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Live: Next Library Conference 2018

Image (adapted) Berlin_Kreuzberg_Bluecherplatz_1_Amerika-Gedenk-Bibliothek_by_Jörg Zägel_via_Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

Vom 12. bis 15. September 2018 findet in Berlin die Next Library Conference 2018 statt, auf der Menschen aus 38 Ländern über die Zukunft der Bibliothek diskutieren. Unser Editor-at-Large Tobias Kremkau berichtet live von der Kreuzberger Amerika-Gedenkbibliothek und wird dieses Protokoll hier regelmäßig mit neuen Eindrücken aktualisieren.

Folgen Sie ihm am besten auch auf Twitter und Instagram, wo er ebenfalls für die Netzpiloten berichten wird, um seinen persönlichen Blick auf die Konferenz zu bekommen. In den nächsten Wochen wird er sich mit Themen der Konferenz in Artikeln auf Netzpiloten.de befassen und immer wieder auf diese Veranstaltung Bezug nehmen.

– STAY TUNED –

TAG 2 – 13.09.2018

[9/13 – 15:07] Der zweite Workshop den ich besuchte, war von dem internationalen Architekturbüro schmidt/hammer/lassen, die für die Neubauten von heute dafür so berühmten Bibliotheken wie in Kopenhagen, Aarhus, Ningbo, Halifax und Christchurch verantwortlich sind. Vor allem an der Christchurch Central Library vedeutlichten die beiden Architektinnen Trine Berthold und Waleria Kudera, wie sie bei einem Neubau vorgehen. Sie gaben einen spannenden Einblick in die Beziehung zwischen dem Wandel einer Stadt, der Transformation eines Gebäudes oder Platzes und in welchem Zusammenhang die Organisation der Bibliothek und die sich ebenfalls im Wandel begriffene Gesellschaft stehen. Zum Schluss besprachen dann vier Gruppen jeweils eine innerhalb der Gruppe ausgesuchte Bibliothek und versuchten das Gerlernte anzuwenden. Meine Gruppe, mit Menschen aus den USA, Dänemark, Island und Kanada, besprachen den Umbau einer Bibliothek in Kanada, die von einer der TeilnehmerInnen geleitet wird. Mir hat besonders gut die Vermischung, dass die Theorie gleich an einem Beispiel angewendet wird, gefallen.

[9/13 – 12:41] Bis eben saß ich in einem Workshop von Olaf Eigenbrodt (Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg) und Andreas Mittrowann (ekz.bibliotheksservice GmbH) über Räume für Community Building und Coworking. Nach einer prägnanten Einführung durch Eigenbrodt, wurde das sehr internationale Publikum – die Leute kamen aus Neuseeland, Katar, Island und Ludwigshafen – zu einer gemeinsamen Brainstorming-Runde verpflichtet. Dabei diskutierten wir über die Nutzung von Räumen innerhalb und außerhalb der Bibliothek, wie man Menschen einbinden und für die Bibliothek wieder gewinnen kann, sowie die (räumlichen) Bedingungen für Kreativität.

Session zu Community und Coworking von Olaf Eigenbrodt von der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg
Session zu Community und Coworking von Olaf Eigenbrodt von der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg

[9/13 – 10:40] Es regnet nicht nur in Kreuzberg, nein, es ist auch kalt. Die nächtlichen Arbeiten des raumlaborberlins waren also vergebens, denn obwohl man jetzt trocken in dem temporären Bau aus Holz sitzt, ist es leer. Die Keynote zur Eröffnung wurde nach drinnen verlegt. Ich nutze die gewonne Stunde im WLAN, um eine kleine Presseschau zum gestrigen Auftakt durchzulesen. Corinna Bodisco berichtet im Tagesspiegel, noch vor Beginn der Veranstaltung, und hat ein paar interessante Fakten aus dem Pressespräch zitiert. Die Lausitzer Rundschau zitiert die dpa-Meldung, in der steht, dass die Kulturstiftung des Bundes die Veranstaltung mit 200.000 Euro unterstützt, was, jetzt einmal vollkommen aus dem Zusammenhang gerissen, 400.000 Euro weniger sind als die Stadt Erfurt dem Katholikentag 2024 sponsern möchte, wie Katholisch.de berichtet. Maria Neuendorff weist in der Märkischen Oderzeitung schon einmal auf das am Wochenende stattfindende Bibliotheksfestival hin, dass der Next Library Conference folgt. Mehr Medien haben. neben den Netzpiloten, noch nicht über die Next Library Conference berichtet. Oder Google News zeigt mir die Artikel nicht mehr an. Das Leistungsschutzrecht lässt grüßen.

TAG 1 – 12.09.2018

[9/12 – 20:41] Damit ist die Eröffnung vorbei. Die Keynote von Richard David Lankes war sehr beeindruckend. Ich habe lange nicht mehr eine so tolle Rede auf einer Konferenz gehört (das Video reiche ich nach, sobald es online ist). Ich haben mit Menschen aus vielen verschiedenen Branchen zu tun, aber es kommt niemand an Bibliothekare ran, wenn es um das Ringen um gesellschaftlichen Mehrwert in der eigenen Arbeit geht. Diese Menschen beeindrucken mich immer wieder. Ich freue mich schon auf die nächsten beiden Tage.

[9/12 – 20:22] Nun schauen wir ein aufgenommenes Videostatement von Richard David Lankes, Direktor der South Carolina School of Library and Information Science, der aufgrund seines Gesundheitszustandes heute nicht in Berlin sein kann. Lankes sucht nach Wegen, über die Nutzung informationswissenschaftlicher Ansätze und neuer Technologien Branchen zu modernisieren. Er mahnt die Bibliothekare auf der ganzen Welt, in Zeiten von Nationalismus und Isolierung, an den Grundwerten von Bibliotheken wie Diversität und Bildung festzuhalten. Bibliotheken sind nicht neutral, so Lankes, und müssen Stellung beziehen. Es ist nicht die Bibliothek, die etwas verändern kann, sondern die Menschen, die in ihr arbeiten und zum Wohle der Gemeinschaft wirken. Eine sehr beeindruckende Keynote, die einen nicht unberührt lassen kann.

[9/12 – 20:14] Zwar nur bei einem Spiel von Christian Byrge, aber der Begriff „Coworking“ fiel eben zum ersten Mal auf der Veranstaltung. Sicher nicht zum letzten Mal, wie ein Blick in das Programm vermuten lässt. 😉

[9/12 – 19:55Christian Byrge, Professor für Kreativität und “New Thinking” an der Aalborg Universität, bringt die Leute dazu aufzustehen und lauter Übungen zu machen. Er nennt das Kreativitäts-Workout und von meinem Platz, um weiter zu schreiben, bin ich selbstverständlich sitzen geblieben, erschließt sich mir dieses Format überhaupt nicht. Alle hüpfen rum und reden durcheinander. Na ja, wenn es der Sache nützt, möchte ich das nicht weiter bewerten. Heute soll es auch noch ein Video geben, ich bleibe erst einmal.

