All posts under Netztheorie

Was ist Geofencing und warum ist es wichtig?

OpenStreetMap GPS trace density in and near Europe (adapted) (Image by Eric Fischer [CC BY 2.0] via Flickr)
Das Internet der Dinge ist längst eine uns umgebende Realität. Doch damit die kommenden Milliarden Geräte wissen, wo sie hingehören, ist Geofencing nötig. Das Internet der Dinge ist die wohl größte technische Entwicklung seit dem Internet selbst und deshalb auch eine gewaltige technische Herausforderung. Mehrere Milliarden Geräte umgeben uns bereits [...]
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Rezension: Too Big to know von D. Weinberger

Buchtitel: David Weinbergers neues Buch

Harvard-Forscher David Weinberger legt ein profundes Buch vor über die digitale Republik der Buchstaben und die Auswirkungen auf unseren Umgang mit Wissen.

Wir brauchen mehr Fähigkeiten im Jiu-Jitsu, wenn es um die Informationsflut im Web geht. Denn laut Dr. Weinberger lehrt uns die asiatische Kampfkunst, in die permanenten Handkantenschläge der Millionen Informationen einzutauchen, um aus dem Datenstrom den eigenen Schwung zu entwickeln. Konsequent breitet er auf rund zweihundert Seiten seine Theorie aus, laut der wir zukünftig eine angstlose und offene Hinwendung zum Internet brauchen. Denn nur dort lauert all das Wissen, was wir für die Lösung unserer Probleme brauchen.

Bisher war für die meisten von uns das Wissen eine Art Stoppschild für unser Hirn. Erst wenn Fragen beantwortet wurden, kam unser Geist zur Ruhe. Damit soll es nun vorbei sein. Denn genau genommen war diese Art, Wissen zu nutzen schon vor dem Web zum Scheitern verurteilt. Wissen war immer begrenzt durch Regalplatz, eine strenge Auswahl an Mitgliedern eines Fachbereichs in einer Universität und nicht zuletzt durch die Bildung, also die akademischen Meriten. Hier geht der freundlich Harvard-Experte leider gar nicht auf die begrenzten mentalen Fähigkeiten einiger Zeitgenossen ein. Aus seiner Sicht sind alle potentiell schlau…

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“Beunruhigende” Thesen zur Netzwerkgesellschaft…

“Navigieren in Unsicherheit” – unter diesem Motto behandelte die “x-mess-Konferenz zur [nächsten] Gesellschaft” ein wichtiges Thema und stellte in einem Konferenzbericht für die Zeitschrift “Führung und Organisation” den “aufrüttelnden” Vortrag des niederländischen Soziologen Jan van Dijk von der Universität Twente.

“Seine Thesen zur Netzwerkgesellschaft laufen dem optimistischen Mainstream diametral entgegen:

Das Internet führt nicht zu mehr Demokratie und Gerechtigkeit. Vielmehr verstärkt die global vernetzte Gesellschaft die Ungleichheit auf allen Ebenen – zwischen Staaten ebenso ie zwischen Organisationen und Individuen. Immer weniger Firmen/Menschen werden immer größer/mächtiger (die ‘Knoten’ im Netzwerk), während gleichzeitig immer mehr Firmen/Menschen immer unbedeutender werden (der ‘Long Tail’). Die Mitte verschwindet – und damit der Kitt zwischen den beiden Polen.

Das Internet wird nicht von den Nutzern gestaltet, sondern von den mächtigen Intermediären wie Facebook, Google, Microsoft und Apple. Doch wer kontrolliert diese Giganten? Die enorm hohe Zahl an Akteuren führt in der globalen Netzwerkgesellschaft zu großer Instabilität. Trends werden verstärkt und breiten sich schneller aus als bisher. Gegensätze prallen in ungekannter Heftigkeit aufeinander – und schwappen in die reale Welt über. Anschauungsbeispiele dafür bieten die Schuldenkrise, Straßenschlachten in Athen oder der sogenannte arabische Frühling. Die ‘Risikogesellschaft’ ist bereits Realität geworden.

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Dem Algorithmus ein natürlicher Feind sein?

