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Hausaufgaben werden digital: Schulfactory

Hausaufgaben (adapted) (Image by StockSnap [CC0 Public Domain] via Pixabay)

Noch immer ist die Schule eine Papierwüste, die Digitalisierung schreitet sehr zögerlich voran. Aus verschiedensten Faktoren: Angst vor weniger Lernerfolgen durch Ablenkungen, mangelhaft geschulte Lehrer, Eltern, die lieber auf konventionelle Lernmethoden setzen wollen. Das Startup Schulfactory möchte diese Probleme angehen – mit einer Web-Anwendung, die alle Probleme adressiert und Hausaufgaben komplett digitalisiert.

Vorteile für Lehrer, Schüler und Eltern

Die Firma Schulfactory aus Köln wurde von Lena Spak und Annie Doerfle gegründet. Beide Frauen sind Mütter von zweijährigen Kindern. Die Idee zum Startup kam ihnen, als sie sich mit befreundeten Pädagogen über die schleppende Digitalisierung an Schulen unterhielten. Für die beiden war klar: Die eigenen Kinder sollen anders lernen und das Internet und Computer nicht nur in der Freizeit kennen lernen. Deswegen wurde dieses Jahr die Schulfactory gegründet, die aus den Büroräumen des Startplatzes Köln fungiert.

GründerSchulfactory
Die Gründerinnen von Schulfactory: Annie Doerfle und Lena Spak.

Die Gründerinnen bezeichnen ihr Startup mit den drei Hashtags #EdTech, #SchuleDerZukunft und #neuesLernen. Damit werden die Ziele des zweiköpfigen Teams schnell klar: Es geht um eine Neuorientierung der Lerntechniken, wie sie im deutschen Raum angewendet werden. Dafür werden Stift und Papier – dem derzeitigen Lernmedium Nummer 1 – eher in den Hintergrund treten. Ein vollständiger Ersatz des niedergeschriebenen Wortes ist mit Schulfacotry nicht geplant. Vielmehr ist die Plattform ein Weg, die digitale Kompetenz der Schüler zu verbessern.Konkret gibt es drei Zielgruppen, die Spack und Doerfle ansprechen wollen: Lehrer, Schüler und Eltern. Für jede Gruppe gibt es besondere Features, die die Schulfactory im Vergleich zu alternativer Software qualifizieren.

Lehrer beispielsweise benötigen laut den Gründerinnen keine ewig lange Schulung, um das Programm zu verstehen. Es bietet sich die Möglichkeit, auf einfach zu verstehende Templates zurückzugreifen. Davon soll es mehrere Dutzend geben. Präsentiert wurde etwa ein stilisierter menschlicher Körper, der für Lehrer als Vorlage zur Verfügung stellt. Es muss von der Lehrkraft festgelegt werden, welche Organe von Schülern erkennen sollen. Das klappt zum Start laut den Gründerinnen so gut, dass selbst ungeschulte Lehrer über Sechzig mdas System verstehen. Die Pädagogen haben des weiteren Zugriff auf sehr detaillierte Statistiken: So bekommt der Lehrer Informationen darüber, wie lange einzelne Schüler für welche Aufgaben benötigt. Dadurch können die Pädagogen nicht nur erkennen, bei welchen Punkten Nachholbedarf für den Einzelnen oder die ganze Gruppe besteht. Auch die Eins-zu-eins-Betreuung wird einfacher, da ein direktes Monitoring möglich ist.

Vielfältige Aufgabentypen machen die Lernkontrolle multimedial: Die Schüler dürfen über verschiedene Medientypen Antworten auf die gestellten Fragen finden. Geplant sind etwa normale Texte, aber auch Podcasts und Videoantworten. Dafür können sich die Schüler ihr eigenes Lerntempo auswählen: Zwar gibt es Module, die von den Schülern unter Zeitdruck zu beantworten sind. Zum Großteil ist die Nachbereitung zuhause aber mit dem eigenen Tempo machbar. Die Einbindung von multimedialen Lerninhalten in Form von Videos, Audiodateien und Quizzes ermöglicht ein besseres Lernen als ein reines Bücher-Pauken. Schüler dürfen selbstbestimmt festlegen, in welchem Medium die Frage beantwortet wird. Durch die Schulfactory soll auch persönlicheres Lernen möglich sein. Lehrer können spezielle Aufgaben für Überflieger oder eher langsamere Schüler stellen, um sie auf dem richtigen Level abzuholen und so viel Stoff zu vermitteln wie möglich.

Eltern sind in den Unterricht eingebunden

Neben der direkten Kommunikation zwischen Lehrern und Schülern haben auch Eltern die Möglichkeit, sich direkt in die Geschehnisse rund um die Schule einzuklinken. Sie können – mit Einverständnis der Lehrer – Ergebnisse einzusehen und direkt Maßnahmen zu ergreifen. Sei es ein Verdonnern zu mehr Lernerei, ein kollaboratives Lernen mit dem Kind oder auch der einfache Hinweis, dass mehr für das jeweilige Fach getan werden muss. Sollten Probleme die Überhand nehmen, sind Lehrer in der Lage, direkt mit den Eltern zu kommunizieren und so Schwierigkeiten an der Wurzel auszumerzen. Schulfactory will also sozusagen den Elternsprechtag völlig ersetzen, was Lehrer zusätzlich stressen könnte. Die beiden Gründerinnen sind sich aber sicher, dass dies die bessere Lösung sei: „In unserem Umkreis fühlen sich Lehrer viel wohler damit, direktes Feedback geben zu können.

