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Netzpiloten @Rethink! Connected Customer 360°

Die Bindung zum Kunden entscheidet maßgeblich über den Erfolg eines Unternehmens. Deshalb lädt der Veranstalter we.CONECT vom 6. bis zum 7. Juni zur Rethink! Connected Customer 360° nach Hamburg ein. Wir Netzpiloten sind zum ersten Mal Partner des Events und sind gespannt auf die Vorträge, die das Team um Dr. Stefan Pavleski zusammengestellt hat. Das Strategie Event richtet sich hauptsächlich an Entscheider für Customer Relationship Management und Customer Experience, sowie Marketingleiter, Chief Data Officers und Chief Customer Officers. Auf dem Event dreht sich alles um die neusten Strategien und Technologien im Bereich CRM, Customer Experience und Data Analytics. An zwei Tagen werden den Teilnehmern Lösungen für ein gelungenes CRM Management, ausgerichtet auf die Komplexität ihres Unternehmens, sowie großartige Networking Möglichkeiten geboten.

Welche Speaker werden da sein?

Zu den über 30 Vortragenden der Rethink! Connected Customer 360° gehört unter anderem Caroline Neumann. Sie ist Global Director Marketing, Innovation and Market Research, Consumer Health bei Procter & Gamble und wird über Customer Centricity, Produktentwicklung und Markenkommunikation sprechen. Des weiteren gehört Andreas Kleine zu den Rednern. Er ist Global Head of CRM/Sales Applications der Kühne + Nagel Management AG und spricht über den Mehrwert mobiler CRM-Lösungen für Unternehmen. Zudem freuen wir uns auf den Vortrag von Andreas Duscha, Leiter im Online Marketing bei der CEWE Stiftung & Co. KGaA. Er referiert über konsistente Markenkommunikation über alle Kanäle hinweg.

Welche Themen und Formate erwarten dich auf der Rethink! Connected Customer 360°?

  • Keynotes, interaktive Podiumsdiskussionen
  • Networking
  • Best Practises aus Industrieunternehmen
  • Customer Relationship Management & Customer Experience
  • Data Analytics

Und sonst noch?

Auf der Rethink! Connected Customer 360° gibt es eine App, mit der ihr eure individuelle Agenda planen und mithilfe des AI-basierten Matchmaking euer Networking vereinfachen könnt. Die App ist im App Store und im Google Play Store kostenlos zum Download verfügbar. Ebenfalls gibt es am 5. Juni eine zusätzliche Icebreaker Session mit Roundtables zu verschiedenen, teilweise provokanten Thesen, über die Teilnehmer ganz frei und ungezwungen ins Gespräch kommen können. An der Icebreaker Session könnt ihr nur mit dem Networking Pass, der etwas teurer als der Standard Pass ist, teilnehmen. Tickets für die Veranstaltung findet ihr hier. Und? Sehen wir uns in Hamburg?

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Blockchain-Startup Bitwala hält an Plänen für Krypto-Bank fest

Bitcoin

Krypto-Währungen wie Bitcoin oder Ethereum sorgen derzeit mit steilen Kursgängen und dem möglichen Aufbau einer Blase für Schlagzeilen. In den Hintergrund rückt, dass die zugrunde liegende Blockchain-Technologie nicht als Spekulationsvehikel geschaffen wurde, sondern als Ansatz, den elektronischen Zahlungsverkehr zu revolutionieren. So erlaubt die dezentrale Datenorganisation der Blockchain-Technologie, Geld grundsätzlich schneller, günstiger und sicherer zu überweisen. Das Fintech-Startup Bitwala hat ein solches Konto der neuen Generation im Angebot und strebt sogar den Bankstatus an.

Gegenwind aus dem traditionellen Bankensektor durchkreuzte dieses Vorhaben bisher. Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Im Gespräch mit den Netzpiloten auf der High-Tech Partnering Conference in Bonn bekräftigte Bitwala-CEO Jörg von Minckwitz die Ambitionen des Startups.

Investor HTGF stärkt Bitwala den Rücken

Anfang dieses Jahres musste das junge Startup am eigenen Leib erfahren, wie hart umkämpft der Finanzmarkt ist. Der Traum von der eigenen Krypto-Bank scheiterte im ersten Anlauf, aufgrund plötzlicher Unstimmigkeiten mit Partnern, wie die Bitwala-Führung in diesem Blog-Beitrag erklärt. Laut von Minckwitz sei das vor allem auf die Angst einiger Unternehmen zurückzuführen, die gegen nicht regulierte Märkte wie Kryptowährungen vorgehen. Im Laufe dieses Jahres will Jörg von Minckwitz mit dem Bitwala-Team jedoch weitermachen und die Idee der ersten Krypto-Bank doch noch umsetzen.

Unterstützt wird das junge Start-up-Team ungeachtet des Rückschlags vom High-Tech-Gründerfonds (HTGF), dem größten Seedinvestor Deutschlands. Der HTGF fördert junge Technologie-Unternehmen wie Bitwala und stellte auf der 9. High-Tech-Partnering Conference in Bonn den Kontakt zwischen gestandenen Unternehmen und Start-Up-Gründern her.

Dass vor allem bei jungen Gründern nicht immer alles nach Plan laufen kann, ist Alexander von Frankenberg, Geschäftsführer des HTGF, dabei bewusst. Im Gespräch erzählt er, dass es immer wieder Planabweichungen, Krisen und Rückschläge geben könne. „Was wir in solchen Fällen signalisieren, sind keine Zweifel am Team oder dem Projekt, sondern Ruhe und Gelassenheit. Wir unterstützen unsere Gründer, indem wir ihnen zur Seite stehen und in solchen Fällen gemeinsam einen Restart planen.“

Bitwala-CEO Jörg von Minckwitz
Mit den Netzpiloten sprach Jörg von Minckwitz, Mitgründer und CEO des Fintech-Startups Bitwala über die Blockchain als Zukunftstechnologie. Image by High-Tech Gründerfonds

Wie Überweisungen einfacher und sicherer werden sollen

Das Vertrauen in das große Marktpotenzial der Blockchain-Technologie ist bei Bitwala und dem HTGF ungebrochen. Bei der Blockchain-Technologie handelt es sich um eine stark verschlüsselte Datenbank, die auf tausende Server verteilt, also dezentral, ist. Das bietet zum einen den Vorteil, dass Fintech-Unternehmen wie Bitwala für die Durchführung der Transaktionen nicht auf die Infrastruktur einiger weniger marktbeherrschender Zahlungsanbieter angewiesen ist.

Dadurch können Transaktionen grundsätzlich günstiger abgewickelt werden, was sich auch in geringeren Gebühren für Endkunden niederschlagen kann. Außerdem ist diese Art des Zahlungsverkehrs besser vor Transaktionsbetrug und Datendiebstahl bei Hackerangriffen gefeit. Fallen Server aus, sind die Daten immer noch vorhanden, weil sie sich auf immer noch tausenden anderen Servern befinden und in Echtzeit synchronisiert werden.

Blockchain kann alle Lebensbereiche revolutionieren

Nicht nur Kryptowährungen und deren Transaktionshistorie lässt sich innerhalb der dezentralen Datenbank verschlüsselt sichern. Die Blockchain könnte das Leben aller Menschen verändern und vereinfachen. Im Gesundheitswesen ließen sich beispielsweise Patientenakten und Untersuchungsergebnisse sicher ablegen und nur von denjenigen Personen aufrufen, die dazu berechtigt sind.

Auch im Bereich Identitätsmanagement kann die Blockchain für mehr Sicherheit und weniger Papierkram sorgen. Da die Blockchain manipulationssicher ist, können Behörden beispielsweise Geburtsurkunden und Melderegister innerhalb der Blockchain ablegen. Universitäten und Hochschulen könnten über die Blockchain Abschlüsse und Zeugnisse sichern, sodass Absolventen und Arbeitgeber auf fälschungssichere Dokumente zugreifen.

Die meisten Anwendungsbeispiele für Blockchain sind jedoch Zukunftsmusik. Aktuell und deutlich realer sind hingegen Peer-to-Peer-Möglichkeiten, die die Blockchain schon jetzt bereithält. Gemeint sind damit direkte Transaktionen zwischen zwei Personen, also etwa das Überweisen von Geld. Das ist auch das Geschäftsmodell von Bitwala.

Blockchain ist keine Bubble, sagt Bitwala

Bevor die Blockchain allerdings zur Lösung aller Menschheitsprobleme werden kann, wird wohl noch viel Zeit vergehen. Jörg von Minckwitz hat in den vergangenen Wochen vor allem die aufkommende Regulierungsdiskussion zur Blockchain verfolgt. Hier stünden immer wieder Fragen nach Haftbarkeit im Raum. Laut von Minckwitz sei dafür eine gewisse Form von Zentralität notwendig. Hinzu käme die Problematik, dass Menschen ein gewisses Vertrauen in Systeme aufbauen müssten. Das sei deutlich schwieriger, als interpersonelles Vertrauen herzustellen. Bei einem ist sich der junge Gründer allerdings ganz sicher: „Blockchain ist nicht die nächste Bubble. Das System wird sich eigenständig weiterentwickeln und optimieren. Ob wir das wollen oder nicht.“

Dieser Text entstand in Zusammenarbeit mit dem High-Tech Gründerfonds.


Teaser Image by zapp2photo / stock.adobe.com; Image by High-Tech Gründerfonds


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Netzpiloten sind Partner des Big Data Marketing Day

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Auch in diesem Jahr wird wieder zum Big Data Marketing Day eingeladen. Und zwar an gleich zwei Terminen – am 22. Februar in München im Novotel München City und am 27. Februar in Wien im C3 Convention Center. Bei dem 3. Event dieser Art versammeln sich Experten und Top-Speaker des Bereichs Data-driven Marketing. 

Moderiert werden beide Events von Gabriele Horcher, der Geschäftsführerin von Möller Horcher Public Relations. Was sind die Trends und Produktinnovationen im Bereich datengetriebenen Marketings? Eine breite Riege an Speakern referiert über praxistaugliche Lösungen. Wenn ihr jetzt Lust auf dieses spannende Branchen-Event habt, dann könnt ihr euch über einen satten Rabatt exklusiv für Netzpiloten-Leser freuen. Statt 249 Euro zahlt ihr dann nur noch 149 Euro für euer Ticket. Hier gibt’s übrigens den Rückblick zum letzten Jahr.

Big Data – Big Speakers

Big Data – das sind, wie der Name unschwer erkennen lässt, riesige Mengen an Daten. Diese geben Nutzer preis und werden von Firmen gesammelt, um diese zu nutzen. Viele Firmen sind jedoch mit der Analyse und der Nutzung solcher Daten überfordert. Hier kommt der Big Data Marketing Day ins Spiel! Branchenexperten aus allen zuständigen Bereichen geben euch Einblicke in ihre Lösungsansätze, Vorgehensmodelle und Best Practices. 

Nennenswerte Praxis-Beispiele sind unter anderem Wetter.com, RTL Interactive, Microsoft und viele mehr! Anhand solcher Fallbeispiele zeigen Speaker wie Johannes Paysen von GroundTruth, wie McDonalds 1,3 Millionen mehr Restaurantbesuche durch mobile Werbung erzielen konnte. Weitere interessante Speaker sind unter anderem Rainer Le-Ngoc von Payback oder Christian Martin von Baur Versand.

Alles auf einen Blick

  • Wer? Veranstalter ist „Marketing on Tour“. Folgt ihnen auf Twitter, um auf dem Laufenden zu bleiben!
  • Was? Big Data Marketing Day – Konferenz zu datengetriebenem Marketing.
  • Wann? 22. und 27. Februar 2018.
  • Wo? München (22.) und Wien (27.).
  • Wie teuer? Für Netzpiloten-Leser in München exklusiv 149 Euro, statt 249 Euro!
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Die Netzpiloten sind Partner von 4HEROES

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Marketing on Tour machen ihrem Namen alle Ehre und schicken die Digital Marketing 4HEROES Conference & Masterclass an gleich drei Termine in drei verschiedenen Städte in Deutschand und Österreich. Marketing- und Kommunikationsexperten, Produktmanager, Vertriebsleiter und Geschäftsführer werden am 12. Oktober in Berlin, am 16. Oktober in München und schließlich am 24. Oktober in Wien zu einer eintägigen Power-Konferenz eingeladen.

Jeder, der sich  einen aktuellen Überblick über die 4 HERO-Themen verschaffen will oder Investitionen in diesem Bereich plant ist dort bestens aufgehoben. Die rund 600 erwarteten Teilnehmer können sich auf die vier spannenden 4 HERO-Themenblocks freuen, Data Driven Marketing, Video Advertising, Content Marketing und Social Media Marketing.

Auf der eintägigen Konferenz referieren Branchenkenner über Trends, Produktinnovationen und praxistaugliche Lösungen aus den derzeit meist diskutierten 4 Bereichen des digitalen Marketings: Data Driven-, Video-, Content- und Social Media Marketing. Lass dir das Event also nicht entgehen!

Der Ticketpreis liegt bei 299 Euro, für Mitglieder gibt es hier aber den Sonderpreis von nur 129 Euro. Auf der MoT-Website, Twitter und auf Facebook gibt es zudem alle aktuellen Infos zu den Veranstaltungen. Ab dem 7. November werden die Aufzeichnungen aller Vorträge der Konferenzen zudem online gegen ein Passwort für zwei Monate verfügbar sein.

