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So viele Tode gab es in Game of Thrones bisher

Wie viele Charakter haben uns in Game of Thrones schon verlassen?

Wir geben lieber schon am Anfang dieses Artikels eine amtliche Spoiler-Warnung raus! 

Dass die amerikanische Serie Game of Thrones neue Maßstäbe in der Welt der Serien gesetzt hat, ist weithin bekannt. Inzwischen hat sich um den Kampf um den eisernen Thron ein ganzes Universum an Fan-Fictions, Merchandise und verschiedensten Theorien zum Ende der Serie entwickelt. Lange müssen wir jetzt nicht mehr warten: In der Nacht zum 15. April können wir endlich die achte und damit finale Staffel des Fantasy-Epos bestaunen. Wo ihr die Folgen in Deutschland gucken könnt erfahrt ihr hier.

Eine Serie, die heraussticht

Nicht nur in Sachen Storytelling und Setting setzte Game of Thrones ganz neue Maßstäbe, sondern die Serie brach auch mit einigen der gängigsten Klischees, derer sich Zuschauer bis dato sicher sein konnten. Nämlich, dass Hauptcharaktere nicht sterben und die Guten am Ende immer gewinnen. Nach sieben Staffeln morden, foltern und bekriegen gab es sicherlich mehr als eine Handvoll Momente, in denen wir unseren Fernseher ungläubig und wütend angeschrien haben. Aber genau das macht die Serie auch so reizvoll. Wir wissen nicht, wer am Ende der achten Staffel auf dem eisernen Thron sitzen wird. Und wie viele unserer Lieblingscharaktere, die noch übriggeblieben sind, noch dran glauben müssen. Zeit einmal einen Blick zurück zu werfen, auf die Tode einer Serie, die wohl eine höhere Heldentod-Quote hat, als alles was wir bisher gesehen haben.

Keine halben Sachen

Gleich in der allerersten Staffel wusste der Zuschauer, GoT ist keine normale Serie. Als der vermeintliche Protagonist Ned Stark zum Ende der ersten Staffel geköpft wird, ist allen bewusst: hier ist niemand vor dem Tod sicher. Insgesamt 59 Tode werden in der ersten Staffel verzeichnet, darunter auch der des eigentlichen Königs von Westeros. Spätestens mit seinem Ableben ist der Kampf um den eisernen Thron eröffnet.

Die zweite Staffel wartet dann mit 130 Toten auf, wobei eigentlich nur ein essentieller Charakter stirbt, nämlich Renly Baratheon. Etwas gemächlicher, so denkt man zuerst, geht es in Staffel drei zu. Insgesamt 87 Charaktere segnen das Zeitliche. Doch die vergleichsweise geringere Anzahl der Tode täuscht nicht darüber hinweg, wie sehr uns die Bluthochzeit getroffen hat, in dessen Verlauf wir uns von unseren Stark-Lieblingen Robb und Catelyn verabschieden müssen.

Doch zumindest geht es in der nächsten Staffel dann mal den Lannistern an den Kragen. Denn in dieser Staffel wird der sadistische König Joffrey Baratheon vergiftet und Tywin Lannister von seinem eigenen Sohn ermordet. In der gesamten Staffel sterben 181 Charaktere, darunter allein 61 aus den Reihen der Wildlinge, in der Schlacht gegen die Nachtwache.

Kein Ende in Sicht

Aber dann nimmt die Serie in Staffel fünf ja erst richtig an Fahrt auf, was die Anzahl der Tode angeht. 246-mal kann man dem Tod in dieser Staffel bei der Arbeit zusehen. Darunter wird auch Jon Snow himself kurzzeitig aus dem Leben gerissen, auch, wenn er in der nächsten Staffel wiederbelebt wird. Ebenfalls in dieser Staffel geht es dann mit den White Walkern, also den weißen Wanderern, hoch her. Immerhin 59 Mitglieder der untoten Armee finden nun ihre hoffentlich endgültige Ruhe.

Frei nach dem Motto „da geht noch was“ sterben in Staffel sechs dann 540 Charaktere. Mitverantwortlich für diese hohe Zahl ist die berüchtigte Schlacht der Bastarde, in der Jon Snow auf den verrückten Ramsay Bolton trifft. Allein in der Folge, in der die Schlacht stattfindet, sterben so mal eben insgesamt 154 Soldaten. Und auch die Lannisters dürfen in dieser Staffel ordentlich Federn lassen: 166 ihrer Soldaten danken ab.

Bisher die Staffel mit den meisten Toden ist und bleibt aber Staffel sieben. Ganze 1.096-mal simulieren die involvierten Schauspieler in der fertigen Staffel das Löffel-abgeben. Dabei haben vor allem die White Walker große Verluste zu verzeichnen. Unglaubliche 838 Untote werden in dieser Staffel niedergemetzelt. Aber die endgültige Schlacht um das Schicksal von Westeros hat noch gar nicht begonnen!

Interessant ist aber auch zu betrachten, welche Charaktere inzwischen die meisten Personen auf dem Gewissen haben. Cersei Lannister liegt mit 199 Morden, die auf ihr Konto gehen, sogar noch vor den beiden Drachen Rhaegal und Drogon. Auch Jon Snow verzeichnet inzwischen 86 Kills und die nach außen hin unscheinbare Arya Stark hat auch schon 64-mal in der gesamten Serie ihren Gegnern die Radieschen von unten gezeigt.

