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SwiftKey – die App, die von dir lernt

Rund 55 Milliarden Nachrichten werden täglich durch den Messenger-Dienst Whatsapp versendet. Umgerechnet bedeutet das eine bedeutende Menge an Tipparbeit. Diese „Arbeit“ zu verändern und zu vereinfachen, ist das Ziel der App SwiftKey. Die App ist eine der ersten Keyboard-Apps, die mithilfe einer künstlichen Intelligenz das individuelle Tippverhalten des Users studiert und sich dessen anpasst. In einer Zusammenarbeit mit Microsoft kam nun ein weiteres tolles Feature dazu – das direkte Übersetzen von Nachrichten in der App. Bisher gibt es die App nur für Android im Google Play Store.

SwiftKey im Überblick

Die App besteht schon seit einigen Jahren und konnte schon immer die User mit den tollen Features überzeugen. So kann man bei SwiftKey aus hunderten von vorgefertigten Tastatur-Designs wählen, oder sein ganz eigenes erstellen. Also ist dank SwiftKey schon mal Schluss mit der endlosen Screen-Eintönigkeit. Des Weiteren kann man mit SwiftKey ganz einfach in einem Schwung alle Buchstaben anwählen, die man für das jeweilige Wort benötigt. Nachdem man ein Wort eingegeben hat, wird es automatisch korrigiert. Wer seine Nachrichten ein wenig auflockern möchte, der kann mit SwiftKey problemlos Sticker, GIFs und Emojis einfügen. Außerdem kann man eigene Fotos direkt im Keyboard bearbeiten und dann verschicken.

Ähnlich wie bei der Standard iOS-Tastatur lernt Swiftkey von den eigenen Schreibgewohnheiten und schlägt Wörter vor, die man als nächstes verwenden könnte. Etwas, das nicht jede Tastatur bietet, ist die Möglichkeit, in fünf verschiedenen Sprachen zu tippen, die die App automatisch erkennt und dementsprechend die Rechtschreibung in der jeweiligen Sprache überprüft. Insgesamt unterstützt SwiftKey das Tippen in über 200 Sprachen.

Neue Features

Micrsoft übernahm SwiftKey in 2016. Zusammen haben die Unternehmen nun ein neues Feature integriert, das Sprachbarrieren beim Chatten in Zukunft beseitigen soll. Dank einer neuen künstlichen Intelligenz wird das Getippte direkt in die Sprache übersetzt, die der Chat-Partner verwendet. Zudem ist es möglich, empfangene Nachrichten direkt in der App in die eigene Muttersprache zu übersetzen. Insgesamt soll diese Neuerung fähig sein, in über 60 verschiedene Sprachen zu übersetzen.

Dieses Feature solle vor allem die Kommunikation zwischen Familien, Freunden und Kollegen aus aller Welt vereinfachen. So die Senior Product Managerin Colleen Hall von SwiftKey London. Man wolle eine möglichst einfache Kommunikation ermöglichen.

Hier seht ihr, wie die KI funktioniert:

Um das neue Tool zu aktivieren, muss der User nur auf das Microsoft Translator-Icon klicken. Außerdem merkt sich die App automatisch, welche Sprachen man mit welcher Person verwendet und welche Sprachen von dem User besonders häufig verwendet werden. Wenn man auch offline darauf zugreifen möchte, sollte man sich den Microsoft Translator herunterladen.


Image by freestocks / unsplash.com

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DIY mit dem iBook G3: So gelingt der Clamshell Display-Austausch


Stellt euch die Freude vor, wenn ihr nach gut 15 Jahren ein altes Notebook vom Dachboden holt, es startet und ihr zusehen könnt, wie es tatsächlich hochfährt. Und dann funktioniert es einfach. So ging es mir hier mit unserem iBook G3 Clamshell, über dessen Wiederbelebung ich bereits ausführlich berichtet habe. Neben der unbändigen Freude darüber, ein 20 Jahre altes Interface wiederzusehen, war ich ob seines gesprungenen Displays aber auch etwas traurig.

iBook Clamshell_kaputtes Display
Das Display ist gebrochen und ausgelaufen. Spielen kann man zwar trotzdem, schön ist das aber nicht. Image Lena Simonis