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Warum Daten-Forensik im Politik-Betrieb relevanter wird – Von der Unberechenbarkeit der öffentlichen Meinung

britain-20526 (adapted) (Image by PublicDomainPictures) (CC0) via Pixabay

Wie die Piranhas hat sich die Netzgemeinde auf den Politiker Guttenberg gestürzt. Der Fall des Ministers macht deutlich, wie stark das Netz mittlerweile auf die Politik einwirkt. Massenmedien wie die Bild-Zeitung können ihre Agenda kaum noch setzen. Das schrieb ich in einer Kolumne vor über fünf Jahren: Mit dem Guttenwahn-Drama werden sich Medien, Politikwissenschaft und Demoskopie noch lange beschäftigen. Eingeübte Politikrituale, wie man sie in der Bundesrepublik seit Jahrzehnten kennt, funktionieren nicht mehr. Man braucht zum Regieren mittlerweile nicht nur „Bild, BamS, Glotze“ und Meinungsumfragen. So funktionierten die Leitplanken von Altkanzler Gerhard Schröder und Helmut Kohl. Die politische Willensbildung ist durch das Internet schwieriger und unübersichtlicher geworden. „Wir erleben ein Ende der Leitmedien“, so der Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen im Interview mit WDR 2.

Ein Medium wie die Bild könne einen Politiker wie Guttenberg in einer linearen Weise nicht mehr durchsetzen oder halten. Die massive Positivkampagne des größten Boulevardblattes für den baronesken Welterlöser war nicht von Erfolg gekrönt, da man die sich selbst organisierende Netzöffentlichkeit nicht mehr unter Kontrolle bringt.

Schwarmintelligenz contra Bild-Zeitung

„Die Schwarmintelligenz im Netz benötigte gut zwei Tage, um Guttenbergs Dissertation bis auf die Knochen abzunagen“, so FAZ-Redakteur Volker Zastrow. Die blitzschnelle Recherche des GuttenPlag-Wikis habe auch die Qualitätsmedien des Landes beeindruckt, sie mit Material und der nötigen Entschiedenheit versorgt, meint Pörksen. Und nicht zuletzt die Wissenschaftscommunity auf die Barrikaden gebracht.

Die Netzöffentlichkeit positionierte sich sofort gegen den freiherrlichen Plagiator, erst danach setzten die klassischen Medien nach und zerbröselten die bizarren Scheinwelten des ehemaligen Selbstverteidigungsministers. Umfragen im Internet fielen für Guttenberg katastrophal aus. Die Meinungsbefragungen der Demoskopen per Telefon boten ein ganz anderes Bild. Hier votierte eine große Mehrheit für den adligen Propheten und wertete die Plagiatsaffäre als entschuldbare Entgleisung, die eigentlich nichts mit dem Ministeramt zu tun habe.

Das vielfache Meinungsklima

Welche öffentliche Meinung ist also noch relevant? Der Tenor der Massenmedien oder die vielstimmige Netzöffentlichkeit? Was erlebten wir beim Aufstieg und Untergang des adligen Polit-Shootingstars? „Bild“ und „BamS“ scheiterten beim Versuch, den erlauchten Minister im Amt zu halten.

Die Mehrheit der Deutschen trauerte um den Abgang eines Heilsbringers und die Schwarmintelligenz des Netzes entzauberte den Meister der Camouflage. Heute muss man wohl von einem vielfachen Meinungsklima sprechen. Die zunehmende Fragmentierung der Medienwelt und damit auch der Verlust der gemeinsamen Informationsbasis führen auch zu einem Verlust einer gemeinsamen öffentlichen Meinung.

Der YouGov-Triumph

Die traditionellen Meinungsforschungsinstitute und auch die Kommunikationswissenschaften haben das noch nicht vollumfänglich erforscht. Das konnte man bei der britischen Unterhauswahl wieder gut beobachten. Kaum ein Umfrage-Institut hatte die herbe Niederlage von Tory-Chefin Theresa May und den Überraschungserfolg von Labour-Spitzenkandidat Jeremy Corbyn auf der Rechnung – außer YouGov.

Zu einem Zeitpunkt, als alle anderen Umfragen noch von einer satten Mehrheit für die Tories ausgingen, sagte YouGov als erstes Institut einen Verlust der absoluten Mehrheit der Konservativen voraus. Daraufhin griffen Experten und Politikberater die neue Analysemethode öffentlich an. Jim Messina, Berater der Tories, bezeichnete die YouGov-Methode gar als „idiotic“.

„Die Wahlergebnisse vom 8. Juni waren folglich nicht nur ein Erdbeben für die Konservativen in Großbritannien, sondern auch für die klassische politische Meinungsforschung. YouGov errechnete mit seinem neuen Modell für 632 Wahlkreise im Vereinigten Königreicht – ohne die 18 Wahlkreise für Nord-Irland – eine eigene Schätzung für jeden Wahlkreis. Für 93 Prozent dieser Wahlkreise sagte das Modell den tatsächlichen Gewinner richtig voraus. Darüber hinaus prophezeite YouGov, dass die Konservativen den Wahlkreis Canterbury an Labour verlieren würden. Das war eine Sensation, denn die Tories hatten hier seit 1918 bisher jede Wahl gewonnen“, teilt YouGov in einer Presseverlautbarung mit.

Das eingesetzte Berechnungs- und Analysemodell von YouGov verwendet Daten aus kontinuierlichen Befragungen und kombiniert diese entsprechend eines Big-Data-Ansatzes mit weiteren Informationen aus verschiedenen Quellen. Ergänzt um demographische und psychografische Informationen konnten so Schätzungen für die jeweiligen Wahlkreise errechnet werden. „Die Kombination dieser Daten ermöglichte YouGov die außergewöhnlich gute Vorhersage des Wahlausgangs“, teilt das Unternehmen mit. Und das umfasst eben auch das Meinungsbild im Internet.

Social Media-Kampagne von Labour

Früher rühmten sich wie in Deutschland die auflagenstarken Printmedien, Wahlen entschieden zu haben. „Diesmal hatte der Versuch des Boulevards, Corbyn als Terroristen-Freund und marxistischen Extremisten zu entsorgen, keinen durchschlagenden Erfolg. Im Netz machte man sich nach der Wahl über die Zeitungen lustig“, berichtet das ZDF-Auslandsjournal. Etwa John Niven. „This morning I reignited the British spirit with the newsagents entire stock of Suns and Daily Mails.“

Seine Botschaft fand auf Twitter mit rund 11.000 Retweets und 31.000 Gefällt mir-Bekundungen einen riesigen Anklang. Ein Faktor für den Erfolg von Labour lag an der Social Media-Kampagne, so die Süddeutsche Zeitung:

„Das eindeutige Vorbild für die Wahlkampagne von Jeremy Corbyn ist der Wahlkampf von Bernie Sanders in den USA – und hier spielt Social Media eine große Rolle. Corbyn sieht sich als Anführer einer Bewegung, an deren Spitze er steht, und seine Anhänger posten auf Facebook und Twitter im Minutentakt kurze Videos über ihren Helden Corbyn. Das Internet wurde nicht nur genutzt, um Spenden zu sammeln – online wurden auch die Aktivisten rekrutiert und geschult, die für den 68-jährigen Corbyn trommelten.“

Dank Youtube konnte jeder sehen, wie der bärtige Abgeordnete Corbyn 1990 die damalige Premierministerin Thatcher attackierte und die herrschende Armut im Königreich als „nationale Schande“ bezeichnete – oder wie er 2003 vor den Folgen der Invasion in den Irak warnte und sich damit gegen den Parteifreund Tony Blair stellte. „Der war damals Premierminister – und hatte bei seinen Wahlsiegen 1997 und 2001 mit 43 beziehungsweise 40,3 Prozent ähnliche hohe Stimmenanteile erreicht“, so die SZ. Die David-gegen-Goliath-Story war damit rund. Mit kleinem Budget und einer enthusiastischen Fan-Gemeinde im Netz erzielte Labour mehr Wirkung als die staatstragende Kampagne der Tories.

Wo ist nur die repräsentative Stichprobe geblieben?

Mit den klassischen Instrumenten der Wahlforschung lassen sich diese Effekte wohl nicht mehr messen. Gemeint sind damit nicht die Hochrechnungen an den Wahlabenden, sondern die Telefonumfragen im Vorfeld der Wahlen.

„In den 1990er Jahren war es relativ einfach, über Telefonumfragen mit zufällig generierten Festnetznummern repräsentative Stichproben zu ziehen für die Grundgesamtheit, die man untersuchen wollte“, erläutert Johannes Mirus von Bonn.digital: „Das Smartphone ist zwar personalisiert und beseitigt die Herausforderung, die richtige Zielperson ans Telefon zu bekommen. Die Mobilfunk-Nummern sind aber schwerer zu erfassen. Zudem ist eine örtliche Eingrenzung für die Stichprobe nicht möglich.“

Gefragt sind eher Ansätze wie von Professor Simon Hegelich von der TU-München. Er verbindet in seiner Forschung Politikwissenschaft und Computerwissenschaft zu Political Data Science. Dabei geht es sowohl um Themen der Digitalisierung, deren politische Relevanz untersucht wird, als auch um klassische politikwissenschaftliche Fragen, die mit Methoden wie maschinellem Lernen, Data Mining, Computer Vision oder Simulationen bearbeitet werden.

Folgende Fragen sind dabei interessant: Welchen Einfluss haben Bots auf die politische Willensbildung? Wie agieren kleine und besonders aktive Gruppen im Social Web und welche Netzwerkeffekte erzielen sie? Welche Rolle spielen Fake News? Wie oft werden Inhalte von klassischen Medien rezipiert und welchen Stellenwert haben Quellen jenseits des Journalismus? Wie groß ist die Relevanz von digitalen Diensten – also News Aggregatoren, Suchmaschinen, Bewertungsplattformen?

Das Notiz-Amt empfiehlt den Politik-Analysten in Medien, Wissenschaft und Denkfabriken, schleunigst Kompetenzen in der Daten-Forensik aufzubauen. Ansonsten wird man eben weitere Überraschungen im Polit-Geschehen erleben.


Image (adapted) „Britain-20526“ by PublicDomainPictures (CC0 Public Domain)


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  • DATA heise: Dynamische IP-Adressen sind laut BGH personenbezogene Daten: Der Bundesgerichtshof (BGH) hält dynamische IP-Adressen von Website-Besuchern für datenschutzrechtlich geschützte personenbezogene Daten. Dies stellt das höchste deutsche Gericht in einem heute gesprochenen Urteil klar. Es folgt damit einem im Oktober 2016 ergangenen Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) in derselben Sache. In dem Fall geht es um eine gerichtliche Auseinandersetzung des Piraten-Politikers Patrick Breyer gegen die Bundesrepublik Deutschland. Breyer möchte, dass die Websites des Bundes aufhören, IP-Adressen der Besucher ohne Einwilligung drei Monate lang zu speichern und damit Tracking zu ermöglichen. Letztlich geht es dem Datenschützer um ein generelles Verbot von IP-Logging ohne konkrete Einwilligung.

  • HASS golem: Facebook-Gesetz auf der Kippe : Heiko Maas (SPD) will noch in dieser Legislaturperiode das sogenannte „Facebook-Gesetz“ beschließen lassen. Allerdings ist die Frist dafür bereits verstrichen – streng genommen wäre der letztmögliche Termin Mitte Februar gewesen. Er ist dennoch zuversichtlich, dass das Gesetz noch beschlossen werden könnte. Jedoch droht schon jetzt Kritik von Seiten der CDU sowie von anderen SPD-Politikern.

  • TWITTER t3n: Twitter: Mitgründer Biz Stone kehrt zurück Im März 2006 hatte Jack Dorsey gemeinsam mit den Co-Gründern Biz Stone und Evan Williams den Microblogging-Dienst Twitter. Dorsey trat 2008 als CEO zurück, den Posten übernahm Williams, der ihn im Herbst 2010 wieder abgab. Biz Stone verließ Twitter im Jahr 2011. Jetzt, knapp zwei Jahre nach Jack Dorsey, kehrt Stone zu Twitter zurück, wie er am Dienstag in einem Blogeintrag bei Medium bekannt gab. In ein paar Wochen starte er „full time“ bei Twitter, schreibt Stone. Er werde sich künftig um die Unternehmenskultur kümmern – „that energy, that feeling“. Der genaue Jobtitel von Stone ist unklar, einem Insider zufolge, den Recode zitiert, wird der Twitter-Co-Gründer unter CMO Leslie Berland arbeiten und ihr bei der internen Kommunikation und dem Aufrechterhalten der Moral in der Firma helfen.

  • APPLE Welt: Apple kurz vor Vorstellung von drei neuen MacBooks : Apple wird wohl bei der Entwicklerkonferenz im Sommer drei neue Laptops vorstellen. Das berichtet der Nachrichtendienst Bloomberg unter Berufung auf mehrere mit den Vorgängen vertrauten Menschen. Das MacBook Pro wird einen schnelleren Kaby-Lake-Prozessor von Intel bekommen, sagten die Insider. Apple arbeitet auch an einer neuen Version des 12-Zoll-MacBooks mit schnelleren Intel-Prozessoren. Zudem werde im Unternehmen auch über eine verbesserte Version der populären 13-Zoll-Version des MacBook Air nachgedacht. Die Nachfrage nach Apples günstigstem Notebook ist überraschend stark, sagte einer der Insider. Weder Apple noch Intel wollten die Informationen zunächst kommentieren.

