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Am Pranger – Heiligt der Zweck die Mittel?

Internet (adapted) (Image by Glenn Carstens-Peters) via Unsplash [CC0 Public Domain]

Warum nicht die Justiz mal in die eigene Hand nehmen und seinem Ärger Luft machen? Das dachte sich die sogenannte „Initiative für sichere Straßen“ und rief im Frühjahr 2014 das Online-Portal fahrerbewertung.de ins Leben. Sein Zweck: Nutzer können gefährliches Verhalten anderer Autofahrer für jeden einsehbar anprangern. Natürlich sind die Nutzer ebenfalls dazu angehalten, besonders guten Fahrstil löblich hervorzuheben.

Das Oberverwaltungsgericht in Nordrhein-Westfalen hat die derzeitige Ausgestaltung des Portals nun für unzulässig erklärt. Fahrerbewertung.de würde gegen datenschutzrechtliche Bestimmungen verstoßen – die Verantwortlichen müssen das Portal anpassen, sodass in Zukunft „nur noch der jeweilige Halter oder die jeweilige Halterin eines Fahrzeugs die dafür abgegebenen Bewertungen einsehen kann und sich zu diesem Zweck zuvor registrieren muss.

Darf man Menschen im Internet bloßstellen?

Und seien wir ehrlich: Wir alle ärgern uns hinter dem Steuer über Drängler und Rechtsüberholer. Auf den ersten Blick mag ein solcher Online-Pranger recht trivial wirken, doch Portale wie fahrerbewertung.de sind Teil einer schwierigen Frage, der wir uns als Gesellschaft im Internet-Zeitalter stellen müssen: Darf man Menschen im Internet aufgrund ihres Fehlverhaltens bloßstellen? Dabei geht es kaum um rechtliche, sondern in erster Linie um moralische Fragen. Die Debatte um die Möglichkeiten der Online-Prangern, sei es auf speziellen Plattformen oder sozialen Netzwerken, ist definitiv nicht neu. Man denke beispielsweise an den Aufschrei, den es einst rund um das Kinder- und Jungendportal ’spickmich.de‘ (derzeit offline) gab. Dort konnten Schüler ihre Lehrer anonym bewerten – einhergehend mit der Diskussion, ob man Pädagogen auf diese Art und Weise öffentlich ächten dürfe. Aber auch zehn Jahre später scheint die Debatte rund um Online-Pranger auf keine Lösung zuzusteuern.

In den beiden genannten Fällen können solche Hinweise im Netz durchaus seine Wirkung zeigen. Lehrer, die ihre Unterrichtsmethoden überdenken oder Autofahrer, die sich im Straßenverkehr umsichtiger verhalten, sind ein Beispiel. Online-Pranger sind letztlich nichts anderes als eine Form der Selbstregulierung. Das kann funktionieren, aber zu welchem Preis?

Online-Pranger außer Kontrolle

Welche Auswirkungen der wütende Internet-Mob haben kann, erleben wir in trauriger Regelmäßigkeit. Schonmal den Namen Justine Sacco gehört? 2013 schickte sie ihren 170 Twitter-Followern einen schlechten Scherz, stieg in ein Flugzeug nach Kapstadt und landete nach elf Stunden in einem gewaltigen Shitstorm. “Going to Africa. Hope I don’t get AIDS. Just kidding. I’m white!” Während ihres Flugs kletterte Justine mit ihrem vermeintlich rassistischen Tweet weltweit auf Platz eins der Trends und wurde letztlich sogar von ihrer Arbeit gefeuert – weil es der Internet-Mob so wollte. Was also, wenn das Anprangern außer Kontrolle gerät?

Es gibt zahlreiche Fallstricke, die beim „Public Shaming“ lauern. Was, wenn nicht der Besitzer des Nummernschilds B-GF-469 mit der Lichthupe aufder Überholspur gedrängelt hat, sondern B-GF-496? Wer kümmert sich in einem solchen Fall also um fehlerhafte Informationen? Solche Irrtümer können in bedeutenderen Zusammenhängen als dem vergleichsweise harmlosen Bewerten von Fahrern ernsthafte Konsequenzen haben. Als sich im August 2017 Rechtsextreme im US-amerikanischen Charlottesville versammelten, wurde einer der Teilnehmer von wütenden Beobachtern als Kyle P. Quinn identifiziert. Der Internet-Mob entschied, dass er bestraft werden müsse – per Twitter, Facebook, Mail und Telefon wurde er beleidigt und angefeindet. Das Problem: der Assistenzprofessor war zu dieser Zeit in einem Museum – zwei Staaten entfernt. Im Falle von Kyle P. Quinn lag also ein Irrtum vor. Aber wie reagieren wir überhaupt, wenn Menschen ganz bewusst diskreditiert werden sollen? Mithilfe von Online-Prangern kein Problem.

Nicht nur verwerflich

Eine der Grundfragen, die sich dabei stellt: Wo ziehen wir als Gesellschaft die rote Linie? Dürfen wir auch ernsthaftere gesellschaftliche Probleme mit Online-Prangern angehen? Das sogenannte „Public Shaming“ hat durchaus auch positive Seiten. Vor allem in den sozialen Medien kann der Pranger Anstoß für wichtige gesellschaftliche Debatten sein – man nehme Hashtags wie #BlackLivesMatter, #MeToo oder #Aufschrei, wobei es vor allem um das Fehlverhalten ganzer Gruppen und ihrem gesellschaftlichen Fehlverhalten geht.

Ein anderes Extrem, der Fokus auf die Einzelperson, verkörpert beispielsweise der Twitter-Account @YesYoureRacist, der bis Ende September Rassisten identifizierte und sie vor seinen über 400.000 Followern an den Pranger stellte. Ist für den guten Zweck, die Bekämpfung von Rassismus, jedes Mittel recht? Wo wollen wir als Gesellschaft die Grenze definieren? Wenn wir heute den einen Pranger dulden, welcher kommt dann morgen? Daran schließt sich auch die Frage an, inwiefern geläuterte Menschen eine zweite Chance verdient haben. Einmal im Internet diskreditiert, bleibt das Fehlverhalten auch für künftige Freunde, Arbeitgeber und gar Generationen zugänglich.

Solche Online-Pranger sind nichts per se Gutes oder Schlechtes. Die Frage ist nur, was die Nutzer aus ihnen machen. Darum bricht sich diese moralische Debatte und die Verantwortung letztlich auf den einzelnen Nutzer herunter, der sich über die Konsequenzen seines Handelns bewusst sein muss. Bin ich Teil einer wichtigen gesellschaftlichen Debatte oder will ich nur meinem Ärger Luft machen? Und als Gesellschaft müssen wir uns beim Anprangern ebenfalls eine einfache Frage stellen: Heiligt der Zweck die Mittel?


Image (adapted)“Internet“ by Glenn Carstens-Peters [CC0 Public Domain]


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Die Netzpiloten sind Medienpartner beim Digital Festival #DiFe17

In Zürich findet vom 13. bis zum 17. September das Digital Festival statt. Das Digital Festival beschäftigt sich mit der Frage nach der Zukunft und wie es weiter geht. Es versteht sich als Inkubationsplattform für nächste Schritte und Ideen – und eine Vielzahl spannender Keynotes, Workshops, Labs und Parties liefert dazu wertvolle Anstöße und jede Menge Gelegenheit zum Networking.

Bodenständige Speaker werden spannende Keynotes halten. Es wird eine Reihe von unkonventionellen Sessions geben, die die Besucher wirklich zusammen bringen und zum Networken einladen. Außerdem sind noch viele Labs geplant, bei denen ihr euch in kleinen Gruppen in aktuelle Themen vertiefen könnt. Zu guter Letzt gibt es noch einen Wettbewerb, der HackZurich. Bei diesem haben die Teilnehmer 40 Stunden Zeit, um eine innovative Lösung für ein digitales Problem zu entwickeln. Eine Jury zeichnet hinterher die besten Ansätze aus.

Spannende Speaker

Zu den Speaker beim Digital Festival gehören:

Hier findet ihr das Programm und die dazugehörigen Locations. Hier gibt es eure Tickets. Unter dem Hashtag #DiFe17 bleibt ihr bei Twitter auf dem Laufenden, bis es soweit ist. Wir wünschen euch viel Spaß beim Digital Festival in Zürich!

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  • HACKER sueddeutsche: Tausende Twitter-Accounts offenbar von Erdogan-Anhängern gehackt: Sie verbeiteten in großem Stil die Hashtags “#NaziAlmanya” und “#NaziHollanda”. Hacker haben am gestrigen Tag tausende prominente Twitter-Accounts, betroffen waren beispielsweise Amnesty International, Pro Sieben, Borussia Dortmund oder Ex-Tennisprofi Boris Becker, gehackt und für diese Botschaften missbraucht. Verantwortlich sind offenbar Erdogan-Sypmathisanten und den Einstieg haben ihnen mutmaßlich Drittanbieter-Apps ermöglicht.

  • FACEBOOK zeit: Pakistan schränkt soziale Medien ein: Gotteslästerliche Inhalte sind in pakistanischen sozialen Medien nicht gerne gesehen. Der Ministerpräsident Nawaz Sharif hat jetzt das Innenministerium angewiesen, umgehend alle Seiten mit solchen Inhalten zu sperren. Ebenfalls wies er das Außenministerium an, internationale Institutionen und sozialen Netzwerken in Kontakt zu treten, um das Problem zu lösen. Die Zensur erfolgt seit Anfang des Jahres und schon bis 2016 war YouTube drei Jahre lang gesperrt, weil dort ein islamfeindlicher Film hochgeladen worden war.

  • TESLA golem: Tesla braucht neues Geld für Model 3: Für die Produktion des “Model 3” will sich Tesla jetzt eine Milliarden-Geldspritze verschaffen. Der Elektroauto- und Ökostromkonzern braucht für seine ambitionierten Expansionspläne und den Vorstoß in den Massenmarkt frisches Geld. Wie Tesla am Mittwoch nach US-Börsenschluss mitteilte, sollen die Mittel vor allem zur Stärkung der Bilanz und somit zur Minimierung von Risiken beim Anlauf der Produktion des ersten Mittelklasse-Elektrowagens „Model 3“ genutzt werden.

