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Netzpiloten @Blogfamilia

Netzpiloten @Blogfamilia

Die Stimme von Elternbloggern und ihren Blogs kann etwas bewegen! Deshalb geht es am 18. Mai wieder los. Der Blogfamilia e.V. lädt zur diesjährigen Blogfamilia in Berlin. Das Event richtet sich dabei hauptsächlich an Elternblogger und verspricht digitale Familienpower. Wir haben bereits letztes Jahr berichtet und waren begeistert von der angenehm wuseligen und offenen Atmosphäre zwischen all den Eltern und Kindern.

Hier werden Themen wie Haltung, Verantwortung und Reichweite behandelt. So geht es zum Beispiel um die Frage, welche Verantwortung Elternblogger mit ihrer Reichweite haben und was sie damit bewirken können. Die über 200 Besucher erwarten diverse Möglichkeiten, sich mit anderen Bloggern zu vernetzen und weiterzubilden. Auch für die Kleinen ist gesorgt. Eine ganztägige Kindesbetreuung gehört selbstverständlich zu der Elternblogger-Konferenz dazu. Wir Netzpiloten sind zum zweiten Mal dabei und freuen uns schon auf die Vorträge, die das Team des Blogfamilia e.V. zusammen gestellt hat.

Welche Speaker werden da sein?

Zu den Speakern der Blogfamilia gehört Barbara Vorsamer, die einen Workshop zum Schreiben von Online-Texten geben wird. Es soll unter anderem darum gehen, was online funktioniert und wie mit dem Diktat von Keywords umgegangen oder das richtige Thema gefunden werden kann. Die Digital-Redakteurin ist festangestellte Autorin der Süddeutsche Zeitung Familie und daher sehr erfahren auf diesem Gebiet. Die Rechtsanwältin und erfolgreiche Bloggerin Nina Straßner betreibt den Blog Juramama und wird einen Workshop über die Nutzung von Bildern auf dem eigenen Blog halten. Sophie Pohle und Luise Meergans vom Deutschen Kinderhilfswerk werden außerdem einen Workshop zu Kinderrechten in der digitalen Welt leiten.

Welche Themen und Formate erwarten dich auf der Blogfamilia?

  • Workshops und Gesprächsrunden
  • Keynote
  • Vorträge
  • Kinderbetreuung!
  • Verleihung des Blogfamilia Award

Und sonst noch?

Auf der Blogfamilia wird auch dieses Jahr der Blogfamilia Award verliehen. Für diesen konnten Besucher der Konferenz sowie Leser verschiedener Elternblogs, die Blogger per Mail nominieren. Die Gewinner des Awards sind dann die drei meistnominierten. Die zehn Euro Teilnahmegebühr für Blogger gehen dabei zu 100 Prozent an die Gewinner des Awards. Diese verwenden das Geld für Projekte, die ihnen selbst am Herzen liegen. Die Blogger-Tickets sind allerdings schon ausverkauft. Firmen können hier noch eines der letzten Tickets für 250 Euro bekommen. Sehen wir uns in Berlin?

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5 gute Gründe für eine Weiterbildung

Der Begriff Weiterbildung ist in aller Munde. Kein Wunder, gibt es doch immer mehr Bildungsträger und auch die Möglichkeiten der Weiterbildungsförderung haben zugenommen. Viele sind sich mittlerweile einig: Ohne Weiterbildung gibt es kein berufliches Vorankommen.

Warum ist eine Weiterbildung wichtig?

Zu glauben, mit dem Schulabschluss oder der Ausbildungsprüfung habe das Lernen ein Ende, wäre falsch. Zwar fällt es uns mit zunehmendem Alter tatsächlich schwerer, zu lernen – unmöglich ist aber nichts. Weiterbildung ist eine wichtige Maßnahme, um am Arbeitsmarkt erfolgreich zu sein. Denn nur die wenigsten Menschen üben ihren einmal erlernten Beruf bis zum Rentenalter aus. Dies ist ein ausschlaggebendes Argument dafür, warum man sich mit dem Thema Weiterbildung beschäftigen sollte. Aber auch die Tatsache, dass es innerhalb einer Branche Veränderungen gibt, trägt zu Weiterbildungswünschen bei.

Bei einer Umfrage zum Nutzen von Weiterbildung wird klar, dass es viele Argumente dafür gibt, seine beruflichen Qualifikationen zu erweitern. Laut Umfrage freuen sich 80 Prozent aller Weiterbildungsteilnehmer über mehr Kompetenz und Sicherheit im Beruf. Zwei Drittel profitieren von einem stärkeren Selbstbewusstsein und mehr Zufriedenheit in Ihrem Job. Aber auch die Anerkennung durch Arbeitgeber und Kollegen sowie die Möglichkeit, in eine höhere Position zu wechseln, sind triftige Gründe für eine berufliche Qualifikation.

Dass Lernen auch mit modernen Mitteln geht, zeigen einige Unternehmen. E-Learning gehört bei Weiterbildungen schon längst zum guten Ton. Was aber, wenn man sich noch nicht sicher ist, ob die berufliche Weiterbildung die richtige Entscheidung ist?

Diese Gründe sprechen für eine Weiterbildung

In den letzten Jahren haben die Maßnahmen im Bereich Weiterbildungsförderung ständig weiter zugenommen. Dies verwundert nicht, bietet die berufliche Qualifikation doch zahlreiche Vorteile für Arbeitnehmer sowie Arbeitgeber und verbessert die gesamte Arbeitsmarktsituation.