  • CYBERMOBBING Zeit: Ist doch nicht so schlimm, machen doch alle: Eine am Dienstag veröffentlichte, nicht repräsentative Studie des Bündnisses gegen Cybermobbing kommt nach Befragung von über 3.000 deutschen Eltern, Lehrern und Schülern zum Ergebnis: Etwa 13 Prozent der Schüler sind schon online gemobbt worden. Auf einen ähnlichen Befund kam die Entwicklungspsychologin Anja Schultze-Krumbholz. Sie hatte in ihrer Dissertation verschiedene deutsche Studien verglichen.
    Laut Bündnis gegen Cybermobbing sind 14-Jährige am häufigsten betroffen, aber auch 7-Jährige machen schon Erfahrungen mit Cybermobbing. Jeder zehnte Lehrer sagt, er habe regelmäßig damit zu tun, jeder zweite Lehrer habe es schon einmal erlebt.

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Künstliche Intelligenz: Verstehen, wie Maschinen lernen

Roboter (adapted) (Image by jens kuu [CC BY 2.0] via flickr)

Von „Jeopardy“-Gewinnern und „Go“-Meistern zur berüchtigten werbebezogenen Rassenprofilierung scheint es, dass wir in eine Ära eingetreten sind, in der sich die Entwicklung von künstlicher Intelligenz rasend beschleunigt. Aber ein vollkommen empfindungsfähiges Wesen, dessen elektronisches „Gehirn“ sich komplett mit komplexen kognitiven Aufgaben beschäftigen kann und dabei faire, moralische Beurteilungen aufrechterhält, ist jetzt noch schwer vorstellbar.

Leider rufen jetzige Entwicklungen eine generelle Angst hervor, wie künstliche Intelligenz in der Zukunft werden könnte. Die Repräsentation künstlicher Intelligenz in der jüngsten Popkultur zeigt, wie vorsichtig – und pessimistisch – wir sind, wenn es um Technologie geht. Das Problem mit Angst ist, dass sie lähmen und Ignoranz fördern kann. Zu lernen, wie künstliche Intelligenz im Inneren funktioniert, kann diese Bedenken lindern und eine verantwortliche und sorgenfreie Beschäftigung ermöglichen.

Künstliche Intelligenz basiert auf Machine Learning als elegantes und leicht zugängliches Werkzeug. Aber um zu verstehen, was Machine Learning bedeutet, müssen wir zunächst untersuchen, wie die positiven Aspekte des Potentials die negativen Aspekte wettmachen.

Daten sind der Schlüssel

Einfach gesagt, bezieht sich Machine Learning darauf, dass Computern beigebracht wird, wie Daten analysiert werden, wie man zum Beispiel einzelne Aufgaben mittels eines Algorithmus‘ löst. So werden für die Handschrifterkennung beispielsweise Algorithmen benutzt, um Buchstaben zu unterscheiden, die auf einer menschlichen Handschrift basieren. Die Datenspeicherungszentren nutzen Regressionsalgorithmen, um in einer quantifizierbaren Weise den Verkaufspreis eines gegebenen Vermögens zu schätzen.

Machine Learning beschäftigt sich letzten Endes mit Daten. Fast jede Gesellschaft generiert Daten so oder so, man denke an Marktforschung, soziale Medien, Schulfragebögen oder automatische Systeme. Die Anwendungen von Machine Learning versuchen, versteckte Muster oder Korrelationen in dem Chaos der großen Datenmengen zu finden, um Modelle zu entwickeln, die Verhalten voraussagen.

Daten haben zwei Kernelemente – Stichproben und Kenndaten. Ersteres repräsentiert individuelle Elemente in einer Gruppe, das zweite die Anzahl der Eigenschaften, die sie teilen. Schauen wir uns zum Beispiel soziale Medien an: Die Nutzer sind Stichproben und ihre Nutzung kann in Kenndaten übersetzt werden. Facebook zum Beispiel gebraucht unterschiedliche Aspekte des „Gefallens“ von Aktivitäten, die sich von Nutzer zu Nutzer ändern kann, als wichtige Kenndaten für nutzerdifferenzierte Werbung.

Facebook-Freunde können ebenfalls als Stichproben verwendet werden, während ihre Verbindung zu anderen Menschen als Kenndaten verstanden werden. So wird ein Netzwerk etabliert, in dem Informationsverbreitung erforscht werden kann. Außerhalb von sozialen Medien nutzen automatisierte Systeme, die in industriellen Prozessen als Überwachungswerkzeug verwendet werden, Momentaufnahmen des gesamten Prozesses als Stichprobe und nehmen Ausmessungen zur gleichen Zeit als Kenndaten auf. Dies erlaubt dem System, Anomalien im Prozess in Echtzeit festzustellen. All diese unterschiedlichen Lösungen basieren darauf, dass Maschinen mit Daten gefüttert werden müssen und auf der Lehre, dass sie ihre eigenen Prognosen feststellen können, wenn sie erst einmal strategisch die gegebenen Informationen beurteilt haben. Und das ist Machine Learning.

Die menschliche Intelligenz als Anfangspunkt

Jegliche Daten können in simple Konzepte übersetzt werden und jede Anwendung von Machine Learning, künstliche Intelligenz eingeschlossen, benutzt diese Konzepte als Basiskomponenten. Wenn Daten erstmal verstanden wurden, ist es Zeit, zu entscheiden, was mit den Informationen geschehen soll. Eine der bekanntesten und intuitivsten Anwendungen von Machine Learning ist die Klassifikation. Das System lernt, wie es Daten in verschiedene Gruppen aufteilt, basierend auf einem Referenzdatensatz.

Dies ist direkt verbunden mit den Arten von Entscheidungen, die wir tagtäglich treffen, wenn es um die Gruppierung von ähnlichen Produkten geht, beispielsweise bei Küchenutensilien, Schönheitsprodukten oder bei der Auswahl von guten Filmen, basierend auf den früheren Erfahrungen. Während diese zwei Beispiel komplett unabhängig voneinander zu sein scheinen, basieren sie auf einer essentiellen Annahme von Klassifikation von Prognosen, durch die sie als gut etablierte Kategorien definiert werden.

Wenn man zum Beispiel ein Tiegel mit Feuchtigkeitscreme nimmt, nutzen wir eine spezielle Liste von Kerndaten – die Form der Verpackung oder der Geruch des Produkts, um korrekt vorherzusagen, dass dies ein Schönheitsprodukt ist. Eine ähnliche Strategie nutzt man, wenn man einen Film auswählt, indem man auf die Kerndatenliste zugreift – beispielsweise der Regisseur oder ein bestimmter Schauspieler – um vorherzusagen, ob dieser Film in eine der beiden Kategorien gehört: Gut oder schlecht.

Indem man die unterschiedlichen Beziehungen zwischen Kerndaten, verbunden mit einer Menge an von Stichproben, festhält, können wir vorhersagen, ob der Film es wert ist, geschaut zu werden, oder besser gesagt, wir können uns ein Programm erstellen, welches dies für uns tut.

Um aber in der Lage zu sein, diese Informationen zu manipulieren, müssten wir schon ein Datenwissenschaftler sein, also erfahren in Mathematik und Statistik und mit einer ausreichenden Programmierfähigkeit, um Alan Turing und Margaret Hamilton stolz zu machen, nicht wahr? Nun ja, nicht ganz.

Wir alle wissen genug über unsere Muttersprache, um im täglichen Leben zurecht zu kommen, selbst wenn sich nur einige Wenige unter uns auf die Felder der Linguistik und der Literatur hinausbegeben. Bei der Mathematik ist es ähnlich: Sie befindet sich immer um uns herum, so dass wir beim Errechnen von Wechselgeld oder beim Abmessen von Zutaten für ein Rezept keine größeren Probleme haben. Ebenso ist für den bewussten und effizienten Umgang kein größeres Wissen in Machine Learning Voraussetzung.

Irgendwo dort draußen befinden sich sehr wahrscheinlich extreme gut qualifizierte und professionelle Datenwissenschaftler – mit ein wenig Anstrengung kann aber auch jeder von uns die Grundlagen erlernen und die Art und Weise, wie sie Vorteile von Informationen sehen und ergreifen, verbessern.

Algorithme dir deinen Weg

Schauen wir uns noch einmal unseren Klassifikationsalgorithmus an und denken wir über eine Möglichkeit nach, mit der die Art und Weise imitiert wird, wie wir Entscheidungen treffen. Wir sind soziale Wesen, wie ist es also um unsere sozialen Interaktionen bestellt? Die ersten Eindrücke sind wichtig und wir haben alle ein internalisiertes Modell, dass innerhalb der ersten paar Minuten, in denen wir jemanden kennen lernen, evaluiert, ob wir ihn mögen oder nicht.

Zwei Folgen sind möglich: ein guter oder ein schlechter Eindruck. Für jede Person sind unterschiedliche Eigenschaften – Kenndaten – wichtig – auch unbewusst – die auf etlichen Begegnungen in der Vergangenheit basieren – Stichproben. Diese könnten alles sein, vom Ton der Stimme zu Extraversion und vor allem die Einstellung zu Höflichkeit. Für jede neue Person, die wir treffen, registriert ein Modell in unserem Kopf diese Eindrücke und erstellt eine Prognose. Wir können dieses Modell zu ein paar wichtigen Sätzen von Eindrücken herunterbrechen, gewichtet nach ihrer Relevanz.

Für einige Menschen ist vielleicht Attraktivität sehr wichtig, wohingegen für andere einen guten Sinn für Humor oder die Tatsache, dass derjenige Hunde mögen sollte, ausschlaggebend ist. Jede Person wird ihr eigenes Modell entwickeln, das komplett auf den Erfahrungen basiert. Unterschiedliche Daten resultieren in unterschiedlichen Modellen, die mit unterschiedlichen Folgen eingeübt werden. Unser Gehirn entwickelt Mechanismen, die, während sie uns nicht ganz klar sind, festschreiben, wie diese Faktoren gewichtet werden.

Was Machine Learning macht, ist folgendes: Sie entwickelt präzise, mathematische Möglichkeiten für Maschinen, um diese Folgen zu errechnen – besonders in Fällen, in denen wir die Masse an Daten nicht einfach handhaben können. Jetzt gerade, und vielleicht mehr denn je, sind Daten riesig und langlebig. Zugang zu einem Werkzeug zu haben, dass aktiv Daten nutzt, um ein besonderes Problem zu lösen, so wie künstliche Intelligenz, meint auch, dass jeder diese erleben und ausnutzen sollte und kann. Wir sollten das nicht nur deshalb tun, damit wir nützliche Anwendungen herstellen, sondern auch, um Machine Learning und künstliche Intelligenz in ein besseres und nicht so negatives Licht zu rücken.

Es gibt noch etliche Ressourcen für Machine Learning, auch wenn sie einiges an Programmierfähigkeit voraussetzen. Einige bekannte Sprachen, die für Machine Learning maßgeschneidert sind, sind schon zugänglich – von Grundlagenkursen bis hin zu vollständigen Lehrgängen. Meist braucht man nicht länger als einen Nachmittag, um einzutauchen und brauchbare Resultate zu erhalten.

All dies bedeutet nicht, dass uns das Konzept von Maschinen mit menschlicher Denkweise nicht beschäftigen sollte. Mehr darüber zu erfahren, wie diese Denkweise funktioniert, wird uns die Macht geben, Vertreter einer positiven Veränderung zu sein – und zwar so, dass wir die Kontrolle über künstliche Intelligenz behalten, und nicht anders herum.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „Roboter“ by jens kuu (CC BY 2.0)


The Conversation

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  • APPLE heise: Entwickler verlassen restriktiven Mac App Store: Der Mac App Store hat weitere Entwickler verloren: Das altgediente Mac-Entwicklerstudio St. Clair Software hat zwei Programme aus Apples Software-Laden genommen – und sich damit komplett von der Vertriebsplattform zurückgezogen. Es habe wirtschaftlich einfach keinen Sinn ergeben, die beiden Programme für Apples Sandboxing-Vorgaben anzupassen, erklärt der Entwickler Jon Gotow, der seit fast 30 Jahren Mac-Software schreibt. Der Mac App Store sei zwar bequem für Nutzer, erfülle aber nicht die Anforderungen der Entwickler, führt Gotow aus: „Trotz vieler Jahre an konstruktiver Kritik von Entwicklern hat Apple einige der großen Probleme nicht behoben“.

  • SOCIAL MEDIA t3n: Heiko Maas droht sozialen Netzen mit Millionenstrafen wegen Hasskommentaren: Die großen sozialen Netzwerke löschen zu wenig strafbare Inhalte, die von Nutzern gemeldet werden. Das geht aus einem Bericht von Jugendschutz.net hervor, der vom Bundesfamilienministerium und dem Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz unterstützt wird. Um das zu ändern, will Bundesjustizminister Heiko Maas jetzt den Druck auf die sozialen Netzwerke erhöhen. Dazu hat Maas am heutigen Dienstag, den 14. März 2017 einen neuen Gesetzentwurf vorgestellt. Der Entwurf sieht vor, dass Netzwerke wie Facebook oder Twitter Strafen von bis zu 50 Millionen Euro bezahlen müssen, wenn sie strafbare Inhalte nicht zeitnah löschen.