  • SXSW t3n: Holoplot: Berliner Audio-Startup räumt bei Tech-Festival SXSW ab: Noch ist das South by Southwest Festival (SXSW) in Austin, Texas in vollem Gange. Auch ein deutsches Tech-Startup konnte auf dem Festival jetzt Wellen schlagen. Das Berliner Startup Holoplot setztt sich mit seinen Produkten das Ziel, zielgerichtet Schall zu verteilen. Sie haben ein Audiosystem entwickelt, das die Akustik etwa in Museen, Bahnhöfen oder Konzertsälen verbessern soll. Auf dem SXSW haben sie dafür jetzt den „Interactive Innovation Award“ in der Kategorie „Music & Audio“ verliehen bekommen.

  • MESSAGING heise: Schwere Sicherheitslücke in den Web-Oberflächen von WhatsApp und Telegram geschlossen: Nachdem bei den beiden Messaging-Diensten WhatsApp und Telegram kürzlich eine Schwachstelle gefunden wurde, konnten diese mittlerweile beide geschlossen werden. Die Lücke erlaubte es den Angreifern, die Web-Sessions der Messenger zu kapern und so Nachrichten mitzulesen, Adressbücher zu kopieren und Schadcodes an Kontakte zu versenden. Wer vor allem die App-Versionen verwendet, sei auf der sicheren Seite, die Angriffe betrafen vor allem die Browser-Versionen und Web-Apps.

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  • NETZSTANDARD heise: 5G: Das Rennen ist eröffnet: Der letzte Mobile World Congress (MWC) in Barcelona hat gerade erst stattgefunden. Die Rede war dabei auch der nun beginnende Standardisierungsprozess rund um 5G-Netze. Mitte 2018 soll das erste Standardpaket fertig sein, damit die ersten Netze wie geplant 2020 live gehen können. In Deutschland seien dafür Investitionen von 100 Milliarden Euro zum Ausbau geplant.

  • SPEICHERTECHNIK t3n: Speicher-Virtualisierung: Alles, was du über Software-defined Storage wissen musst: Software-defined Storage (SDS) steht in der IT-Branche hoch im Kurs. Vereinfacht gesagt beschreibt der Begriff die Möglichkeit, die unterschiedlichen Datenträger und Speichersysteme im Unternehmen mit einer zentralen Software-Lösung verwalten zu können. Hier werden euch Konzepte und Technologien vorgestellt und erklärt, wie Unternehmen von diesem innovativen Storage-Konzept profitieren können.

  • FACEBOOK thenextweb: Facebook launches its first real VR app for 360 photos and videos: Heute veröffentlicht Facebook seine erste App zum schauen von 360-Grad-Videos in der virtuellen Realität, Facebook 360. Die VR-Funktion ist derzeit nur über Samsung Gear VR möglich. Allgemein ermöglicht die App zudem einen geordneteren Video-Feed auf Facebook, die sonst im regulären Feed durch anderen Content untergehen würden. 

  • SNAPCHAT theguardian: Snapchat raises eyebrows with Women’s Day filter that lightens Frida Kahlo’s skin: Wer sich am vergangenen Tag in diversen Social-Media-Kanälen bewegt hat ist wohl kaum um einen Hashtag oder dessen diverse Variationen herumgekommen: #womensday. Auch Snapchat hat zur Feier des Tages drei Filter herausgebracht, um einflussreiche Frauen aus der Geschichte zu würdigen wie beispielsweise Marie Curie. Das ging aber laut Meinungen aus dem Netz gehörig nach hinten los.

  • KI googlewatchblog: Google Cloud Video API: Künstliche Intelligenz kann jetzt auch Objekte in Videos erkennen: Bei der Google-Bildersuche wird schon seit Jahren auf Algorithmen gesetzt, um Objekte in Bildern zu erkennen, was auch mittels eine Chrome Extension auf Facebook ausprobiert werden kann. Im bewegten Bild gestaltet sich dies logischerweise schwieriger. Das war jahrelang eine große Herausforderung, aber jetzt will Google entscheidende Fortschritte gemacht haben. 

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  • WHATSAPP spiegel: Whatsapp wird Snapchat ähnlicher: Imitation ist die höchste Form der Schmeichelei, so wohl auch zwischen App-Entwicklern. So sollen jetzt auch die Grenzen zwischen Whatsapp und Snapchat verwischen. Nach dem Status-Update ist es dem Whatsapp-Nutzer möglich, Bilder und Videos mit mit einer Lebensdauer von 24 Stunden an ihre Kontakte zu verschicken. Whatsapp scheint immer mehr den Weg vom Messenger zum sozialen Netzwerk zu gehen.

  • TRUMP merkur: #lastnightinsweden: Trumps Fox-Bericht war voller Fehler: Es ist wirklich tragisch was da letzte Woche in Schweden geschehen ist – nur, was denn eigentlich? Über solche Aussagen wie Trumps #LastNightInSweden kann man mittlerweile nur noch schmunzeln. Auch das Internet beweist mal wieder seinen Galgenhumor und nimmt die Aussage des US-Präsidenten grandios aufs Korn. Auch die schwedischen Medien lassen diese Farce nicht auf sich sitzen und berichtigen einige der Fehler in dem Fox-News-Bericht, den Trump gesehen hatte.

  • FACEBOOK netzpolitik: Mark Zuckerberg stellt die Machtfrage und antwortet mit: „Mehr Facebook“: Angesichts Trump oder dem Brexit und dem Hehl um Dinge wie Fake News braucht es in der globalen Gesellschaft Lösungen für solche neuen Probleme. Ansätze für Lösungen im Bereich Kommunikation machte Facebook-Gründer Mark Zuckerberg letzte Woche in einer Art „Manifest“ klar. Ausgangspunkt ist die Rolle der Facebook-Plattform in der Bildung einer globalen Gesellschaft. Zuckerbergs Aussage ist klar: Mehr Facebook zur Bildung einer digitalen Gesellschaft.

  • SNAPCHAT computerbild: Snapchat-Brille: Regulärer Verkauf gestartet: Wo Google Glass scheiterten wittert Snapchat mit ihren Spectacles eine Chance. Das Wearable ist in der Lage zehn Sekunden lange Snaps aufzunehmen, dadurch muss die Brille einfach an der Seite angetippt werden. Die Kamera nimmt die Umgebung in einem Winkel von 115 Grad auf und schickt die Videos per Bluetooth ans Smartphone. Nachdem der Verkauf bereits mit einem fahrenden Verkaufsautomaten und einem temporären Verkaufsstand in New York startete, wird die Brille ab sofort auch online vertrieben.

  • COPYRIGHT heise: Kim Dotcom darf in die USA ausgeliefert werden: Neues im Fall Megaupload und dessen Gründer Kim Dotcom. Im neuseeländischen Recht wurde jetzt eine Lücke im Fall Dotcom gefunden, demnach könne der deutsche Internetunternehmer in die USA ausgeliefert werden. Die US-Ankläger hatten dem Gründer der Internet-Tauschplattform Megaupload und seinen Mitarbeitern ursprünglich Copyright-Betrug im großen Stil vorgeworfen. Dadurch ist für die Copyright-Besitzer ein Schaden von rund einer halben Milliarde US-Dollar entstanden.

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  • FACEBOOK süddeutsche: Dieses Programm zeigt Ihnen, was Facebook über Sie weiß: Auf Facebooks Servern lebt ein Doppelgänger von jedem seiner Nutzer. Vergangenen Woche stellten die beiden Programmiererinnen Hang Do Thi Duc und Regina Flores Mir eine Erweiterung für Googles Chrome-Browser mit dem prägnanten Namen „Data Selfie“ vor. Data Selfie ist eine Browser-Erweiterung, die dem User die Machine-Learning-Algorithmen vor Augen halten soll und uns zeigt, welche Informationen über uns gesammelt werden, ob bewusst oder unbewusst. Durch diese Daten erstellt Facebook ein digitales Abbild von den Nutzern und ihrer angenommenen Persönlichkeit, Data Selfie hält uns demnach den digitalen Spiegel vor.

  • FAKE NEWS horizont: ZDF startet Faktencheck-Projekt zur Bundestagswahl: #ZDFcheck17 – das ist der Hashtag zum neuen Anti-Fake-News-Projekt des ZDF zur Bundestagswahl 2017. Der Sender hatte bereits zu vergangenen Wahlen ähnliche Projekte aufgesetzt, aber das Thema Fake News ist bekanntlich derzeit brisanter denn je. Das Projekt soll nach den Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen am 14. Mai starten. Das Team wird sich aus Redakteuren aus verschiedenen Fachbereichen zusammen setzen, welches seine Erkenntnisse für TV, Online und Social Media aufbereiten soll und wird in der ZDF-Nachrichten-Redaktion angesiedelt sein.

  • WISSENSCHAFT golem: Angewandte Science Fiction: Das Science Fiction Genre ist dazu da technische Entwicklungen weiterzuspinnen und davon zu träumen, was einmal möglich wäre. Der Plan des britischen Unternehmens Tokamak Energy grenzt schon fast daran. Sie haben vor, bis 2025 Strom aus Kernfusion zu produzieren. Aussicht auf Erfolg gibt es kaum. Trotzdem ermöglichen die Pläne des britischen Unternehmens einen Einblick in die Schwierigkeiten bei der Entwicklung von praktisch nutzbaren Kernfusionsreaktoren.