Es musste also ein neues her. So recherchierte ich ein bißchen nach Ersatzteilen, bis ich schließlich einen Händler in den USA fand, der so ziemlich alles auf Lager hat, was man an dem Gerät reparieren kann. Dort bestellte ich ein neues Display samt Deckel für 35 US-Dollar – inklusive Versand und Zoll kostete der Spaß am Ende 80 Euro. Neben dem neuen Deckel benötigt ihr zum Austausch nur eine Münze, einen T8-Torx- sowie einen kleinen Kreuzschlitz- und einen 2,5 Millimeter-Schlitz-Schraubendreher, wie sie beispielsweise an einem Victorinox Rally vorhanden sind. Eine gute Anleitung habe ich auf iFixit.com gefunden und das ganze hier für Euch dokumentiert.

1. iBook G3 Batterie entfernen


In der Unterseite des iBook befindet sich sein Akku, und wie das damals üblich war, lässt er sich ganz einfach entnehmen. Dreht mit einer Münze die beiden Schrauben auf der Rückseite des iBook eine Vierteldrehung (90°) nach links, öffnet die Abdeckung und nehmt den Akku heraus.

Akkufach iBook
Das Akkufach mit zwei Schrauben auf der Rückseite des iBook. Image by Lena Simonis

2. Airportkarte und Tastatur entfernen


Genial einfach ist beim iBook G3 auch das Abnehmen der Tastatur gelöst. Es gibt lediglich zwei kleine Befestigungsriegel zwischen der F8- und der F9 sowie der Escape- und der Helligkeitstaste. Schiebt diese Riegel nach unten und hebt das Keyboard vorsichtig ab. Sollte das nicht funktionieren, dreht zusätzlich die Befestigungsschraube zwischen F4- und F5-Taste um eine halbe Umdrehung (180°), dann sollte es klappen.



Anschließend hebt ihr die Airportkarte am Plastikstreifen nach vorne aus der Halterung und entfernt das Antennenkabel. Da unser iBook keine Airportkarte hat, konnte ich diese Schritte überspringen.



Um nun die Tastatur komplett zu entfernen, löst die beiden Schrauben am rechten Rand des Metallschutzes. Das sogenannte RAM-Shield verfügt über einen Metallbügel, den ihr nach oben klappen könnt, um jetzt das RAM-Shield daran heraus zu heben. 

Zum Schluß löst ihr das Tastaturkabel, indem ihr an der durchsichtigen Plastikschlaufe zieht. 

3. Clamshell Oberschale entfernen


Ihr öffnet das CD-Rom-Fach manuell, indem ihr mit einer Büroklammer den kleinen Knopf an der Vorderseite drückt. Zieht es wenig heraus und entfernt die kleine Kreuzschlitz-Schraube am Gehäuse.

 Anschließend dreht ihr das iBook G3 um und entfernt die vier kurzen und zwei langen Torx-Schrauben an der Unterseite. 

Nun dreht ihr den Computer wieder um und entfernt die drei Kreuzschlitz-Schrauben an der Oberseite des Gehäuses.

Anschließend löst ihr das Trackpad-Kabel vom Logicboard, indem ihr die Verriegelung des Verbindungssteckers mit zwei Fingern zusammendrückt und den Stecker wenige Millimeter anhebt. So könnt ihr das Kabel ganz einfach aus der Verbindung lösen und es vorsichtig herausziehen. 



Zuletzt drückt ihr am oberen rechten Rand des Gehäuses die Ober- und Unterseite auseinander und zieht die Oberseite vorsichtig nach oben, während ihr dabei die Unterseite festhaltet. Wiederholt das ganze am linken Rand und hebt die Oberseite leicht an. Zieht die Oberseite aber nicht ab, solange das Audiokabel noch verbunden ist. 

Trennt also das Audiokabel und zieht nun vorsichtig die Oberseite zu euch hin von der Unterseite ab.

4. iBook G3 Modem entfernen


Nachdem ihr die Oberseite entfernt habt, löst ihr die fünf Schrauben am Modem-Schutz. Zuerst die lange Schraube oben in der Mitte, anschließend die drei Schrauben an den EMI-Fingern und rechts am Modem-Schutz. Zuletzt die größere Schraube, mit denen die EMI-Finger am Modem befestigt sind. 