Statista.com_game_of_thrones
Hier einmal die von der Website statista.com zusammengefasste Todes-Statistik

Endergebnis

Beeindruckende 2.339 Tode gab es bis zum Ende der siebten Staffel in Game of Thrones. Gerade in Anbetracht dessen, dass allein die Hälfte dieser Zahl aus der siebten Staffel kommt, können wir nur erahnen wie viele Charaktere in der nächsten Staffel hopps gehen werden. Dann, wenn sich endgültig entscheidet, ob die Königreiche in Westeros sich gegen die Bedrohung der weißen Wanderer behaupten können. Dann, wenn endgültig entschieden wird, wer das Machtspiel um den eisernen Thron gewinnt.

Die Grafik, auf die wir uns in diesem Artikel hauptsächlich beziehen wurde von der Washington Post veröffentlicht. Die Autoren haben sich die Mühe gemacht wirklich jeden Tod zusammenzutragen und wunderschön anschaulich illustriert darzustellen, weswegen wir hier noch mal auf das Original verlinken möchten. Dort findet ihr auch noch einmal genauere Informationen woran und aus welchem Grund die jeweiligen Charaktere dahingeschieden sind.

Jetzt nochmal bei Staffel 1 anfangen und selbst nachzählen (Provisionslink)


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Game of Thrones: Staffel 8 schauen: Wo? Wann? Und wie teuer?

In der Nacht vom 14. auf den 15. April ist es so weit: Die finale Staffel Game of Thrones startet. Unglaublich, dass die erste Folge bereits acht Jahre zurückliegt. Damals ahnte noch niemand, dass die Serie sich bald schon zu einem der größten Machwerke der Fernsehgeschichte entwickeln würde. Game of Thrones wurde sogar zum Wegbereiter einer ganzen Welle hochwertig produzierter Serien. Außerdem sprach der Kampf um den Eisernen Thron, mehr noch als bereits der Herr der Ringe, eine breite Masse an. Das Fantasy-Genre durfte sein Nerd-Stigma zum Teil ablegen und erhielt breiten Einzug in die Populärkultur.

Sieben Staffeln lang hieß es immer, dass der Winter naht (oder zuletzt schon da war). Nun naht der Abschluss der epischen Saga und wir haben die wichtigsten Informationen, wie ihr diesen genießen könnt.

Game of Thrones: Staffel 8 zu Release erst auf Sky

In Deutschland liegen die Rechte zur Erstausstrahlung der 8. Staffel erneut beim Pay-TV-Sender Sky. Als Abonnent der Dienste Sky Q, Sky Go oder Sky Ticket kommt ihr somit als erstes in den Genuss der neuen Folgen.

Wann könnt ihr die Folgen schauen?

Die neuen Folgen Game of Thrones: Staffel 8 laufen ab dem 15. April immer in der Nacht von Sonntag auf Montag um 3 Uhr auf dem Sender Sky Atlantic HD. Ab 4 Uhr stehen die Episoden schließlich auch via Sky Ticket, Sky Go und Sky Q bereit. Auch mit Sky Go und Sky Ticket könnt ihr Sky Atlantic als Live-Programm um 3 Uhr einschalten.

So viel kostet Game of Thrones: Staffel 8 über Sky

Für die letzte Game of Thrones Staffel bietet Sky derzeit ein Game of Thrones Special an. Für 14,99 Euro statt 19,98 Euro erhaltet ihr das Sky Entertainment Ticket, mit dem ihr zwei Monate auf ein breites Entertainment-Angebot zugreifen könnt, zu dem auch die neue Staffel sowie alle bisherigen Staffeln Game of Thrones gehören. Zu den weiteren Serien gehören unter anderem The Walking Dead, 9-1-1 und Westworld.

Während der Kampf um den Eisernen Thron tobt, steht die Zukunft Westeros‘ durch eine ganz andere Bedrohung auf dem Spiel. Können Jon Schnee (Kit Harrington) und Daenerys Targaryen (Emilia Clarke) den Kontinent retten? Image by Helen Sloan/HBO

Ab Dienstag über Amazon Prime Video, iTunes und Google Play kaufen

Eine Alternative zu Sky bieten diverse Plattformen, auf denen die Folgen in der Regel jeweils am Dienstag zur Verfügung stehen.

Amazon Prime Video

Auf Amazon könnt ihr die einzelnen Folgen für 2,99 Euro in HD (Provisionslink) kaufen. Das dürfte sich auch für die 8. Staffel nicht großartig ändern. Wie viel die 8. Staffel als Komplettpaket kostet, lässt sich aufgrund der Folgenlänge schwer sagen, der Preis dürfte aber unter 17 Euro liegen. Einmal gekauft, könnt ihr die Folgen sowohl auf Deutsch, als auch im Originalton schauen. 

iTunes

Auch auf iTunes findet ihr alle bislang erschienenen Staffeln von Game of Thrones. Die achte Staffel dürfte auch bald erhältlich sein. Im Gegensatz zu Amazon Prime Video, könnt ihr über iTunes jedoch nur komplette Staffeln kaufen.

Google Play

Unter den großen Anbietern darf natürlich auch Google Play nicht fehlen. Die Folgen der 7. Staffel werden derzeit einzeln für 2,49 Euro, als Staffel für 16,49 Euro, angeboten. Die kommende 8. Staffel dürfte sich in einem ähnlichen Preis-Rahmen bewegen.

Weniger Folgen, dafür länger

Bereits die 7. Staffel umfasste lediglich sieben Folgen. Game of Thrones: Staffel 8 hat nochmal eine Folge weniger. Dafür sind die letzten vier Folgen allesamt in Spielfilm-Länge.