Volker Heller bedankt sich bei den Sponsoren und Partnern, sowie dem gesamten Team der Organisation
Volker Heller bedankt sich bei den Sponsoren und Partnern, sowie dem gesamten Team der Organisation (Bild: Tobias Kremkau/Netzpiloten)

[9/12 – 19:38] Volker Heller ist wieder auf der Bühne und erklärt, dass er beim ersten Angebot, die Next Library in Berlin durchzuführen, nicht wusste, wo er denn Platz für so eine Veranstaltung hätte. Die Lösung ist ein Campus, rau und unfertig, aber sehr kommunikativ, wie Berlin nun einmal ist. Der raumlaborberlin-Architekt Benjamin Foerster-Baldenius ist nun auf der Bühne. Gemeinsam mit seinem Kollegen Axel Timm (der aufgrund des für morgen angekündigten Regens noch schnell ein Dach bauen muss) hat er sich den Campus ausgedacht und erklärt nun das Konzept dahinter: Menschen an das Thema ranführen, die vielleicht nicht mehr durch die Tür der Bibliothek kommen. Auch deshalb ist der Campus draußen und offen zugänglich.

[9/12 – 19:31] Marie Østergård, Direktorin der Aarhus Public Libraries, betritt die Bühne, vorgestellt von Heller als „Mutter der Innovation“, und wird mit viel Applaus begrüßt. Für sie geht es bei Next Library ums Prototyping und Risiken zu wagen. Sie ist sehr von der Organisation durch die Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB) beeindruckt und erhofft sich viele Impulse aus der Konferenz.

[9/12 – 19:26] Hortensia Völckers, Künstlerische Direktorin der Kulturstiftung des Bundes, zeigt etwas mehr Demut und erklärt den anwesenden Bibliothekaren nicht, was sie sind und was sie machen sollen, sondern bedankt sich für das Engament im Prozess des Wandels. Die ehemalige Schwimmerin des argentinischen Olympia-Kaders (ohne eine Nominierung für die Spiele 1972 in München zu erlangen) ist seit März 2002 künstlerische Leiterin der Kulturstiftung des Bundes. Sie beschreibt ihren Besuch der Aarhus Public Libraries, die 2009 die erste Next Library durchführte, als eine Lebenserfahrung. Die dänische Bibliothek ist so etwas wie das Mekka der Bibliothekarin, wie man immer wieder in Gesprächen hört.

[9/12 – 19:22] Bürgermeister Klaus Lederer erzählt, was Politiker*innen auf solchen Begrüßungsreden halt so erzählen. Allgemeine Aussagen zum fundamentalen Wandel und den Herausforderungen, sowie die Bedeutung des Beufsstandes. Dies gilt sowohl genauso für Bibliothekare wie auch Automechaniker. Schmeichelnde Worte zur Konferenz stellen dann doch immer wieder den Bezug zur Veranstaltung her.

[9/12 – 19:16] Volker Heller, Vorstand der Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB), begrüßt das internationale Publikum, welches es trotz des Streiks bei einer Fluggesellschaft, nach Berlin geschafft hat. Alle Plätze sind besetzt, viele Menschen müssen sogar stehen, so groß ist das Interesse. Heller betont die Möglichkeiten, wenn die hier anwesenden Bibliothekare ihr Wissen und ihre Erfahrungen miteinander teilen. Er übergibt nun an Dr. Klaus Lederer, Senator für Kultur und Europa und Bürgermeister von Berlin, der das Publikum auch im Namen des Oberbürgermeisters begrüßt.

v.l.n.r.: Marie Østergård, Direktorin der Aarhus Public Libraries,  Volker Heller, Vorstand der Stiftung Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB), Danilo Vetter, Leiter der Stadtbibliothek Pankow beide Geschäftsführung der Direktorenkonferenz des Verbundes der Öffentlichen Bibliotheken Berlins (VÖBB), Dr. Klaus Lederer, Bürgermeister und Senator für Kultur und Europa,  Jutta Kaddatz, Bezirksstadträtin und Vorsitzende der Verbundkonferenz der Öffentlichen Bibliotheken Berlins,  Moritz van Dülmen, Geschäftsführer der Kulturprojekte Berlin GmbH,  Friederike Tappe-Hornbostel, Pressesprecherin der Kulturstiftung des Bundes (Foto: Mike Auerbach/ZLB)
v.l.n.r.: Marie Østergård, Direktorin der Aarhus Public Libraries, Volker Heller, Vorstand der Stiftung Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB), Danilo Vetter, Leiter der Stadtbibliothek Pankow beide Geschäftsführung der Direktorenkonferenz des Verbundes der Öffentlichen Bibliotheken Berlins (VÖBB), Dr. Klaus Lederer, Bürgermeister und Senator für Kultur und Europa, Jutta Kaddatz, Bezirksstadträtin und Vorsitzende der Verbundkonferenz der Öffentlichen Bibliotheken Berlins, Moritz van Dülmen, Geschäftsführer der Kulturprojekte Berlin GmbH, Friederike Tappe-Hornbostel, Pressesprecherin der Kulturstiftung des Bundes (Foto: Mike Auerbach/ZLB)

[9/12 – 19:06] Es geht los. Unter einer den Blick auf das Grün der Bäume und das Blau des Himmels gewährenden Holzkonstruktion, findet gleich zum Auftakt der Next Library Conference 2018 ein Panel mit Volker Heller, Vorstand der Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB), Dr. Klaus Lederer, Senator für Kultur und Europa und Bürgermeister von Berlin, Hortensia Völckers, Künstlerische Direktorin der Kulturstiftung des Bundes, und Marie Østergård, Direktorin der Aarhus Public Libraries, statt.


Image (adapted) „Berlin, Kreuzberg, Bluecherplatz 1, Amerika-Gedenk-Bibliothek“ by Jörg Zägel via Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

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Die Bibliothek erfindet sich als Ort der Arbeit neu

(image by Tobias Schwarz[CC BY 4.0]

Das Analoge und das Digitale sind keine sich gegenseitig ausschließenden Sachverhalte, viel mehr beeinflussen sie sich gegenseitig, da sie sich entweder miteinander verbinden oder zumindest deckungsgleich zueinander verhalten. Am Beispiel der Bibliothek kann man erkennen und nachweisen, wie sich digitale Innovationen auf die analogen Entwicklungen auswirken. Bibliotheken haben auch fast 20 Jahre nach der Gründung von Google (1998) und der Wikipedia (2001) nichts von ihrer Bedeutung bei der Informationsbeschaffung verloren.

Das Aufgabenspektrum der Bibliotheken hat sich in den letzten 20 Jahren massiv gewandelt. Die Bibliothek ist schon lange nicht mehr nur das Haus des gedruckten Buches, neben die analogen Angebote treten zunehmend auch digitale Angebote. Hier liegen künftig große Aufgaben bei der Erfassung und Vermittlung der Angebote und Leistungen der Bibliotheken.

