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OnePlus 7 Pro im Hands-On: Oben Popup-Kamera, hinten dreifacher Tele-Zoom

OnePlus 7 Pro Nebula Blue Mirror Grey

Immer ausgeklügeltere und bessere Kameras bleiben weiterhin ein Hauptverkaufsargument der Smartphone-Hersteller. Nachdem OnePlus die Kamera-Abteilung lange vernachlässigt hat, lässt die Marke in diesem Bereich nun mehr und mehr die Muskeln spielen. Im neuen Spitzenmodell des Hauses, dem OnePlus 7 Pro, kommt ein ausgeklügeltes Setup auf Top-Niveau zum Einsatz. Da wäre zum einen eine Triple-Kamera, dessen Highlight eine Tele-Objektiv mit optischem Dreifach-Zoom ist. Zum anderen hebt sich OnePlus durch eine Frontkamera von der Masse ab, die gar nicht in der Front steckt, sondern bei Bedarf aus der Stirnseite herausfährt. Die Folge: noch mehr makellose Displayfläche. Wir konnten uns bereits vor dem offiziellen Launch einen Eindruck von der Hardware des OnePlus 7 Pro bilden.

Display: OnePlus denkt ganz groß

Kein Wunder, dass bei diesem Ansatz das Display noch mehr in den Vordergrund rückt. Nicht zuletzt durch die riesige Diagonale von 6,67 Zoll statt 6,41 Zoll wie beim Vorgänger 6T macht es mächtig Eindruck. Und mit einer Auflösung von 3.120 x 1.440 Bildpunkten rangiert der Bildschirm in puncto Schärfe in der Marktspitze. Bei einer Pixeldichte von 516 ppi können wir beim besten Willen tatsächlich keinen einzelnen Bildpunkt mehr unterscheiden.

Wegen des eingesetzten AMOLED-Panels erscheinen die Farben zudem kräftig und brillant. Weil die Displaykanten nach außen gekrümmt sind und die Deckschicht dünner, wirkt es so, als ob das Bild uns noch etwas direkter entgegenkommt als beim 6T.

Gamer wird die hohe Bildwiederholfrequenz von bis zu 90 Hz freuen. Ob sich das auch im Alltag beim Scrollen durch Social Media stark positiv bemerkbar macht, konnten wir noch nicht ausprobieren. Ebenso steht noch eine Inaugenscheinnahme von Netflix- und Youtube-Inhalten in HDR10+ aus. Dieser Standard sorgt gegenüber dem Vorgänger HDR10 für noch mehr Details in hellen und dunklen Bildteilen. Das OnePlus 7 Pro gehört zu den ersten Smartphones, die ihn unterstützen.

Wie uns OnePlus wissen ließ, zählt der Prüfdienstleister DisplayMate wegen all dieser Leistungsdaten den Monitor des 7 Pro zu den drei besten erhältlichen Exemplaren auf dem Markt.

Design: Ein Traum aus Metall und Glas

Trotz des riesigen Displays wirkt das OnePlus 7 Pro nicht übermäßig wuchtig, sondern noch verhältnismäßig schlank und handlich. Mit 210 Gramm zeigt die Waage aber doch ein stolzes Gewicht an. Was Formsprache und Verarbeitung betrifft, spielt OnePlus ganz vorne mit. Das Display mit dem gekrümmten Rändern geht nahtlos in die Rückseite aus Metall über. Das rückseitige Deckglas fühlt sich angenehm an, zieht aber Fingerabdrücke genauso schnell an wie alle Smartphones mit dieser Materialwahl. Das gilt für sämtliche Farbvarianten gleichermaßen.

Zum Start erscheint das OnePlus 7 Pro in Blau („Nebula Blue“) und Grau („Mirror Grey“), wobei letzteres Finish je nach Lichteinfall einen leichten Lila-Einschlag aufweist. Im Juni ergänzt OnePlus die Auswahl um eine Variante in Weiß („Almond“).

OnePlus 7 Pro Almond
Im Juni kommt „Almond“ als dritte Farbvariante. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Das Gehäuse ist nicht nur schick, sondern laut OnePlus auch hart im Nehmen. Gegen Staub und Wasser soll es ausreichend abgedichtet sein. Dass das Gerät dennoch nicht nach IP68 zertifiziert ist, begründete OnePlus uns gegenüber mit dem seltsamen Argument, Nutzer dadurch nicht zu waghalsigen Abenteuern verleiten zu wollen. Der Wasser- und Staubschutz gilt auch für die Popup-Frontkamera. Sie ist ein weiteres Design-Highlight, soll aber auch durch Funktionalität glänzen.

Kameras: Hinten drei, vorne null, oben eine

Die Popup-Frontkamera fährt in unserem Hands-On in einem Sekunden-Bruchteil heraus, wenn wir in der Kamera-App in den Selfie-Modus wechseln. Der Mechanismus ist für eine Lebensdauer von 300.000 Einsätzen ausgelegt. Das reicht für eine Menge Selfies.

Mit einer Auflösung von 16 Megapixeln und einer Blende von F2.0 geht OnePlus zumindest bei den nackten Leistungsdaten der Frontkamera nicht an die Grenze des Möglichen. Das muss in der Praxis nichts heißen. Wie gut die technische Bildqualität abschneidet, konnten wir während unseres kurzen Hands-Ons aber weder bei der Frontkamera noch bei der Hauptkamera testen.

Zumindest auf dem Papier protzt die rückseitige Hauptkamera immerhin mit einer bärenstarken Ausstattung. Nach Huawei, LG und Samsung ist OnePlus der nächste Premium-Hersteller, der auf eine Triple-Kamera setzt. Diese bietet folgendes:

  • Standardweitwinkel-Kamera: F1.6, optische Bildstabilisierung, 48 Megapixel bei 12 Megapixel Output
  • Ultraweitwinkel-Kamera: 117 Grad Sichtfeld, F2.2, 16 Megapixel
  • Tele-Kamera: 78 Millimeter Brennweite (3x Zoom), F2.4, 8 Megapixel

In Sachen Tele bietet OnePlus damit nach dem Huawei P30 Pro (fünffacher optischer Zoom) die größte Tele-Brennweite.