Argument 1: Geringere Gefahr von Arbeitslosigkeit

Möchte man seine Chancen erhöhen, bei der nächsten Kündigung übergangen zu werden, sind Weiterbildungen eine gute Möglichkeit. Die häufigsten Gründe für eine Kündigung sind, neben der schlechten wirtschaftlichen Situation eines Unternehmens, fehlende Qualifikationen. Erfahrungsgemäß werden zuerst die Mitarbeiter entlassen, welche die geringsten Qualifikationen aufweisen. Diejenigen, die darum bestrebt sind, ihre Qualifikationen zu erweitern, sind seltener von Arbeitslosigkeit betroffen.

Argument 2: Höhere Aufstiegschancen

Kaum einer möchte dauerhaft auf seiner aktuellen Jobposition hängenbleiben. Eine Umfrage zeigt ganz deutlich, dass Personalverantwortliche die Bereitschaft zur Weiterbildung als sehr wichtig erachten, wenn ein Mitarbeiter eine Führungsposition einnehmen möchte. Natürlich gilt die Weiterbildung nicht als einziges Kriterium für einen beruflichen Aufstieg, sie kann einem aber in Kombination mit Leistungsmotivation und der Identifikation mit den Unternehmenszielen, einen entscheidenden Vorteil verschaffen.

Argument 3: Neue Perspektiven erschließen

Heutzutage ist es keine Seltenheit, im Laufe seines Berufslebens den Arbeitgeber zu wechseln. Gründe dafür sind nicht nur deutlich Gehaltssteigerungen, sondern auch die Bekleidung interessanterer Positionen. Um sich diesen neuen Perspektiven gegenüber öffnen zu können, ist ein aussagekräftiger, attraktiver Lebenslauf ein Muss.

Argument 4: Vorteile gegenüber der Konkurrenz

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich weiterzubilden. Neben betrieblicher Weiterbildung ist auch die selbstständige Teilnahme an einem Lehrgang parallel zum Beruf möglich. Arbeitgeber wissen es immer zu schätzen, wenn ihre Mitarbeiter sich neue Qualifikationen aneignen wollen. Deswegen sind Bewerbungen, die Engagement und Eigeninitiative zeigen, auch lieber gesehen.

Argument 5: Bessere finanzielle Absicherung

In den meisten Fällen geht eine hohe Bildung auch mit einem hohen Einkommen einher. Wer Bedenken hat, dass sich eine Weiterbildung aufgrund der hohen Kosten nicht lohnt, sollte wissen, dass es mittlerweile viele Förderungsmöglichkeiten gibt. Außerdem zeigt eine Erfolgsumfrage des DIHK, dass 68 Prozent aller Weiterbildungsteilnehmer nach Abschluss ihrer Qualifikation ein höheres Gehalt bekommen. Dies wiegt die Seminar- oder Lehrgangskosten schnell wieder auf.


Image by momius via stock.adobe.com

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Cooles Kinder-Coden in Hamburg!

Vom 6. bis 21. Oktober findet in Hamburg wieder die außergewöhnliche Code-Week statt. Sie ist Teil einer europäischen Initiative, die Kinder und Jugendliche für das Programmieren und das Experimentieren mit Technik begeistern will. Ins Leben gerufen wurden diese Veranstaltungen im Jahr 2013 und sie erfreuen sich seither einer regen Beteiligung.

In über 80 verschiedenen Workshops können Kinder und Jugendliche zwischen fünf und 18 Jahren Spiele programmieren, mit dem 3D-Drucker arbeiten oder eigenen Apps entwickeln. Veranstaltet wird das Ganze zum einen von der Körber-Stiftung und den Bücherhallen Hamburg, sowie zum anderen von Initiativen der Hamburger Coding und Making-Szene und einigen engagierten Vertretern von Hochschulen und Unternehmen.

Eröffnungsveranstaltung und Anmeldung

Für interessierte Kinder, Jugendliche und Eltern gibt es am Samstag, den 6. Oktober, eine Auftaktveranstaltung in der Zentralbibliothek von 11 Uhr bis 17 Uhr. Dort gibt es dann auch die ersten aufregenden Projekte. So können Besucher der Eröffnung der Code-Week im Untergeschoss der Bücherhallen mithilfe von Luftballonketten selbst Computer-Geheimcodes schreiben und auch wieder dekodieren. Zudem gibt es viele offene Mitmachstationen an denen man zum Beispiel LED-Schmuck selbst gestalten, oder Roboter durch ein Labyrinth steuern kann. Außerdem kann man hier in einem Informatik-Test sein Wissen auf die Probe stellen. Darüber hinaus gibt es nicht nur am ersten Tag der Code-Week, sondern auch an jedem anderen Tag tolle Workshops. Wie man sich für diese anmelden kann, steht hier.

Wer sonst Interesse an der Code-Week hat, kann sich hier die Übersicht zu allen Workshops ansehen. Und wer genaueres zu der Auftaktveranstaltung wissen will, der sollte hier vorbeischauen.

Die Code-Week bietet eine tolle Möglichkeit, junge Menschen an diese wichtigen Berufsfelder heranzuführen. Jährlich finden bundesweit 425 solcher Veranstaltungen statt. Und mit so vielen verschiedenen Workshops und Initiatoren, die an dieser Code-Week beteiligt sind, ist Hamburg ganz vorne mit dabei.


Image by Pressebilder / Code Week Hamburg

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Netzpiloten @Content Marketing Masters

Ihr wollt bei der Content Marketing Masters Veranstaltung dabeisein? Dann wartet nicht lange! Wir verlosen in unserem Gewinnspiel zwei Tickets für das Event.


Es ist wieder Zeit für die Content Marketing Masters. Alle, die sich fort- und weiterbilden müssen im noch jungen Bereich des Content Marketing, erwarten spannende Sessions und aktuelle Insights. Wir empfehlen die Reise am 18. Oktober nach Berlin.