– Dr. Frank Simon-Ritz, Vorsitzender des Deutschen Bibliotheksverbands

Die Bibliothek wandelt sich – sowohl digital als auch analog

Die digitale Nutzung von Bibliotheken ist der digitale Aspekt des Wandels dieses einzigartigen, nichtkommerziellen, kommunalen Raums. Die Gestaltung des Raumes selbst ist das analoge Pendant des gleichen Wandels. „Die Aneignung von Wissen, auch das Wissen selbst, haben sich generell sehr stark verändert“, erklärte Corinna Haas, Bibliotheksleiterin am Institute for Cultural Inquiry, im Interview auf Netzpiloten.de, und mit ihr auch die „Lern- und Arbeitsformen, Raumangebote, digital verfügbare Materialien und Lernplattformen.

Dass das Digitale oft nur als ein Katalysator für das Analoge fungiert, zeigt hierzulande die Stadtbibliothek Köln, die im Jahr 2015 als ‚Bibliothek des Jahres‘ ausgezeichnet wurde. Wissensvermittlung beschränkt sich hier nicht auf (digitalisierbare) Medien, sondern wird auch in Form von Kursen und neuen Räumen praktiziert. Die Kölner Stadtbibliothek hat sich um einige von Coworking Spaces inspirierte Arbeitsflächen und einen den Wandel fassbar machenden Makerspace zum Erlernen von digitalen Fähigkeiten strategisch erweitert.

Diese Entwicklung beeindruckt, denn das Digitale wird hier weder zur Überhöhung seiner Bedeutung vom Analogen getrennt, noch zur Abwertung vom Analogen isoliert. Das Digitale kann nur ein Abbild des Analogen sein, dies muss sich dafür durch das Digitale auch verändern lassen, denn es ist nicht mehr oder weniger real als es das Digitale an sich ist. Die Veränderung der Bibliothek, seiner Räume, Funktionen und Angebote, ist deshalb nur logisch und konsequent. Dieser Wandel ist übrigens stetig und niemals zu Ende.

Die Bibliothek der Zukunft muss es deshalb verstehen, diese mächtigen Verbindungen des Digitalen mit dem Analogen zu erkennen und gestalten zu können. Auf einer Pressereise des Deutschen Bibliotheksverbands durch Bibliotheken in den Niederlanden und Belgien Mitte September konnte ich interessante Beispiele für die Nutzung dieser wirkungsvollen Verschränkungen kennenlernen: die Bibliothek der Technischen Universität Delft und die öffentliche Bibliothek DOK Delft, sowie das interne Lernzentrum der Universität Leuven.

Die Bibliothek als Coworking Space neu gedacht: TU Delft

Liesbeth Mantel, Head of Open Space an der Universitätsbibliothek der TU Delft, betrachtet ihren Arbeitsplatz als riesiges Coworking Space „mit verschiedenen Abteilungen wie Ruheräumen, Arbeitsplätzen zum Zusammenarbeiten und Basteltischen.“ Für wahrscheinlich jede Person und jede Aktivität gibt es einen Raum in der Bibliothek. Den Wandel hat sie eingeleitet, nachdem sie seit 2009 vor allem in den sozialen Netzwerken Facebook und Twitter immer mehr über neue Methoden des Arbeitens in Unternehmen las.

Die Bibliothek besteht aus einem großen Raum, in dem vor allem gearbeitet wird. Hier sitzen auch die Mitarbeiter der Bibliothek, die keine eigenen Büros mehr haben. „Wir wollten neue Wege des Arbeitens einschlagen, um fröhlichere Mitarbeiter zu haben (…) und für mich war ein eigenes Büro nie praktisch“, erklärt sie. Darum sind Computer- und Projekträume verteilt, die sowohl für die Bibliotheksnutzer als auch für die Mitarbeiter gedacht sind. Die riesige Bücherwand am Ende des Raums hat fast nur noch dekorative Zwecke.

(image by Tobias Schwarz[CC BY 4.0]
„Ort der Arbeit statt Lesesaal: die Universitätsbibliothek der TU Delft“ (Bild: Tobias Schwarz, CC BY 4.0)
Bereits 2010 verzichtete die Bibliotheksdirektorin auf ein eigenes Büro und mit ihr das gesamte Management der Bibliothek. Seitdem wurde jährlich eine weitere Büroebene der Verwaltung in Projekträume umgewandelt: „Wir gestalten unsere geschlossenen Büroräume mit einer neuen Einrichtung neu und wandeln sie in hybride Büroflächen um, die tagsüber von unseren Mitarbeitern und abends sowie am Wochenende von den Studierenden genutzt werden können.“ Mantels Kollegen nahmen die neuen Arbeitsplätze im Offenen sehr gut an.

Die Bibliothek wird vor allem von Studierenden genutzt, für die der Zugang zur Bibliothek kostenlos ist. Grundsätzlich steht sie aber jedem offen. Das Angebot wird angenommen, da die Bibliothek sieben Tage die Woche geöffnet ist, auch an Feiertagen. Dazu kommt das ebenfalls an Coworking Spaces erinnernde Community- und Event-Management. „Wir wollen Treffen wieder einen Sinn geben“, erklärt Liesbeth Mantel ihr Bestreben, sowohl Kurse als auch Lesungen und Ausstellungen zu organisieren und den Menschen Freiraum zu geben.

Wo Menschen sich begegnen und kennenlernen: DOK Delft

Ähnlich würde es wohl Marijke Timmerhuis von der öffentlichen Stadtbibliothek Delft beschreiben. Deshalb gilt hier eine für eine Bibliothek sehr ungewöhnliche Regel: den Bibliotheksnutzern ist es erlaubt, zu reden und zu essen. „Dies gestatteten wir, da wir davon ausgehen, dass es bei einer Bibliothek vor allem darum geht, andere Menschen kennenzulernen und nicht um Ruhe und ums Studieren. Dafür haben wir in Delft die Bibliothek der Technischen Universität sowie andere Orte zum Studieren.“, sagt Timmerhuis.

(image by Tobias Schwarz[CC BY 4.0]
„Die Stadtbibliothek Delft möchte ein Ort für Menschen und nicht der Bücher allein sein“ (Bild: Tobias Schwarz, CC BY 4.0)
Mit diesem Konzept, das das Miteinander auf einer von Arbeit unabhängigen Ebene in den Vordergrund stellt, möchte sich die Bibliothek von ähnlichen Institutionen unterscheiden: „Wenn man Menschen sich wohlfühlen lassen möchte, dann müssen sie sich frei und in dem, was sie machen, uneingeschränkt fühlen. Ich glaube, dass Essen und Reden, wann man möchte, dazugehört.“ Und die Menschen nehmen das Angebot an. Wie auch die Bibliothek der TU Delft, verzeichnet das DOK Delft ein Mitgliederwachstum.

Die freiere Nutzung der Räume macht, wieder ähnlich wie bei der Universitätsbibliothek der TU Delft, auch nicht vor den eigenen Mitarbeitern halt: „Die Büroebene ist mehr ein Versammlungsraum für die Mitarbeiter, als ein Ort, um still zu arbeiten. Es ist sehr wichtig, seine Kollegen zu treffen, sich miteinander zu beschäftigen und zusammenzuarbeiten.“, schildert Timmerhuis den Arbeitsalltag unter den Angestellten. „Jetzt ist alles ungezwungener und dadurch schneller, als wenn man stets formelle Treffen ansetzt.