Videos nimmt das OnePlus 7 Pro hinten maximal in 4K, vorne in Full-HD auf. Um das Bild zu schärfen, kombiniert das Kamera-System tagsüber einen Phasen-Autofokus und einen Kontrast-Autofokus, während nachts beziehungsweise bei schlechtem Licht der Kontrast-AF von einem Laser-AF unterstützt wird.

OnePlus 7 Pro Popup-Kamera
Die Frontkamera des OnePlus 7 Pro ist nich klassisch im Display eingelassen, sondern auf der Stirnseite befestigt. Dort fährt sie im Sekunden-Bruchteil heraus, wenn die Kamera-App im Selfie-Modus ist. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Natürlich hängt die Bildqualität immer mehr davon ab, was die Software aus den Daten macht. Deshalb hat OnePlus Bildverbesserungsalgorithmen entwickelt, die unter dem Marketing-Namen „UltraShot“ ins 7 Pro Einzug halten. Im Wesentlichen sollen davon zwei Modi profitieren – einer für HDR-Fotos und einer für eine superhohe Auflösung. Höhere Dynamik, weniger Rauschen und bessere Schärfe sollen das Ergebnis sein.

Dem DxOMark Mobile gefällt die Bildqualität jedenfalls so gut, dass das OnePlus 7 Pro mit 111 Punkten gleich hinter den Spitzenreitern Huawei P30 Pro und Samsung Galaxy S10 5G rangiert.

Leistung: Schnell, aber wenig Speicher

Eine hohe Rechengeschwindigkeit war schon immer ein Markenzeichen von OnePlus-Geräten. Dementsprechend lässt sich der Hersteller auch beim 7 Pro nicht lumpen. Unter der Haube sorgt der Achtkern-Prozessor Snapdragon 855 für ordentlich Tempo. Ihm stehen je nach Modellausführung 6, 8 oder 12 Gigabyte Arbeitsspeicher zur Seite.

Apps, Fotos und Videos speichern Nutzer auf 128 und 256 Gigabyte internem Speicher. Das ist für ein Top-Modell ungewöhnlich wenig, aber wohl eine Kostenfrage. Denn die Speicherbausteine arbeiten mit dem neuen und sehr schnellen UFS-3.0-Standard. Trotzdem ärgerlich, dass OnePlus auf einen Micro-SD-Slot verzichtet. Dadurch lässt sich der Speicher nicht erweitern.

Software: Für Fanatiker und Gestresste

Angetrieben wird das OnePlus 7 Pro von Oxygen OS auf Basis von Android 9. Wie sind gespannt, wie sich in der Praxis ein paar Zusatzfunktionen von OnePlus bemerkbar machen. Beispielsweise soll ein „RAM-Boost“-Algorithmus lernen, wann Nutzer welche Apps häufig öffnen und diese dann schneller vorladen.

Für Gamer hat OnePlus einen „Fanatic Mode“ hinzugefügt. Das ist ein Gaming-Modus, der wirklich alles ausblendet und blockiert – außer das laufende Spiel. Das Gegenstück dazu ist ein „Zen Mode“. Ist dieser aktiviert, wird das Gerät für 20 Minuten fast vollständig unbenutzbar. Maximal Notrufe können Nutzer absetzen. Ansonsten können sie sich der Dauererreichbarkeit und einer etwaigen Handy-Sucht zumindest für ein kleines Zeitfenster vollständig entziehen. OnePlus versicherte uns, dass der Start des Zen Modes drei Schritte erfordert, sodass ein Versehen auszuschließen ist.

Selbst ausprobieren konnten wir die Software aber noch nicht, weil sie sich in einem Vorserien-Status befand.

Akku: Groß, gekühlt und schnell aufzuladen

Für Energie sorgt ein großer Akku mit 4.000 mAh. Ein Wert, der für ein Top-Gerät noch keine Selbstverständlichkeit ist. Mittels des mitgelieferten Schnellladenetzteils lässt sich der Akku in 20 Minuten bis zur Hälfte aufladen, erklärte uns OnePlus. Warp Charge heißt dass Schnellladeverfahren, das OnePlus erstmals in der 6T McLaren Edition vorstellte.

Weil das OnePlus 7 Pro unter anderem Gamer ansprechen soll, will der Hersteller darauf geachtet haben, dass Rechenhardware und Akku in „hitzigen“ Gefechten kühl bleiben. Das gelte selbst dann, wenn ein Spiel läuft und das Gerät ans Ladekabel angeschlossen ist. Dafür kommt eine Wasserkühlung zum Einsatz.

Sound: Dolby Atmos, aber keine Klinke

Im OnePlus 6 bot die Marke zuletzt einen Klinkenstecker an. Seitdem verzichtet sie darauf. Beim 7 Pro kehrt der Anschluss nicht zurück. Wer seine Kopfhörer per Kabel verbinden möchte, muss dafür zum USB-C-Port beziehungsweise einem Adapter dafür greifen.

OnePlus 7 Pro Lautsprecher
Das OnePlus 7 Pro bietet als erstes OnePlus-Gerät Dolby Atmos. Dadurch soll der Klang der Lautsprecher eine breite Bühne bieten. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Dafür rüstet der Hersteller an anderer Stelle auf. Denn für Filme und Musik kommen jetzt statt einem Lautsprecher zwei zum Einsatz – der auf der Unterseite und der Telefonlautsprecher oben. Dadurch will OnePlus Stereo-Sound und sogar virtuellen Raumklang gemäß Dolby Atmos ermöglichen. Dieser Standard kommt erstmals in einem OnePlus-Gerät zum Zuge.

