statt der einfachsten Lösung. Zumindest wurde ich auch schon mehrfach von jungen Menschen mit Smartphone in der Hand nach dem Weg gefragt.

Darum gehört Suchmaschinenkompetenz für mich zu einen der wichtigsten Tipps fürs Selbststudium. Suchmaschinenkompetenz ist allerdings auch viel Erfahrung. Oft muss man das, was man nicht weiß, zumindest umschreiben oder auch auf Englisch suchen. Mit der Zeit entwickelt man nicht nur ein Gespür für die richtigen Suchbegriffe, sondern auch schnell die Qualität der Suchergebnisse zu erahnen.

Teils wissen wir irgendwann einige vertrauenswürdige Quelle, zum anderen erschließen wir es uns irgendwann aus Adresse, Titel und Kurzbeschreibung der Seite. Da jeder anders lernt, entwickelt jeder allerdings seine eigene Interpretation der Suchergebnisse.

Tipp 5: Lieber einen Schritt zurück, als stecken zu bleiben

Ist es wirklich ein genialer Tipp fürs Selbststudium, einen Schritt zurück zu machen? Ich kenne selbst den Frust, wenn man sich lange mit einem Thema beschäftigt hat und dann doch nichts zu verstehen scheint. Man hat einfach das Gefühl zu dumm zu sein und die anfängliche Motivation sinkt.

Man kann natürlich einfach weitermachen und hoffen, dass sich die Dinge schon klären, wenn man noch weiter voranschreitet. In den meisten Fällen verfängt man sich damit aber nur noch tiefer im Frust. Habt keine Angst, auch mal einen oder mehrere Schritte zurück zu machen. Das ist kein Rückzug, sondern Anlauf, damit ihr danach höher springen könnt.

Geht ruhig zurück zu einem Stand, auf dem ihr euch sicher fühlt und arbeitet euch von dort aus wieder hoch. An vielen Stellen merkt ihr dann erst, was doch schon alles vom ersten Mal hängen geblieben ist und könnt euch umso stärker auf das konzentrieren, was zuerst nicht in den Kopf wollte.

Dabei gilt: Lieber einen Schritt zu viel zurück, als zu wenig. So könnt ihr gegebenenfalls anderes Lernmaterial ausprobieren, dass euch vielleicht einfach besser liegt. Tipps fürs Selbststudium gibt es viele, doch jeder entdeckt für sich andere Methoden. Dafür müsst ihr aber auch ein bisschen ausprobieren. Einen Schritt zurück zu machen ist dabei immer besser, als sich gar nicht mehr zu bewegen.

Tipps fürs Selbststudium: Das richtige Lernen lernen

Selbständiges Lernen ist eine enorme Bereicherung. Es ist nie zu spät, sich neue Fähigkeiten anzueignen oder einfach nur elementares Wissen auf vielen unterschiedlichen Gebieten zu sammeln. Es erweitert nicht nur unseren Horizont, sondern ist auch ein exzellentes Workout für unser Gehirn. 

Doch auch das Lernen muss gelernt sein. Unsere 5 Tipps zum Selbststudium sind dafür zumindest ein Anfang. Profitiert von eurer Motivation als Starthilfe und sorgt dafür, dass das Lernen schnell zur Gewohnheit wird. Mit Spaced Repetition-Tools habt ihr vor allem für das Erlernen von Sprachen außerdem mächtige Werkzeuge zur Hand. 

Das optimale Lernen ist für jeden trotzdem unterschiedlich. Im Internet können wir zum Glück zu fast allen Themen eine riesige Auswahl an Quellen finden. Hier heißt es: Ausprobieren und Erfahrungen sammeln! Wenn etwas für euch nicht funktioniert ist das halb so schlimm. Lieber einen Schritt zurück, als auf ewig steckenzubleiben. 

Zum Lernen unterwegs eignet sich ein Tablet wie das Amazon Fire HD 8 (Provisionslink)


Image by MicroOne via Adobe Stock

Stefan Reismann

Das Internet ist sein Zuhause, die Gaming-Welt sein Wohnzimmer. Der Multifunktions-Nerd machte eine Ausbildung zum Programmierer, entdeckte dann aber vor allem die inhaltliche Seite für sich. Nun schreibt er für die Netzpiloten und betreibt nebenher einen Let's Play-Kanal, auf dem reichlich gedaddelt wird.


Artikel per E-Mail verschicken
Schlagwörter: ,