Die Bibliothek hat sich von der Fläche her verkleinert und mit einer Musikschule einen Untermieter gefunden, der in das Konzept passt, Kinder heute auf die Zukunft vorzubereiten. Das Leitmotiv der DOK Delft ist es, „die Lebens- und Lernumgebung der Kinder zu beeinflussen und sie spielerisch dazu anzuregen, ihre Phantasie und Kreativität zu entdecken.“ Denn sie werden einmal in einer Gesellschaft arbeiten, die sich von der heutigen darin unterscheidet, „dass es weniger um Wissen und mehr um Kreativität gehen wird.

Bibliotheken übernehmen neue Funktionen in der Gemeinde

Die belgischen Bibliotheken, die wir auf der Pressereise kennenlernten, wirkten viel mehr wie Gemeindezentren ihrer Kommunen, deren wichtigste Aufgabe die vom Staat seit Jahrzehnten versäumte Integration von hier Zuflucht suchenden Menschen so gut es ging nachzuholen. Dies fiel vor allem in der Antwerpener Bibliothek Permeke auf, in einem Viertel mit der weltweit höchsten Verdichtung an unterschiedlichen Nationalitäten und Sprachen, sowie an der Bibliothek des Brüsseler Stadtteils Molenbeek.

(image by Tobias Schwarz[CC BY 4.0]
„Die Bibliothek Permeke bedient eine unvergleichbar multikulturelle Gemeinde“ (Bild: Tobias Schwarz, CC BY 4.0)
Die Universitätsbibliothek Leuven wirkte im Vergleich sehr klassisch, zeichnete sich in erster Linie weder durch neue gesellschaftliche Funktionen oder innovative Raumkonzepte aus – mit Ausnahme des neu geschaffenen Lernzentrums Agora, das laut dessen Leiter Peter Verbist vor allem Studierende dabei unterstützen soll, besser zu lernen. Hier wurden verschiedene Räume mit unterschiedlichen Nutzungskonzepten entwickelt, um Studierenden einen individuell für sie passenden Ort zum Studieren anbieten zu können.

Und die Serviceangebote des Lernzentrums für Studierende wurden um Hackathons, Wirtschaftsplanspiele und ähnliche Veranstaltungen erweitert. „Diese Veranstaltungen finden alle als nicht formale Kurs statt. Studierende können sich hier selbst organisieren und gemeinsam Wissen schaffen. Wir betrachten sie als junge Professionelle, die sich im Agora zu besseren Studierenden und jungen Erwachsenen weiterentwickeln können“, schildert Verbist die Mission des Lernzentrums. Das Studium, als Freiraum zur Selbstermächtigung gedacht.

Ob aber nun Ort für die Integration oder als Coworking Space der Arbeit –  diese Bibliotheken in den Niederlanden und Belgien reagieren auf den Einfluss des digitalen Wandels auf das Konzept Wissensvermittlung mit neuen Strategien für den analogen Raum. Neben digitalisierten Wissensbeständen und dem Zugang zu digitalen Medien wird vor allem versucht, den Menschen und seine Aktivitäten in einer Bibliothek neu zu definieren. Die jede Veränderung antreibende Frage ist, wie Bibliotheken (noch) genutzt werden können.


Images: Tobias Schwarz/Netzpiloten, CC BY 4.0


Die Pressereise erfolgte auf Einladung des Deutschen Bibliotheksverbands und wurde von diesem vollständig mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung finanziert.

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Die Bibliothek wird als Ort der Arbeit neu gedacht

Medienregal (image - Tobias Schwarz-Netzpiloten, CC BY 4.0)

In Deutschland, dem Land von Goethe und Schiller, hatten Bibliotheken schon immer eine besondere Stellung. Doch diese Wissensinstitute wandeln sich, den Kern dieser Transformation begreifen jedoch die wenigsten Kommentatoren dieses Wandels. Die Verschiebung – von lokal gesammeltem Wissen zu Informationen erlebbar machenden Orten der Arbeit – vermögen sowohl negative als auch positive Superlative kaum angemessen zu beschreiben. Die Bibliothek wird zu einem der wichtigsten Orte in einer sich digitalisierenden Gesellschaft.

Hagner und Ball – zwei Pole am gleiche Ende des Irrtums

Mitte Februar löste der an der ETH Zürich tätige Wissenschaftsforscher Prof. Dr. Michael Hagner durch einen Gastbeitrag in der Neuen Zürcher Zeitung eine Debatte über die Zukunft von Bibliotheken in einer sich zunehmend digitalisierenden Gesellschaft aus. Hagner meint, nur in Bibliotheken mit Büchern einen Ausdruck von Zivilisation zu erkennen. Doch dies sind Bibliotheken auch ohne Bücher – und noch so vieles mehr.

Hagner want vor einer möglichen Alternative zu Bibliotheken durch „einen einzigen nationalen Server (…) auf dem sich jeder bedienen kann, und alle Bücher des Landes, da sie ja ohnehin niemanden mehr interessieren, in einem gigantischen Alpenbunker“ gelagert sind. Er lehnt diesen Gedanken ab, ohne aber ein Argument dagegen formuliert zu haben. Dass er an nationale Server denkt, zeigt schon eine gewisse Rückständigkeit in seinem Denken. Wer das Internet mit Grenzen denkt, hat das Wesen eines globalen Netzwerks nicht verstanden.

Ähnlich sieht es aus bei Rafael Ball, dem Chef der ETH-Bibliothek. Er sieht Bibliotheken als reine Wissensspeicher an und erklärt sie für unnütz. Ball macht den vermeintlich häufigsten Fehler progressiver Entwicklungen: er vergisst den historisch gewachsenen Sinn einer Bibliothek. Beide verkennen, dass Bibliotheken mehr sind als Speicher gedruckten Wissens und andere Qualitäten gegenüber dem Internet entwickelt haben, die in einer digitalisierten Gesellschaft eine noch nicht geahnte Bedeutung erlangen werden.

Orte, die Wissen schaffen: Bibliotheken als Makerspaces

Ende letzten Jahres besuchte ich die Kölner Stadtbibliothek und lernte den Ort Bibliothek als etwas vollkommen Neues kennen. Die Bibliothek als Makerspace, wo ich Zugang zu Wissen erhalte, in dem ich es miterschaffe und nutze, statt nur in Büchern herum zu blättern oder das Internet danach zu durchsuchen. Hier könnten Hagner und Ball ihren Irrtum gut erkennen. Der Kerngedanke einer Bibliothek ist noch genauso erkennbar, wie die neuen Möglichkeiten als Makerspace. Das Bücherregal steht hier neben dem 3D-Drucker.