Welche Speaker werden da sein?

Dieses Jahr trefft ihr auf praxiserfahrene Experten wie Christian Achilles, Direktor Kommunikation und Medien beim Deutschen Sparkassen und Giroverband. Auch mit dabei sein wird Dr. Martell Beck, der für das Marketing der Berliner Verkehrsbetriebe verantwortlich ist. Wir freuen uns besonders auf Martin Drust, den smarten Kommunikationsleiter beim Hamburger Fußballclub St. Pauli!

Um welche Themen wird es gehen:

  • Zukunftsvisionen für das Content Marketing
  • Vorstellung konkreter Kampagnen
  • B2B und B2C Marketing
  • Innovationen und strategische Konzepte

Und sonst noch?

Neben dem großen Input für die neue Marketing-Technik, wird natürlich für ausreichend Gelegenheit zum Networking gesorgt! Hier gibt es die Tickets. Wir Netzpiloten sind live vorort. Sprecht uns an!  

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Netzpiloten @Fintech Week

Eine Woche lang geht’s nur ums Geld! Genauer gesagt um die Zukunft der Finanzen. Vom 15. bis 20. Oktober findet in Hamburg zum dritten Mal die Fintech Week statt. Der massive Wandel der Finanzwelt im digitalen Zeitalter ist allgegenwärtig. Damit versucht der unabhängige journalistische Newsletter finletter von Carolin Neumann und Clas Beese publizistisch Schritt zu halten und richtet außerdem zum dritten Mal die Fintech Week aus. Wir Netzpiloten sind wieder mit dabei, wenn in vielen verschiedenen Konferenzformaten Themen wie Nachhaltigkeit, Transparenz und Entwicklung in der Fintech-Branche diskutiert werden.

Welche Speaker werden da sein?

Das breitgefächerte Programm bringt interessante Speaker nach vorne: Es kommt zum Beispiel Alexander Artopé von Smava und spricht über Konsumentenkredite 4.0. Dr. Martha Böckenfeld von der DFG Deutsche Fondsgesellschaft SE Invest referiert über die Digitalisierung im Bankwesen. Susanna Fleckenstein, Managing Director bei der Commerzbank, erzählt uns von der AG Bankfiliale 4.0. Wir freuen uns besonders auf den Blogger und Podcaster Jochen Siegert.

Welche Themen sind am Start?

  • Zukunft der Fintech-Branche
  • Bankwesen 4.0
  • Workshops zum Thema Finances
  • Frauen in der Fintech-Branche
  • Blockchain
  • Payment

Und sonst noch?

Wie viele Veranstaltungen in diesem Jahr, wollen auch die Macher der Fintech Week mehr Frauen in ihrem Themenbereich sichtbar machen. Beim Speaker-Listing zeichnet sich das gut ab. Fürs entspannte Netzwerken gibt es außerdem ein Fintech Ladies Dinner im schönen Restaurant NIL. Wir freuen uns auf die breitgefächerte Woche! Hier gibt es die Tickets.

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Netzpiloten @Ada Lovelace Festival

Diesen Herbst erwartet uns geballte Frauenpower beim Ada Lovelace Festival 2018. Vom 11. bis 12. Oktober werden in Berlin Vorträge und Workshops präsentiert, rund um die Themen technologisches Know How, Innovationen und Computing. Unter der geistigen Patronage der berühmten Mathematikerin Ada Lovelace (1815-1852), die als die erste Programmiererin gilt, gestaltet sich die Veranstaltung als größtes Crossover-Event für Frauen aus allen IT-Branchen.

Es gilt der notorischen Unterbesetzung von weiblichen IT-lern in der Informatik- und Technologiebranche entgegenzuwirken. Deshalb engagiert sich das Ada Lovelace Festival für einen stärkeren Austausch unter den Tech-Frauen. Die Netzpiloten sind zum ersten Mal als Partner mit dabei und wir freuen uns auf zwei spannende Tage in Berlin. Das Festival richtet sich übrigens nicht nur an Expertinnen, sondern auch an Berufseinsteigerinnen, Studentinnen und Visionäre, die sich gerne weiterbilden möchten. In über 15 verschiedenen Workshops, Think Tanks und Mentoring Classes gibt es viel zu Lernen und Ideen auszutauschen!

Welche Referentinnen werden da sein?

Das Festival bietet den Teilnehmerinnen die Möglichkeit mit über 70 Experten/innen aus allen Zweigen der IT-Branche in Kontakt zu kommen. Eine der Rednerinnen ist Dorothee Bär, Staatsministerin und Beauftragte der Bundesregierung für Digitalisierung. Des Weiteren wird Lisa Domican vor Ort sein, CEO der Grace App Communication. Ihre Anwendung richtet sich speziell an Kinder mit Autismus, um sie bei ihren individuellen Lernprozessen zu unterstützen. Ebenfalls mit dabei ist Svenja Heinecke, Community Managerin bei der Sozialhelden e.V. und viele weitere Frauen und einzelne Männer aus dem IT-Bereich.

Um welche Themen wird es gehen?

  • Die digitale Revolution und wie sie unser Leben verändert
  • Technologie zur Spracherkennung
  • Workshops rund um das Thema Marketing und Kommunikation
  • Technik in Verbindung mit sozialen Aufgabenbereichen
  • Integration von Frauen in die IT-Berufe

Und sonst noch?

Es sind noch reguläre Tickets zu bekommen. Studenten, sowie Freelancer und Startups erhalten Rabatt. Zudem berechtigt das Ticket auch zur Teilnahme an der Aftershowparty. Wir freuen uns drauf!

