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WhatsApp-Überwachung: Neue Forderungen verfehlen das Ziel

spy-whatsapp-messages (adapted) (Image by Sam Azgor [CC BY 2.0] via Flickr)

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) fordert eine juristische Grundlage für den Zugriff der Bundesbehörden auf WhatsApp-Kommunikation. Das soll nach Ansicht des Ministers bei der Terrorismus-Bekämpfung helfen. Hermanns Äußerungen zeigen, dass die gefährliche und kontraproduktive Idee, Hintertüren in Software einzubauen, noch immer nicht gänzlich tot und begraben ist (und im Wahlkampf nur allzu gerne reaktiviert wird). Es wird Zeit, dass sich das ändert.

Joachim Hermann fordert WhatsApp-Überwachung

Gegenüber der in Düsseldorf erscheinenden Zeitung „Rheinische Post“ sagte Herrmann: „Wir wissen, dass die Terroristen WhatsApp nutzen, deshalb müssen wir die gesetzliche Kontrollmöglichkeit nach der Wahl sofort angehen.“ Herrmann kritisierte die SPD dafür, dass sich bislang in dieser Sache nichts getan hat. Er sagte: „Seit einem Jahr mahnen wir das bei der SPD an, geschehen ist nichts.“

Staatstrojaner oder Backdoor

Wie genau er sich die technische Umsetzung seiner Forderungen vorstellt, sagte Herrmann nicht. Es gibt allerdings nicht viele realistische Möglichkeiten. WhatsApp-Chats sind seit letztem Jahr standardmäßig verschlüsselt. Die Verschlüsselung ist so umgesetzt, dass die Daten auf dem kompletten Übertragungsweg geschützt sind, und bestand schon mehrere Audits und Tests von IT-Sicherheitsfachleuten. Das lässt Angreiferinnen und Angreifern, selbst staatlichen mit entsprechenden Mitteln, nicht viele Optionen.

Joachim Herrmann (adapted) (Image by JouWatch [CC BY-SA 2.0] via flickr)
Möchte gern in euer Handy schauen: Joachim Herrmann (adapted) (Image by JouWatch [CC BY-SA 2.0])

Eine mögliche – wenn auch aufwändige – Variante wäre der Einsatz eines sogenannten Staatstrojaners, also einer von den Behörden entwickelten und gesteuerten Schadsoftware, die die Daten direkt bei einem der Gesprächspartner abgreift. Dieses Vorgehen birgt eine ganze Reihe von Risiken, von der Kompromittierung des betroffenen Systems mit nachfolgendem Eindringen böswilliger Dritter bis hin zur Möglichkeit, dass die staatliche Schadsoftware oder die zu ihrer Platzierung vorgesehenen, meist bewusst offen gelassenen Sicherheitslücken Kriminellen in die Hände fallen. Dass Letzteres keineswegs nur ein unrealistisches Horrorszenario ist, zeigt sehr deutlich der Fall des destruktiven Ransomware-Schädlings WannaCry.

Die zweite, noch bedenklichere Variante ist die bewusste Platzierung einer Backdoor – also einer zusätzlichen Zugriffsmöglichkeit – für die Behörden. Davon abgesehen, dass die Software-Anbieter dem kaum zustimmen dürften – immerhin gehört WhatsApp zu Facebook, also einem US-Unternehmen, das nicht an deutsches Recht gebunden ist – ist diese Option alles andere als wünschenswert. Wie staatliche Schadsoftware kann auch eine solche Backdoor Kriminellen in die Hände fallen, sei es durch einen Insider, der entsprechende Informationen weitergibt, oder schlichtweg durch einen Angreifer mit Fertigkeiten in der IT-Forensik und womöglich einem Quäntchen Glück. In diesem Fall wären die sensiblen Daten sämtlicher WhatsApp-Nutzerinnen und -Nutzer gefährdet.