  • UMWELT t3n: MIT-Forscher verwandeln Luftverschmutzung in Tinte- und verkaufen sie auf Kickstarter: Aus Luft Geld machen? Ein Team ehemaliger MIT-Wissenschaftler hat jetzt genau das vor! Die sogenannte „Air-Ink“ ist ein nachhaltiges Kickstarter-Programm des Graviky Labs, das sich mit Luftverschmutzung auseinandersetzt. Aus Abgasen, wie solchen aus Schornsteinen oder Auspuffen, soll demnach mittels einer neu entwickelten Methode Tinte gewonnen werden. Demnach reichen schon 30 bis 40 Minuten Auto-Abgase für eine Stift-Füllung. Es ist nicht die flächendeckende Lösung für das weltweite Problem der Luftverschmutzung, aber dennoch ein revolutionäres Konzept.

  • SMART HOME stern: “Alexa, wo ist der Schnuller?” – So veränderte Amazon Echo unseren Familienalltag: Das Internet of Things ist derzeit regelrecht omnipräsent in der Tech-Welt. Gerade “Smart Home” Artikel stehen dabei im Fokus, so auch allen voran Amazons “Alexa”-System auf dem Echo-Lautsprecher. Dieser ist seit gestern nun auch ohne Einladung frei verfügbar. So nützlich der sprachgesteuerte Lautsprecher auch sein mag, so verhängnisvoll ist er auch mit Kindern im Haus. Autor Malte Mansholt schildert sein Familienleben mit Alexa und wie die künstliche Intelligenz schon beinahe zum Familienmitglied wird.

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  • INSTAGRAM techcrunch: Instagram CEO on Stories: Snapchat deserves all the credit: Der Onlinedienst Instagram bietet seinen Nutzern zusätzlich die Option an, die Einträge automatisch wieder verschwinden zu lassen. Damit kopiert das Unternehmen das Modell des Konkurrenten Snapchat. Gerade Snapchat wurde damit bekannt, dass der Dienst die Nachrichten, Fotos und Videos nach Sichtung der User wieder entfernt. Alles automatisch versteht sich. Ob das Erfolgsrezept auch bei Instagram anwendbar und erfolgreich sein wird, bleibt abzuwarten.

  • SOCIAL MEDIA gründerszene: Wann darf ich den Hashtag #Rio2016 verwenden?: Fußball-EM, WM, Olympia – regelmäßig zu sportlichen Großereignissen stellt sich die Frage, ob und in welcher Form sich Unternehmen oder Privatpersonen dieser Bezeichnungen werblich bedienen dürfen. So warnte unlängst das US-amerikanische Olympische Komitee Privatsponsoren von Athleten davor, auf Twitter Hashtags wie #Rio2016 #TeamUSA #Olympic #Olympian und #GoForTheGold zu verwenden. Inzwischen bestätigte auch der Deutsche Olympische Sportbund, dass man sich rechtliche Schritte gegen inoffizielle Sponsoren wegen der unerlaubten Nutzung des Twitter-Hashtags #Rio2016 offen halte.

  • MICROSOFT golem: Microsoft will Upgrade-Hintertür offenbar schließen: Eine spezielle Webseite Microsofts ermöglicht weiterhin den kostenlosen Download des Upgrades – der Hersteller hat den Link sogar selbst verbreitet. Gedacht ist sie für Nutzer, die bei der Nutzung von Windows 10 unterstützende Technologien benötigen, wie etwa eine Bildschirmlupe, einen Sprachwandler oder andere Bedienhilfen. Da Microsoft diesen Nutzern nicht die Gebühr für ihr Betriebssystem abknöpfen will, können sie sich das Upgrade weiterhin gratis herunterladen.

  • VIRTUAL REALITY vrnerds: Virtual Reality Inhalte – Masse statt Klasse?: Auf Steam und im Oculus Store befinden sich aktuell sehr viele VR-Spiele und VR-Erfahrungen. Allein auf Steam gibt es aktuell über 400 VR-Inhalte, die zum Kauf oder zur kostenfreien Nutzung bereitstehen. Mit dieser Zahl haben sich die Inhalte seit Mai verdoppelt und es stellt sich die Frage, woher so viele Inhalte kommen und ob diese auch ihr Geld wert sind.

  • ÜBERWACHUNG heise: Neue Datenbank beleuchtet die globale Überwachungsindustrie: Deutschland liegt hinter den USA, Großbritannien und Frankreich sowie vor Israel in den „Top 5“ der Nationen, in denen weltweit die meisten Hersteller und Exporteure von Überwachungstechniken sitzen. Dies geht aus dem überarbeiteten „Surveillance Industry Index“ (SII) hervor, den die Bürgerrechtsorganisation Privacy International am Dienstag gemeinsam mit dem Projekt Transparency Toolkit ins Netz gestellt hat.

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Über Leerformeln in digitalen Erzählungen – Netzdiskursen fehlt die theoretische Fundierung

DTO-GOV-AU_Misc-8 (adapted) (Image by adrian yee [CC BY 2.0] via flickr)

Der Kölner Soziologe Klaus Janowitz hat sich der Herkules-Aufgabe gewidmet, in der vernetzten Welt für etwas mehr Klarheit zu sorgen. Erinnert sei an seine Überlegungen zur Hashtag-Ökonomie als als Gegenentwurf zur durchorganisierten Gesellschaft. Es geht dabei um Verbindungen von Neigungen und Interessen. Es geht um vernetzten Individualismus fernab von Reports, Indikatoren, Kennzahlen und Excel-Tabellen, die nur Ausdruck der Hilflosigkeit in einer vernetzten Welt sind. Jetzt versucht sich Janowitz an der Einordnung des Begriffes der Digitalen Transformation, der seit einigen Jahren den Diskurs im Netz beherrscht und Veränderungen in Unternehmen und Organisationen beschreibt.

Die heiße Luft der Digital-Darwinisten

Dabei findet er eine Menge heiße Luft, etwa im jüngsten Buch der so genannten Digital-Darwinisten Karl-Heinz Land und Ralf Kreuzer: „Mit dem Begriff digitale Transformation wird der zielgerichtete Einsatz von digitalen Technologien bezeichnet, um die eigenen Wertscho?pfungsprozesse unter Einsatz von digitalen Technologien neu- oder umzugestalten.“ Zerpflückt man diesen Satz in seine Einzelteile, bleibt wenig Substanz übrig. Was heißt denn „zielgerichteter Einsatz“? Was sind eigene Wertschöpfungsprozesse? Als Antipoden zitiert Janowitz den Kolumnisten Alain Veuve: „Transformation impliziert einen Prozess, der einen Anfang und ein Ende hat.“ Unternehmen machen sich fit für die digitale Transformation. Veränderungen sind nicht nur von den Informationstechnologien getrieben, auch anderswo gibt es Fortschritt.

Eingaben ohne Ziel

Das Notiz-Amt sieht sich näher bei der Position von Alain Veuve und verweist auf das Schrifttum des Systemtheoretikers Niklas Luhmann. Wie kann überhaupt noch etwas zielgerichtet laufen, wenn die Eingabe von Daten und das Abrufen von Informationen soweit getrennt werden, dass keinerlei Identität mehr besteht. Wer etwas eingibt, weiß nicht, was auf der anderen Seite entnommen wird. Die Autorität der Quelle wird entbehrlich, sie wird durch Technik annulliert. Ebenso entfällt die Möglichkeit, die Absicht einer Mitteilung zu erkennen und daraus Verdacht zu nähren oder sonstige Schlüsse zu ziehen, die zur Annahme oder Ablehnung der Kommunikation führen könnten. Die moderne Computertechnik greift die Autorität der so genannten Experten an. Fast jeder hat mittlerweile die Möglichkeit, die Aussagen von Wissenschaftlern, Journalisten, Unternehmern oder Politikern am eigenen Computer zu überprüfen.

Die Tautologien der digitalen Avantgarde

Was bedeutet das für die Tautologien, die uns von Digitalen Darwinisten oder sonstigen Digitalen Evangelisten inflationär um die Ohren gehauen werden? Solche Internet-Erklärer, die die Konferenzbühnen beherrschen, stellen sich nicht einer kritischen Überprüfbarkeit ihrer Erzählungen. Wo bleibt die theoretische Fundierung im Diskurs über die Wirkungen der Digitalisierung für Wirtschaft, Gesellschaft und Staat? Die vorherrschenden Erzählungen in Netz-Debatten, die sich mit Digitaler Transformation, Content Marketing, Storytelling, Plattformen oder Industrie 4.0 beschäftigen, bestehen aus „ganzheitlicher“ Phrasendrescherei. Das gilt für die Beraterzunft und auch für die betriebswirtschaftlich ausgebildeten Stichwortgebern.

Selbstkonstruierter Unsinn

Der Wissenschaftstheoretiker Hans Albert würde das Keynote-Gemurmel als selbstkonstruierten Unsinn abtun. Belastbar seien nur Aussagen, die sich anhand einer Auseinandersetzung mit uns umgebenden realen Welt überprüfen lassen. Es dominieren hypothesenlose Leerformeln, die ihre empirische Gehaltlosigkeit verschleiern. Man könnte sogar von Dogmen sprechen, da uns von vielen digitalen Vordenkern absolute Gewissheiten verkauft werden, ohne auch nur in Ansätzen empirische Einsichten zu vermitteln. Man fahndet nur nach Bestätigungen der eigenen Sichtweise und schließt von Einzelphänomenen auf die Allgemeinheit. Vermeintliche Wahrheiten wurden und werden von gläubigen Anhängern ohne Überprüfung der Fehlerhaftigkeit verteidigt. Wer nicht an sie glaubt, gilt als verstockt und rückwärtsgewandt. Eine kritische Urteilsfähigkeit kann so nicht entstehen. Selbst eine noch so oft wiederholte Beobachtung der regelmäßigen Verbindungen von Dingen oder Ereignissen rechtfertigt es nicht, daraus eine logisch zwingende Schlussfolgerung auf eine Gesetzmäßigkeit zu ziehen.