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(R)Evolution der Bildung – Der Unterricht braucht ein Update

School (Image by congerdesign [CC0 Public Domain], via Pixabay)

Deutschland – das Land der Ingenieure. Heimat von Mercedes, Volkswagen und BMW. Ist es da nicht eigentlich verwunderlich, dass wir in Sachen Technologien und Digitalisierung ziemlich hinterherhinken? Vor allem was den Bildungsbereich angeht? Deutschland gehört immer noch zu den Schlusslichtern der OECD-Länder, was den Gebrauch digitaler Medien im Unterricht angeht. Doch könnte eine Investition nicht nur für die Zukunft gewinnbringend sein, sondern auch den heutigen Schulunterricht unterstützen. Ein Überblick über Gebrauch, Möglichkeiten und Herausforderungen der Digitalisierung im Bildungsbereich.

Eine herbe Enttäuschung ist das derzeitige Zurückrudern der Bundesregierung in Bezug auf ihr versprochenes Digitalpaket für die Bildung. Fünf Milliarden Euro sollten für die Digitalisierung der Schulen in den nächsten fünf Jahren ausgegeben werden. Und jetzt? Anstatt in die Zukunft zu investieren, wird diese mit der nun veröffentlichten Haushaltsplanung womöglich nur noch düster. Das Geld geht in die Rüstung. Wie wichtig Bildung ist, müsste der Regierung eigentlich bewusst sein. Und dass ein Nicht-Investieren in die Digitalisierung fatal ist, eigentlich auch.

Auch die Kultusministerkonferenz hatte schon mit dem Papier “Bildung in der Digitalen Welt” geantwortet. Ihre Strategie bezieht sich auf sechs große Themenbereiche: Unterrichtsentwicklung, Ausbildung der LehrerInnen, technische Infrastruktur, Bildungsmedien, E-Government und rechtliche Rahmenbedingungen. Zusammengefasst, digitale Medien sollen integraler Bestandteiler aller Unterrichtsfächer werden. Dabei müssen LehrerInnen durch Aus-, Weiter- und Fortbildung zu Medienexperten werden, um digitale Medien professionell, didaktisch sinnvoll und reflektiert im Schulalltag einzusetzen.

Digitalisierung schafft Gleichheit für alle?

Denn durch die Digitalisierung der Bildung werden die ArbeitnehmerInnen von morgen bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben und die schon in der Schule digital geschulten SchülerInnen später die digitale Transformation mitgestalten. Dazu müssen digitale Kompetenzen in der Schule erlernt werden. Denn obwohl wir in Deutschland leben und sich viele ein Leben ohne ihren Laptop oder Tablet nicht vorstellen können, gibt es etliche SchülerInnen, denen zu Hause diese Möglichkeiten fehlen. Dies schafft Ungleichheiten, die eigentlich mit der Digitalisierung überwunden werden sollten.

Aber nicht nur in der Zukunft kann es enorme Vorteile mit sich bringen, sondern auch im heutigen Schulalltag. Schon jetzt benutzen einige (vor allem junge) LehrerInnen digitale Lernplattformen, sogenannte Learning Management Systeme. Diese unterstützen die Planung, Koordination und Kommunikation im Klassenverband. Auf diesen Plattformen können die LehrerInnen die Materialien, inklusive Arbeitsbögen, Videos und Fotos, hochladen. Somit haben sie alles immer abrufbar. Nicht nur für sich selbst, sondern auch für die SchülerInnen, die nach einer verpassten Stunde oder wegen eines verschusselten Arbeitsbogens Aufholbedarf haben.

Sicherheit kostet

Natürlich gibt es wie bei jeden neuen technologischen Anwendungen auch Hindernisse. Vergessene Passwörter der SchülerInnen kommen selbstverständlich vor. Wenn SchülerInnen mitten im Schuljahr nach einem neuen fragen, weiß man auch, wie oft die Seite aufgerufen wurde. Auch Datensicherheit ist ein Thema. Zusätzlich müssen Schulen aber für diese Plattformen wie beispielsweise Moodle Lizenzen erwerben. Auch für die richtige Breitbandverbindung, samt WLAN, muss gesorgt sein. Beamer und Laptops müssen vorhanden sein.

Das kostet alles Geld, welches erstmal organisiert werden muss. Da die finanzielle Unterstützung über den Schulträger meist nicht ausreicht, müssen engagierte Schulen (Schulleitungen) kreativ werden. Fördervereine, externe Akteure, wie Unternehmen, oder EU-Mittel sind hier erste Anlaufstellen. Vermehrt sorgen aber auch die Länder selbst für Sonderprogramme im Bereich Medienkompetenz. Doch können innovativen Schulen seitens des Senats auch Steine in den Weg gelegt werden.

Digitalisierung zur Unterstützung im Unterricht

Die Herausforderungen sollten aber nicht vor dem Handeln abschrecken. Denn die vermehrte Notwendigkeit zur Differenzierung im Unterricht, das heißt, die individuelle Förderung von verschiedenen Leistungsstufen in einem Klassenverband, welche zusätzlich durch Inklusion und Integration unumgänglich ist, kann durch die Digitalisierung möglich gemacht werden. Gerade wenn es um das heikle Thema Rechtschreibung (und Digitalisierung) geht, ist der Unterricht mit Hilfe digitaler Medien womöglich sogar effektiver.

