Wiko View 3 im Hands-On: Triple-Kamera zum Knallerpreis!

Wer auf Schnick-Schnack verzichten kann, muss nicht mehr viel Geld für ein alltagstaugliches Smartphone ausgeben. Mit dem Preis von 300 Euro für ein Gerät mit großem Display und Dreifach-Kamera auf der Rückseite hat Wiko kürzlich Maßstäbe gesetzt. Mehr kostet das Wiko View 3 Pro (oben im Foto rechts) nämlich nicht. Doch es geht sogar noch günstiger. Ab sofort ist das View 3 ohne Pro im Namen (oben im Foto links) erhältlich. Es kostet 180 Euro und bietet ebenfalls eine Triple-Kamera – was es zu diesem Preis hierzulande noch nicht gab. Das View 3 bietet viele weitere Stärken des Pro-Modells, muss aber an anderer Stelle mit etwas weniger auskommen. Ist das Wiko View 3 trotzdem ein guter Deal? Auf dem Launch-Event zur View-3-Serie haben wir das Einsteiger-Smartphone ausprobiert.

Wiko View 3 ausprobiert

In einem kurzen Hands-On konnten wir uns einen Eindruck vom Design und dem Display bilden. Äußerlich ist das Wiko View 3 von der Pro-Version kaum zu unterscheiden. Es ist genauso schick designt, inklusive schön glänzender aber schmutzanfälliger Glasrückseite. Wie beim Pro-Modell steht die Hauptkamera auf der Rückseite sicht- und spürbar über. Auf weichen Tischoberflächen besteht daher Kratzgefahr.

Farblich setzt das View 3 etwas andere Akzente. Die blaue Variante („Anthracite Blue“) kommt – anders als beim Pro-Modell – ohne kupferfarbene Absetzungen. Dafür gibt es eine cremefarbene Variante mit goldenen Applikationen. Diese „Gold“-Version erscheint aber ebenso wie die Farbvariante „Bleen“ erst zu einem späteren Zeitpunkt.

Die Vorderseite nimmt wie beim Pro-Modell fast vollständig das Display ein. Bis auf ein ausgeprägtes Kinn ist der Bildschirm somit nahezu randlos eingefasst. Mit 6,26 Zoll fällt die Diagonale minimal geringer aus als beim Pro (6,3 Zoll). Das ist für ein Gerät in dieser Preisklasse aber trotzdem riesig. Es bietet somit irre viel Displayfläche zum Eintauchen ins Geschehen.

Wiko View 3 Display
Das Display des Wiko View 3 ist mit einer Diagonale von 6,26 Zoll schön groß, aber nicht sehr hell und scharf. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Fürs Surfen, Mailen und Chatten ist das Display super. Darauf Videos zu schauen, dürfte allerdings nicht das Höchste der Gefühle sein. Denn trotz eines LCD-IPS-Panels leuchtet der Bildschirm nicht sehr hell. Außerdem bietet er mit einer Auflösung von 720 x 1.520 Bildpunkten bei einer Pixeldichte von 269 ppi nur Standardkost. Das entspricht dem Standard HD+. Für rund 20 Euro Aufpreis bieten andere Geräte wie das Huawei Mate 20 lite oder das Nokia 7.1 bereits die deutlich schärfere Full-HD-Auflösung.

Dreifach-Kamera als Highlight

Allerdings hat kein anderes in dieser Preisklasse hierzulande erhältliche Smartphone eine Triple-Kamera zu bieten. Das ist das wahre Highlight des Wiko View 3. Das Trio besteht aus einer Standardweitwinkel-Kamera (12 Megapixel) und einer Ultraweitwinkel-Kamera (13 Megapixel). Komplettiert wird es mit einer 2-Megapixel-Kamera, die Tiefeninformationen für Porträts mit Hintergrundunschärfe misst.

Für aussagekräftige Testaufnahmen war unser Hands-On zwar zu kurz. Allerdings hatten wir Gelegenheit, die von Künstlicher Intelligenz unterstützter Motiverkennung auszuprobieren. Bei Klassikern wie Pflanzen liefert sie eine souveräne Treffsicherheit und erhöht die Sättigung der Grüntöne entsprechend. Ein weiteres Software-Highlight ist die in die Kamera-App integrierte Funktion Google Lens. Damit lassen sich Zusatzinformationen oder Shopping-Tipps zu abfotografierten Gegenständen einholen.

Weitere Ausstattung: Großer Akku und Android 9

Unter den weiteren Ausstattungsmerkmalen sticht der überdurchschnittlich große Akku mit 4.000 mAh hervor. Bei zurückhaltender Nutzung haben wir mit dem gleich groß dimensionierten Energiespeicher im View 3 Pro gute zwei Tage Laufzeit erreichen können (zu unserem Test). Ebenfalls noch keine Selbstverständlichkeit ist die Auslieferung mit der aktuellen Android-Version 9.

Die Rechenhardware fällt dem Preis angemessen solide aus. Das Tempo des Achtkern-Prozessors MediaTek Helio P22 dürfte, unterstützt von 3 GB Arbeitsspeicher, im Alltag völlig ausreichen. Zumindest beim Scrollen durchs Menü haben wir erwartungsgemäß keine Ruckler festgestellt. Ab Werk lassen sich Apps, Fotos und Videos auf 64 GB internem Speicher ablegen – ein guter Wert. Mit einer Micro-SD-Karte lässt sich dieser um bis zu 256 GB erweitern.

Wie das Pro-Modell lässt sich auch das Wiko View 3 mit einem Fingerabdrucksensor auf der Rückseite entsperren. Daten überträgt es allerdings nur über den nicht mehr aktuellen Micro-USB-Standard, während das Pro-Modell bereits über einen USB-C-Anschluss verfügt.

Insgesamt bietet das Wiko View 3 angesichts des Preises eine starke Ausstattung. In puncto Design kann es locker mit teureren Geräten mithalten. Zudem ist das Display schön groß. Allerdings ist es – wie in dieser Preisklasse üblich – nicht sehr hell und scharf. Die Triple-Kamera mit zwei Brennweiten, der große Akku und die gute Software-Ausstattung heben das Modell aber aus der Masse heraus. Mit 180 Euro ist das View 3 somit fair bepreist. Wer trotzdem noch weniger Geld ausgeben möchte, zieht das Wiko View 3 Lite in Betracht.

Alle Farbvarianten des Wiko View 3
Das Wiko View 3 ist zum Start in Anthracite Blue (rechts) erhältlich. In Kürze erscheinen zudem die Farbvarianten Bleen und Gold. Image by Wiko

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Images by Berti Kolbow-Lehradt, Wiko

Berti Kolbow-Lehradt

ist Freier Technikjournalist. Für die Netzpiloten sowie unsere Geschwisterseiten Netzpiloten Apple und Netzpiloten Android befasst er sich mit vielen Aspekten rund ums Digitale. Dazu gehören das Smart Home, die Fotografie, Smartphones, die Apple-Welt sowie weitere Bereiche der Consumer Electronics und IT. Mitglied des Netzpiloten Blogger Networks.


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