Die Überprüfbarkeit von Hypothesen

Jeder sollte daher immer kritische Widerlegungsversuche von Hypothesen anstellen, statt nur nach Bestätigungen des eigenen Gedankengebäudes zu suchen. Beim jüngsten netzökonomischen Diskurs im Kölner Startplatz wurden Ideen verhandelt, wie man den dominierenden digitalen Plattformen des Silicon Valley Paroli bieten könnte. Zur Sprache kamen Open Source-Ideen, die zu einer Dezentralisierung des Netzes taugen. Kann man sich überhaupt aus der häufig zu beobachtenden Pareto-Verteilung befreien, die in den meisten Netzwerken vorherrscht? 20 Prozent derer, die Einkommen haben, zahlen 80 Prozent der Einkommenssteuer; 20 Prozent der Produkte eines Supermarktes machen 80 Prozent des Umsatzes aus; 20 Prozent der Wissenschaftler bekommen 80 Prozent der Zitate ab; 20 Prozent der Wissenschaftler schreiben 80 Prozent der wissenschaftlichen Texte. Selbst für Wikipedia gilt: 20 Prozent der Autoren liefern 80 Prozent der Beiträge. Wie kommt man aus diesen Machtstrukturen raus?

Raiffeisen für die Netzökonomie

Letztlich plädierte die netzökonomische Fachrunde für einen stärkeren Schulterschluss, den vor allem kleine und mittelständische Unternehmen leisten müssen. Etwa über die Raiffeisen-Idee, die im 19. Jahrhundert begründet wurde: Solche Genossenschaften seien Netzwerke, die helfen, wenn eine Branche im Wandel und im Wachsen ist, erläutert die Volkswirtin Theresia Theurl von der Uni Münster gegenüber der Wirtschaftswoche: „Bist Du nicht groß oder besonders stark, musst du besonders schlau sein. Man kann sich Größe auch organisieren, ohne sich abhängig zu machen.“ Um das Problem der schlechten Bonität zu lösen, setzte der Sozialreformer Friedrich Wilhelm Raiffeisen auf das Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe„. Man könnte es auch nach dem Motto der „Vier Musketiere“ formulieren: „Einer für alle, alle für einen„.

Eine Gruppe Kreditbedürftiger schließt sich zusammen und stattet ihre Genossenschaften mit Haftungskapital aus. Für den Einzelnen ist die Einlage bezahlbar, doch unter dem Strich kommt ein ordentliches Kapitalpolster zusammen. Dadurch entsteht eine privat finanzierte Bank, die Geld an ihre Mitglieder verleihen kann, ohne bei Ausfällen einzelner Schuldner pleitezugehen.

Dies erläuterte die Wirtschaftswoche. Gleiches gilt für die Digitalisierung der Wirtschaft, etwa bei Investitionen in 3D-Drucker, beim Einkauf, bei der Vermarktung über Plattformen und beim Wissenstransfer. Bringt die Raiffeisen-Idee nun Impulse für die Netzökonomie in Deutschland? Das muss nun empirisch überprüft werden mit Rückgriffen auf die Wirtschaftsgeschichte und auf heutige Phänomene. Es steht eine Hypothese zur Disposition, die mit Daten aus dem 19. Jahrhundert und mit aktuellen Daten abgeklopft werden kann – ohne esoterische Quatschereien.


Image (adapted) „DTO-GOV-AU Misc-8“ by adrian yee (CC BY 2.0)


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#HugaBrit: Die Wissenschaft der Umarmungen und warum sie sich (meistens) so gut anfühlen

Hug (adapted) (Image by zhouxuan12345678 [CC BY-SA 2.0] via Flickr)

Eine Umarmung ist oft eine gute Art, ein Problem zu lösen. Jetzt hat eine Gruppe von Europäern entschieden, dass das alles ist, was Briten brauchen, um vom Verbleib in der EU überzeugt zu werden. Bei der #hugabrit-Kampagne schicken Menschen Bilder von sich ein, auf denen sie einen Briten umarmen. Sie zielt darauf ab, den Briten eine „Liebesbombe“ zukommen zu lassen.

Sicherlich können Umarmungen in vielen Situationen hilfreich sein, sei es, um Anerkennung zu zeigen oder zur Bekämpfung von Einsamkeit und Stress bei der Arbeit. Sie brauchen eine freundliche Umarmung, um sich zu beruhigen, aber es ist niemand da, der Sie umarmen könnte? Die Japaner könnten die passende Lösung gefunden haben: besuchen Sie doch einfach eine Soineya. Wörtlich mit „Spezialgeschäft für gemeinsames Schlafen“ übersetzt – eine Art  Knuddel-Café – bieten diese Einrichtungen gegen eine Gebühr alles an – von einer 20-minütigen Umarmung bis hin zu einer ganzen Nacht mit harmlosem Kuscheln oder sogar dem Schlafen (und ich meine wirklich: Schlafen) mit einem Fremden. Die Vorstellung, mit einem Fremden zu kuscheln, erfüllt Sie mit Abscheu? Fragen Sie sich zuerst einmal selbst, woher unsere Vorliebe für Umarmungen kommt.

Berührungen sind in der Tat sehr wichtig in unseren Beziehungen. Meine Mitarbeiter an der Aalto-Universität in Finnland und ich haben kürzlich stichprobenartig Menschen in ganz Europa befragt und fanden überall so ziemlich das gleiche deutliche Muster: je enger die Beziehung ist, die wir mit jemandem haben, desto mehr von unserem Körper darf dieser berühren. Ich weiß nicht, wie es bei den Japanern ist, aber die Europäer (und, nicht sehr überraschend, die Briten im Besonderen) sind etwas reserviert, wenn es darum geht, wo ein Fremder sie berühren darf. Ein höfliches Handschütteln ist ausgezeichnet, Schultern und Arme sind gerade noch in Ordnung, aber überall sonst ist es so ziemlich tabu.

Um zu verstehen, was bei Körperkontakt passiert, müssen wir in unsere Vergangenheit als Primaten zurückreisen. Affen und Menschenaffen schaffen und erhalten ihre Freundschaften durch soziale Fellpflege. So nützlich Fellpflege dabei sein mag, um Unrat von Haut und Pelz zu entfernen, ihre wahre Wirksamkeit kommt vom langsamen Fahren durch das Fell, das mit dem Suchen des Putzenden nach Fremdmaterial verbunden ist. Bis zu einem gewissen Punkt tun wir das immer noch, zum Beispiel, wenn Eltern durch die Haare ihrer Kinder fahren. Und gewiss ist das der Grund dafür, dass wir die Zuwendungen unserer Friseure so entspannend finden.

Grivet Monkey Family Grooming (image by Eric Kilby [CC BY-SA 2.0] via flickr)
Image (adapted) Grivet Monkey Family Grooming (Eric Kilby/Flickr, CC BY-SA 2.0)

Das langsame Streicheln, das mit der Fellpflege verbunden ist, stimuliert eine bestimmte Art von Nerven – die afferenten C-Tast-Neuronen, die nur in behaarter Haut zu finden sind und die sich ziemlich von den üblichen Nerven unterscheiden, die Informationen über Berührung, Schmerz und Druck übermitteln. Diese Neuronen reagieren nur auf leichtes und langsames Streicheln. Sie haben eine direkte Verbindung zum Gehirn, wo sie die Freisetzung von Endorphinen auslösen.

Endorphine sind Neuropeptide, kleine Moleküle, die von Neuronen im Gehirn dazu benutzt werden, sich gegenseitig Signale zu senden. Endorphine sind Teil des Schmerz-Kontroll-Systems und erzeugen einen Opiat-ähnlichen, schmerzlindernden Effekt. Tatsächlich sind sie chemisch nah mit Opiat-ähnlichen Arzneimitteln wie Morphin verwandt, aber sie unterscheiden sich in zwei wichtigen Gesichtspunkten: Bei gleichem Gewicht sind sie als Schmerzmittel 30 Mal wirksamer als Morphine und wir werden nicht auf so schädliche Art und Weise von ihnen abhängig.

Wir haben eine bestimmte Form von Bilddarstellung des Gehirns benutzt, auch bekannt als Positronen-Emissions-Tomographie (kurz PET), um zu zeigen, dass leichtes Streicheln des Torsos eine gewaltige Endorphin-Reaktion im menschlichen Gehirn auslöst, genau wie Fellpflege es bei Affen und Menschenaffen tut. Kuscheln, mit seinen begleitenden Verhaltensweisen wie Streicheln, Abtasten und sogar dem gelegentlichen Fahren durch das Haar ist die menschliche Form der Primaten-Fellpflege und ist darauf ausgelegt, unsere Beziehungen zu schaffen und zu erhalten.

Da unser Empfinden für psychischem Schmerz in den gleichen Gehirnregionen verarbeitet wird wie unser Empfinden für physischem Schmerz (namentlich die Gehirnregionen bekannt als der anteriore cinguläre Cortex und das periaquäduktale Grau), dämpfen Endorphine unseren psychologischen Schmerz. Darum ist eine Umarmung tröstlich, wenn jemand in Tränen aufgelöst ist.

Ebenso aktivieren Endorphine Regionen im Gehirn, die mit Belohnung verbunden werden, wie der orbitofrontale Cortex – gleich über den Augen. Das ist es, was uns dazu bringt, die Erfahrung wiederholen zu wollen.

Da Morphin die gleichen Effekte überdosiert, verlieren Süchtige das Interesse an ihrem Sozialleben: In der Tat bekommen sie ihre Umarmungen auf künstliche Art und Weise und benötigen keinen menschlichen Kontakt, um den Erfolg zu liefern. Die Opiat-ähnlichen Effekte werden durch Oxytocin verstärkt, ein anderes Neuropeptid mit der Neigung, durch Umarmungen stimuliert zu werden und leicht schmerzlindernde Eigenschaften. Die Hauptfunktion von Oxytocin ist mit Laktation verbunden (seine Hauptaufgabe ist die Regulierung des Wasserhaushalts des Körpers). Die Evolution hat es für Säugetiere eingerichtet, um Gefühle von Wärme und Anschluss zu schaffen, die man mit Säugen und somit mit jeder Art von physischem Kontakt verbindet.