  • VISA golem: Visa will Sonnenbrillen zu Kreditkarten machen: Visa hat auf dem SXSW 2017 im texanischen Austin den Prototyp einer Sonnenbrille mit NFC-Modul vorgestellt, mit dem der Träger bezahlen kann. Die Brille wird dazu an ein Zahlungsterminal gehalten. Die Sonnenbrille beziehungsweise der Chip sind mit dem Kreditkartenkonto des Besitzers verknüpft. Der Sonnenbrille ist nicht anzusehen, dass in ihrem Bügel eine Zahlungsfunktion integriert ist. Wann die Sonnenbrille auf den Markt kommt, ist noch nicht bekannt.

  • WEBWELT Welt: Er erfand das Internet – und benennt nun dessen größte Probleme: Fast 30 Jahre ist es her, als Sir Tim Berners-Lee die Büchse der Pandora öffnete: Der Computerwissenschaftler reichte seine Pläne für das World Wide Web ein. Er hatte eine offene Plattform erdacht, auf der alle Menschen Informationen austauschen konnten – jenseits von geographischen und kulturellen Grenzen. In einem Artikel für den britischen „Guardian“ beschreibt der Wissenschaftler, dass vor allem drei Entwicklungen zu massiven Problemen werden können. Das sei zum einen der Kontrollverlust der persönlichen Daten, zum anderen „Fake-News“ und außerdem die politische Einflussnahme.

  • BAHN mobiFlip: Gratis-WLAN im Regionalverkehr: Bahn startet Testphase: Ende 2016 verkündete die Bahn, dass man das Gratis-WLAN zukünftig auch im Regionalverkehr anbieten möchte. In einer Pressemitteilung heißt es nun, dass das Projekt in die Testphase übergegangen ist. Zwei Züge der Linie RE 42 wurden mit Internetzugang ausgestattet. DB Regio NRW plant, insgesamt vier Züge des Typ ET 1428, die zwischen Mönchen-Gladbach und Münster verkehren, zu Testzwecken mit WLAN zu versehen. Um an Bord des Zuges ins WLAN zu kommen, muss man sich nicht registrieren, man muss lediglich im Browser die AGB akzeptieren.

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  • RECHT heise: EU-Parlamentsausschuss billigt Verbot anonymer Online-Zahlungen: Der Innenausschuss (LIBE) und der Wirtschafts- und Finanzausschuss (ECON) im Europäischen Parlament haben dem Entwurf für die 5. Anti-Geldwäsche-Richtlinie zugestimmt, laut dem unter anderem anonyme Online-Zahlungen innerhalb der Europäischen Union verboten werden sollen. Die Grenze bei Transaktionen mit anonymen Prepaid-Karten wird auf 150 Euro herabgesetzt. Überdies müssen alle Transaktionsdaten bei Finanzdienstleistern mindestens fünf Jahre gespeichert werden. In den Ausschüssen wurde ein Änderungsantrag abgelehnt, mit dem die Höchstgrenze von 250 Euro bei Prepaid-POS beibehalten werde sollte. In einem nächsten Schritt wird das Parlament abschließend im Europäischen Rat mit den Mitgliedsländern verhandeln.

  • BUZZWORD t3n: Digitale Transformation erfordert einen Paradigmenwechsel: Unter dem Begriff Digitale Transformation, der häufig auch mit Digitaler Business Transformation gleichgesetzt wird, versteht man die Wandlung eines Unternehmens und der vorherrschend noch analogen Tools und Prozesse hin zu einer weitestgehend digitalisierten Abwicklung durch Nutzung modernster Technologien, wobei dieser Shift zum Teil massive strukturelle, prozessseitige- und auch mitarbeiterrelevante Auswirkungen haben wird und demnach aus drei Hauptkomponenten besteht: IT-Infrastruktur, Prozesse und Mitarbeiter. Diese Komponenten können auf zwei Bestandteile reduziert werden, da Mitarbeiter und Prozesse sehr eng miteinander verknüpft sind.< p>

  • APP Welt: Die Zeit der App ist vorbei – außer in Deutschland: Die App-Nutzung in Deutschland hat von Januar 2014 bis Dezember 2016 um 13 Prozent zugelegt. Das geht aus einer Erhebung von Adobe Digital Insights hervor, die das Unternehmen im Rahmen des Mobile World Congress (MWC) in Barcelona vorgestellt hat. Deutschland sei damit „Weltmeister in der Mobile-App-Nutzung“, heißt es in der Mitteilung von Adobe. Damit läuft die Entwicklung in Deutschland klar gegen den internationalen Trend: Weltweit ging die Zahl der App-Neuinstallationen der Erhebung zufolge im selben Zeitraum nämlich deutlich zurück.

  • DATA zeit: Internet der Kuscheltiere: Nach Sicherheitslücken bei Hello Barbie und dem umstrittenen Verbot der Puppe Cayla gibt es erneut Aufregung um vernetztes Kinderspielzeug mit Sicherheitsproblemen. Betroffen ist ein Teddy aus der Cloudpets-Reihe, der mit Kindern diskutieren kann. Leider entschied sich der US-Hersteller Spiral Toys dazu, sämtliche Account-Daten in einer offenen MongoDB-Datenbank abzulegen, wie der Sicherheitsforscher Troy Hunt berichtet. MongoDB-Datenbanken werden immer wieder falsch konfiguriert und ermöglichen dann den unbegrenzten Zugriff auf die Daten. Mittlerweile haben Erpresser die ungesicherten Datenbanken als Geschäftsmodell erkannt. Im Falle von Cloudpets fanden sich Daten zu 800.000 Accounts. Außerdem wurden Sprachsamples der Nutzer, in den meisten Fällen also von Kindern, abgelegt. Nach Angaben von Hunt enthält die Datenbank Verweise auf fast 2,2 Millionen solcher Audiodateien.

  • GOOGLE GoogleWatchBlog: Google startet versehentlich neue Plattform für Business-Videokonferenzen: Was wären große Unternehmen ohne Videokonferenzen? Nicht wenige Menschen mit einem Büro-Job befinden sich mittlerweile zu einem großen Teil ihrer Arbeitszeit in Videokonferenzen und nutzen die Möglichkeiten dieser neuen Technologien. Bisher dominiert vor allem Microsoft mit Lync und Skype diesen Markt, aber Google hat diesen Bereich schon vor längerer Zeit für sich selbst entdeckt und greift nun mit einem neuen Angebot an. Meet by Google Hangouts ist seit gestern Online und wurden von Google offensichtlich nur versehentlich angekündigt, denn sowohl die Ankündigung als auch die dazugehörige iOS-App sind wieder verschwunden. Das Angebot selbst steht aber noch offen bzw. es kann zumindest die Webseite besucht werden. Die Webseite erinnert aber weniger an einen Messenger als viel mehr an einen Desktop, den man durchaus den ganzen Tag auf einem großen Bildschirm geöffnet haben könnte.

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  • MANAGEMENT t3n: SAP-Chef McDermott ist einziger Dax-Chef auf Twitter: Wenn man bei Twitter nach Führungskräften deutscher DAX-Konzerne sucht, wird man in den allermeisten Fällen nicht fündig – trotz wachsenden Drangs zur Digitalisierung. Lediglich Bill McDermott hat einen Account, dem 29.000 Menschen folgen. Daher ist es zu vertreten, dass er nicht jeden Tag bei Twitter aktiv ist. Die Deutschlandchefin von Oliver Wyman, Finja Carolin Kütz, findet das widersinnig: „Der CEO ist das Gesicht des Unternehmens“, sagt sie. In der Rolle böten sich gerade soziale Medien an, auch um die eigene Person zu stärken.

  • APPLE golem: Apple kauft israelischen Gesichtserkennungsspezialisten: Apple hat laut einem Bericht der israelischen Finanzwebsite Calcalist das Startup Realface übernommen, das sich auf Gesichtserkennung spezialisiert hat. Parallel dazu gibt es Berichte, dass in iOS künftig eine solche Technik verwendet werden solle, um neben dem Fingerabdruckscanner Touch ID eine weitere Methode zum Erkennen des Besitzers des Smartphones einzuführen oder Touch ID zu ersetzen. Realface wurde im Jahr 2014 durch Adi Eckhouse Barzilai und Aviv Mader gründet. Apple soll dem Bericht zufolge für die Übernahme von Realface „mehrere Millionen Dollar“ bezahlt haben. Realface beschäftigt nach eigenen Angaben zehn Mitarbeiter. Weder Realface noch Apple bestätigten die Übernahme bisher.

  • YOUTUBE heise: YouTube will sein Werbekonzept in Videos überarbeiten:Die Videoplattform YouTube hat angekündigt, das Werbekonzept in Videos zu überarbeiten. Je nachdem, wie gefragt die Inhalte sind, müssen Nutzer derzeit vor einem Video einen bis zu 30 Sekunden langen Werbespot ansehen, ehe das Video startet. Künftig soll diese Form der Werbung abgeschafft werden und durch einen maximal 20 Sekunden lagen Spot ersetzt werden. Außerdem werden andere In-Video-Werbekonzepte diskutiert. Des Weiteren soll das Format, bei dem der Nutzer einen nicht zu überspringenden, sechs Sekunden langen Werbespot ansehen müssen, vermehrt gestärkt werden.

  • DATA tagesschau: Handys von Flüchtlingen im Visier: Zukünftig soll das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) ermächtigt werden, Mobiltelefone von Asylbewerbern bei ihrer Registrierung auslesen zu dürfen. Bisher ist die Behörde auf die Einwilligung der Antragsteller angewiesen. Der neue Gesetzesentwurf, der WDR, NDR und „Süddeutscher Zeitung“ vorliegt, soll nun die rechtliche Grundlage schaffen, diese Einwilligung zu umgehen. Das Auslesen von Datenträgern ist ein Eingriff, der in Deutschland normalerweise eines richterlichen Beschlusses bedarf und nur möglich ist, wenn der Verdacht einer Straftat vorliegt.

  • DIGITAL Gründerszene: Deutsche Konzerne suchen verzweifelt Digitalchefs: Deutschlands Konzerne versuchen offensichtlich gerade, ihre Defizite in der Digitalisierung auszugleichen. Von den zum Jahreswechsel neu berufenen Vorständen in den 160 Dax-, MDax-, TecDax- und SDax-Unternehmen hat rund die Hälfte zuvor in der digitalen Wirtschaft einschlägige Erfahrungen sammeln können. Von den Vorständen, deren Verträge zum Jahreswechsel verlängert wurden, hat dagegen nur einer von drei Vorständen entsprechende Erfahrungen, so eine Analyse der Personal- und Managementberatung Kienbaum.

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  • ARBEITSMARKT heise: 60 Millionen Euro versenkt: Arbeitsagentur stoppt IT-Projekt ROBASO: Die Bundesagentur für Arbeit stoppt ein millionenschweres Software-Projekt, das 14 verschiedene eigene Anwendungen auf einer Plattform bündeln sollte. In einem Pilottest, der im Oktober 2015 begann, zeigte sich ROBASO (Rollenbasierte Oberflächen) nämlich als zu unflexibel, um den Praxis-Anforderungen gerecht zu werden. Insgesamt 60 Millionen Euro wurden in die seit 2010 laufende Entwicklung des Projekts gesteckt. „Die Defizite hätten nicht zeitnah und wirtschaftlich behoben werden können“, heißt es in einer Mitteilung der Arbeitsagentur. Informationen der dpa zufolge wären etwa nachträgliche Änderungen wie die Korrektur einer Kontonummer nicht möglich gewesen – der Nutzer hätte den Satz mit sämtlichen Leistungs- und Vermittlungsdaten komplett neu eingeben müssen. Es handelte sich um eine Eigenentwicklung der Bundesagentur.

  • APPLE golem: Office for Mac erhält Touch-Bar-Unterstützung: Für Nutzer des mit der Touch-Bar ausgestatteten MacBook Pro steht ein neues Update zum Download bereit: Die Software Office for Mac erhält in der Neuauflage Unterstützung für die Nutzung der Touch-Bar. Diese enthält unter anderem Kurzbefehle wie Fett, Kursiv oder Unterstreichen. Dadurch soll der Bildschirm übersichtlicher werden und mehr Platz geschaffen werden. Im Gegensatz zu den Betaversionen wurde in Word außerdem das Einfügen von Kommentaren, Fotos und Hyperlinks über die Touch Bar ermöglicht. Powerpoint zeigt auf Knopfdruck eine Vorschau der verfügbaren Folien. Zudem gibt es Werkzeuge zum Bearbeiten, Drehen und Verschieben von Objekten sowie zum Aufruf von Layern.