Finanzierung nicht durch Schulen

Bis die Schulfactory in seiner finalen Form live geht, wird es noch ein wenig dauern. Die beiden Gründerinnen müssen den funktionierenden Prototypen noch ein besseres Design spendieren. Dann geht es auf Kundensuche. Und die gibt es laut Spak und Doerfle zuhauf: Viele Schulen seien nicht auf dem aktuellen Stand und haben einiges an Nachholbedarf. Lehrer, Schüler und Eltern können sich dennoch jetzt schon an der Entwicklung beteiligen und in einer Umfrage angeben, welche Funktionen den Weg in die fertige Software finden sollen.

Ein solches Projekt kostet natürlich Geld. Infrastruktur muss gestellt werden und die Templates entstehen auch nicht von jetzt auf gleich. Trotzdem möchte die Schulfactory keinen Cent von den Schulen bekommen, die die Software einsetzen wollen. Tatsächlich möchte sich das Startup später durch die Eltern refinanzieren: Es gebe durchaus eine Bereitschaft, für das Monitoring des eigenen Kindes Geld zu bezahlen. Bis zu zehn Euro sollen Eltern pro Monat für eine genaue Lernübersicht und die Kommunikationsmöglichkeiten mit Lehrern zahlen – dieses Konzept kann sich jedoch in Zukunft noch ändern.

Ist digitales Lernen überhaupt sinnvoll?

Stift und Papier sind noch lange nicht aus der Schule verbannt. Das liegt nicht nur an den Lehrern, die diese Lernmethoden am besten finden und vielleicht auch gar nicht mit Computern umgehen können. Auch Studien attestieren digitalen Lernplattformen nicht nur Vorteile. Eines der größten Negativpunkte ist der Faktor Ablenkung: Nutzt ein Schüler eine Lernapp, sind YouTube, Instagram und Co. nur zwei Tastendrücke entfernt. Ein aktives Lernen ohne Prokrastination ist laut Kritikern nicht möglich. Studien belegen außerdem, dass das Schreiben mit der Hand die Erinnerung an das jeweils niedergeschriebene besser hält, als wenn die Tastatur als Eingabemethode gewählt wird. Schließlich setzt sich der Schreibende länger mit den Wörtern auseinander und kann nicht einfach falsche Wörter korrigieren, sondern denkt im Zweifelsfall auch länger über die eingesetzten Satzbausteine nach.

Auf der anderen Seite stehen die Meinungen der aktuell Lehrenden. Eine Bertelsmann-Studie befragte Lehrer und Schulleiter nach ihrer Meinung. Ergebnis: Etwa 70 Prozent befürworten digitale Medien und Lerninhalte in der Schule, allerdings bringen erst rund zehn Prozent der Befragten solche Inhalten im Schulalltag herüber. 23 Prozent der Interviewpartner sind der Meinung, dass digitales Lernen die Leistungen der Schüler verbessert.

Bis zur völligen Digitalisierung der Schulen sind sowieso noch einige Hürden zu überwinden. Die IT vieler Bildungsstätten erinnert häufig an Computermuseen, ein schnelles Internet und flächendeckendes WLAN für alle Schüler ist eher die Ausnahme. Auch Jöran Muuß-Merholz, Experte für digitale Medien im Bildungsbereich, attestiert uns im Interview Defizite: „Wenn wir Schulen jetzt ans Netz bringen, haben sie teilweise 50 Mbit pro Sekunde. Gehen alle Schüler gleichzeitig ins Netz, verursacht das aber irren Traffic. Ein Befund ist, dass Schulen ihr Internet als gar nicht so schlecht empfinden.

Es gibt aber Hoffnung für den Nachwuchs. Es fließen Millionen an Fördergeldern, um Deutschlands Jugend nicht zum „Analognomaden“ zu erziehen. Und Lernplattformen wie die Schulfactory können in Zukunft helfen, Lehrer noch einmal zum Lernen zu bringen und einen Sinneswandel in der deutschen Bildung hervor zu rufen.


Image (adapted) „Hausaufgaben“ by StockSnap [CC0 Public Domain]


 

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„Wenn die Möglichkeit da ist, unterrichte ich digital!“: Einblicke in die Lehrerwelt

Read (adpted) (CC0 Public Domain) via pixabay

In Zusammenhang mit der Digitalisierung der Bildung wird auch viel über die Lehrer und Lehrerinnen geredet. Kommen sie mit dem Wandel gut klar? Wollen sie überhaupt irgendwas ändern? Um diese Mutmaßungen zu beenden, haben wir nachgefragt. Im Gespräch mit dem Schweizer Deutschlehrer Philippe Wampfler geht es um seinen eigenen digitalen Unterricht, Tipps für Neueinsteiger und das Mädchen-Jungen-Klischee.