  • Folge 1 (15. April, 3 Uhr): 54 Minuten
  • Folge 2 (22. April, 3 Uhr): 58 Minuten
  • Folge 3 (29. April, 3 Uhr): 82 Minuten
  • Folge 4 (06. Mai, 3 Uhr): 78 Minuten
  • Folge 5 (13. Mai, 3 Uhr): 80 Minuten
  • Folge 6 (20. Mai, 3 Uhr): 80 Minuten

Vorsicht vor Spoilern

Wer die neuen Folgen nicht gleich in der Erstausstrahlung schaut, sollte im Internet aufpassen. Zwar werden einige Portale sicherlich darauf achten, Fans nicht übermäßig zu spoilern, doch andere werden sich klickträchtige Überschriften nicht verkneifen. Noch gefährlicher sind sogar die sozialen Medien. Meidet bestimmte Hashtags oder schaltet sie besser gleich stumm, wenn ihr erst später in den Genuss kommt. Kopfhörer können euch zudem vor ungewollten Spoilern auf dem Weg zur Arbeit schützen. 

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Von der Fiktion in die Wirklichkeit: Diese Dinge aus dem Roman QualityLand sind schon Realität

„Come to where the quality is! Come to QualityLand”, sind die ersten Worte aus dem Reiseführer für QualityLand, die uns in Marc-Uwe Klings Bestseller aus 2017 begrüßen. Die in diesem Buch libertär-dystopische Zukunftsversion einer Welt, in der nur noch Gewinnmaximierung und Fortschritt zählt, hat viele Leser regelrecht vor dem Buch gefesselt. Wohl auch aufgrund der gewohnt sympathischen Figuren Klings, die sich oft einem beinahe kafkaesken System gegenübersehen. Erst kürzlich verkündete der Autor selbst auf Twitter, der amerikanische Fernsehprogrammanbieter HBO würde seinen Roman in eine Serie umwandeln. Wir sind in jedem Fall gespannt auf das Endergebnis. Gleichzeitig kommen wir nicht umhin, uns zu fragen: Wie realistisch sind die dystopischen Vorstellungen im Roman? Oder anders ausgedrückt: Wie viel QualityLand steckt in unserer Realität? Wir haben einmal fünf Zukunftstechniken aus QualityLand zusammengetragen, die sich bereits in der Wirklichkeit anbahnen.

Die Zukunft des Online-Shopping

„Exakt in dem Augenblick, als Peter zu Hause ankommt, trifft eine Lieferdrohne von TheShop ein. Über Zufälle dieser Art wundert sich Peter schon lange nicht mehr. […] Wer sich durch nur einen Kuss auf sein QualityPad für OneKiss anmeldet, bekommt fortan alle Produkte, die er bewusst oder unbewusst haben will, zugeschickt, ohne sie bestellen zu müssen.“ (Marc-Uwe Kling, QualityLand, Ullstein Buchverlage GmbH, 2018, Seite 17-18)

Dass Drohnen Pakete liefern ist nicht unbedingt eine Neuigkeit. Amazon arbeitet schon seit geraumer Zeit an einer zuverlässigen Technik, die das Liefern mit Drohnen ermöglichen soll. Drohnen sollen dann den Kunden innerhalb von 30 Minuten ihr Wunsch-Produkt liefern. Auch deutsche Unternehmen wie DHL probieren sich im Moment in Beta-Tests an den Drohnen aus. Wirklich interessant ist aber der zweite Teil des Zitats. Google und Co werten schon heute unser User-Daten aus und auch Onlineshops speichern genau, was wir auf ihren Websites angucken. Aus all diesen Daten lassen sich schon heute sogenannten Predictive Analysen erstellen, die schon jetzt herausfinden können, ob jemand schwanger ist, oder an einer Krankheit leidet. Diese Technik ist natürlich auch für Online-Händler höchst interessant. Sie könnten mit diesen Verhaltens-Analysen vorhersagen, was ihre Kunden wann kaufen wollen.

Online-Shopping wird interaktiver

„Denise guckt ihre Lieblingsserie. Es ist eine alte Show über vier Frauen, die in einer Stadt namens New York leben. „Stopp“, sagt sie, und das Bild friert ein. „Die Bluse von Carrie Bradshaw.“ Auf dem Bildschirm wird die Bluse markiert, die die Schauspielerin trägt. Produktname, Markenname und aktueller Preis bei TheShop […] werden eingeblendet.“ (Marc-Uwe Kling, QualityLand, Ullstein Buchverlage GmbH, 2018, Seite 126)

Nicht nur künstliche Intelligenzen und Predictive Analysen werden das Online-Shopping beeinflussen, sondern auch die Art wie wir einkaufen wird sich verändern. Erst kürzlich integrierte Instagram in den USA ein Bezahlsystem, das es ermöglicht, sofort in der App zu shoppen. Bei Snapchat soll es bald sogar eine Funktion geben, mit der man zum  Beispiel ein Bild von einer Handtasche machen, und sofort Online-Shops vorgeschlagen bekommen kann, wo es diese Handtasche zu kaufen gibt. Die neue Funktion Google Lens für Smartphones schlägt ebenfalls in diese Kerbe. Wenn der User seine Kamera auf Gebäude oder Gegenstände richtet, erkennt Google Lens die Objekte und gibt Informationen und bei Produkten auch Online-Shops vor. Hier sind wir der Idee in QualityLand also schon fast ebenbürtig.