  • NSA-UA taz: Die ahnungslose Zeugin: Wolfgang Gast von der taz mit einem Kommentar zum NSA-Untersuchungsausschuss. Er vergleicht das Verhalten von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den drei Äffchen-Emojis, die sich Augen, Ohren und Mund zuhalten. In dem Kommentar heißt es: „Ausspähen unter Freuden – geht gar nicht. Das sagte Angela Merkel, als bekannt wurde, dass der US-Geheimdienst NSA eines ihrer Handys überwacht hatte. Was Merkel damals nicht sagte und was sie aus heutiger Sicht zu diesem Zeitpunkt noch nicht gewusst haben will: Der dem Kanzleramt direkt unterstellte Bundesnachrichtendienst hat in großem Maßstab nicht nur böse autokratische Regierungsschufte, sondern auch befreundete Regierungen und selbst EU-Mitgliedstaaten systematisch überwacht und in großem Umfang Daten an die NSA weitergeleitet.

  • FACEBOOK zeit: Mark Zuckerberg will „Globalisierung für alle“: In einem offenen Brief hat Mark Zuckerberg eingeräumt, dass sich einige Menschen von der Globalisierung überrollt fühlen. Facebook wolle sie in Zukunft stärker mit einbeziehen. In dem Schreiben plädiert der CEO für eine weltweite Vernetzung, die Fortschritt ermöglichen soll. Zugleich räumte er ein, dass sich viele Menschen zurückgelassen fühlten, ihre „Hoffnung für eine bessere Zukunft verloren“ hätten und „Bewegungen gründen, die sich abschotten“. Facebook solle in Zukunft noch stärker zum gesellschaftlichen Zusammenhalt beitragen.

  • DATA Tagesspiegel: Datenschutz ist kein Selbstzweck: Laut Bundesinnenminister Thomas de Maizière sind verschiedene Falschannahmen der Grund für die vernebelte öffentliche Debatte über Datenschutz und Privatsphäre. Eine davon ist die immer wieder gern zitierte Aussage „Meine Daten gehören mir“. Jedoch gibt es verschiedene Daten, auf die man keinen Anspruch hat, wie beispielsweise Aussehen, Kleidungsstil, Auftreten. Sie seien nicht wie Gegenstände, die weggenommen oder zurückgeholt werden können. Weiter schreibt der Politiker: „Daten sind weder gut noch schlecht“. Es komme vielmehr auf ihre konkrete Verwendung an. Durch bewusste und überlegte Verwendung von Daten könnten wir unser Leben verbessern, wissenschaftliche Erkenntnisse gewinnen, von unserer Freiheit Gebrauch machen.

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  • FACEBOOK süddeutsche: Dieses Programm zeigt Ihnen, was Facebook über Sie weiß: Auf Facebooks Servern lebt ein Doppelgänger von jedem seiner Nutzer. Vergangenen Woche stellten die beiden Programmiererinnen Hang Do Thi Duc und Regina Flores Mir eine Erweiterung für Googles Chrome-Browser mit dem prägnanten Namen „Data Selfie“ vor. Data Selfie ist eine Browser-Erweiterung, die dem User die Machine-Learning-Algorithmen vor Augen halten soll und uns zeigt, welche Informationen über uns gesammelt werden, ob bewusst oder unbewusst. Durch diese Daten erstellt Facebook ein digitales Abbild von den Nutzern und ihrer angenommenen Persönlichkeit, Data Selfie hält uns demnach den digitalen Spiegel vor.

  • FAKE NEWS horizont: ZDF startet Faktencheck-Projekt zur Bundestagswahl: #ZDFcheck17 – das ist der Hashtag zum neuen Anti-Fake-News-Projekt des ZDF zur Bundestagswahl 2017. Der Sender hatte bereits zu vergangenen Wahlen ähnliche Projekte aufgesetzt, aber das Thema Fake News ist bekanntlich derzeit brisanter denn je. Das Projekt soll nach den Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen am 14. Mai starten. Das Team wird sich aus Redakteuren aus verschiedenen Fachbereichen zusammen setzen, welches seine Erkenntnisse für TV, Online und Social Media aufbereiten soll und wird in der ZDF-Nachrichten-Redaktion angesiedelt sein.

  • WISSENSCHAFT golem: Angewandte Science Fiction: Das Science Fiction Genre ist dazu da technische Entwicklungen weiterzuspinnen und davon zu träumen, was einmal möglich wäre. Der Plan des britischen Unternehmens Tokamak Energy grenzt schon fast daran. Sie haben vor, bis 2025 Strom aus Kernfusion zu produzieren. Aussicht auf Erfolg gibt es kaum. Trotzdem ermöglichen die Pläne des britischen Unternehmens einen Einblick in die Schwierigkeiten bei der Entwicklung von praktisch nutzbaren Kernfusionsreaktoren.

  • UMWELT t3n: MIT-Forscher verwandeln Luftverschmutzung in Tinte- und verkaufen sie auf Kickstarter: Aus Luft Geld machen? Ein Team ehemaliger MIT-Wissenschaftler hat jetzt genau das vor! Die sogenannte „Air-Ink“ ist ein nachhaltiges Kickstarter-Programm des Graviky Labs, das sich mit Luftverschmutzung auseinandersetzt. Aus Abgasen, wie solchen aus Schornsteinen oder Auspuffen, soll demnach mittels einer neu entwickelten Methode Tinte gewonnen werden. Demnach reichen schon 30 bis 40 Minuten Auto-Abgase für eine Stift-Füllung. Es ist nicht die flächendeckende Lösung für das weltweite Problem der Luftverschmutzung, aber dennoch ein revolutionäres Konzept.

  • SMART HOME stern: “Alexa, wo ist der Schnuller?” – So veränderte Amazon Echo unseren Familienalltag: Das Internet of Things ist derzeit regelrecht omnipräsent in der Tech-Welt. Gerade “Smart Home” Artikel stehen dabei im Fokus, so auch allen voran Amazons “Alexa”-System auf dem Echo-Lautsprecher. Dieser ist seit gestern nun auch ohne Einladung frei verfügbar. So nützlich der sprachgesteuerte Lautsprecher auch sein mag, so verhängnisvoll ist er auch mit Kindern im Haus. Autor Malte Mansholt schildert sein Familienleben mit Alexa und wie die künstliche Intelligenz schon beinahe zum Familienmitglied wird.

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Destination Check: Digital Business Preview 2017

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Sogar Schafe werden jetzt mit dem Alptracker von Tecsag smart. Image by Lisa Kneidl

Die Digital Business Preview ist das alljährliche Preview-Event im Vorfeld des Mobile World Congress, vom 27. Februar bis 02. März 2017 und der CeBit, vom 20. bis 24. März 2017. Sie findet in kurzem zeitlichen Abstand an den Standorten Hamburg und München statt und versammelt IT-Unternehmen, Presse-Vertreter und innovative Hersteller zum regen Austausch und networking. „Internet of Things“, „Big Data“, „Chatbots“ und „Blockchain“ waren in diesem Jahr die großen Schlagworte.

„Alles wird smart! Die Fortschritte im Bereich der künstlichen Intelligenz sind erstaunlich, aber auch beängstigend.“, so beschreibt Veranstalter und Moderator Peter Becker einleitend den Status Quo in der IT-Welt. Das Internet der Dinge ist im gewerblichen und privaten Raum angekommen und beinahe alles Erdenkliche kann mittlerweile auch als Smart-Artikel auf dem Markt gefunden werden.

Doch was Raum für Innovation bietet, kann auch Gefahren bergen, so können smarte Produkte auch schnell kompromittiert werden. Knud Lasse Lueth betonte, dass vor allem die USA in Sachen Smart-Home den Deutschen um einiges Voraus ist, vor allem ein Artikel wie Amazons Alexa war auf der vergangenen CES großes Thema.


Veranstalter: Peter Becker, Moderator der Digital Business Preview


Wie war Ihr Gesamteindruck?

Ich glaube, wir leben in sehr lebendigen Zeiten, wo die Technologie mehr und mehr unser Leben und unsere Arbeitswelt prägt und die Gesellschaft verändert. Es geht nicht nur um neue Produkte,

die auch zu sehen sind, vom neuesten Smartphone bis hin zum Paket-Butler oder zur ersten App, die mir Geld auszahlt, als erste digitale Essensmarke. Es geht auch darum, über den Tellerrand zu schauen und auch die Technologie zum Greifen in ihren Auswirkungen. Das ist eine sehr schöne Mischung gewesen, die wir heute erlebt haben, zwischen Hardcore-Tech- und Security-Themen, neuen Produkten, aber auch beim Berichten muss man über den Tellerrand hinausschauen. Alles wird intelligent, wie beispielsweise künstliche Intelligenz, die in Deutschland leider noch völlig unterbelichtet ist. Wir sehen die Rieseninvestments von Google und Facebook in diesen Bereichen und auch bei der CES war KI das vorherrschende Thema.

Welche Erwartungen hatten Sie an die Veranstaltung?

Ich habe gerade sehr positives Feedback von einem Kollegen bekommen, der sagte, dass die Mischung stimme. Es inspiriert einen und es ist von allem etwas dabei, es wäre lange nicht so gut gewesen.

Hatten Sie einen Favoriten bei den Speakern oder Ausstellern?

Ich hielt viele Sachen für sehr originell und witzig, beispielsweise auch die Sache mit den Schafen aus der Schweiz! Es lässt sich nur schwer herunterbrechen.

Wem würden Sie die Veranstaltung empfehlen?

Jedem, der sich für Technologien interessiert. Jedem, der wissen will, wie sich unser Leben und unsere Arbeitswelt verändern. Jedem, der in Kontakt mit der Zukunft bleiben will und Inspiration und eigene Geschäftsmodelle entwickeln möchte, aufgrund von Techniken, die hier vorgestellt werden. Wir erleben das unmittelbare Gespräch auch mit denjenigen, die Technologien und Innovation anbieten, das ist, glaube ich, sehr sinnführend.


Speaker: Udo Schneider, Security Evangelist bei Trend Micro


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Image by Udo Schneider

Wie war Ihr Gesamteindruck?

Die Digital Business Preview ist für uns ein sehr interessanter Termin im Jahr, um sehr früh Informationen zu bekommen, was auf der CeBit und was thematisch übers Jahr präsentiert werden wird. Sowohl von Sicherheitsherstellern als auch von den Interessen des Kunden her, oder was für Partner interessant ist und zu neuen Geschäftsmöglichkeiten führen kann. Die Veranstaltung ist weniger CeBit-spezifisch und kann als Ausblick und Erdung für das Branchen-Jahr angesehen werden.

Welche Erwartungen hatten Sie an die Veranstaltung?

Was ich an der Preview sehr gerne mag, ist das große Spektrum an Sprechern. Zum einen gibt es Sprecher von Firmen im Consumer-Bereich oder im großen Firmen-Bereich, mit ganz verschiedenen Themen und solchen, die man normalerweise so nicht mitbekommt. Es ist ein sehr interessanter und breiter Themen-Überblick, was insofern interessant ist, weil diese Themen erfahrungsgemäß dann sehr lange vorhalten. Es kommt vor, dass wir gegen Ende des Jahres Gespräche mit Kunden und Partnern führen, die im gleichen Jahr hier auf der Preview vorgestellt wurden.

Die Langlebigkeit der präsentierten Themen ist also enorm und die Veranstaltung dementsprechend sehr interessant – und das in einer sehr schnelllebigen Branche. Gerade, weil auch erfahrungsgemäß die meisten Sprecher der Veranstalter keine klassischen Produkt-Präsentationen machen, sondern es werden sehr visionäre Themen und Ansätze präsentiert, die weniger an Produkte, sondern eher an Vorgehensweisen gebunden sind. Das sind Informationen, die deutlich langsamer veralten als Produktupdates.

Wir profitieren sehr lange von dieser Veranstaltung! Wenn wir Themen hier präsentieren, die dann auf der CeBit aufbereitet werden, kommt es durchaus vor, dass wir von Kunden und der Presse teilweise Monate später auf das jeweilige Thema angesprochen werden. Für uns ist diese Veranstaltung quasi der Auftakt für die Pressearbeit des ganzen jeweiligen Jahres, von der wir lange profitieren.

Wem würden Sie die Veranstaltung empfehlen?

Die Veranstaltung würde ich jeder Firma empfehlen, die auf IT-Messen präsent ist, die Produkte oder Lösungen haben, die vielleicht erklärungsbedürftig und nicht auf den ersten Blick verständlich sind, wo aber eine Berichterstattung für die Messen wünschenswert ist. Hier ist die Zeit Visionen und Konzepte vorzustellen und zu erklären deutlich besser gegeben, als im hektischen Messe-Alltag.

Gerade Lösungen, die auch ein wenig Nachdenken erfordern, sind hier sehr gut zu präsentieren, weil man erfahrungsgemäß mehr Zeit hat, diese zu zeigen und zu erklären. Die Berichte und entsprechenden Mitteilungen über die Preview werden dann passend zu den jeweiligen kommenden Messen geschrieben und veröffentlicht. Wenn es Themen sind beispielsweise komplexer sind und wenig „catchy“ sind, würde ich die Preview den jeweiligen Firmen empfehlen.


Aussteller: Thomas Uhlemann, Security Specialist bei ESET


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Image by Thomas Uhlemann

Wie war Ihr Gesamteindruck?