Gefährlich und ineffektiv

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es keine realistische Möglichkeit gibt, Joachim Herrmanns Forderungen auf eine Art und Weise umzusetzen, die die IT-Sicherheit und den Datenschutz nicht in unverantwortlicher Weise schwächt. Es ist nicht genau zu sagen, ob der CSU-Minister sich lediglich keine Gedanken über die technischen Hintergründe gemacht hat – was bei einem derartigen Thema zumindest fahrlässig wäre – oder die Vielzahl von negativen Nebeneffekten billigend in Kauf nimmt, um medienwirksam einen scheinbar bedeutsamen Schritt gegen den Terrorismus zu unternehmen.

So oder so müssen Joachim Herrmanns Pläne ebenso energisch bekämpft werden wie ähnliche Forderungen (meist konservativer) Politikerinnen und Politiker im In- und Ausland. Das gilt umso mehr, als eine WhatsApp-Überwachung keineswegs so effektiv gegen den Terrorismus sein dürfte, wie der Minister sich das anscheinend vorstellt. Mitglieder entsprechender Gruppen könnten leicht auf andere, weniger bekannte Dienste ausweichen – oder nutzen ohnehin keine Instant Messenger. Eine Kompromittierung verschlüsselter Kommunikation, gerade im Falle eines so populären Dienstes wie WhatsApp, würde somit vor allem vollkommen unbeteiligte Nutzerinnen und Nutzer mit einem legitimen Interesse an privater und sicherer Telekommunikation treffen.


Image (adapted) „Joachim Herrmann“ by JouWatch (CC BY-SA 2.0)

Image (adapted) „Spy Whatsapp Messages“ by Azgor (CC BY 2.0)


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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

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  • DROHNEN heise: Kennzeichen und Kenntnisnachweis: Neue Pflichten für Drohnenpiloten kommen: Fast 400.000 von ihnen sind laut Schätzungen derzeit in Deutschland im Umlauf, kommerzielle Modelle schließt das nicht mit ein. Die Tendenz ist stark steigend, Drohnen werden immer beliebter und verbreiteter. Das Bundeskabinett hat jetzt am Mittwoch unter Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) neue Regeln für Drohnen für mehr Sicherheit und Privatsphäre beschlossen. Zuerst muss der Bundesrat diesen aber noch zustimmen.

  • BILD horizont: “Focus Online hat systematisch von uns geklaut”: Der „Bild.de“-Chefredakteur Julian Reichelt hat das jetzt in einem Interview am Rande des Deutschen Medienkongresses in Frankfurt verlauten lassen. „Bild“ hat beim Landgericht Köln eine wettbewerbs- und urheberrechtliche Klage gegen „Focus Online“ eingereicht, wie Axel Springer am Dienstag mitteilte. Den Betrug könne man auch nachweisen, so sollen Inhalte systematisch kopiert und wiederverwertet werden. Einen Überblick zu allen Beiträgen zum #DMK17 der Kollegen von HORIZONT gibt es hier.

  • SATELLITEN golem: Galileo gehen die Uhren aus: Eigentlich soll das europäische Navigationssystem Galileo dem amerikanischen GPS Konkurrenz machen, derzeit macht es aber eher Probleme. Die Galileo-Satelliten sind jeweils mit vier Atomuhren ausgestattet, von denen jetzt zehn ausgefallen sind. Nach einem gestrigen Live-Stream sollen derzeit nur noch neun Uhren betroffen sein. Insgesamt sind 18 Galileo-Satelliten im All, das heißt, das System hat 72 der Atomuhren im All. Die Ursache für die Ausfälle sei bisher nicht bekannt.

  • APPLE giga: iPhone 8 angeblich mit integrierter Gesten- und Gesichtserkennung: Neues Jahr, neues iPhone! Kaum ist das iPhone 7 heraus, schon gehen die Spekulationen für den Nachfolger los. Der Analyst Timothy Arcuri gab jetzt bekannt, was er für das iPhone 8 prognostiziert. So soll es über eine Gesten- und Gesichtserkennung dank eines Lasers verfügen. Auch das kabellose Laden ist auf der Feature-Liste des Analysten zu finden. Mehr zu Prognosen des Analysten findet sich auf AppleInsider.