Philippe Wampfler unterrichtet Deutsch, Philosophie und Medienkunde an der Kantonsschule Wettingen (Schweiz). Als Autor und Berater arbeitet er zu digitaler Bildung. Zudem ist er als Dozent für Fachdidaktik Deutsch an der Uni Zürich in der Lehrerausbildung tätig.


Lina Carnap: In Ihrem Buch schreiben Sie “Medienkompetenz ergibt sich aus einer Kombination von Wissensaufbau, Mediennutzung und Medienreflexion”. Können Sie dies näher erläutern?

Philippe Wampfler: Medienkompetenz erlangt man nicht nur darüber, dass jemand vor einem steht und einen Vortrag hält. Um medienkompetent zu werden, muss man die Medien benutzen. Der Umgang mit diesen muss ausprobiert und verankert werden. Gleichzeitig muss man immer wieder die Auswirkung des Einsatzes der digitalen Medien auf einen selber und seine Umgebung reflektieren.

Was bedeutet das für die Lehrkräfte?

Jeder und jede, die unterrichtet, muss auch jedes Mal wieder dazu lernen. Zu belehren ohne zu lernen, führt zu einer sehr einseitigen Angelegenheit. Gerade wenn es um Medien und Mediennutzung geht, muss man sich speziell als Lehrkraft ständig mit neuen, sich wandelnden Trends und Tools auseinandersetzten, mit denen die Schülerinnen und Schüler eventuell besser umgehen können. Passiert dies nicht, kommt es oft dazu, dass Lehrkräfte glauben, ihre Schülerinnen und Schüler vor den Gefahren schützen zu müssen, die das Internet mit sich bringt. Dabei verpassen sie aber oft die richtige Ansprache.

Haben Sie dafür ein Beispiel?

Ein Paradebeispiel ist die Aktion von vielen Lehrkräften, die ihren Schülerinnen und Schülern etwas über Internetsicherheit beibringen wollen. Dabei rufen sie dazu bei Facebook auf, ihr Bild zu teilen, auf dem sie ein Schild hochhalten mit der Aufschrift „Bitte teilt dieses Bild, damit meine Schülerinnen und Schüler sehen können, wie schnell ein Foto bei vielen Menschen auf der ganzen Welt gesehen werden kann“.

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Philippe Wampfler – Image by politik-digital

In dem Fall hat das nicht wirklich viel mit der Realität zu tun. Man erzeugt einen Effekt, der auf die Schülerinnen und Schüler persönlich so nicht zutrifft und verfehlt dabei über Dinge zu reden, die für die Jugendlichen wirklich wichtig sind.

Kommen wir auf Ihren eigenen Unterricht zu sprechen. Ist Ihr Unterricht immer digital?

Wenn in meinem Unterricht die Möglichkeit besteht, etwas digital zu bearbeiten, dann versuche ich das auch umzusetzen. Auch die Schülerinnen und Schüler arbeiten dann an ihren Laptops. Wir nehmen jetzt einen neuen Roman im Unterricht durch. Den versuchen wird biographisch aufzuarbeiten. Dazu sollen die Schülerinnen und Schüler im Internet recherchieren, in Schreibprogrammen dokumentieren und sich dann in Gruppen austauschen.

Spielen Stift und Zettel da überhaupt noch eine Rolle?

Teilweise greifen wir noch zu Stift und Zettel. Aber das, was geht, versuchen wir am Laptop zu erledigen. Dazu muss man sagen, dass dieses Konzept nur umsetzbar ist, da die meisten ihren eigenen Laptop mitbringen. Anders würde es gar nicht gehen.

Abgesehen vom Unterschied zwischen Stift und Tastatur, was ist die Besonderheit Ihres digitalen Unterrichts?

Was ich versuche ist, dass alles, was die Schülerinnen und Schüler schreiben, in irgendeiner Form veröffentlicht wird. Auf einem Blog beispielsweise. So merken die Schülerinnen und Schüler, dass ihre Texte tatsächlich auch wichtig sind, dass es Außenstehende lesen können. Sie bekommen ein Publikum. Dies steigert natürlich auch die Motivation ungemein.

Gab es auch schon Situationen, in denen etwas gar nicht funktioniert hat?

Natürlich funktioniert mal was nicht. Das kommt immer wieder vor. Aber nur so kann man neue Sachen ausprobieren. Manchmal klappt es und manchmal eben nicht. Der Einsatz von digitalen Medien an sich ist noch lange kein Selbstläufer. Daher ist die Reflexion, wie vorhin schon angesprochen, ein sehr entscheidender Schritt.

Sie integrieren auch die Sozialen Medien in Ihren Unterricht. Sind diese unbedingt notwendig?