Sicherheit: Größerer Fingerabdruckscanner im Displayglas

Den Fingerabdruckscanner hat OnePlus ebenfalls überarbeitet. Dieser sitzt seit dem 6T direkt unter dem Deckglas des Displays. Das ist zwar cool, ging bisher aber mit Leistungseinbußen einher. Besonders schnell empfanden wir das Entsperren im Test des 6T nicht. Nun, im 7 Pro setzt OnePlus auf einen Sensor mit größerer Fläche. Dies soll sowohl das Tempo als auch die Präzision in Sachen Erkennungsleistung erhöhen.

Preis und Verfügbarkeit des OnePlus 7 Pro

Das OnePlus 7 Pro startet am 21. Mai in den Handel. Verfügbar ist das Gerät dann in zwei Farbvarianten namens Nebula Blue und Mirror Grey. Im Juni kommt die Variante namens Almond hinzu. Ferner ist das Smartphone in drei Speicherausstattungen zu unterschiedlichen Preisen erhältlich:

  • 6 GB RAM / 128 GB ROM (Mirror Grey) : 709 Euro
  • 8 GB RAM / 256 GB ROM (Mirror Grey. Nebula Blue, Almond): 759 Euro
  • 12 GB RAM / 256 GB ROM (Nebula Blue): 829 Euro.

Das sind zwar 100 bis 200 Euro mehr als OnePlus noch für die 6T-Modelle zum Start verlangte. Dennoch unterbietet der Hersteller damit weiterhin die Rivalen Apple, Samsung und Huawei, deren Spitzenmodelle längst die Marke von 1.000 Euro übersprungen haben.

OnePlus 7 ohne Pro als günstige Alternative

Trotzdem glaubt OnePlus offenbar, dass die angezogenen Preise für einige Fans bereits zu hoch sein könnten. Deshalb bringt die Marke erstmals eine günstige Alternative heraus. Das OnePlus 7 ohne Pro erscheint ab Juni in der Farbvariante Mirror Grey in zwei Konfigurationen:

  • 6 GB RAM / 128 GB ROM: 559 Euro
  • 8 GB RAM / 256 GB ROM: 609 Euro.

Das Modell bietet die gleiche Software- und Rechenausstattung. Abgesehen davon, gibt es einige Unterschiede.

OnePlus 7 Mirror Grey
Das OnePlus 7 kommt im Vergleich zur Pro-Version ohne dritte Kamera hinten und ohne Popup-Kamera auf der Stirnseite. Image by Berti Kolbow-Lehradt

So misst das Display in der Diagonale 6,41 Zoll wie beim 6T. Dabei löst es etwas geringer auf, nämlich in Full-HD+ (2.340 x 1.080 Pixel bei 402 ppi). Ferner kommt die Variante ohne Ultraweitwinkel-Kamera, bietet also nur eine Dual-Kamera hinten. Statt einer Popup-Kamera findet vorne eine herkömmliche Frontkamera Platz. Der Akku ist etwas kleiner: 3.700 mAh. Mit 182 Gramm fällt das Gewicht auch etwas niedriger aus. Dolby Atmos ist trotzdem an Bord.

Insgesamt ist das OnePlus 7 also eine leichte überarbeitete Version des 6T. Die wirklichen Innovationen stecken im 7 Pro. Insbesondere mit der Triple-Kamera inklusive Tele-Zoom schließt OnePlus mit den großen Marken an der Spitze auf.

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Wiko View 3 Pro im Test: Triple-Kamera und Foto-KI für unter 300

Wiko View 3 Pro im Test

Der Preiswettkampf im Einsteiger-Bereich des Smartphone-Markts spielt Käufern derzeit in die Hände. Denn die Konkurrenz ist so groß, dass die Hersteller trotz niedriger Kaufpreise zwischen 200 und 300 Euro viel Technik reinpacken und sich dabei immer wieder überbieten. Wer eine gute Triple-Kamera mit KI-Unterstützung möchte, braucht nicht mehr zum Huawei P30 lite für 370 Euro zu greifen. Hersteller Wiko zieht die Grenze jetzt bei 300 Euro. Außerdem verspricht er bei seinem neuen Top-Modell Wiko View 3 Pro einen sehr ausdauernden Akku und ein schnelles Arbeitstempo im Alltag. Gegenüber dem Vorgänger hat Wiko das Modell an vielen Stellen verbessert. Reicht das, um in diesem Preisbereich vorne mitzumischen? Bereits vor dem Marktstart Ende Mai hatten wir das Wiko View 3 Pro im Test und konnten uns einen Praxiseindruck der fertigen Hardware mit allerdings noch vorläufiger Software bilden.

Design: Französischer Chic, chinesische Qualität

Wiko ist einer der wenigen verbliebenden Smartphone-Hersteller aus Europa. Die Geräte gestaltet er an seinem Hauptsitz im französischen Marseille. Tatsächlich erfüllt die Optik des Wiko View 3 Pro im Test das nationale Klischee bildhübschen Designs. Unser Testexemplar kennzeichnet eine blaue Farbschicht unter der Glasrückseite, die ansprechend mit der orangenen Einfassung des Gehäuses und der Hauptkamera kontrastiert. Wiko nennt diese Farbvariante Anthracite Blue/Gold. Als weitere Option erscheint in Deutschland Deep Bleen – also eine Mischung aus Blau und Grün.

Vollständig mit einer Glasschicht bedeckt, ist das Wiko View 3 Pro im Test schön anzusehen. Allerdings nur, bis wir es berühren. Deutlich sichtbare Fingerabdrücke und Schlieren sind wie immer die Kehrseite dieser Materialwahl.

Die Design-Impulse stammen zwar aus Frankreich, hergestellt wird das Gerät wie die meisten Smartphones aber in China, woher auch der aktuelle Firmeneigentümer Tenno Mobile stammt. Dass die chinesische Fertigung selbst bei niedrigpreisigen Produkten längst für Qualität stehen kann, beweist auch dieses Modell. Es steht für eine Top-Verarbeitung ohne Knarzen, scharfe Kanten oder ungenaue Spaltmaße. Einziges generelles Konstruktionsmanko: Die Hauptkamera ragt relativ weit über das Gehäuse hinaus. Bei weichen Tischoberflächen besteht Kratzgefahr.