So kann die Webseite Orthografietrainer.net, als online Rechtschreibtrainer mit Abschlusstests, viel individualisierter mit den SchülerInnen üben, als es einer LehrerIn im Unterricht möglich ist. Dies ist nur ein Beispiel für die Vielseitigkeit von Online-Angeboten interaktiver Apps. Auch die Nutzung von Standard-Programmen wie Schreib- oder Präsentationsprogramme werden erlernt. Videos können geschnitten, Fotos bearbeitet und Texte verfeinert werden. Diese können wiederum auf Blogs veröffentlicht werden. So lernen die SchülerInnen nicht nur die Anwendung. Gleichzeitig werden digitale Medien Mittel zum Zweck, um einen abwechslungsreichen und differenzierten Unterricht zu gestalten.

VR im Klassenraum? Die Schulverlage ziehen nach

Nun reagieren auch andere Akteure im Bildungsbereich. Beispielsweise setzen Schulbuchverlage zusätzlich auf digitale Konzepte und bieten zu ihren digitalen Schulbüchern auch auf den Lehrbereich zugeschnittene digitale Plattformen an. Denn bekommen sie in dem Bereich enormen Konkurrenzdruck. Im speziellen von den zuvor erwähnten Angeboten von Lernplattformen. Auch die großen Wirtschaftsunternehmen wie Microsoft, Google und Apple mischen im Bereich der Bildung mit.

Durch die sogenannten Open Educational Resources (OER) stehen Verlage unter Druck. OER sind unter anderem Lehrmaterialien und Arbeitsbögen von LehrerInnen, die auf verschiedene Webseiten hochgeladen werden können und dann von anderen LehrerInnen weiter benutzt werden können. Riskiert man darüber hinaus einen Blick auf zahlreiche Messen für digitale Bildung, kann man sich vor Angeboten kaum retten. Der neuste Trend: Virtual Reality Brillen für den Unterricht.

Das Angebot für LehrerInnen kann erschlagend wirken und verunsichern. Das sollte LehrerInnen aber nicht davon abhalten, es nicht einfach mal auszuprobieren. Wichtig ist vor allem die Reflektion über den Einsatz der Medien. Denn hier gilt wie mit jedem anderen Medium auch, dass die Nutzung (digitaler) Medien nicht per se Erfolg bedeutet.

Universitäten haben dabei bislang wenig Unterstützung angeboten. Seminare zum Thema Digitalisierung kommen sehr selten im Vorlesungsverzeichnis für Lehramtsstudierende vor. Und wenn, dann sind sie nicht verpflichtend, sondern freiwillig.

Doch genau hier muss angesetzt werden. Wenn Digitalisierung schon in der Ausbildung und dabei in jeder Fachdidaktik eine wichtige Rolle in Anspruch nehmen würde, wenn zukünftigen LehrerInnen digitale Kompetenzen erlernen und Sicherheit bekommen, wird die Hemmschwelle, diese im Unterricht später zu benutzen deutlich geringer sein.

Genau das sollte auch mit Wankas Paket in Angriff genommen werden. Mit der Zusammenarbeit von Bund und Ländern sollte der Bund für die Finanzierung der Infrastruktur und die Länder für die Konzepte aufkommen.

Geld und Ausstattung soll es demnach nur geben, wenn ein Medienkonzept vorhanden ist. Dadurch sollte dem Rumstehen von ungenutzten Computern etc. vorgebeugt werden. Geplant war auch, vermehrt in die LehrerInnen Aus- und Fortbildung zu investieren. Schon längst stellt sich nicht mehr die Frage, ob digitale Bildung eine wichtige Rolle spielen sollte, sondern wie schnell ein fächerübergreifendes Medienkonzept realisiert werden kann. Ideen gibt es schon, nun brauchen wir das Geld, Frau Wanka.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „Politik Digital“ unter CC BY-ND 4.0.


Image (adapted) School by congerdesign CC0 Public Domain


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20 populäre Mythen zu zeitgemäßer Weiterbildung

Exam (adapted) (Image by Alberto G. [CC BY 2.0] via Flickr)

Bildung ist in. Wir wissen alle: Davon hängt unsere Weiterentwicklung ab. Aber etwas läuft schief in unserem langweiligen Bild von der Bildung. „Wissensvermittlung finde ich total wichtig,“ so lautet ein gern gesprochener Satz in klassischen Smalltalks. Es scheint Common Sense zu sein. Wer will schon im Zeitalter der Wissensarbeiter/innen etwas gegen Wissen sagen? Und so verdrehen sich die Mythen immer weiter. Sie verstärken sich wechselseitig. Mit fatalen Folgen für den Einzelnen. Das bedeutet es beispielsweise, wenn jeder denkt, Weiterbildung müsse möglichst staatlich akkreditiert und evaluiert über ein Kurssystem führen? Was bedeutet dies für die Öffentlichkeit, für die Unternehmen und für die einzelnen Menschen? Ein schönes Kriterium, um populäre Mythen zu hinterfragen, scheint mir zu sein: Wer profitiert davon am meisten?

Starten wir mit den 20 Mythen:

1. Für Weiterbildung braucht es eine/n Lehrer/in, Moderator/in oder Trainer/in.

    1. Ein Bildungssystem mit einem linearen Top-Down-Apparat ermöglicht mehr Einfluss der herrschenden, gesellschaftlichen Instanzen auf die konkreten Bildungsprozesse.

    2. Unternehmen können in dieser Logik ihren Angestellten eine Weiterbildung bereit stellen, die (natürlich) vorrangig ihren eigenen, unternehmerischen Interessen entsprechen.

    3. Einzelpersonen werden als Rädchen in einem komplexen System gesehen. Sie SOLLEN lernen – und verlernen dabei, selbstständig zu denken und eigene Prioritäten zu setzen.