Die Kölner Stadtbibliothek bietet auf einer Ebene eine Mischung aus digitaler Werkstatt und Makerspace an. In Kursen für jedes Alter, besonders natürlich für Kinder, wird in Workshops Wissen über Social Media gelehrt, man kann erfahren, wie man online Informationen recherchieren kann, bekommt Fotobearbeitung und vieles mehr erklärt. Wissen wird hier auch außerhalb von zwei Buchdeckeln vermittelt. Deshalb hat mich das Makerspace persönlich am meisten beeindruckt. Kinder können hier lernen, wie man kleine Roboter programmiert und ihnen Bewegung beibringt. Musikinstrumente wie beispielsweise ein Piano oder verschiedenen Gitarren sind zugänglich, aber auch zwei 3D-Drucker und Virtual-Reality-Brillen.

Wissen wird hier zu etwas, dass einen Prozess auslöst und so zu neuen Erkenntnissen führt. In dieser Bibliothek wirkt Wissen nicht statisch. Es waren viele Menschen vor Ort, testeten die verschiedenen Geräte aus, schufen Neues und lernten, mit den neuen Informationen und Möglichkeiten umzugehen. Dies ist ein offener Raum für neue Ideen, Potenziale und Do-It-Yourself-Projekte. Und einer der wenigen Orte in Deutschland, an dem ich einmal nicht darüber nachdenken musste, wie sehr dieses Land eine weitere wichtige Entwicklung, Bibliotheken als Orte des Wissens zum anfassen in einer digitalisierten Gesellschaft, verpasst.

Bibliotheken adaptieren Coworking-Elemente

„Mit einer Bücherei aus den Neunzigerjahren hat das kaum noch etwas zu tun“, wird die Leiterin Hannelore Vogt von der Wirtschaftswoche zitiert. Köln ist hier Vorreiter, die Stadtbibliothek im vergangenen Jahr, als „Bibliothek des Jahres“ ausgezeichnet. Doch eine bestimmte Entwicklung lässt sich in vielen Bibliotheken des Landes beobachten: die Bibliothek wird zu einem Ort der Arbeit. Das kann bewusst passieren und gezielt gefördert werden, wie in Köln, oder zufällig und ohne Kenntnis des Hauses, wie in der Bezirksbibliothek Friedrichshain, meinem Wohnort. Hier treffen sich beispielsweise regelmäßig die Mitglieder eine Meetup-Gruppe zum Coworking.

Konrad Fischer von der Wirtschaftswoche nennt Bibliotheken deshalb gleich kostenlose Coworking Spaces. Soweit würde ich nicht gehen, ein Coworking Space ist mehr als ein frei zugänglicher Tisch in einem Raum mit WLAN, aber es sind durchaus Elemente des Coworking in modernen Bibliotheken zu finden. Im Lesesaal werden nicht nur Zeitungen auf Papier gelesen, auch Laptops finden ihren Platz auf dem Tisch. In Köln treffen sich Lerngruppen voll von SchülerInnen, aber auch geflüchteten Menschen, die hier neben Zugang zu Wissen auch eine Möglichkeit finden, digital zu kommunizieren.

Das mehr als 150 Jahre alte Ideal der Bibliothek als Ort der sozialen Chancengerechtigkeit, an dem alle Menschen den gleichen Arbeitsplatz und die gleichen Möglichkeiten haben, wird so neu entdeckt. Und in Zeiten der zunehmenden Kommerzialisierung und Privatisierung des öffentlichen Lebens, ist die Bibliothek „der nicht kommerzielle und für jedermann zugängliche Treffpunkt in der Stadt“, sagt Vogt. Und sie kann noch mehr sein, ein Ort an dem Innovationen geschaffen werden, an dem die Gesellschaft neue Wege austestet, und Wissen als etwas sowohl von Nationen als auch Medien befreites Gut begreifen und erfahren lernen können.


Image „Medienregal“ by Tobias Schwarz/Netzpiloten (CC BY 4.0)


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Das Twitter-Archiv der Library of Congress kommt nicht in Gange

Library of Congress - handheld 3 exposure HDR (adapted) (Image by m01229 [CC BY 2.0] via Flickr)

Die Library of Congress ist seit fünf Jahren dabei, ein Twitter-Archiv zu erstellen – theoretisch eine gute Idee, praktisch aber immer noch nicht umgesetzt. Schon im Frühling 2010 gab die Library of Congress (LoC), eine der bedeutendsten Bibliotheken weltweit, bekannt, einen großen Schritt zu machen und das komplette Twitter-Archiv zu erwerben, um es für die Forschung zugänglich zu machen. Anfangs hieß es in einem Blogpost der Bibliothek noch “How Tweet It Is!”. Der Post sorgte für viel Trara in den Medien, Bibliotheken-Blogs, Tech Seiten und – was selbstverständlich ist – Twitter selbst. Das ist ja alles schön und gut, nur ist bisher noch nicht wirklich viel passiert.

Mittlerweile sind schon einige Jahre vergangen, seitdem die Bibliothek ihr Vorhaben, angekündigt hat, da sich die LoC immer noch damit beschäftigt, wie sie alle Tweets am besten archiviert und Forschern zur Verfügung stellt, was noch ein Weilchen dauern kann, denn bei allen Tweets handelt es sich um eine knappe halbe Trillion (das sind 21 Nullen) und täglich kommen nochmal um die 400 Millionen Tweets dazu.

Die Aufgabe: Ein riesiges Archiv mit über 20 Milliarden Tweets

Laut LoC-Sprecherin Gayle Osterberg ist die Bibliothek drauf und dran, sich zu überlegen, wie sie die Tweets einteilen und mit einem Inhaltverzeichnis versieht, wobei die Größe der Plattform, aber auch die Quellen, die so eine öffentliche Institution hat, ausreichend sein müssen. Zusätzlich ist die LoC dabei, sich Nutzungsrichtlinien für das Archiv, das es dann ja eventuell bald gibt, zu überlegen. Für das Projekt wurde extra eine Twitter Access Group gegründet, die dafür sorgen soll, dass es nicht mehr so lange dauert, bis das Archiv eröffnet wird.

Das Projekt ist keine einfache Aufgabe, da die Bibliothek ein komplettes Archiv mit gut 20 Milliarden Tweets erstellen und aufbewahren muss. Dabei darf nicht vergessen werden, dass täglich unglaublich viele Tweets dazu kommen, die auch mit in dieses Archiv aufgenommen werden müssen. Dann muss sich die LoC noch Gedanken darüber machen, wie diese Tweets nun indexiert werden sollen und wie sie von den Forschern, die in der Bibliothek Zugriff auf diese haben, am besten durchsucht werden können.

Es läuft ganz und gar nicht nach Plan

Zu dem Fortschritt und den Kosten äußert sich die Library of Congress nicht, doch hinkt sie schon weit hinter ihren eigenen Plänen hinterher: Bereits im Juni 2013 sollte das Archiv für die Forscher zugänglich sein, das geplante Datum kam und ging einfach vorüber, doch ohne, dass das Archiv geöffnet wurde. Und seit etwas über zwei Jahren ist der Stand für die Öffentlichkeit immer noch so ziemlich unverändert.