Eine IP-gemäße Gehäuseabdichtung gegen Wasser und Staub ist zu diesem Preis nicht zu erwarten. Besonders leicht ist das Smartphone mit 184 Gramm ebenfalls nicht. Für ein Gerät mit einer derart großen Displaydiagonale ist das Gewicht aber vertretbar. Außerdem ist das Smartphone mit 8,1 Millimeter an der dünnsten Stelle relativ schlank für diese Größe.

Display: Groß und scharf, aber nicht besonders hell

Satte 6,3 Zoll misst das Display in der Diagonale. Damit hat das Gerät richtig viel zu bieten. In dieser Preisklasse ist das noch selten zu finden. Wegen der langgezogenen Form lässt sich das Wiko View 3 Pro im Test aber trotzdem stabil halten und gut bedienen.

Trendgemäß setzt Wiko abgesehen von einem ausgeprägten Kinn auf sehr schmale Ränder. Die tropfenförmige Kerbe (Notch) am oberen Rand ist noch etwas kleiner als beim Vorgänger. Nur noch die Frontkamera platziert Wiko darin, während der Telefonlautsprecher in einen schmalen Schlitz zwischen Display und Rahmen gewandert ist. Deswegen wird die Front des Geräts fast vollständig von Display bedeckt, weswegen wir regelrecht ins Geschehen eintauchen können.

Wiko View 3 Pro im Test - Display
Das Display des Wiko View 3 Pro ist mit 6,3 Zoll sehr groß, aber trotz IPS-Panel nicht blickwinkelstabil und auch nur in mäßig beleuchteten Räumen gut abzulesen. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Wichtiger aber als die schiere Größe ist letztlich die Bildqualität. Hier macht sich der günstige Preis bemerkbar. Zwar verbaut Wiko ein LC-Display mit IPS-Panel, das aber die Möglichkeiten dieser Technologie nicht ausnutzt. Weder ist der Bildschirm besonders hell, noch bleibt die Helligkeit und Farbtreue beim Blick aus einem spitzen Winkel stabil.

An der Schärfe und Detailfülle haben wir aber nichts auszusetzen. Das Display löst zeitgemäß in Full-HD+ auf, während sich Wiko beim Vorgänger View 2 Pro noch auf HD beschränkte. Das ist ein deutlicher Schritt nach vorn! Video-Streaming bei YouTube, Amazon Prime Video und Netflix bereiten auf dem Display viel Spaß – vorausgesetzt, wir gucken darauf in einem nicht zu hell erleuchteten Raum.

Leistung: Schnell genug für 3D-Spiele

Statt eines Prozessors von Qualcomm setzt Wiko dieses Mal auf eine günstigere Komponente von Hersteller MediaTek. Das tut dem Tempo aber keinen Abbruch. Die acht Rechenkerne des MediaTek Helio P60 takten mit bis zu 2,0 GHz und sorgen selbst bei grafisch aufwendigen 3D-Spielen für eine flüssige Darstellung. Beim App-Start stellt PUBG Mobile genügend Rechenleistung fest, um die Grafik auf die mittlere Detailstufe zu schrauben, was uns bei einem Einsteiger-Gerät positiv überrascht.

In alltäglich gebrauchten Apps ist erwartungsgemäß ebenfalls eine flüssige Bedienung ohne Ruckeln gewährleistet. Dem Prozessor stehen 6 GB Arbeitsspeicher zur Seite, das ist sehr viel für diese Preisklasse und 2 GB mehr als im Vorgänger stecken. Das wirkt sich positiv aufs App-Management aus. Selbst wenn wir mehrere Anwendungen im Hintergrund geöffnet haben, bleiben sie das auch und werden nicht automatisch geschlossen, sodass wir sie wieder neu starten müssen.

Für Fotos, Videos und Apps bringt das Wiko View 3 Pro ebenfalls viel Platz mit. 128 GB sind intern verfügbar. Diese lassen sich mit einer Micro-SD-Karte um 256 GB erweitern.

Software: Pures Android 9 mit ein paar Extras

Direkt zum Marktstart liefert Wiko das View 3 Pro mit dem aktuellen Android 9 aus, was in dieser Preisklasse noch keine Selbstverständlichkeit ist. Dabei verzichtet der Hersteller auf eine eigene Oberfläche, belässt das Betriebssystem also fast so wie von Google geschaffen. Lediglich unter dem Menü-Eintrag „Wiko-Eigenschaften“ sind ein paar ergänzende Funktionen zu finden, mit denen Nutzer die Oberfläche und die Bedienung individualisieren können.

Den Startbildschirm den eigenen Vorlieben anzupassen, scheint Wiko-Nutzern offenbar wichtig zu sein. Zusätzlich bietet der Hersteller nämlich auch eine App an, mit der Nutzer aus Videos interaktive Wallpaper erstellen können. Die App steht in Kürze als fertige Version im Google Play Store bereit. Im Test funktioniert sie bereits problemlos.

Wiko Live Wallpaper
Wikos zuständiger App-Entwickler Christopher Ney demonstriert uns im Wiko-Hauptquartier in Marseille, wie die Live-Wallpaper funktionieren. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Obwohl es sich übrigens generell bei der Software auf unserem Testexemplar noch um keine finale Version handelt, sind uns keine Bugs begegnet.

Kamera: Praktisches Ultraweitwinkel und schönes Bokeh

Eines von Wikos Hauptverkaufsargumenten für das View 3 Pro ist die Triple-Kamera mit Künstlicher Intelligenz. Klingt an sich super, denn bei Huawei kostet diese Ausstattung mindestens 70 Euro mehr. Doch genau wie beim P30 lite handelt es sich auch beim Modell von Wiko nicht um eine „echte“ Dreifach-Optik.