Dann löst ihr vorsichtig die EMI-Finger und zieht die Metallabdeckung von unten rechts nach oben links vorsichtig von der Oberseite des Modems ab. 

Nun schraubt ihr die Schraube links am Modem ab und holt das Modem von der rechten Seite leicht aus dem Gehäuse. Trennt das Modemkabel und nehmt das Modem heraus.

5. Clamshell Display entfernen


Entfernt die Schrauben am linken Gelenk des Deckels vom iBook G3 und löst das Airportkabel unter dem gelben Klebestreifen heraus. 

Trennt nun das große Bildschirmkabel auf der linken Seite vom Logicboard und löst es behutsam aus den Plastik und Metallhalterungen. Das gleiche macht ihr mit dem Beleuchtungskabel auf der rechten Seite.



Anschließend entfernt ihr die drei Schrauben, die den Deckel mit der Unterseite verbinden. Zuletzt löst ihr die verbliebene Schraube am rechten Gelenk des Deckels. Haltet dabei das Display mit der anderen Hand fest.

iBook letzte Schrauben
Fast geschafft. Die letzten vier Schrauben und das Airportkabel befreien, dann lässt sich der Deckel des iBooks mit Bildschirm einfach abnehmen. Image by Lena Simonis


Nun könnt ihr das Display entfernen und durch einen neuen Deckel ersetzen. Dazu geht ihr einfach diese Schritte rückwärts durch. Bevor ihr die Oberseite wieder aufsetzt, achtet darauf, dass ihr das Trackpad ausprobiert, nachdem ihr es wieder angeschlossen habt. Viel Spaß und Erfolg! 


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Images by Lena Simonis

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Razer Turret bringt Vorzüge des PCs auf die Xbox One

Was Komfort in der Eingabe angeht, liegt der PC oft noch eine Nasenlänge vor den Konsolen. Maus und Tastatur lassen sich zwar anschließen, können aber ohne Adapter nur für Texteingaben genutzt werden. Außerdem ist diese Art der Steuerung auf dem Sofa, so ganz ohne Tisch, nicht gerade optimal.

Razer Turret for Xbox One bringt nun Gaming-Peripherie in Form von Maus und Tastatur für Microsofts aktuelle Konsole. Es orientiert sich am Razer Turret für Laptops, ist aber speziell auf die Bedürfnisse der Xbox-Besitzer angepasst.

Kabelloses Zocken und dynamische Beleuchtung

Die aktuellen Konsolen verzichten schon längst auf Kabel bei ihren Controllern. Im Gegensatz zu den meisten PC-Tastaturen, hält sich Razer Turret mehr an die Design-Philosophie der Konsolen und verzichtet auf eine Kabelverbindung. Stattdessen wird auf eine 2.4 GHz-Verbindung über einen einzigen Dongle für Tastatur und Maus gesetzt.

Fans bunter Beleuchtung dürfen sich über Xbox Dynamic Lightning und Razer Chroma-Technologie freuen. Damit kommen Gamer in den Genuss eines Beleuchtungs-Ökosystem, das aus 16,8 Millionen Farboptionen für Maus und Tastatur besteht. In Zusammenarbeit mit Spieleentwicklern, möchte Razer mit zur Spielsituation passenden Beleuchtung für größere Immersion in Titeln wie „X-Morph: Defense“ und „Warhammer: Vermintide 2“ sorgen.

Die Razer Turret an der Xbox One. Am Tisch ohne ausgezogenes Mauspad. | Image by Razer

Mit Beleuchtung deutlich geringere Laufzeit

Die Beleuchtung wirkt sich deutlich auf die Akku-Laufzeit aus. Ohne Beleuchtung läuft die Tastatur bis zu 43 Stunden. Mit Beleuchtung sind es laut Herstellerangaben elf Stunden. Die Maus schafft 50 Stunden ohne und 30 Stunden mit Beleuchtung.

Praktisch für Konsolengamer: Die Tastatur ist mit seinen 1.860 Gramm kein Leichtgewicht und fällt etwas größer aus, als die Tasten Platz brauchen. Das sollte ein bisschen mehr Stabilität bringen, wenn man sie auf dem Schoß hat. In der Tastatur ist zudem ein rausziehbares Mauspad integriert. Somit hat auch die auf der Razer Mamba Wireless basierende Maus ohne Tisch eine stabile Lauffläche. Diese bietet einen performanten 5G Optical Mouse Sensor und mechanische Maustasten für bis zu 50 Millionen Klicks.