Für vieles, was man im Unterricht machen möchte, ist der Einsatz von Sozialen Medien nicht direkt notwendig. Dennoch gibt es zwei wesentliche Punkte, weswegen es auch sinnvoll sein kann, Soziale Medien in der Schule zu behandeln. Zum einen ist es für Jugendliche wichtig, die Nutzung von Sozialen Medien zu reflektieren. Beispielweise ist es interessant, sich mit den Schülerinnen und Schülern YouTube-Videos anzugucken, um herauszuarbeiten, welche rhetorischen Mittel benutzt werden. So lernen sie auch diese einzuschätzen und zu bewerten. Zum anderen sind Soziale Medien oft mit dem Image behaftet, dass sie sehr unprofessionell und oberflächlich sind und eigentlich nur der Unterhaltung dienen. Hier ist es mir wichtig aufzuzeigen, wie man die Medien professionell nutzen kann.

Was können Sie Ihren Kolleginnen und Kollegen mitgeben, die gerade überlegen digitale Technologien und Medien im Unterricht zu benutzen? Was sind die drei wichtigsten Regeln für das Digitalisieren des Schulunterrichts?

Das erste ist, dass man es einfach mal ausprobiert. Natürlich muss man auch damit rechnen, dass es nicht gleich funktioniert, dass es auch demotivierend am Anfang sein kann. Davon sollte man sich aber nicht entmutigen lassen. Dies führt dann zur zweiten Regel: Die Interessierten sollten vorerst nicht mit dem größten Projekt anfangen. Sondern sich in kleinen Schritten herantasten. Angefangen eventuell mit der kleinstmöglichen Teststufe: ein Projekt mit einem kleinen Blog zu begleiten. Ganz wichtig ist hierbei natürlich wieder das Reflektieren seitens der Lehrkräfte.

Als drittes ist es natürlich extrem hilfreich, sich mit anderen Lehrkräften zu connecten. Der Austausch mit anderen Lehrerinnen und Lehrern, die sich in ähnlichen Situationen befinden, kann sehr hilfreich sein.

Wo findet dieser Austausch statt?

Für mich ist beispielsweise Twitter da am entschiedensten. Über verschiedene Hashtags kann man sich mit vielen Lehrkräften austauschen und neue Ideen gewinnen. Aber ich weiß auch, dass Twitter nicht bei allen gut ankommt. Muss es auch nicht, denn es gibt auch zahlreiche Gruppen auf Facebook. Dort unterstützen sich die Lehrer gegenseitig und helfen einander. Vor allem auch für Referendare kann das der anfänglichen Überforderung Abhilfe schaffen.

In dem Zusammenhang: unterstützen Sie den Ansatz von Open Educational Resources (OER), Materialien generell zugänglich zu machen?

Generell bin ich der Meinung, dass alle Materialien für alle zugänglich sein sollten. Ich selbst veröffentliche meine Materialien, außer eventuell die, die ich schnell mal in kürzester Zeit und auf den letzten Drücker konzipiert habe. Meine Schülerinnen und Schüler können dann darauf zurückgreifen. Aber so können sich auch andere Kolleginnen und Kollegen Ideen oder Anreize holen.

Ist es mehr oder weniger Arbeit, digitale Medien im Unterricht einzusetzen?

Ich würde nicht sagen, dass das eine mehr oder weniger Arbeit mit sich bringt. Die Arbeitsaufteilung ist aber eine andere. Wenn man digitale Medien im Unterricht einsetzt, ist dabei sehr entscheidend, dass man immer am Ball bleiben muss. Ein konstantes Lernen und sich mit neuen Dingen auseinanderzusetzen, ist sehr wichtig. Denn die Jugendwelt generell, aber vor allem auch in Hinblick auf die digitalen und sozialen Medien verändert sich ständig.

Wenn man jedoch weiß, wie man die Medien einsetzen kann, dann ergeben sich daraus viele Möglichkeiten, den Unterricht effektiv und abwechslungsreich zu gestalten. Dies verschafft einem dann schon eine große Erleichterung.

Sie befassen sich auch mit dem Thema Gender. Können Sie für den Einsatz digitaler Medien schon Bilanz ziehen, ob überhaupt ein Unterschied zwischen Mädchen und Jungen in der Annahme der neuen Unterrichtsmethoden besteht?

Da Mädchen und Jungen unterschiedlich sozialisiert werden, kann man in Bezug auf Technologien schon verschiedene Muster erkennen. Ganz plakativ gesagt tendieren Jungs dazu, die Möglichkeiten zum Spielen oder Video gucken zu nutzen. Bei den Mädchen kann ich feststellen, dass sie sich vor allem mit dem kommunikativen Aspekt der Medien auseinandersetzen. Dies sind grobe Tendenzen, die mir auffallen. Hier ist auch wichtig, diese zu reflektieren. Was ich immer wieder versuche, ist die Mädchen anzuregen, sich auch mal mit einem Computerspiel auseinanderzusetzen und dieses zu spielen. Andersherum gilt das natürlich genauso für die Jungs, denen ich vorschlage, sich an Foren oder Chats zu beteiligen.

Nun wird den Lehrerinnen und Lehrern oft vorgehalten, dass sie nicht digital-affin sind. Was machen Sie für Erfahrungen mit ihren Kolleginnen und Kollegen?