Denn zum Fotografieren lassen sich nur zwei der drei Kameras auf der Rückseite verwenden. Zum einen die Standardweitwinkel-Kamera (12 MP, 27 mm, F2.0) und zum anderen die Ultraweitwinkel-Kamera (13 MP, 16 mm, F2.2). Der 5-MP-Sensor der dritten Kamera ist hingegen nur dafür zuständig, im Bokeh-Modus Abstandsinformationen zu messen und dadurch die künstliche Hintergrundunschärfe präziser zu setzen. Dafür schaltet sich die Kamera automatisch hinzu. Beeinflussen kann der Nutzer das nicht.

Wiko View 3 Pro im Test - Triple-Kamera
Eine Triple-Kamera ist bei Smartphones für unter 300 Euro noch selten. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Gerade bei Landschaftsaufnahmen ist der Wechsel zur Ultraweitwinkel-Kamera sehr praktisch. Wir kriegen dann einfach mehr aufs Bild. Allerdings sind dann auch die bei kleinen Smartphone-Optiken typischen Starken Verzeichnungen an den Rändern hinzunehmen. Das Hauptmotiv sollte daher möglichst mittig platziert werden.

Gute KI, durchwachsene App-Ausstattung

Die in der Kamera-Software enthaltene KI ist auf das Erkennen von Fotomotiven trainiert und passt Belichtung und Farblook automatisch an. An den Einblendungen erkennen wir, dass die Software die Motive recht treffsicher identifiziert. Motive wie Pflanzen und blauer Himmel – die Klassiker eben – hat sie gut drauf. Den Unterschied von Fotos mit und ohne KI-Veredelung können wir aber nicht beurteilen, weil sich die Funktion nicht abschalten lässt.

Einen positiven Eindruck hinterlässt auch der Bokeh-Modus des Wiko View 3 Pro im Test. Dies gilt sowohl für die Hauptkamera als auch für die Frontkamera, obwohl letzterer keine extra Aufnahmeeinheit dafür zur Verfügung steht. In beiden Fällen gelingt es der Software, die Unschärfemaske präzise zu setzen. Selbst mit den Übergängen am Haar kommt sie gut klar. Prima übrigens, dass sich der Bokeh-Effekt nicht nur bei Porträts, sondern auch bei anderen Objekten anwenden lässt.

Bei wenig Umgebungslicht hilft es, den Nachtmodus zu aktivieren – wobei es dafür nicht wortwörtlich Nacht sein muss. Dieser Modus sorgt mit einer Mehrfachbelichtung dafür, dass mehr Helligkeitsinformationen gespeichert werden. Dadurch entsteht ein scharfes Bild aus freier Hand, ohne dass die Automatik die ISO und damit das Rauschen stark erhöht. Die Ergebnisse sind ansprechend. Ohne direkten Vergleich fällt der Unterschied zum Nachtmodus in den teureren Spitzenmodellen etwa von Huawei nicht auf.

Weniger die Fotofreunde als eher die leidenschaftlichen Shopper und Wissbegierigen freuen sich darüber, dass Google Lens in der Kamera-App enthalten ist. Das ist ungewöhnlich für diese Preisklasse. Dabei handelt es sich um eine bildergestützte Internetsuche. Zu Abfotografierten Gegenständen findet die Software passende Gegenstücke in Online-Shops oder Zusatzinformationen im Web.

Darüber hinaus bietet die Kamera-App wenig Extra-Optionen. Beispielsweise vermissen wir einen Pro-Modus und damit auch die Möglichkeit in Raw zu fotografieren. Mit der eingebauten Kamera in Apps wie Lightroom CC können wir allerdings dann schon Bilder im Raw-Format DNG abspeichern. 

Bildqualität für den Preis auf hohem Niveau

Insgesamt geht die Bildqualität des Wiko View 3 Pro im Test absolut in Ordnung. Mitunter sehen die Bilder etwas blass aus, was sich in der Nachbearbeitung jedoch beheben lässt. Und manchmal neigt die Software zur Unterbelichtung, insbesondere bei Hochkontrastsituationen. Denkbar, dass die finale Software dieses Problem ausgleicht. Dennoch sind Belichtung, Schärfe, Detailfülle, Rauschverhalten und Farbwiedergabe für diesen Preis auf hohem Niveau. Eine Kostprobe vermittelt die von uns fotografierten Testbilder in der Galerie.

Akku: Zwei Tage sind möglich

Mit 4.000 mAh Kapazität geht Wiko zwar nicht an die Grenzen des Möglichen, denn beispielsweise das günstigere Gigaset GS280 bietet sogar 5.000 mAh. Dennoch ist der Akku im View 3 Pro überdurchschnittlich groß dimensioniert. Das brächte natürlich nur wenig, wenn die Energie schnell flöten geht. Doch dem ist nicht so. Wiko hat das Energie-Management zusammen mit der Firma SmartViser eigenen Angaben zufolge derart optimiert, dass der Akku ohne Aufladen zwei Tage durchhält. Welcher Nutzungsmix dieser Angabe zugrunde liegt, wissen wir nicht. Dennoch kommt sie unseren Erfahrungen nach hin. Bei geringer Nutzung haben wir mit dem Wiko View 3 Pro im Test tatsächlich zwei Tage ohne Steckdosen-Stop geschafft.

Wiko View 3 Pro im Test -  SmartViser
Im Wiko-Hauptsitz im Marseille prüft die Software von SmartViser Tag und Nacht, wie lange der Akku in den Handys durchhält. Die versprochenen zwei Tage kommen hin, zeigt unser Praxistest.

Damit der Akku danach schnell wieder frische Energie erhält, lässt er sich mit dem Schnellladeverfahren Fast-Charging Pump Express wieder auftanken.

Sicherheit: Face Unlock ist praktischer als der Fingerabdruck

Statt mit PIN und Muster lässt sich das Wiko View 3 Pro im Test auch per Fingerabdruck oder Gesichtsprofil entsperren.

Der Fingerabdruckscanner ist klassisch auf der Rückseite platziert und lässt sich dort an sich gut treffen. Allerdings reagiert er für unseren Geschmack etwas langsam und zeigt sich oft widerspenstig. Wir müssen schon ein gewisses Gefühl entwickeln, um den Finger genau so zu platzieren, dass der Sensor das Profil prüfen kann. Möglicherweise arbeitet der Sensor mit finaler Software nach dem Marktstart besser.