Die Tastatur verfügt über mechanische Razer-Switches auf Gaming-Niveau. Sie bieten eine Lebensspanne von 80 Millionen Tastenanschlägen. Eine spezielle Xbox-Taste lässt euch direkt von der Tastatur das Xbox One-Dashboard aufrufen. Die Tastatur lässt sich auch problemlos am PC nutzen.

Vorerst nur in den USA

Bis die Konsolen-Tastatur nach Deutschland kommt, müssen wir uns allerdings noch gedulden. Bislang ist nur der Release im US-Layout für das erste Quartal 2019 geplant. Wir informieren euch aber, wenn Razer einen Europa-Release ankündigt. Den Preis des Razer Turret gibt der Hersteller mit 249,99 Dollar an.

Weitere Razer-Geräte findet ihr bei Amazon (Provisionslink)


Image by Razer

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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

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  • G20 golem: Hinweisportal der Polizei Hamburg hat rechtliche Probleme: Zur Nachbereitung der Proteste gegen den G20-Gipfel hat die Polizei Hamburg ein Hinweisportal für Bürger eingerichtet. Dort können Fotos und Videos hochgeladen werden, die Hinweise auf Straftäter der Protestnächte zu geben. Die zusätzlichen personenbezogenen Angaben unterliegen nach dem Telemediengesetz dem Datenschutz. Das Hinweisportal ist jedoch standardmäßig nicht verschlüsselt. Aus rechtlicher Sicht ergeben sich dadurch rechtliche Probleme. Die Vertraulichkeit der Datenübertragung im Klartext ist stark gefährdet. Ebenfalls kann bei einer unverschlüsselten Datenübertragung nicht sichergestellt werden, dass die Aufnahmen authentisch und unmanipuliert sind.

  • TASTATUR sueddeutsche: Das große ß sucht ein Zuhause: Vergangene Woche hat der Rat der deutschen Rechtschreibung beschlossen, dass ein großes ‘ß’ eingeführt warden soll. Nun wird eine Lösung für deutsche Tastaturen gesucht. Momentan kann man das große ß auf Windows-Rechnern mit der Tastenkombination Alt Gr, Shift und ß-Taste erreichen, wenn die Schriftart es schon eingeführt hat. Für Mac Nutzer oder Smartphone-User gibt es noch keine mögliche Tastenkombination. Eine mögliche Lösung bereitet das Deutsche Institut für Normen nun mit der DIN-Norm 2137 vor. Ein Vorschlag: Das große ß wird wie das €-Zeichen über einen Alt Gr-Befehl erreichbar sein.

  • SMARTPHONES curved: Forscher arbeiten an Smartphone-Steuerung durch Gesichtsgesten: Das Frauenhofer Institut für Graphische Datenverarbeitung arbeitet momentan an einer möglichen Smartphone-Steuerung durch Gesichtsgesten. Bei der Methode soll über einen speziellen Ohrstöpsel bestimmte Gesichtsgesten erkannt und erfasst werden, wie zum Beispiel Nicken, Lächeln oder Augenzwinkern. Gesteuert werden sollen zum beispiel die Wiedergabe von Musik oder das Annehmen eines Anrufs. Gleichzeitig können die EarFieldSensing –Ohrstöpsel auch Daten zum Tageszustand des Trägers liefern. Sie können Müdigkeit anzeigen und somit zum Beispiel Autofahrer vor Erschöpfung warnen.

  • KONSUM horizont: Junge Konsumenten kehren von Netflix und Co. zum TV zurück – aus Bequemlichkeit: Eine neue Studie der Hochschule Fresenius und des Marktforschungsinsituts YouGov hat herausgefunden, dass junge Konsumenten immer öfter zu traditionellem Fernsehen zurückkehren. Der Grund sei, dass viele Nutzer die Entscheidung, welchen Film oder Serie zu schauen auf Dauer zu anstrengend sei. Stattdessen lassen sie viele Nutzer lieber von linearem Fernsehen „berieseln“. Gleichzeitig sei die Bereitschaft für Musikstreaming-Dienste zu zahlen. Diese Zahlen zeigen, dass der Digitale Wandel sich nicht so schnell fortsetzt, wie es vielerseits erwartet wurde.

