Studie: Social Media Governance 2010

„Wie Unternehmen, Staat und NGOs die Herausforderungen transparenter Kommunikation im Internet steuern“ ist die Studie von Ansgar Zerfaß und Stephan Fink untertitelt. Sie soll einen Einblick geben in den aktuellen Stand der Verbreitung, Bewertung und Nutzung von Social Media in Firmen und Non-Profit-Organisationen.
In dem Gemeinschaftsprojekt wurden 1007 Fragebögen ausgewertet von Mitarbeitern der Universität Leipzig, des Magazins Pressesprecher sowie der Fink & Fuchs PR AG.

Vorab sind einige Ergebnisse bemerkenswert: 54 Prozent aller befragten Organisationen nutzen im Moment Social Media für Kommunikationsaufgaben. Allerdings ist die Hälfte (26,2 Prozent) seit weniger als zwölf Monaten aktiv, weitere 22,1 Prozent seit über einem Jahr und nur eine Minderheit von sechs Prozent verfügt über mehr als drei Jahre Praxis. Das ist nicht nur ein Trend. Es zeigt, dass die Sättigung im Umgang mit Social Media schneller stattfinden wird, als viele Auguren noch vor einem Jahr prophezeiten. Die Frage ist, ob es einen klaren Mehrwert gegenüber E-Mail, Foren und Projektplattformen im Intranet gibt oder das Ganze nur ein Experimentierfeld ist, von dem sich die Hälfte nach ein paar Monaten wieder abwendet…

Tools: Die Tools mit der größten Verbreitung sind Videosharing, Microblogging und Blogs. Bei den Social Networks, die bei den Studienautoren Communities heißen (?), liegen acebook, Xing sowie eigene Social Networks im Intra- und Extranet vorne. Die populärsten Anwendungen in PR-Abteilungen sind Facebook-Profile/-Seiten und Twitter-Kanäle. Corporate Blogs und Social Media Newsrooms sind dagegen bislang eine Randerscheinung. Zumindest das Erste liegt an dem enormen Aufwand und den noch immer vielstufigen Freigabprozessen in den Unternehmen, die jede Aktualität im Keim ersticken.

Risiken: Neben mangelnder strategischer Ausrichtung der internen Kommunikation, was seit 20 Jahren ein Manko der Kommunikationsarbeit ist, da sie sehr selten im Verbund mit Organisationentwicklung sowie der Personalentwicklung bzw. einem gerichteten Change Management arbeitet, sind die am häufigsten genannten Risiken von Social Media unter dem Stichwort „Kontrollverlust“ eher verschleiert als benannt. Als größte Chance wird von 82,3 Prozent der Befragten die zusätzliche, schnelle
Informationsverbreitung genannt, gefolgt von Verbesserungen bei Service und Kundenbindung (45,7 Prozent) und einer vereinfachten Beobachtung der öffentlichen Meinung (44,0 Prozent). Dabei wird die interne Potenz der neuen Möglichkeiten weitgehend ausgeblendet. das mag an einem Mißtrauen gegenüber demokratischen Verhältnissen und einem Unbehagen am Abbau von Hierarchien innerhalb von Firmen liegen…

Wer mehr lesen will, wird hier in diesem PDF fündig.

Jörg Wittkewitz

  ist seit 1999 als Freier Autor und Freier Journalist tätig für nationale und internationale Zeitungen und Magazine, Online-Publikationen sowie Radio- und TV-Sender. (Redaktionsleiter Netzpiloten.de von 2009 bis 2012)


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3 comments

  1. Ich verstehe nicht ganz, wie ihr aus den Zeitraumnutzungszahlen auf eine schnellere Sättigung im Umgang mit Social Media schließt. Könntet ihr mir da bitte den Zusammenhang erklären?!

    Vielen Dank.

  2. Es gab und gibt ja ständig Studien, die die Nutzung von Social Media abfragen und aus den Daten Trends extrapolieren. Aus der Rückschau erinnere ich andere Zahlen als über 50% in Kommunkationsabteilungen im Jahr 2010, vor allem 26% der Nutzer, die erst seit einem Jahr dabei sind halte ich für sehr viel mehr als prognostiziert…

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