Fokussieren auf die wichtigen Dinge

„Eine neue Frage erscheint auf Sandras Brille: „Möchtest du, dass QualityPartner automatisch Ort und Termin für ein Rendezvous mit deinem Partner ausmacht?“ Sandra fokussiert ihre Pupillen wieder auf „OK“.“ (Marc-Uwe Kling, QualityLand, Ullstein Buchverlage GmbH, 2018, Seite 49)

Es ist vielleicht eher ein kleines Detail, auf das wir uns hier stützen. Aber die Technologie hinter Eyetracking ist einfach zu interessant, um sie an dieser Stelle nicht einmal zu erwähnen. Gerade für Menschen mit eingeschränkten motorischen Fähigkeiten durch Alter, Unfälle oder Behinderung gibt es schon heute technische Geräte, die sich komplett mit der Eyetracking-Technologie steuern lassen. Ein Beispiel gefällig: Der Tobii Eye Tracker 4C ist ein Gerät, das für 150 Euro online gekauft und dann mit einem PC mit Windows 10 verbunden werden kann. Das längliche Board erkennt anhand von Infrarot-Strahlen, wie sich die Augen des Benutzers bewegen und ermöglichen Laut Test der COMPUTER BILD eine komplette Benutzung der Windows Oberfläche, nur mit den Augen.

KIs übernehmen die Kunstszene

„Ich bin Kalliope 7.3. Die weltbekannte E-Poetin. Verfasserin des erfolgreichen historischen Romans „Die Praktikantin und der Präsident.“ […] „Es ist Ihnen vielleicht auch bekannt, dass schon seit geraumer Zeit die erfolgreichsten Romane von E-Poeten verfasst werden, also von künstlichen Intelligenzen, die die marktkonformste Zusammenstellung von Wörtern ausrechnen?“ (Marc-Uwe Kling, QualityLand, Ullstein Buchverlage GmbH, 2018, Seite 65)

Wir berichteten vor Kurzem von AICAN, der ersten KI, die eigenständig Gemälde erstellt und diese für bis zu 18.000 US-Dollar verkauft. So weit hergeholt ist die Idee hinter Kalliope 7.3 also nicht. Denn auch aus der Welt der Literatur gibt es inzwischen schon einige KIs, die ihre Fähigkeiten als „E-Poeten“ unter Beweis stellen wollen. Der Autohersteller Lexus ließ sich vor Kurzem zum Beispiel das Drehbuch für seinen Werbespot von einer künstlichen Intelligenz schreiben. Auch die KI der Firma OpenAI versucht sich jetzt an kreativen Geschichten, und damit ist sie erfolgreicher, als die meisten anderen ihrer Art. Trotz all diesen Fortschritten stehen künstliche Intelligenzen, die kreativ sein sollen, aber noch vor einigen Herausforderungen, wie wir bereits einmal erörtert haben. Auf eine ausgeklügelte KI wie Kalliope 7.3 müssen wir also noch ein wenig warten. Diese leidet im Buch übrigens an einer Schreibblockade, übernimmt also sogar menschliche Fehler.

Autos übernehmen bei Unfällen

„Als sich Peter Arbeitsloser in einem autonomen Fahrzeug auf dem Weg nach Hause befindet, beginnt er eine Unterhaltung mit der KI des Autos. Diese teilt ihm mit, dass sie bei Autounfällen selbst die Kontrolle übernimmt und ausrechnet, welcher Ausgang des Unfalls den kleinstmöglichen Schaden verursachen würde. Daraus resultiert die KI: „Eine Maschine reagiert viel schneller und hat Zeit für genau diese komplexe Überlegung. Für uns beinhaltet fast jeder Unfall eine moralische Entscheidung.“ (Marc-Uwe Kling, QualityLand, Ullstein Buchverlage GmbH, 2018, Seite 154)

Ja, auch in diese Richtung wird im Moment schon geforscht. In einem Experiment des nature-Wissenschafts-Magazines wurde getestet, wie sich autonome Autos im Falle eines Unfalls verhalten würden. Wie sie sich zum Beispiel entscheiden würden, wenn entweder die Insassen des eigenen Fahrzeuges sterben müssten, oder drei Rentner, die die Straße gerade überqueren. In dem Experiment versuchten die Wissenschaftler zu analysieren, welche Moralvorstellungen überhaupt in die KIs implementiert werden sollten. Sie fanden heraus, dass Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen auch unterschiedliche Moralvorstellungen vertreten. Diese einer künstlichen Intelligenz beizubringen dürfte eine große Herausforderung der Zukunft sein.

Es ist erstaunlich zu sehen in welchem Tempo sich im Moment die Technik weiterentwickelt. Dabei kommen wir der Fiktion des Sci-Fis und fiktionalen Zukunftsszenarien aus allen Genres immer näher. Bei der Recherche wurde ich selbst ein wenig überrumpelt, wie viele Dinge aus dem Roman von Marc-Uwe Kling inzwischen schon in der Realität auffindbar sind. Dass die technische Revolution in der Zukunft unseren Alltag umkrempeln wird, dessen sind sich viele sicher. Bleibt zu hoffen, dass wird dafür, anders als die Charaktere in QualityLand, nicht unsere Demokratie und Freiheit aufgeben müssen.

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Image by khius / adobestock.com

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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

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  • TWITTER zeit: Twitter bleibt im Iran formell verboten: Was in unserem Alltag für den Großteil regulärer und selbstverständlicher Bestandteil ist, wird im Iran schon schwieriger. Dort sind soziale Medien verboten. So auch der Kurznachrichten-Dienst Twitter. Den Dienst und andere Netzwerke nutzen laut einer Studie mehr als die Hälfte aller Iraner, obwohl sie verboten sind. Selbst hochrangige Offizielle, wie Präsident Hassan Ruhani, nutzen den Dienst, verboten soll er aber trotzdem bleiben. Daran hält die Justiz weiterhint fest.