  • STREETVIEW googlewatchblog: Nach über 10 Jahren: Google Streetview kommt endlich nach Österreich: Es hat über zehn Jahre gedauert, dass Google StreetView nach Österreich kommt. Google hatte überraschend angekündigt Österreich nun doch in das Kartensystem aufzunehmen. Jedoch müssen neue Aufnahmen gemacht werden, da die bereits erstellten Karten mit einem Alter von 7 Jahren, nicht mehr dem neusten Stand entsprechen. Ab dem 19. Juli sollen die Fahrzeuge in den Österreichischen Großstädten beginnen. Einige Auflagen der Aufnahmen sind, dass jeder Nutzer Unkenntlichmachung von Fahrzeugen oder Wohnhäusern beantragen kann, keine Videoaufnahmen gemacht werden, sondern nur Bilder, die zu 360°-Panoramas zusammengesetzt werden und die Fahrzeuge offensichtlich als Google Fahrzeuge erkennbar sind.

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Hands down, ihr Turbo-Tipper: Drei gute Tastatur-Apps für Android-Smartphones im Vergleich

typewriter love (adapted) (Image by Asja Boroš [CC BY 20] via flickr)

Wer sein Smartphone nutzt, um zu telefonieren, zu surfen oder Videos anzuschauen, der dürfte mit der Standard-Tastatur von Android-Telefonen ganz zufrieden sein. Wer hingegen häufig chattet oder an anderer Stelle viele Wörter eingibt, der fühlt sich mit dem vorinstallierten Keyboard möglicherweise schnell ausgebremst.

Gut, dass es für eilige Vieltipper Alternativen gibt. Durch verschiedene Funktionen ermöglichen optional installierbare Tastatur-Apps den Nutzern die Möglichkeit, viel schneller Texte zu verfassen. Statt Buchstaben einzeln auf dem Display zu berühren, wischen Nutzer darüber hinweg. Die Tastatur-Software erkennt trotzdem, welches Wort gemeint ist. Diese Wisch-Funktion bietet einen klaren Geschwindigkeitsvorteil. Zudem heben die Zusatz-Tastaturen sich auch durch optisch ansprechendere Oberflächen von der Standard-Tastatur ab. Das Design ist meist innovativer und kann in großem Maße individualisiert werden.

Ich habe für euch drei populäre Tastatur-Apps getestet. Sie sind allesamt in der Grundausstattung kostenlos erhältlich, können aber durch In-App-Käufe erweitert werden.

SwiftKey – solider Alleskönner

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Screenshot by Niklas Hamburg

SwiftKey ist der wohl bekannteste Vertreter von Zusatz-Tastaturen. Ursprünglich von der Firma Touchtype entwickelt, wurde die App inzwischen von Microsoft aufgekauft. Die App bietet Tastatur-Layouts und Worterkennungen in über 60 Sprachen. Eine Diktierfunktion ist jedoch nur auf Englisch verfügbar. Das Design lässt sich individuell anpassen, man kann aus verschiedensten kostenlosen und kostenpflichtigen Vorlagen im integrierten SwiftKey-Store wählen.

Die App merkt sich häufig verwendete Wörter und Textbausteine. Je öfter der Nutzer sie verwendet, desto mehr Schreibarbeit nimmt die App ihm ab. Wenn man sich mit seinem Google-Konto anmeldet, kann man die App noch weiter personalisieren. Anhand der gesendeten E-Mails und dem Verhalten in sozialen Netzwerken bringen Nutzer der App sozusagen ihren individuellen Schreibstil bei. Von allem, was die App über ihren Benutzer im Laufe der Zeit gelernt hat, kann man eine Sicherung durchführen und mit neuen Geräten synchronisieren. So müssen Anwender nicht jedem Android-Smartphone erneut ihre Schreibvorlieben beibringen.