  • ROAMING netzpolitik: Im Sommer fallen die Roaming-Gebühren. Doch zu welchem Preis?: Das Handy muss mittlerweile überall hin mit, selbstverständlich auch in den Urlaub. Roaming-Gebühren waren dabei immer ein Dorn im Auge der Smartphone-User, die auch im Ausland immer vernetzt und erreichbar sein wollen. Im September und Oktober letzten Jahres wurde ein EU-Kommisionsentwurf zur Abschaffung der Roaming-Gebühren vorgestellt und konkretisiert. Jetzt wurde bekannt gegeben, das Mitte Juni dieses Jahres die Europäische Union den Entwurf durschsetzen will und die leidigen Gebühren so endgültig abgeschafft haben will.

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5 Lesetipps für den 9. Juli

In unseren Lesetipps geht es heute um das untote Leistungsschutzrecht, Framing, Sexismus in Anzeigen, Brustwarzen auf Instagram und was Twitter ist. Ergänzungen erwünscht.

  • LEISTUNGSSCHUTZRECHT Golem.de: CSU will Leistungsschutzrecht in EU-Reform schmuggeln: Eigentlich sollte man nicht mehr auf Artikel zum Thema Leistungsschutzrecht für Presseverlage (LSR) verlinken, aúch nicht auf die guten Beiträge von Friedhelm Greis, denn so kann eigentlich nur noch mehr Politikverdrossenheit entstehen. Wie sich CDU/CSU und Springer im Europaparlament dafür einsetzen, dass das hierzulande gescheiterte LSR auch auf europäischer Ebene Schaden anrichtet, ist nicht mehr zu verstehen. Geld verdienen tut Springer damit nicht, aber es tötet jegliche Innovation und mögliche Konkurrenz für das Medienhaus.

  • FRAMING Tagesschau.de: Verletzt ein Link das Urheberrecht? [Spoiler: Nein!]: Etwas reißerisch liest sich der Titel des Artikels von ARD-Rechtsredakteur Kolja Schwartz, denn ob Framing eine Urheberrechtsverletzung darstellt, hat der Europäische Gerichtshof schon im Oktober 2014 geklärt: Nein, tut es nicht. Dass der Fall jetzt vorm Bundesgerichtshof weiter verhandelt wird, liegt daran, dass die Klägerin behauptet, das rechtskonform von einem Wettbewerber eingebettete Video nie hochgeladen zu haben. Betrachtet man den Artikel aber im Ganzen, ist er zumindest sehr informtaiv, was das Thema Framing und Urheberrecht angeht.

  • BRUSTWARZEN Süddeutsche.de: Weibliche Brüste nicht erwünscht: Die Doppelstandards sozialer Netzwerke, wenn es um Nacktheit geht, sind wirklich unverständlich. In dem Artikel von Simon Hurtz über Brustwarzen auf Instagram und Facebook, wird das noch einmal deutlich. Der Fall der Schwedin Aline Nilsson, deren Foto erst nicht mehr gelöscht wurden, nachdem sie in ihrem Foto Brustwarzen von Männern über die eigenen gelegt hat oder der Fall der Komikerin Chelsea Handler, die das Foto des mit freiem Oberkörper reitenden Putin kopierte, belegen den Unsinn.

  • SEXISMUS Digital Trends: Google Ads Target Men More Than Women For High Pay Jobs: Auf Digital Trends berichtet Lulu Chang über eine Studie, die scheinbar die in der Arbeitswelt vorherrschende „Gender Gap“ auch in Googles Werbeanzeigen für gut bezahlten Stellen nachweist. Frauen bekommen demnach weniger Stellenanzeigen für hochbezahlte Arbeit angezeigt als Männer. Der Fehler liegt nicht bei Google, das nur die Realität unserer Gesellschaft und ihrer Arbeitswelt wiederspiegelt. Genauso wie eine Bildersuche nach dem Begriff „CEO“.

  • TWITTER The New York Times: „.@Twitter. Who Do You Think You Are?“: Wenn Nick Bilton nicht erklären kann, was Twitter ist, dann muss ich das wohl nicht. Er hat zumindest ein gar nicht so schlechtes Buch darüber geschrieben und als Journalist das Unternehmen in den letzten Jahren verfolgt wie kein anderer. In seinem Artikel für die New York Times wird aber eines auf der Suche nach der Definition deutlich. Twitter hat seit Jahren ein Problem, das es nicht gelöst bekommen: Was ist Twitter eigentlich? Das zu wissen, ist elementar für das Geschäft. Wie auch wiederum Twitter seit Jahren beweist.