Wie jedes Jahr ein gutes Treffen der entscheidenen Pressevertreter, die wir hier erwarten und die uns als Multiplikatoren dienen sollen. Die CeBit ist ganz klar eine Landmarke im Jahreskalender, auch wenn wir direkt an der CeBit nicht mehr teilnehmen. Die Preview ist aber immer eine gute Gelegenheit, Produkte zu platzieren, zu informieren und Content an die Medienvertreter zu liefern, was das Thema „IT-Security“ im kommenden Jahr betrifft.

Welche Erwartungen hatten Sie an die Veranstaltung?

Erwartungen sind erstmals das Networking, also bestehende Kontakte zu pflegen, neue Kontakte zu knüpfen und auch das Bewusstsein für unsere Firma auf dem Markt weiter auszubauen. Das wird auch jedes Jahr erfüllt, weswegen wir auch jedes Jahr mit dabei sind.

Hatten Sie einen Favoriten bei den Speakern oder Ausstellern?

Es ist wie immer gut überschaubar, das heißt, es ist genau das richtige Angebot an Ausstellern in meinen Augen, es wird nicht überfrachtet, weil sonst einzelne Informationen verloren gehen würden. Wichtige Innovationen sind auch hier. Beispielsweise halte ich das Sport-Sponsoring Sponsoo für ein gutes Projekt und glaube auch, dass das funktionieren kann. Damit habe ich mich neben altbekannten Playern am meisten beschäftigt. Hier findet sich quasi ein guter Querschnitt wieder.

Wem würden Sie die Veranstaltung empfehlen?

In der B2C-Presselandschaft hat sich dieses Event etabliert, deswegen sollte die auf jeden Fall kommen, natürlich als Multiplikatoren für die End-Anwender. Ich glaube nicht, dass es für End-Andwender Sinn macht, herzukommen. Wünschen würde ich mir, dass tatsächlich auch mal neue Medien ihren Weg hierher finden, also mehr dedizierte Internet-Medien als klassische Verlagshäuser und Redaktionen, die aus dem Fernseh- oder Printbereich kommen.


Besucher: Oliver Berger, Consulting Director bei ERFAHRENHEIT


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Image by Oliver Berger

Wie war Ihr Gesamteindruck?

Ich kann das nur in Relation zu den Previews vorher sehen. Ich beginne mit einer Anekdote: Als ich heute hier hereinkam, steuerte ich auf den großen Saal, in dem die Veranstaltung normalerweise stattfand, und war ein bisschen irritiert, dort nichts vorzufinden. Mit Glück habe ich mich dann umgesehen, den Treppenaufgang zur Veranstaltung gesehen und war dann sehr erstaunt, nur etwa sechs Aussteller vorzufinden, die dann zum Teil auch wiederholt hier sind.

Bei manchen muss ich mich auch fragen, wo der Innovationsfaktor war. Ich hab sowieso über die Jahre nicht verstanden was Pearl hier macht. Sie nutzen das Event natürlich als Kommunikationsanlass, sie können sagen, sie waren auf einer Preview zur CeBit und tauchen in der Presse auf. Der tatsächliche Mehrwert der Veranstaltung für den Großteil erschließt sich mir aber nicht, insbesondere weil Sie sich auch aggressiv vermarkten. Ich habe mit den Verantwortlichen des Alptrackers gesprochen und die wurden tatsächlich aktiv vom Veranstalter angesprochen und für das Event gewonnen.

Welche Erwartungen hatten Sie an die Veranstaltung?

Die Frage nach der Berechtigung dieser Veranstaltung versuche ich tatsächlich seit vielen Jahren zu beantworten. Die Veranstalter sind zwar freundlich, aber beratungsresistent. Meiner Meinung nach schwindet die Bedeutung der Veranstaltung von Jahr zu Jahr. Früher war es größer, internationaler und es gab sehr viel mehr Aussteller und Journalisten. Fazit: Wäre ich nicht jemand, der in Hamburg lebt und arbeitet, wäre ich nicht hergekommen.

Auch Veranstaltungen wie die CeBit halte ich in Teilen für überflüssig. Der einzige Grund, wieso man auf solche Veranstaltungen überhaupt noch geht, ist, wie bei Konferenzen auch, die Möglichkeit des Austauschs mit vielen Menschen zum selbigen Thema. Man hat also eine große Zeitersparnis durch solche Events, so habe ich auf der CeBit beispielsweise die Möglichkeit, über Zulieferer eines bestimmten Produktes aus Asien und deren Arbeitsweise zu informieren und muss dazu nicht extra dorthin reisen. Letztendlich muss man dort aber sowieso hinreisen und sich selbst überzeugen. Ich glaube also nicht, dass diese Veranstaltung noch häufiger als ein Mal stattfindet, wenn sich das so weiterentwickelt. Ich komme tatsächlich hierher, um mich mit Kollegen aus dem gleichen thematischen Umfeld auszutauschen. Das schätze ich und es interessiert mich an Konferenzen und Messen generell.

Hatten Sie einen Favoriten bei den Speakern oder Ausstellern?

Es gab hier doch auch Highlights im Sinne von Innovationskraft, für mich ganz klar Christian Bennefeld mit eBlocker. Nicht nur, weil das ein Produkt ist, das tatsächlich gerade während der Ära Trump gebraucht wird. „Privacy“ in jeglicher Hinsicht, ob jetzt im öffentlichen Raum oder im privaten Umfeld, ist ein wichtiges Thema und das ist darum auch auf jeden Fall eine Innovation, die jetzt hier auf dem Event tatsächlich auch vorgestellt wird.

Hierfür trifft tatsächlich alles zu, was für die Veranstaltung angekündigt wurde: es ist ein innovatives Produkt, sie stellen heute die neue „Family-Edition“ vor und es ist tatsächlich vom Kosten-Nutzen-Faktor her ein Produkt, das sich jedes Unternehmen leisten kann. Für jemanden, der hierher kommt und sich informieren will, hat das auf jeden Fall einen Mehrwert. Anders sehe ich das beispielsweise bei der Paket-Ablage-Box (Anm. d. Red.: die Rede ist vom PaketButler), weil ich in Anbetracht von Problematiken wie Vandalismus oder Diebstahl darin keinen Sinn sehe. Amazon mit ihrem angedachten Drohnen-Lieferservice überspringen dieses Problem einfach.

Wem würden Sie die Veranstaltung empfehlen?

Wenn ich mich hier umsehe, sind mindestens die Hälfte der Besucher männlich und über 50 und das hat möglicherweise auch seinen Grund. Einfach weil das eine Zielgruppe ist, – Achtung, Vorurteil! – die wenig affin damit ist, sich ihre Informationen selbst zusammenzusuchen. Sie suchen das Gespräch und müssen das Produkt anfassen können. Letztendlich ist es ein Branchenevent, ich freue mich wie gesagt über den Austausch und die Fachsimpelei mit Branchenkollegen.

Tatsächlich würde ich dem Veranstalter empfehlen, die Veranstaltung zu modernisieren. Warum lädt man Leute ein, die Geld bezahlen, um ihr Produkt zu bewerben und nicht etwa den ein oder anderen Experten zu den hier behandelten Themen? Wo ist also beispielsweise jemand, der zum Thema „Internet of Things“ sprechen kann? Wieso ist nicht etwa Martin Szugat von Datentreiber hier, der die Predictive Analystics World als Berater bedient? Er könnte einen guten, verhältnismäßigen und vor allem produktungebundenen Einblick in das Thema Big Data geben und darüber informieren, was uns noch erwartet. Das wäre tatsächlich ein Mehrwert für den Fachbesucher, da er eine unabhängige Meinung vertreten würde. Ich würde hieraus mehr eine Konferenz machen, samt angeschlossener Hausmesse, bei dem sich die Aussteller am Konferenz-Programm beteiligen können.


Images by Udo Schneider, Thomas Uhlemann, Oliver Berger


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  • HACKER golem: Das FBI darf jetzt weltweit hacken: Das FBI wird jetzt endgültig zu einer Hacker-Vereinigung. In den USA soll jetzt die sogenannte „Rule 41“ der Federal Rules of Criminal Procedure in Kraft treten. Diese besagt, dass Amtsrichter in den USA Bundesbehörden wie etwa dem FBI die Erlaubnis zum Hacken beliebig vieler Computer erteilen kann und stellt quasi einen Durchsuchungsbefehl dar, der jeden betreffen könnte, der eine entsprechende Website besucht. Die Genehmigungen zum Hacken können von jedem US-amerikanischen Amtsrichter in beliebigen Jurisdiktionen erteilt werden.

  • AMAZON itreseller: Amazon bringt Daten per LKW in die Cloud: Der Online-Großhändler hat jetzt in Las Vegas einen Cloud-LKW, das sogenannte „Snowmobile“, vorgestellt. Dieses Konzept basiert auf dem Erflog der mobilen Snowball-Datenfestplatten, auf welchen Kunden bereits Daten im Terabyte-Bereich per Kurier in die Cloud senden können. Jetzt werden schwerere Geschütze aufgefahren und klassisch analog sollen auch große Datenmengen per Lastwagen in das Cloud-Rechenzentrum transportiert werden. Dies soll vor allem für Unternehmen mit großen Datenbeständen hilfreich sein, da selbst mit Highspeed-Leitungen Datenvolumen im Petabyte-Bereich Monate wenn nicht Jahre für die Übertragung brauchen können. Der Truck hingegen kann in rund zehn Tagen mit 100 Petabyte an Daten beladen werden.

  • RUSSLAND zeit: Hacker erbeuten Millionenbetrag von russischer Zentralbank: Die russische Zentralbank wurde filmreich um einen Millionenbetrag erleichtert. In der Moskauer Bank wurden durch einen Hacker-Angriff rund 29 Millionen Euro erbeutet. „Der FSB (der russische Inlandsgeheimsdienst) hat die notwendigen Maßnahmen eingeleitet, um Bedrohungen für die russische Wirtschafts- und Informationssicherheit zu neutralisieren“, hieß es in einer Mitteilung. Neben dem Hacker-Angriff kam es zudem zu gezielten Falschmeldungen, die von einer Krise bei den Bankensystemen, Insolvenzen und dem Entzug von Lizenzen handeln.

  • APPLE t3n: Project Titan doch nicht tot? Apple arbeitet wohl weiter an autonom fahrenden Auto: Apple scheint auch überall seine Finger im Spiel zu haben. So auch in der Welt der autonom fahrenden Autos. Unter dem Decknahmen “Project Titan” arbeitete der Konzern an einem solchen Konzept, soll es aber wieder auf Eis gelegt haben. Apple-Direktor Steve Kenner hat jetzt in einem Schreiben an die National Highway Traffic Safety Administration neue Sicherheits-, sowie Datenschutzregeln gefordert. Konkret angesprochen wird Project Titan darin nicht, so lässt sich aber zwischen den Zeilen ein defintives Interesse an einer Weiterverfolgung des Projekts herauslesen, welches ursprünglich für den Verkauf in 2019 angedacht war.

  • US-WAHL spiegel: So angreifbar sind die Wahlcomputer der USA: Sein Kreuzchen in der Wahlkabine auf einem Computer statt einem Stimmzettel zu hinterlassen sollte eigentlich durchaus praktischer und sicherer sein. So können etwa ungültige Stimmabgaben verhindert werden und die Auszahlung in Sekundenschnelle erfolgen. US-amerikanische IT-Experten haben besagte Wahlcomputer jetzt aber für unzureichend gesichert erklärt und somit das Vertrauen in das Ergebnis der Wahl erschüttert. Computer-Wissenschaftler J. Alex Halderman hat empfohlen die Stimmen in drei Bundesstaaten neu auszuzählen, der Antrag dazu wurde jetzt aber wieder zurückgezogen.

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Destination Check: VDZ Tech Summit 2016

Zum bereits vierten Mal hat am 22. und 23. November der VDZ Tech Summit stattgefunden. Die VDZ Akademie begrüßte als Teilnehmer vor allem Vertreter aus den IT-Bereichen von Verlagshäusern und Entscheidungsträger aus Medienhäusern im Empire Riverside Hotel Hamburg. An zwei Konferenztagen wurden den Teilnehmern zahlreiche, auch internationale Vorträge, Startup-Pitches und Workshops zu den Leitthemen IT, Daten und Publishing geboten.

Den Startschuss des Events gab eine Keynote vom Staatsrat für Kultur, Medien und Digitales der Stadt Hamburg, Dr. Carsten Brosda. Die Konferenz-Kulisse des Hamburger Hafens stellte auch gleich eine perfekte Vergleichsfläche zur IT- und Medienwelt dar. Brosda lobte es als eines der größten Digitalisierungsprojekte Deutschlands und erstellte so ein Gleichnis zu Verlagshäusern, die sich ebenfalls immer mehr mit dem digitalen Wandel konfrontiert sehen und diesem immer einen Schritt voraus sein sollten. Die Digitalisierung und Algorithmisierung der redaktionellen Arbeit war häufiges Thema verschiedener Vorträge, aber Brosda stellte schon zu Beginn klar: „Ein Diskurs kann nicht digitalisiert werden. Journalistische Sprache muss so stark sein, dass sie sichtbar bleibt“.