Algorithmus

Es kam, wie es kommen musste. Der Algorithmus. Eine Handlungsvorschrift, die sequentiell, also nacheinander abgearbeitet wird, um ein Problem zu lösen bzw. eine Aufgabe zu erfüllen, wird zum Spielball der Dichter und Denker. Als Miriam Meckel darüber geschrieben hat – und nichts anderes fand als die fade recommendation engine aus dem eCommerce – war es mir der Mühe zu gering, darauf zu antworten. Als aber nun die geschätzte Kathrin Passig in der SZ sich bemüßigt sah, auf die am Boden argumentierende Meckel auch noch einzuschlagen, da wurde der Beschützerinstinkt in mir geweckt… Weiterlesen »

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Netzwerk oder Stahlwerk?

Um die Kulturtechnik Internet zu verbessern, sollten Programmierer und Nutzer sich besser verstehen. Viele Standardbegriffe verhindern dies jedoch. Vielleicht vernebeln sie sogar ganze Bedeutungsbereiche in Sachen Kommunikation.

Gerade Wörter wie Netzwerk oder Datenflut sind ständige Begleiter der Diskussionen über technologische Gegenwart und kulturelle Zukunft. Aber helfen uns diese Begriffe überhaupt beim Formulieren und Verstehen aktueller Probleme und Wünsche? Weiterlesen »

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Google+ wird zu Google und regelt unser Dasein

algorithmusMan hat es sich ja eigentlich schon gedacht. Und wer es nicht geglaubt hat, der muss doch sehr naiv gewesen sein. Dass Google mit seinem sozialen Netzwerk Google+ nicht nur ein neues und besseres Facebook für den Nutzer etablieren, sondern lediglich noch mehr personifizierte Daten abfangen will, ist jetzt sogar von der Führungsriege bestätigt worden. Am Ende dieser Bestätigung stellt sich nun die Frage: Was ist eigentlich das kleinere Übel? Google+ oder Facebook?

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Das Zwischenreich

Bisher galten die Natur und die Kultur als unversöhnliche Geschwister der Schöpfung höherer Wesen. Aber in dem vermeintlichen Abgrund lebt eine Subkultur: Die Komplexität und die Emergenz.

Als Kain und Abel ihre Bruderzwistigkeiten ins dramatische Fach verlegten, hatten sie noch keine Vorstellung davon, dass ihre Urenkel Tausende Jahre später den alten Streit noch immer ausfechten müssen. Je nach Bedürfnislage kriegen sich die Streithähne über Ackerland, Vieh, Frauen und seit einigen Jahrhunderten sogar wegen ihrer Götter in die Haare. Und dass, obwohl bis zum heutigen Tag noch niemand einem Gott begegnet ist. Aber auch der Natur und der Kultur hat bis heute noch keiner die Hand geküsst oder ein Haar gekrümmt. Und doch ist das Tischtuch zwischen Geistes- und Naturwissenschaftlern zerschnitten – und zwar mit Gründen…

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Die Welt erklärt in drei Strichen

…ist der Titel des Buches von Mikael Krogerus und Roman Tschäppeler, das am 29. September im Kein&Aber Verlag seine Premiere feiert.

Schon allein der Titel ließ mich über die Vereinfachung vielschichtiger Verhältnisse nachdenken. Das Internet wurde in den letzten Jahren von einfachen, meist bildlichen Darstellungen komplexer Sachverhalte geradezu überschwemmt. Meist sind es sogenannte „Infographics“ die Euphorie und Frust zugleich auslösen. Die informativen Bilder, die Text und Zeichnung vereinen, sind regelrecht zu Spam avanciert… Weiterlesen »

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Hacker-Revolte gegen die Maschinen-Diktatur

Mit Professor Joseph Weizenbaum und Professor Wolfgang Wahlster disputierten vor einigen Jahren auf der Berliner Fachmesse „Call Center World“ zwei der profiliertesten Informatiker über Chancen und Grenzen der Mensch-Maschine-Kommunikation. Weizenbaum, der in den 60er-Jahren zu den bahnbrechenden Forschern auf dem Gebiet der Informatik zählte und unter anderem am Massachusetts Institute of Technology (MIT) arbeitete, stellte sich im Lauf seiner Karriere immer kritischere Fragen über die gesellschaftlichen Folgen der Fortschritte in der Computertechnik. Was ihn im Kern immer mehr bewegte, war die Frage nach der Wechselwirkung zwischen technischer Entwicklung und gesellschaftlichen Veränderungen. Sein Hauptvorwurf: „Die Extremisten, die Ideologen der Künstlichen Intelligenz, versuchen, Gott zu spielen. Da muss man von Größenwahn, buchstäblich von Wahnsinn sprechen.“

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Das Medium ist die Botschaft: Nordafrika=Revolution.

