Bis 2014 sollen alle ICE mit WLAN ausgestattet sein

Die Deutsche Bahn plant, den Reisenden auf doppelt so vielen Strecken wie bisher ein WLAN anzubieten. Doch das wird teuer, außer man ist kein Kunde bei der Telekom, wie unser Autor Tobias Gillen erklärt.

Deutsche Telekom und Deutsche Bahn – zwei Unternehmen, die es verstehen, den Hass der Kunden auf sich zu ziehen. Der eine mit Verspätungen, Ausfällen und Unzuverlässigkeit, der andere mit Drosselungen, schlechtem Kundenservice und mitunter ganzen Abteilungen auf der Betriebsversammlung.

Ähnlich wie etwa McDonalds kooperiert auch die Deutsche Bahn mit der Telekom in Sachen Internet und bietet in manchen ICE WLAN-Verbindungen für die Fahrgäste an. Bisher gibt es das in etwa 90 der 255 ICE. Nun gibt es fünf weitere Verbindungen, auf denen die Gäste eine Netzanbindung haben:

  • Hamburg-Berlin
  • Frankfurt-Nürnberg-München
  • Dortmund-Hannover-Berlin
  • Göttingen-Wolfsburg
  • Fulda-Würzburg

Die Bahn hat nun bekanntgegeben, dass sich die Zahl der WLAN-ICE bis Ende 2013 auf 180 verdoppeln soll und bis Ende 2014 alle ICE über den Zugang verfügen sollen. Wie Carsten „Caschy“ Knobloch weiß, soll zudem die Log in-Seite überarbeitet worden sein und nun auch aktuelle Informationen zur aktuellen Zugverbindung enthalten.

Telekom-Kunden kommen teurer weg

Das WLAN in den DB-Lounges, die man an vielen größeren Bahnhöfen findet, gibt es weiterhin kostenlos – nun aber auch für 2. Klasse-Gäste. Bisher war das auf 1. Klasse-Reisende limitiert. Von den 24 DB-Lounges in Deutschland sind aktuell 15 mit WLAN-Zugang ausgerichtet, Verbesserungen folgen.

Während man stationär an den Bahnhöfen also kostenfreies Telekom-Internet nutzen kann, bleibt das Netz im Zug kostenpflichtig. Hier gibt es einen Unterschied zwischen den Kosten für Telekom-Kunden und nicht-Kunden. Letztere bezahlen eine 24-Stunden-Pauschale von 4,95 Euro, Telekom-Kunden (ohne Hotspot-Flat im Vertrag) müssen 9 Cent pro Minute bezahlen, also 5,40 Euro pro Stunde. Letztlich ist die Nutzung als Telekom-Kunde auf einer längeren Zugfahrt teurer – ein weiteres Argument, die Telekom als Kunde zu verlassen.

Zu hoffen bleibt, dass die Drosselpläne nicht auch auf die Deutsche Bahn überspringen. Man stelle sich mal vor, die würden künftig auch nur noch gedrosselt über die Schienen tuckern.


 

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Tobias Gillen

Tobias Gillen

ist freiberuflicher Medien- und Technikjournalist und Blogger. Nebenher schreibt er Bücher und E-Books und ist bei Twitter, Facebook und Google+ zu finden.

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