2. Eine gezielte Förderung von Weiterbildung sollte nur Arbeitslosen oder Führungskräften zukommen.

    1. In dieser historisch bedingten Logik drückt sich das gesellschaftliche Mainstream-Denken durch: Oben eine führende Schicht, unten eine faule bzw. wenig verwertbare, die kontrolliert werden muss. Dazwischen der grosse Mittelbau an hart arbeitenden Rädchen, die ineinander greifen.

    2. Unternehmen zielen darauf, ihre Führungsriege zu zeitgemäßer Führung in Umbruch-Zeiten zu motivieren, derweil der Rest der Belegschaft den oben verordneten Change einfach mitzugehen hat.

    3. Für die meisten Personen bedeutet dies, sich nur dann eine wesentliche Weiterbildung leisten zu können, wenn man „UNTEN“ angekommen ist.

3. Sonstige Weiterbildung darf nichts kosten, weil es ein Bürgerrecht ist.

    1. Aufgrund des in Europa vorherrschenden Verständnisses von öffentlich geförderter Bildung haftet bezahlte Weiterbildung im Mainstream ein unangenehmer Beigeschmack an.

    2. Unternehmen sind es gewohnt, dass ihre Mitarbeiter/innen sich kaum selbstständig zielorientiert weiterbilden, sondern wenn, dann lediglich Freizeit-Lernen betreiben.

    3. Für Einzelne hat sich eine positive Assoziation mit persönlicher Weiterbildung lediglich bei günstigen Sprachlern- oder Medienkursen für den Freizeit-Sektor heraus kristallisiert, weniger bei beruflicher Neu-Orientierung.

4. Der Staat ist für unsere Bildung zuständig.

    1. Grundlegende Aus- oder Fortbildungen sollte der Staat steuern, um die Gesamt-Gesellschaft optimal in den Produktiv-Modus zu überführen.

    2. Für Unternehmen bedeutet dies, dass (zukünftiges) Personal nur sehr langsam auf aktuelle Entwicklungen vorbereitet wird, weil die Prozesse ihre Zeit benötigen.

    3. Personen müssen mit Weiterbildungen vorlieb nehmen, die nicht unbedingt „State-of-the-Art“ sind, weil die Akkreditierungsprozesse nicht agil angepasst werden können.

5. Online-Bildung ist modern, egal wie.

    1. So langsam kommt es in der Öffentlichkeit an: Das Internet wird so bald nicht mehr aus unserem Leben verschwinden; ergo können wir diese Technologie auch zum Lernen nutzen.

    2. Es gibt eine Vielzahl an neuen Unternehmen, die „was-mit-Bildung“ machen, weil es schick ist. Leider in traditioneller Manier „top-down“, da sie als Schulabgänger sich selbst als Experten sehen und es nicht anders kennen.

    3. Menschen denken, sie versagen, wenn sie einen akademischen Vier-Monatskurs nicht bis zum Abschluss bringen. Dabei liegt’s nur am Design.

6. Die Welt braucht mehr E-Learning.

    1. Elektronisches Lernen setzt das klassische Bildungsverständnis fort: Viel Frontalunterricht mit Klickstrecken, die es zu durchlaufen gilt. Irgendwas wird schon hängen bleiben. Vielleicht garniert mit einem Spiel?

    2. Unternehmen benötigen eine möglichst objektive, technologische Sicherheit, die dokumentieren hilft, dass sich Menschen tatsächlich durch die langweiligen Programme klickten.

    3. Eltern setzen ihre Kinder vor die Computer, die sich gegen eine kleine Taschengeld-Aufbesserung durch die Lernprogramme klicken. (Keine Vision, sondern Realität!)

7. Weiterbildung muss immer in Kursen organisiert sein.

    1. Durch ständige Wiederholungen hat sich in der Öffentlichkeit das Bild festgesetzt: Ein gutes Weiterbildungsangebot braucht LERNZIELE, die es mittels des Angebotes zu ERREICHEN gilt. Alles andere ist nicht seriös.

    2. In Unternehmen setzt natürlich die Führungsspitze die LERNZIELE – zumindest perspektivisch. Und wenn diese ERREICHT wurden, verlief die Weiterbildung erfolgreich.

    3. Für Lernende bedeutet dies: Hinterfrage nicht die LERNZIELE der anderen, sondern erreiche sie. Wie auch immer …

8. Nur mit einem abschliessenden Test lässt sich die erfolgte Weiterbildung dokumentieren.

    1. Zertifikate sind objektivierte Erfolgsmesser anderer LERNZIELE, die irgendwer festlegte, damit die Weiterbildung in eine sinnvolle Richtung läuft. Um der Willkür vorzubeugen, bedient man sich eines abschliessenden Tests. Und das hinterfragen wir BITTE NICHT!

    2. Das Spiel ist bekannt: Die Aufgabe der Weiterbildung ist es, die Belegschaft auf die Bewältigung einer anderen Aufgabe vorzubereiten. Ist der Test erfolgreich bestanden, geht man davon aus, dass …

    3. Ähnlich wie bei “richtigen” Games, gibt es für etwas größere Online-Weiterbildungen i.d.R. auch interne Lösungswege und crowd-entwickelte Blaupausen in geheimen Wikis, die man nutzen kann, um abschliessende Tests oder Lernbestandsprüfungen zu bestehen. Gelebte Kollaboration funktioniert also doch.

9. Staatliche Akkreditierung sorgt für verbindliche Angebote.

    1. Wie soll man denn den Überblick bewahren bei all den vielfältigen Angeboten? So das vorherrschende Bild in der Öffentlichkeit. Könnte nicht die öffentliche Hand für Überblick sorgen? Sie versucht es immer wieder – und landet mit ihren geförderten Systemen regelmäßig in der Sackgasse.