Natürlich lastet dieses Image auf dem Lehrerbild. Aber ich würde nicht meinen, dass man das so einfach sagen kann. Es gibt viele Lehrkräfte, die sehr motiviert sind, Neues dazu zu lernen und sich Kompetenzen in diesem Bereich aneignen wollen. Natürlich gibt es auch andere, die sehr verunsichert sind. Sie empfinden es als große Herausforderung, einen Unterricht mit digitalen Medien glaubwürdig zu gestalten. Vor allen bei jungen Lehrkräften sollten digitale Medien aber keine Hürde sein, die sie nicht überwinden können. Wichtig ist hier, Schritt für Schritt Erfahrung zu sammeln und so Verunsicherungen abzubauen.

Können dabei Weiterentwicklungen in der Lehrerausbildung helfen?

Es gab dazu jüngst einen Beitrag. Darin wurde festgestellt, dass es unbestritten ist das sowohl Schülerinnen und Schüler als auch Lehrkräfte Medienkompetenzen erwerben müssen. Auch das dies in der Ausbildung verankert sein muss, ist akzeptiert. Nicht einig ist man sich jedoch darüber, wie dies in der Ausbildung beigebracht werden sollte. Obwohl es schon Angebote zum Einsatz von digitalen Medien im Unterricht gibt, ist dieses Thema in den einzelnen Fachdidaktiken noch zu wenig präsent. Dies sollte geändert werden.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „Politik Digital“ unter CC BY-ND 4.0.


Image (adapted)„Read“ von Wokandapix (CC0 Public Domain)


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(R)Evolution der Bildung – Der Unterricht braucht ein Update

School (Image by congerdesign [CC0 Public Domain], via Pixabay)

Deutschland – das Land der Ingenieure. Heimat von Mercedes, Volkswagen und BMW. Ist es da nicht eigentlich verwunderlich, dass wir in Sachen Technologien und Digitalisierung ziemlich hinterherhinken? Vor allem was den Bildungsbereich angeht? Deutschland gehört immer noch zu den Schlusslichtern der OECD-Länder, was den Gebrauch digitaler Medien im Unterricht angeht. Doch könnte eine Investition nicht nur für die Zukunft gewinnbringend sein, sondern auch den heutigen Schulunterricht unterstützen. Ein Überblick über Gebrauch, Möglichkeiten und Herausforderungen der Digitalisierung im Bildungsbereich.

Eine herbe Enttäuschung ist das derzeitige Zurückrudern der Bundesregierung in Bezug auf ihr versprochenes Digitalpaket für die Bildung. Fünf Milliarden Euro sollten für die Digitalisierung der Schulen in den nächsten fünf Jahren ausgegeben werden. Und jetzt? Anstatt in die Zukunft zu investieren, wird diese mit der nun veröffentlichten Haushaltsplanung womöglich nur noch düster. Das Geld geht in die Rüstung. Wie wichtig Bildung ist, müsste der Regierung eigentlich bewusst sein. Und dass ein Nicht-Investieren in die Digitalisierung fatal ist, eigentlich auch.

Auch die Kultusministerkonferenz hatte schon mit dem Papier “Bildung in der Digitalen Welt” geantwortet. Ihre Strategie bezieht sich auf sechs große Themenbereiche: Unterrichtsentwicklung, Ausbildung der LehrerInnen, technische Infrastruktur, Bildungsmedien, E-Government und rechtliche Rahmenbedingungen. Zusammengefasst, digitale Medien sollen integraler Bestandteiler aller Unterrichtsfächer werden. Dabei müssen LehrerInnen durch Aus-, Weiter- und Fortbildung zu Medienexperten werden, um digitale Medien professionell, didaktisch sinnvoll und reflektiert im Schulalltag einzusetzen.

Digitalisierung schafft Gleichheit für alle?

Denn durch die Digitalisierung der Bildung werden die ArbeitnehmerInnen von morgen bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben und die schon in der Schule digital geschulten SchülerInnen später die digitale Transformation mitgestalten. Dazu müssen digitale Kompetenzen in der Schule erlernt werden. Denn obwohl wir in Deutschland leben und sich viele ein Leben ohne ihren Laptop oder Tablet nicht vorstellen können, gibt es etliche SchülerInnen, denen zu Hause diese Möglichkeiten fehlen. Dies schafft Ungleichheiten, die eigentlich mit der Digitalisierung überwunden werden sollten.

Aber nicht nur in der Zukunft kann es enorme Vorteile mit sich bringen, sondern auch im heutigen Schulalltag. Schon jetzt benutzen einige (vor allem junge) LehrerInnen digitale Lernplattformen, sogenannte Learning Management Systeme. Diese unterstützen die Planung, Koordination und Kommunikation im Klassenverband. Auf diesen Plattformen können die LehrerInnen die Materialien, inklusive Arbeitsbögen, Videos und Fotos, hochladen. Somit haben sie alles immer abrufbar. Nicht nur für sich selbst, sondern auch für die SchülerInnen, die nach einer verpassten Stunde oder wegen eines verschusselten Arbeitsbogens Aufholbedarf haben.

