Berlin: CDU sperrt „Yeah“-Rufer aus

Ganz am Ende zeigte sich die CDU dann doch humorlos: Sie wollte ihre Wahlkampf-Abschlussveranstaltung in der Berliner „Arena“ frei von „Yeah“-Flashmobs halten – und verweigerte darum allen, die sich über eine Facebook-Gruppe bei der Veranstaltung verabredet hatten, den Zutritt. Das zumindest erzählte Daniel Kruse, der die entsprechende Facebook-Gruppe eingerichtet hatte.

Sein Name habe auf einer roten Liste gestanden, erzählt Kruse, der frisch von der Aktion auf das Panel einer „atoms&bits“-Veranstaltung geschneit kam. Ebenso sei es anderen Mitgliedern seiner Facebook-Gruppe gegangen. Hintergrund: Anders als Merkels öffentliche Wahlkampfreden in den letzten Wochen fand die Berliner Veranstaltung drinnen statt – und war anmeldepflichtig. So konnte die CDU die Namen der Angemeldeten schnell mit den Facebook-Gruppe abgleichen und unliebsame Teilnehmer aussschließen. Ein paar „Yeah“-Flashmobber, die sich nicht im Vorfeld angemeldet hatten, wurden nach Kruses Aussagen reingelassen – das seien aber nur sechs, sieben Leute gewesen. Die hätten zwar tapfer ein paar Mal „Yeah“ gerufen, seien aber schon nach wenigen Minuten aus dem Saal entfernt worden.

Solche Flashmobs seien nicht nur hedonistisches Vergnügen, sagt Kommunikationsforscher Christoph Bieber auf dem selben Panel. Und verglich das „Yeah“ mit den Trillerpfeifen, die die Milchbauern auf ihren Lobbyveranstaltungen benutzen. Einziger Unterschied: die „Yeah“-Rufer hätten noch keine gemeinsame Lobby im Rücken. Wäre die Bewegung der „Yeah“-Rufer vier Wochen früher in den Wahlkampf gekommen, hätte sich daraus noch „etwas konstruktives“ machen lassen.

Zu spät, um kurz vor der Wahl noch ein paar Mal „Yeah“ zu rufen, ist es aber doch noch nicht. Morgen um 11 habe die Kanzlerin angekündigt, in der Dorotheenstraße wählen zu gehen, sagt Kruse. Anders als bei der Wahl-Abschlussveranstaltung kann die CDU ja schlecht jemanden davon abhalten, seine Stimmabgabe draußen mit einem beherzten „Yeah“ zu kommentieren.

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Meike Laaff

Meike Laaff

(www.laaff.net) lebt und arbeitet als Journalistin in Berlin. Sie ist stellvertretende Ressortleiterin bei taz.de, schreibt für überregionale Zeitungen, Onlinemagazine und produziert Radiobeiträge. Sie betreut zudem das taz-Datenschutzblog CTRL.

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