Geburtstage sind nicht nur Anlass für Geschenke, oft sind sie mit Erinnerungen an die Vergangenheit verbunden. Das rückwärts gewandte Sinnen bringt so manch gern Vergessenes wieder ans Licht. In der Psychotherapie ist dies die Methode, um traumatische Erlebnisse der Vergangenheit aufzuarbeiten. Nicht zu verwechseln mit dem Begriff der Vergangenheitsbewältigung, der in Deutschland und Österreich gewöhnlich die Auseinandersetzung mit der Zeit des Nationalsozialismus bezeichnet.

Bei den Geburtstag-Hymnen für den intellektuellen Popstar Marshall McLuhan war diese Begriffsvertauschung aber anzutreffen. So wurde vor einer Woche auf dem Titelblatt des Zeit-Feuilletons neben der Lobpreisung zum 100. Geburtstag die Vergangenheit von Marshall McLuhan ausgekramt. Denn mit Anfang 20 soll McLuhan Franco und Hitler gelobt haben: „Sie seien‚ auf dem richtigen Weg‘ zwischen der ‚Gier des Kapitalismus‘ und der ‚Entmännlichung durch den Sozialismus‘“. Das Hervorholen unliebsamer Erinnerungen scheint besonders zu einem runden Geburtstag Usus zu sein. So traf es auch den französischen Regisseur Jean-Luc Godard zu seinem 80. Geburtstag. Neben der Huldigungen für den glorreichen Vertreter der Nouvelle Vague fragte die FAZ, ob Godard ein Antisemit sei. Anlass dafür gaben verschiedene Hinweise in seinen Filmen. Die FAZ räumte selbst ein, dass die Frage nicht lösbar sei, aber interessant. Wohl interessant, aber nicht ernster zu nehmen als die Schlussfolgerung des dänischen Regisseurs Lars von Trier auf den diesjährigen Filmfestspielen in Cannes: „Meine Vorfahren sind Deutsche, ich bin also ein Nazi.“… Weiterlesen »

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Idioten sind die besseren Experten

Das Internet funktioniere nach Auffassung des Philosophen Ludwig Hasler wie ein Restaurant, das am Eingang mit der Affiche begrüßt „Hier kocht Ihr Tischnachbar für Sie!“ Die Profis seien beurlaubt, die Laien übernehmen – nicht allein die Küche, auch die Medien, den Kommerz, das Sozialnetz. „Das Internet, die Galaxie der Dilettanten? Für Eliten/Fachleute zum Fürchten? Die Antwort kann nur diffus ausfallen. Das Internet erklären zu wollen ist wie im Trüben fischen“, so Hasler.

Der Laie sei – frei nach Max Frisch – ein Mensch, der sich in seine eigenen Angelegenheiten einmischt. „Die Griechen nannten ihn idiotes, die Römer idiota: Er lebt für sich, vertraut seiner Erfahrung, pfeift auf die Finessen der Theoretiker. Als ‚Idioten’ traten die Apostel an gegen verblendete Welt- und verstockte Schriftgelehrte. Franziskus von Assisi nannte sich einen einfältigen idiota.

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Die Intuitionspumpe „Filter Bubble“

Auf der TED Longbeach im Februar 2011 hat Eli Pariser für Furore gesorgt: Vor versammelter Webprominenz forderte er Sergey Bring und Larry Page von Google auf, die Algorithmen der Ergebnispräsentation ihrer Websuche kontrollierbar zu gestalten. Denn er hatte festgestellt, dass die Personalisierung der Suchergebnisse anhand früherer Klicks zu einer einengenden Weberfahrung führen soll. Denn Webfirmen wie Google und Facebook beobachten sehr genau welche Links man klickt und welche man links liegen liegen lässt. Anhand des eigenen Verhaltens auf diesen Websites ordnen Google und Facebook die Inhalte zukünftig genauso wie es aus Sicht der erkannten Präferenzen für uns am wahrscheinlichsten ist, dass uns Inhalte interessieren könnten.