Wiko View 3 Pro im Test - Fingerabdruckscanner
Der Fingerabdruckscanner hat uns im Test nicht gefallen. Er könnte aber noch besser werden, wenn die finale Software auf dem Gerät verfügbar ist. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Als praktischer erweist sich beim Wiko View 3 Pro im Test das Entsperren per Face Unlock. Diese Einstellung ist bei unserem Testexemplar übrigens nicht in der Rubrik „Sicherheit“, sondern unter den „Wiko-Eigenschaften“ zu finden. Anders als etwa beim iPhone X startet der Entsperr-Vorgang nicht automatisch. Stattdessen müssen wir erst stets die Powertaste drücken, um das Display aus dem Standby zu wecken. Dann erkennt das Smartphone unser Gesicht und entsperrt die Oberfläche super schnell – zum Teil wirklich schneller als per Fingerabdruck.

Obwohl beim Face Unlock nur ein 2D-Scan zum Einsatz kommt, der als unsicher gilt, konnten wir Kamera zumindest mit einem Selfie auf einem anderen Handy-Display nicht austricksen.

Konnektivität und Sound: Sinnvolle Modernisierung

Im Vergleich zum View 2 Pro hat Wiko beim Nachfolger die physischen Anschlüsse und die Funkverbindungen sinnvoll modernisiert.

Beispielsweise funkt das Gerät im WLAN nicht mehr nur mit 2,4 GHz, sondern jetzt auch mit 5 GHz. Wenn ihr euch bei Routern mit bereits vielen verbundenen Geräten anmeldet, ist das von Vorteil. Denn so kommen sich die Funkkanäle nicht in die Quere. Und statt mit dem überholten Micro-USB tauscht das Wiko View 3 Pro im Test nun Daten per USB-C-Kabel aus.

Beibehalten hat Wiko den Hybrid-Slot, der entweder einer Micro-SD-Karte oder einer zweiten SIM-Karte Platz bietet. Ebenfalls ist wie gehabt ein Klinkenstecker verfügbar.

Wer aber seine Kopfhörer nicht per Kabel – oder per Bluetooth – anschließen möchte, kann Musik und Podcasts natürlich auch über einen Lautsprecher hören. Dessen Sound ist klar und bei Bedarf auch sehr laut. Allerdings ist die Klangbühne nicht sehr breit. Von Stereo-Klang keine Spur. Wir können die Richtung, aus der die Geräusche kommen, sehr klar verorten.

Fazit zum Wiko View 3 Pro im Test: Geheimtipp im gehobenen Einsteiger-Bereich 

Wiko schnürt mit dem View 3 Pro ein großzügiges Paket in der Einsteiger-Klasse. Für das Smartphone sprechen ein bildhübsches Design, ein schön großes und scharfes Display, die für diese Preisklasse gute Kamera, aktuelle Software ohne Schnick-Schnack, ein starker Akku und eine moderne Anschlussausstattung. Negativ aufgefallen sind uns beim Wiko View 3 Pro im Test hingegen die geringe Spitzenhelligkeit des Displays, der langsame Fingerabdruckscanner und die enge Klangbühne des Mono-Lautsprechers. Doch diese Makel sind angesichts des Preises zu verschmerzen.

Insgesamt setzt Wiko mit dieser Produktausrichtung starke Impulse im Bereich für unter 300 Euro. Allerdings ist die Konkurrenz in diesem Regal eng beieinander. Von der Ausstattung her vergleichbar ist das ZTE Blade V10 mit Triple-Kamera aber weniger Speicher zum gleichen Preis. Demgegenüber sind das Huawei Mate 20 lite und das Honor 8X kaum schlechter ausgestattet, aber dafür günstiger zu haben. Das Honor 8X bietet mit 6,5 Zoll sogar noch einen größere Displaydiagonale.

Zum Preis von 299 Euro ist das Wiko View 3 Pro ab heute vorbestellbar und ab dem 27. Mai 2019 erhältlich. Käufer können zwischen den Farbvarianten Anthracite Blue/Gold und Deep Bleen wählen.

Das View 3 ohne Pro als günstigere Alternative

Wer nicht ganz soviel Budget hat, für den hat Wiko noch ein Modellpaket mit etwas weniger Ausstattung geschnürt. Das Display ist minimal kleiner (6,26 Zoll), der Prozessor etwas schwächer und im Gerät stecken nur halb so viel Nutzerdatenspeicher und RAM drin. Dennoch teilt sich das Modell viele Stärken mit dem Pro-Modell. Dazu zählen die Ausstattung mit Triple-Kamera, Android 9, 4.000-mAh-Akku sowie Face Unlock und Fingerabdrucksensor. Wann und zu welchem Preis das Wiko View 3 erscheint, hat der Hersteller noch nicht veröffentlicht.

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Gigaset GS280 im Test: Ist das Streaming-Smartphone aus Deutschland ein Kauftipp?

Gigaset GS280 im Test

Mit dem GS280 will der deutsche Hersteller Gigaset insbesondere Fans von Video-Streaming ansprechen. Für diesen Zweck verfügt das Smartphone über ein großes und hochauflösendes Display sowie einen weit überdurchschnittlich großen Akku. Wie das Mittelklasse-Smartphone Gigaset GS280 im Test abschneidet, habe ich in der Praxis geprüft.

Hardware: starkes Display, langsamer Fingerabdruckscanner

Das GS280 fertigt der Hersteller wie das GS185 im Werk in Bocholt. Daher darf es das Etikett „Made in Germany“ tragen. Um Hightech handelt es sich dabei aber nicht. In puncto Design bietet Gigaset GS280 überwiegend Standardkost. So besteht nur die Rückseite aus Metall, der Rahmen aber aus Plastik. Außergewöhnlich ist die Gehäusefarbe. Mein Testgerät kam in der Farbe „Coffee Brown“. Das ist mal etwas anderes und gefällt mir nach einigen Tagen Nutzung immer noch recht gut. Derzeit gibt es das GS280 noch in Schwarz, später soll das Smartphone auch in einer goldenen Version auf den Markt kommen.