Also „Hug a Hoodie“ oder #hugabrit? Nun ja, vielleicht eher nicht. Denn das Ausmaß, in dem Umarmen uns Behagen bereitet und dabei hilft, Beziehungen zu stärken, hat eine tiefe, psychologische Komponente. Irgendwo im Frontallappen des Gehirns sitzt ein Mechanismus, der das Empfinden von Berührungen von angenehm in unangenehm umlenken kann, wenn sie von der falschen Person kommen. Was gewiss der Grund für unsere Abneigung gegen überfüllte Aufzügen ist. All das menschliche Fleisch in so engem Kontakt – bäh!

Dieser Artikel erschien zuerst auf “The Conversation” unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „Hug“ by zhouxuan12345678 (CC BY-SA 2.0)


The Conversation

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Hashtag-Debatte: Wie viel eigene Meinung lässt der Journalismus zu?

Yellow sign - Sanctuary rally #LetThemStay Melbourne (adapted) (Image by Takver [CC BY-SA 2.0] via flickr)

Die eigene Meinung mit einbringen oder eine neutrale Berichterstattung erbringen? Das ist die Frage, die sich viele Journalisten stellen. Die jüngste Entscheidung des Obersten Gerichtshofes, welche Auswahlverfahren für Asylsuchende außerhalb der Landesgrenzen legalisiert, hat nicht nur eine Debatte entfacht, sondern auch die journalistische Objektivität ins Rampenlicht gerückt.

Die Debatte ist zweifellos emotional geladen, denn die Art, wie Australien mit Asylsuchenden umgeht, wird schon seit längerem überprüft. Für Journalisten, die an der Story arbeiten, ergibt sich ein kniffliges Problem – insbesondere wenn sie eine starke eigene Meinung zu dem Thema haben.

Halten sie an traditionellen journalistischen Grundsätzen wie Objektivität fest und berichten bloß über die Fakten? Wie können sie das in einer Welt der sozialen Netzwerke tun, in der von Journalisten erwartet wird, dass sie persönliche Markenzeichen und eine eigene Position entwickeln? Sollten sie überhaupt nach Objektivität streben? Oder müssen sie schlicht akzeptieren, dass sie ein unrealistisches Ideal und der gesamte Journalismus ohnehin Verfechtung ist?

Verfechtung gegen Objektivität

Das Auftauchen des Twitter-Hashtags #letthemstay und sein Gebrauch durch Journalisten, die über das Thema der Asylsuchenden berichten, wirft beispielsweise die Frage auf, ob die Themen Berichterstattung und Verfechtung zunehmend verschwimmen.

Zu einer Überprüfung verfechtenden Journalismus kam es auch im Rahmen der Enthüllung, dass der ABC-Artikel über einen fünfjährigen Jungen, der auf Nauru vergewaltigt wurde, nicht korrekt war.

Die Berichterstattung führte dazu, dass Michael Pezzullo, Sekretär des Ministeriums für Immigration und Grenzschutz, die zunehmende Voreingenommenheit im Journalismus beklagte. Er argumentierte: „Es kommt zu dem Punkt, an dem Verfechtung als Journalismus herumstolziert, der einer vernünftigen Diskussion über diese Angelegenheiten schadet.“

Das ganze knüpft zudem an eine größere Debatte der vergangenen Jahre an. Dabei meinen die einen, es sei ein Trend zum Verfechtungsjournalismus erkennbar. Andere sind davon überzeugt, dass es schlichtweg eine simplere Herangehensweise á la „Er hat gesagt, sie hat gesagt“ uns eigentlich einen schlechten Dienst erweist, so wie das Phänomen des falschen Gleichgewichts in wissenschaftlicher Berichterstattung.

Objektivität ist heute eines der teuersten Prinzipien des Journalismus, da diese viele nutzen, um ihre Existenz zu rechtfertigen. Dem war nicht immer so. Objektivität war hauptsächlich eine Erfindung des 19. und 20. Jahrhunderts, mit Hilfe derer Journalismus an eine größere Vielfalt von Menschen statt an ein Nischenpublikum appellieren sollte. Davor war jedoch parteipolitischer Journalismus die gängige Norm.

In einer Zeit, in der sich der Journalismus spaltet, scheint es, als wäre ein Nischenpublikum wieder wichtiger, weshalb sich einige Publikationen auf bestimmte Zielgruppen spezialisieren. Der Wind könnte sich somit wieder drehen.

Es ist beispielsweise bekannt, dass die Zeitung The Australian politisch nach rechts tendiert, während The Guardian eher links orientiert ist. Daraus wird kein großes Geheimnis gemacht, was Journalisten, mit denen ich gesprochen habe, auch ohne weiteres bestätigten.

Es scheint außerdem unter vielen Journalisten zunehmend die Annahme zu geben, dass Objektivität in jedem Fall ein unerreichbares Ideal ist, weil niemand jemals seine persönlichen Ansichten und subjektiven Annahmen komplett ignorieren kann.

Objektivität und der Aufstieg der sozialen Netzwerke

Dennoch scheint es, als wäre die Idee der Objektivität in den Gedanken australischer Journalisten weitgehend verwurzelt. Eine Umfrage, die ich 2013 durchgeführt habe, brachte hervor, dass drei von vier Journalisten dachten, es sei durchaus oder gar extrem wichtig, unparteiischer Beobachter zu sein. Dagegen fand es nur etwas mehr als ein Drittel sehr oder extrem wichtig, für soziale Veränderungen einzutreten.

Leider haben wir noch keine zuverlässigen langfristigen Daten zur Verfügung, um zu testen, ob diese Zahlen zunehmen. Aber sehen wir uns das Verhalten von Journalisten in sozialen Netzwerken an, welche zunehmend wichtige berufliche Instrumente sind, können wir einen anhaltenden Kampf beobachten: Den Kampf, zwischen beruflichen und persönlichen Blickwinkeln zu differenzieren.

Um auf Plattformen wie Twitter erfolgreich zu sein, reicht es nicht mehr einfach aus, Links zu den eigenen Stories zu posten. Man muss ebenso sehr eine persönliche wie auch eine berufliche Rolle präsentieren. Dies ist eine Angelegenheit, mit der sowohl viele Journalisten wie auch ihre Arbeitgeber zu kämpfen haben.

In welchem Maße können auf Twitter ausgedrückte persönliche Ansichten die eigene Berichterstattung beeinträchtigen? Die erfolgreichsten Journalisten haben durchaus ausgeklügelte Markenzeichen entwickelt und viele Arbeitgeber haben gerade dadurch entsprechende Erwartungen an ihre Reporter.

Meinung ist wichtig in diesem Mix, wie Journalisten sehr gut wissen, da Meinungsseiten in Zeitungen schon immer zu den beliebtesten Rubriken gehörten.

Zugleich sind Arbeitgeber misstrauisch, dass das persönliche Verhalten der Journalisten auf Twitter nicht mit dem Markenzeichen des Unternehmens in einen Konflikt gerät. Es hat einige öffentliche Fälle gegeben, in denen Journalisten aus diesem Grund ihren Job verloren haben. Die Richtlinien von sozialen Netzwerken sind immer noch undeutlich und wechselhaft.

Einige Journalisten führen jetzt einen Haftungsausschluss auf ihren Twitter-Profilen, dass ihre Ansichten bloß ihre eigenen sind. Eine neue Studie, die ich mit meinem Kollegen Axel Bruns durchgeführt habe, zeigt, dass 30% der australischen Journalisten Gebrauch von dieser Option machen. Das verhindert jedoch nicht unbedingt Konflikte und bedeutet nicht, dass sie so einer Bestrafung entfliehen.

Was nun?

Was heißt das also für die Journalisten, die über die Asylsuchenden berichten, aber beim Twittern auch den Hashtag #letthemstay benutzen? Es ist eine unglaublich verzwickte Angelegenheit. Journalisten müssen ihre eigene wohlüberlegte Entscheidung treffen, wie sie mit dem Hashtag umgehen wollen, da eine bloße Benutzung in einem Tweet nicht unbedingt auch Befürwortung signalisiert.

In solch einer emotionalen Angelegenheit ist es unrealistisch zu erwarten, dass sie keine Meinung haben und es könnte sogar gut für sie sein, offen damit umzugehen.

Journalisten, die ihre Meinung äußern und ihre Voreingenommenheit aussprechen, könnten als ehrlicher angesehen werden und zu einer zunehmenden Transparenz journalistischer Arbeit beitragen – sogar zu einer Entwirrung des Handwerks. Dies würde es dem Publikum wiederum erlauben, die konsumierten Nachrichten mehr zu schätzen und besser zu verstehen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf “The Conversation” unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.The Conversation


Image (adapted) „Yellow sign – Sanctuary rally #LetThemStay Melbourne“ by Takver (CC BY-SA 2.0)


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Twitter im Jahr 2015: Die Top-Hashtags

Lots of Hash (adapted) (Image by Michael Coghlan [CC BY-SA 2.0] via flickr)

Das Jahr 2015 neigt sich dem Ende zu. Es ist viel passiert. Doch welche Themen hat die Twitter-Welt besonders beschäftigt?

Ein turbulentes Jahr liegt hinter der Netzgemeinde – ihr erinnert euch bestimmt noch an ein paar Hashtags, die das Jahr 2015 mitbestimmt haben. Hierbei wird besonders deutlich, wie sehr Twitter mittlerweile Teil unserer modernen Gesellschaft geworden ist. Bestimmte Hashtags haben sich sogar in den ganz alltäglichen Sprachgebrauch eingebracht. Welche das 2015 waren, haben wir in unserem Jahresrückblick für euch zusammengestellt.