Ein ähnliches Verfahren kennen wir von den Einschaltquoten. Auch dort wird das tatsächliche Sehverhalten der TV-Zuschauer gemessen und dann werden sogenannte Programmschienen etabliert, die die Bedürfnisse der Zuschauer besonders gut erfüllen sollen. Das Ziel ist natürlich ein hohes Ranking bei den Einschaltquoten, zum einen um mehr Werbung zu verkaufen und zum anderen, um den Verantwortlichen Argumente an die Hand zu geben, von Erfolg oder gutem Journalismus zu sprechen. Die Printwelt der Zeitungen und Zeitschriften kennt Ähnliches aus dem Umfeld er Copytests. Im allerdings geschieht all dies ständig und in Echtzeit, sodass eine Änderung des eigenen Klickverhalten auch Auswirkungen auf die zukünftige Präsentation der Inhalte bei Google und Konsorten hat… Weiterlesen »

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Massenmedien vereinsamen die Menschen


Wer in den letzten Jahren eine öffentliche Diskussion verfolgt hat, der hat früher oder später den Halbsatz gehört, “dass die Politik ein Problem hat, ihre Inhalte zu kommunizieren”. Man lastet dies gern den Politkern an, die nicht im Stammtischdeutsch sprechen. Manchmal sind auch die Verbände, PR-Abteilungen oder die Journalisten die Schuldigen. Aber so ganz klar ist der eigentliche Sachverhalt offenbar nicht. Verschwörungstheoretiker könnten auf die Idee kommen, diese Nebelschwaden um Entscheidungen und politische Machtausübung seien strategischer Natur, um das Volk unwissend zu lassen. Das Problem liegt leider tiefer. Weiterlesen »

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Video: How much information…

In a short video, Martin Hilbert, a Provost’s Fellow at the USC Annenberg School for Communication & Journalism, talks about how much information the world stores, communicates, and computes.

Vimeo

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via Leander Wattig

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Das Web ist das Cafehaus des 3. Jahrtausends?

Einer vielzitierten Geschichte des Philosphen Habermas nach entstand die moderne Öffentlichkeit in den Caféhäusern des 19. Jahrhunderts. Dort traf sich das Bildungsbürgertum und konnte sich analog dem antiken griechischen Bürgertum eines gewissens Reichtums und der daraus folgenden Muße befleißigen, um in Disputen und Diskussionen aus einer literarischen Kultur eine politische Öffentlichkeit zu entwickeln. Der geneigte Leser erkennt schnell in diesem Gedankengut, dass Habermas keineswegs davon ausging (ausgeht?), dass Öfffentlichkeit eine repräsentative Auswahl an Bevölkerung als notwendige Bedingung braucht. In den „emerging democraties“, die so wenig Unterstützung in ihrem Freiheitswillen erhalten wie Somalia Beachtung für seine Hungernden, wird das historisierte Modell des wenig lebenserfahrenen Habermas auf den Kopf gestellt. Konnte man dem „großen“ Philosophen schon früher vorwerfen, dass Öffentlichkeit kein Begriff ist der in einer ständischen Gesellschaft besonders gut zu verankern ist. Da macht sein Hinweis auf die literarischen Quellen der politischen Öffentlichkeit im psychologisierenden Roman sowie der Belletristik überhaupt die ganze Sache auch nicht besser. Er hatte ein Vorhaben, dass er ex ante in die historischen Fakten hinein gelegt hatte: Die Vernunft muss am Werk sein. Denn er ist Rationalist und kann die Öffentlichkeit nur als Ausfluss der Vernunft begründen. Und so musste er die Balken der Historie zurechtbiegen. Ägypten weist noch weiter in eine ganz andere Richtung… Weiterlesen »

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Video: Rethink Identity & Participation

Ein tolles Video mit Seltenheitswert.

Sherry Turkle, Professor of the Social Studies of Science and Technology, MIT und

Henry Jenkins, Professor of Communication, Journalism, and Cinematic Arts, USC, diskutieren über den besonders heiklen Part der Partizipation mit dem noch heikleren Bereich der Identität(en) im Web…

Wundert Euch nicht, wenn Ihr die Namen nicht kennt, die aktuell gehandelten Webgurus haben noch studiert als diese hier ihre ersten Bücher über Menschen am Computer und in Datennetzen publizierten.
MIT Tech TV

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Das unerbittliche Gedächtnis des WWW

In der WoZ, der „Wochenzeitung„, habe ich einen ausgezeichneten Artikel gelesen über die langfristige Speicherung von Informationen im Internet, insbesondere bei Google, und was das für die Nutzer und unsere Gesellschaft als Ganzes für Folgen haben kann.

