Review: Woopra – mehr als nur Statistik

Lust mit den Besuchern deines Blogs zu chatten? Und das in Echtzeit, während sie sich auf deinem Blog befinden? Das ist nur eines der vielen Features, welche die neue Auswertungs-Software Woopra anbietet. Ähnlich wie Google Analytics wertet Woopra das Geschehen auf der eigenen Webseite aus und liefert Statistiken etwa über jeden einzelnen Zugriff, woher der jeweilige Besucher kommt, welches Suchwort er verwendet hat und so weiter. Im Gegensatz zu Google Analytics handelt es sich bei Woopra jedoch um keine Web-Applikation, sondern um ein Desktop-Tool, das die Aktivitäten auf der Webseite quasi in Echtzeit wiedergeben kann. Damit aber nicht genug, das clevere Programm, das sich derzeit noch in der Beta-Test Phase befindet, könnte mit seinen Zusatzfunktionen die Art und Weise wie wir interaktiv Informationen über unsere Nutzer sammeln revolutionieren. Wie das genau funktionieren soll, lest ihr weiter unten.

Um einen kleinen Eindruck zu gewinnen, hier ein Video, indem Woopras Potential auf anschauliche Weise vorgestellt wird.

GBTV #337 | Introducing Woopra from Neal Campbell on Vimeo.

Wie funktioniert Woopra?

Wie bereits erwähnt ist Woopra keine Web-Applikation, sondern wird direkt auf dem Computer installiert. Der Zugang zum Blog wird über ein Java Script hergestellt. Sobald ein Nutzer auf den zu scannenden Blog zugreift, zeigt Woopra grundlegende Nutzer-Informationen wie dessen Ort, Browser-Typ, Anzahl der Pageviews, zuvor besuchte Seite etc. an. Sofern der Nutzer bereits auf dem jeweiligen Blog kommentiert hat, wird sogar dessen Name angegeben. Woopra erstellt Rankings der am häufigsten besuchten Seiten und gibt sogar Auskunft über die Loyalität der Besucher. Weiterhin liefert die Übersicht neben aktuellen Zugriffen auch historische Daten aus den Server-Informationen. Damit sind die Auswertungsmöglichkeiten nicht auf den Zeitraum begrenzt, ab dem man begonnen hat mit Woopra zu arbeiten. Der Blick in die Vergangenheit hilft dem Nutzer ungemein zu verstehen, wie sich der Traffic und das Nutzerverhalten entwickelt hat und wo eventuelle Probleme liegen könnten.

Der interessante Teil des neuen Analytics-Tools liegt aber woanders: nämlich in der Interkation mit dem Nutzer. Sobald ein Nutzer die Seite besucht und in Woopra erscheint kann der Betreiber der Seite mit diesem eine Konversation über Woopra starten. Der Besucher braucht nicht Woopra installiert zu haben um den Chat nutzen zu können, er muss die Konversation bloß über ein auftauchendes Interface bestätigen. Eine Mechanik, dessen kommunikatives Potential nicht zu unterschätzen ist. Eigentlich seltsam, dass ein Analytics-Programm zum ersten Mal über solch eine tolle Funktion verfügt. Es ist ein großartiger Weg um direktes Feedback zu generieren oder um ggf. Hilfestellung zu leisten. Zudem lassen sich Filter-Einstellungen vornehmen, so dass nur bestimmte Nutzer-Gruppen dargestellt werden.

Neben dieser Killer-App bietet Woopra noch viele weitere Features, die hier auf einer Übersichtsseite zusammengefasst werden. Da Woopra sich noch in einer frühen Beta-Phase befindet, ist hier in Zukunft noch mehr zu erwarten.

Für wen ist Woopra geeignet?

Jeder, der professionell den Traffic auf seiner Seite auswerten möchte, muss Woopra austesten. Punkt. Besonders für Anbieter von kommerziellen Seiten, könnte Woopra hoch interessant sein, da der Betreiber über die Chat-Funktion direkt auf mögliche Probleme des Nutzers eingehen kann.

Für normale Web-Nutzer ist Woopra jedoch eher ein kompliziertes Tech-Geek-Spielzeug. Wer nur die Visits seines kleinen, privaten Blogs herausfinden möchte, braucht definitiv nicht Woopra zu installieren.

Blogpiloten Urteil

Einige Auswertungsprogramme aktualisieren ihre Informationen täglich oder stündlich, Woopra hingegen liefert Information in Echtzeit und erlaubt es sofort auf das Geschehen auf der Seite einzugehen. Zusammen mit der Möglichkeit zur Konversation, bricht Woopra mit den bekannten Regeln der Blog-Partizipation. Das Gespräch mit dem Nutzer wird plötzlich möglich und zwar ohne irgendeine Zusatzsoftware oder Kommentarfelder. Die Chatfunktion verbunden mit dem Filter-Tagging von Nutzern ist nicht bloß im Kosmos der Analytics-Tools revolutionär. Man muss bloß den Gedanken weiter spinnen, um das Potential zu erkennen. Man stelle sich nur vor, wie ein Onlineshop auf seine Kunden mittels direkter Ansprache eingehen könnte und ihnen direkt Tipps und Angebote unterbreiten könnte basierend auf den Suchkriterien, aufgrund welcher sie auf der Seite des Shopbetreibers gelandet sind. Auch wenn es einige Blogger anders sehen, Blogpiloten meint: Das Potential ist gewaltig. Und Woopra steht erst am Anfang seiner Entwicklung.

Michael Groß

studiert Medienwissenschaft und BWL in Trier. Nach einem kurzen Ausflug in die Welt des Journalismus, interessiert er sich heute mehr für Marketing, Werbung und Netzwerkkommunikation. Privat bloggt Michael unter http://werbeschaf.blogspot.com/


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4 comments

  1. Klingt alles ganz toll, aber vielleicht erwähnen wir auch, dass die Installation am Mac in etwa so schwierig ist wie der Jackpot-Gewinn im Lotto.

    Und: Auch die Installation am PC will nicht gelingen, weil mir eine Einladung fehlt. Und auch ein Zugang, obwohl ich mich bereits im Mai dafür angemeldet habe.

  2. Hätte man mir für einen Mac zur Verfügung gestellt, hätte ich die Installationsschwierigkeiten gerne erwähnt.

    Damals im Mai war Woopra noch closed Beta, mittlerweile sollte es auch bei dir funktionieren. Meld dich erneut an und schon kannst du die Exe runterladen.

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