Dabei werden Daten auf den Servern des Unternehmens gespeichert. Als US-Unternehmen unterliegt Microsoft dem im Vergleich sehr weichem amerikanischem Datenschutzrecht. Weil gerade viele deutsche Nutzer dies nicht mögen, ist die Sync-Funktion optional. Wer möchte, kann die App also auch nur lokal auf einem Gerät lernen lassen. Was SwiftKey genau mit den Daten anstellt, beschreibt der Hersteller im üppigen Kleingedruckten auf seiner Internetseite.

SwiftKey macht einen hervorragenden Job. Vor allem die Wischfunktion überzeugt. Dabei fährt man mit dem Finger in einer einzigen, flüssigen Bewegung über alle Tasten, die man sonst nacheinander antippen würde. Wenn man das zuletzt getippte Wort löschen will, reicht es, die Zurück-Taste einen Moment gedrückt zu halten. Das zu lernen, ist ein Prozess von wenigen Minuten und geht mehr oder weniger intuitiv. Es genügt, diese Art der Texteingabe einmal bei jemand anders beobachtet zu haben, und schon weiß man, wie der Hase läuft.

Besonders gut gefällt mir der Cursor. Er ermöglicht ein Feintuning, um einzelne Buchstaben im Wort oder auch ein versehentlich kleingeschriebenes Wort zu korrigieren. Dies funktioniert sehr gut. Einzig die Tatsache, dass man durch Doppeltippen der Leertaste keinen Punkt einfügen kann, stört meinen Schreibfluss etwas. Ein Leerzeichen nach einem Wort fügt SwiftKey im Swipe-Modus automatisch ein.

SwiftKey ist somit eine sehr hilfreiche Tastatur-App, die kaum Schwachstellen hat. Die kostenpflichtigen Designs sind nur fürs Auge, für die Funktionalität braucht man kein Geld ausgeben. Wer alle Möglichkeiten ausschöpfen will, muss aber Daten preisgeben.

Swype Keyboard – hervorragende Worterkennung

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Screenshot by Niklas Hamburg

Auch das Swype Keyboard stammt von einem unabhängigen Entwickler, der inzwischen von einem Big Player geschluckt wurde. In diesem Fall steckt nun Nuance dahinter.

Wie bei SwiftKey kann beim Swype Keyboard gewischt werden, anstatt zu tippen. Die Möglichkeit, den zu schreibenden Text zu diktieren, ist ebenfalls gegeben. Dabei kommt die Spracherkennung von Nuances bewährter Software Dragon Dictation zum Einsatz. Das Wörterbuch ist lernfähig, sodass man mit der Zeit immer schneller schreiben kann, da sich Tastatur und Benutzer aneinander gewöhnen.

Wenn man sich mit einer E-Mail-Adresse anmeldet, kann man das Wörterbuch auch auf anderen Android-Geräten synchronisieren, allerdings nicht mit iOS-Devices. Auch hier besteht die Möglichkeit, die App mit deinen Accounts in sozialen Netzwerken zu verknüpfen, damit die Tastatur besser mit ihrem Anwender kooperiert. Wie bei Swiftkey müssen Nutzer drauf vertrauen, dass der Hersteller sorgsam mit den gespeicherten Daten umgeht.

Die Worterkennung des Swype Keyboards funktioniert für meinen Geschmack noch etwas besser als bei SwiftKey. Außerdem kommt sie meiner Schreibgewohnheit näher, indem sie erlaubt, einen Punkt am Satzende durch Doppeltippen der Leertaste einzufügen.

Die Premium-Version und ihre kostenpflichtigen In-App-Käufe sind aus meiner Sicht ihr Geld nicht wert. Bei den meisten kostenpflichtigen Tastatur-Layouts ändert sich lediglich das Hintergrundbild im Tastaturbereich, was wirklich keine Leistung ist. Auch, wenn man nur die abgespeckte, sogenannte „Trail“-Version benutzt, kann man quasi den vollen Funktionsumfang nutzen.

Kleine Randnotiz: In der Beschreibung im Google Play Store brüstet sich der Hersteller damit, dass das Swype Keyboard im Guinness-Buch den Rekord als schnellste Möglichkeit zu Eingabe einer Textnachricht hält. Das entspricht jedoch nicht den Fakten. Diesen Rekord hält ein 16-Jähriger aus Brasilien, der mit der Tastatur Fleksy geschrieben hat. Die Software fiel in meinem Praxistest allerdings eher negativ auf, weswegen ich sie hier nicht weiter erwähne.