  • BUNDESTAGSWAHL welt: Google zeigt, was Deutsche zur Bundestagswahl suchen: Schulz oder Merkel – in etwas mehr als einem Monat müssen sich die wahlberechtigten vor den Wahlurnen genau dieser Frage stellen. Wie in so vielen Belangen informiert sich der digitale Wähler im Netz und über Suchmaschinen. Auf der Website 2q17 präsentiert Google jetzt sein neues Datenprojekt zur Bundestagswahl in Deutschland. Dort zeigt der Konzern, was die Deutschen zur Wahl im September interessiert und wonach sie suchen.

  • HACKER heise: Erpressung von HBO: Hacker veröffentlichen mehr Material: Bereits seit einigen Wochen darf sich einer der größten TV-Sender der USA, der Bezahlsender HBO, mit Hackern herumschlagen. Rund 1,5 Terabyte Daten wurden kopiert und so schaffte es auch die damals aktuelle Folge der Erfolgsserie „Game of Thrones“ noch vor dem offiziellen Start ins Netz. Die Hacker, die sich auch als „White Hat“ bezeichnen, drohten aktuell mit der Veröffnetlichung weiteren Materials. Dieses Mal soll sich aber kein Material der beliebten HBO-Serie „Game of Thrones“ unter den Veröffentlichungen befinden. Sie hatten eine unbekannte Summe in Bitcoins verlangt, die innerhalb einiger Tage gezahlt werden sollte. 

  • E-COMMERCE t3n: Lieferservice: Discounter Aldi greift Amazon Fresh auf US-Markt an: Amazon ist nicht immer der erste Konzern, der bestimmte Dienste anbietet, aber mausert sich oft zum Platzhirsch. So scheint dies auch der Fall beim Konzept Amazon Fresh, einem Lieferservice, der frische Lebensmittel bringt. In Deutschland verzichtet Aldi bisher auf einen Bringdienst für Lebensmittel. In den USA startet der deutsche Discounter dagegen einen solchen Lieferservice und macht Amazon Fresh damit ganz klar Konkurrenz.

  • APPLE golem: Telekom bietet iPhone-8-Reservierung an: Alle Jahre wieder scharen sich die Apple-Jünger im September um die App-Stores, in der Hoffnung eines der heiß ersehnten Smartphones zu ergattern. Traditionsgemäß werden dann die neuen Modelle vorgestellt. Die Telekom verspricht, Kunden per SMS oder E-Mail zu informieren, wenn die Geräte angekündigt wurden. Wer dann bestellt und das elektronische Ticket vorzeigt, soll das gewünschte Gerät früher bekommen als andere Kunden. 

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Die menschliche Natur: Wo die Serie Westworld falsch lag

The Wild West (adapted) (Image by Chris Bickham [CC BY 20] via flickr)

Ein zentrales Thema in der neuen Science-Fiction-Serie Westworld von HBO von  ist die Frage danach, was genau Menschsein bedeutet. Die Serie spielt in einem großen Erlebnispark für Erwachsene, der nach dem Vorbild einer amerikanischen Westernstadt gebaut wurde und von intelligenten und lebensechten Robotern bewohnt wird. Über die Jahre wurden die Roboter – auch Wirte genannt – immer weiter entwickelt. Sie sehen Menschen immer ähnlicher und benehmen sich auch so. Deshalb haben sie damit begonnen, von ihrer Programmierung abzuweichen. Sie sind unberechenbar – genauso wie wir Menschen.

Während die Zuschauer dazu eingeladen werden, über die Menschlichkeit in Robotern zu reflektieren, liegt die Ironie von „Westworld“ darin, dass die reichen, menschlichen Gäste des Parks eher unmenschlich wirken. Sie leben ihre wildesten Fantasien aus. Hier kommt es nicht darauf an, wie verdorben sie sind. Sie misshandeln und töten die Wirte, ohne mit der Wimper zu zucken, sie empfinden dabei sogar eine gewisse Freude. Ein Besucher erschießt ohne jeglichen Grund einen Wirt in einer Bar und ruft danach: „Das nenne ich Urlaub!“

Durch den sadistischen Umgang der Gäste mit den Wirten wird ein düsteres Bild der menschlichen Natur gezeichnet. Als Zuschauer wird man gezwungen, sich zu fragen: Was würden wir machen, wenn wir Westworld besuchten? Könnten wir wirklich einen menschlich wirkenden Wirt ins Gesicht schießen, wenn dieser um Gnade fleht? Psychologen haben versucht, herauszufinden, wie die meisten Menschen tatsächlich in Westworld agieren würden.

Das Bewusstsein der Roboter verstehen

Unsere Bereitschaft, jemandem zu schaden, hängt teilweise davon ab, was wir denken, das dieser jemand denkt und fühlt. Im Jahr 2007 haben die Psychologen Heather Gray, Kurt Gray und Daniel Wegner eine Studie darüber ins Leben gerufen, was Menschen über das menschliche, tierische und mechanische Bewusstsein denken. Indem sie die Antworten von über 2000 Teilnehmern eines Onlinefragebogens ausgewertet haben, fanden sie heraus, dass die Teilnehmer die mentale Kapazität auf zwei unabhängige Faktoren stützen: das Fühlen von Schmerz und Freude („Erfahrung“) und die Fähigkeit Pläne und Entscheidungen zu machen („Handlungsfähigkeit“).

Die Teilnehmer wurden auch danach gefragt, wie schlimm es für sie wäre, verschiedenen Charakteren etwas anzutun. Zum größten Teil ordneten sie dies als „sehr schlimm” ein, wenn Charaktere einen hohen Anteil an „Erfahrung“ (die Fähigkeit zu fühlen) hatten. Allerdings hatten die Schätzungen der „Handlungsfähigkeit“ (Fähigkeit zu Planen und Entscheidungen zu treffen) – egal ob „sehr viel” oder „nicht so viel” – weniger Einfluss auf das Gefühl beim Verletzen eines Charakters.