Zu den einprägsamsten und beliebtesten Vorträgen zählte Peter Buhrs (Senior Consultant Digital & Innovations Axel Springer SE) unkonventionelle, energetische Präsentation zum Thema „Digitalen Journalismus erfolgreich machen“. „Man gewinnt den Krieg in den Köpfen nur mit Wörtern, nicht über Technologie!“, plädiert Buhr. Man solle den Kern der Elemente finden und mit den besten Formulierungen gegen die Konkurrenz angehen. Peter Kropsch, Geschäftsführer der dpa untermauerte dies mit seiner Aussage, dass „journalistische Inhalte zu produzieren […] kein aussterbendes Gewerbe“ sei. Die Riege der Online-Redakteure darf also noch getrost aufatmen!

Eindrücke gab es viele, Begrifflichkeiten wie Big Data, B2B oder e-Commerce fielen links und rechts, als „Key-Takeaway“ formulierten die Moderatoren allerdings, dass die Technologie in Verlagshäusern von den Anwesenden zu verantworten ist und die sich in einem Dilemma zwischen dem gestern, heute und morgen befindet. Technologen sollen „out of the box“ denken, aber auch das gemeinsame Lernen voneinander stehe als Motto der Veranstaltung im Vordergrund. Zusammengefasst heißt es also, um dem berühmten Technologie-Journalisten Nicholas Carr zu wiedersprechen: „IT does matter!“.


Moderator: Stephan Huegel, IDG


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Image by IDG

Stephan Huegel hat auf dem VDZ Tech Summit mit seinem Kollegen Jannis Moutafis die Moderation übernommen und ist selbst begeisterter Techie. Bei IDG ist er Chief Technology Officer.

Wie war ihr Gesamteindruck?

Der Gesamteindruck ist ein vor allen Dingen positiver. Am Ende des Tages steht das vor allem die Erkenntnis, dass Technologie viel tun kann für Publisher. Und sie kann nicht nur viel tun, sie ist auch in der Pflicht, gewisse Dingen zu treiben. Wie die Daseinsberechtigung der Online-Journalisten zu definieren, Geschäftsmodelle zu erschließen und auch neue Monetarisierungs-Modelle zu finden, abseits der Monetarisierungen über Werbeerlösmodelle. Also insofern habe ich als Technologe selber einen sehr positiven Eindruck dieses Tages, weil ich weiß, Technologie ist tatsächlich Bestandteil der DNA der Verlagshäuser.

Haben die Speaker Ihre Erwartungen erfüllt?

Ja, teilweise sogar übertroffen. Ich fand uns Referenten nur teilweise etwas holprig, aber das ist eben der Veranstaltung der Größenordnung zu verschulden, da spielte ein bisschen Nervosität mit. Aber ich war sehr angetan, die Qualität war super, alle Referenten haben sich wirklich auch bemüht, aus der Praxis zu berichten und Einblicke in die eigene verlegerische oder technologische Arbeit zu gewähren – also genau so, wie das eigentlich sein sollte. Ich habe mir die Reaktionen der Teilnehmer hier vor Ort angehört, ich habe es mir auch auf Twitter durchgelesen und glaube, erkennen zu können, dass wir da in Summe eine Punktlandung gemacht haben und die Erwartungen auch erfüllt haben.

Hatten Sie einen Favoriten?

Ich fand den Vortrag von Nils Wollny ganz visionär und interessant, der skizziert hat, wie die digitale Strategie bei AUDI aussieht. Ansonsten haben wir den Peter Buhr gehabt und das war ja sowohl vom Inhalt als auch vom Format her sehr disruptiv, ein engagierter Vortrag. Auf so etwas stehe ich sowieso immer.

Wem würden Sie die Veranstaltung empfehlen?

Jedem Technologen, der ein besseres Verständnis dafür generieren möchte, welche Anforderungen das Business in Verlagshäusern an Technologie stellt und jedem Geschäftsführer oder Business-Verantwortlichen in Verlagshäusern, der mehr darüber lernen will, welchen Wertbeitrag Technologie in Vertragshäusern erbringen kann.

Wo sehen Sie die Zukunft des Publishings?

Ich sehe Verlagshäuser nach wie vor als ein Quality- und Gatekeeper für qualitativ hochwertige Inhalte, denke das ist der primäre Informationsauftrag und die primäre Daseinsberechtigung für Marken. Wir haben das auch am Beispiel von AUDI oder dem Beitrag von Burda, die über Thunder referiert haben. Es geht auch darum, Alternativen oder Optionen – ich will nicht von Gegengewicht reden – zu großen, marktbestehenden digitalen Playern zu definieren. Facebook, Twitter, die großen Netzwerke wie Amazon oder Apple, da müssen Verlage noch viel tun, um sich zu positionieren. Aber ich bin vollkommen zuversichtlich, dass wir das können – nicht zuletzt durch Technologie.


Start-up Trend-Pitcher: Evgeni Kouris, Gamewheel


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Image by Evgeni Kouris

Evgeni Kouris ist Gründer und CEO des Startups Gamewheel, welches er zusammen mit dem Stichwort der „Gamification“ den Teilnehmern des VDZTS im Rahmen eines fünfminütigen Startup Trend-Pitches in einer Präsentation vorgestellt hat.

Wie war ihr Gesamteindruck?

Also auf jeden Fall gab es sehr viele neue Impulse für die Industrie, die aus meiner Startup-Sicht auch sehr klassisch ist und auch eine gewisse Konservativität besitzt. Ich glaube, dass die meisten Leute hier sehr daran interessiert sind, neue Dinge zu erfahren, es herrscht eine sehr gute Atmosphäre und alle tauschen sich aus, ein echt cooles Event!

Haben die Speaker Ihre Erwartungen erfüllt?

Ich bin nicht unbedingt mit Erwartungen gestartet, eher mit Neugier auf die Themen, die in der Industrie gerade sehr spannend sind. Wir arbeiten mit Gamewheel eher mit Markenwelten zusammen. Wir helfen auch dabei, Geschichten zu erzählen und das ist natürlich für uns sehr spannend, wohin sich die Publishing-Industrie bewegt und welche Fragen gestellt werden. Natürlich wurde ganz viel Big Data und Daten, Daten, Daten erwähnt, das ist nicht überraschend. Es gab aber auch ein paar spannende Vorträge wie der von DuMont Net mit Patrick Wölke, das fand ich sehr interessant. Also insgesamt ein gutes Niveau!

Hatten Sie einen Favoriten?

Ich fand gerade den Vortrag von DuMont spannend. Dort wurde die Mediennutzung sehr stark heruntergebrochen. Wir beschäftigen uns viel mit der Frage, auf welchen Kanälen man die Menschen erreicht. Das wurde auch mit eigenen Daten belegt, dass beispielsweise morgens die Leute mit mobilen Daten eher zu erreichen sind und wir helfen Mobile First Content zu bauen. Das ist für uns gut zu wissen, dass auch die Publishing-Industrie tatsächlich sehr gezielt auf verschiedenen Kanälen Content aufbaut.

Wem würden Sie die Veranstaltung empfehlen?

Ich empfehle sie jedem, der sich um Content-Erstellung oder Technologie in dem Bereich bemüht oder auch einfach mit der Industrie zusammenarbeiten möchte. Ich hab ja auch einige der Start-ups empfohlen, die für dieses Event dazu gekommen sind. Beispielsweise 12k, die sich mit Randanalysen beschäftigen, die sind auch aus dem Berliner Inkubator von Project Flying Elephant dazugekommen. Es ist schon für beide Welten sehr spannend, sich auszutauschen. Durch Diskurs entstehen ja dann auch neue Ideen!

Wo sehen Sie die Zukunft des Publishings?

Da kann ich natürlich, wie in meinem Vortrag, nur sagen: Gamification! Wir glauben daran, dass durch diese Änderung des Nutzerverhaltens, wenn die meisten auf mobilen Geräten Games nutzen und das tagtäglich, dann wird sich natürlich auch irgendwann der Content wandeln müssen. Das ist immer so, wenn der Nutzer darüber entscheidet was der Publisher produziert.

Das wird zwar deutlich langsamer geschehen als bei Social Media, wo Instant oder Social Games auch schon immer ein Teil davon sind, aber ich glaube, es kann auch im Storytelling oder im klassischen, konservativen Content mehr Verspieltheit oder leichte Gamification-Prinzipien geben, damit man ein höheres Engagement erzielt. Da gibt es im Advertising-Umfeld immer mehr Premium-Formate, die dann mit diesen Stories mehr zusammenhängen und ein Ganzes ergeben, damit einem nicht mehr einfach ein bisschen fremdgesteuert die ganze Ad-Deck vors Gesicht gesetzt wird.


Aussteller: David Best, Kirchner + Robrecht


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Image by Kirchner + Robrecht

David Best ist Consultant bei Kirchner + Robrecht und war auf dem VDZTS als Aussteller vertreten.

Wie war ihr Gesamteindruck?

Die Startup-Kurzvorstellungen waren durchweg spannend, zudem einige Vorträge. Einiges kennt man schon, manches war neu und vieles hat gut illustriert, wie man IT-Themen zukunftsfähig angehen kann.

Haben die Speaker Ihre Erwartungen erfüllt?

Ich hatte keine dedizierten Erwartungen an das Programm oder die Vortragenden, da ich mit Kirchner + Robrecht in erster Linie als Aussteller vor Ort war. Dennoch nehme ich die Erkenntnisse zu den IT-Themenfeldern, mit denen wir uns regelmäßig als Beratung auseinandersetzen, sehr gerne mit!

Hatten Sie einen Favoriten?

Peter Buhr von Axel Springer fand ich jedenfalls am unterhaltsamsten.

Wem würden Sie die Veranstaltung empfehlen?

Letztlich schon der vertretenen Kernzielgruppe, also IT-Führungskräfte und Verlagsmanager. Die Veranstaltung wäre sicherlich auch für Redakteure interessant, die dadurch einen noch stärkeren Einblick in IT-Trendthemen bekommen können – die sie bereits betreffen und zukünftig immer mehr beschäftigen werden.

Wo sehen Sie die Zukunft des Publishings?

Es wird weiterhin für Verlage herausfordernd bleiben. Die Verlage müssen sehr genau darauf schauen, was die Zielgruppen benötigen und ob und mit welchen digitalen Produkten und Services man für die Zielgruppen Wert und Nutzen schafft. Hierbei kann die Technologie ein Mittel sein, die „Assets“ sind Daten und Content. Die durch die Tech-Player vorangetriebenen Ansätze (Big Data, Cognitive Computing, Deep Learning, Chatbots, um nur ein paar zu nennen) dürfen nicht als „Buzzwords“ abgetan werden, sondern müssen auf strategische Relevanz und konkrete Einsatzfelder für das eigene Geschäft betrachtet und bearbeitet werden.


Besucher: Lorenz Zehetbauer, verlag moderne industrie


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Image by verlag modern industrie gmbh

Lorenz Zehetbauer ist Head of Digital Products bei verlag moderne industrie und war als Besucher auf dem VDZTS.

Wie war ihr Gesamteindruck?

Lorenz Zehetbauer: Gut! Spannende Vorträge, interessante Pitches!

Haben die Speaker Ihre Erwartungen erfüllt?

Ja, ich bin mit vielen Erwartungen gekommen! Insbesondere die Pitches haben mich interessiert! Da waren auch zwei, drei Sachen dabei, die man so dann auch nochmal nachrecherchieren wird.

Hatten Sie einen Favoriten?

Vor allem der Kollege Peter Buhr von Axel Springer mit seinem Impulsvortrag, der auch mal bisschen lauter war zwischendrin, aber sehr interessant, spannend und unterhaltsam.

Wem würden Sie die Veranstaltung empfehlen?

Redakteure haben ja heute ihr Fett wegbekommen! Also ich denke, die Veranstaltung richtet sich schon eher an Techies oder die Entscheidungsträger, die über Technologie entscheiden, es gibt ja dann auch andere Events, die speziell an Redakteure gerichtet sind.

Wo sehen Sie die Zukunft des Publishings?

Das kommt ein bisschen auf den Bereich an, sprich Fachzeitschriften oder tagesaktuelle und News-Bereiche. Ich denke, das sind schon sehr unterschiedliche Themen. Ganz interessant wird die Auseinandersetzung mit den großen amerikanischen Portalen. Wie das genau aussieht in fünf Jahren kann ich nicht sagen. Ich glaube aber, es wird ein entscheidender Punkt sein, wie man mit Google, Facebook und den anderen umgeht. Alle reden von Snapchat, aber die meisten haben das gar nicht richtig verstanden – ist das was für die Medienhäuser – oder nicht?

In fünf Jahren gibt’s dann wahrscheinlich noch zehn, zwanzig andere, mit denen man sich auseinandersetzen muss und da sollte man grundsätzlich eine Lösung finden. Schön wäre natürlich auch, wenn so etwas aus Deutschland kommen würde. Aber das wäre dann auch keine Aufgabe der Publisher, sondern da müssten wahrscheinlich ganz andere Rahmenbedingungen in Europa geschaffen werden.

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Wenn Roboter fühlen lernen

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Roboter sind nicht mehr aus unserem Leben wegzudenken. Die 24-Stunden-Hilfskräfte, die für uns stellvertretend schrauben, löten, Botengänge erledigen, Fragen beantworten und zu unserer Unterhaltung und Zerstreuung bereitstehen, sind rund um die Uhr mit nimmermüder Geschäftigkeit für uns da.