CHIEF-EDITOR’S NOTE: Wenn Ihnen unsere Arbeit etwas wert ist, zeigen Sie es uns bitte auf Flattr oder indem Sie unsere Reichweite auf Twitter, Facebook, Google+, Soundcloud, Slideshare, YouTube und/oder Instagram erhöhen. Vielen Dank. – Tobias Schwarz

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Trotz Charlie Hebdo: Nein zur Vorratsdatenspeicherung

Je Suis Charlie (adapted) (Image by Mona Eberhardt [CC BY-SA 2.0] via Flickr)

Unmittelbar nach den Anschlägen von Paris fordern CSU-Abgeordnete eine Rückkehr zur Vorratsdatenspeicherung, obwohl die den Terror nicht verhindern konnte. Bereits im Dezember 2013 kündigte MdB Dr. Uhl auf seiner Webseite an: Trotz des Verstoßes der Vorratsdatenspeicherung gegen europäisches Recht bleibe die Mindestspeicherfrist „auf der politischen Agenda“ der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Der Europäische Gerichtshof hat das EU-Gesetz zwischenzeitlich für ungültig erklärt, weil die Speicherung anlasslos geschehen soll. Die EU hat es aber unterlassen festzulegen, unter welchen Voraussetzungen die Betroffenen benachrichtigt und der Datenwust gelöscht werden muss.

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) wurde im oberbayerischen Wildbad Kreuth dazu aufgefordert dafür zu sorgen, dass die Ermittler Zugriff auf die Kommunikationsdaten der Terroristen erhalten. Die Antwort der CSU auf den Pariser Terroranschlag ist eine Kombination aus der raschen Rückkehr zur Vorratsdatenspeicherung, der Einführung härterer Gesetze und der Erweiterung der Befugnisse der Sicherheitsbehörden. Gebetsmühlenartig wird die Forderung der großen Polizeigewerkschaften wiederholt, dass die anlasslose Datensammlung der Mobilfunk- und Internetanbieter ein unerlässliches Ermittlungsinstrument sei. Vor der Kamera agierte in dieser Frage erneut der innenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Dr. Hans Peter Uhl an vorderster Front.

Doch auch Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU), Ralf Jäger (SPD) und andere Politiker sprachen sich unmittelbar nach den Terroranschlägen für die Vorratsdatenspeicherung aus. Diesen Menschen muss man im Angesicht der Opfer vor allem eines bescheinigen: nämlich mangelndes Taktgefühl. Diese Tragödie für politische Zwecke benutzen zu wollen ist schlichtweg unangebracht. Außerdem müssten die Politiker im gleichem Atemzug zugeben, dass in Frankreich die Datensammlung schon im Januar 2006 eingeführt wurde. Bei unserem europäischen Nachbarn müssen die Daten sogar für 12 Monate vorgehalten werden. Gebracht hat das leider nichts.

Die Grünen-Innenexpertin Irene Mihalic erteilte der Forderung der CSU eine klare Absage. Der Datenwust habe nicht dabei geholfen, die Pariser Terroristen oder ihre konkreten Absichten im Vorfeld zu erkennen. Zudem müssten alle konservativen Politiker zugeben, dass nichts leichter ist, als einen VPN zu benutzen oder für die interne Kommunikation auf Internetcafés auszuweichen. Natürlich hat kein Befürworter erwähnt, wie einfach die technische Umgehung der geforderten Richtlinie ist, weswegen sie ausschließlich die normalen Bürger und eben nicht die Terroristen oder Schwerkriminellen treffen würde.

Im April 2014 hat der Europäische Gerichtshof die Regelung zudem in der vorliegenden Fassung aufgehoben. Die Überwachung unzähliger Bürger ohne einen konkreten Verdacht sahen die Richter als einen schweren Eingriff in unsere Privatsphäre an. Die Aufbewahrung personenbezogener Daten müsse auf das Notwendigste beschränkt werden. Man nimmt auch sonst keinen Presslufthammer, um eine Nuss zu knacken, merkte Richter Thomas von Danwitz an.