GO Keyboard – gut gestaltet, schlecht übersetzt

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Screenshot by Niklas Hamburg

Bei der App GO Keyboard vom kanadischen Entwicklerstudio Go Dev Team funktioniert das Wischen statt tippen ebenfalls sehr gut. Besonders für Eigennamen oder E-Mail-Adressen ist es aber hervorragend, dass man die Möglichkeit hat, auch noch auf herkömmliche Weise zu schreiben. Für die Diktierfunktion nutzt das Unternehmen die Spracherkennung von Google.

Die App überzeugt mich vor allem in Details. Die Komma-Taste ist links neben der Leerzeichen-Taste positioniert, was sehr viel praktischer ist, als bei der Standard-Tastatur, bei der man für ein Komma jedes Mal erst die Ebene wechseln muss. Leider wird nicht automatisch ein Punkt eingefügt, wenn man zweimal die Leerzeichen-Taste drückt. Dafür wird automatisch ein Leerzeichen eingefügt, wenn man hintereinander die Wörter durch Wischen eingibt. Praktisch: wenn man in ein Textfeld tippt, in das zum Beispiel eine E-Mail-Adresse gehört, wechseln die Schnellzugriffe, sodass statt des Kommas das @-Zeichen bereitsteht.

Ein Punkt, der wirklich unglücklich ist: die Übersetzung der App ist grottenschlecht. Auch die Beschreibung der App im Play Store scheint eine automatisch generierte Übersetzung zu sein und ist entsprechend unverständlich.

Fazit: Tastatur-Apps für alle, aber nicht für jeden

Mit den drei vorgestellten Tastaturen seid ihr gut beraten, wenn ihr schnell und viel tippen wollt. Im Prinzip nimmt es sich nichts, für welche App ihr euch nun entscheidet. Mit SwiftKey macht ihr jedenfalls nichts falsch. Einzig und allein die Tatsache, dass man hier keinen Punkt durch Doppeltippen der Leertaste einfügen kann, störte mich im Test. Wenn ihr damit kein Problem habt, ist SwiftKey eure Software. GO Keyboard bietet den größten Funktionsumfang, dafür ist die Übersetzung grottenschlecht. Swype Keyboard ist das Richtige für diejenigen von euch, die Wert auf ein großartiges Design legen und auch bereit sind, dafür zu zahlen.

Was den Funktionsumfang betrifft, solltet ihr euer Geld stecken lassen. Im Test gab es keinen In-App-Kauf, der einen entscheidenden Mehrwert gegenüber der kostenlosen Variante bietet.


Image (adapted) „typewriter love“ by Asja Boroš (CC BY 2.0)


Dieser Text erschien zuerst auf unserer Schwesterseite Androidpiloten.

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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

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  • AMAZON t3n: Schluss mit Fakes? Amazon-Rezensionen nur noch von Kunden mit 50-Dollar-Umsatz: Gefälschte Rezensionen sind ein großes Problem für Amazon, weil sie Kunden verunsichern und die Händler verärgern. Der E-Commerce-Riese geht schon seit längerer Zeit dagegen vor, aber jetzt wurde in den USA eine Umsatzhürde eingeführt. Nur Käufer oder Verkäufer, die Produkte in Höhe von 50 US-Dollar mit ihrem Account gekauft haben, dürfen auch Produkte bewerten. Mit diesem Verfahren sollen Fake-Accounts keine Rezensionen mehr abgeben können.

  • SMARTPHONE Süddeutsche Zeitung: Diese Smartphone-Tastatur will das Tippen revolutionieren: Swiftkey ist eine beliebte App, ein Mini-Programm für Smartphones und Tabletrechner: eine Tastatur, die treffsicher vorhersagt, welches Wort der Nutzer als nächstes eingeben will und Tippfehler korrigiert. Swiftkey hat gerade eine komplett überarbeitete Version seiner Tastatur auf den Markt gebracht. Bisher nur auf Englisch und nur für Handys mit Googles Betriebssystem Android. Andere Sprachen und Systeme sollen folgen.