Schöne neue Welt, wenn auch vielleicht ein bisschen gruselig. Denn die maschinellen Helfer sind günstiger und verlässlicher als so mancher Mensch: ein Arzt-Bot wird nie selbst krank, eine selbstdenkende Roboter-Hebemaschine kriegt keinen Bandscheibenvorfall. Ob sie unsere Arbeitskraft irgendwann vollständig ersetzen sollen und ob wir das überhaupt wollen, wird noch immer heiß diskutiert.

Von Androiden und geheimen Wünschen

So weit, so gut. Der reine Nutzen der Helfer steht ohnehin nicht infrage. Wie weit unsere Faszination bezüglich der maschinellen Gehirne und Lernprozesse geht, kann seit Jahrzehnten in der Literatur- und Filmwelt untersucht werden.

So prägt der polnische Philosoph und Autor Stanislaw Lem seit mehr als 60 Jahren die Science-Fiction-Szene eingehend mit seinen Ideen von virtueller Realität, neuralen Netzen und künstlicher Intelligenz. Oft nahm er dabei die scheinbar uneingeschränkte Zukunftsgläubigkeit der Menschen aufs Korn, um ihnen, ähnlich wie in Ray Bradburys „Mars-Chroniken“ (absolute Leseempfehlung für den Herbst!), den Spiegel des Menschen als rücksichtsloses Raubtier an seiner Umwelt vorzuhalten.

Der Autor Philip K. Dick entwickelte die Idee der menschenähnlichen Androiden mit seinem Roman „Träumen Androiden von elektrischen Schafen“ weiter, der später in der bekannteren Dystopie „Blade Runner“ mit Harrison Ford verarbeitet wurde. Hier treffen wir auf eine künstliche Intelligenz, die nicht nur unsterblich und geradezu übermenschlich stark ist, sondern auch fühlen kann und will. Sehr ähnlich wird dieser Gedanke auch gerade mit dem gerade erschienenen Westworld-Remake erzählt, der sich gerade in den Serien-Charts nach oben arbeitet.

Ähnlich aufgebaut ist auch die Figur des Data im Star-Trek-Universum (TNG), die nach einem Roboter aus dem 50er-Jahre-Film „Alarm im Weltall“ geschaffen wurde. Datas innigster Wunsch ist es, so menschlich und emotional wie möglich zu werden. Dank eines eigens für ihn entwickelten Emotions-Chips gelingt ihm das in einigen Folgen von „Raumschiff Enterprise“ zunehmend, jedoch unterscheidet er sich noch immer von den Menschen: Zwar hat er ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein, was man den heute existierenden KIs höchsten als einprogrammierte Widerborstigkeit anrechnen kann, aber er versteht beispielsweise keine Witze. Humor ist eine allzu menschliche Eigenschaft, und diese Hürde kann Data nicht überspringen.

Kommen zwei Roboter in eine Bar…

Auch Humorversuche von Computern aus dem echten Leben scheitern hier, oder sind zumindest Geschmackssache. Wer jemals versucht hat, eine sinnvolle oder gar erheiternde Diskussionen mit Bots wie Apples Siri zu führen, wird ihr wohl zumindest keinen Sendeplatz für die nächste Late-Night-Show anbieten wollen – Computer sind einfach nicht witzig.

Von Marvin, dem depressiven Roboter aus „Per Anhalter durch die Galaxis“ über GERTY, der dem Mondeinsiedler Sam Bell in „Moon“ die Einsamkeit erleichtern soll bis hin zu der fantastischen Liebesgeschichte zwischen Mensch und Interface: Wir wollen von dem Gedanken nicht ablassen, unsere Roboter zu emotionalisieren. Vielleicht ist das auch verständlich – schließlich rücken sie immer näher an uns heran.

Braucht Pflege Emotionen?

Die neue Generation der Roboter soll nach diesen Ideen vielleicht nicht den menschlichen Humor, aber doch eine gewisse Emotionalität und Empathie lernen. Ob das klappt, testen wir gerade unter anderem in Pflegeheimen, wo die neuen Pflegeroboter zum Einsatz kommen, denn wie vieles andere auch, wird derzeit bei Robotern die Emotionen noch stark infrage gestellt. Allerdings verstehen viele Forscher, Wissenschaftler und Psychologen unter dem Wort Emotionen jeder etwas anderes. Wie soll auch ein Roboter das gleiche menschliche Lächeln und Empathie imitieren, wie es nur ein Mensch von Natur aus kann?

In Japan wird in der Pflege schon recht viel Technologie eingesetzt, so gab es hier den einen oder anderen Extremfall: der oft beunruhigende Einsatz der Technik – wie die Anti-Weglauf-Halskette oder Bewegungssensoren – gehen vielen Menschen dann doch deutlich zu weit. Mit solchen Maßnahmen wird hierzulande wohl eher nicht zu rechnen sein. Dezent eingesetzte Technik in den Pflegeheimen oder Wohnungen, wie das Heben aus dem Bett oder in die Badewanne kann eine gute Lösung sein, ist aber derzeit leider noch sehr teuer. Dabei müssen Roboter weder Emotionen zeigen noch mit uns sprechen. Hier geht es ausschließlich um die körperliche Entlastung der Pflegekräfte. Alles andere, wie freundliche Bedienung, Hilfsbereitschaft oder ein herzliches “Guten Morgen”, beherrschen wir Menschen selbst wahrscheinlich am besten.

Bots, die mit uns sprechen

Die Technik entwickelt sich immer weiter. So scheint es mittlerweile fast normal zu sein, sich statt eines Haustiers einen eigenen sprechenden Roboter zuzulegen. Der Roboter Kirobo Mini, der im nächsten Jahr auf den Markt kommen soll, tanzt auf dem schmalen Grat zwischen Spielzeug und Helferlein. Vielleicht taugt er auch als Begleiter für ältere Menschen oder als Beifahrer für lange Autofahrten?

Mal abgesehen von den eher wenigen Emotionen und den vorprogrammierten Sätzen der Roboter, die ja scheinbar irgendwann zum alltäglichen Leben der Menschheit dazugehören werden, gibt es immer wieder kuriose Geschichten über Roboter, die auf ganz andere Art und Weise mit uns sprechen, wie beispielsweise in der Geschichte von Eugenia Kuyda und Roman Mazurenko beschrieben wird.

Nach einem Verkehrsunfall starb Roman Mazurenko mit nur 34 Jahren. Seine beste Freundin Eugenia kam auf eine ganz ausgefallene Idee: Sie sammelte sämtliche SMS und Kurznachrichten von Roman zusammen und schrieb daraus ein Programm – das ganze klingt ein bisschen wie der Film “Transcendence” mit Johnny Depp. Anhand dieses Programms war es ihr möglich, virtuelle Gespräche mit Roman zu führen.

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Screenshot by Zeit Online Blog – Wie ein Toter als Chatbot weiterlebt

Auf diese Weise möchte ein australisches Startup die Menschheit unsterblich machen. Bislang halten sie sich bezüglich der konkreten Umsetzung sehr bedeckt, aber dennoch kann verraten werden, dass Daten der Menschen, ihre Verhaltensweisen, Kommunikationsarten und Denkweisen gesammelt werden, um daraus eine künstliche Intelligenz zu schaffen. Des Weiteren wird verraten, dass das menschliche Gehirn eines Verstorbenen eingefroren und in einen künstlichen Körper eingesetzt werden soll. Ziemlich kurios wirkt das Ganze definitiv – und abgesehen von der grundsätzlichen Frage danach, ob das überhaupt möglich sein wird, bleibt auch die Frage nach ethischen Bedenken bestehen.

Eine Frage der Ethik

Die Frage, wie man das Thema Roboter und Emotionen und ein mögliches, digitales Weiterleben nach dem Tod – was ja eigentlich auch kein richtiges Leben ist, sondern lediglich eine Sammlung von Daten, die einen echten Menschen imitieren soll – ethisch einordnen soll und kann, ist schwer zu beantworten. Für den einen mag es sehr sinnvoll sein und vielleicht auch ein Stück weit über die Trauer eines Verstorbenen hinweg helfen. Wenn man noch ein paar Worte an jemanden richten, der nicht mehr wieder kommen kann, dann kann das für manche Menschen eine große Hilfe sein.

Auf der anderen Seite ist es aber auch vorstellbar, dass die Menschen sich in die Vorstellung eines digitalen Abbilds eines Menschen verrennen und eventuell nicht in der Lage sind, die Endlichkeit und den Tod zu akzeptieren. Dieser Gedanke wird in einer Folge der britischen Science-Fiction-Serie „Black Mirror“ behandelt. Hier wird deutlich: Wenn wir den Tod tabuisieren oder sogar vollkommen verlernen, mit ihm umzugehen, sondern uns ein Substitut suchen, werden wir niemals loslassen können.

Wenn Roboter in unser Leben eingreifen und uns einen Vorteil bieten, indem sie uns schwere Arbeiten abnehmen oder uns den Alltag erleichtern, dann ist das schön und gut. Aber sie sollten nicht zu sehr in unser Menschsein eingreifen. Menschlichkeit und Einzigartigkeit macht uns aus. Wir sollten sie uns in der Zeit der Digitalisierung umso dringender bewahren.


Image „Human Face“ by Kuloser (CC0 Public Domain)


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Netzpiloten sind Partner von Data Natives + Ticketverlosung

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Daten-Enthusiasten aufgepasst: Die Data Natives-Konferenz ist wieder mal in Berlin zu Gast, um euch über Big Data, Machine Learning, Artificial Intelligence und dem Internet of Things auf den neuesten Stand zu bringen!
Vom 26. bis zum 28. Oktober 2016 erwarten euch spannende Vorträge und Workshops an verschiedenen Standorten in Berlin.

Ihr könnt gleich zum Aufwärmen an spannenden Workshops teilnehmen. Außerdem habt ihr hier die einzigartige Möglichkeit, mit Datenspezialisten und Business-Experten zu Themen und Trends wie Big Data, FinTech oder den neuesten Entwicklungen in der computergestützten Gesundheitsindustrie zu diskutieren und eure Fragen loszuwerden. Die Workshops werden am 26. Oktober im Ahoy Berlin, dem Coworking Space mit nautischem Motto, abgehalten.

Die Vortragsreihe findet im Anschluss vom 27. bis zum 28. Oktober in den Bolle-Festsälen statt. Mit über 70 Speakern ist hier die Expertise zu Datensicherheit, Machine Learning und der Gründerszene versammelt. Unter ihnen sind Expertinnen und Experten wie Andrew Clegg, Data Scientist bei Etsy, Julia Kloiber, Project Lead bei der Open Knowledge Foundation Germany und Elizabeth Press, Co-Founder von D3M Labs.

Wer sich also zum Teil der Netzgeneration zählt, zu den aktuellen Themen informieren von den Machern und Experten inspirieren lassen will, sollte die Data Natives nicht verpassen!

+++ Gewinnspiel +++

Wer jetzt Lust bekommen hat, in Berlin bei diesem spannenden Event dabeizusein, sollte nicht länger zögern! Schreibt einfach eine Mail mit dem Betreff „Data Natives 2016“ an gewinn@netzpiloten.de und gewinnt ein 3-Tages-Ticket für die Veranstaltung. Ihr habt Zeit bis zum 07. Oktober um 16 Uhr. Viel Glück!


Image by Data Natives


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Was ist Big Data?

Nachdem die dicke Social-Media-Sau durchs digitale Dorf getrieben war, erinnerte man sich plötzlich der Tatsache, dass es noch die Virtualisierung von Servern gab. So wurden auf einem physischen Server Dutzende dieser ehemaligen Großrechner mit niedlichen Buttons an- und ausgeknipst. Für Kunden machte man daraus ein An- und Abschalten von webbasierten Programmen und schon war der Trend Cloud Computing geboren. Was aber soll nun die nächste Rakete namens Big Data werden? Wie immer handelt es sich im Grunde um eine längst bekannte Sache in der Computerwelt, die nun nochmals als etwas ganz Neues verkauft werden muss… Weiterlesen »

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Open-Data-Szene versammelte sich in Warschau

Vergangene Woche fand in Warschau der weltweit größte open-data-Event – das „Open Government Data Camp 2011“ statt. Ein hochkarätiges Treffen von Akteuren der Open Data Szene. Am Event nahmen 400 Teilnehmer aus über 40 Ländern teil. Das diesjährige Camp verfolgte im Kern vier Ziele.

1. Das Erreichen eines Konsens bezüglich der Prinzipien und Werte der open-data-Bewegung.

2. Eine Erweiterung und Stärkung der internationalen Open Data Community

3. Ein Austausch über die Ideen von open data und wie diese vorangetrieben werden können.

4. Vor Ort konkret an Projekten zu arbeiten, Pläne zu entwerfen und zu coden, coden, und noch

mehr coden….

Die Keynotes von Carl-Christian Buhr, David Eaves,
Ellen S. Miller , Andrew Rasiej, Nigel Shadbolt, Tom Steinberg, Andrew Stott und Chris Taggart werden – lizensiert unter CC attribution – in Kürze als Vimeo-Video zur Verfügung stehen.

Hier ein Vorgeschmack: Weiterlesen »

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