Eine mit Einzelheiten vollgestopfte Welt

Unter dem Titel „Googles gnadenloses Gedächtnis“ wird der Leserin, dem Leser geradezu ein Lehrstück über Erinnerung und Vergessen geboten. Am Beispiel von Ireneo Funes, dem Protagonisten einer Kurzgeschichte von Jorge Luis Borges, wird aufgezeigt, dass ein perfektes Erinnerungsvermögen, das Funes als Folge eines Reitunfalls erlangt, mehr Fluch denn Segen sein muss. Ohne Vergessen ist Denken nur schwer möglich, denn „Denken heisst, Unterschiede vergessen, heisst verallgemeinern, abstrahieren. In der vollgepfropften Welt von Funes gab es nichts als Einzelheiten.“

Google stellt im Grossen eine mit Einzelheiten vollgestopfte Welt dar, die nicht vergessen kann. Dies musste Andrew Feldmar, ein Psychoptherapeut aus Vancouver bei seiner Einreise in die USA erfahren. Er hatte in einem wissenschaftlichen Artikel 2001 geschrieben, in früheren Jahren LSD probiert zu haben. Bei seiner Einreise in die USA fünf Jahre später googelte ein Grenzbeamter seinen Namen, worauf er auf den erwähnten Artikel stiess. Da Feldmar gegenüber dem Beamten seine Aussage im Artikel bestätigte, wurde ihm beschieden, er gelte hiermit als Drogenkonsument und dürfe deshalb nicht in die USA einreisen. Auch später war ihm die Einreise in die USA nur mit einer Sondergenehmigung möglich…

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Peter Kruse – Was ist ein Kulturraum?

Im Nachgang zum ausführlichen Artikel von Martin Lindner Prof. Silberzunge, habe ich einige Inhalte aus den Präsentationen und Texten betrachtet, die von Kruse und seinen Mitarbeitern zugänglich sind. Zentrum der Betrachtung ist der Begriff Kulturraum, den Kruse m. W. nach im nachtstudio des ZDF zum Entzücken von Sascha Lobo einführte und der bei mir den ersten Verdacht erhärtete, dass Kruse seinen Untersuchungsgegenstand noch nicht präzise beschrieben hat. Es gibt eine Powerpoint-Schlacht auf dem whatsnext-blog (das ist ein Institut, das Kruse gründete), die auf 127 slides seine Ideen präsentieren will. Die Präsentation begründet zunächst die Methode in Bezug auf die Fragestellung, warum das Internet die Gesellschaft polarisiert. Ziemlich weit vorn stehen folgende Sätze:

Die intuitive Musterbildung Einzelner bildet die Basis; reicht aber nicht mehr aus. Das Individuum liefert nur einen Messpunkt. Die Analyseeinheit ist das Kollektiv. Erst die Analyse der unbewussten Bewertungen vieler Menschen erlaubt die Schätzung von Trends und die Vorhersage von kulturellem Wandel.

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Echtzeit oder Instant-Ich?

Es ist offensichtlich kurz vor zwölf. Wir schauen auf die Uhr und schreien „SOFORT!“. Wir sind drängelnde, schubsende Groupies der Gleichzeitigkeit. Wir streben nicht mehr nach dem „Carpe Diem“, wir wollen es in unseren Schoß segeln sehen.

Wir ziehen Fertighaus-Türen hinter uns zu, rufen unseren Instant Messenger auf und schlürfen eine Instant-Noodle-Soup. Casting-Shows küren die neuen Instant-Stars, die wir vorgestern schon vergessen haben. Zwischendurch noch schnell ein Blick auf unsere neue Armbanduhr, die Twitter- und Facebook Updates neben der aktuellen Stunde erscheinen lässt. Und wenn das Abendprogramm eines kultivierten Updates bedarf, besuchen wir noch schnell ein Improvisationstheater. Wer möchte schon den endlosen Monologen eines lebensmüden Hamlets im Morgenmantel lauschen, wenn er nicht eben mal schnell reinbrüllen darf, dass es jetzt mal reicht, mit dem Sein oder Nicht-Sein.
Unsere tägliche Instant-Dosis verdirbt auf Dauer auch den diszipliniertesten Charakter. Wer ist schon noch bereit, auf lange Sicht etwas zu „er“warten, zu „er“hoffen?

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Das Internet ist neutral ist neutral ist neutral?