Ein halbes Jahr vor dem Urteil kritisierte der Generalanwalt des Europäischen Gerichtshofs die EU-Richtlinie. So fehlen im EU-Gesetz Ausnahmen für bestimmte Berufsgruppen wie beispielsweise Geistliche, Journalisten etc. In seinem Gutachten spricht Cruz Villalón davon, die EU müsse die Verhältnismäßigkeit der Datensammlung kontrollieren. Dies sei nicht geschehen

Neue Gesetze gegen Terroristen statt VDS

Die Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung lehnte auch Heiko Maas im Rahmen eines Fernsehinterviews beim ARD Morgenmagazin ab. Stattdessen will er noch diesen Monat ein Gesetzespaket vorlegen, mit dem man gezielt gegen Terroristen und ihre Unterstützter vorgehen kann. Reisen von Aktivisten in Terrorcamps und Spenden an Terrororganisationen sollen künftig unter Strafe gestellt werden. Absolute Sicherheit werde es sowieso nicht geben, führte er aus. Die jetzige Umsetzung der UN-Resolution zur Terrorbekämpfung sei kein hilfloser Aktionismus, weil diese schon seit längerer Zeit vorbereitet wird.

Auf Twitter schrieb Maas, es sei „widerlich“ wie die Pegida, AfD und NPD versuchen, den schrecklichen Anschlag zu instrumentalisieren. Leider lässt er dabei einige Politiker der Großen Koalition ungenannt. Deren Forderungen wirken bei näherer Betrachtung nicht minder deplaziert. Man wird sehen, ob es der CSU helfen oder ihr erneut schaden wird, am rechten Wählerrand auf Stimmenfang zu gehen.


Image (adapted) „Je Suis Charlie“ by Mona Eberhardt (CC BY-SA 2.0)


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Mit Rabelais durch das neue GroKo-Jahr

Die Bundestagswahl im vergangenen Jahr bescherte uns die Große Koalition aus CDU/CSU und SPD – doch was werden diese Parteien uns 2014 bringen? // von Gunnar Sohn

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Gute Leute, erlauchte Zecher und Ihr, liebwerteste Gichtlinge, alternativlose GroKo-Schwätzer, NSA-Spitzel, ganzheitliche Esoterik-Schwurbler und Verbotsapologeten, Euer Schelmenzeug erfüllt mich mit Gestank, wie falscher Klang, verstimmt ein Geig, Euer Schelmenzeug. Der Leitfaden meines Geschreibsels ist bekannt: Antihierarchie, Infragestellen der Autorität, Offenheit, fröhliche Anarchie und die Verspottung aller Dogmen im Geiste des sinnfrohen Renaissance-Dichters François Rabelais.

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5 Lesetipps für den 2. Januar

Frohes neues Jahr. In unseren Lesetipps geht es heute um die wirtschaftliche Realität von Amazon, unsere Gesellschaft in der Post-Snowden Ära, die CSU buhlt um die Gunst der Startups, die deutsche Huffington Post und die anstehende Auseinandersetzung mit der Sharing Economy. Ergänzungen erwünscht.