Auf der Vorderseite befindet sich eines der beiden Highlights des Telefons: Das 5,7 Zoll große Full-HD-Display. Dieses bietet eine in diesem Preissegment hohe Auflösung von 2160 x 1080 Pixeln und kommt somit auf eine Pixeldichte von 427 ppi.

Gigaset GS280 Rückseite
Kaffeebraun nennt Gigaset die Farbe dieses Gehäuses. Image by Timo Brauer

Um keinen Platz auf dem Display zu verschwenden, verzichtet Gigaset auf eine Notch und verbaut die Frontkamera sowie diverse Sensoren in dem Rahmen über dem Display. So steht das komplette Display für das Streamen von Videos zur Verfügung.

Zwar kann das Display den 1080p-Standard auflösen, doch durch eine fehlende Widevine-Zertifizierung (L1) können Kunden von Netflix und Amazon Prime Video Inhalte nur mit maximal 720p streamen. Dies macht sich auf einem Smartphone-Display zwar nicht wirklich bemerkbar, bei einem Gerät, das explizit diese Zielgruppe anspricht, wäre diese Unterstützung jedoch wünschenswert.

Auf der Rückseite befindet sich ein Fingerabdrucksensor. Dieser ist leicht in das Gehäuse eingelassen und gut mit dem Finger zu erfühlen. Im Vergleich zu anderen Smartphones ist er jedoch eher langsam.

Akku: läuft und läuft

Das zweite Highlight des Gigaset GS280 im Test ist der 5.000 mAh große Akku. In meinem Test verbrauchten zwei Stunden Streaming von Netflix-Sendungen über WLAN 11 Prozent Kapazität und über LTE 12 Prozent. Diese Werte sind ziemlich gut und werden nur von wenigen Smartphones erreicht.

Aufladen lässt sich der Energiespeicher über das mitgelieferte 18-Watt-Netzteil mit USB-C-Anschluss in ungefähr zweieinhalb Stunden. Auch das ist ein guter Wert.

Als kleines Extra lässt sich das Smartphone unterwegs als Powerbank verwenden, um andere Geräte wie zum Beispiel Kopfhörer mit Strom zu versorgen. Mit meinen Modell Beats Studio 3 hat dies problemlos geklappt.

Leistung: Streaming ohne Wartezeiten

Ein Grund für die gute Akkulaufzeit des Gigaset GS280 dürfte der genügsame Prozessor vom Typ Snapdragon 430 sein. Er verbraucht vergleichsweise wenig Energie. Zusammen mit 3 GB Arbeitsspeicher sorgt der Achtkern-Prozessor dennoch für genug Leistung, um problemlos Full-HD-Videos zu streamen oder alltägliche Aufgaben wie das Browsen im Web oder Senden von Nachrichten zu erledigen. Bei aufwändigeren Anwendungen wie zum Beispiel 3D-Spielen benötigt das Smartphone allerdings die ein oder andere Gedenksekunde.

Kamera: Für Schönwetter-Schnappschüsse

Bei gutem Licht macht die 16-Megapixel-Kamera des Gigaset GS280 im Test brauchbare Bilder. Wie bei allen preisgünstigen Smartphones verrauschen die Aufnahmen jedoch stark, wenn es etwas dunkler wird. Selfies gelingen mit der 13-Megapixel-Frontkamera bei Tageslicht gut. Die Kamera-App ist simpel gestaltet. Auf Features wie eine Bokeh-Simulation oder Nachtaufnahmen verzichtet Gigaset.

Software: Pur und ohne Schnick-Schnack – aber veraltet

Das Gigaset GS280 kommt mit purem Android. Das ist prima für alle, die die Oberflächen der Handy-Hersteller nicht mögen und denen das Betriebssystem von Google so gefällt, wie es ist. Nachteil: Gigaset liefert das Gerät in der nicht mehr ganz aktuellen Version 8.1 aus. Für ein im Februar 2019 vorgestelltes Smartphone wäre Android 9 angemessen – selbst in dieser Preisklasse.

Ein Update auf Android 9 wurde noch nicht bestätigt, sollte jedoch relativ sicher sein. Dennoch hat Gigaset beim Thema Updates keinen guten Ruf. Bei einem Test der Update-Praxis verschiedener Hersteller durch die Stiftung Warentest belegte Gigaset den letzten Platz und erhielt die Bewertung „absolut nachlässig“. Zumindest ein Sicherheitsupdate hat mein Testgerät jedoch erhalten. Wie regelmäßig diese erscheinen, verrät Gigaset allerdings nicht.

Anschlüsse: Klinkenstecker, USB-C und zwei SIM-Karten

An Anschlüssen mangelt es dem Gigaset GS280 nicht. Neben einem modernen USB-C-Port ist auch ein Klinkenstecker vorhanden. So könnt ihr auch eure lieb gewonnenen Kabelkopfhörer anschließen. Der 32 GB große interne Speicher kann mittels einer MicroSD-Karte um bis zu 256 GB erweitert werden. Zusätzlich lassen sich zwei SIM-Karten in dem Gerät verwenden. Man muss sich also nicht wie bei den meisten aktuellen Smartphones zwischen einer zweiten SIM-Karte oder einer Speicherkarte entscheiden. An Funkverbindungen unterstützt das Gigaset GS280 alle gängigen Standards wie WLAN 5 (ac), LTE und Bluetooth 4.2.

Fazit: Nur der Akku des Gigaset GS280 ragt im Test wirklich heraus

Ein Smartphone für Fans von Video-Streaming – das soll das Gigaset GS280 sein. Das ist natürlich ein sehr zugespitztes Produktkonzept. Trotzdem eignet sich das Gerät auch für andere Nutzer, die Wert auf einen großen Akku legen. Dieser konnte mich im Test wirklich überzeugen. Auch das Display ist buchstäblich sehenswert, ragt aber aus dem Wettbewerb nicht heraus. Hingegen die nachlässige Update-Politik von Gigaset trübt den guten Eindruck. Gerade Sicherheitsupdates sollten auf jeden Fall regelmäßig über einen gewissen Zeitraum ausgeliefert werden. Dass das Gigaset GS280 im Jahr 2019 noch mit Android 8 erscheint, ist unzeitgemäß.

