Yahoo Building (Bild: Eric Hayes [CC BY 2.0], via Flickr)

Yahoo!: Mobile Zukunft dank Startup Einkaufstour?

Seit Marissa Mayer die Führung bei Yahoo! übernommen hat wurde eine Vielzahl von Startups aufgekauft um eine stärkere Ausrichtung auf den Mobile Sektor realisieren zu können.

Marissa Mayer (Bild: LeWeb13 [CC BY 2.0], via Flickr)

Yahoo! ist ein Urgestein im Internet und in den letzten Jahren etwas von der Entwicklung im Web überholt worden. Um wieder an Relevanz zu gewinnen muss das Unternehmen sich stärker auf den mobile-Sektor ausrichten. Um dies zu bewerkstelligen werden derzeit viele Online-Dienste und somit fähige Entwickler eingekauft. Die Dienste werden zwar überwiegend eingestellt, aber die Entwickler bleiben und arbeiten zusammen an dem Comeback, das man nicht so nennen soll.


  • Yahoo! hat im ersten Jahr unter Marissa Mayer über 20 Startup-Unternehmen aufgekauft.
  • Smartphones und Tablets sind die neuen Hauptziele von Yahoo!.
  • So wie die aufgekauften Dienste werden auch deren Entwickler in Yahoo! integriert.

Bis Mitte der 2000er Jahre galt Yahoo! als eines der größten Unternehmen im Internet. Vor allem die Suche und der E-Mail-Dienst waren überaus beliebt, bis frischere Unternehmen wie Google mit neuen Ideen und Visionen kamen und an dem Urgestein vorbeigezogen sind. Seit dem versucht das ins Straucheln geratene Unternehmen wieder aufzuschließen. Mit der neuen CEO und ehemaligen hochrangigen Google-Mitarbeiterin Marissa Mayer soll dies gelingen.

Kaum im Amt begann Mayer ein Startup-Unternehmen nach dem anderen aufzukaufen. Zunächst wurde vermutet, dass die erworbenen Dienste unter Yahoo!-Flagge weitergeführt werden sollen, als dann allerdings die meisten der aufgekauften Unternehmen ihren Dienst kurz nach der Übernahme einstellten, wurde klar dass mehr dahinter stecken muss – zumal viele der Dienste keine besonders großen Erfolgsgeschichten vorzuweisen hatten.

The Verge schlussfolgerte aus der Tatsache, dass die Entwickler der aufgekauften Firmen durch mehrjährige Verträge an Yahoo! gebunden werden, dass genau diese Entwickler das eigentliche Ziel der Einkaufstour sind. In Anbetracht der Tatsache, dass gute Entwickler wirklich schwer und nur für viel Geld zu finden sind, erscheint dies durchaus plausibel, allerdings resultiert daraus auch die Frage, wofür die neuen Developer bei Yahoo! gebraucht werden.

Es ist auffällig, dass die aufgekauften Dienste, auch wenn sie bis auf wenige Ausnahmen nicht besonders Erfolgreich waren, zumindest alle einen starken mobilen Fokus hatten. Rockmelt zum Beispiel, ein Browser der ganz stark auf die Integration sozialer Netzwerke setzte, hatte die Version für PC und Mac bereits lange vor der Übernahme durch Yahoo! zugunsten der sehr guten, wenn auch erfolglosen mobile Apps für iOS und Android eingestellt.

Wirft man einen Blick auf die Einkäufe von Yahoo! findet man Dienste aus allen Bereichen. Neben dem größten Deal, der Microblogging-Plattform Tumblr, hat Yahoo! unter anderem zwei Videochat und -Konferenz-Unternehmen (OnTheAir und Rondee), eine Empfehlungsplattform (Jybe), einen To Do-Manager (Astrid), einen Dienst zum zusammenfassen langer Texte (Summly), verschiedene Foto- und Video-Apps (GhostBird und Qwiki), mobile Spielestudios (Loki und PlayerScale) sowie eine Plattform für kleine Unternehmen (Lexity) aufgekauft.

Yahoo! hat also nicht nur erkannt, dass eine stärkere Ausrichtung auf mobile Endgeräte wie Smartphones und Tablets nötig ist, sondern versucht nun auch vehement dies umzusetzen. Nur wie genau diese neue Ausrichtung aussehen wird, ist noch nicht klar.

Zum einen können vorhandene Dienste modernisiert und um zeitgemäße Features ergänzt werden, wie im Fall von flickr. Die aufgekauften Dienste könnten in vorhandene Yahoo!-Dienste integriert werden, wie bei Summly bereits geschehen. Wahrscheinlicher ist aber, dass Yahoo! auf lange Sicht eine andere Strategie verfolgt um den Weg auf Smartphones und Tablets zu finden. Denkbar wäre hier ein eigenes mobiles Betriebssystem, das alle Dienste ineinander vereint, wie etwa Android von Google oder iOS von Apple.

Ob dieser Schritt allerdings nicht doch zu spät kommt ist vor allem im Hinblick auf die starke Marktposition der vorhandenen Konkurrenten und der Schwierigkeiten von zum Beispiel Windows Phone auf dem hart umkämpften Markt Fuß zu fassen, sowie in den Startlöchern stehende Betriebssysteme wie Firefox OS oder Ubuntu Phone fraglich. Es wird also spannend zu beobachten sein, ob Yahoo! die verbleibende Marktposition ausnutzen kann – stark genug wären sie bei guter Umsetzung allemal aufgestellt.


Teaser by Eric Hayes (CC BY 2.0))


Image by LeWeb (CC BY 2.0)

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Daniel Kuhn

Daniel Kuhn

ist Wahl-Berliner mit Leib und Seele und arbeitet von dort aus seit 2010 als Tech-Redakteur. Anfangs noch vollkommen Googles Android OS verfallen, geht der Quereinsteiger und notorische Autodidakt immer stärker den Fragen nach, was wir mit den schicken Mobile-Geräten warum anstellen und wie sicher unsere Daten eigentlich sind.

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