  • AMAZON Alles ist wahr: Eine Gegenposition zur Berichterstattung über Amazon: Die Vorweihnachtszeit war vor allem durch eine aggressive und langsam zur Tradition verkommende Berichterstattung von Amazon geprägt, denen der gemeine Deutsche den Untergang der Kultur durch den perfektionierten Kapitalismus vorwirft. Auf seinem Blog setzt sich der Journalist Volker König unvoreingenommen mit der wirtschaftlichen Realität auseinander und schreibt eine lesenswerte Schilderung der Realität des Systems Amazon, frei von der kulturpolitischen Weltuntergangsstimmung.
  • POST-SNOWDEN Gurstein’s Community Informatics: So What Do We Do Now? Living in a Post-Snowden World: Auf seinem Blog setzt sich der kanadische Informatiker Michael Gurstein mit der Frage auseinander, in was für einer Welt für nach den Snowden-Enthüllungen leben. Seitdem weniger über die Quantität der Überwachung und mehr die Qualität dieser gesprochen wird, löst sich der Schock in unserer Gesellschaft und immer mehr Menschen machen sich Gedanken, wie mit der Überwachung umgegangen werden kann. Braucht unsere Gesellschaft eine technische oder eine politische Lösung und was können wir überhaupt tun?
  • STARTUPS Spiegel Online: Die CSU buhlt um die deutsche Gründerszene: In den letzten zwei Jahren hat sich vor allem der ehemalige Wirtschaftsminister Philipp Rösler von der FDP um die deutschen Startups gekümmert. Nach dem Ausscheiden der Liberalen aus dem Bundestag versucht scheinar nun die CSU sich an die Seite der Jungunternehmer zu stellen. Auf Wunsch von Horst Seehofer soll Alexander Dobrindts Ministerium für Digitales es schaffen, dass sich Startups von der Geschäftsidee bis zur Firma in nur fünf Tagen gründen können.
  • THE HUFFINGTON POST Heutigentags.de: Was will die Huffington Post sein?: Es ist still geworden um die deutsche Ausgabe der Huffpost. Die Schnappatmung der Kritiker hat sich gelegt. Auch die Begeisterung derjenigen, die das Projekt beklatscht und verteidigt haben, ist weitgehend verflogen. Der Hamburger Journalist Dennis Sulzmann beschreibt auf lesenswerte Art und Weise die Realität der deutschen Presselandschaft nach dem Start der einmal stark diskutierten deutschen Ausgabe von Ariana Huffingtons Nachrichtenblog.
  • SHARING ECONOMY Inside Bay Area: Sharing economy to drive more policy changes in new year: In den letzten Jahren hat sich die sogenannte Sharing Economy von einer Nischenbewegung zum Mainstream gewandelt. Immer mehr Menschen nutzen Dienste, die auf dem Prinzip des Teilens und der Teilhabe basieren und unsere bisher besitzorientierte Gesellschaft immer mehr verändert. Für Heather Somerville wird 2014 deshalb das Jahr der Regulierung der Sharing Economy sein, in der die Politik und die Gesellschaft entscheiden müssen, wie viel Freiheit diese Wirtschaftsform in Zukunft haben wird.

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Wahlprogramm von CDU/CSU: Helft Euch selbst!

In einer Artikelserie untersucht die Kommunikationsberaterin Nina Galla die Wahlprogramme der Parteien auf Auswirkungen für die digitale Kreativwirtschaft. Zum Start blickt sie ins Wahlprogramm von CDU/CSU.

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Wie nähert man sich einer Betrachtung des Wahlprogramms der Union, ohne in den Tenor des schon vielfach formulierten Merkelismus einzufallen? Ohne die Austauschbarkeit der Plakatkampagne zu wiederholen? Die Förmchenstreitereien um die Aufklärung der Späh-Affären wiederzukäuen? Ich habe mich beim Lesen des Regierungsprogramms neben den politischen Alltagslügenthemen gefragt: Wie wird unsere Gesellschaft eigentlich aussehen, sollte die Union auch weiterhin die Kanzlerin stellen?

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Bayerische Kronprinzen

Freiherr zu Guttenberg ist der neue Held der CSU. Nicht jedem in der Partei ist das recht.

Bei der CSU scheint Friede eingekehrt zu sein. Der neue starke Mann, der vor einem Jahr politisch totgesagte Horst Seehofer, regiert unumschränkt als Parteichef und Ministerpräsident unterm Himmel weiß und blau. Edmund Stoiber hat den Untergang derer, die ihn gestürzt haben, genüsslich mit angesehen und sich am Abstzurz des Führungsduos Beckstein und Huber geweidet. Er sitzt wohlig in Wolfratshausen und wartet darauf, dass mal wieder jemand bei ihm zum Frühstück vorbeischaut. Michael Glos bleibt Bezirksvorsitzender. Er freut sich an der innerparteilichen Solidarität und daran, wie er seinem Widersacher Horst Seehofer mit seinem medial inszenierten Rücktritt die Schau auf der Münchner Sicherheitskonferenz gestohlen hat. Seehofer, so heißt es in CSU-Kreisen, ist darüber nach wie vor nicht glücklich. Glos strahlt und ist angriffslustig wie einst. Weiterlesen »

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