Für die gebotene Leistung ist der aufgerufene Preis von 250 Euro meiner Meinung nach etwas zu hoch angesetzt. Wenn das Handy in den nächsten Wochen oder Monaten jedoch im Preis sinkt, ist es auf jeden Fall einen Blick wert. Für 250 Euro gibt es aktuell aber einfach zu viele Smartphones, die insgesamt ein besseres Ausstattungspaket bieten. So kommt beispielsweise das Nokia 7.1 im Test mit aktuellem Android und regelmäßigen Updates oder das Honor 8X mit einem extra-großen Full-HD-Display.

An die Akkulaufzeit des GS280 kommen jedoch beide Alternativen nicht heran. Zu berücksichtigen ist außerdem, dass Gigaset das Gerät im deutschen Werk schneller reparieren kann als andere Hersteller. In den ersten drei Monaten nach dem Kauf repariert er Schäden durch Glasbruch oder Feuchtigkeit sogar gratis.

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Gigaset GS280 Made in Germany
Wie beim Gigaset GS185 findet auch die Montage des GS280 in Deutschland statt. Das hat Vorteile beim Reparieren. Image by Timo Brauer

Images by Timo Brauer

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Honor 10 lite: Ganz großes Android-Handy zum „lighten“ Preis

Honor 10 lite

Das Honor 10 war eine der Smartphone-Sensationen des Jahres 2018. Schließlich steckte darin ganz viel Technik vom Triple-Kamera-Pionier Huawei P20 Pro – aber für weniger Geld. In der Fachwelt kam das Honor 10 deshalb gut an. Den Nerv des Publikums traf es wohl auch. Denn mit dem Modellableger Honor 10 lite will der Hersteller die Welle weiter reiten. Normalerweise sind Geräte mit dem Zusatz „lite“ schwache Schatten ihrer Vorbilder. Doch in diesem Fall müssen Käufer im Vergleich auf kaum etwas verzichten. Für rund 250 Euro kommt das Honor 10 lite daher zu einem fairen Preis heute in den Handel.

Android 9 und XXL-Display: Das hat das Honor 10 lite zu bieten

Auffälligstes Highlight ist das fast rahmenlose Display, das mit einer Diagonale von 6,21 Zoll sehr viel Fläche zum Eintauchen ins Geschehen bietet. Nur eine sogenannte Dewdrop-Notch ragt am oberen Rand hinein. Ansonsten bietet das Honor 10 auf der Front Display, wohin man blickt. Der Anteil an der Gesamtfläche ist mit 90 Prozent sehr hoch. Mit FullHD+ (2.340 x 1.080p) bietet das Display auch sehr scharfes Bild.

Als Hingucker auf der Rückseite kleidet Honor das Gerät in drei schillernde Blau- und Schwarztöne. Dort sind zudem eine Dual-Kamera und ein Fingerabdrucksensor zu finden. Ebenso wie bei der 24-MP-Frontkamera, können Anwender KI-gestützte Foto-Software für Porträtlichteffekte wie im Studio einsetzen.

Unter der Haube sorgt ein Mittelklasse-Prozessor vom Typ Kirin 710 für ein Arbeitstempo, das im Alltag ausreichend flott sein dürfte. Dem Rechenknecht stehen angemessene 3 GB Arbeitsspeicher zur Seite. Mit dem Grafik-Beschleuniger GPU Turbo 2.0 soll das Honor 10 lite auch grafisch anspruchsvolle Spiele flüssig darstellen. Fotos, Videos und Apps lassen sich auf 64 GB Nutzerdatenspeicher ablegen. Ein überdurchschnittlich leistungstarker Akku mit 3.400 mAh sorgt dafür, dass dem Honor 10 lite dabei nicht so schnell die Puste ausgeht.

In der Software-Abteilung ist Honor ganz vorn dabei. Der Hersteller liefert den Neuzugang mit Android 9 Pie aus, Googles aktuellem Betriebssystem. Im Stile von Google Lens packt Honor zudem den „All-in-One“-Assistenten HiVision auf das Gerät. Die App soll mithilfe der Kamera 400 europäische Wahrzeichen und 10 Millionen renommierte Kunstwerke in 40 Städten auf der ganzen Welt identifizieren und detaillierte Informationen dazu liefern. Außerdem informiert die App über die Kalorien in abfotografierten Lebensmitteln. Abfotografierte Schilder und Texte kann sie in zehn Sprachen übersetzen.

Kleine Unterschiede zum Honor 10

Im Vergleich zum 90 Euro teureren Honor 10 müssen Käufer der lite-Version kaum Abstriche machen. Dass das Honor 10 lite Kabelverbindungen über Micro-USB statt USB Typ C eingeht, lässt sich verschmerzen. Schwerer wiegen die Einbußen bei der Kamera. Nominell bieten beide Geräte eine Dual-Kamera. Doch das Honor 10 kann dabei mit einem optischem Zweifach-Zoom aufwarten, während die lite-Version nur ein Weitwinkel zu bieten hat. Die zweite Einheit bietet keine weitere Brennweite, sondern dient dazu, Tiefeninformationen für das simulierte Bokeh zu sammeln.

Erwartungsgemäß ist der Prozessor im Honor 10 lite auch nicht ganz so stark wie im Original. Das größere Display hat jedoch der Neuzugang. Alles in allem hat Honor daher ein sehr gutes Paket mit ausgewogenem Preis-Leistungs-Verhältnis geschnürt. Auf der Suche nach einem starken Handy für wenig Geld haben Honor-Fans damit die Qual der Wahl zwischen dem Honor 10, dem Honor 10 lite sowie dem Honor 8X und Honor Play.

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Images by Honor

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