  • SPOTIFY Gründerszene: Spotify soll Soundcloud-Übernahme verhandeln: Der schwedische Musikriese möchte das Berliner Startup SoundCloud übernehmen. Bereits im Juli wurde bekannt, dass die Investoren hinter SoundCloud einen Käufer suchen. Der gewünschte Kaufpreis liegt bei einer Milliarde US-Dollar. Aufgrund des hohen Preises ist es allerdings schwierig einen Käufer zu finden. Die Übernahme könnte Spotify mehr Musiktitel bringen und würde gleichzeitig einen Konkurrenten vom Markt nehmen.

  • GESUNDHEIT Handelsblatt: Digitale Gesundheitsangebote wachsen rasant: Der digitale Gesundheitsmarkt wächst rasant, wie eine Studie der Unternehmensberatung Roland Berger zeigt. Vor allem das Segment für mobile Dienste, wie zum Beispiel Apps für Smartphones, treibt mit einem jährlichen Wachstum von mehr als 40 Prozent die Digitalisierung der Branche voran. Apps sollen die Erstdiagnosen erstellen können und dem Benutzer bei Bedarf einen Arztbesuch oder direkt die passende Medikation empfehlen.

  • IKEA golem: Smarte Beleuchtung von Ikea: IKEA bietet ab Oktober 2016 LED-Leuchtmittel, LED-Lichtpaneele und Türen mit LED-Beleuchtung, die sich aus der Ferne dimmen oder farblich verändern lassen. IKEA Tradfri ermöglicht den Nutzern ihre Heimbeleuchtung mit einer Fernbedienung zu steuern. Dazu muss man einfach nur die bisher verwendeten Leuchtmittel gegen eine Tradfri-Lampe austauschen. Die Steuerungstechnik steckt im Leuchtmittel.

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Orée Bluetooth-Tastatur – auf dem Holzweg?

Kann Holz als Gehäuse-Material die Massen begeistern? Orée probiert es einfach und liefert eine schicke Tastatur.

oree holztastatur

Individuell und stylisch soll es sein? Wer sich mit seinem Mac oder PC absetzen will von der Menge, der findet in Orée schon einmal einen guten Anfang. Eine handgemachte Tastatur aus Holz, genauer gesagt aus nur einem Stück Holz, hat meine Aufmerksamkeit gewonnen. Ehrensache, dass ich darüber etwas schreibe.

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Linktipps: „Digitaler Frühjahrsputz“

1,977,360How Many Germs Live On Your Keyboard?

Diese Zahl muss man mal auf sich wirken lassen. Auf der Seite JustSayHi kann man ausrechnen, wie viele Bakterien gerade auf der eigenen Computertastatur „leben“. Das brachte mich nicht nur auf die Idee, meine Tastatur mal sauber zu machen, sondern auch darauf, ein paar Linktipps zum Thema „Digitaler Frühjahrsputz“ für die Blogpiloten zusammenzustellen. In die Kommentare bitte Eure digitalen Putztipps!!!

Frühjahrsputz an der Arbeitsstation: Während sich bei mir auf dem Schreibtisch immer wieder Berge von Papier und weitere tote Büro-Dingen stapeln, sind andere Menschen wesentlich konsequenter beim Aufräumen. „Reduce to the Max“ ist da die Devise. So auch drüben beim Unclutterer. Er beschreibt hier den „Minimalist Workspace“. [via zen habits].

Frühjahrsputz auf der Festplatte: Datenmüll habe ich auf meinen Festplatten meist damit bekämpft, dass ich deren Kapazität erweitert habe – sprich mehr und größere Platten für mehr Datenmüll. Ebenfalls beim Unclutterer gibt es hilfreiche Tipps, wie man sein Datenchaos wieder in den Griff bekommen kann. [via Imgriff.com]

Frühjahrsputz für PC und Handy: Dieser Artikel konnte zwar schon fast ein Jahr lang Staub sammeln, aber die Inhalte sind immer noch taufrisch. Xonio gab bereits im April 2007 Tipps, wie man PC und Handy richtig säubert.

Und zum Abschluss nochmal was zum Thema Tastatur-Reinigen. Ein Werbespot für „Cyber Clean„, ein gallertartige Substanz, die sich in alle Ecken und Nischen presst, um dort Dreck und Bakterien zu verschlingen…

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