Sicherheit kostet

Natürlich gibt es wie bei jeden neuen technologischen Anwendungen auch Hindernisse. Vergessene Passwörter der SchülerInnen kommen selbstverständlich vor. Wenn SchülerInnen mitten im Schuljahr nach einem neuen fragen, weiß man auch, wie oft die Seite aufgerufen wurde. Auch Datensicherheit ist ein Thema. Zusätzlich müssen Schulen aber für diese Plattformen wie beispielsweise Moodle Lizenzen erwerben. Auch für die richtige Breitbandverbindung, samt WLAN, muss gesorgt sein. Beamer und Laptops müssen vorhanden sein.

Das kostet alles Geld, welches erstmal organisiert werden muss. Da die finanzielle Unterstützung über den Schulträger meist nicht ausreicht, müssen engagierte Schulen (Schulleitungen) kreativ werden. Fördervereine, externe Akteure, wie Unternehmen, oder EU-Mittel sind hier erste Anlaufstellen. Vermehrt sorgen aber auch die Länder selbst für Sonderprogramme im Bereich Medienkompetenz. Doch können innovativen Schulen seitens des Senats auch Steine in den Weg gelegt werden.

Digitalisierung zur Unterstützung im Unterricht

Die Herausforderungen sollten aber nicht vor dem Handeln abschrecken. Denn die vermehrte Notwendigkeit zur Differenzierung im Unterricht, das heißt, die individuelle Förderung von verschiedenen Leistungsstufen in einem Klassenverband, welche zusätzlich durch Inklusion und Integration unumgänglich ist, kann durch die Digitalisierung möglich gemacht werden. Gerade wenn es um das heikle Thema Rechtschreibung (und Digitalisierung) geht, ist der Unterricht mit Hilfe digitaler Medien womöglich sogar effektiver.

So kann die Webseite Orthografietrainer.net, als online Rechtschreibtrainer mit Abschlusstests, viel individualisierter mit den SchülerInnen üben, als es einer LehrerIn im Unterricht möglich ist. Dies ist nur ein Beispiel für die Vielseitigkeit von Online-Angeboten interaktiver Apps. Auch die Nutzung von Standard-Programmen wie Schreib- oder Präsentationsprogramme werden erlernt. Videos können geschnitten, Fotos bearbeitet und Texte verfeinert werden. Diese können wiederum auf Blogs veröffentlicht werden. So lernen die SchülerInnen nicht nur die Anwendung. Gleichzeitig werden digitale Medien Mittel zum Zweck, um einen abwechslungsreichen und differenzierten Unterricht zu gestalten.

VR im Klassenraum? Die Schulverlage ziehen nach

Nun reagieren auch andere Akteure im Bildungsbereich. Beispielsweise setzen Schulbuchverlage zusätzlich auf digitale Konzepte und bieten zu ihren digitalen Schulbüchern auch auf den Lehrbereich zugeschnittene digitale Plattformen an. Denn bekommen sie in dem Bereich enormen Konkurrenzdruck. Im speziellen von den zuvor erwähnten Angeboten von Lernplattformen. Auch die großen Wirtschaftsunternehmen wie Microsoft, Google und Apple mischen im Bereich der Bildung mit.

Durch die sogenannten Open Educational Resources (OER) stehen Verlage unter Druck. OER sind unter anderem Lehrmaterialien und Arbeitsbögen von LehrerInnen, die auf verschiedene Webseiten hochgeladen werden können und dann von anderen LehrerInnen weiter benutzt werden können. Riskiert man darüber hinaus einen Blick auf zahlreiche Messen für digitale Bildung, kann man sich vor Angeboten kaum retten. Der neuste Trend: Virtual Reality Brillen für den Unterricht.

Das Angebot für LehrerInnen kann erschlagend wirken und verunsichern. Das sollte LehrerInnen aber nicht davon abhalten, es nicht einfach mal auszuprobieren. Wichtig ist vor allem die Reflektion über den Einsatz der Medien. Denn hier gilt wie mit jedem anderen Medium auch, dass die Nutzung (digitaler) Medien nicht per se Erfolg bedeutet.

Universitäten haben dabei bislang wenig Unterstützung angeboten. Seminare zum Thema Digitalisierung kommen sehr selten im Vorlesungsverzeichnis für Lehramtsstudierende vor. Und wenn, dann sind sie nicht verpflichtend, sondern freiwillig.

Doch genau hier muss angesetzt werden. Wenn Digitalisierung schon in der Ausbildung und dabei in jeder Fachdidaktik eine wichtige Rolle in Anspruch nehmen würde, wenn zukünftigen LehrerInnen digitale Kompetenzen erlernen und Sicherheit bekommen, wird die Hemmschwelle, diese im Unterricht später zu benutzen deutlich geringer sein.

Genau das sollte auch mit Wankas Paket in Angriff genommen werden. Mit der Zusammenarbeit von Bund und Ländern sollte der Bund für die Finanzierung der Infrastruktur und die Länder für die Konzepte aufkommen.

Geld und Ausstattung soll es demnach nur geben, wenn ein Medienkonzept vorhanden ist. Dadurch sollte dem Rumstehen von ungenutzten Computern etc. vorgebeugt werden. Geplant war auch, vermehrt in die LehrerInnen Aus- und Fortbildung zu investieren. Schon längst stellt sich nicht mehr die Frage, ob digitale Bildung eine wichtige Rolle spielen sollte, sondern wie schnell ein fächerübergreifendes Medienkonzept realisiert werden kann. Ideen gibt es schon, nun brauchen wir das Geld, Frau Wanka.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „Politik Digital“ unter CC BY-ND 4.0.