10. #CallMeCaitlyn: Ein Mann entdeckt seine Transsexualität – und die Welt schaut zu

Das hat noch nicht mal US-Präsident Barack Obama geschafft: Am 1. Juni meldete sich Caitlyn “Bruce” Jenner bei Twitter an und hatte innerhalb von vier Stunden eine Million Follower. Diese Leistung wurde sogleich honoriert:

“4 Stunden und 3 Minuten! @Caitlyn_Jenner hat gerade einen neuen Rekord im schnellsten Erreichen von einer Million Followern auf Twitter aufgestellt.” Jenner fasziniert mit einem ungewöhnlichen Lebenslauf. Als Mann geboren, war sie in jungen Jahren im Zehnkampf erfolgreich und trat mehrmals bei den Olympischen Spielen an. Später widmete sie sich der Schauspielerei. Von 1991 bis 2015 war sie in dritter Ehe mit Kris Jenner, der Mutter von Kim Kardashian, verheiratet und hat mit ihr zwei leibliche Kinder. Anfang 2015 outete sie sich überraschend als transsexuell und ließ geschlechtsangleichende Operationen vornehmen.

Ich bin so glücklich, nach einem so langen Kampf mein wahres Ich zu leben. Willkommen auf dieser Welt, Caitlyn. Ich kann es gar nicht erwarten, sie/mich kennenzulernen.

9. #TheDress – Welche Farbe hat das Kleid?

Diese Frage stellten sich Ende Februar Menschen auf der ganzen Welt, als ein Foto von einem Kleid im Social Web kursierte. Viele waren der Ansicht, es sei blau-schwarz. Andere hielten es für weiß-gold.

“Ich bin noch nie so frustriert gewesen #TheDress #weißundgold” Britische Medien haben nun den Ursprung dieses viralen Trends herausgefunden. Dahinter steckt keine Werbestrategie eines Modeunternehmens, sondern einer Dame, die mit sozialen Medien so gar nichts zu tun hat. Cecilia Bleasdale hatte das Kleid für die Hochzeit ihrer Tochter gekauft. Dann die Überraschung: In ihrer Familie war man sich uneinig, ob es nun blau-schwarz oder weiß-gold ist. Ihr Tochter habe sogar gesagt, wenn sie denke, dass es blau und schwarz sei, solle sie zum Augenarzt gehen. An die Öffentlichkeit gelangte dieses Mysterium schließlich über eine Freundin ihrer Tochter. Diese postete das Foto des Kleides auf ihrem Tumblr-Blog, von welchem aus es weiter verbreitet wurde. 8. #PlutoFlyby – NASA goes Pluto Mitte Juli erforschte eine Raumsonde der NASA erstmals den Zwergplaneten Pluto. Dabei wurden hochauflösende Fotos geschossen, die ihn von Nahem zeigten. Viele Twitteruser ließen sich das Spektakel nicht entgehen:

“Mein Interesse an Astronomie war irgendwie auf Eis gelegt im letzten Jahr, es ist Zeit, das Teleskop rauszukramen! #PlutoFlyBy

7. #FIFAWWC – Frauen am Ball

Im Juni und Juli fand die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft in Kanada statt. Die Fans fieberten auf Twitter mit und tauschten sich aus.

#FIFA muss noch bestätigen, wer den #FIFAWWC – Pokal am Sonntag dem Gewinnerteam überreichen wird. Man nimmt an, dass es Hayatou sein wird, aber noch gibt es keine Bestätigung” Im Finale gewann übrigens die USA gegen Japan mit 5:2 und sicherte sich somit den Weltmeistertitel. 6. National Elections – die Welt geht wählen 2015 war das Jahr der Wahlen. Argentinien, Kanada, Singapur, Indien und Großbritannien haben ein neues Staatsoberhaupt gewählt. Ein wichtiges Ereignis, über das auch im Vorfeld schon eifrig getwittert wurde.

Oje… die Wahlen sind morgen… meine erste Möglichkeit, zu wählen und ich weiß immer noch nicht, wen ich wählen soll.”

5. #IStandWithAhmed – Solidarität mit US-amerikanischem Schüler

Dass die Angst vor Terroranschlägen permanent präsent ist, musste im September der 14-jährige Ahmed Mohammed aus Texas am eigenen Leib erfahren. Nichtsahnend brachte er seine selbstgebastelte Digitaluhr in die Schule – und wurde prompt festgenommen und in Handschellen abgeführt. Der Grund: Man hatte die Uhr für eine Bombe gehalten. Ein Foto von ihm wurde daraufhin auf Twitter verbreitet und sorgte für Empörung. Sogar Präsident Barack Obama setzte sich mit einem Tweet für den Jungen ein:

Coole Uhr, Ahmed. Möchtest du sie ins Weiße Haus bringen? Wir sollten mehr Kinder wie dich dazu inspirieren, sich für Wissenschaft zu interessieren. Das ist es, was Amerika großartig macht.4. #RefugeesWelcome – Europa zeigt seine Toleranz gegenüber Menschen auf der Flucht 2015 war auch ein Jahr, in dem Menschen aus ihrer Heimat fliehen mussten. Beinahe kein Tag verging ohne Meldungen aus Politik und Nachbarschaft. Viele Menschen solidarisierten sich mit den Asyl suchenden Menschen auf der Flucht und engagierten sich um zu Helfen. Der Hashtag “#RefugeesWelcome” entstand. Er steht für Weltoffenheit, Toleranz und kulturelle Vielfalt. 3. #MarriageEquality – die USA legalisiert die gleichgeschlechtliche Ehe Auch in den USA wurde ein Zeichen der Toleranz gesetzt, und zwar für gleichgeschlechtliche Paare. In allen 50 Staaten ist seit dem 26. Juni die gleichgeschlechtliche Ehe rechtlich erlaubt. Vorher war diese nur in 36 Staaten möglich. Weltweit freuten sich Menschen aller sexuellen Orientierungen über diese Entscheidung.

Ein Gesetzentwurf, den man schon viel eher verabschieden hätte sollen. Was für ein unglaubliches Zeichen der Freiheit. #LiebeGewinnt #MarriageEquality

2. #BlackLivesMatter – Afroamerikaner kämpfen gegen Gewalt und Rassismus

Diese Bewegung gibt es bereits seit 2013, sie nahm auf den sozialen Netzwerken ihren Ursprung. Auslöser war die Vielzahl an Übergriffen seitens der Polizei gegenüber Dunkelhäutigen. 2015 konnten die Aktivisten mit Protesten und Demonstrationen international auf sich aufmerksam machen.

“Bei #BlackLivesMatter geht es nicht nur um die Wertschätzung der Opfer der Polizeigewalt. Es geht um die Wertschätzung aller Schwarzen.1. #PrayForParis – Anteilnahme für die Opfer der Anschläge Nur 10 Monate nach den Anschlägen auf die “Charlie Hebdo”-Redaktion wurde die Hauptstadt von Paris erneut durch Terrorismus erschüttert: Gleich mehrere Attentate rissen am 13. November 130 Menschen in den Tod, mehr als 350 wurden verletzt. Diese traurige Nachricht war auch auf Twitter Thema.

#PrayForParis – das ist furchtbar, ich kann nicht glauben, dass Menschen so herzlos sein können. All meine Gedanken sind bei euch.


Image (adapted) “Lots of Hash” by Michael Coghlan (CC BY-SA 2.0)


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March4Me – Pariser demonstrieren virtuell mit

Mit der Webseite March4Me können sich Pariser Aktivisten während der COP21-Konferenz online mobilisieren und mit anderen Demonstranten solidarisieren. // von Maren Jentschke

Screenshot March4me Homepage

Die Webseite “March4Me”, die am 25. November 2015 online ging, erlaubt allen, die aus Sicherheitsgründen zum Auftakt des COP21 nicht auf die Straße gehen können, sich virtuell anderen Demonstranten anzuschließen. Von Berlin, über Kampala, Ottawa bis nach Sydney mobilisieren sich über 57 Demonstrationen weltweit. Per Mausklick kann nun symbolisch mitgelaufen werden.
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Zeichen setzen mit einem Hashtag

Hashtag(Image by irfanahmad1989(CC0) via Pixabay)

Hashtag Aktivismus gilt als kurzlebig und wirkungslos. Tatsächlich sind aber einige Hashtag Kampagnen sehr erfolgreich und mehr als Slacktivism.

Hashtag-Aktivismus steht für einen Trend in sozialen Netzwerken wie Twitter, mit dem bestimmte gesellschaftliche Ereignisse sich über ein Schlagwort, dem Hashtag, viral verbreiten. Das soziale Engagement und der Internetaktivismus, der daraus entsteht, nennt sich Hashtag-Aktivismus. Doch Hashtag-Aktivismus wird auch häufig kritisiert, weil er weder langlebig noch effektiv sei. Das muss aber nicht immer zutreffen. Viele Hashtag-Kampagnen können klare Erfolge verzeichnen und aus einigen von ihnen wurden sogar erfolgreiche soziale Bewegungen. Die folgenden Beispiele zeigen, was erfolgreichen Hashtag-Aktivismus ausmacht.

Von #NousSommesUnis bis hin zu #BlackLivesMatter – jedes größere mediale Ereignis, jede Bewegung wird von einem Hashtag begleitet. Die Hashtags sind heutzutage das, was die politischen Slogans der vor-digitalen Ära waren. Die Logik liegt auf der Hand: Wer erfolgreich Unterstützer hinter seine Sache bringen will, braucht ein Schlagwort, mit dem die zentrale Idee der Bewegung kurz und bündig auf den Punkt gebracht wird. Hashtag-Kampagnen greifen genau diesen Gedanken auf. Über Hashtags können sich Bürger im Netz schneller und leichter organisieren und einer Debatte durch das Anheften eines Hashtags mehr Bedeutung und Reichweite geben.

Dabei werden diese Hashtag-Aktionen von vielen als zu kurzlebig kritisiert. Hier lohnt sich aber ein genauerer Blick auf den Erfolg oder Misserfolg verschiedener Hashtag-Kampagnen. Einige, wie etwa #BlackLivesMatter, haben sich zu einer aktiven Bürgerbewegung ausgeweitet, andere wiederum, wie zum Beispiel die Hashtag-Kampagne von Michelle Obama, #BringBackOurGirls, sind kurz medienwirksam, geraten, dann aber nach wenigen Wochen schon wieder in Vergessenheit oder bewirken letztendlich nichts. Was macht also eine Kampagne erfolgreicher als die andere? Wie sieht erfolgreicher Hashtag-Aktivismus aus? Die folgenden vier Beispiele zeigen, wie aus einer medienwirksamen Hashtag-Aktion erfolgreicher Hashtag-Aktivismus werden kann.

