Matthias Schrader, Peer Steinbrück

NEXT 2013 Berlin: Ein Pragmatiker unter Innovativen

Politischer Ehrengast auf der NEXT 2013 Berlin war Peer Steinbrück. Der SPD-Kanzlerkandidat sprach vor Startups über die digitale Zukunft in Deutschland.

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Rund einem Monat nachdem die SPD mitgeholfen hat, dass Innovation behindernde Leistungsschutzrecht für Presseverlage gesetzlich zu verankern, sprach der Kanzlerkandidat der SPD auf der Technologiekonferenz NEXT. Dabei betonte er vor der kreativen Zukunft des Landes vor allem seinen (politischen) Pragmatismus.

Die NEXT ist ein Ort, in dem viel über die Zukunft geredet wird. Manches Unternehmen auf dem Kongress wird die Zukunft maßgeblich beeinflussen, andere Rednerinnen und Redner inspirieren zu Träumen, wie die Zukunft aussehen wird, wenn wir nicht nur träumen, sondern auch handeln. Höhepunkt des Vormittages war die Rede von Stephen Wolfram, dem Gründer der Suchmaschine Wolfram Alpha, der im Berliner Kongresszentrum die anwesenden Gäste an seiner Vorstellung der Zukunft teilhaben ließ. Es gibt Orte, an denen man sich Peer Steinbrück besser vorstellen kann.

Sein Pragmatismus wollte dann auch nicht ganz zur NEXT passen, was nicht heißen soll, dass Steinbrück etwas falsches gesagt hat. Seine Vorstellungen von der Industrie 4.0 sind zutreffend und wahrscheinlich genau das, was die nach der Zukunft suchende deutsche Wirtschaft braucht. In Deutschland wird nicht das nächste Google oder Facebook entstehen, was vor allem an der Politik in diesem Land liegt, es wird aber immer noch Autos und Maschinen bauen und stets die Heimat von Ingenieuren sein. Aber auch diese Geräte funktionieren heutzutage nicht mehr ohne IT und das könnte die Chance der deutschen Wirtschaft sein – IT-gestützte Schwermaschinen, also Industrie 4.0 aus Deutschland.

Dazu brauch es nach Peer Steinbrück ein Bildungssystem, dass den digitalen Wandel in der Ausbildung der Jugend behandelt, ein flächendeckendes Breitbandinternet und eine neue Gründer-Kultur. Startups sollten durch einfachere Kredite unterstützt werden und eine neue Kultur des Scheitern ist für Innovation genauso wichtig. Seiner Meinung nach sollte die Finanzindustrie eher in innovative Unternehmen investieren, als in riskante Finanzpapiere. Wenn die Zukunft schon aus 3D-Druckern kommen wird, dann sollte das zumindest Drucker von deutschen Unternehmen sein. Man merkt, dass der Wahlkampf schon läuft.


Teaserimage by NEXT Berlin (CC BY 2.0)


Image by NEXT Berlin


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Tobias Schwarz

Tobias Schwarz

ist Coworking Manager des St. Oberholz und als Editor-at-Large für Netzpiloten.de tätig. Von 2013 bis 2016 leitete er Netzpiloten.de und unternahm verschiedene Blogger-Reisen. Zusammen mit Ansgar Oberholz hat er den Think Tank "Institut für Neue Arbeit" gegründet und berät Unternehmen zu Fragen der Transformation von Arbeit.

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