Die deutsche Informationswissenschaftlerin Katrin Weller wurde 2014 von dem John W. Kluge Center, einem Flügel der Bibliothek, der dazu bestimmt ist, die Kollektionen der Library of Congress für Studien zu verwenden, zu einem der beiden ersten Digitalwissenschafts-Mitgliedern ernannt. Der zentrale Anlaufpunkt dieser Mitgliedschaft sollte das Parsen der Twitter-Sammlung sein, um einen Einblick in historische Events – von Wahlen bis hin zu Naturkatastrophen – zu bekommen. Bevor sie sich jedoch auf den Weg nach Washington machte, sagte sie, dass sie sich vor allem auf ihr eigenes Projekt konzentrieren wird. In einer E-Mail beschrieb Weller ihre jetzige Aufgabe folgendermaßen: “Ich erforsche, ob Social Media Daten eine wichtige Quelle für die Historiker in der Zukunft sein wird und was getan werden muss, um diese Daten zu bewahren.

Eine reine Verschwendung?

Trotz des Enthusiasmus, den Twitter-Mitbegründer Biz Stone in einem Blogpost zeigte, will sich das Unternehmen nicht zu dem Fortschritt des Tweet-Archivs äußern. In das Archiv selbst, was als Geschenk von dem Social-Media-Unternehmen an öffentliche Archivisten angesehen wird, mischt sich Twitter nicht direkt mit ein. Das Unternehmen überlässt der Bibliothek voll und ganz, wie sie das Archiv managen möchte.

Viele werfen der Bibliothek vor, mit dem Projekt bloß Geld und Zeit zu verschwenden, was die LoC aber ganz anders sieht. Für die LoC ist es ein toller Weg, den zukünftigen Generationen zu zeigen, wie die Menschen im 21. Jahrhundert miteinander kommuniziert haben und wird es Forschern ermöglichen, ein besseres Gesamtbild der heutigen kulturellen Standards, Dialoge, oder Trends zu erhalten, die die Forscher laut den Bedingungen dieser Vereinbarung aber nicht kommerziell verwenden dürfen.

Wann mit dem Twitter-Archiv zu rechnen ist, kann bisher wohl niemand so genau sagen.


Image (adapted) „Library of Congress – handheld 3 exposure HDR“ by m01229 (CC BY 2.0)


 

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5 Lesetipps für den 9. März

In unseren Lesetipps geht es heute um den Blogger Raif Badawi, Twitter, ein Troll vor Gericht, Amanda Palmer und Crowdfunding, sowie digitale Bibliotheken. Ergänzungen erwünscht.

  • RAIF BADAWI Heise Online: Gabriel will sich in Riad für Blogger einsetzen: Das ist zwar nur eine kurze dpa-Medlung, aber eine, die man gelesen haben sollte: „Vizekanzler Sigmar Gabriel hat zu Beginn seiner Reise nach Saudi-Arabien versprochen, sich für die Freilassung des inhaftierten Bloggers Raif Badawi einzusetzen.“ Man sollte stets auf die Worte und folgenden Taten von Politikern achten, besonders wenn der Budneswirtschaftsminister hier den Spagat zwischen Achtung der Menschenrechte und den wirtschaftlichen Interesse der ihn begleitenden Unternehmen schaffen will.

  • TWITTER NYTimes.com: Study of TV Viewers Backs Twitter’s Claims to Be Barometer of Public Mood: Über die Bedeutung von Twitter kann man wahrscheinlich endlos diskutieren. Für mich persönlich – als jemand, der was mit Medien macht – ist es sehr wichtig. Weniger als Werkzeug für mehr Reichweite statt als Instrument zur Selbstdarstellung und Vernetzung mit den für mich relevanten Leuten. Offensichtlich kann Twitter aber als Secondscreen-Netzwerk viel über das Verhalten von Firstscreen-Nutzern aussagen, wie eine Nielsen-Studie jetzt ermittelt haben möchte.

  • TROLLE CNET: Man trolls lawyer on Web, lawyer sues (guess who wins): An sich klingt die Geschichte einfach: ein Unbekannter trollt einen US-amerikanischen Anwalt und schreibt falsche Bewertungen über ihn. Der Anwalt schafft es, diesen Troll zu identifizieren und erfolgreich zu verklagen. Jetzt wird es aber komplizierter: der Troll ist ein junger Brite, der offensichtlich in keinerlei Verhältnis zu dieser Anwaltskanzlei steht und behauptet, sein Gmail-Konto sei gehackt worden. Wie entscheidet man da? Und da wird es interessant: auf die hohe Sicherheit von Google bei Passwörtern vertrauend, wird der junge Brite schuldig gesprochen, denn es sei wahrscheinlicher, dass er der Troll ist als das sein Konto gehackt worden wäre.

  • AMANDA PALMER Süddeutsche.de: Crowdfunding – Vom Fan zum Mäzen: Amanda Palmer ist quasi der Prototyp des vom Internet lebenden Künstlers. Ihren Erfolg kann sicher nicht jeder kopieren, sie ist aber der Beweis, dass es funktioniert und das gesamte System der Musikbranche und der wirtschaftlichen Abhängigkeit von der reinen Lizenzierung von Nutzungsrechten überdacht werden sollte. Amanda Palmer möchte ihre Werke in Zukunft kostenlos im Internet veröffentlichen und hat deshalb ihre Fans gebeten, ihr eine Art Grundeinkommen zu zahlen, was auch Tausende taten. Es ist nicht der erste MIndchanger in puncto Crowdfunding, den Palmer erfolgreich versucht hat.

  • BIBLIOTHEKEN ZBW MediaTalk: „Bringt die Inhalte zum Nutzer!“: Bibliotheken galten als eines der ersten „Opfer“ der Digitalisierung, besonders da sie sich wie so gut wie jeder andere nur langsam anpassten. Das EU-Projekt EEXCESS möchte diese Entwicklung für Bibliotheken zu einem Erfolgsfaktor machen, wie Maren Lehmann schreibt. Das Programm möchte eine Grundlage für wissenschaftliche Bibliotheken sein, ein zeitgemäßes Angebot für Recherchen anzubieten, dass nicht Google Scholar ist.

Die morgendlichen Lesetipps und weitere Linktipps am Tag können auch bequem via WhatsApp abonniert werden. Jeden Tag informiert dann Netzpiloten-Projektleiter Tobias Schwarz persönlich über die lesenswertesten Artikel des Tages. Um diesen Service zu abonnieren, schicke eine WhatsApp-Nachricht mit dem Inhalt arrival an die Nummer +4917622931261 (die Nummer bitte nicht verändern). Um die Nachrichten abzubestellen, einfach departure an die gleiche Nummer senden. Wir werden, neben dem Link zu unseren morgendlichen Lesetipps, nicht mehr als fünf weitere Lesetipps am Tag versenden.

Nutze Netzpiloten 1-Klick: Mit nur einem Klick werden dir bequem alle 40 Sekunden die hier besprochenen Seiten „vorgeblättert“ START.

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5 Lesetipps für den 13. Mai

In unseren Lesetipps geht es heute um die Zukunft von Büchern und Bibliotheken, wie die New York Times arbeitet, Fragen an Crowdspondent und Gedanken über das Silicon Valley. Ergänzungen erwünscht.