#BlackLivesMatter: Ein Hashtag wird zur Bürgerbewegung

Eins der erfolgreichsten Beispiele für Hashtag-Aktivismus ist #BlackLivesMatter aus den USA. BLM begann im Jahr 2013 als Reaktion auf den tragischen Tod des schwarzen Jugendlichen Trayvon Martin in Texas. Der Mann, der ihn angeblich in Notwehr erschossen hatte, George Zimmerman, wurde freigesprochen. Aufgebraucht twitterten Afroamerikaner in den USA darüber, dass auch schwarze Leben zählten. #BlackLivesMatter hat sich mittlerweile zu einer gut durchstrukturierten Bürgerinitiative gemausert, die erfolgreich Proteste und sogenannte Die-Ins im ganzen Land organisiert und immer wieder effektiv Rassismus in den USA aufzeigt und anprangert.

BlackLivesMatter Screenshot

BLM zeigt, wie aus einer einfachen Hashtag-Kampagne eine nachhaltige Bürgerbewegung werden kann.

#NomasSoldadomicolta: Afrokolumbianer wehren sich erfolgreich gegen Rassismus in den Medien

Ein ähnliches Phänomen zeigt sich derzeit in Kolumbien mit der erfolgreichen Hashtag-Kampagne #NomasSoldadomicolta (Schluss mit dem Soldaten Micolta). Beim Soldado Micolta handelt es sich um den Comedian Roberto Lozano, der seit 2004 jeden Samstag im kolumbianischen Fernsehen in der beliebten Nachmittagssendung Sabados Felices zu sehen ist. Der Komödiant, der nach kolumbianischen Verhältnissen als “weiß” gilt, verkleidet sich dabei als afrokolumbianischer Soldat, um sich auf recht beleidigende Weise über Afrokolumbianer lustig zu machen – noch dazu mit dem rassistisch besetzten Blackface bemalt.

Dies wurde zum Auslöser für Afrokolumbianer im ganzen Land, um auf den starken Rassismus in den kolumbianischen Medien im Besonderen, aber auch in Kolumbien im Allgemeinen hinzuweisen. #NomasSoldadomicolta wurde zum Emblem einer wütenden afrokolumbianischen Bürgerbewegung, die im Oktober 2015 tagelang auf die Straße ging, um gegen den latenten Rassismus im Land zu protestieren. Auch hier musste sich der verantwortliche TV-Sender Caracol Televisión schließlich dem Druck des Hashtags beugen. Der Sender kündigte an, die Inszenierung des Soldaten Micoltas zu überdenken. Die Show soll zwar weiterhin stattfinden, aber immerhin ohne Blackface. Ein kleiner, aber wichtiger Erfolg für weniger Rassismus in Kolumbien. Doch die Bewegung hörte damit nicht auf. Politiker und Menschenrechtsorganisationen wie Chao Racismo haben diesen Hashtag eher zum Anlass genommen, um aktiv gegen Rassismus in Kolumbien vorzugehen.

#landesverrat: Vom einfachen Hashtag zu politischen Konsequenzen

Auch in Deutschland gibt es mehrere Beispiele für erfolgreiche Hashtag-Kampagnen. Eine der bekanntesten ist #landesverrat. Dieser Hashtag bezieht sich auf einen Bericht des Blogs netzpolitik.org vom Februar 2015. Journalisten des Blogs hatten über die Internetüberwachung von Bürgern durch den Verfassungsschutz berichtet und dafür Auszüge aus geheimen Dokumenten veröffentlicht. Prompt leitete Bundesgeneralanwalt Harald Range ein Verfahren gegen die Journalisten wegen Landesverrats ein. Erbost twitterten die Netzpolitik-Journalisten über diesen #landesverrat – und brachten damit eine Social Media Lawine ins Rollen.

Der Hashtag dominierte die sozialen Medien: Journalisten aus ganz Deutschland empörten sich über diesen Angriff auf die Pressefreiheit, Bürger waren erbost über die Überwachungstaktiken des Staates sowie über die Ermittlungen gegen die Journalisten, und etwa 2.000 Demonstranten gingen auf die Straße, um gegen die Vorgänge des Bundesgeneralanwaltes zu protestieren. Mit Erfolg. Die Proteste und der Aufschrei in den sozialen Netzwerken gingen auch an den Politikern nicht spurlos vorbei. Sie zogen die Konsequenzen und Bundesgeneralanwalt Harald Range wurde über die Affäre #landesverrat entlassen.

#Aufschrei: So wurde aus der “Frau mit dem Dirndl” eine Feminismusdebatte

“Sie können ein Dirndl auch ausfüllen.” Als FDP-Politiker Rainer Brüderle diesen schicksalhaften Satz zur Stern-Journalistin Laura Himmelreich sagte, ahnte er wohl nicht, welche Geister er damit rief. Denn nach dieser sexistischen Aussage wehrte sich Laura Himmelreich, lautstark und vor allem medial. Sie schrieb nicht nur einen erbosten Artikel über den Sexismus des Politikers, unter dem #Aufschrei wurde aus dem Einzelfall ein breites Forum, das sich vor allem im Netz gegen Frauenfeindlichkeit in Deutschland aussprach.

Screenshot #Aufschrei 1

Plötzlich diskutierte ganz Deutschland in Talkshows, in der Kneipe oder auch am Abendbrottisch zu Hause über die Frage, wie frauenfeindlich Deutschland sei. Doch es blieb nicht nur bei der Diskussion on- und offline. Himmelreich gewann eine Grimmeauszeichnung für die Debatte, die sie angeregt hatte und der Hashtag wird auch heute noch für Diskussionen zum Thema “Feminismus” genutzt.

Screenshot #Aufschrei 2

Screenshot #Aufschrei 3

Hashtag Aktivismus: Das Rezept zum Erfolg

Diese Beispiele zeigen: Es ist die geschickte Verbindung der digitalen Welt mit der realen Welt, die eine Hashtag-Kampagne erfolgreich macht. Der Protest für den #landesverrat nutzte das Momentum des Hashtags und moblisierte Tausende von Demonstranten. Die physische Präsenz der protestierenden Menschen war es letztendlich, die großen Druck auf die Politik ausübte. Auch im Fall von #Aufschrei war es die stetige Präsenz von Laura Himmelreich in Talkshows und traditionellen Medien, die den Hashtag-Hype in eine relevante gesellschaftliche Debatte verwandelte.

Sichtbarkeit und mediale Präsenz – das ist auch der Weg zum Erfolg von #BlackLivesMatter oder #NomasSoldadoMicolta. Auch diese beiden Kampagnen gegen Rassismus nutzten die Gunst der Stunde, die ein Hashtag auslöste, und brachten Menschen in Protesten auf der Straße zusammen. BLM sowie #NomasSoldadoMicolta haben sich auch über den Hashtag hinaus konkrete Ziele gesetzt und organisieren sich wie ein klassische Bürgerbewegung, mit Hilfe der sozialen Medien, aber nicht nur.

Hinter BLM stehen etwa PR-Experten, Marketingkampagnen, politische Aktivisten und Bürgerrechtler. Auch die kolumbianische Organisation Chao Racismo, die die Proteste gegen Rassismus in Kolumbien angeregt hatte, arbeitet ebenfalls sehr viel offline. Chao Racismo reist durch das Land, organisiert Workshops und koordiniert Anti-Rassismus Aktionen mit lokalen Politikern. Derzeit werden auch Klagen gegen die Verletzung von Menschenrechten vor dem UN-Gericht geprüft.

Diese Kombination aus der viralen Verbreitung einer Botschaft online und der Mobilisierung von Menschen offline, scheint das wahre Erfolgsrezept für den Hashtag-Aktivismus zu sein. Ein Hashtag kann auf gesellschaftliche Missstände hinweisen und eine großflächige Diskussion entfachen. Doch wirklich erfolgreicher, nachhaltiger Hashtag-Aktivismus erfordert viel Arbeit und Durchhaltevermögen – nicht nur im Netz, sondern vor allem auch in der realen Welt.


Image “Hashtag” by irfanahmad1989 (CC0).


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5 Lesetipps für den 11. April

In unseren Lesetipps geht es heute um gemeinfreie E-Books, Amazon kauft Comixology, Hashtag-Kapagnen, Google Glass und Journalismus sowie Heilmittel gegen Heartbleed. Ergänzungen erwünscht.

