Neukaufen statt Reparieren – neues MacBook für die Müllhalde?

Das Next Generation MacBook Pro wird als neues Luxusmodell von Apple gefeiert. Alles was die Gerüchteküche sich zuvor erträumt hat ist wahrgeworden. Eine Auflösung von 2.880 x 1.800 Pixeln, eine Bildschirmdiagonale von 15,4 Zoll, in etwa 5,1 Millionen Pixel und noch dazu das heißbegehrte Retina-Display. Ein wahres Schmuckstück, was zudem mit satten 2.199,00 USD (in etwa 1.750 EUR) die Luxusklasse noch zementiert.

Das Next Generation MacBook Pro ist eigentlich ein wahrer Alleskönner. Zu den oben genannten Attributen glänzt es zudem mit einem 2,3 GHz Quad Core i7 und 8 GB RAM, neben einer 256 GB SSD-Festplatte. Eine Rakete möchte man meinen, die mit gut 7 Stunden Akkulaufzeit auch weite Strecken durchhält. Doch wo ist der Haken?

Wer sich das neue Wundergadget zulegt, der läuft anscheinend Gefahr früher oder später enttäuscht zu werden. Denn was der Hersteller nicht im Katalog stehen hat, ist der Umstand, dass es so gut wie nicht reparierbar ist. Das fanden nämlich jetzt Mitarbeiter der Reparaturwerkstatt iFixit heraus.

Der Akku ist festverklebt, RAM und Speicher lassen sich nicht erweitern, kurzum: „Es ist, bisher, der am wenigsten reparierbare Laptop, den wir auseinandergenommen haben“, schreibt das iFixit-Team.

Das passt zu Apple. Die meisten Komponenten sind Eigenanfertigungen und die werden natürlich hochgehalten. Einen Standard der eingehalten werden muss, gibt es außer bei der Leistung nicht. So ist es beispielsweise nicht möglich den RAM zu erweitern, da dieser an der Hauptplatine festgelötet ist. Ist der Akku mal kaputt gespielt, was durchaus passieren kann bei ständiger Nutzung, kann man auch den nicht neukaufen und auswechseln. Denn dieser ist so festverklebt, dass man mehr Schaden anrichten dürfte, als retten würde. Und auch die SSD-Festplatte ist eine Eigenanfertigung und lässt sich derzeit nicht aus dem Gehäuse entnehmen. Apples Strategie scheint klar. Das MacBook neukaufen statt reparieren heißt es, wenn mal eine dieser Komponenten den Geist aufgibt. In Verbindung mit der allseits bekannten geplanten Obsoleszenz umso tragischer.

Andreas Weck

schreibt seit 2011 für die Netzpiloten und war von 2012 bis 2013 Projektleiter des Online-Magazins. Zur Zeit ist er Redakteur beim t3n-Magazin und war zuletzt als Silicon-Valley-Korrespondent in den USA tätig.


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1 comment

  1. Ich glaube, ich muss mal scharf nachdenken, wo die Computerreise in Zukunft für mich hingehen wird. Sobald amerikanische Konzerne groß genug werden, nehmen diese sofort Züge von Weltbeherrschern an, da stehen sich Microsoft und Apple in nichts nach.

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