  • BÜCHER Gigaom: Apple, Amazon and the uncertain future of the book startup: Laut Laura Hazard Owen wird Self-Publishing ein Markttrend sein, der nie Mainstream wird und auch wieder verschwindet. Deshalb brauch es neuen Startups im Buchhandel und Verlagswesen, doch die werden von Anfang an mit Amazon, Google, Apple & Co. konkurrieren. Man muss nicht der gleichen Meinung wie Owen sein, aber trotzdem ein sehr interessanter Artikel über die Zukunft von Büchern.
  • THE NEW YORK TIMES Nieman Journalism Lab: The tension underlying how the NYTimes.com homepage gets made: Nikki Usher gibt auf dem Blog des Nieman Lab einen interessanten Einblick in die Online-Redaktion der New York Times. Pflichtlektüre für jeden, der sich für den Alltag und die Arbeitsabläufe der Redaktion interessiert.
  • BIBLIOTHEKEN Carta: Das E-Book und das drohende Ende der Stadtbücherei: Öffentliche Leihbibliotheken stehen heute mit dem Buchrücken zur Wand. Kommerzielle Anbieter machen ihnen den Platz streitig. Und die Politiker verweigern den versprochenen Schutz. Länder und Kommunen betrachten ihre öffentlichen Bibliotheken lieber weiterhin als freiwillige Leistungen – abhängig von Konjunkturlage und politischer Gnade. Ein Problem, wie Wolfgang Michal auf Carta schreibt.
  • CROWDSPONDENT Digitale Notizen: Crowdspondent: Steffi Fetz und Lisa Altmeier sind Crowdspondent. Mit dem Kofferwort beschreiben sie ihre ungewöhnliche Kombination von Korrespondenten-Tätigkeit und Leser-Kontakt. Im vergangenen Jahr berichteten sie auf diese Art aus Brasilien, für diesen Sommer haben sie sich eine Deutschland-Reise vorgenommen, die sie nun mit Hilfe ihrer Leser finanzieren wollen. Dirk von Gehlen hat ihnen dazu ein paar Fragen gestellt.
  • SILICON VALLEY Gigaom: Is it really a tech bubble, or is it something else?: Auf Gigaom geht Om Malik dem Gedanken nach, dass das Silicon Valley in einer Tech-Blase gefangen ist, genau wie schon einmal im Jahr 1999. Dabei zeigt er Parallelen zu damals auf, aber auch wesentliche Unterschiede. Ein interessanter Einblick in das Silicon Valley mit einem offenen Fazit: selbst wenn alles krachen geht, dann wird eben von vorne angefangen.

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Die Bibliothek im digitalen Wandel

In einem ganztägigen Workshop der Berliner Gazette wurde am 6. April im Berliner SUPERMARKT über digitale Bibliotheken und neue Publikationsmodelle diskutiert. Im Nachgang sprachen Christina zur Nedden mit Corinna Haas, Bibliotheksleiterin am Institute for Cultural Inquiry und der wissenschaftlichen Bibliothekarin beim Kooperativen Bibliotheksverbund Berlin-Brandenburg, Beate Rusch, über die Deutsche Digitale Bibliothek, Zugang zu Wissen und Urheberrecht und ob gedruckte Bücher bald Vergangenheit sind.

Christina zur Nedden (CzN): Seit 15 Monaten gibt es die Deutsche Digitale Bibliothek (DDB), eine nationale Tochter der Europeana. Ziel ist es das kulturelle und wissenschaftliche Erbe Deutschlands in digitaler Form anzubieten und somit zu einer Bündelung der Kulturgüter auf europäischer Ebene beizutragen. Schätzen Sie diese Projekte als ambitioniert oder realisierbar ein?

Beate Rusch (BR): Wir wünschen uns, dass Museen, Archive und Bibliotheken – also die Institutionen, die heute unser kulturelles Erbe bewahren – auch im Netz zu aktiven Gestaltern werden. Das Internet mit seinen Inhalten darf nicht bei Null anfangen. Auch wenn das große Worte sind: Wir haben Traditionen und Wurzeln und die sollen auch im digitalen Raum sichtbar werden. Projekte wie die Deutsche Digitale Bibliothek und die Europeana sind hier wichtig. Ich würde es so formulieren: Die Deutsche Digitale Bibliothek ist ambitioniert, na klar, aber so wichtig, dass sie zum Erfolg verdammt ist.

CzN: Wie unterscheiden sich die DDB und andere digitale Bibliotheken von Suchmaschinen wie Google?

CH: Suchmaschinen durchpflügen quasi das offene Meer und fördern manchmal ein wildes Sammelsurium zutage. Dagegen bilden digitale Bibliotheken Sammlungen ab und weisen auf Zusammenhänge hin.

BR: Sie sind wohltuend. Es gibt keine Werbung! Und das ist auch gut so. Öffentlich getragene digitale Bibliotheken haben einen öffentlichen Auftrag und müssen kein Geld verdienen. Und damit bestimmen Werbeklicks nicht die Rangfolge der Ergebnisse.

CzN: Die DDB verlinkt hauptsächlich zu Inhalten anderer Wissenschaftseinrichtungen. Diese sind oft nicht frei zugänglich. Bedeutet digital nicht automatisch „offen“?

BR: Die Frage zielt auf die Urheberrechte ab und dieses Gebiet ist keineswegs trivial. Drei Anmerkungen dazu aber – Achtung – ich bin keine Juristin: Wissenschaftliche Bibliotheken kaufen heute keine eBooks oder e-Zeitschriften, in der Regel erwerben Sie nur die Zugänge. Dafür geben Universitätsbibliotheken heute mehr als die Hälfte ihres Jahresbudgets aus. Wie frei und wie offen die Zugänge gestaltet sind, regeln die Verträge zwischen Bibliothek und Verlag. Darf man nun eBooks über die Fernleihe bundesweit verschicken? Diese Frage ist zwischen Bibliotheken und Verlagen heiß umstritten. Bei digitalisieren Bibliotheken oder Museen und ihren vorhandenen, gekauften Beständen steht auch hier am Anfang immer die Frage: Gibt es Autorenrechte oder Verlagsrechte, die zu beachten sind? Wer hat an dem Werk welche Rechte? Lange haben Bibliotheken dafür gekämpft, (von Rechteinhabern) verwaiste und vergriffene Werke legal digitalisieren zu dürfen. Seit 2014 ist dafür endlich eine europäische Lösung gefunden. Das ist ein guter Schritt. Die Rechtefrage in Museen ist noch schwieriger, da es hier oft um Bildrechte oder aber um anonyme Werkstücke geht. Wo es gut funktioniert ist in kleinen Museen, die als Nachlassverwalter agieren und enge Kontakte zu den Erben pflegen – wie zum Beispiel das Brücke-Museum in Berlin. CH: Ich möchte noch auf einen anderen, mit dem Thema Offenheit verbundenen Aspekt hinweisen: Offenheit ist nicht dasselbe wie vollständiger Zugang. Denn digitale Bibliotheken haben eine weitere zentrale Aufgabe: Spuren in die physische Welt zu legen! Nur ein geringer Teil des kulturellen Erbes ist genuin digital oder Eins zu Eins digitalisierbar. Selbst die 3D- Darstellung eines Gebäudes ist natürlich nicht mit dem Original gleichzusetzen, sondern repräsentiert es lediglich. Außer „Access“ ist also „Reference“ die zentrale Aufgabe digitaler Bibliotheken: Dort, wo alle suchen – also im Internet – auf Objekte der physischen Welt hinzuweisen.