    2. Unternehmen setzen bei ihrer Einstellungspraxis weiterhin auf die Dokumentation erfolgreicher Abschlüsse möglichst anerkannter Weiterbildungen. Dabei orientiert man sich gerne an der historisch bedingten Wertigkeit der Institutionen (von Unis über FHs über private Anbieter bis hin zu Vereinen und VHS). Alles andere scheint zu kompliziert.

    3. Einzelpersonen sammeln Scheine zur Dokumentation ihrer Kompetenz. Der Abschluss liegt zwar ein paar Jahre zurück – aber anyway: Es dokumentiert Weiterbildungswillen – egal, was hinten dabei raus kommt …

 

10. Evaluierende Qualitätstests verändern irgendetwas an der Qualität.

    1. Es ist nur richtig, wenn am Ende einer geförderten Maßnahme eine Evaluation analysiert, was verbessert werden könnte. „De facto“ sind es Pseudo-Evaluationen, die kaum etwas bewirken. Weil man ungern eingesteht, etwas falsch gemacht zu haben. Aber das merkt ja eh keiner.

    2. Auch Unternehmen lassen ihre Weiterbildungen evaluieren. Ob sie irgendetwas in ihrem Sinne bewirkt haben und das Geld gut investiert war. Was man grundlegend mit den eingesetzten Mitteln hätte anders handhaben können, wird selten in Frage gestellt. Man macht es so wie die anderen. Wird schon einen Grund haben.

    3. Generationen von Lernenden sitzen in den sich immerfort wiederholenden Workshops und Kursen. Weiterbildung liesse sich individuell so vielfältig ausfüllen – wenn es denn honoriert würde. Oder man es sich leisten könnte …

11. Es braucht öffentliche Förderungen, um nachhaltige Lernsettings aufzusetzen.

    1. Jede Förderung setzt darauf, möglichst unabhängige IT-Infrastrukturen zu fördern. Leider müssen diese zumeist nach Förderende wieder eingestampft werden, da sie nicht für den Markt konzipiert worden sind. Nachhaltig ist daran gar nichts.

    2. Auch Unternehmen benötigen eigene Lernumgebungen, die sie zumeist kommerziell erwerben. Lediglich auf zivilgesellschaftliche Settings lässt sich nämlich ein klein wenig nachhaltig aufbauen. Na, immerhin.

    3. Lernwillige Personen werden immer zurück geworfen auf relativ dilettantische Systeme, da diese immerfort von Neuem aufgesetzt werden – ohne Erfahrungswerte oder gar konsequente UX-Forschung. Aber das schafft temporäre Arbeitsplätze. Ach so.

12. Sobald Wirtschaft involviert ist, ist Weiterbildung kontaminiert.

    1. Kommerziellen Unternehmen geht es nur um die Rendite, nicht um das Gemeinwohl. Im angelsächsischen Raum macht sich zwar langsam die Erkenntnis auch unter Unternehmer/innen breit, jedes erfolgreiche Business sei ein „Social Business“, ansonsten habe es keinen Wert. In unseren Breitengraden ist man noch weit entfernt von dieser Erkenntnis.

    2. Für Unternehmen bietet sich die Chance, mit innovativer Weiterbildung eine USP im „War of Talents“ aufzubauen. Menschen wollen sich entwickeln und es ist bekannt, dass die meisten Personen im Laufe ihres Lebens mehrere berufliche Inkarnationen durchlaufen.

    3. Für fortschrittliche Individuen baut sich durch die Entwicklung des kommerziellen Bildungsmarktes langsam ein Eldorado an möglichen Weiterentwicklungen auf. Es weht eine erste dynamische Prise. 

13. Selbst gehostete Lernumgebungen sind vertrauenserweckender.

    1. Im europäischen Raum existieren viele Ängste hinsichtlich des Datenschutzes und damit gegenüber der Cloud. Deshalb finanzieren öffentliche Investitionen vor allem eigene technologische Entwicklungen, um Datenkontrolle zu suggerieren. Dadurch starten alle immer wieder bei NULL. Siehe oben.

    2. Bei den Unternehmen scheint sich langsam ein Sinneswandel abzuzeichnen. Sie nutzen zunehmend die Potenziale der internationalen Cloud. Wegen der Nutzerfreundlichkeit. Siehe unten.

    3. Menschen sind oftmals enttäuscht ob der sich wiederholenden, fehlenden „User Experience“ theoretisch moderner Umgebungen. Lernen macht darin einfach keinen Spass. Sieh um dich.

14. Die Motivation muss von außen kommen.

    1. Lernen ist etwas für Kinder oder Menschen, die es nötig haben. Freiwillig setzt sich diesem niemand aus – oder wenn, dann nennt man es nicht so.

    2. Weiterbildung ist eine Zusatzaufgabe, die man erledigt, so wie andere Aufgaben auch. Nach Feierabend sich mit Arbeitsthemen zu beschäftigen: Gaaaanz uncool …

    3. Hände hoch: Wer hat denn schon einmal eine richtig coole Weiterbildung mitgemacht, die einen wirklich auf ein neues Level hievte? Na, wer? 

15. GNTM und DSDS hat nichts mit Bildung gemein.

    1. In bildungsbürgerlichen Kreisen rümpft man die Nase ob dieser Sehnsucht nach den nicht-bürgerlichen Sternen. Sich ins rechte Licht zu rücken, mag vielleicht etwas mit Professionalität zu tun haben, aber das erkennt man nicht an. Aus Prinzip.