Ein anderes Beispiel beschreibt einen Charakter mit dem Fragebogen Kismet, ein sozialer Roboter der Gefühle durch Gesichtsbewegungen ausdrücken kann. Kismet wurde erfahrungstechnisch einigermaßen hoch eingeschätzt, bei der Handlungsfähigkeit jedoch eher niedrig. Daraus resultierte, dass der durchschnittliche Teilnehmer eher dazu bereit war, ihm etwas anzutun. Das ähnelt der Gleichgültigkeit der Gäste in Westworld, denen es nichts ausmacht, den Roboter-Bewohnern wie dem Wirt etwas anzutun. Aber da gibt es einen Unterschied zwischen Robotern wie Kismet und den Wirten in Westworld. In Westworld sind die Wirte nicht von den Menschen zu unterscheiden. Das gilt für das Aussehen und das Benehmen. Sie werden von menschlichen Schauspielern dargestellt und können sogar bluten.

In der zweiten Folge hat der Charakter William, der den Park zum ersten Mal besucht, folgende Unterhaltung mit einem Wirt:

„Bist du echt?”

– „Na, wenn du das nicht sehen kannst, dann tut es doch auch nichts zur Sache, oder?”

Die Hauptsache, in der du oder ich oder William entscheidet, ob die andere Person einen Verstand hat, liegt darin, dass wir das Aussehen und das Benehmen beobachten. Wenn der Wirt aber menschlich aussieht und sich auch so benimmt, kann es schwierig werden, das Gefühl abzuschütteln, dass er ein Bewusstsein hat und Schmerzen fühlen kann, auch wenn uns erzählt wurde, dass dem nicht so ist.

Eine Studie aus dem Jahr 2012, die von Kurt Gray und Daniel Wegner entwickelt wurde und von den Grusel der lebensechten Roboter untersucht, unterstützt die Idee, dass das Aussehen der Roboter einen großen Anteil daran hat, wie wir die Eigenschaft einschätzen, wie es ist, etwas zu fühlen.

In einer Reihe von Experimenten haben sie herausgefunden, dass Roboter, die eher lebensecht erscheinen, so eingeschätzt wurden, dass sie auch eher Schmerz und Freude zu empfinden in der Lage sind. Das hat die Teilnehmer beunruhigt. In einem Experiment wurde 105 Teilnehmern ein Video über den Roboter KASPAR gezeigt – einmal von vorne, wo man ein menschenähnliches Gesicht sah und von hinten, wo man die Mechanik und Kabel sehen konnte. Wenn KASPAR von vorne angeschaut wurde, bekam er in Sachen Erfahrung“ höhere Werte zugeschrieben, zugleich empfand man ihn aber als gruselig.

Das suggeriert, dass die meisten Westworld-Gäste nicht einfach einen lebensähnlichen Wirt in die Hand stechen und dann zusehen könnten, wie dieser sich unter dem Schmerzen quält (was genau das ist, was Williams‘ Schwager Logan in der zweiten Episode macht). Stattdessen würden die meisten von uns mit Entsetzen reagieren.

Entmenschlichte Roboter, entmenschlichende Menschen

Aber manche Leute können herzlose Gewalt ausführen, sogar gegen echte Menschen. So etwas ist einfacher, wenn der Täter das Opfer entmenschlicht, indem er es behandelt, als hätte es kein eigenes Bewusstsein. Wenn man die Geschichte betrachtet, wurde so bei vielen Genoziden gehandelt, als wären die Opfer nichts weiter als lästige Tiere wie Ratten oder Kakerlaken.

Das sehen wir bei „Westworld“ auch: die Mitarbeiter des Parks werden dazu angehalten, die Wirte als hirnlos und wertloser als Menschen zu betrachten. In einer Szene zum Beispiel rügt Dr. Ford (gespielt von Anthony Hopkins), Westworlds mysteriöser Erfinder, einen Techniker dafür, dass er einen nackten Wirt bedeckt, während er an ihm arbeitet:

„Warum ist der Wirt bedeckt? Wolltest du verhindern, dass er friert oder sich schämt? Du wolltest seinen Anstand bedecken. Er friert nicht! Er schämt sich nicht! Er fühlt nichts, was wir ihm nicht gesagt haben, das er fühlen soll.”

Er schneidet in der Folge ganz nebenbei das Gesicht des Wirts mit einem Skalpell auf, um seinen Standpunkt zu verdeutlichen: Wirte sind hirnlos – und damit keine Menschen. Denkt man so von ihnen, können die Mitarbeiter jede Misshandlung rational einordnen.

„Westworld“ wirft also einen unrealistischen Blick auf die typische menschliche Natur. Die Serie erinnert gleichzeitig daran, wie sehr wir dazu fähig sind, Schaden anzurichten. Dadurch, dass die Wirte menschlich aussehen und handeln, würde es uns wahrscheinlich schwerer fallen, ihnen etwas anzutun. Gleichzeitig könnte es aber auch sein, dass wir, wenn man uns beibringen würde, die Wirte als weniger denn menschlich anzusehen, uns die Frage stellen müssen, ob man uns auch dazu bringen könnte, andere Menschen für ebenso wertlos zu halten?