  • E-BOOKS e-book-news.de: „Pro Monat setze ich rund 30.000 E-Books ab“: Der Neusser Jürgen Schulze hat Deutschlands vermutlich erfolgreichsten Ein-Mann-Verlag auf die Beine gestellt: Null Papier. Schulze verkauft ausschließlich E-Books, mit dem Schwerpunkt auf gemeinfreien Klassikern, monatlich rund 30.000 Stück. Derzeit steht er mit einer Gesamtausgabe von Grimms Märchen bei Google Play auf Platz eins in den E-Book-Charts. Im Interview spricht er über Vorurteile gegen E-Books, den Unsinn von hartem Kopierschutz, die abnehmende Dominanz von Amazon, die Prüderie im iBooks Store und die Zukunft des digitalen Buchmarkts.
  • AMAZON CNET: Amazon snaps up digital comics retailer Comixology: Amazon hat den digitalen Comicladen Comixology gekauft. Was in erster Linie wie der Zukauf einer sehr tollen Firma in einem sehr speziellen Bereich für Publikationen aussieht, ist in Wahrheit eine viel tiefer gehender Akquise. Jeder, der eine Comic-App nutzt, die die von Comixology entwickelte Tap-To-Read-Methode nutzt, weiß was damit gemeint ist. Amazon hat sich hier Technologie eingekauft, die unser Leseverhalten auf Endgeräten verändern wird.
  • HASHTAG W&V: Warum wir momentan so viele Hashtag-Kampagnen sehen: Kaum eine Kampagne kommt heute mehr ohne einen Hashtag aus. Warum das so ist und wie der perfekte Hashtag aussieht, darüber hat W&V Online mit Michael Kamleitner gesprochen. Er ist Geschäftsführer und Mitgründer der Wiener Agentur Die Socialisten und hat zuletzt auf der AllFacebook Marketing Conference über das Thema gesprochen.
  • GOOGLE GLASS AJR.org: How Journalism Professors Are Bringing Google Glass into the Classroom: Die Datenbrille von Google namens Glass polarisiert, aber abseits von erdachten Worst-Case-Szenarien sind die Anwendungsmöglichkeiten vielfältig. In den USA haben nun Professoren für Journalismus über den Einsatz von Google Glass in der Uni nachgedacht. Studenten könnten mit der Brille ganz neue Techniken der Reportage in der Erste-Person-Perspektive erlernen und weiterentwickeln.
  • HEARTBLEED Zeit Online: Heilmittel gegen Heartbleed im Test: Die simple Konsequenz aus dem Heartbleed-Bug in der Verschlüsselungssoftware OpenSSL ist, alle Passwörter (mindestens von Diensten, die bekannterweise betroffen sind) zu ändern. Das ist aber dann doch nicht so einfach für die Nutzer, sprich mühsam. Auf Zeit Online stelle Thorsten Schröder ein paar Programme vor, die helfen könnten, zumindest nach einem ersten Akt der Initiative zu mehr Sicherheit.

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5 Lesetipps für den 17. März

In unseren Lesetipps geht es heute darum, wie ein Hashtag entsteht, Nostalgie für 8-Bit, Auswirkungen von Social Media im Bundesrat, das Internet der Dinge und die Agenda von Andrea Voßhoff. Ergänzungen erwünscht.

  • HASHTAG Hildwin’s Blog: Wie entsteht ein Hashtag?: Frank Bergmann leitet die Internet-Redaktion der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und in seiner täglichen Arbeit mit einem Problem konfrontiert, dass viele Menschen aus den Bereich der Online-Medien kennen: Wie lautet der „richtige“ Hashtag? In seinem privaten Blog erklärt Bergmann am Beispiel #wp18 und #btAdA die Entstehung eines Hashtags.
  • NOSTALGIE Hyperland: Die 8-Bit-Nostalgie: Wer mit den legendären Home-Computern von Commodore und Atari digital sozialisiert wurde, ist heute zwischen 30 und 55 Jahr alt – und damit genau in dem Alter, in dem Nostalgie und Einkommen zusammentreffen. Kein Wunder, dass es einen regelrechten 8-Bit-Boom gibt, wie Giesbert Damaschke im ZDF-Blog Hyperland schreibt.
  • BUNDESRAT Zeit Online: Multimedia-Website treibt Minister ans Rednerpult: Der Bundesrat veröffentlicht jetzt auch die Videos der Debattenbeiträge, was laut Beobachtungen des Journalisten Tilmann Steffen vor allem zu längeren Redebeiträgen der Politiker führt, die die neuen Social Media-Aktivitäten gerne für die eigene Öffentlichkeitsarbeit nutzen. Doch die „neue Eitelkeit“ sprengt die Tagesordnung, was störend auffällt – bei aller Wertschätzung für den direkten politischen Austausch.
  • INTERNET DER DINGE Blog von Heike Simmet: Wie verändert das Internet der Dinge den Service?: Durch das Internet der Dinge erlangt der Service einen völlig neuen Stellenwert für die Erzielung von Wertschöpfung von Unternehmen. Nicht mehr der nur begleitende Pre-Sales oder After-Sales Service eines Produktes, sondern der integrierte Service innerhalb neuer Ökosysteme wird zum zentralen Erfolgsfaktor, wie Heike Simmet auf ihrem Blog erklärt.
  • ANDREA VOßHOFF Hyperland: Die Agenda der Andrea Voßhoff: Fürs ZDF-Blog Hyperland hat Christiane Schulzki-Haddouti die nach drei Monaten noch kaum in Erscheinung getretene Bundesdatenschutzbeauftragte Andrea Voßhoff interviewt. Di bisherige Inaktivität hat aber laut Voßhoff einen Grund. Sie arbeitet zur Zeit intensiv an „einem umfassenden Relaunch des Internet-Auftritts“, sagt dann aber doch noch was zu dem nachstehenden Themen wie Vorratsdatenspeicherung, Informationsfreiheitsgesetz und Datenschutz in sozialen Netzwerken.

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Olympische Winterspiele 2014 in Sotschi: #SochiProblems

Sochi Olympics Adler 03 (adapted) (Image by Stefan Krasowski [CC BY 2.0] via Flickr)

Olympische Winterspiele 2014 in Sotschi – nicht nur sportlich sorgen sie für Schlagzeilen. Auch die vielen Probleme im olympischen Dorf stehen hoch im Kurs. Toiletten, in die kein Toilettenpapier geworfen werden darf. Leitungswasser, dessen Farbe nichts mehr mit Wasser zu tun hat. Ein Präsident, der Unmengen an Geld in die Hand nimmt, um die Olympischen Spiele zu seinen Spielen zu machen. Die sozialen Netzwerke sind in diesen Tagen geprägt durch sie, oftmals jedoch nicht aufgrund sportlicher Erfolge oder Misserfolge, sondern wegen den Problemen, die vorherrschen in Russland. Olympische Winterspiele 2014 in Sotschi und jede Menge #SochiProblems.

Es sind Spiele, die Russland in keinem guten Licht erscheinen lassen. Wirft man aktuell einen Blick auf Twitter und das, was dort rund um Olympia geschieht, dann stellt man fest: #SochiProblems spielt eine große Rolle. Zum Zeitpunkt der Recherche wurde #Sochi2014 in den vergangenen 24 Stunden 79.000 Mal getwittert, immerhin 25.000 Mal das Hashtag #SochiProblems (Analyse mit tame.it). Die Accounts @SochiProblem und @SochiProblems zählen rund 750.000 Follower. Zum Vergleich: dem offiziellen Account der Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi – @Sochi2014 – folgen „nur“ knapp 230.000 Menschen.

Und was stört in Sotschi? Zum Beispiel das Wasser, wie man auf Twitter eindrücklich gezeigt bekommt. Oder Hotels, die nicht fertig werden. Oder Toiletten, jede Menge Toiletten. Es ist schon skurril, was in Sotschi geschieht.

Andere wiederum nehmen es mit Humor – und tauchen damit in der #SochiProblems – Timeline auf. Wenn man im Internet über Probleme in Sotschi diskutiert, dann wird das schon mal kreativ umgesetzt.

Andere wiederum wollen von #SochiProblems nichts wissen – neben Putin natürlich – und sprechen von #SochiSolution.

Mit dem Start der Olympischen Spiele dürfte aber auch der Sport wieder mehr in den Vordergrund rücken und die Freude über weitere Goldmedaillen für Deutschland das Netz beherrschen – zumindest in Deutschland.


Image (adapted) „Sochi Olympics Adler 03“ by Stefan Krasowski (CC BY 2.0)


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5 Lesetipps für den 19. Juni

In unseren erlesenen Lesetipps geht es heute um Facebooks Vorteil bei Online-Werbung durch die neue Hashtag-Funktion, eine Infografik über die Geschichte der Programmiersprachen, den smarten Einsatz von Evernote, eine Top 10 von coolen Drohnenvideos und Gerüchte über Wasserkühlung bei Smartphones. Ergänzungen erwünscht.

  • FACEBOOK Jan Rezabs Blog: 5 Gründe, warum Hashtags auf Facebook eine sehr gute Idee sind: Facebook hat mit der Einführung von Hashtags einen brillanten Zug gegen Twitter getätigt, glaubt zumindest Socialbaker-CEO Jan Rezab. Seines Erachtens wird das die Werbung auf Facebook fördern und die ohnehin große Werbemacht des sozialen Netzwerk vervielfachen.
  • PROGRAMMIERSPRACHEN Von Ada Lovelace bis Java & PHP – Die Geschichte der Programmiersprachen: Der amerikanische Spezialist für die Sicherheit von Software-Anwendungen Veracode hat in einer Infografik die Geschichte der wichtigsten Programmiersprachen und ihre Erfinder zusammengestellt. Michael Kroker zeigt diese interessante Infografik zur Geschichte der Computer-Programmiersprachen in seinem IT-Blog.
  • EVERNOTE Evernote Blog: Clever arbeiten mit Evernote: Im Februar 2013 erhielt die Kommunikationsberatung Three-Headed Monkeys den Auftrag, für die DFDS Seaways Deutschland eine Markenerlebnis-Untersuchung durchzuführen, die Einblicke in die Erlebniswelt der Kunden eröffnet. Im Interview mit dem Tumblr-Blog von Evernote berichtet das Unternehmen, wie sie den Notizdienst in ihrer Arbeit einsetzen.
  • DROHNEN t3n: Drohnenvideos: Filmaufnahmen aus der Luft zu drehen ist dank ferngesteuerter Kameradrohnen längst kein Traum mehr. Schon mit minimalem Aufwand sind mittels dieser kleinen Helferlein Luftaufnahmen aus bis zu zwei Kilometern Höhe möglich. So entstehen spektakuläre Filmaufnahmen aus schwindelerregenden Höhen – wie diese von t3n zusammen gestellten Top 10 Drohnenvideos.
  • SMARTPHONE Androidnext.de: Werden Smartphones bald mit Wasserkühlung ausgestattet?: Die Rechenleistung von Smartphones wächst mit jedem neuen Gerät, in Japan hat NEC bereits das erste Smartphone mit Wasserkühlung heraus gekommen und es gibt bereits Gerüchte, dass diese Technologie bald auch von vielen anderen Herstellern eingesetzt wird. Unser Autor Daniel Kuhn schreibt auf Androidnext.de über diesen neuen Lösungsansatz.

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