    2. Für Unternehmen resultiert daraus: Die wichtigen „Soft Skills“ müssen erst im Job erlernt werden. Eine professionelle Haltung, die sich nicht in Arroganz, sondern als gut gelauntes Prinzip geriert, gibt es nicht frei Haus aus dem Bildungssystem.

    3. Das wirkliche Leben lernt man neben den bürgerlichen Institutionen – und wenn man sich richtige Profis der Medienindustrie anschaut, dann kann man viel lernen für das Medien-Zeitalter im 21. Jahrhundert. IMHO.

16. Ich kann besser lernen mit richtigen Menschen f2f.

    1. Das Meinungsbild in der Öffentlichkeit sieht weiterhin vor, dass es besser sei, in Präsenz zu arbeiten – oder wenigstens hybrid. Dabei kann Online-Arbeit weit effizienter sein. Anyway. Kann ich mir wirklich nicht vorstellen.

    2. Wenn schon betriebliche Weiterbildung, dann wenigstens an einem schönen Ort, so dass es mehr einem Ausflug gleicht, denn harter Arbeit. Es heisst ja auch Bildungs-URLAUB …

    3. Der Charme eines schönen Weiterbildungskurses liegt weniger im Inhalt begründet, denn im sozialen Setting. Man lernt italienisch nicht der Sprache wegen, sondern der Kultur wegen. Weil diesen Geschmack nur besondere Menschen teilen, kann man mit diesen gleich schön italienisch essen gehen usw. usf.

17. Open Educational Ressources retten die Welt.

    1. Offen klingt gut und wer mag etwas gegen Offenheit sagen? Es MUSS gut sein. Keiner hinterfragt es konsequent, was konkret daran gut sein MUSS – und was bedenklich. Wenigstens die Lehrer/innen sollen etwas davon haben. Damit es voran geht. Und es gibt Fördergelder. Hurra!

    2. Unternehmen greifen auf offene Lernressourcen zu, um Geld einzusparen. Auch wenn diese kaum dem Arbeitslernen dienen – und wenn, dann kaum aktuell sind. Einen Versuch war es wert. Warten wir auf die nächste Förderperiode. 

    3. Erwachsene Menschen arbeiten sich durch alte, pädagogisch aufbereitete Inhalte, die zwar eher kindgerecht zu nennen sind, aber auch hier: Sie sind wenigstens umsonst. 

18. Gemeinnützig ist immer gut, denn die wollen nix Böses.

    1. Es ist dem Begriff inhärent: Gemeinnützige Initiativen nützen dem Gemeinwohl – und auf dem Weg dahin, arbeiten sie mit allen verfügbaren Mitteln. Um sich zu finanzieren, braucht es öffentliche Förderungen oder private Unterstützer/innen. Dabei sollte man sich an deren Ausschreibungen orientieren. Weniger selbst denken und fordern. Das ist bestimmt okay …

    2. Für Unternehmen bedeutet dies, sich gut zu fühlen mit dem Social-Business-Ansatz. Man muss ansonsten kaum etwas ändern an den gängigen Sozialen-Praktiken. Man kann auf dem Vertrauensvorschuss aufsetzen.

    3. Für die Einzelpersonen bedeuten gemeinnützige Angebote, dass man eventuell etwas mehr Vertrauen kann, keinem Zweitgeschäft aufgesessen zu sein. Hier stehen Inhalte im Vordergrund, nicht komplexere Datengeschäfte. Na, dann. Wohl bekomm’s.

19. Potentialentfaltung ist unabhängig vom Wirtschaftssystem.

    1. Die Öffentlichkeit macht gerne gierige Karriereristen dafür verantwortlich, was alles schief läuft in der Welt. Mit etwas Goodwill und verändertem Konsumverhalten der Verbraucher/innen liesse sich die Welt vielleicht etwas reformieren. Oder zumindest besser ertragen.

    2. Für Unternehmen bedeutet dies, auf dieser Social-Welle mitzuschwimmen, um sich auf der guten Seite zu bewegen. Mehr muss man nicht ändern.

    3. Vergleichbar mit der Hippie-Bewegung fühlen sich einige Menschen davon angezogen, sich von den etablierten Kulturmustern zu entfernen und eigene Wege zu gehen. Dadurch wird sich gesellschaftlich kaum etwas verändern, aber das persönliche Gefühl schon. Und sie tun ja keinem weh. Auch gut.

20. Nur wenn der bildungspolitische Mainstream zustimmt, kann man den Entwicklungen trauen.

    1. Das 20. Jahrhundert war geprägt von einer arbeitsteiligen Expert/innen-Kutur. Repräsentiert durch die entsprechenden Talkshow-Reihen lässt man sich gerne die Welt erklären. Solange der eingeladene Mainstream sich transformativen Bildungsansätzen verweigert, kann man dies auch in der Öffentlichkeit ignorieren. Und Stammtisch-Wissen anwenden. Das reicht.

    2. Erst wenn die sozialen Business-Netzwerke neue Kriterien aufstellen, die zu einer Neu-Bewertung eines Unternehmens als potentieller Arbeitgeber beitragen, erst dann wird sich dort vermutlich etwas Wesentliches in den Weiterbildungspraktiken ändern. Ähnlich wie beim neuen Google-Ranking mobil nutzbarer Websites.

    3. Nur Personen, die abseits der Qualitätsmedien sich ein eigenes Bild von den Veränderungsdynamiken verschaffen, werden an der Gestaltung unserer gemeinsamen Zukunft aktiv mitwirken können. Ein Blick über die engen Grenzen der eigenen Filter-Bubble hinweg, kann durchaus befreiend wirken. 

So, das war’s mit den 20 Mythen. Was denkt Ihr?


Image (adapted) „Exam“ by Alberto G. (CC BY 2.0)


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