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation” unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) The Wild West“ by Chris Bickham (CC BY 2.0)


 

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Niederlande: Bußgeld wegen Verletzung der Netzneutralität

Wifi (adapted) (Image by tejasp [CC0 Public Domain] via Pixabay)

In den Niederlanden wurden zwei Telekommunikationsunternehmen wegen Verletzung der Netzneutralität mit Bußgeld belegt. Im Januar 2013 traten die Bestimmungen zur Netzneutralität im Niederländischen Telekommunikationsgesetz in Kraft. Artikel 7.4a garantiert die Netzneutralität und verbietet prinzipiell den Anbietern der öffentlichen Kommunikationsnetzwerke, die den Zugang zum Internet liefern, den Zugriff von Internetabietern, die bestimmte Anwendungen und Dienste im Internet ermöglichen, zu drosseln. Es wurde ihnen außerdem verboten, die Gebühren für den Zugang zum Internet abhängig vom Serviceangebot und den Anwendungen zu gestalten, die diese anbieten oder nutzen.

Diese Bestimmungen setzte nun die ACM (Niederländische Verbraucherschutzbehörde) durch. Im Dezember 2014 veröffentlichte die Verbraucherschutzbehörde zwei Bescheide gegen die Telekommunikationsunternehmen KPN und Vodafone, die im Januar dieses Jahres an die Öffentichkeit gelangten.

KPN und WLAN-Hotspots – Vodafone und HBO

Die niederländische Telekommunikationsfirma KPN bot Internetzugang mittels WLAN-Hotspots an verschiedenen Orten an, wie beispielsweise dem Flughafen. Durch diese Hotspots hatten die Nutzer Zugang zu einem kostenlosen Basisnutzerzugangsservice. Dieser schloss bestimmten Datenverkehr wie BitTorrent, FTP, SSHA, Telnet oder Voice over IP aus. Wenn Nutzer diesen Datenaustausch nutzen wollte, mussten sie für ein Premiumserviceangebot zahlen, oder Kunde der KPN sein. Ein anderer Anbieter, der VoIP anbot, reichte hiergegen Beschwerde bei der ACM ein. Es wurde entschieden, dass diese Praxis dem Unternehmen schadete und daher nicht gerechtfertigt sei. Die KPN selbst räumte einen Fehler ein und akzeptierte die Geldstrafe von 250.000 Euro.

Vodafone warb damit, seinen Kunden einen dreimonatigen kostenlosen Zugang zur HBO-App freizuschalten. Diese App ermöglicht es, das Kabel- und Satellitenprogramm der HBO zu nutzen. Das Angebot verletze die Neutralitätsklausel aufgrund positiver Diskriminierung. Nutzer würden hierdurch zu einem bestimmten Service gelenkt, dies wirke sich nachteilig auf die Wahlfreiheit und Entwicklungen innerhalb der Internetproviderbranche aus. Vodafone wurde zu einer Strafe vo 200.000 Euro verurteilt.

Beide Unternehmen meinten hierzu, die Gesetzesgebung sei in diesen Fällen nicht eindeutig genug. Das niederländische Wirtschaftsministerium arbeitet seit 2014 an Leitlinien, die mehr Klarheit in die wichtigsten Angelegenheiten der niederländischen Netzneutralität bringen sollen. Ein wichtiger Punkt hierbei ist das Konzept des Internetzugangsservice.

Unternehmen berufen sich auf unklare Rechtslage

KPN und Vodafone nahmen sich der Vorwürfe des Verbraucherschutzes an und erklärten zunächst, sie hätten die Geschäftsbedingungen dahingehend noch nicht geändert, weil sie noch auf eine Festlegung der Leitlinien warteten. Sie teilen mit, sie hättem nicht gewusst, ob sie einen derartigen Zugang zum Internet anbieten würden – ein reichlich überraschendes Statement, denn während der Debatten im Parlament wurde deutlich, dass das Konzept des Internetzugangs so offen wie möglich gestaltet werden sollte, was auch WLAN-Hotspots mit einschließt.

Besonders seltsam scheint hierbei, dass Vodafone aussagt, sie würden auf eine eindeutige Klärung warten, denn bereits im Vorfeld mussten sie sich den Konsequenzen in ganz ähnlichen Fällen stellen, als schon einmal eine kostenlose App angeboten wurde. Es handelte sich hierbei um eine App namens Sizz, die Zugang zum niederländischen Fernsehsender RTL erlaubte. Laut Vodafone war dies aber eine völlig andere Situation, da die App nur für Vodafone-Kunden zugänglich war, die HBO-App hingegen ist auch auf dem Markt frei erhältlich. Laut Vodafone bedeutete dies, dass der Service nicht ausschließlich in Kombination mit einer Mitgliedschaft aktiviert werden könne. Das scheint jedoch unlogisch, betrachtet man das Angebot mit dem HBO-Zugang, der ausschließlich für Mitglieder zugänglich war.

Rechtsdurchsetzung wirkt positiv

Die beiden Entscheidungen hatten einen direkten positiven Effekt auf den niederländischen Markt im Bereich Telekommunikation. Duch das Verbot der positiven Diskriminierung wurden die Anbieter gezwungen, mit den gängigen Preisen und Datenvolumen zu konkurrieren. KPN kündigte neulich an, das Datenvolumen zu erhöen, während gleichzeitig die Preise gesenkt werden sollen, um den Kunden ein Rundum-Sorglos-Paket anzubieten.

Momentan warten alle auf die Leitlinien des Wirtschaftsministeriums und die Gesetzesfestlegungen der EU. Die momentanen Vorschläge, die darauf eingehen sollen, die Netzneutralität abzusichern, verhindern jedoch nicht eine mögliche positive Diskriminierung.

Das würde den Druck auf die niederländischen Bestimmungen deutlich erhöhen, obwohl die Anzahl der Länder, die diese Preisdiskriminierung erkennen und verbieten, weiter ansteigt. Es bleibt daher wahrscheinlich, dass die EU solche Möglichkeiten weiterhin erlaubt.