Image (adapted) School by congerdesign CC0 Public Domain


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Was Philosophie über Bildung für eine bessere Zukunft sagen kann

Questioned Proposal (adapted) (Image by Ethan Lofton [CC BY 2.0] via flickr)

Wie schafft man eine Generation, die Lösungen für ihre Probleme erdenken und den Herausforderungen einer sich schnell verändernden Welt begegnen kann? Das diesjährige Treffen in Davos befasst sich damit, wie wir die immensen Herausforderungen der sogenannten “vierten Industriellen Revolution” meistern können – einer Ära rasanter und komplexer technologischer Veränderungen, in der unsere Rolle in der Welt einem stetigen Wandel unterworfen ist.

Die nächste Generation von Arbeitskräften wird angemessen gerüstet sein müssen, um diesen enormen Herausforderungen gewachsen zu sein. Ich glaube, dass Philosophieunterricht – wenn er gut unterrichtet wird und hochwertige Materialien nutzt – Kindern in Großbritannien und auf der ganzen Welt während dieser Ära außergewöhnlichen Nutzen bringen kann.

Ich habe an einigen Podiumsdiskussionen beim Weltwirtschaftsforum 2016 in Davos teilgenommen und versucht, politische Entscheidungsträger und Lobbyisten in dem schweizerischen Skiort davon zu überzeugen, dass wir die praktische Philosophie in den Fächerkanon der Schulen aufnehmen müssen.

Durch meine Mitgliedschaften in der British Philosophical Association (einer britischen Organisation zur Förderung der Philosophie) und dem Projekt Philosophy in Education (PEP) unterstütze ich die Weiterführung des britischen Abitur (A Level) in Philosophie und die Einführung eines britischen Realschulabschlusses (GCSE) in Philosophie. Ich befürworte ebenfalls die Einführung zumindest eines Jahres – idealerweise mehrerer Jahre – unbenoteten Philosophieunterrichts für alle Kinder im Alter zwischen sieben und 14 Jahren.

Das Spektrum von Ideen und Argumenten, das im Philosophieunterricht angeboten wird, kann Kindern zeigen, dass es Wege des Denkens und des Lebens gibt, die von denjenigen abweichen, die sie vor ihrer eigenen Haustür auffinden können. Philosophie ist eines der Fächer, die hauptsächlich dazu beitragen, die Vielfalt der Vorstellungen eines Kindes über mögliche Lebensweisen zu erhöhen. Das gilt für alle Kinder aus allen sozioökonomischen Hintergründen.

Wir sind nicht nur Produkte unserer genetischen Anlagen und unserer Umwelt; Vernunft weist zumindest teilweise einen Weg aus diesen hinaus – aber nur, wenn die Vernunft angemessen geschult ist. Die Herausforderung dabei ist, Zirkelschlüsse zu vermeiden: Ist solch eine Ausbildung nur möglich, wenn man das Glück hat, eine gute Schule zu besuchen (oder, mit anderen Worten, ist die Entwicklung von Vernunft im Grunde tatsächlich komplett abhängig von der unmittelbaren Umgebung)?

Half-open door to Heaven(Image by Klearchos Kapoutsis(CC BY 2.0) via Flickr)
Image (adapted) „Half-open door to Heaven“ by Klearchos Kapoutsis (CC BY 2.0)

Das stimmt nur bis zu einem gewissen Punkt. Es gibt hervorragende Materialien, die weitreichend verfügbar sind, auch online. Aber Kinder müssen zumindest wissen, dass solche Materialien existieren, dass es Dinge zu entdecken gibt.

Fragen des Glaubens

Das Entscheidende ist, dass die Philosophie Kindern hervorragend beibringen kann, wie man Fragen stellt, Konzepte analysiert, induktive sowie deduktive Argumente analysiert und konstruiert und, ganz allgemein zu berücksichtigen, ob es irgendwelche guten Gründe gibt an das zu glauben, was sie beigebracht bekommen. Sie hilft ihnen, sich daran zu gewöhnen, selbstständig zu argumentieren und zu denken.

Das würde nahelegen, dass Philosophie Kindern eine bessere Chance geben könnte, Versuchen zu widerstehen, sie einer Gehirnwäsche zu unterziehen, sei es durch politische oder religiöse Extremisten, Werbung oder in der Tat durch Lehrer. Es ist bisher schwierig, gesicherte Erkenntnisse dazu zu finden, aber Untersuchungen des britischen Bildungsministeriums sprechen von “gemeldeten Einflüssen”.

Diese Idee scheint einer Veröffentlichung des British Council über Bildung und Extremismus zugrunde zu liegen. Die eigene Forschung des Bildungsministeriums legte 2010 außerdem nahe, dass es eine Verbindung zwischen verfügbaren Philosophie-Lehrmaterialien der Gruppe Philosophy for Children (P4C) und dem Schutz vor Indoktrination gibt. Es gibt derzeit eine Arbeitsgruppe, die untersucht, ob P4C der Prevent-Strategie (ein britisches Programm,um gewalttätigen Extremismus zu verhindern) zugutekommt. Ich bin allerdings nicht sicher, ob genau diese Frage unbedingt die richtige ist.