Seit einiger Zeit verfolge ich die engagierten Diskussionen rund um das Web als Mittel um zu (der Leser setze hier eine große Idee ein). Da die Gesellschaft, in der wir leben, einem ständigen Wandel unterliegt, fallen damit schon mal die Experten aus dem Raster meiner Anerkennung, die sich nicht zu schade sind, diese ewigen sozialen Veränderungen auf das Netz als Ursache zu beziehen. Noch weitaus größere Probleme habe ich, wenn der Begriff der Kultur in diesem Zusammenhang fällt. Denn Kultur kommt nicht nur aus dem Lateinischen cultura (Pflege und Ausbilden), sondern hängt auch eng mit Kolonie zusammen. Die Wissenschaft ist sich nicht einig darüber, ob damit eher das gemeint ist, was allen Menschen zu kommt oder eher das, was bestimmten Gruppen oder Epochen aus einer distanzierten Perspektiven als einheitliche Eigenschaften von außen zugesprochen wird. Da wir als aktive Netznutzer keine Außenperspektive haben und das Netz sowieso nur 5-10% der Weltbevölkerung zur gewünschten Nutzung zur Verfügung steht, ist dieser Begriff im Kern ein Fehlgriff. Denn weder ist das Web eine strukturelle anthropologische Konstante bei den Menschen wie etwa der Nahrungsspeicher oder die Erziehung der Kinder, noch könnten wir von außen auf die Epoche des Web oder Eingeborenen von Webistan schauen. Diese Selbstdistanzierung oder historische Rückschau steht uns gar nicht zur Verfügung.
Ähnlich verhält es sich ja mit dem Begriff der Intelligenz, der sich bis heute einer verständlichen und vor allem weitgehend übereinstimmenden Definition entzogen hat. Leider ist das für einige Zeitgenossen kein Grund, diesen kaum wissenschaftlich bezwingbaren Gedanken der Intelligenz nicht als Basis für andere Erklärungen zu nutzen. Kuntstück, wer wüßte, was Intelligenz ist, der könnte auch das Hören hören oder das Sehen sehen.

Mit dem Mikroskop auf die Bevölkerung zielen

Aber kommen wir zurück zu der Gesellschaft. Diese Zusammenfassung von rund 80 Millionen Deutschen zu einem Untersuchungsgegenstand ist in bezug auf das Web eine meistens unzulässige Verallgemeinerung, denn rund 40 Millionen, also rund die Hälfte nutzen das Web kaum bis gar nicht. Trotzdem finden sich immer wieder seriöse Wissenschaftler, die ihren Werkzeugkoffer mit Messinstrumenten aufschlagen, ein wenig an der Bevölkerung herum messen und dann eine Diagnose stellen, die verblüffend oft auch von einer Diagnose begleitet wird. Diese ungefragten Anamnesehelden und Sozial-Therapeuten verfolgen Ziele, die selten über das Profilieren als Berater oder Experte hinaus gehen.

Das ist insoweit nett, da auf diese Weise die Entscheider aus Politik und Wirtschaft jeglicher Verantwortung enthoben sind, da sie bei Nichtgefallen oder Fehleinschätzung einfach auf den Kreis der Experten verweisen (Ausschuß, Kommission oder Arbeitskreis) und schulterzuckend und mit vollem Ernst darlegen können, dass man die besten Köpfe eingekauft hatte. Was sind nun aber diese besten Köpfe? Weiterlesen »

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Digitale Seuche: Plaque im Netz



Plaque bedeutet Schild. Es ist bekannt als Belag aus Speiseresten und unseren ganz persönlichen Bakterien. Genau dasselbe Zeug finden wir auf jeder Website im Netz. Reste aus erlerntem Wissen und unser persönlicher Senf oben drauf. Wer in der letzten Zeit die Diskussionen rund um Chancen und Gefahren der digitalen Speisen im Netz verfolgte, wunderte sich nicht selten. Allen Ernstes diskutierten Wissenschaftler und Experten den inhaltlichen Kontext von menschlicher Sinnbildung und Mustererkennungsprozessen beim Durchforsten von Tabellenzellen in Datenbanken. Weiterlesen »

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Das Google sagt gaga

Nachdem Iran seine Revolution (nicht) hatte, Michael Jackson schon länger seine Ruhe genießen darf, ist die Meute der Meinungsbesitzenden weiter gezogen. Da gerade kein Skandal in Sicht war, hat man sich wieder auf die großen Firmen gestürzt, die aufgrund ihrer jüngsten Geschichte am meisten Sediment aufgewirbelt haben. Eine von denen ist das Unternehmen aus Mountain View. Da Google sich überall dort aufhält, wo früher der umherziehende Barde die Geschichten aus 1001 Nacht zum Besten gab, sind das heute die schneidenden Kanten der Medienwelt. Weiterlesen »

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