Dieser Artikel erschien zuerst im EDRi-gram vom 11. Februar 2015 und steht unter CC BY 3.0. Übersetzung von Anne Jerratsch.


Image (adapted) „Wifi“ by tejasp (CC0 Public Domain)


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5 Lesetipps für den 16. Oktober

In unseren Lesetipps geht es heute um HBOs eigenen Streamingdienst, eine Umfrage, die die Sichtweise des Silicon Valley zeigt, das mögliche Ende der Netzneutralität für Werbung, einen Dienst, der Gründerwissen sammelt, und Sascha Lobos neue Kolumne. Ergänzungen erwünscht.

  • STREAMINGDIENST: Golem: Netflix unter Druck: HBO plant eigenen Streamingdienst: Der amerikanische Kabelsender HBO macht Netflix Konkurrenz und kündigte an, ab 2015 einen eigenen Streamingdienst für Serien anzubieten. Der Grund hierfür ist, dass Time Warner, der Mutterkonzern von HBO, sich stärker um Kunden kümmern möchte, die zwar einen Internetanschluss von Timer Warner, aber kein Kabelfernsehen haben. Im Gegensatz zu Netflix hat HBO nicht nur eine Handvoll eigens produzierte Serien, sondern deutlich mehr eigenen Content als der ebenfalls amerikanische Konkurrent. Dadurch dürfte es HBO leicht haben, Kunden für das Zusatzangebot zu begeistern.

  • SILICON VALLEY: The Atlantic: The View From the Valley: The Atlantic hat seine erste Silicon Valley Insider-Umfrage veröffentlicht. In dieser wurden 50 Führungskräfte, Innovatoren und Denker insgesamt 19 Fragen wie “Welches Tech-Unternehmen ist am überbewerteten?” oder “Was ist das meist begehrteste Statussymbol im Silicon Valley?” gestellt. Die Ergebnisse dieser Umfrage wurden von The Atlantic übersichtlich und anschaulich aufbereitet und liefern ein gutes Bild, was die Führungskräfte, Innovatoren und Denker aus dem Silicon Valley denken.

  • NETZNEUTRALITÄT: The Wall Street Journal: Naht das Ende der Netzneutralität für Werbung?: Wenn es nach dem israelischen Startup Shine geht, könnten sich in Zukunft die Telekommunikationsunternehmen mit einem dreisten Plan ihre Anteilen an den Werbeerlösen erkämpfen und somit die Netzneutralität bei Werbung im Internet kippen. Shine Technologies hat nämlich eine Technologie entwickelt, mit der sich Werbung anders behandeln lässt als andere Daten. Laut Roi Carthy, Marketingchef bei Shine, wollen einige große Telekommunikationsunternehmen in den nächsten Monaten Anzeigen blockieren. So sollen die Werbenden zu Verhandlungen gezwungen werden und anschließend einen Teil der Werbeeinahmen an die Telekommunikationsunternehmen abstottern.

  • STARTUPS: t3n: Lernen von Entrepreneuren: The How sammelt Gründerwissen: Mit The How gibt es nach Primer nun den nächsten Dienst, der Startups hilfreichen Content bieten möchte. Anders als Primer erscheint das Projekt der Lean Startup Production aber nicht als App, sondern als übersichtliches Sammelsurium an nutzerwertigem Content. Dieser soll zeigen, wie Startups aufgebaut sind und wie sich diese skalieren lassen. Zusätzlich zu dem kostenlosen Angebot soll The How auch mit Videobeiträgen in Form von Webcasts ergänzt werden.

  • EINFLUSS: Spiegel Online: Sascha Lobo über die Macht der Mädchen im Internet: In seiner neuen Kolumne schreibt Sascha Lobo bei Spiegel Online, warum Mädchen zwischen 13 und 20 Jahren mit ihrem Smartphone “die Welt beherrschen”. Laut Lobo habe das Verhalten der weiblichen Teenager großen Einfluss auf die Netz- und Medienkonzerne, da diese durch die intensive Nutzung der sozialen Medien Trends entstehen lassen, die immer stärker sowohl die digitale als auch nicht-digitale Welt beeinflussen. An verschiedenen aktuellen Beispielen erläutert Lobo seine Position, wobei seine These, dass als Nächstes die Mädchen die Finanzwirtschaft umkrempeln werden, meiner Meinung nach dann doch ein bisschen überspitzt formuliert ist. Lobos Gedanken sind aber auch so erfrischend und lesenswert.

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Videokolumne: Über Pädophilie, Qualitätsfernsehen und große Fragen

In der Videokolumne geht es heute um das Andenken an Michael Glawogger, existenzielle Gespräche von Puppen und das Leben eines jungen Mannes mit pädophilen Neigungen. // von Hannes Richter

Michael Glawogger

Ab und zu gibt es in der Videokolumne auch Radioprogramme, die sich zum Beispiel in den Mediatheken der ARD finden lassen. In diesem hier aus den USA geht es um einen jungen Mann, der sich zu Kindern hingezogen fühlt und einen mutigen Weg findet, damit umzugehen. Die Radio-Reihe This Is American Life beschäftigt sich mit Geschichten und Lebenswegen abseits dessen, was in den üblichen Medien gezeigt wird. Ähnliches läst sich über den kürzlich verstorbenen Filmemacher Michael Glawogger sagen. Wie groß der Verlust für das Kino ist, lässt sich erahnen, wenn man sich die Zeit nimmt und ihm eine Stunde zuhört. Kürzer ist das komplett improvisierte Gespräch zwischen Kermit dem Frosch und Fozzy Bear und der Film Burton und Taylor zeigt, dass es manchmal doch Qualitäts-TV aus Übersee ins deutsche Fernsehen schafft.

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