Wikia Search ist da: Die Weisheit der Massen in Suchmaschinenform

Heute startet die neue Suchmaschine von Wikipedia-Gründer Jimmy Wales. Durch Transparenz und Communityfilter soll Wikia Search eine Alternative zum Marktführer Google werden.

Suchen im Internet bedeutet für die meisten Internetnutzer: Google. Zwar weiß man um andere Suchmaschinen, doch nutzen selbst um den Schutz ihrer Daten bemühte Google-Skeptiker oft die „Datenkrake“ und ihre vielfältigen Dienste. Denn angeblich findet man mit Google mehr und besser als mit anderen Anbietern.

Was genau die millionenschwere Hard- und Software des amerikanischen Suchmaschinen- und Werberiesen mit unseren eingegebenen Daten tut und welche Algorithmen da am Werke sind, ist mehr oder weniger ein Mysterium. Insbesonderen bei Mitarbeitern in Unternehmen und Organisationen löst das fast schon Ehrfurcht aus nach dem Motto „Wir kennen Google nicht, aber wir können nicht darauf verzichten!“ So bieten Bücher und Websites Optimierungsstrategien an, mit deren Hilfe die eigene Website hoffentlich höher in den Google-Suchergebnissen erscheint.

Wie Google wirklich sucht, das weiß niemand.

Menschen und Maschinen
Anders könnte das bald bei Wikia Search aussehen. Ziel dieses Projekts von Wikipedia-Gründer Jimmy Wales ist die Entwicklung einer Open-Source-Suchmaschine, deren Ergebnisse durch die Einbindung menschlicher Helfer verbessert werden. So soll Internetsuche an Transparenz und Qualität gewinnen.

Das klingt zunächst nach einer Kombination von automatisierten Suchmaschine mit einem von Menschenhand gepflegten Website-Verzeichnis (Yahoo! ist einst so gestartet) und somit mäßig spannend.

Es ist damit zu rechnen, dass das Prinzip von Wikia Search auch Kritiker auf den Plan rufen wird, lässt es sich doch wieder als Ausnutzung von naiv-idealistischen Internetnutzern brandmarken – insbesondere, da Wikia im Gegensatz zu Wikipedia ein Unternehmen kommerzieller Ausrichtung ist und mit Werbung Geld verdient.

Sollte Wikia Search eines Tages aber tatsächlich eine bedeutende Größe im Suchmaschinenmarkt werden, wäre das nicht nur ein weiteres Vorzeigeprojekt der Open-Source-Bewegung, sondern könnte an Googles Vormachtstellung rütteln. Dass die Suchmechanismen von Wikia Search im Gegensatz zu Google offen einsehbar sind, ist Grund genug, dem Neuling Erfolg zu wünschen.

Jimmy Wales hat sich viel vorgenommen. Von einer „Attacke auf Google“ zu sprechen, wie es mancherorts getan wird, scheint aber verfrüht. Doch hat Wales bereits bewiesen, dass er in der Lage ist, unscheinbar wirkende Projekte zu großartigen Diensten heranreifen zu lassen. Die lange Vorlaufzeit von Wikia Search, die unter wechselnden Projektnamen bis ins Jahr 2002 zurückreicht, und die Erfahrungen mit Wikipedia sollten sich als hilfreich erweisen.

Noch heute soll die Wikia Search online gehen. Dann kann sich jeder selbst einen Eindruck von den bisherigen Fortschritten des Projektes verschaffen und das Potenzial des Dienstes einschätzen.

Steffen Büffel

ist freiberuflich als Medien- & Verlagsberater, Trainer und Medienwissenschaftler tätig. Schwerpunkte: Crossmedia, Social Media und E-Learning. Seine Blogheimat ist der media-ocean. Außerdem ist er einer der Gründer der hardbloggingscientists. Mitglied des Netzpiloten Blogger Networks.


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