CzN: Unter den momentan 8 Millionen multimedialen Angeboten der DDB befinden sich 2,1 Millionen Bilder, 5000 Audio- und Videodateien, aber nur eine Million Texte. Gibt es heute genügend digitalisierte Bücher und Kulturgüter um eine virtuelle Bibliothek anzubieten?

BR: Wie schon gesagt, hier brauchen wir dringend eine Reform des Urheberrechts. Wir brauchen ein Urheberrecht, das der Freiheit von Wissenschaft und Forschung Rechnung trägt und einen zeitgemäßen Ausgleich schafft zwischen den Interessen der Gesellschaft auf der einen und den Urhebern und ihren Vertretern auf der anderen Seite.

CzN:Kathrin Passig ist der Meinung, dass Bibliotheken Papiermuseen sind und ihre Aufgaben vom Internet übernommen wurden. Und doch werden Bibliotheken mit zunehmender Digitalisierung immer beliebter bei Menschen, die in Ruhe an ihren Laptops arbeiten möchten. Was bieten Bibliotheken ihren Besuchern heute? Haben sie sich zu nicht kommerziellen Co-Working Spaces gewandelt und braucht man noch gedruckte Bücher?

CH: Bibliotheken haben sich in den letzten 20 Jahren sehr stark gewandelt; ihre Bestände und Services sind in weiten Bereichen digital geworden. Die Gleichsetzung „Bibliothek = Papier“ greift also nicht. Zu den Aufgaben von Bibliotheken zählen auch manche, die das Internet nicht ersetzt, etwa Unterstützung bei der Bewältigung der Informationsflut. Es stimmt, dass Bibliotheken als Lern- und Arbeitsorte – besonders Öffentliche Bibliotheken auch als Veranstaltungsorte – immer beliebter werden. Die Diskussion, ob sie sich auch als Coworking-Spaces für Selbständige und Start-Ups eignen, steht jedoch in Deutschland noch am Anfang. Print-Bücher haben in den Bibliotheken nach wie vor einen sehr hohen Umsatz. Ich denke, sie werden weiterhin gebraucht – und auch gewollt!

CzN: Wo sucht es sich einfacher – analog oder online? Existiert eine Kluft zwischen den Generationen?

CH: Ganz klar, online sucht es sich natürlich viel einfacher und effektiver, und man kann die gefundenen Materialien auch gleich online durchsuchen. Dass die jüngeren Generationen sich kompetenter in der digitalen Welt bewegen als die älteren, dürfte eher ein Vorurteil als eine Tatsache sein. Wahrscheinlich gibt es darüber schon Untersuchungen? Natürlich ist mit der Digitalisierung der Fortbildungsbedarf für jüngere und ältere Informationsprofis enorm gewachsen – wenn sie dem nicht nachkommen, geben sie keine kompetenten Auskünfte, etwa über das Datenbankangebot der Bibliothek.

CzN: Wenn es digitale Bibliotheken gibt, wird es dann auch digitale Bibliothekare geben?

CH: Die gibt es doch längst! Bibliothekare und Informationswissenschaftler engagieren sich in Digitalisierungsprojekten, sind an der Entwicklung von Standards zur digitalen Langzeitverfügbarkeit beteiligt und bieten viele Services in digitaler Form an. Auch die Chatbots, die Bibliotheken gern als elektronische Informationsassistenten einsetzen, könnte man vielleicht als „digitale Bibliothekare“ bezeichnen.

BR: Ich weiß nicht, ob ich mich als digitale Bibliothekarin bezeichnen würde. Ich fühl mich analog lebendig und ganz wohl (lacht)

CzN:Wie verändert Digitalisierung die Aneignung von Wissen in Bibliotheken? Fördert sie den Austausch zwischen Nutzern?

CH: Eine sehr komplexe Frage! Die Aneignung von Wissen, auch das Wissen selbst, haben sich generell sehr stark verändert – in Bibliotheken genauso wie anderswo. Mercedes Bunz beschreibt das zum Beispiel (Die Stille Revolution, 2012). Den Austausch zwischen Bibliotheksnutzern fördert die Digitalisierung höchstens indirekt. Ich denke, dass viele Faktoren ineinander greifen, wenn Nutzer sich austauschen – Studienanforderungen, Lern- und Arbeitsformen, Raumangebote, digital verfügbare Materialien, Lernplattformen und andere Tools, usw.

BR: Auch hier ist die Frage, was wir können und was wir dürfen. Ich bin nicht ganz sicher, dass ich die Frage verstanden habe. Vielleicht passt das: Auch die Geisteswissenschaften und Sozialwissenschaften sind nun digital. Man spricht von Digital Humanities. Technisch gibt es nun ganz neue Möglichkeiten. Riesige Textmengen – beispielsweise Zeitungsarchive – können nun nach bestimmten wiederkehrenden Argumentationsketten durchsucht werden und gesellschaftliche Diskurse können ganz anders untersucht und visualisiert werden. Aber hier ist sie wieder: die Kluft zwischen Können und Dürfen. Darf ein Forscher die Archive von Zeitungen durchsuchen und auswerten oder muss er zahlen? Darf er seinen Kollegen seine Daten weitergeben oder nicht? Und wieder reden wir über zahlreiche Rechtsprobleme.


Ergänzende Lesetipps:


 


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Music-Quiz: Teste dein Musikwissen rundum deine iPod-Bibliothek

Ihr seid Musikfans? Ihr meint euer Wissen darüber ist unanfechtbar? Dann fordert euch selbst heraus mit der neuen Music-Quiz-App für euren iPod und beantwortet Fragen rundum um die Bands und Titel aus eurer persönlichen Musik-Bibliothek.

Music-Quiz iPod AppEs gibt dabei drei verschiedene Modi. In „20 Rounds“ geht es darum aus 20 verschiedenen Tracks den richtigen zu erraten. „Survival“ lässt euch so lange Songs raten, bis Ihr den ersten falschen Tipp gegeben habt und in „Open End“ spielt man einfach so lange bis man keine Lust mehr hat (oder das Ende seiner Reise erreicht hat).

Das Spielekonzept innerhalb der Modi ist dann ziemlich einfach. Immer dann wenn ein Song gespielt wird, bekommt man selber fünf Antworten vorgelegt und man muss sich dann nur noch entscheiden. „Wer wird Millionär“ für Tonbegeisterte also.

Die App ist dabei sicherlich nicht für jeden was. Denn wer mit 20 Tracks in der Bibliothek aufwartet und diese von der letzten Bravohits abspielt, wird eher weniger Fails erzeugen. Wer allerdings eine spannende und vielseitige iPod-Bibilothek vorweisen kann, der wird mit dieser App sicherlich seinen Spaß haben und sein persönliches Sammelsurium auf jeden Fall neu entdecken.

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