Philosophieunterricht, der am richtigen Niveau ansetzt, hat den Vorteil, inklusiv zu sein, wohingegen das Präventionsprogramm dafür kritisiert wurde, nicht inklusiv zu sein. Meiner Meinung nach ist es gesund für Kinder, ermutigt zu werden Dinge zu hinterfragen und für sich selbst zu denken – und Philosophie ist eines der Fächer, das darin besonders gut ist, unabhängig von bestimmten Lehrplänen.

Präzision und Fingerspitzengefühl

Philosophie verbessert sowohl Sprech- als auch Zuhörfähigkeit – und sie fördert die Bereitschaft zu konstruktivem Dialog. Sie erlaubt Kindern zu verstehen, dass man sich mit jemandem uneinig sein kann, ohne dass es zu Handgreiflichkeiten kommt und sie ermutigt sie, intellektuelle Kritik von persönlichen Angriffen zu unterscheiden. Sie kann deshalb eine Rolle dabei spielen, Ausdauer und Charakterstärke zu fördern.

Sowohl das klare, präzise Denken als auch die Geschmeidigkeit und Flexibilität des Geistes, die Philosophie fordert und fördert, werden Schlüsselqualifikationen am Arbeitsplatz des 21. Jahrhunderts sein, der von ständiger Innovation definiert wird.

Aber – wie wichtig das auch sein mag – Philosophie tut viel mehr, als Schülerinnen und Schüler auf das Arbeitsleben vorzubereiten. Ich glaube, dass die Aktivität der Philosophie selbst einen der Bestandteile eines erfolgreichen Lebens für Kinder bilden kann, sowohl individuell als auch kollektiv. Dieser Erfolg ist nicht nur ein Ziel für ihr zukünftiges Erwachsenen-Selbst, sondern auch wichtig für sie während ihrer Ausbildung.

Might as well jump(Image by Henrik Sandklef(CC BY-SA 2.0) via Flickr
Image (adapted) „Might as well jump“ by Henrik Sandklef (CC BY-SA 2.0)

Wenn Schulkinder heranreifen, kann die Philosophie ihnen helfen, Themen wie Erfolg, Glück und Freude und ihre mögliche (oder unmögliche) Verbindung zu reflektieren. Philosophie kann somit Kindern helfen, ihre eigenen Lebensziele herauszuarbeiten.

Zweifel anregen

Diejenigen in Davos, die sich darum sorgen, wie die Zukunft der Bildung in diesem Zeitalter der Unsicherheit aussehen sollte, können hier Trost in der Philosophie finden. Sie kann Kindern helfen zu verstehen, dass ethische Entscheidungen schon immer unter unsicheren Umständen getroffen werden mussten und dass technischer Fortschritt das nicht geändert hat (obwohl sie uns vielleicht vorgegaukelt haben, dass das Leben vorhersehbarer sei als es ist).

Philosophie kann auch dazu beitragen, Konzepte des Erfolgs zu entwickeln, die in unsicheren Zeiten existieren können, und sie kann dazu beitragen, Kinder mit der geistigen Gewandtheit und Anpassungsfähigkeit auszustatten, die unsichere Zeiten erfordern. Es ist nicht das Übermaß an Zweifel, das gegenwärtig so viele Probleme auf der Welt verursacht – ganz im Gegenteil.

Dieser Artikel erschien zuerst auf “The Conversation” unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) “Questioned Proposal” by Ethan Lofton (CC BY 2.0)


 

The Conversation

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Let‘s iPad: Neue Medien kommen an die Schulen

Der Traum eines jeden Schülers: Twitter und Facebook als Unterrichtsfach in der Schule. In England wird dies nun für die Schüler der Taunton-Privatschule zur Realität.

Let‘s iPad: Neue Medien kommen an die Schulen

Durch die jüngsten Vorfälle um den konservativen Politiker Robert McAlpine hat sich die Schule dazu entschieden, den Umgang mit den sozialen Netzwerken im so genannten „anti-libel lesson“ zu behandeln. Dabei soll hauptsächlich darauf Wert gelegt werden, wie Beleidigungen und Verleumdung vermieden werden: Weiterlesen »

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„Ich habe meinen Traumberuf gefunden!“ – Web 2.0-Navigator in der Grundschule!

In unserem aktuellen Themenschwerpunkt zu „Zukunft des Lernenes“ berichtet heute Gastautor Martin Riemer von seinen Erfahrungen mit Blogs an einer Berliner Grundschule:

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Mein Name ist Martin Riemer, von Hause aus mache ich den Zettelkasten Riemer-O-Rama, home of my personal „Bloggum ergo sum“. Ich markiere mich selbst als einen Gewinner der Blogosphäre, da fand ich es mindestens notwendig, mein dort erhaltenes Wissen in einem konzertierten „Sharing und Erkläring“ weiterzugeben. So geschah es…

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